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Nuklearmedizinische Diagnostik

Description: Nuklearmedizinische Diagnostik In der nuklearmedizinischen Diagnostik werden radioaktive Arzneimittel (Radiopharmaka) verabreicht, deren Verteilung im Körper mit speziellen Messgeräten sichtbar gemacht werden. Nuklearmedizinische Untersuchungen liefern insbesondere Informationen über die Funktion von Organen und Geweben. In Deutschland wurden in den Jahren 2021 bis 2023 durchschnittlich etwa 2 Millionen nuklearmedizinische Untersuchungen pro Jahr durchgeführt. Die mittlere effektive Dosis pro nuklearmedizinischer Untersuchung lag bei etwa 2,2 Millisievert ( mSv ). Szintigramm der Schilddrüse Quelle: Technische Universität München, Nuklearmedizinische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar In der nuklearmedizinischen Diagnostik werden Patient*innen radioaktive Arzneimittel (Radiopharmaka) verabreicht. Diese reichern sich je nach ihren pharmakologischen Eigenschaften in unterschiedlicher Konzentration in bestimmten Organen oder Geweben an. Aufgrund ihrer Radioaktivität können sie mit geeigneten Messgeräten von außen nachgewiesen und ihre zeitliche und räumliche Verteilung im Körper sichtbar gemacht werden. Welche Technik wird verwendet? Es werden drei Techniken unterschieden: die konventionelle (planare) Szintigraphie zwei tomographische Verfahren (Schichtbildverfahren): die Single- Photonen -Emissions- Computertomographie ( SPECT ) die Positronen-Emissions-Tomographie ( PET ). Unter dem Begriff „ Szintigraphie “ werden im Folgenden sowohl planare Szintigraphien als auch SPECT -Untersuchungen zusammengefasst. Wann werden Verfahren der nuklearmedizinischen Diagnostik eingesetzt? PET-Bild: Malignes Melanom der Stirn; zwei Weichteilmetastasen rechte Schulter/linke Hüfte Quelle: Technische Universität München, Nuklearmedizinische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar Die nuklearmedizinische Diagnostik ermöglicht die Untersuchung nahezu aller Organsysteme des Menschen. Sie liefert Informationen über die Funktion von Organen und Geweben – sowohl bei allgemeinen Funktionsstörungen (zum Beispiel Nierenfunktionsszintigraphie) als auch beim Nachweis örtlich begrenzter Krankheitsherde (zum Beispiel Entzündungsherde). Die nuklearmedizinische Diagnostik ergänzt die sogenannte morphologische Bildgebung (Darstellung von Form und Struktur der untersuchten Organe und Gewebe), wie sie beispielsweise in der Röntgendiagnostik eingesetzt wird. Wie oft wird die nuklearmedizinische Diagnostik angewendet? Im Laufe der Jahre 2016 bis 2023 nahm die Häufigkeit nuklearmedizinischer Untersuchungen geringfügig ab. In den Jahren 2021 bis 2023 wurden in Deutschland durchschnittlich ca. 2 Millionen Untersuchungen pro Jahr durchgeführt. Dies entspricht einer mittleren jährlichen Anwendungshäufigkeit von etwa 25 Untersuchungen pro 1.000 Einwohner*innen. Die mittlere effektive Dosis pro Einwohner*in und Jahr betrug etwa 0,05 Millisievert ( mSv ). Drei nuklearmedizinische Untersuchungen vorherrschend Sowohl hinsichtlich der Untersuchungshäufigkeit als auch des Beitrags zur kollektiven effektiven Dosis dominieren drei nuklearmedizinische Untersuchungskategorien: Verteilung nuklearmedizinischer Untersuchungen nach Untersuchungskategorie (Deutschland 2023) Schilddrüsenszintigraphien, Skelettszintigraphien Herzszintigraphien (siehe Abbildungen). Bei Abbildung 1 ist zu beachten, dass Herzuntersuchungen in Ruhe und unter Belastung getrennt gezählt wurden, obwohl beide Untersuchungen meist im Rahmen eines gemeinsamen Untersuchungsprotokolls durchgeführt werden (an einem Tag oder über zwei Tage hinweg). Die Häufigkeit von Schilddrüsen- und Skelettszintigraphien nahm zwischen 2016 und 2023 um nahezu 30 % ab, während die von Herzuntersuchungen um etwa 30 % zunahmen. Auch die Häufigkeit von PET -Untersuchungen steigt kontinuierlich an. Die PET wird heute überwiegend zusammen mit einer CT als sogenanntes Hybridverfahren durchgeführt, da sich hier funktionelle und anatomische Bildinformationen ergänzen. Im stationären Bereich erfolgten im Jahr 2023 bereits 90 % aller PET -Untersuchungen mit einem PET / CT -Systems. Mittlere effektive Dosis pro Untersuchung Gemittelt über alle durchgeführten Untersuchungen betrug die mittlere effektive Dosis etwa 2,2 mSv pro Untersuchung (ohne Berücksichtigung der CT bei PET / CT -Untersuchungen). Die am häufigsten angewendete Schilddrüsenszintigraphie weist mit durchschnittlich 0,7 mSv pro Untersuchung eine recht niedrige effektive Dosis auf. Auch die bei Kindern relativ häufig durchgeführten Nierenszintigraphien sind mit durchschnittlich 0,4 mSv pro Untersuchung durch eine niedrige Strahlenexposition gekennzeichnet. Fasst man die Dosis durch Herzuntersuchungen in Ruhe und unter Belastung zusammen, ergibt sich hingegen eine vergleichsweise hohe effektive Dosis von etwa 5 bis 6 mSv pro Untersuchung. Beitrag einzelner Untersuchungskategorien zur kollektiven effektiven Dosis durch nuklearmedizinische Untersuchungen in Deutschland 2023 Einordnung der Strahlenexposition durch die nuklearmedizinische Diagnostik Da nuklearmedizinische Untersuchungen deutlich seltener durchgeführt werden als Röntgenuntersuchungen, ist die durchschnittliche Strahlenexposition der Bevölkerung durch die nuklearmedizinische Diagnostik trotz der höheren effektiven Dosis pro Untersuchung vergleichsweise gering. Stand: 09.06.2026

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Tags: München ? Messgerät ? Äquivalentdosis ? Arzneimittel ? Deutschland ? Isar ? Arzneimittelrecht ? Kind ? Strahlenexposition ? Krankenhaus ? Hautkrebs ? Technik ? Radioaktivität ?

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Language: Deutsch

Issued: 2026-06-09

Last harvest: 30.06.2026 23:57

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