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Sanierungsrahmenplan Tagebau Espenhain

Titel: Braunkohlenplan als Sanierungsrahmenplan für den stillgelegten Tagebau Espenhain Planungsstand: fortgeschriebene Fassung wurde am 25.09.2003 durch das Sächsische Staatsministerium des Innern genehmigt, verbindlich seit 15.04.2004 Inhalt: * Die bergbauliche Sanierung mit Tagebau-Großgeräten (Kippenrückgewinnung und Verkippung des Randschlauches) wurde im Mai 2001 abgeschlossen. Arbeiten an den Nord- und Nordostböschungen von Markkleeberger und Störmthaler See, die Ostböschung der ehemaligen Tagebauausfahrt, die Bereiche Göhrener und Getzelauer Insel sowie am Dammbauwerk zwischen den Restseen bildeten die verbliebenen Handlungsschwerpunkte. * Maßnahmen zur Landschaftsgestaltung konzentrieren sich auf die Nordböschung des am 15.07.2006 in öffentliche Nutzung übergebenen Markkleeberger Sees (Uferpromenade im Bereich Bornaische Straße mit archäologischer Fundstätte), das Dammbauwerk zwischen den Seen (Wildwasserstrecke "Kanu-Park", Gewässerverbund), das Steilufer im Bereich Störmthal-Güldengossa (Erhalt "geologischer" und "ökologischer Fenster) sowie das Umfeld des künftigen Wassersportzentrums Gruna (Regattastrecke, Hafen, Strand). * Schwerpunkte bei der Sanierung von Altlasten bilden die Altablagerungen an der B 2/95 (Schutz des Grundwassers, Fassung und Behandlung von Deponiegasen, niveaugleiche Verfüllung) sowie die industrielle Absetzanlage zur Ascheverspülung im östlichen Teil der Halde Trages (Begrünung, Sukzession). Der Betrieb der Zentraldeponie Cröbern soll so erfolgen, dass Grundwasserschutz (Basisabdichtung) und Sichtschutz (Schutzwaldgürtel) gewährleistet werden. * Im Zuge der Restlochflutung unter Einleitung von Sümpfungswässern aus dem aktiven Bergbau entstehen der 2,5 km² große Markkleeberger See (Flutung 1999-2006) sowie der 7,3 km² große Störmthaler See (2003-2011). Die Vorflutgestaltung schließt einen Verbund zwischen beiden Seen, die Anbindung des Markkleeberg Sees über die Kleine Pleiße an die Pleiße, die Bespannung des Gösel-Altlaufes zwischen Pötzschau und Dreiskau-Muckern sowie die Renaturierung der Pleiße ein. * Die in den Altkippenbereichen etablierte Landwirtschaft verfügt über einen Bestandsschutz (Anlage von Alleen und Flurgehölzen zur Landschaftsaufwertung). Prioritäre Handlungsfelder der Forstwirtschaft bestehen in der Waldmehrung (naturnahe, standort- und funktionsgerechte Aufforstungen mit Schwerpunkt Alt- und Neukippenbereiche) sowie im Umbau von Pappel-Reinbeständen (Altkippen und Halde Trages). * Die Entwicklung von Natur und Landschaft schließt die gezielte Belassung von Sukzessionsflächen mit Beschränkung von Sanierungsmaßnahmen auf den Abbau örtlicher Gefährdungspotenziale (Südufer Markkleeberger See mit Getzelauer Insel, Westufer Störmthaler See mit Göhrener Insel), den Erhalt bestehender Formen und Lebensräume (Erosionsformen Halde Trages, Göselaue, Steilufer Störmthal-Güldengossa) sowie gezielte Vernetzungen mit dem Tagebauumfeld (Oberholz) ein. * Freizeit und Erholung werden sich am Markkleeberger See auf das Nord- und Ostufer (Uferpromenade, Wachauer und Auenhainer Strand, Wildwasserstrecke, Segelstützpunkt) und am Störmthaler See auf das Wassersportzentrum Gruna auf der Magdeborner Halbinsel (Kanuregattastrecke, Segelhafen, Strand) konzentrieren. Beide Seen werden untereinander mit einem auch für Segelboote befahrbaren, mit einer Schleuse versehenen Kanal verknüpft und mittelfristig in einen "Gewässerverbund Region Leipzig" eingebunden. * Das Verkehrsnetz wird mit dem im August 2006 fertig gestellten Neubau der Autobahn A 38, der A 72 (Leipzig-Chemnitz) und der K 7924 (Dreiskau-Muckern - Störmthal) schrittweise ausgebaut. Damit werden neben der Verbesserung der regionalen Verkehrsinfrastruktur Voraussetzungen zur Erschließung der Bergbaufolgelandschaft geschaffen. Bei der Herstellung des Wegenetzes bilden Querungen von Pleiße und B 2/95 im Bereich Gaschwitz/Großdeuben Schwerpunkte. * Die Revitalisierung der bis 1993 vom Abbau bedrohten Ortslage Dreiskau-Muckern (EXPO-Dorf 2000) ist weit fortgeschritten (1993 50, 2001 300 Einwohner). Im Sanierungsgebiet entstanden im Rahmen der Initiative "Kunst statt Kohle" mehrere Landschaftskunstwerke (Butterfly am Südufer des künftigen Störmthaler Sees), die in Zukunft ergänzt werden sollen. Der Dispatcherturm (Magdeborner Halbinsel) und der Aussichtsturm (Rundwanderweg Halde Trages) bieten markante Ausblicke.

