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Erfolgreiche Bachpatentage

Description: Seit 2021 finden regelmäßig Bachpatentage statt, d.h. ganztägige Seminare jeweils an einem Samstag. Der Vormittag ist Fachvorträgen gewidmet, nachmittags führt eine Exkursion an das Gewässer der gastgebenden Bachpatenschaft. Die Bachpatentage sind regionale Plattform für benachbarte Bachpatenschaften, Fachleute, Verantwortliche und Interessierte. An Diese Tage dienen neben den Fachinformationen dem Kennenlernen und dem Austausch untereinander. Die Akteure lernen sich, ihre Projekte, besondere Probleme und Handlungsfelder kennen, tauschen Erfahrungen und Ideen aus, und diskutieren besondere, auch tagesaktuelle Belange. 2025 haben vier regionale Bachpatentage stattgefunden. Die Vorträge, die uns zur Verfügung gestellt wurden, finden Sie jeweils bei den Veranstaltungen zum Download. Bachpatentage Geländeökologisches Praktikum VG Edenkoben April 2025 © LfU / Finsterbusch Aus Wackersteinen wird ein Strömungslenker gebaut In Kooperation mit der Verbandsgemeinde Edenkoben und dem Pädagogischen Landesinstitut Speyer führte der erste Bachpatentag in die Grundlagen der Gewässerökologie ein. Beigeordneter Daniel Poth begrüßte die 51 Teilnehmenden im Namen der Verbandsgemeinde. Die hervorragende Vorbereitung durch Herrn Bernhard Bäcker (VG Edenkoben) in Kombination mit den unterschiedlichen Ausprägungen des Triefenbachs bildeten die perfekte Grundlage für das geländeökologische Praktikum, das am Vormittag in die Grundlagen der Gewässerkunde einführte und bei dem nachmittags praktische Untersuchungen am Bach sowie kleine beispielhafte Gestaltungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Unter dem Stichwort ‚Mensch und Gewässer‘ betrachtete Winfried Sander als langjähriger ehrenamtlicher Koordinator für schulische Bachpatenschaften die Fließgewässer in ihrer globalen, historischen und kulturellen Bedeutung und zeigte kommende Herausforderungen auf. Eva Maria Finsterbusch erläuterte in ihrem Fachvortrag Grundzüge der Gewässerkunde, insbesondere die Bedeutung von Gehölzen vor dem Hintergrund der durch den Klimawandel immer öfters auftretenden Niedrigwasser- und Starkregenereignisse ( Vortrag ). Bernhard Bäcker stellte die Gewässerlandschaft der Verbandsgemeinde in ihrer Formen- und Artenvielfalt, die entsprechenden Renaturierungen und Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und die für den Praxisteil vorgesehenen Gewässerstrecken vor  ( Vortrag ). Nach dem gemeinsamen Mittagessen führte der praktische Teil zu Feldmethoden zunächst an den Oberlauf des Triefenbachs. Winfried Sander erläuterte hier die Orientierung mit Karte und Kompass, zeigte Bestimmung des Taltyps und die Entnahme einer Bodenprobe. Gemeinsam mit Eva Maria Finsterbusch und Anja Lux (beide LfU) kartierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand unterschiedlicher Verfahren die Gewässerstruktur ( Vortrag ). Stefanie Semsei (LfU) und Sascha Neff (Universität Koblenz-Landau) erläuterten den Einsatz von Sonden, das Messen von Sauerstoff und pH-Wert, Temperatur, Leitfähigkeit und Fließgeschwindigkeit als chemisch-physikalische Feldmethoden und erläuterten die Auswertung der erfassten Daten. Dr. Holger Schindler (Pro Limno) und Heide Stein (Universität Koblenz-Landau) bestimmten die organische Belastung des Baches anhand von Zeigertieren im Spektrum zwischen organischer Belastung und Sauerstoffverfügbarkeit. Dazu wurden Gewässerlebewesen vorübergehend