API src

Umweltschadstoffe in Textilien: Risikoabschaetzung der gesundheitlichen Schaedigung der Haut und der Umweltbelastung mittels Biomonitoring mit einem neuen Keratinozytenatmungstest

Description: Berichte in den Medien über eine mögliche Gefährdung der Gesundheit und der Umwelt durch Schadstoffe in Textilien haben die Öffentlichkeit beunruhigt, jedoch sind Kenntnisstand und Prüfmethoden zum tatsächlichen Ausmaß dieser Gefährdung noch unzureichend. Die bisher in der Textilprüfung angewandten Methoden und die hierfür empfohlenen Regelwerke (z.B. Öko-Tex Standard 100) beziehen lediglich chemische Analysen bereits bekannter Schadstoffe ein. Unbekannte Schadstoffe oder schädigende Kombinationswirkungen mehrerer Verbindungen lassen sich so nicht nachweisen und erfordern den Einsatz geeigneter Biotests. Als relevantes biologisches Testobjekt wurden menschliche kultivierte Hautzellen der permanenten Zelllinie HaCaT erprobt. Gemessen wurde die Funktionstüchtigkeit der Zellatmung mittels mikrooxygraphischer Methodik. Die Gegenwart von Schadstoffen in Textilextrakten oder eine potentielle allgemein hautzelltoxische Wirkung definierter chemischer Verbindungen zeigte sich in bestimmten Veränderungen der Atmungsparameter. Die Relevanz des Biotests sollte nachgewiesen werden, damit dieser in der Perspektive durch mittelständige Unternehmen in den Dienstleistungskatalog der Textilprüfung übernommen werden kann. Die Untersuchungen im Keratinozytenatmungstest liefen in zwei parallel bearbeiteten Zielrichtungen: Zum einen wurde eine repräsentative Auswahl von definierten Verbindungen, die in der Textilveredlung eingesetzt wurden oder noch werden, auf eine mögliche zelltoxische Wirkung untersucht. Zum anderen wurden Extrakte von Textilerzeugnissen auf die entsprechende Schadwirkung geprüft. Für die Herstellung der Textilextrakte wurde die Schweißechtheitsprüfung nach DIN 54 020 herangezogen, um damit eine weitgehende methodische Vergleichbarkeit mit den herkömmlichen chemisch-analytischen Textilprüfmethoden zu erzielen. Die Prüfsubstanzen bzw. -extrakte wurden in variierenden Mengen den Testansätzen zugesetzt. Aus den dosisabhängigen Veränderungen der Atmungsparameter konnte eine etwaige zelltoxische Wirkung quantifiziert und hinsichtlich ihrer mechanistischen Natur charakterisiert werden. Die Ergebnisse des Biotests wurden mit chemischen Analysen mittels Gaschromatographie/Mas -senspektroskopie (Zusammenarbeit mit LfU GmbH Berlin und ecb ONLINE Analysentechnik GmbH Schwerin) korreliert, um dadurch festzustellen, ob eine nachgewiesene Zelltoxizität auf einen der bekannten Schadstoffe zurückgeführt werden kann. Ausgewählte als zelltoxisch identifizierte Textilextrakte werden an gesunden freiwilligen Probanden auf eine hautreizende Wirkung untersucht (Zusammenarbeit mit Hautklinik des Universitätsklinikums Charité Berlin). Weitere Untersuchungen dienten dem Vergleich mit anderen Biotests, vor allem mit dem für andere Zielstellungen als Zelltoxizitätstest häufig verwendeten MTT-Test (Zusammenarbeit mit ZEBET des BgVV) sowie dem Leuchtbakterientest und dem Daphnientest, zwei gängigen Tests auf umwelttoxische Wirkungen.

Types:
SupportProgram

Origins: /Bund/UBA/UFORDAT

Tags: Schwerin ? Gesundheitsgefährdung ? Berlin ? Biomonitoring ? Imprägniermittel ? Kombinationswirkung ? Schadstoffwirkung ? Chemische Analyse ? Färberei ? Umweltbelastung ? Umweltchemikalien ? Zytotoxizität ? Daphnientest ? Schädliche Umwelteinwirkung ? Analyseverfahren ? Bestimmungsmethode ? Biotest ? Haut ? Mensch ? Messverfahren ? Prüfverfahren ? Risikoanalyse ? Testsubstanz ? Textilveredelung ? Vergleichsanalyse ? Textilien ? Schadstoff ? Belastungsanalyse ? Nachweisbarkeit ?

Region: Land Berlin

Bounding boxes: 13.41667° .. 13.41667° x 52.5° .. 52.5°

License: cc-by-nc-nd/4.0

Language: Deutsch

Organisations

Time ranges: 1994-04-27 - 1999-05-11

Status

Quality score

Accessed 1 times.