LSG Salzatal Gebietsbeschreibung Landschafts- und Nutzungsgeschichte Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Pflanzen- und Tierwelt Entwicklungsziele Exkursionsvorschläge

Das LSG erfasst das Salzatal zwischen Salzmünde und Höhnstedt. Es bildet eine Verbundachse mit dem sich nach Norden anschließenden LSG „Laweketal” sowie mit dem westlich gelegenen LSG „Süßer See”. Es bindet im Westen an das LSG „Saale” an. Seine Grenze greift unter Ausschluss der anliegenden Ortschaften weit auf die Talhänge und angrenzenden Hochflächen über. Zwischen Höhnstedt und Köllme ist das Salzatal in den weichen Buntsandstein der Mansfelder Mulde eingeschnitten und bietet ein wechselvolles Landschaftsbild mit teils steilwandigen, teils flachen Hängen und engen bis breiteren Talböden. Das LSG liegt in der Landschaftseinheit Östliches Harzvorland. Die Salza bildet den natürlichen Abfluss des ehemaligen Salzigen Sees und entwässert die ebene Niederung östlich der Mansfelder Seen. Aufgrund geringer Neigung hat die Salza in der Vergangenheit bei Langenbogen einen breiten Mäander gebildet, der heute von einem ausgedehnten Schilfgebiet eingenommen wird. Ehemalige Absetzbecken der Zuckerfabrik wurden z. T. eingeebnet und sind durch großflächige Staudenfluren bestanden. Die Talsohle des nach Norden orientierten Salzatales verengt sich von 2 500 m im Raum Langenbogen auf 700 m bei Köllme am Rand des Senkungsgebiets. Der Talboden wird überwiegend durch Grünlandflächen bestimmt, nach Norden sind zunehmend auch Ackerflächen vorhanden. Die steilen Hangbereiche im Westen und Osten heben sich markant von der ebenen Talsohle ab. Neben blütenreichen Triften sind Trockengebüsche und einzelne Gehölze vorhanden. Die flacheren Hangpartien werden als Acker genutzt. Um Höhnstedt ist der Wein- und Obstbau mit seinem typischen Kleinrelief landschaftsbildbestimmend. Vor allem zur Obstbaumblüte bieten die Streuobstwiesen und Obstplantagen einen besonderen landschaftlichen Reiz. Die Muschelkalkhänge, die sich von Bennstedt über Köllme bis Benkendorf erstrecken, besitzen durch ihren hohen Anteil von Trocken- und Halbtrockenrasen sowie die zahlreichen, in die Schichtstufe eingeschnittenen Steinbrüche, einen eigenständigen Charakter. Die ältesten Zeugnisse der Anwesenheit des Menschen im LSG fanden sich bei Höhnstedt und stammen aus der Altsteinzeit. Die Jagdbeute des altsteinzeitlichen Menschen bildeten die Wildtiere, wobei dem Mammut große Bedeutung zukam. Reste eines dieser Eiszeitelefanten kamen südöstlich von Höhnstedt im Lösshang des Weinberges zum Vorschein. Die ältesten Ackerbauern der frühen Jungsteinzeit in Sachsen-Anhalt (Linienbandkeramik, Stichbandkeramik, Rössener Kultur) ließen sich im LSG bisher noch nicht nachweisen. Dort setzt die Besiedlung offenbar erst im Lauf der mittleren Jungsteinzeit mit der Salzmünder Kultur ein. Die Bernburger Kultur errichtete östlich der Salza auf der Hochebene über Köllme - und damit bereits außerhalb des LSG - eine Höhensiedlung, während sich ihr Bestattungsplatz unten im Tal auf dem Türkenhügel befunden hat. Bei Müllerdorf fanden sich westlich des Ortes und damit auch außerhalb des LSG an voneinander entfernten Stellen zwei Steinkisten, von denen sich die eine der Glockenbecherkultur zuweisen lässt, während die andere, bereits völlig zerstört und leer vorgefunden, der Schnurkeramik-Kultur angehört haben könnte. Ein Grab der Schnurkeramik-Kultur, das südwestlich von Zappendorf auf dem Hügenberge entdeckt wurde, bestand aus einer hölzernen Kammer und nahm zwei Tote auf. Die bei Höhnstedt befindlichen menhirartigen Steine, es handelt sich um Braunkohlenquarzite, dürften bereits von den jungsteinzeitlichen Ackerbauern aufgestellt worden sein. Ihre Errichtung stand mit dem Ahnenkult in Verbindung. Ihre kultische Verehrung bis in die Neuzeit illustrieren die vielen Nägel, die zur Besiegelung von Verträgen in die Steine eingeschlagen wurden. Ein Exemplar, der sogenannte Butterstein, steht am Rande des LSG südöstlich des Ortes (siehe auch unter LSG „Laweketal“). Bei Müllerdorf bestand eine Siedlung und bei Benkendorf ein Gräberfeld der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur. Siedlungen und Bestattungsplätze der späten Bronzezeit sind bei Zappendorf und Köllme nachgewiesen. Auf dem von der Salza umflossenen Hügel südwestlich von Köllme standen früher Grabhügel. Grubenreihen und Gräben im Tal der Salza südlich von Benkendorf sowie auf der Hochfläche östlich von Köllme deuten auf Parzellengrenzen hin, mit denen die ansässigen Ackerbauern ihre Weide- und Ackerflächen umgrenzten und als ihr Eigentum beanspruchten. Nordöstlich von Langenbogen befand sich die „Alte Burg“, bei der es sich um einen mittelalterlichen Herrensitz handelte. Im Magdeburger Kammeratlas von 1722 sind an dieser Stelle zwei Burghügel als nebeneinanderliegende, ovale Inseln im Mühlenteich an der großen Biegung der Salza eingetragen. Bei der Abtragung stieß man in der Mitte eines Hügels auf den Rest eines runden Turmes. Beim Abfahren von Düngererde entdeckte man zudem eine hübsche Schachfigur in Form eines thronenden Königs, die in Skandinavien geschnitzt wurde und in der Architektur des Thrones maurische Einflüsse verarbeitet. Die Figur spiegelt damit die weitreichenden mediterranen Beziehungen der Normannen wider. 