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LSG Maibachtal Gebietsbeschreibung Landschafts- und Nutzungsgeschichte Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Pflanzen- und Tierwelt Entwicklungsziele Exkursionsvorschläge

Das Landschaftsschutzgebiet erstreckt sich entlang des Maibaches von der Ortslage Trebnitz nach Westen bis zur Grenze des Landkreises Weißenfels. Es liegt auf der Grenze zwischen den beiden Landschaftseinheiten Lützen-Hohenmölsener Platte und Zeitzer Buntsandsteinplateau. Das Maibachtal besitzt den Charakter eines periglazial überprägten Muldentales mit steilerem Nordhang und einem flach zum Gewässer hin abfallenden Südhang. Besonders die steile Geländestufe des Nordhanges, die von 200 m über NN auf 235 m über NN ansteigt, ist innerhalb der waldfreien und gehölzarmen Agrarlandschaft landschaftsprägend. Die Hangbereiche und Teile des Talgrundes werden durch eine intensive landwirtschaftliche, vorwiegend ackerbauliche Nutzung bestimmt. Typische Grünlandflächen sind nur zwischen den Waldresten im westlichen Teil des LSG und im Randbereich von Oberschwöditz vorhanden. Der Maibach wird abschnittsweise von Baumgruppen und Baumreihen begleitet. Oberschwöditz ist durch Obstgärten, Gärten, Obstbaumreihen und die westlich der Ortschaft gelegene Streuobstwiese gut in die Landschaft eingebunden. Das östliche Umfeld des Talzuges wird durch Braunkohlentagebaue beherrscht, historische Abbaubereiche sind auch innerhalb des LSG vorhanden, diese sind jedoch heute nahezu vollständig von Gehölzen bestanden. Die Lützen-Hohenmölsener Platte gehört zum Altsiedelland und wurde bereits relativ früh entwaldet. Reste blieben nur auf steileren Hanglagen der Bachtäler erhalten. Besonders gravierende Folgen hatte der Braunkohlenabbau, der nach 1870 mit der allgemeinen Industrialisierung einen Aufschwung erlebte. Beginnend vom Rand der Mulde mit geringer Tiefenlage der Flöze setzte der Abbau der Braunkohle ein. Anfänge stammen aus der Mitte des 18. Jahrhundert, als in Form von Bauerngruben im Ausstrichbereich Abbau zur Brennstoffnutzung betrieben wurde. Zwei Mulden im südlichen Teil des LSG deuten auf eine solche Nutzung hin. Tiefbaugruben entstanden im Zeitraum 1855 bis 1920 besonders im Bereich der bitumenreichen Kohlen, die zur Veredlung in Schwelereien und zur Produktion von Mineralöl und Parafin genutzt wurden. Über Tiefbaue unter dem LSG liegen jedoch keine Informationen vor. In der Mitte dieses Jahrhunderts vollzog sich der Übergang zur Förderung im Großtagebau. Östlich des LSG wurden große Landschaftsteile durch den Abbau völlig verändert. Neben Braunkohle wurde auch Kies abgebaut. Altabbaue sind im südlichen Hangbereich des Maibachtales vorhanden, besonders südlich Oberschwöditz. Eine alte, noch offene Kiesgrube und weitere bereits gehölzbewachsene Flächen liegen westlich Oberschwöditz. Seit Beginn dieses Jahrhunderts erfuhren auch die Anbaumethoden in der Landwirtschaft eine Intensivierung. Die Melioration der Bachaue in den 70er Jahren, der Ausbau des Maibachs und die Anlage von Entwässerungsgräben machten eine Umwidmung der Grünlandflächen in Acker möglich. Hinzu trat, wie in weiten Teilen der Lützen-Hohenmölsener Platte, die Beseitigung von Gehölzstrukturen, obwohl das Gebiet bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts schon relativ strukturarm war. Das Maibachtal liegt am südlichen Rand des Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenreviers. Dessen tieferer Untergrund wird durch Schichten des Zechsteins und des Unteren Buntsandsteins gebildet. Eine durch Salzablaugung bedingte Senke bildete das Sedimentationsbecken, in dem sich die zum Tteil bis zu 80 m mächtigen tertiären Schichten ablagerten. Diese