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Kleinspecht

Description: <p><p>Der Kleinspecht ist die kleinste europäische Spechtart. Ähnlich wie der Mittelspecht bevorzugt er strukturreiche Laubgehölze mit einem hohen Anteil an grobborkigen Altbäumen und/oder stehendem Totholz. Dabei ist er noch stärker auf leicht zu behackende Wirtsbäume (Weichlaubhölzer und abgängiges Totholz) sowie oberflächliche bis rindenbewohnende Beuteinsekten angewiesen. Dabei dringt der Kleinspecht in Eurasien weiter nach Norden und Osten vor als der Mittelspecht und ähnelt in seiner geografischen Verbreitung eher dem Buntspecht. In Mitteleuropa tritt er zumeist als Standvogel auf. Dagegen ziehen Kleinspechte aus der kaltgemäßigten (borealen) Zone zum Überwintern nach Süden. So überwintern norwegische und schwedische Individuen regelmäßig in Dänemark und Norddeutschland.</p>Aussehen<p>Der Kleinspecht gehört zur Unterfamilie der Echten Spechte. Sein Federkleid ähnelt dem anderer „bunter“ Spechtarten — in Rheinland-Pfalz vor allem dem Mittelspecht und dem Buntspecht. Mit einer mittleren Körperlänge von 14-15 cm und einer mittleren Spannweite von 25-27 cm ist der Kleinspecht aber deutlich kleiner.</p><p>Daneben lässt sich der Kleinspecht auch anhand von Farbdetails von anderen „bunten“ Spechten unterscheiden: Der Scheitel ist nur beim Männchen rot, mit schwarzer Einfassung (Mittelspecht: bei beiden Geschlechtern rot ohne schwarze Einfassung; Buntspecht: beim Männchen schwarz bis auf den roten Nackenfleck). Der Scheitel des Kleinspecht-Weibchens ist schwarz mit einem schmutzig weißen Vorderscheitelfleck. Das schwarze Wangenband ist bei beiden Geschlechtern nicht mit dem Scheitel verbunden. Die Brustflanken des Kleinspechts sind gestrichelt, aber feiner als beim Mittelspecht. Eine Rot- oder Rosafärbung des Unterschwanzes fehlt völlig. Die weiße Querbänderung der Flügel setzt sich beim Kleinspecht über den Rücken fort.</p><p>Die Augen des Kleinspechts sind schwarz, die Zehen grau und zygodaktyl, d. h. es zeigen zwei Zehen nach vorne und zwei nach hinten, was das senkrechte Klettern am Stamm erleichtert.</p>Verbreitung<p>Der Kleinspecht bewohnt große Teile des eurasischen Waldgürtels von der kaltgemäßigten (borealen) über die kühlgemäßigte (nemorale) bis in die warmgemäßigte (mediterrane) Zone. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich in östlicher Richtung vom Atlantik (Norwegen, Großbritannien, Portugal) bis zum Pazifik (Kamtschatka, Sachalin, Japan). Nach Süden dringt der Kleinspecht nicht ganz so weit vor wie der Buntspecht, im Südwesten bis zur Nordküste Algeriens, im Südosten bis nach Korea.</p><p>In Rheinland-Pfalz zählt der Kleinspecht mit landesweit 2.400 bis 3.100 Brutpaaren (2017-2022) zu den mittelhäufigen heimischen Vogelarten und ist damit seltener als Bunt- und Mittelspecht. Nichtsdestotrotz gilt sein Bestand als stabil und ungefährdet.</p>Lebensraum<p>Aufgrund seiner Vorliebe für Weichlaubhölzer ist der Kleinspecht besonders in Laubwäldern feuchter bis wechselfeuchter Standorte zu finden, wie Auwäldern, Erlenbrüchen, lindenreichen Schluchtwäldern und totholzreichen Eichen-Hainbuchen-Wäldern. Als Sekundärhabitate werden Parks, Streuobstwiesen und sonstige Kulturlandschaften mit lockerem Baumbestand genutzt, solange passende Nahrungsressourcen und Höhlenbaumöglichkeiten vorhanden sind. In reinen Buchenwäldern ist der Kleinspecht dagegen selten. Auch reine Nadelwälder werden gemieden, bis auf wenige Ausnahmen im Mittelmeerraum. In der borealen Zone bewohnt der Kleinspecht lockere Birken- und Erlenbestände sowie Nadelwälder mit hoher Laubholz-Beimischung. &nbsp;</p><p>In Rheinland-Pfalz ist der Kleinspecht vor allem in den Pfälzer Rheinauen und im Nahegebiet verbreitet. Im Norden des Landes ist er selten.