1155 ist ein Adliger mit Namen Friedericus De Langeboie urkundlich bezeugt. Auf einem in den ehemaligen Mühlteich nach Osten vorspringenden Rücken befand sich das mittelalterliche Dorf „Alt-Langenbogen“, das zur Hochfläche hin mit Wall und Graben befestigt war. Von der Dorfstätte liegen Funde aus dem 11. bis 13. Jh. vor. Befestigungen bei Höhnstedt am Rande der Hochfläche und Zappendorf im Salzatal wurden aus der Luft entdeckt und lassen sich bislang nicht datieren. Die Mansfelder Seen haben eine lange und interessante Geschichte, die sich anhand wissenschaftlicher Untersuchungen und historischer Karten und Aufzeichnungen nachvollziehen lässt. Eine von älteren Autoren vielfach genannte Ausdehnung des Salzigen Sees bis in den Raum Langenbogen/Köllme bestand jedoch nicht. Es handelte sich hier um eine lange Reihe von Teichen, die bis 1464 angelegt wurden, deren Anfänge jedoch vermutlich bereits im 12. Jh. bestanden. Erst um das 18. Jh. sind die letzten großen Stauanlagen beseitigt worden. Bis Benkendorf war das Tal ein sumpfiger Bereich, der seit jeher für eine ackerbauliche Nutzung ungeeignet erschien. Bereits vor 1796 wurde mit der Entwässerung des Salzatales begonnen. Der südexponierte Hangbereich des Salzatales stellt seit dem 12. Jh. ein traditionelles Wein- und Obstbaugebiet dar. Charakteristische Elemente sind die Trockenmauern der Weinbergterrassen und die in den Hang gebauten Weinkeller, die das Landschaftsbild noch heute prägen. Die Weinbergbauten des Höhnstedter Raums stellen gegenüber dem Saale-Unstrut-Gebiet eine völlig eigenständige Kategorie dar. Es handelt sich hier nicht um Weinberghäuser, sondern um Weinkeller im Berg. Sie verfügen über alle Merkmale, die ihre Herkunft aus dem früheren Kellerbau deutlich anzeigen, so die gemauerte Tonne, die Erdabdeckung und die Frontgestaltung. Sicherheit gewährleisten dicke Eichentüren und kleine Fenster. In diesen Weinkellern wurden die Trauben nach der Ernte gepresst und auch der Wein im Berg gelagert. Die ältesten Kellerstammen bereits aus dem 18. Jh., die Mehrzahl jedoch aus dem 19. Jh. Im Zusammenhang mit Pflanzungen im LSG „Süßer See” bilden die Bestände auf den Salzahängen um Höhnstedt heute das größte geschlossene Aprikosenanbaugebiet Deutschlands. Der westliche Teil des LSG befindet sich regionalgeologisch am Südrand der Schwittersdorfer Mulde, einer Teilstruktur der Mansfelder Mulde. Der östliche Abschnitt folgt etwa dem Westrand der Nietleben-Bennstedter Mulde, die ebenfalls als Teil der Mansfelder Mulde betrachtet wird. Beide Teilmulden bauen sich aus Sedimentiten des Tafeldeckgebirges vom Zechstein bis zum Muschelkalk auf. Die Muldenstrukturen sind durch den Salzke-Sattel getrennt, der im Untergrund durch die Hornburger Tiefenstörung vorgezeichnet ist. In der Schachtanlage Salzmünde bei Zappendorf ist von 1906 bis 1925 Kalisalz gefördert worden. Bei Köllme zeugen mehrere aufgelassene Kalksteinbrüche vom früheren Abbau des Muschelkalkes. Bis nördlich von Langenbogen hat sich die Salza (früher auch „Salzke“) in Sandsteine des Mittleren Buntsandsteins eingeschnitten. Danach fließt sie in einer Talweitung im Bereich weicher Schluffsteine des Oberen Buntsandsteins bis Köllme, wo sie den Kalkstein des Unteren Muschelkalkes durchbricht. Bis Benkendorf folgt die Salza dann wieder dem Ausstrich des Oberen Buntsandsteins. Von dort bis zur Mündung in die Saale bestehen die Hänge des Salzatales aus Mittlerem Buntsandstein. Das Salzatal bietet insgesamt ein wechselvolles Landschaftsbild mit steilwandigen Hängen und schmaleren Talböden im Bereich des Mittleren Buntsandsteins und Unteren Muschelkalkes sowie flachen Hängen und breiteren Talböden im Oberen Buntsandstein. Zahlreiche Vorkommen von Hauptterrassen-Schottern belegen, dass die Salza (bzw. Weida-Salza) in der Holstein-Warmzeit und in der frühen Saale-Kaltzeit von Esperstedt über Teutschenthal und Köchstedt nach Köllme geflossen ist. Von dort folgte sie ihrem heutigen Tal bis Salzmünde und floss dann entlang des Saaletales nach Wettin. Die Saale nutzt dieses alte Salzatal ab Salzmünde erst, seitdem sie sich am Ende der saalekaltzeitlichen Vergletscherung mit Hilfe von Schmelzwässern ihren Weg durch die Rhyolithe zwischen Halle und Brachwitz gebahnt hatte. Das Salzatal ist mit holozänen Auensedimenten ausgekleidet, die pleistozäne Kiese und Sande überlagern. Örtlich treten Vermoorungen auf. An den Talflanken sind Fließerden verbreitet, die unterhalb der Schichtstufe des Nikolausberges morphologisch deutlich in Erscheinung treten. Nördlich und westlich des Salzatales sind die Hochflächen mit einer Grundmoräne und Schmelzwassersanden/ -kiesen der Saale-Kaltzeit sowie mit weichselkaltzeitlichem Löss bedeckt. Auf der anderen Talseite ist die quartäre Bedeckung weitaus geringmächtiger und lückenhaft. Das Schutzgebiet erfasst die Hänge und denTalboden des Salzatals sowie Teile der umgebenden Hochflächen. Auf den Hochflächen dominieren Tschernoseme und Braunerde Tschernoseme aus Löss. Mit Annäherung an die Talhänge gehen die Tschernoseme in Pararendzinen bzw. Rendzinen über, die in geringmächtigem und teils skeletthaltigem Löss entwickelt sind. An einigen Stellen, wie an den Hammerlöchern bei Langenbogen (Mittlerer Buntsandstein) und bei Köllme (Unterer Muschelkalk), ist der Fels fast ohne Bodenbedeckung. Als Besonderheit in diesem LSG sei auf eine Rigosol-Pararendzina hingewiesen. Dieser Boden ist durch den Weinbau auf Terrassen entstanden. In der Salzaaue finden sich Kolluvisole und Auenböden. Die Substrate dieser Böden wurden durch Abtragung von den seitlichen Hängen in die Aue eingetragen und von der Salza fortgeschwemmt und abgelagert. Je nach ihrer Lage zur Grundwasseroberfläche sind