werden von pleistozänem und holozänem Lockermaterial überlagert, welches nochmals 25 bis 35 m Mächtigkeit erreicht. Der westliche Rand der Verbreitung der Braukohlenflöze verläuft von Döschwitz nach Teuchern und besitzt nördlich von Hollsteitz einen Ausläufer im Bereich des Maibachtales. Im Maibachtal verläuft damit der Ausstrichbereich der tertiären Sedimentfolgen. Die Böden des zum lößbeeinflußten Ostthüringer Buntsandstein-Hügelland gehörenden Gebietes gliedern sich in zwei sehr unterschiedliche Bereiche, den der Bachaue mit lehmig-schluffigen, grundwasserbestimmten Böden, zum Beispiel Lehm-Gleyen, und den der Talflanken mit Böden aus Löß, vor allem Pararendzinen und Parabraunerden. Die Temperaturen des Gebietes gehören mit 8,5°C im Mittel und 17,0 - 18,0°C im Juli zu den Räumen am Rande des Leegebiets der Mittelgebirge im Übergang zum subkontinentalen Binnenlandklima. Dies unterstreicht auch die Jahresniederschlagssumme von im Mittel 630 mm/Jahr. Die Waldreste der Hänge können dem bodensauren Eichen-Mischwald zugeordnet werden. Vorhandene Bestände im Randbereich werden als Eichen-Hainbuchenwald angesprochen. Hier kommen unter anderem Märzenbecher und Hain-Wachtelweizen vor. In der Bachaue stockt ein kleiner Bestand des Holunder-Ulmenwaldes, der einen reichen Frühjahrsgeophytenaspekt mit Busch-Windröschen aufweist. Als floristische Besonderheit sei das Vorkommen des Zerstreutblütigen Vergißmeinnichts erwähnt. Ein besonders wertvolles Biotop stellt ein isoliert liegender Sandtrockenrasen dar. Er ist den Grasnelken-Schwingel-Rasen zuzuordnen. Kennzeichnende Arten sind Karthäuser-Nelke und Hain-Wachtelweizen. Eingemischt sind auch Arten der basiphilen Halbtrockenrasen, zum Beispiel Fieder-Zwenke. Im Übergang zu den angrenzenden Gehölzen ist auch die Bärenschote zu finden. Das Grünland im Siedlungsrandbereich besitzt den Charakter artenarmer Glatthafer-Wiesen. Magere Frischwiesen oder Naßwiesen sind im Tal nicht mehr vorhanden. Ein Refugium für einzelne Arten der Naßwiesen bilden die Staudensäume des Maibachs. Hier ist ein Restbestand mit Großem Wiesenknopf, Wolligem Honiggras, Echtem Mädesüß, Kuckucks-Lichtnelke, Sumpf-Pippau und Rauhhaariger Segge erhalten. In den meisten Bereichen überwiegen jedoch ruderale Arten, charakteristische Arten der bachbegleitenden Staudenfluren wie Kohl-Kratzdistel, Pestwurz, Beinwell und Bach-Ehrenpreis sind selten. Faunistisch bedeutsam ist der Talzug durch seinen Refugialcharakter. 33 Brutvogelarten wie beispielsweise Sumpfrohrsänger, Baumpieper, Nachtigall, Bachstelze und Mönchsgrasmücke wurden hier nachgewiesen. Hervorzuheben ist die Bedeutung als Jagdgebiet der Wasserfledermaus; ihr Sommerquartier liegt in Oberschwöditz. Der Sandtrockenrasen hat besonders für Falter und andere Insektenarten eine Bedeutung. Hier wurde auch der Schwalbenschwanz beobachtet. Dominieren wird auch weiterhin die landwirtschaftliche Nutzung. Eine nachhaltige Landwirtschaft berücksichtigt dabei die Erfordernisse des Wasser- und Bodenschutzes und des Naturschutzes. Der Grund des Maibachtales sollte wieder vorwiegend als Grünland genutzt werden. Weil das LSG die Funktion eines Refugiums besitzt, sind durch geeignete Strukturen die unterschiedlichen Lebensräume miteinander zu vernetzen. Der Gehölzanteil der Landschaft ist zu erhöhen. Die Anlage von Hecken und blütenreichen Säumen trägt nicht nur zur Biotopvernetzung bei, sondern belebt auch das Landschaftbild. Der Sandmagerrasen ist zu pflegen und durch Pufferzonen zu schützen. Das Gebiet ist durch landwirtschaftliche Wege erschlossen. Ein weiter Blick ergibt sich von der Alten Heerstraße über den gesamten Raum. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025

