Description: Im Vorhaben wurden vier Objekte in Deutschland an verschiedenen Standorten untersucht, um die Radonkonzentrationen, Luftwechsel und Witterungsdaten zu ermitteln. Zunächst wurden intensive Erstmessungen und Bestandsaufnahmen mit der erweiterten Blower-Door-Methode durchgeführt, um Radonkonzentrationen, Eintrittsraten und Luftwechselraten festzustellen. Zeitauflösende Messdaten und Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes ermöglichten die Erstellung saisonaler Datensätze, die mit Langzeitauswertungen verglichen wurden. Gute Übereinstimmungen fanden sich zwischen saisonalen Messintervallen und Jahresmittelwerten. Der Infiltrationsluftwechsel und der nutzungsbedingte Luftwechsel wurden getrennt betrachtet und über CO2 und Radon gemessen. Der Luftwechsel lag im Bereich von 0,1/h bis 0,4/h. Die Radoneintrittsraten wurden stark von Witterungsparametern beeinflusst, vor allem von Temperaturdifferenzen und Windstärken, welche Druckdifferenzen erzeugten. Andere Witterungsparameter hatten keinen signifikanten Einfluss. Nutzerverhalten hatte eine untergeordnete Rolle, Effekte ergaben sich durch Heizen und Lüften. Abschätzungen der Radondichtheit können über Radonmessungen in Kombination mit Witterungsparametern und Luftwechsel vorgenommen werden. Eine Kombination von Vor-Ort-Messungen und Kurzzeitmessungen bietet eine bessere Bewertung der Radonsituation. Mit der aus einem Messintervall von zwei bis vier Wochen messtechnisch abgeleiteten Radoneintrittsrate und den gemessenen Witterungsparametern kann die zu erwartende Radoneintrittsrate im Jahresmittel abgeschätzt werden. Diese Abschätzung erfolgt nach einer aus den Messdaten der vier Objekte abgeleiteten Regressionsformel unter Zuhilfenahme ortsüblicher Jahresmittelwerte der Witterungsparameter. Die Nutzung eines KI-Modells mittels neuronaler Netze führte nicht zu einer gegenüber dem einfachen Regressionsmodell verbesserten Abschätzung. Aus der nach dem Regressionsmodell bestimmten Radoneintrittsrate kann unter Berücksichtigung des messtechnisch abgeleiteten oder geplanten mittleren Luftwechsels auch der Jahresmittelwert für die Radonkonzentration in der Raumluft abgeschätzt werden. Die Güte der Abschätzung hängt im Wesentlichen von der Jahreszeit bzw. den wirksamen Temperaturdifferenzen während der Messung und der Dauer der Messung ab. In der Praxis sollte die Messdauer von 14 Tagen nicht unterschritten werden. Die wirksame Temperaturdifferenz während der Messung sollte im Mittel nicht unter 0 K liegen, wodurch die Methode nicht das ganze Jahr über einsetzbar ist. Erkenntnisse aus dem Vorhaben zeigen, dass lüftungstechnische Maßnahmen oft ausreichen, um Zielwerte zu erreichen. Eine Reduzierung des Unterdrucks kann die Effizienz von Lüftungssystemen verbessern. Weitere Objekte müssten untersucht werden, um die Erkenntnisse zu validieren und einen anwendbaren Nutzen festzustellen.
Global identifier:
UrnNbn(
"urn:nbn:de",
"0221-2026040759652",
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Text(
Publication,
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Tags: Radon ? Innenraumluft ? Windgeschwindigkeit ? Deutschland ? Gebäude ? Messdaten ? Wettervorhersage ? Luftwechselrate ? Jahresmittelwert ? Heizung ? Klimadaten ? Nutzerverhalten ? Zielwert ?
License: DORIS Nutzungsbedingungen
Language: Deutsch
Issued: 2026-04-08
Last harvest: 14.05.2026 23:29
BfS-RESFOR-259-26.pdf
https://doris.bfs.de/jspui/bitstream/urn:nbn:de:0221-2026040759652/1/BfS-RESFOR-259-26.pdf (PDF)Accessed 3 times.