es grundfrische Vegas, grundwasserbeeinflusste Gley-Vegas und grundwasserbestimmte bis grundwasserbeherrschte Gleye. Der Lauf der Salza beginnt als Abfluss des breiten Beckens des ehemaligen Salzigen Sees bei Rollsdorf und nimmt bei Köllme den Würdebach und bei Zappendorf die Laweke als wichtigste Zuflüsse auf. Die Salza ist neben anderen Belastungen durch eine hohe Salzfracht gekennzeichnet. Diese wird zum einen über den Würdebach, zum anderen über Gräben aus dem Haldenfußbereich der großen Kalihalde am Bahnhof Teutschenthal der Salza zugeführt. Das Gebiet des LSG „Salzatal“ liegt im Bereich des kontinental geprägten Binnenlandklimas im Lee des Harzes. Relativ geringe Niederschläge, z. B. 466 mm/Jahr in Salzmünde, und ein ausgeprägtes Niederschlagsmaximumin den Sommermonaten Juni bis August sind hierfür charakteristisch. Die Jahresmittelwerte der Lufttemperatur liegen bei 9 °C. Lokalklimatisch bedeutsam sind die südlich exponierten Hanglagen, die durch ihre trocken-warmen Verhältnisse einen entscheidenden Einfluss auf die Nutzung und die hier siedelnde Pflanzen- und Tierwelt haben. Die Potentiell Natürliche Vegetation des Salzatales setzt sich am Unterlauf ab Langenbogen aus Weich- und Hartholzauenwald, im Mittel- und Oberlauf aus Erlenbruchwald und Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald zusammen. Die sanft ansteigenden Hänge werden von Labkraut-Traubeneichen-Hainbuchenwald eingenommen, der auf steileren, südexponierten Hängen in Wucherblumen-Labkraut-Traubeneichen-Hainbuchenwald übergeht. Die Buntsandsteinhänge werden durch ein verzweigtes System von Hohlwegen und Erosionsschluchten durchzogen. Die Nutzung der Hanglagen als Schaftriften hat sowohl auf den Buntsandstein- als auch auf den Muschelkalkhängen Trocken- und Halbtrockenrasen entstehen lassen, die jedoch aufgrund fehlender Nutzung einer zunehmenden Verbuschung und Ruderalisierung unterliegen. Eine Analyse der aktuellen Verbreitung charakteristischer Arten dieser Vegetationseinheiten zeigt am Beispiel des Haar-Pfriemengrases, dass zum heutigen Zeitpunkt ca. 50 % seiner in historischen Floren aufgeführten Fundorte erloschen sind. Dennoch weist das Salzatal ein enormes Entwicklungspotenzial auf und ist nach wie vor durch einen sehr hohen Artenreichtum gekennzeichnet. So konnten allein für das zwischen den Ortslagen Langenbogen und Köllme im Mai 2003 ausgewiesene NSG „Salzatal bei Langenbogen“ 512 Gefäßpflanzenarten aktuell bestätigt werden. Die Magerrasen werden von Fiederzwenken-Rasen beherrscht. Charakteristische Arten sind neben der Fiederzwenke vor allem Kleiner Odermennig, Kleines Mädesüß, Zypressen-Wolfsmilch und Kleiner Wiesenknopf. Neben diesen stärker verbreiteten Arten sind Graue Skabiose, Dänischer und Stengelloser Tragant, Aufrechter Ziest, Ausdauernder Windsbock und andere gefährdete Arten anzutreffen. Windexponierte Oberhangkanten weisen kleine Vorkommen des Haar-Pfriemengrases auf. Auf flachgründigen Standorten sind auch das Siebenbürger Perlgras und die Karthäuser-Nelke verstärkt zu finden. Am Hangfuß ist ein Übergang zu frischen Glatthaferwiesen mit Wiesen-Salbei, Wiesen-Margerite und Wiesen-Silau vorhanden. Die Muschelkalkstandorte werden von Kalktrockenrasen und -felsfluren, vorwiegend Blaugrasrasen und Blau-Schwingelfluren, bestanden. Charakteristische Arten sind Edel-Gamander, Aufrechte Trespe, Sand-Fingerkraut, Frühblühender Thymian, Golddistel und Gelbe Skabiose. Bemerkenswert sind die Vorkommen von Echter Kugelblume, Pferde-Sesel und Gelbem Zahntrost. Daneben sind Fiederzwenken-Halbtrockenrasen vorhanden. Von großer Bedeutung ist auch die im LSG anzutreffende Ackerwildkrautflora, die durch viele stark gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten vertreten wird. Zu diesen zählen z. B. Schramms Erdrauch, Feld-Klettenkerbel, Ackerröte, Sommer-Adonisröschen und Gelber Günsel. Eine Besonderheit stellen die ausgedehnten Binnensalzstellen im Salzatal westlich Langenbogen dar, die ihre Entstehung auch dem Zufluss von Haldenwässern verdanken. Sie übertreffen hinsichtlich Artenreichtum und Ausprägung die natürlichen Vorkommen in der Region im Bereich Aseleben. Charakteristische Arten sind Flügelsamige Schuppenmiere, Strand-Aster, Strand-Dreizack, Strand-Milchkraut; auch Fuchs-Segge, Salzbunge, Erdbeer-Klee, Salz-Hornklee, Strand-Wegerich, Dickblättriger Gänsefuß, Roggen-Segge und Großes Flohkraut. Besonders bemerkenswert sind Gersten-Segge und Felsen-Beifuß, die im Raum Langenbogen in einem FND ausgebracht wurden. Die naturnahen Waldreste inmitten der geomorphologisch bewegten Landschaft des Gebietes, die Altobst- und Kopfweiden-, linearen und flächigen Gebüsch- und Gehölzbestände mit Acker- und Grünlandflächen sind Verbreitungsschwerpunkte von gefährdeten Tierarten. Brutnachweise für Brachpieper, Grauammer, Ortolan, Bienenfresser, Rebhuhn, Raubwürger, Neuntöter und Sperbergrasmücke liegen für Offen- und Halboffenlandhabitate vor. Die ausgedehnten Wasserflächen im Bereich des Salza-Mäanders besitzen eine hohe Bedeutung als Lebensraum für Wasservögel und als Rastplatz während des Vogelzuges. Als Brutvögel wurden hier Hauben-, Rothals- und Zwergtaucher, Knäkente, Reiherente und Tafelente, Rohrweihe, Wasserralle, Teichralle, Kiebitz, Lachmöwe, Beutelmeise, Schwarz- und Braunkehlchen, Drossel- und Teichrohrsänger festgestellt. Durchzügler im Feuchtgebiet sind verschiedene Entenarten, Große Rohrdommel, Fisch- und Seeadler, Wiesenweihe, Tüpfelralle, Kiebitz, Alpen- und Sichelstrandläufer, Kampfläufer