Erweiterung Kläranlage Fröttstädt, Teilprojekt zur Erschließung des Industriegebietes Waltershausen-Ost/Hörselgau

Der Wasser- und Abwasserzweckverband Gotha und Landkreisgemeinden (WAG) ist Betreiber der vollbiologischen Verbandskläranlage Fröttstädt. Die Abwasserbehandlungsanlage ist auf eine Anschlussgröße von 15.000 Einwohnerwerten begrenzt. Durch die Thüringer Landesregierung wird die Entwicklung einer Industriegroßfläche am Standort Waltershausen Ost/Hörselgau (IG5) forciert. Die geplante Industriegroßfläche befindet sich im Einzugsgebiet der 3 km entfernten Verbandskläranlage Fröttstädt. Die Behandlung des im Bereich des Industriegebietes anfallenden Schmutzwassers ist aufgrund der örtlichen Nähe über die Verbandskläranlage zweckmäßig, jedoch aufgrund des aktuellen Auslastungsgrades nicht möglich. Zur Sicherstellung der Erschließung plant die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) in deren Funktion als Erschließungsträger die Erweiterung der Kläranlage Fröttstädt um 10.000 Einwohnerwerte mit einem finalen Anschlusswert von insgesamt 25.000 Einwohnerwerten im Endausbauzustand. Die Erweiterungsflächen befinden sich am Standort der bestehenden Verbandskläranlage in den Gemarkungen Fröttstädt und Teutleben. Das Erweiterungsvorhaben hat den Neubau eines Belebungsbeckens, je eines Vor- und Nachklärbeckens, eines Faulturms, eines Maschinengebäudes mit Schlammvorlagen, verschiedener Speicheranlagen sowie eines Mess-/Probenahme- und Speicherschachtes zum Gegenstand. Bestandsanlagen wie Sandfang, Phosphat-Fällmittel-Station, Gebläsestation, Betriebsgebäude und Rohrleitungsanlagen sollen umgebaut und erweitert werden. Zusätzlich ist der Ausbau vorhandener Verkehrsflächen, Leitungstrassen sowie die Profilierung des Geländes am Standort vorgesehen. Das gereinigte Schmutzwasser (Klarwasser) soll – wie bisher – dem Vorfluter Hörsel zugeführt werden, die Einleitungsmenge erhöht sich.

Einleiten von Abwasser aus der Kläranlage Moosthenning in den Moosthenninger Bach

Die Gemeinde Moosthenning beantragt die Neuerteilung einer gehobenen wasserrechtlichen Erlaubnis für das Einleiten von Abwasser in den Moosthenninger Bach. Die bestehende Erlaubnis endet am 31.12.2026. Die Gemeinde Moosthenning betreibt die Kläranlage Moosthenning zur Behandlung des kommunalen und gewerblichen Abwassers. Die Jahresschmutzwassermenge ist auf 200.000 m3 festgelegt. Die Kläranlage wurde 1988/1989 als Belebungsanlage mit aerober Schlammstabilisierung errichtet und 2005 auf eine Ausbaugröße von 6.000 EW erweitert. Sie verfügt über zwei parallel betriebene biologische Reinigungsstraßen. Die Bemessung basiert auf einer BSB5-Fracht von 360 kg/d. Die aktuelle Belastung wurde nach DWA-A 198 mit rund 280 kg BSB5/d beziehungsweise etwa 4.665 EW ermittelt. Für den Prognosezustand wurde ein Zuwachs von 15 % angesetzt. Daraus ergibt sich eine künftige Belastung von rund 322 kg BSB5/d beziehungsweise 5.336 EW. Die Anlage bleibt damit der Größenklasse 3 zugeordnet. Das Einzugsgebiet umfasst Bereiche mit Mischwasser- und Trennkanalisation. Die Zuflüsse zur Kläranlage Moosthenning erfolgen von Westen (Dornwang, Unterhollerau) und von Osten (Thürnthenning, Ottering). Die maximale hydraulische Belastung wurde für den Prognosefall mit 59 l/s angesetzt und entspricht damit der heutigen Anlagenbemessung sowie der Schmutzfrachtberechnung. Die Auswertung der Wasserverbräuche und Betriebstagebücher zeigt, dass die hydraulischen und frachtbezogenen Belastungen im Bestand beherrscht werden. Der Fremdwasseranteil wurde für die Jahre 2022 bis 2024 mit rund 20 % berücksichtigt. Die Kläranlage besteht im Wesentlichen aus Zulaufpumpwerk, mechanischer Vorreinigung, Verteilerbauwerk, zwei biologischen Reinigungsstraßen, Nachklärbecken, Rücklauf- und Überschussschlammförderung, chemischer Phosphorelimination sowie Einrichtungen zur Schlammbehandlung. Das Abwasser wird nach der mechanischen Vorreinigung im Verhältnis von rund 30 % auf Biologie 1 und rund 70 % auf Biologie 2 verteilt. Die biologische Reinigung erfolgt als Belebungsverfahren mit intermittierender Denitrifikation und feinblasiger Druckbelüftung. Zusammenfassend ist die Kläranlage Moosthenning im Bestand und im Prognosezustand ausreichend leistungsfähig. Eine bauliche Erweiterung ist nach derzeitigem Stand nicht erforderlich. Wesentlicher Handlungsbedarf besteht bei Prozessleittechnik, sicherheitsrelevanten Einrichtungen der Fällmittelstation, Gebläsetechnik, Dokumentation des Explosionsschutz und der weiteren Prüfung der Gewässerverträglichkeit. Für dieses Vorhaben ist gemäß Ziffer 13.1.3 der Anlage 1 zum UVPG, § 7 Abs. 2 UVPG eine standortbezogene Vorprüfung des Einzelfalles durchzuführen.