gekeschert und bestimmt. Ihr Artenspektrum wurde im Saprobienindex ausgewertet und verglichen. Nachfolgend stehen unterschiedliche Materialien zum Download zur Verfügung: Flyer Messung Wasserparameter , Kartierbogen Gewässerstruktur , Erläuterungen zur Kartierung , Sammlung von Links zur ökologischen Bewertung kleinerer Fließgewässer zur Struktur, Biologie und Chemie . Nach einer kurzen Pause fand der angewandte Teil am weiteren Verlauf des Triefenbach in unmittelbarer Nähe zur Gemeindeverwaltung mit praktischen Arbeiten seinen Fortgang. Die Teilnehmer brachten kleine Stein-„Buhnen“ und auch Wurzelstöcke als Strömungslenker und zur Erhöhung der Strukturvielfalt ein (Foto). An einer anderen Baustelle wurden aus Weidenruten und Pfählen Faschinen geflochten, die entweder stömungslenkend oder böschungsssichernd wirken können.  Eine dritte Gruppe pflanzte Bäume z.B. Schwarz-Erlen oder Trauben-Eichen und brachte Steckhölzer ein. Die Teilnehmenden lobten ausdrücklich die Vielfalt und Herangehensweise der Veranstaltung. Schwerpunkte und Elemente gehen nun ein in die weitere Arbeit der Lehrerfortbildungen und die Begleitung der Bachpatenschaften. Bachpatentag Eußerthal Mai 2025 © LfU / Finsterbusch Führung über das Forschungsgelände mit den Stillwasserteichen. Zu Gast in der Ökosystemforschung Anlage Eußerthal (EERES) begrüßte Dr. Tanja Joschko als geschäftsführende Leitung die Gäste und Bachpatenschaften des rheinland-pfälzischen Landesamtes für Umwelt und in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Raum. Die Forschungseinrichtung EERES ist Teil der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU). Im Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen stehen Gewässer und deren Biodiversität unter dem Blickpunkt des globalen Wandels und bietet im Dreiklang aus vernetzter und angewandter gewässerökologischer Forschung, nachhaltiger Infrastruktur und realer wie digitaler Umweltbildung in zahlreichen Kursen und Programmen Wissenstransfer für verschiedene Ziel- und Altersgruppen. Die einzigartige Lage und Ausstattung von EERES ermöglicht eine große Bandbreite an Projekten in der Forschung und Umweltbildung sowie für nationale und internationale Kooperationen. Vor diesem Hintergrund gab Dr. Joschko einen Überblick über unterschiedlichste gewässerökologische Projekte am Standort sowie auf regionaler Ebene. Diplom Geoökologe Thomas Schmidt vertiefte das Schwerpunktthema des Tages mit seiner Betrachtung zu Gewässern in Zeiten des Klimawandels. Er gab einen Überblick über Schwere und Ausmaß der derzeitigen Ereignisse sowie über die massiven Auswirkungen für die einheimischen Fließgewässer und insbesondere auf die Fischfauna, schilderte deren Notwendigkeiten aus Artenperspektive und versicherte den Bachpatenschaften: „Sie sind zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle.“ Maximilian Gerken und Thomas Schmidt beschrieben anschließend die Arbeitsweisen, Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem deutsch-französischen EU-Interreg-Projekt RiverDiv. Seit 2023 erforscht es mit 25 Partnereinrichtungen und Organisationen den  Schutz der Artengemeinschaft und Gewässerqualität an der deutsch-französischen Wieslauter/Lauter. Die Referenten zeigten zeitliche Perspektiven und beschrieben Anwendungen, Ansätze und Maßnahmen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen führte das Team über das Forschungsgelände von EERES, und erläuterte laufende und abgeschlossene Projekte, die Möglichkeiten