und Bartmeise. Dem hohen avifaunistischen Wert des Salzatals wurde entsprochen, indem die bedeutsamsten Teile als EU-Vogelschutzgebiet gemeldet wurden. Die Fischfauna des Salza-Mäanders ist bisher mit acht Arten belegt. Abgesehen von den aus Besatzmaßnahmen stammenden Karpfen entspricht das Artenspektrum der Fischfauna dem eines nährstoffreichen Flachgewässers ohne Tiefenregion; charakteristische widerstandsfähige und anspruchslose Arten sind Giebel und Schleie. In der fließenden Salza selbst wurden Dreistachliger und Neunstachliger Stichling nachgewiesen. Für die Wirbellosenfauna des LSG liegt inzwischen ein sehr umfangreiches Datenmaterial vor. Aus entomofaunistischer Sicht von besonderer Bedeutung sind die Binnensalzstellen des LSG, welche eine hohe Zahl spezialisierter, salzliebender und -toleranter Arten aufweisen, dabei vor allem unter den Lauf- und Wasserkäfern und den Zweiflüglern zahlreiche stark gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Vertreter. Die Wildbienenfauna hingegen repräsentiert eher die Steppen- und Trockenrasen, wärmegetönte Ruderalfluren und Feuchtlebensräume. Die Funde der äußerst seltenen Sandbienenarten Andrena hypopoliaund A. chrysopyga sind wegen ihrer Vorkommen am Arealrand von großem Interesse. Die Schmalbiene Lasioglossum marginellumprofitiert von dem Angebot an oftmals relativ kleinen Lösssteilwänden, während für den Schutz der Röhricht-Maskenbiene Hylaeus pectoralisder Erhalt von Schilfbeständen von großer Bedeutung ist. Die Erhaltung und Entwicklung der vielfältigen Naturraumausstattung ist Voraussetzung für die Sicherung der reichen Pflanzen- und Tierwelt. Dabei sind die ausgedehnten Schilfflächen als Rastplatz für Wasservögel während des Vogelzuges zu bewahren und konkurrierende Nutzungen, z. B. Angelsport und Jagd, schutzverträglich zu regeln. Die vorrangig zu sichernden und wertgebenden Landlebensräume konzentrieren sich auf die Trocken- und Halbtrockenrasen, Hohlwege, Lösswände, Steinbrüche, Weinberge und Ackerterrassen, Streuobstwiesen und Obstbaumreihen, Kopfweidenbestände, bachbegleitende Baumreihen und Restwälder, das artenreiche Grünland und die Salzwiesenvegetation. Die jüngst begonnenen Instandsetzungsmaßnahmen an verbuschten Trocken- und Halbtrockenrasen sowie Streuobstbeständen im Salzatal zwischen Langenbogen und Köllmemüssen ebenso wie die wiederbelebte Schafbeweidung fortgeführt und deutlich ausgeweitet werden. Nur so ist der langfristige Erhalt dieser Biotope mit ihrer hohen Artenvielfalt sicherzustellen. Auf Teilflächen muss zudem der Ausbreitung standortfremder Gehölze, vor allem der Robinie, durch Rodung derselben Einhalt geboten werden. Auch die Offenhaltung der Salzwiesen, vorzugsweise durch die bislang praktizierte Rinderbeweidung, soll weiterhin gewährleistet werden, um deren Entwertung durch Verschilfung und Verbuschung zu verhindern. Der Erhalt der besonderen Eigenart des Landschaftraumes schließt die Sicherung der traditionellen Nutzung der Hangbereiche als Obst- und Weinbaugebiet mit ihren typischen jahreszeitlichen Aspekten und den Erhalt der typischen Kleinformen wie Obstbauterrassen, Trockenmauern und Weinbergkeller ein. An Ortsrändern sind harmonische Übergänge zwischen Siedlung und Landschaft durch Erhaltung bzw. Anlage von Gehölzen, Gebüschen, Gärten und Staudenfluren zu sichern. Das Gebiet ist ansonsten von Bebauungen frei zu halten und für den sanften, landschaftsbezogenen Tourismus zu erschließen. Für bestimmte sensible Teilbereiche, wie zum Beispiel den Salzamäander östlich Langenbogen, sind jedoch aus Artenschutzgründen Ruhe und Ungestörtheit zu gewährleisten. Langenbogen – Salzmünde Von der Ortslage Langenbogen nach Norden, am Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik vorbei, wird der Hangfuß erreicht. Von hier kann ein kurzer Abstecher in das FND „Hammerlöcher bei Langenbogen“, ein Hohlformensystem im Hangbereich, unternommen werden. Die Wanderung führt dann auf Feldwegen entlang des Hangfußes am westlichen Talrand über Zappendorf und Quillschina bis Salzmünde. Bauliche Denkmale als Zeugen der Kulturgeschichte stellen die Dorfkirchen in den umliegenden Gemeinden dar, deren Kerne aus dem 12. und 13. Jh. datieren, die aber in der Folgezeit mehrfach verändert wurden. Sie beherbergen Schnitzaltäre und andere sakrale Gegenstände aus der Zeit ihrer Entstehung. In Zappendorf steht eine Betsäule von 1518 am Ortseingang. In Salzmünde, einem in früheren Zeiten strategisch wichtigen Ort, sind die Reste einer Burganlage im Gelände noch erkennbar. Die Anlage, die bereits außerhalb des LSG auf einem Bergsporn am Westrand des Saaletales liegt, wurde 1288 erstmals erwähnt und liegt seit 1442 wüst. Langenbogen – Höhnstedt Von der Ortslage Langenbogen nach Norden, an den Flächen der ehemaligen Zuckerfabrik vorbei, verläuft ein Weg entlang des Hangfußes nach Westen. Man hat einen Blick auf die ausgedehnten Flächen der Binnensalzstelle südlich des Salzalaufes und die steilen Hanglagen. Der Weg quert die Verbindungsstraße Langenbogen-Höhnstedt und verläuft dann weiter außerhalb des LSG durch das Rösatal nach Höhnstedt. Höhnstedt stell das Zentrum kultureller Aktivitäten in der Region dar. Hierzu zählen das alljährliche Blütenfest, das im Frühjahr zur Obstblüte stattfindet, sowie das Weinfest Anfang September. In Höhnstedt befindet sich auch ein Demonstrations- und Sortengarten für regionaltypische Obstsorten, insbesondere Aprikosen. veröffentlicht in: Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025

