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Schutzmaßnahmen nach einem Atomunfall

Description: Schutzmaßnahmen nach einem Atomunfall Textfassung des Videos " Schutzmaßnahmen nach einem Atomunfall " Sollte es jemals zu einem radiologischen Notfall kommen, gibt es drei frühe Schutzmaßnahmen, um die Bevölkerung zu schützen. Der Aufenthalt in geschlossenen Gebäuden, die Einnahme von hochdosiertem Jod und die Evakuierung. Wenn radioaktive Stoffe zum Beispiel nach einem Unfall in einem Kernkraftwerk ausgetreten sein sollten, können sie sich als radioaktive Wolke verbreiten. Wir haben das in einem früheren Video ausführlich erklärt. Wir stellen euch den Link in die Videobeschreibung. Wenn man sich in einem geschlossenen Gebäude befindet, wenn die Wolke durchzieht, schirmt das Haus bereits einen großen Teil der Strahlung ab. Alpha- und Betastrahlung werden zu 100 % abgeschirmt. Bei Gammastrahlung kommt es auf das Baumaterial an, Betonwände schirmen bis zu 85 % der Strahlung ab. In Räumen ohne Fenster, wie zum Beispiel im Keller, ist es noch mehr. Außerdem bleiben die Staubpartikel, die mit radioaktiven Stoffen behaftet sind, draußen und können so auch nicht eingeatmet oder verschluckt werden. Vorausgesetzt, Türen und Fenster bleiben geschlossen und Lüftungs- und Klimaanlagen sind ausgeschaltet. Die Einnahme von Jodtabletten dient der sogenannten Jodblockade. Unsere Schilddrüse nimmt Jod auf, lagert es ein und teilweise wird es auch wieder ausgeschieden. Radioaktives Jod-131 kann die Zellen unserer Schilddrüse schädigen und Krebs auslösen. Wenn die Gefahr besteht, dass Menschen radioaktives Jod-131 aufnehmen könnten, kann eine Jodblockade helfen. Dazu nimmt man hochdosiertes, nicht-radioaktives Jod ein, bevor diese Aufnahme mit radioaktivem Jod passieren könnte. Diese Jodtabletten werden speziell für diesen Fall produziert und vorgehalten. Das sind nicht die Tabletten, die man in der Apotheke bekommen kann. Nach der Einnahme ist die Schilddrüse bereits mit dem nicht radioaktiven Jod gesättigt und nimmt nichts mehr auf, wenn der Fall eintreten könnte, dass man radioaktives Jod aufnehmen würde. Nimmt man die Tabletten aber zu früh, wird das Jod bereits wieder ausgeschieden. Eine Einnahme von Jodtabletten ist daher nur in einem kleinen Zeitfenster sinnvoll und schützt auch nur vor den Wirkungen von radioaktivem Jod-131, nicht vor den Wirkungen von anderen radioaktiven Stoffen, die vielleicht freigesetzt worden sein könnten. Da die hochdosierten Jodtabletten außerdem starke Nebenwirkungen haben, dürfen sie wirklich nur eingenommen werden, wenn die Behörden dazu auffordern. Fordern die Behörden Menschen zur Einnahme von Jodtabletten auf, nehmen Menschen bis 45 Jahre die Dosierung, die für ihre Altersgruppe empfohlen wird. Für Menschen über 45 ist das Risiko, das mit der Einnahme verbunden ist, höher als das Krebsrisiko durch Jod-131. Wer keine, also gar keine Schilddrüsemehr hat, braucht auch keine Jodtabletten zu nehmen. Wer eine erfolgreich behandelte fokale Autonomie hat, sollte Jod einnehmen. Die Blockade sollte wirklich nur vorgenommen werden, wenn die Behörden dazu auffordern. Eine Selbstmedikation kann erhebliche gesundheitliche Risiken haben. Die dritte und schärfste Maßnahme ist die Evakuierung. Wie für die anderen beiden Maßnahmen gibt es Dosiswerte, ab denen diese Maßnahme greift. Wenn die Prognose also für einen bestimmten Bereich diese Werte übersteigt und eine Evakuierung von dort noch rechtzeitig möglich ist, werden die Menschen aus diesem Bereich weggebracht. So hohe Werte sind nur bei einem schweren Unfall und nur in einem engen Umkreis um den Unfallort zu erwarten. Wichtig ist auch: Eine Evakuierung birgt Risiken und darf daher auf keinen Fall ungeordnet verlaufen. Daher im Ernstfall: Unbedingt auf die Anweisungen der Katastrophenschutzbehörden warten und nicht auf eigene Faust