Description: Sehr geehrter Herr Borchmann, sehr geehrte Damen und Herren, auf unsere Anfrage über "Frag den Staat" zum Status der Bearbeitung des im Koalitionsvertrag beschriebenen Ziels, Dolly Ropes zu verbieten, erhielten wir aus dem UBA die u.a. Antwort. Wenn, wie unten beschrieben, die Krabbenfischer freiwillig auf Dolly Rope verzichten und Dolly Rope in der Ostsee keine Verwendung finden, kann ein nationales Verbot Klarheit schaffen. Wir sehen an der Nordsee-Küste unverändert viele Dolly Rope Anlandungen und haben begründete Zweifel an dem angenommenen freiwilligen Verzicht. Wir bitten Sie freundlichst um Beantwortung folgender Fragen: a) Wie wurde/ wird der Beschlussvorschlag der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen von 2023 im BMUV weiter umgesetzt? b) Wird ein nationales Verbot in dieser Legislatur eingeführt? c) Wie ist der konkrete zeitliche Ablauf auf EU-Ebene? Wir danken Ihnen vorab für Ihre Rückmeldung. Mit freundlichen Grüßen Greenpeace, Ortsgruppe St. Peter-Ording Gemeindezentrum 25826 St. Peter-Ording Nachricht vom UBA: Sehr geehrte Damen und Herren, das Fachgebiet II 2.3 Schutz der Meere und Polargebiete teilt Ihre Bedenken hinsichtlich der Häufigkeit der Funde und der damit verbundenen Schadwirkung von Dolly Ropes in der und auf die Meeresumwelt. Im Rahmen zweier UBA-Forschungsvorhaben zur Etablierung eines Langzeitüberwachungskonzepts für Abfälle im Meer wurden Monitoringverfahren für die verschiedenen Meereskompartimente und die wesentlichen biologischen Auswirkungen getestet bzw. entwickelt. Dabei wurde auch ein Pilotmonitoring in der Basstölpelbrutkolonie auf Helgoland durchgeführt. 97 Prozent der Nester enthielten in den Untersuchungsjahren 2014/2015 und 2020/2021 Kunststoffmüll, besonders häufig fanden sich Fäden von Dolly Ropes. Die Mortalitätsrate von juvenilen Basstölpeln betrug infolge der Strangulierung in Müllteilen das Zwei-bis Fünffache der regulären Sterblichkeit. Aktuelle Ergebnisse des Spülsaummonitorings in der Nordsee zeigen, dass fischereiassoziierter Müll nach wie vor von Dolly Ropes dominiert wird. Mit Blick auf die Festlegungen zu Dolly Ropes im aktuellen Koalitionsvertrag wurde 2023 ein Beschlussvorschlag der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein zum Verbot sogenannter Dolly Ropes durch die Umweltministerkonferenz einstimmig angenommen („Diese Tauwerk-Kardeele, die zum Schutz von Netzen eingesetzt werden, tragen zur Vermüllung der Meere bei. Die Agrarminister*innen der Länder bitten nun den Bund, sich mit Nachdruck für ein Verbot auf europäischer Ebene einzusetzen“). Im Nachklapp hat das UBA einen Kurzfilm produzieren lassen (https://www.umweltbundesamt.de/themen/schutz-der-meere-alternativen-zu-dolly-ropes-in-der). Hier kommen die relevanten Stakeholder zu Wort und es wird gezeigt, dass es mittlerweile adäquate Alternativen im Sinne einer Toolbox von Netzmodifikationen gibt, die im Rahmen des Forschungsprojektes DRopS (https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn065718.pdf) entwickelt wurde. Nach weiterem Austausch zum Thema unter anderem im Rahmen des Runden Tisches Meeresmüll (www.muell-im-meer.de<http://www.muell-im-meer.de>) sind die deutschen Krabbenfischer mittlerweile freiwillig aus der Verwendung von Dolly Ropes ausgestiegen. Da auch der Regionale Aktionsplan von OSPAR Dolly Ropes adressiert, arbeiten auch andere Anrainer des Nordost-Atlantiks an nationalen Plänen für einen Ausstieg aus der Nutzung von Dolly Ropes. In der Ostsee finden Dolly Ropes keine Verwendung. Mit den oben beschriebenen Arbeiten wurden die nationalen fachlichen Grundlagen zum Thema Dolly Ropes gelegt. Die politischen Schritte, um ein nationales bzw. EU-weites Verbot zu erreichen, liegen bei den fachlich zuständigen Ministerien, also BMUV und BMEL. Das UBA unterstützt das im BMUV in Umweltfragen, bitte wenden Sie sich dort für fortführende Fragen an Herrn Axel Borchmann (<<E-Mail-Adresse>><mailto:<<E-Mail-Adresse>>>). Mit freundlichen Grüßen, Stefanie Werner Umweltbundesamt II 2.3 Schutz der Meere und Polargebiete Wörlitzer Platz 1 06844 Dessau-Roßlau Phone: +49-(0)34021032221 Mail: <<E-Mail-Adresse>>
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Unspecified,
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Origins: /Zivilgesellschaft/FragDenStaat
Tags: Dessau-Roßlau ? Niedersachsen ? Schleswig-Holstein ? Auflandung ? Biologische Wirkung ? Helgoland ? Spülsaummonitoring ? Kunststoffabfall ? Marines Ökosystem ? Reaktorsicherheit ? Runder Tisch ? Meeresmüll ? Schädliche Umwelteinwirkung ? Abfall ? Meeresschutz ? OSPAR ? Mortalität ? Polargebiet ? Klimaschutz ? Aktionsplan ? Forschungsprojekt ? Arbeit ? Naturschutz ? Nordsee ? Ostsee ?
License: cc-zero
Language: Deutsch
Issued: 2024-05-19
Modified: 2024-07-04
Time ranges: 2024-05-19 - 2024-07-04
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