der Freilandlabore Still- und Fließgewässer unter Einbeziehung des renaturierten Sulzbachs sowie die wissenschaftliche Nutzung des Alten Bruthauses und weiterer angeschlossenen Anlagen. Den Bachpatentag im Eußerthal beschloss Simon Huber als erster Vorsitzender des Anglerverein Queichtal 1946 e.V.. Er berichtete von den Herausforderungen der Bachpatenschaft im Verlauf der Queich, darunter dem Verlauf innerhalb des Stadtgebiets Landau, den Erfahrungen von Geländearbeiten und Kieseinbringungen in Spannungsfeld von Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz, sowie von den Unbilden von Säuberungsaktionen im städtischen Umfeld. Mit diesem Einblick in die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Forschung und Ehrenamt nahm der Tag voller Eindrücke, Erkenntnisse und intensiver fachlicher Diskussion seinen Abschluss. Bachpatentag Grafschaft November 2025 © LfU / Finsterbusch Exkursion beim Bachpatentag in Gelsdorf „Wie dient Wasserrückhalt im Gewässer und in der Fläche dem Hochwasserschutz?“ Den Gelsdorfer Bachpatentag eröffneten Eva-Maria Finsterbusch für das Landesamt für Umwelt und Hermann-Josef Dahlhausen als gastgebender Ortsvorsteher der Gemeinde Grafschaft-Gelsdorf. Die Grußworte des offiziellen Teils hielten Cornelia Weigand als Landrätin des Landkreises Ahrweiler und Michael Schneider als erster Beigeordneter der Gemeinde Grafschaft, der die Grüße von Bürgermeister Achim Juchem überbrachte, Landrätin Weigand brachte das Thema des Tages auf den Punkt: "Der Schutz unserer Gewässer zählt zu den herausforderndsten umweltpolitischen Aufgaben der Zeit." Der inhaltliche Part begann mit dem Vortrag der gastgebenden Bachpatenschaft Altbach. Geograph Winfried Sander ordnete das Fließgewässer in seiner natürlichen Umgebung ein ( Vortrag ). Karsten Feuerriegel und seine Kollegen stellten die Bachpatenschaft Altbach mit ihren Schwerpunkten und aktuellen Projekten vor ( Vortrag ). Es folgte der Vortrag von Förster Lorenz Berger vom Forstamt Soonwald, der beispielhafte Maßnahmen und Umsetzungsstand von Wasserrückhaltemaßnahmen im Soonwald vorstellte ( Vortrag ). Die anschließende Fragerunde ergab eine lebhafte Diskussion zur Klärung von Fachfragen, Herausforderungen bei Einzelmaßnahmen, sensiblen Bereichen des Waldökosystems. Vom Wald ging es ins Offenland. Ulrich Stohl vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Bad Kreuznach erläuterte mit großer Praxisnähe und aus eigener Erfahrung Ansätze zum Wasserrückhalt auf landwirtschaftlichen Flächen. Neben technischen Faktoren wie die Bereifung von Traktoren, Einbringung von Grünland- und Heckenstrukturen spielt der Dialog mit der Landwirtschaft eine entscheidende Rolle. Besondere Vorgaben wie Flächennachweise und Mindestpflegepflichten erschweren Maßnahmen. Entsprechende Förderkulissen sind notwendig, um finanziellen Verlust auszugleichen. Im Umgang mit der “Komponente Mensch” bewähren sich Einzelgespräche mit den Betroffenen und direkter Kontakt zu Behörden. Nach dem Mittagessen ging es zu Fuß und Planwagen an den Altbach. Förster Christoph Fohl und Reimund Schüller vom Planungsbüro AuGe erläuterten, unterstützt von den Referenten des Vormittags, Möglichkeiten zum Wasserrückhalt im Bach und im Wald ( Vortrag ). Bachpatentag Altenbamberg November 2025 © LfU / Finsterbusch Bachpatentag in Altenbamberg „Herausforderung Klimawandel für Fischfauna“ Andrea Silvestri, 2. Kreisbeigeordnete Kreis Bad Kreuznach, und Christin Jost, Beigeordnete