LSG Maibachtal Gebietsbeschreibung Landschafts- und Nutzungsgeschichte Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Pflanzen- und Tierwelt Entwicklungsziele Exkursionsvorschläge

Das Landschaftsschutzgebiet erstreckt sich entlang des Maibaches von der Ortslage Trebnitz nach Westen bis zur Grenze des Landkreises Weißenfels. Es liegt auf der Grenze zwischen den beiden Landschaftseinheiten Lützen-Hohenmölsener Platte und Zeitzer Buntsandsteinplateau. Das Maibachtal besitzt den Charakter eines periglazial überprägten Muldentales mit steilerem Nordhang und einem flach zum Gewässer hin abfallenden Südhang. Besonders die steile Geländestufe des Nordhanges, die von 200 m über NN auf 235 m über NN ansteigt, ist innerhalb der waldfreien und gehölzarmen Agrarlandschaft landschaftsprägend. Die Hangbereiche und Teile des Talgrundes werden durch eine intensive landwirtschaftliche, vorwiegend ackerbauliche Nutzung bestimmt. Typische Grünlandflächen sind nur zwischen den Waldresten im westlichen Teil des LSG und im Randbereich von Oberschwöditz vorhanden. Der Maibach wird abschnittsweise von Baumgruppen und Baumreihen begleitet. Oberschwöditz ist durch Obstgärten, Gärten, Obstbaumreihen und die westlich der Ortschaft gelegene Streuobstwiese gut in die Landschaft eingebunden. Das östliche Umfeld des Talzuges wird durch Braunkohlentagebaue beherrscht, historische Abbaubereiche sind auch innerhalb des LSG vorhanden, diese sind jedoch heute nahezu vollständig von Gehölzen bestanden. Die Lützen-Hohenmölsener Platte gehört zum Altsiedelland und wurde bereits relativ früh entwaldet. Reste blieben nur auf steileren Hanglagen der Bachtäler erhalten. Besonders gravierende Folgen hatte der Braunkohlenabbau, der nach 1870 mit der allgemeinen Industrialisierung einen Aufschwung erlebte. Beginnend vom Rand der Mulde mit geringer Tiefenlage der Flöze setzte der Abbau der Braunkohle ein. Anfänge stammen aus der Mitte des 18. Jahrhundert, als in Form von Bauerngruben im Ausstrichbereich Abbau zur Brennstoffnutzung betrieben wurde. Zwei Mulden im südlichen Teil des LSG deuten auf eine solche Nutzung hin. Tiefbaugruben entstanden im Zeitraum 1855 bis 1920 besonders im Bereich der bitumenreichen Kohlen, die zur Veredlung in Schwelereien und zur Produktion von Mineralöl und Parafin genutzt wurden. Über Tiefbaue unter dem LSG liegen jedoch keine Informationen vor. In der Mitte dieses Jahrhunderts vollzog sich der Übergang zur Förderung im Großtagebau. Östlich des LSG wurden große Landschaftsteile durch den Abbau völlig verändert. Neben Braunkohle wurde auch Kies abgebaut. Altabbaue sind im südlichen Hangbereich des Maibachtales vorhanden, besonders südlich Oberschwöditz. Eine alte, noch offene Kiesgrube und weitere bereits gehölzbewachsene Flächen liegen westlich Oberschwöditz. Seit Beginn dieses Jahrhunderts erfuhren auch die Anbaumethoden in der Landwirtschaft eine Intensivierung. Die Melioration der Bachaue in den 70er Jahren, der Ausbau des Maibachs und die Anlage von Entwässerungsgräben machten eine Umwidmung der Grünlandflächen in Acker möglich. Hinzu trat, wie in weiten Teilen der Lützen-Hohenmölsener Platte, die Beseitigung von Gehölzstrukturen, obwohl das Gebiet bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts schon relativ strukturarm war. Das Maibachtal liegt am südlichen Rand des Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenreviers. Dessen tieferer Untergrund wird durch Schichten des Zechsteins und des Unteren Buntsandsteins gebildet. Eine durch Salzablaugung bedingte Senke bildete das Sedimentationsbecken, in dem sich die zum Tteil bis zu 80 m mächtigen tertiären Schichten ablagerten. Diese werden von pleistozänem