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Untersuchungen zur Struktur und Dynamik der Interstitialbiozönose sandiger limnisch-lenitischer Uferzonen

Description: Problemstellung: Das hyporheische Interstitial im sandigen Litoralbereich des Tegeler See (NW-Berlin) bildet einen funktionell wichtigen Lebensraum, der zur Trinkwassergewinnung durch induzierte Uferfiltration genutzt wird. Um auf Dauer eine hohe Trinkwasserqualität bei beschleunigter Grundwasserneubildung gewährleisten zu können, ist es von entscheidender Bedeutung, die selbstreinigungswirksamen hydrophysikalischen, chemischen und biologischen Prozesse in situ zu charakterisieren. Vorgehensweise: Zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit des oberen Interstitials (0-30 cm) werden die Infiltrationsraten, sowie kleinräumige, vertikale Unterschiede ausgewählter physikochemischer Parameter des Interstitialwassers und des Sedimentes an verschiedenen Standorten des Litorals im saisonalen Verlauf erfasst. Zum Nachweis von Transportprozessen im Interstitial werden fluoreszenzmarkierte Partikel (inerte und organische) eingesetzt. Weitere Untersuchungen dienen der Aufstellung einer Kohlenstoffbilanz. Die Ergebnisse sollen im Kontext der biozönotischen Entwicklungsdynamik (Mikroflora, Meiofauna, Biofilmbildung) diskutiert werden. Ergebnisse: Der obere Sedimenthorizont (bis 30 cm) zeigt insbesondere im Sommer ein Sauerstoffdefizit bis hin zu ausgeprägten anaeroben Zuständen. Das geringe Redoxpotential ist die steuernde Größe der physiko-chemischen Parameter und führt zur Nutzung von Nitrat und weiteren Elektronenakzeptoren. Ein Wechsel von gesättigten zu ungesättigten Bedingungen im Interstitial bewirkt eine Reoxidation der Sedimente. Eine biologische Oxidation von Wasserinhaltsstoffen ist in dieser Tiefe also nur temporär gegeben. Die Infiltrationsraten zeigen standortbedingte Unterschiede und schwanken zwischen 0,7 L/m2 h und 25,7 L/m2 h. Die Permeabilität des oberen Interstitial (bis ca. 10 cm) ist stark eingeschränkt, u. a. erkennbar am hohen Rückhalt von inerten Partikeln in der Größe von Bakterien bei gleichzeitig geringer Filtrationsleistung. Die Kolmation ist v.a. durch biologische Prozesse gesteuert, ca. 50 Prozent des Porenvolumens sind hier allein durch organische Biomasse verfüllt. Der Kohlenstoffmetabolismus, bezogen auf die Abundanz der Algen, ist in den oberen 4 cm des Sedimentes am größten, die DOC-Konzentration im Porenwasser wird weniger durch die Infiltration als durch die Produktion der Algen beeinflusst. Die Fragmentierung von partikulärem organischen Material durch die Meiofauna und Bioturbation ist in den oberen 20 cm und im Winter/Frühjahr am größten.

Types:
SupportProgram

Tags: Berlin ? Tegeler See ? Gelöster organischer Kohlenstoff ? Grundwasserneubildung ? Ufer ? Litoral ? Nitrat ? Anaerobe Bedingungen ? Porenwasser ? Kohlenstoffbilanz ? Auflandung ? Methan ? Photosynthese ? Uferfiltration ? Bakterien ? Kohlendioxid ? Meiofauna ? Populationsdichte ? Trinkwasser ? Trinkwasserqualität ? Wasserqualität ? Mikroorganismen ? Sediment ? Algen ? Grundwasser ? Standortbewertung ? Anthropogener Einfluss ? Sedimentdynamik ? Stofftransport ? Biomasse ? Wassergewinnung ? Biozönose ? Fauna ? See [Binnengewässer] ? Primärproduktion ?

Region: Berlin

License: cc-by-nc-nd/4.0

Language: Deutsch

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Time ranges: 2003-06-01 - 2008-12-31

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