der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach begrüßten die Anwesenden. Den inhaltlichen Part eröffnete Christopher Muhs vom ASV Altenbamberg, mit dem Vortrag der gastgebenden Bachpatenschaft und ihren Schwerpunkten ( Vortrag ). Fischereireferent der SGD Nord, Roland Mauden, befasste sich in seinem Vortrag mit der Hege von Fischbeständen in natürlichen Gewässern unter Bedingungen des fortschreitenden Klimawandels. Seine Empfehlungen galten einer umsichtigen Entwicklung und Befischung des Fischbestandes. Naturverjüngung zeigt sich hier langfristiger und schonender als Besatz. Roland Mauden betonte die Bedeutung der unmittelbaren Bachpatenarbeit am Gewässer: „Sie haben Handlungsmöglichkeiten. Sie können was tun!“ (Vortrag) Sein Kollege Dr. Matthias Brunke aus dem LfU stellte Maßnahmen zur Schaffung von Lebens- und Rückzugsräumen und die Erhöhung der Widerstandskraft der Artengemeinschaften in Fließgewässern vor. Sein Plädoyer galt einer sorgfältigen, angepassten und stets anpassenden Entwicklung der Gewässerstrukturen. Besonderes Augenmerk und Bedeutung verdienten dabei die vertieften Ruhezonen der Kolke. Aus seiner Sicht ist ein langsames, ergebnis- und erfahrungsorientiertes Vorgehen am wirkungsvollsten: „Man fängt klein an, man tastet sich vor und lernt sein Gewässer kennen. Es ist eine Erfahrungswissenschaft.“ ( Vortrag ) Dennis Höning und Kollegen, Bachpaten des Guldenbachs (ASV Guldental), stellten ihre erfolgreichen Maßnahmen vor, die sie gemeinsam mit der Kommune durchgeführt haben, so z.B. den Wiederanschluss eines trockengefallenen Auwalds ( Vortrag ). Nach dem Mittagessen führte die Exkursion an die Alsenz, in die kürzlich mehrere Rauschen eingebaut wurden. Deren Wirkungsweise wurde seitens der Fischereireferenten erläutert. In Kooperation mit der Verbandsgemeinde Edenkoben und dem Pädagogischen Landesinstitut Speyer führte der erste Bachpatentag in die Grundlagen der Gewässerökologie ein. Beigeordneter Daniel Poth begrüßte die 51 Teilnehmenden im Namen der Verbandsgemeinde. Die hervorragende Vorbereitung durch Herrn Bernhard Bäcker (VG Edenkoben) in Kombination mit den unterschiedlichen Ausprägungen des Triefenbachs bildeten die perfekte Grundlage für das geländeökologische Praktikum, das am Vormittag in die Grundlagen der Gewässerkunde einführte und bei dem nachmittags praktische Untersuchungen am Bach sowie kleine beispielhafte Gestaltungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Unter dem Stichwort ‚Mensch und Gewässer‘ betrachtete Winfried Sander als langjähriger ehrenamtlicher Koordinator für schulische Bachpatenschaften die Fließgewässer in ihrer globalen, historischen und kulturellen Bedeutung und zeigte kommende Herausforderungen auf. Eva Maria Finsterbusch erläuterte in ihrem Fachvortrag Grundzüge der Gewässerkunde, insbesondere die Bedeutung von Gehölzen vor dem Hintergrund der durch den Klimawandel immer öfters auftretenden Niedrigwasser- und Starkregenereignisse ( Vortrag ). Bernhard Bäcker stellte die Gewässerlandschaft der Verbandsgemeinde in ihrer Formen- und Artenvielfalt, die entsprechenden Renaturierungen und Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und die für den Praxisteil vorgesehenen Gewässerstrecken vor  ( Vortrag ). Nach dem gemeinsamen Mittagessen führte der praktische Teil zu Feldmethoden zunächst an den Oberlauf des Triefenbachs. Winfried Sander erläuterte hier die Orientierung mit Karte und Kompass, zeigte Bestimmung des Taltyps und die Entnahme einer Bodenprobe. Gemeinsam