und holozänem Lockermaterial überlagert, welches nochmals 25 bis 35 m Mächtigkeit erreicht. Der westliche Rand der Verbreitung der Braukohlenflöze verläuft von Döschwitz nach Teuchern und besitzt nördlich von Hollsteitz einen Ausläufer im Bereich des Maibachtales. Im Maibachtal verläuft damit der Ausstrichbereich der tertiären Sedimentfolgen. Die Böden des zum lößbeeinflußten Ostthüringer Buntsandstein-Hügelland gehörenden Gebietes gliedern sich in zwei sehr unterschiedliche Bereiche, den der Bachaue mit lehmig-schluffigen, grundwasserbestimmten Böden, zum Beispiel Lehm-Gleyen, und den der Talflanken mit Böden aus Löß, vor allem Pararendzinen und Parabraunerden. Die Temperaturen des Gebietes gehören mit 8,5°C im Mittel und 17,0 - 18,0°C im Juli zu den Räumen am Rande des Leegebiets der Mittelgebirge im Übergang zum subkontinentalen Binnenlandklima. Dies unterstreicht auch die Jahresniederschlagssumme von im Mittel 630 mm/Jahr. Die Waldreste der Hänge können dem bodensauren Eichen-Mischwald zugeordnet werden. Vorhandene Bestände im Randbereich werden als Eichen-Hainbuchenwald angesprochen. Hier kommen unter anderem Märzenbecher und Hain-Wachtelweizen vor. In der Bachaue stockt ein kleiner Bestand des Holunder-Ulmenwaldes, der einen reichen Frühjahrsgeophytenaspekt mit Busch-Windröschen aufweist. Als floristische Besonderheit sei das Vorkommen des Zerstreutblütigen Vergißmeinnichts erwähnt. Ein besonders wertvolles Biotop stellt ein isoliert liegender Sandtrockenrasen dar. Er ist den Grasnelken-Schwingel-Rasen zuzuordnen. Kennzeichnende Arten sind Karthäuser-Nelke und Hain-Wachtelweizen. Eingemischt sind auch Arten der basiphilen Halbtrockenrasen, zum Beispiel Fieder-Zwenke. Im Übergang zu den angrenzenden Gehölzen ist auch die Bärenschote zu finden. Das Grünland im Siedlungsrandbereich besitzt den Charakter artenarmer Glatthafer-Wiesen. Magere Frischwiesen oder Naßwiesen sind im Tal nicht mehr vorhanden. Ein Refugium für einzelne Arten der Naßwiesen bilden die Staudensäume des Maibachs. Hier ist ein Restbestand mit Großem Wiesenknopf, Wolligem Honiggras, Echtem Mädesüß, Kuckucks-Lichtnelke, Sumpf-Pippau und Rauhhaariger Segge erhalten. In den meisten Bereichen überwiegen jedoch ruderale Arten, charakteristische Arten der bachbegleitenden Staudenfluren wie Kohl-Kratzdistel, Pestwurz, Beinwell und Bach-Ehrenpreis sind selten. Faunistisch bedeutsam ist der Talzug durch seinen Refugialcharakter. 33 Brutvogelarten wie beispielsweise Sumpfrohrsänger, Baumpieper, Nachtigall, Bachstelze und Mönchsgrasmücke wurden hier nachgewiesen. Hervorzuheben ist die Bedeutung als Jagdgebiet der Wasserfledermaus; ihr Sommerquartier liegt in Oberschwöditz. Der Sandtrockenrasen hat besonders für Falter und andere Insektenarten eine Bedeutung. Hier wurde auch der Schwalbenschwanz beobachtet. Dominieren wird auch weiterhin die landwirtschaftliche Nutzung. Eine nachhaltige Landwirtschaft berücksichtigt dabei die Erfordernisse des Wasser- und Bodenschutzes und des Naturschutzes. Der Grund des Maibachtales sollte wieder vorwiegend als Grünland genutzt werden. Weil das LSG die Funktion eines Refugiums besitzt, sind durch geeignete Strukturen die unterschiedlichen Lebensräume miteinander zu vernetzen. Der Gehölzanteil der Landschaft ist zu erhöhen. Die Anlage von Hecken und blütenreichen Säumen trägt nicht nur zur Biotopvernetzung bei, sondern belebt auch das Landschaftbild. Der Sandmagerrasen ist zu pflegen und durch Pufferzonen zu schützen. Das Gebiet ist durch landwirtschaftliche Wege erschlossen. Ein weiter Blick ergibt sich von der Alten Heerstraße über den gesamten Raum. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025

