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RENEB: Das Europäische Netzwerk für Biologische und Retrospektive Physikalische Dosimetrie

Description: RENEB: Das Europäische Netzwerk für Biologische und Retrospektive Physikalische Dosimetrie Hintergrund Während der großen radiologischen Notfälle in Tschornobyl und Goiânia erwies sich der Einsatz biodosimetrischer Methoden als wertvolle Unterstützung bei der Dosisrekonstruktion und für die medizinische Versorgung betroffener Personen. Der Nutzen der Zusammenarbeit und der Kapazitätsbündelung von verschiedenen Laboren für biologische Dosimetrie konnte dabei eindrucksvoll demonstriert werden. Diese Erfahrungen unterstrichen die strategische Relevanz einer Vernetzung von Fachkompetenzen. Vernetzung auf europäischer Ebene Um Europa besser auf schwerwiegende radiologische und nukleare Notfälle mit zahlreichen betroffenen Personen vorzubereiten und die bewährten Methoden der biologischen Dosimetrie effizient bereitzustellen, wurde im Jahr 2009 zunächst die Machbarkeitsstudie TENEB ( Towards a European Network of Excellence in Biological Dosimetry , FP7- EURATOM -FISSION 230660) initiiert. Ziel dieser Studie war es, eine Grundlage für ein europäisches Netzwerk im Bereich der biologischen Dosimetrie zu schaffen. Auf den Ergebnissen von TENEB aufbauend, untersuchte das interdisziplinäre Projekt MULTIBIODOSE ( Multi-disciplinary biodosimetric tools to manage high scale radiological casualties , EURATOM FP7-SEC-241536, 2010 – 2013), wie verschiedene biodosimetrische Verfahren an unterschiedliche Szenarien großer Strahlenunfälle angepasst werden können. Zwischen 2012 – 2015 konnte dann im Rahmen eines von der Europäischen Kommission geförderten Projektes das RENEB -Netzwerk ( Realizing the European Network of Biological and Retrospective Physical Dosimetry )- EURATOM FP7 -CA-295513 ) etabliert werden. Um auch nach Beendigung des Projektes das Netzwerk handlungsfähig und aufrecht zu erhalten, erfolgte im Jahr 2017 die Gründung des gemeinnützigen Vereins RENEB e.V. ( Running the European Network of Biological Dosimetry and Retrospective Physical Dosimetry ) nach deutschem Recht. Aufgaben und Ziele RENEB hat die folgenden Aufgaben und Ziele: Ressourcenbündelung bei radiologischen und nuklearen Notfällen: Spezialisierte Labore unterstützen sich gegenseitig. Erhöhung des Probendurchsatzes: Optimierung der Laborprozesse und -kapazitäten. Erweiterung des Methodenspektrums : Einführung neuer biodosimetrischer Verfahren Qualitätssteigerung: Verbesserung und Optimierung der Ergebnisse durch regelmäßig durchgeführte Ringversuche der Partnerlabore und Trainingsmaßnahmen Bereitstellung einer einsatzfähigen Infrastruktur Netzwerkerweiterung: Einbeziehung neuer Partnerlabore und Identifizierung geeigneter neuer Methoden. Anbindung an den internationalen Notfallschutz : Durch die Vernetzung von RENEB mit dem internationalen radiologischen Notfallschutz wird das Netzwerk an das globale Notfall - und Bereitschaftssystem angebunden. Die Grundlagen hierfür wurden durch die Einbindung von Partnerlaboren in das Biodosimetrie-Netzwerk der WHO ( BioDoseNet ) und in RANET der IAEA bereits geschaffen. Nutzen und Ergebnisse der europäischen Vernetzung In RENEB konnten bereits zahlreiche Ergebnisse erreicht werden, die den Nutzen der biologischen Dosimetrie im radiologischen Notfall verbessert. Durch qualitätsgesicherte Ringversuche wurden wesentliche Erkenntnisse für den Einsatz der biologischen Dosimetrie im Notfallschutz gewonnen. Es konnte nachgewiesen werden, dass das vorhandene Methodenspektrum, abgestimmt auf die jeweiligen Eigenschaften der einzelnen Methoden, erfolgreich verwendet werden kann, um Personen in klinisch relevante