mit Eva Maria Finsterbusch und Anja Lux (beide LfU) kartierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand unterschiedlicher Verfahren die Gewässerstruktur ( Vortrag ). Stefanie Semsei (LfU) und Sascha Neff (Universität Koblenz-Landau) erläuterten den Einsatz von Sonden, das Messen von Sauerstoff und pH-Wert, Temperatur, Leitfähigkeit und Fließgeschwindigkeit als chemisch-physikalische Feldmethoden und erläuterten die Auswertung der erfassten Daten. Dr. Holger Schindler (Pro Limno) und Heide Stein (Universität Koblenz-Landau) bestimmten die organische Belastung des Baches anhand von Zeigertieren im Spektrum zwischen organischer Belastung und Sauerstoffverfügbarkeit. Dazu wurden Gewässerlebewesen vorübergehend gekeschert und bestimmt. Ihr Artenspektrum wurde im Saprobienindex ausgewertet und verglichen. Nachfolgend stehen unterschiedliche Materialien zum Download zur Verfügung: Flyer Messung Wasserparameter , Kartierbogen Gewässerstruktur , Erläuterungen zur Kartierung , Sammlung von Links zur ökologischen Bewertung kleinerer Fließgewässer zur Struktur, Biologie und Chemie . Nach einer kurzen Pause fand der angewandte Teil am weiteren Verlauf des Triefenbach in unmittelbarer Nähe zur Gemeindeverwaltung mit praktischen Arbeiten seinen Fortgang. Die Teilnehmer brachten kleine Stein-„Buhnen“ und auch Wurzelstöcke als Strömungslenker und zur Erhöhung der Strukturvielfalt ein (Foto). An einer anderen Baustelle wurden aus Weidenruten und Pfählen Faschinen geflochten, die entweder stömungslenkend oder böschungsssichernd wirken können.  Eine dritte Gruppe pflanzte Bäume z.B. Schwarz-Erlen oder Trauben-Eichen und brachte Steckhölzer ein. Die Teilnehmenden lobten ausdrücklich die Vielfalt und Herangehensweise der Veranstaltung. Schwerpunkte und Elemente gehen nun ein in die weitere Arbeit der Lehrerfortbildungen und die Begleitung der Bachpatenschaften. Zu Gast in der Ökosystemforschung Anlage Eußerthal (EERES) begrüßte Dr. Tanja Joschko als geschäftsführende Leitung die Gäste und Bachpatenschaften des rheinland-pfälzischen Landesamtes für Umwelt und in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Raum. Die Forschungseinrichtung EERES ist Teil der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU). Im Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen stehen Gewässer und deren Biodiversität unter dem Blickpunkt des globalen Wandels und bietet im Dreiklang aus vernetzter und angewandter gewässerökologischer Forschung, nachhaltiger Infrastruktur und realer wie digitaler Umweltbildung in zahlreichen Kursen und Programmen Wissenstransfer für verschiedene Ziel- und Altersgruppen. Die einzigartige Lage und Ausstattung von EERES ermöglicht eine große Bandbreite an Projekten in der Forschung und Umweltbildung sowie für nationale und internationale Kooperationen. Vor diesem Hintergrund gab Dr. Joschko einen Überblick über unterschiedlichste gewässerökologische Projekte am Standort sowie auf regionaler Ebene. Diplom Geoökologe Thomas Schmidt vertiefte das Schwerpunktthema des Tages mit seiner Betrachtung zu Gewässern in Zeiten des Klimawandels. Er gab einen Überblick über Schwere und Ausmaß der derzeitigen Ereignisse sowie über die massiven Auswirkungen für die einheimischen Fließgewässer und insbesondere auf die Fischfauna, schilderte deren Notwendigkeiten aus Artenperspektive und versicherte den Bachpatenschaften: „Sie sind zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle.“ Maximilian Gerken und Thomas Schmidt beschrieben anschließend die Arbeitsweisen, Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem deutsch-französischen EU-Interreg-Projekt RiverDiv. Seit 2023 erforscht es mit 25 Partnereinrichtungen und Organisationen den  Schutz der Artengemeinschaft und Gewässerqualität an der deutsch-französischen Wieslauter/Lauter. Die Referenten zeigten zeitliche Perspektiven und beschrieben Anwendungen, Ansätze und Maßnahmen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen führte das Team über das Forschungsgelände von EERES, und erläuterte laufende und abgeschlossene Projekte, die Möglichkeiten der Freilandlabore Still- und Fließgewässer unter Einbeziehung des renaturierten Sulzbachs sowie die wissenschaftliche Nutzung des Alten Bruthauses und weiterer angeschlossenen Anlagen. Den Bachpatentag im Eußerthal beschloss Simon Huber als erster Vorsitzender des Anglerverein Queichtal 1946 e.V.. Er berichtete von den Herausforderungen der Bachpatenschaft im Verlauf der Queich, darunter dem Verlauf innerhalb des Stadtgebiets Landau, den Erfahrungen von Geländearbeiten und Kieseinbringungen in Spannungsfeld von Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz, sowie von den Unbilden von Säuberungsaktionen im städtischen Umfeld. Mit diesem Einblick in die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Forschung und Ehrenamt nahm der Tag voller Eindrücke, Erkenntnisse und intensiver fachlicher Diskussion seinen Abschluss. „Wie dient Wasserrückhalt im Gewässer und in der Fläche dem Hochwasserschutz?“ Den Gelsdorfer Bachpatentag eröffneten Eva-Maria Finsterbusch für das Landesamt für Umwelt und Hermann-Josef Dahlhausen als gastgebender Ortsvorsteher der Gemeinde Grafschaft-Gelsdorf. Die Grußworte des offiziellen Teils hielten Cornelia Weigand als Landrätin des Landkreises Ahrweiler und Michael Schneider als erster Beigeordneter der Gemeinde Grafschaft, der die Grüße von Bürgermeister Achim Juchem überbrachte, Landrätin Weigand brachte das Thema des Tages auf den Punkt: "Der Schutz unserer Gewässer zählt zu den herausforderndsten umweltpolitischen Aufgaben der Zeit." Der inhaltliche Part begann mit dem Vortrag der gastgebenden Bachpatenschaft Altbach. Geograph Winfried Sander ordnete das Fließgewässer in seiner natürlichen Umgebung ein ( Vortrag ). Karsten Feuerriegel und seine Kollegen stellten die Bachpatenschaft Altbach mit ihren Schwerpunkten und aktuellen Projekten vor ( Vortrag ). Es folgte der Vortrag von Förster Lorenz Berger vom Forstamt Soonwald, der beispielhafte Maßnahmen und Umsetzungsstand von Wasserrückhaltemaßnahmen im Soonwald vorstellte ( Vortrag ). Die anschließende Fragerunde ergab eine lebhafte Diskussion zur Klärung von Fachfragen, Herausforderungen bei Einzelmaßnahmen, sensiblen Bereichen des Waldökosystems. Vom Wald ging es ins Offenland. Ulrich Stohl vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Bad Kreuznach erläuterte mit großer Praxisnähe und aus eigener Erfahrung Ansätze zum Wasserrückhalt auf landwirtschaftlichen Flächen. Neben technischen Faktoren wie die Bereifung von Traktoren, Einbringung von Grünland- und Heckenstrukturen spielt der Dialog mit der Landwirtschaft eine entscheidende Rolle. Besondere Vorgaben wie Flächennachweise und Mindestpflegepflichten erschweren Maßnahmen. Entsprechende Förderkulissen sind notwendig, um finanziellen Verlust auszugleichen. Im Umgang mit der “Komponente Mensch” bewähren sich Einzelgespräche mit den Betroffenen und direkter Kontakt