Description: Land unterstützt VG Bitburger Land mit rund 10,7 Millionen Euro aus dem Wiederaufbaufonds – Störstoffe werden aus dem Stausee Bitburg beseitigt „Besonders vor dem Hintergrund des Klimawandels und zunehmender Extremwettereignisse ist es wichtig, dass Kommunen und Verbandsgemeinden sich für die Hochwasservorsorge wappnen. Die Extremwetterereignisse vor rund fünf Jahren haben in erschütternder Weise gezeigt, wie – neben dem unermesslichen menschlichen Leid – auch unsere Infrastruktur durch außergewöhnliche Naturereignisse beeinträchtigt werden kann. Das betrifft auch bauliche Maßnahmen, wie den Stausee Bitburg, der seinen Zweck im Sinne des Hochwasserschutzes erfüllt und viel Leid von der Region abgewendet hat. Es ist wichtig, dass wir die Funktionsfähigkeit des Stausees wieder vollständig herstellen“, sagte Klimaschutzstaatssekretär Michael Hauer anlässlich der Übergabe eines Förderbescheids aus dem Wiederaufbaufonds an die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Bitburger Land, Janine Fischer. Der Stausee Bitburg ist ein zentrales Element des regionalen Hochwasserschutzes. Infolge des Hochwassers im Jahr 2021 war der Stausee nahezu vollgelaufen, es kam hier zu massiven Einträgen von Sedimenten, Treibgut und Unrat. Seither ist die Funktionsfähigkeit des Stausees erheblich beeinträchtigt, weshalb die Störstoffe beseitigt werden müssen. Das Land unterstützt die Verbandsgemeinde Bitburger Land bei der dringend notwendigen Räumung des Stausees mit 10.737.539 Euro aus Mitteln des Wiederaufbaufonds. „So wird die Region nachhaltig und zukunftsorientiert widerstandsfähiger gegenüber künftigen Extremwetterereignissen aufgestellt“, erläuterte Michael Hauer. Vor der vorgesehenen Entsedimentierung ist eine umfassende Räumung des Stausees zwingend erforderlich, um dessen Schutzfunktion dauerhaft zu erhalten. Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass es sich bei den eingetragenen Materialien um belastete Sedimente und Abfälle handelt. Ihre fachgerechte Entsorgung und Verwertung sind technisch anspruchsvoll und mit erheblichen Kosten verbunden. Bürgermeisterin und Zweckverbandsvorsteherin Janine Fischer betonte, dass der Zweckverband Stausee sehr froh über die bewilligte Vollförderung aus dem Wiederbaufonds ist. Der Zweckverband erhält damit die Möglichkeit zur Beseitigung der flutbedingten Schadeinträge aus Störstoffen und Sedimenten. Dies ist die entscheidende Basis für eine umfassende Revitalisierung des Stausees Bitburg, insbesondere einer Wiederherstellung der Hochwasserschutzfunktion des Gewässers, so Fischer. Das Schlüsselthema der Entsedimentierung hat neben dem Hochwasserschutz aber auch direkte Auswirkungen auf die Gewässerökologie und -güte sowie auf die Attraktivität als Ferien- und Naherholungsgebiet. Das bewilligte Vorhaben ist damit ein essentieller Beitrag für ein nachhaltiges Sedimentmanagement am Stausee Bitburg als Basis seiner ökologischen Tragfähigkeit, Hochwasserschutz- und Freizeitfunktion. Der Stausee Bitburg wurde mit seinen Nebenanlagen zwischen 1970 und 1972 erbaut und dient neben dem Hochwasserschutz für den Unterlauf der Prüm auch zur Energiegewinnung durch Wasserkraft und als touristischer Naherholungsort. Im Stausee Bitburg gelangen Sedimente – vor allem solche, die bei Regenereignissen aus den intensiv bewirtschafteten Ackerböden in die Gewässer geschwemmt werden – aus einem Einzugsgebiet der Prüm mit ihren Nebenflüssen von etwa 330km2 zur Ablagerung. In Form von Ton- und Sandpartikeln oder Kies werden diese am Gewässergrund mitgeführt und bei nachlassender Fließgeschwindigkeit im Stausee abgelagert. Die Entsedimentierung muss gewöhnlich etwa alle zehn Jahre durchgeführt werden um den Hochwasserschutz zu gewährleisten. Durch zunehmende sommerliche Starkregenereignisse wird dieser Zeitraum kürzer, weil – wie im Sommer 2021 – große Mengen Sedimente, aber auch große Treibgüter wie Bäume, Wohnwagen und Traktorreifen den Stauraum des Sees blockieren. Die letzte konventionelle Entsedimentierungsmaßnahme am Stausee Bitburg wurde im Jahr 2016 durch Ausbaggern und Transport von rund 40.000m3 Sand, Ton und Kies auf das Zwischenlager durchgeführt. Aufgrund der im Einzugsgebiet natürlich vorkommenden Schwermetalle gelten die Sedimente wegen erhöhter Blei-, Nickel- und Zinkwerte nach neuesten Richtwerten des Bundesbodenschutzgesetzes als belastet. „Ich danke der Verbandsgemeinde Bitburger Land sowie dem Zweckverband Stausee Bitburg ausdrücklich für ihr entschlossenes Handeln und die enge Zusammenarbeit mit den Fachbehörden. Die Umsetzung der hier anstehenden Maßnahmen ist nicht nur kostspielig, sondern erfordert großes Engagement in der Planung, Genehmigung und Umsetzung. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass der Stausee auch künftig seine wichtige Funktion zum Schutz der Menschen und der Umwelt der gesamten Region erfüllen kann“, sagte Michael Hauer.
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Tags: Gewässerökologie ? Stausee ? Fluss ? Baum ? Landesplanung ? Wasserkraft ? Schwermetall ? Hochwasser ? Sand ? Gewässersediment ? Kies ? Zwischenlagerung ? Starkregen ? Bundesbodenschutzgesetz ? Ackerboden ? Hochwasservorsorge ? Naturereignis ? Energiegewinnung ? Entsorgungskosten ? Fließgeschwindigkeit ? Kommune ? Einzugsgebiet ? Gewässergrund ? Hochwasserschutz ? Ökologische Tragfähigkeit ? Regen ? Revitalisierung ? Sediment ? Extremwetter ? Klimawandel ? Richtwert ? Umweltschutz ?
Region: Rheinland-Pfalz
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Language: Deutsch
Issued: 2026-03-06
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