Gruppen einzuteilen. Dies bietet wertvolle Unterstützung für das medizinische Notfallmanagement bei der Behandlung potenziell exponierter Personen. Insgesamt zeigt sich, dass durch die Anpassung der Auswertemethodik und die damit verbundene Zeitersparnis ein signifikanter Beitrag geleistet werden kann, um Personen ohne tatsächliche Strahlenbelastung (" worried well ") effizient zu identifizieren. Dies entlastet im Ereignisfall das medizinische Management der Krankenhäuser erheblich. Im Zuge der Harmonisierung statistischer Methoden für Dosis- und Unsicherheitsabschätzungen wurde die freizugängliche Software Biodose Tool entwickelt, die eine harmonisierte retrospektive Dosisabschätzung anhand biologischer Marker ermöglicht und als Web-App zur Verfügung steht. Es wurden logistische Abläufe erfolgreich optimiert und vereinheitlicht. Die Bereitstellung von Ausbildungs- und Trainingsangeboten hat die Harmonisierung und Standardisierung der Methodendurchführung weiter verbessert. Rolle des BfS in RENEB Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) koordinierte das Projekt RENEB (2012-2015) und leitete 2017 die Gründung des Vereins RENEB e.V. ein, um RENEB als eigenständigen Partner handlungsfähig zu machen. Derzeit hält das BfS den Vorsitz des Netzwerks und ist für verschiedene Aufgabenbereiche verantwortlich. Partner/ Mitglieder von RENEB RENEB ist ein offenes Netzwerk, in dem neue Mitglieder willkommen sind. Es gibt verschiedene Mitgliederkategorien, genauere Informationen zur Mitgliedschaft sind auf der Internetseite von RENEB zu finden. Derzeit besteht RENEB aus 18 stimmberechtigten Mitgliedern aus 13 europäischen Ländern: ASNR Autorité de sûreté nucléaire et de radioprotection , Frankreich BfS Bundesamt für Strahlenschutz , Deutschland BIR Bundeswehr Institut für Radiobiologie, Deutschland BMC SAS v.v.i. Biomedical Research Center of the Slovak Academy of Sciences , Slovakei CRPR-SU Centre for Radiation Protection Research, Stockholm University , Schweden DSA Norway Radiation and Nuclear Safety Authority , Norwegen IRBA Institut de Recherche Biomédicale des Armée s, Frankreich IST Instituto Superior Técnico/ Campus Tecnológico e Nuclear, Portugal LaFe Servicio de Protección Radiológica. Laboratorio de Dosimetría Biológica, Valencia , Spanien LNL-INFN Laboratori Nazionali Di Legnaro, Italien NCRRP National Center for Radiobiology and Radiation Protection , Bulgarien NCSRD National Centre for Scientific Research "Demokritos", Griechenland SERMAS Madrileno de Salud – Hospital General Universitario Gregorio Maranon , Spanien SURO National Radiation Protection Institute , Tschechische Republik UAB Universitat Autonoma de Barcelona , Spanien UGent Universiteit Gent, Belgien UK Health Security Agency, UKHSA PHE Public Health England , Vereinigtes Königreich UNOB University of Defense, Faculty of Military Health Sciences , Tschechische Republik Zusätzlich sind zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa und Asien assoziierte Mitglieder in RENEB . Stand: 15.04.2026

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Tags: Barcelona ? England ? Stockholm ? Bulgarien ? Griechenland ? Norwegen ? Portugal ? Schweden ? Spanien ? Tschernobyl ? Biopharmazeutikum ? Ringversuch ? Belgien ? Deutschland ? Frankreich ? Vereinigtes Königreich ? Italien ? Tschechische Republik ? Machbarkeitsstudie ? Software ? Strahlenexposition ? Strahlenschutz ? Verfahrensoptimierung ? Krankenhaus ? Statistische Analyse ? Studie ? Öffentliche Gesundheit ? Asien ? Europa ? Standardisierung ?

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Language: Deutsch

Issued: 2026-04-15

Last harvest: 27.04.2026 00:36

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