losfahren. Auf den vorgegebenen Routen bleiben. Personen in Schulen, Kitas, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen werden gemeinsam evakuiert und dürfen nicht einzeln abgeholt werden. Gerade der letzte Punkt ist in einem Ernstfall mit Sicherheit sehr schwer erträglich. In so einer Situation von der Familie getrennt zu sein, möchte man sich gar nicht ausmalen. Aber jedes eigenmächtige Handeln könnte ein Verkehrschaos mit Staus und Unfällen verursachen und dazu führen, dass Menschen in ihren Autos von einer Wolke überrascht werden. Und dort wären sie noch viel schlechter geschützt, als wären sie zu Hause geblieben. Neben den frühen Schutzmaßnahmen gibt es noch viele weitere Maßnahmen, um die Bevölkerung in einem radiologischen Notfall zu schützen. Dazu zählen zum Beispiel auch Maßnahmen für die Landwirtschaft. Denn hier geht es immerhin um die Produktion von Lebensmitteln. Vor dem Durchzug einer radioaktiven Wolke sollten alle Feldfrüchte, die noch geerntet werden können, vom Feld geholt werden. Denn wenn eine radioaktive Wolke durchzieht, können sich die Stoffe auf den Feldfrüchten ablagern, vor allem, wenn es Niederschlag gibt. Besonders gefährdet ist Blattgemüse wie zum Beispiel Spinat. Was rechtzeitig geerntet wurde, kann noch gegessen werden. Vieh sollte vor dem Durchzug einer radioaktiven Wolke in einen geschlossenen Stall gebracht werden. Wenn die Kühe im Stall sind und dort Heu fressen, das noch vor dem Durchzug einer radioaktiven Wolke geerntet wurde, so ist die Milch verwendbar. Nach dem Durchzug der radioaktiven Wolke werden Proben von Feldfrüchten genommen, die nicht mehr rechtzeitig geerntet werden konnten. Auch Milch wird regelmäßig in einem solchen Fall untersucht. Lebens- und Futtermittel, die eine hohe Kontamination mit radioaktiven Stoffenaufweisen, müssen vernichtet werden. Gegebenenfalls müssen auch Teile des Ackerbodens abgetragen werden. Es werden so lange Messungen vorgenommen, bis die Radioaktivität wieder auf einen normalen Wert gesunken ist. Wir als Bundesamt für Strahlenschutz geben in einem Notfall in unserem Lagebild entsprechend der Dosiswerte Empfehlungen für Schutzmaßnahmen aus radiologischer Sicht. Die Entscheidung, welche frühen Schutzmaßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, liegt bei den Katastrophenschutzbehörden vor Ort. Die Entscheidung über Schutzmaßnahmen in der Landwirtschaft liegt beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Bei der Entscheidungsfindung gibt es viele Faktoren zu beachten. Drei wichtige Beispiele sind die Dosis, der Ort und die Zeit. Zur Dosis: Für jede Schutzmaßnahme gibt es Schwellenwerte. Werden diese überschritten, ist diese Maßnahme angezeigt. Faktor Ort: Eine Evakuierung wäre zum Beispiel nur in einem engen Umkreis um eine Unfallstelle sinnvoll. Faktor Zeit: Bleibt noch genügend Zeit, die Ernte einzuholen, ohne das Erntepersonal zu gefährden? Das ist nur vor dem Durchzug einer Wolke möglich. Im nächsten Video zeigen wir euch, was getan werden muss, wenn Personen eider doch radioaktive Stoffe abbekommen haben oder sie in den Körper aufgenommen haben. Bis dahin bleibt dran,abonniert unseren Kanal und bleibt gut geschützt. Stand: 02.02.2026

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Tags: Heu ? Staub ? Baustoff ? Betastrahlung ? Radioaktiver Niederschlag ? Gammastrahlung ? Gesundheitsgefährdung ? Iod ? Iod-131 ? Nebenwirkung ? Vieh ? Feldfrucht ? Radiojod ? Futtermittel ? Gebäude ? Nahrungsproduktion ? Strahlenschutz ? Strahlung ? Krankenhaus ? Ackerboden ? Radioaktivitätsmessung ? Dosis ? Kerntechnischer Unfall ? Krebsrisiko ? Radioaktiver Stoff ? Schule ? Ernährung ? Landwirtschaft ? Schwellenwert ? Apotheke ?

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Language: Deutsch

Issued: 2026-02-02

Last harvest: 10.06.2026 00:32

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