</p>Verhalten<p>Der Kleinspecht ist ein tagaktiver Einzelgänger, der in seinen Höhlen nächtigt. Bei Schlechtwetter hält er dort auch Mittagsschlaf. Draußen ist er agil und lebhaft, wobei er sich hauptsächlich im äußeren Kronenbereich der Bäume bewegt. Flink wie ein Kleiber klettert er an der Unterseite der Äste entlang und sucht dort stochernd nach Beute oder holt sich in kurzen Ausfallflügen Fluginsekten aus der Luft. Längere Strecken legt er im Wellenflug zurück.</p><p>Der Kleinspecht kommuniziert ähnlich wie der Buntspecht vor allem mit kurzen <i>kick</i>- oder <i>tjack</i>-Lauten. Vorrangig im Frühjahr lässt er zudem die Rufreihe <i>kii kii kii kii …</i> ertönen, die an den Ruf des Turmfalken erinnert. Zur Revierbehauptung und Paarbildung trommeln beide Geschlechter und nutzen dazu neben Ästen auch metallische Resonanzkörper künstlicher Natur.</p>Nahrung<p>Der Kleinspecht ernährt sich hauptsächlich von oberflächlichen bis rindenbewohnenden Käfern und deren Larven, außerdem von Blattläusen, Nachtfaltern und deren Raupen, Ameisen, Spinnen und Schnecken, die ggf. auch an holzigen Pflanzenstängeln in Bodennähe erbeutet werden. Pflanzliche Kost spielt bei ihm dagegen kaum eine Rolle. Im Frühjahr werden Baumsäfte aus natürlichen Astwunden oder den Ringelstellen anderer Spechtarten aufgeleckt. Daneben können Beeren, größere reife Früchte oder Koniferensamen als Nahrungsergänzung eine gewisse Rolle spielen. Muss die Nahrung geknackt werden, nutzt der Kleinspecht natürliche Spalten als einfache Schmieden. Selbstgehackte Schmieden baut er sich nicht.</p>Fortpflanzung<p>Der Kleinspecht führt eine territoriale, meist monogame Saisonehe, die über den Winter locker weiterbestehen und im folgenden Frühjahr erneuert werden kann. Allerdings wurden auch verschiedene Formen der Polygamie beobachtet. Die Balz findet zwischen Dezember und März statt und besteht aus gegenseitigem, vom Männchen initiiertem Trommeln zur Kontaktaufnahme und Revierabgrenzung. Ist ein Weibchen angelockt, führt das Männchen einen extravaganten Balzflug auf, gefolgt vom Vorzeigen der von ihm begonnenen Bruthöhle. Wird diese vom Weibchen durch symbolisches Hacken akzeptiert, steht der Kopulation nichts mehr im Wege. Am danach ggf. nötigen Weiterbau der Höhle sind beide Partner beteiligt.</p><p>Der Kleinspecht legt seine Bruthöhlen fast ausschließlich in Bäumen an, die sich bereits in der fortgeschrittenen Zerfallsphase befinden, häufig in Seitenästen, wobei das lediglich rund 3 cm große Einschlupfloch immer nach unten zeigt. Anders als Bunt- und Mittelspecht ist er hinsichtlich der Höhe der Höhle über dem Boden nicht wählerisch. Sie kann von 1 bis über 20 m variieren. Aufgrund des schnellen Verfalls des genutzten Holzes wird jedoch jedes Jahr eine neue Bruthöhle gebaut. Oft ist die Höhle schon kurz nach der Brut nicht mehr bewohnbar, sodass sich der Kleinspecht für den Rest des Jahres separate Schlafhöhlen zimmern muss.</p><p>Mitte April bis Ende Mai erfolgt die Ablage von 4 bis max. 9 weißen Eiern. An Brut und Aufzucht sind beide Eltern beteiligt. Die Jungen schlüpfen nach ca. 11 Tagen, die Nestlingszeit beträgt 20 Tage. Nach dem Ausflug werden die Jungen noch ca. zwei Wochen lang von den Eltern betreut, bisweilen in zwei Gruppen, bevor sich der Familienverband auflöst.</p></p>

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Text(
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Region: Rheinland-Pfalz

Bounding boxes: 6.11235482579604° .. 8.508357430823889° x 48.96657144570153° .. 50.942335092015064°

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