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Altstandorte des Uranbergbaus

Die Überwachung der anlagenbezogenen Radioaktivität umfasst neben den Standorten der Wismut auch sog. Altstandorte. Diese wurden vor 1960 aus dem Eigentum der Wismut in zumeist kommunales Eigentum entlassen und fallen demzufolge nicht unter das Sanierungsprogramm der Wismut GmbH. Folgende Standorte von ehemaligen Industriellen Absetzanlagen (IAA) werden diesbezüglich im Rahmen eines Monitorings überwacht: Altstandort Zobes (1. Landesmessstelle); Johanngeorgenstadt, Schneckenstein, Dänkritz II, Oberschlema und Hakenkrümme (2. Landesmessstelle) An einigen Altstandorten wird der Radongehalt in der Freiluft überwacht (2. Landesmessstelle).

Landschaftsoekologische und gewaesserkundliche Voruntersuchungen, Konzeption und Planung einer naturnahen Nachreinigungsstufe an der Klaeranlage Ruhbachtal als Pufferzone zwischen Klaeranlage und Naturschutzgebiet

Der Ablauf einer alten kommunalen Klaeranlage fliesst in einen kleine Bach in ein Naturschutzgebiet. Der Ablauf soll zur Qualitaetssteigerung durch ein naturnahes Feuchtgebiet umgeleitet werden. Wie kann dieses naturnahe Feuchtgebiet gestaltet werden? Welche Verbesserung der Wasserqualitaet des Baches ist erreichbar? Wie hoch sind die Kosten?

Erprobung einer ringförmigen Zulaufkonstruktion zur Verbesserung der Sedimentationsleistung von Nachklärbecken mit Senkenströmung am Beispiel der Abwasserreinigungsanlage Niedermittlau

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Vom Rand zum Zentrum durchströmte runde Nachklärbecken haben gegenüber zentrisch beschickten Becken den Vorteil, dass die darin stattfindende beschleunigte Bewegung des Wassers stabiler und weniger störungsanfällig ist. Bei gleichen Beckendimensionen können so bessere Reinigungsleistungen und geringere Gewässerbelastungen erzielt werden. Die Nachklärung der Kläranlage Niedermittlau sollte daher im Projekt so umgebaut werden, dass sich eine um den Beckenumfang gleichmäßige Belastung einstellt. Die Strömungs- und Sedimentationsmuster sollten messtechnisch erfasst und denen zentrisch beschickter Becken gegenübergestellt werden. Ebenso waren die sich ergebenden Abscheide- und Eindickleistungen der Becken mit Senkenströmung unter verschiedenen Randbedingungen zu untersuchen. Fazit: Die in dem Projekt erzielten Ergebnisse zeigen, dass mit der neuartigen Zulaufkonstruktion eine eindeutige Senkenströmung erreicht werden kann. Die umweltrelevanten Auswirkungen dieser Durchströmung - geringere Trübung und damit geringere Feststoffbelastung des Klarablaufs, bessere Schlammeindickung sowie insbesondere die Vermeidung von Schwimmschlamm - sind nachweisbar. Da das Schlammvolumen nur in engen Grenzen schwankte, konnten die Strömungscharakteristika bei unterschiedlicher Lage des Schlammspiegels nicht erarbeitet werden. Überlastversuche mit über das übliche Maß hinausgehenden Oberflächenbeschickungen konnten aufgrund betrieblicher und baulicher Einschränkungen nicht realisiert werden.

Retrospektive Untersuchung des Langzeitverhaltens der Radondämmwirkung von einfachen mineralischen Abdeckungen auf Dammböschungen industrieller Absetzanlagen und auf der Nordhalde am Standort Ronneburg mittels Bleispurmethode

Schwerpunktprogramm (SPP) 527: Bereich Infrastruktur - International Ocean Discovery Program, Teilprojekt: ThermoSill - Die Effekte von lokaler Erwärmung auf die mikrobielle Aktivität in tiefen Sedimenten durch die Ausbreitung von Sills

Die kürzlich beendete IODP Exp. 385 (Guaymas Basin Tectonics and Biosphere, Sept.-Nov. 2019) bohrte acht Stellen im Guaymas Basin, einem jungen Rift Becken im Golf von Kalifornien, das sich durch aktiven Vulkanismus und hohe Ablagerungsraten von organisch reichen Sedimente auszeichnet, bedingt durch die hohe Primärproduktivität im darüber liegenden Wasser, sowie dem starken Eintrag von terrigenen Sedimenten. Die Expedition erbohrte Kerne mit organisch reichen Sedimenten die von vulkanischen Sills unterbrochen werden. Die Mikrobiologie war eines der zentralen Forschungsthemen dieser Expedition. Ein großer Probensatz zur Quantifizierung von Sulfatreduktionsraten, dem quantitativ wichtigsten Elektronenakzeptorprozess in marinen Sedimenten, wurde gesammelt und befindet sich nun am GFZ. Das vorgeschlagene ThermoSill-Projekt wird sich zunächst auf die allgemeinen Eigenschaften der mikrobiellen Sulfatreduktion in diesen Kernen sowie auf die Auswirkungen von Druck und Temperatur konzentrieren. Die Bohrkerne wiesen sehr unterschiedliche geothermische Gradienten von 200 bis über 800 Grad C / km auf, und die an Bord gemessenen geochemischen Daten weisen bereits auf eine große Vielfalt biogeochemischer Prozesse hin. In Tiefseesedimenten, insbesondere solchen, die solche in großer Sedimenttiefe und daher hoher in-situ Temperatur, sind organische Substrate wie kurzkettige organische Säuren im Allgemeinen ein begrenzender Faktor. Da die Sedimente im Guaymas-Becken hydrothermal beeinflusst werden, liefert die thermogene Aufspaltung von makromolekularen organischen Substanzen im Sediment reichlich mikrobielle Substrate. ThermoSill wird untersuchen, ob dieses große Angebot an Substraten zu einem bevorzugten Abbau bestimmter Substrate führt und damit wird damit einen Beitrag zum Verständnis der Prozesse an der oberen Temperaturgrenze des Lebens liefern. Besonderes Augenmerk wird auf die anaerobe Oxidation von Methan gelegt. Im letzten Teil des Projekts wird das Eindringen von Sills in Sedimente und der damit einhergehende Temperaturanstieg im umgebenden Sediment durch Heizexperimente simuliert. Diese Experimente werden von Pyrolyseexperimenten und kinetischen Modellen begleitet, um zu testen, ob eine solche kurzzeitige Erwärmung die mikrobielle Gemeinschaft über geologische Zeitskalen hinweg beeinflussen kann. Das vorgeschlagene Projekt ist direkt relevant für die Ziele der Expedition. Es ist auch eine Ergänzung zu einem laufenden Projekt, das die Auswirkungen von Druck und Temperatur auf die mikrobielle Sulfatreduktion in nicht hydrothermal beeinflussten Sedimenten aus dem Nankai-Trog (IODP. Exp. 370) untersucht.

Probenahme und Bewertung von Schlammteichen der Schwerspataufbereitung

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