zu Behörden. Nach dem Mittagessen ging es zu Fuß und Planwagen an den Altbach. Förster Christoph Fohl und Reimund Schüller vom Planungsbüro AuGe erläuterten, unterstützt von den Referenten des Vormittags, Möglichkeiten zum Wasserrückhalt im Bach und im Wald ( Vortrag ). „Herausforderung Klimawandel für Fischfauna“ Andrea Silvestri, 2. Kreisbeigeordnete Kreis Bad Kreuznach, und Christin Jost, Beigeordnete der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach begrüßten die Anwesenden. Den inhaltlichen Part eröffnete Christopher Muhs vom ASV Altenbamberg, mit dem Vortrag der gastgebenden Bachpatenschaft und ihren Schwerpunkten ( Vortrag ). Fischereireferent der SGD Nord, Roland Mauden, befasste sich in seinem Vortrag mit der Hege von Fischbeständen in natürlichen Gewässern unter Bedingungen des fortschreitenden Klimawandels. Seine Empfehlungen galten einer umsichtigen Entwicklung und Befischung des Fischbestandes. Naturverjüngung zeigt sich hier langfristiger und schonender als Besatz. Roland Mauden betonte die Bedeutung der unmittelbaren Bachpatenarbeit am Gewässer: „Sie haben Handlungsmöglichkeiten. Sie können was tun!“ (Vortrag) Sein Kollege Dr. Matthias Brunke aus dem LfU stellte Maßnahmen zur Schaffung von Lebens- und Rückzugsräumen und die Erhöhung der Widerstandskraft der Artengemeinschaften in Fließgewässern vor. Sein Plädoyer galt einer sorgfältigen, angepassten und stets anpassenden Entwicklung der Gewässerstrukturen. Besonderes Augenmerk und Bedeutung verdienten dabei die vertieften Ruhezonen der Kolke. Aus seiner Sicht ist ein langsames, ergebnis- und erfahrungsorientiertes Vorgehen am wirkungsvollsten: „Man fängt klein an, man tastet sich vor und lernt sein Gewässer kennen. Es ist eine Erfahrungswissenschaft.“ ( Vortrag ) Dennis Höning und Kollegen, Bachpaten des Guldenbachs (ASV Guldental), stellten ihre erfolgreichen Maßnahmen vor, die sie gemeinsam mit der Kommune durchgeführt haben, so z.B. den Wiederanschluss eines trockengefallenen Auwalds ( Vortrag ). Nach dem Mittagessen führte die Exkursion an die Alsenz, in die kürzlich mehrere Rauschen eingebaut wurden. Deren Wirkungsweise wurde seitens der Fischereireferenten erläutert.

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Text(
    Editorial,
)

Origins: /Land/Rheinland-Pfalz/LfU

Tags: Traubeneiche ? Speyer ? Bach ? Gewässerökologie ? Waldverlust ? Baum ? Fließgewässer ? Saprobienindex ? Sauerstoff ? Umweltauswirkung ? Gewässerstrukturgütekarte ? Fischfauna ? Gehölz ? Renaturierung ? Waldökosystem ? Starkregen ? Gewässerstruktur ? Internationale Zusammenarbeit ? Artenzusammensetzung ? Ökologische Bewertung ? Fließgeschwindigkeit ? Bioindikator ? Bodenprobe ? Wissenstransfer ? Gewässerqualität ? Umweltbildung ? Baustelle ? Ökosystemforschung ? Standortbewertung ? Großforschungseinrichtung ? Heidelandschaft ? Globale Veränderung ? Hochwasserschutz ? Artenvielfalt ? Klimafolgen ? Kommunalverwaltung ? Nachhaltige Infrastruktur ? Leitfähigkeit ? Ländlicher Raum ? Arbeit ? Umweltschutz ? Landwirtschaftliche Fläche ? Biodiversität ? Forschungskooperation ? Gewässernutzung ? Forschungsprogramm ? Gestein ? Klimawandel ? Biozönose ? Urbaner Raum ? Gewässeruntersuchung ?

Region: Rheinland-Pfalz

Bounding boxes: 6.11235482579604° .. 8.508357430823889° x 48.96657144570153° .. 50.942335092015064°

License: other-closed

Language: Deutsch

Issued: 2025-06-02

Time ranges: 2025-06-02 - 2025-06-02

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