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Eintrag von Pflanzenschutzmitteln über den Pfad Uferfiltration in das Grundwasser: Literaturrecherche und Handlungsempfehlungen

Description: Pflanzenschutzmittel können nach der Anwendung von der Zielfläche in andere Umweltkompartimente transportiert werden. Um mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit zu minimieren, wird ihr Verhalten in der Umwelt im Rahmen des Zulassungsverfahrens bewertet. Uferfiltration beschreibt den Prozess, bei dem Oberflächenwasser in Grundwassersysteme eindringt und dabei gelöste oder partikuläre Stoffe durch den Untergrund transportiert. Die vorliegende Studie zielt darauf ab, den Stand der Forschung zu den Prozessen und Einflussfaktoren der Uferfiltration zu untersuchen, Uferfiltrationsraten für Pflanzenschutzmittelwirkstoffe zu erfassen und das Modell Exposit 3.02 auf seine Eignung hin zu prüfen, den Rückhalt von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen bei der Uferfiltration abzubilden. Auf Basis dieser Analyse werden Empfehlungen für die Integration des Uferfiltrationspfades in das Verfahren der EU-Wirkstoffgenehmigung vorgeschlagen. Während der Passage der Uferfiltration wird die Konzentration von Stoffen im infiltrierenden Wasser durch Prozesse wie physikalische Filtration, Sorption, mikrobiellen Abbau und Verdünnung verringert. Diese Prozesse werden durch Faktoren wie Standortcharakteristika, Untergrundeigenschaften, hydrometeorologische Bedingungen sowie die Eigenschaften der Wirkstoffe beeinflusst. Die hyporheische Zone spielt dabei eine entscheidende Rolle, da sie durch ihre Eigenschaften die Schadstoffretention erhöhen kann. Weitere wichtige Einflussgrößen sind die hydrodynamische Dispersion, die Porosität des Untergrunds sowie auch die Hydrophobie und Polarität der Wirkstoffe. Der Uferfiltration kann vor dem Hintergrund, dass Grundwasser generell eine besonders schützenswerte Ressource ist und dass in Deutschland Rohwasser für die Trinkwasserwasseraufbereitung zu 16 % aus Uferfiltrat gewonnen wird, eine besondere Bedeutung beigemessen werden. Da Stoffe sich auf dieser Untergrundpassage nicht generell vollständig zurückhalten lassen, besteht die Möglichkeit einer Gefährdung des Grundwassers. Die Studien zeigen aufgrund der hohen Variabilität im Studiendesign und beim Forschungsfokus eine große Heterogenität in Bezug auf die Uferfiltrationsraten für die einzelnen Wirkstoffe, aber auch in Bezug auf den Einfluss der verschiedenen Parameter auf die Uferfiltrationsrate. Daher können vorwiegend qualitative Aussagen getroffen werden. Quantitative Aussagen waren vorwiegend auf Laborstudien begrenzt. Eine statistische Auswertung der Daten erwies sich als ungeeignet. Das in Deutschland im Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel verwendete Modell Exposit 3.02 schätzt die Grundwassergefährdung durch Uferfiltration ab. Anhand des Sorptionspotentials, der Halbwertszeit im Boden unter aeroben Bedingungen und der Wasserlöslichkeit des Wirkstoffs, werden Grundwassergefährdungsgruppen für Pflanzenschutzmittelwirkstoffe definiert, denen bestimmte Uferfiltrationsraten (75 %, 90 % und 100 %) zugeordnet sind. Für 13 ausgewählte Wirkstoffe wurden auf Basis von Literaturdaten individuelle Uferfiltrationsraten definiert. Diese Uferfiltrationsraten fließen dann in die Abschätzung der Wirkstoffkonzentrationen nach der Untergrundpassage ein. Der Vergleich dieser Raten mit Daten aus der Literaturrecherche zeigt jedoch zum Teil große Unterschiede. Ferner werden die Untergrundeigenschaften und die Distanz zum Gewässer nicht berücksichtigt. Zur Verbesserung des Exposit-Modells wurde betrachtet, wie der Stoffrückhalt unter Einbeziehung der Untergrundeigenschaften in alternativen Modellen berücksichtigt wird. Ein vereinfachter Ansatz, der auf der Advektions-Dispersions-Gleichung basiert, wurde vorgeschlagen und ein realistisches Worst-Case-Szenario definiert. Die vorliegende Studie empfiehlt die Entwicklung eines standardisierten Ansatzes zur Bestimmung von Uferfiltrationsraten, unterstützt durch eine umfassende Datenbank mit Feldstudien. (Text gekürzt)

Types:
SupportProgram

Tags: Pflanzenschutzmittel ? Aerobe Bedingungen ? Grundwassergefährdung ? Rohwasser ? Deutschland ? Worst-Case-Szenario ? Pflanzenschutzmittelwirkstoff ? Uferfiltrat ? Uferfiltration ? Oberflächenwasser ? Pflanzenschutzmittelanwendung ? Pflanzenschutzmittelzulassung ? Schädliche Umwelteinwirkung ? Biologischer Abbau ? Feldstudie ? Grundwasservorkommen ? Halbwertszeit ? Literaturauswertung ? Sorption ? Statistische Analyse ? Studie ? Zulassungsverfahren ? Grundwasser ? Untergrund ? Handlungsempfehlung ? Datenbank ? Gesundheit ?

Region: Schleswig-Holstein

Bounding boxes: 9.75° .. 9.75° x 54.2° .. 54.2°

License: Creative Commons Namensnennung-keine Bearbeitung-Nichtkommerziell 4.0

Language: Deutsch

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Time ranges: 2023-10-11 - 2024-07-15

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