Empfehlungen und Richtlinie

Empfehlungen und Richtlinie Die Strahlenschutzkommission hat erste fachlich begründete Empfehlungen zum Umgang mit den Folgen des Uranerzbergbaus nach dessen Stilllegung gegeben, um dringend benötigte behördliche Entscheidungen zu unterstützen. Eine Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung bei bergbaulichen Tätigkeiten findet in den neuen Bundesländern Anwendung bei der Stilllegung und Sanierung von Anlagen und Einrichtungen des Uranerzbergbaus und der Uranerzaufbereitung sowie bei Arbeiten an Halden und industriellen Absetzanlagen und bei der Verwendung darin abgelagerter Materialien. Dem BfS obliegt die zentrale Erfassung der Ergebnisse der Emissions- und Immissionsüberwachung nach der REI Bergbau und die Berichterstattung darüber an das Umweltministerium sowie den Bundestag und Bundesrat. Empfehlungen zum Umgang mit der durch bergbauliche Tätigkeiten verursachten besonderen Strahlenschutzsituation Unmittelbar nach der Stilllegung des Uranerzbergbaus hat die Strahlenschutzkommission ( SSK ) Empfehlungen zum Umgang mit der durch bergbauliche Tätigkeiten verursachten besonderen Strahlenschutzsituation gegeben, die für behördliche Entscheidungen dringend erforderlich waren. Darin formuliert die Strahlenschutzkommission Richtwerte, bei deren Einhaltung davon auszugehen ist, dass Maßnahmen zur Reduzierung der Strahlenexposition nicht erforderlich sind. Bei der Festlegung dieser Richtwerte folgte die Strahlenschutzkommission dem Grundprinzip, dass für Verhältnisse, die unter üblichen Bedingungen auch natürlicherweise auftreten können, Interventionsmaßnahmen aus Gründen des Strahlenschutzes nicht gerechtfertigt sind. Die im Projekt "Radiologische Erfassung, Untersuchung und Bewertung bergbaulicher Altlasten (Altlastenkataster)" angewandten Bewertungskriterien orientieren sich an den SSK -Empfehlungen. Die SSK -Empfehlungen wurden vor allem in den Jahren von 1990 bis 1994 verabschiedet und befassen sich mit dringenden Fragestellungen, die bei der Sanierung der Uranbergbaugebiete auftraten. Dazu gehören Hinweise zur möglichen Nutzung von Halden und bergbaulich beeinflussten Flächen sowie von Wässern, aber auch zur Freigabe von Schrott und Bauschutt und zur Nutzung von kontaminierten Gebäuden im Uranbergbaugebiet. Ergänzend äußerte sich die Strahlenschutzkommission zur Verwendung von Kupferschlacke aus dem Mansfelder Raum. Alle SSK -Empfehlungen sind unter SSK Online als PDF -Dateien verfügbar. Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung Im Zuge der weiteren Sanierung der Regionen des ehemaligen Uranerzbergbaus wurde 1997 eine Vorschrift zur Überwachung dieser Arbeiten verabschiedet: Die Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung bei bergbaulichen Tätigkeiten ( REI Bergbau) findet gemäß § 162 der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) in den neuen Bundesländern Anwendung. Alle Veränderungen im Laufe der Sanierungsarbeiten müssen bei der zuständigen Behörde beantragt werden, die die dabei unvermeidlich entstehenden radioaktiven Ableitungen prüft und genehmigt. Die Emissionsüberwachung und Immissionsüberwachung ermöglicht dann eine Kontrolle der Einhaltung von zulässigen Aktivitätsabgaben und eine Beurteilung der aus diesen Ableitungen radioaktiver Stoffe mit Luft und Wasser und sonstigen Freisetzungen resultierenden Strahlenexposition des Menschen. Dem Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) obliegt die zentrale Erfassung der Ergebnisse der Emissions- und Immissionsüberwachung nach der REI Bergbau und die Berichterstattung darüber an das Umweltministerium sowie den Bundestag und Bundesrat. Stand: 18.03.2026

Landschaftsoekologische und gewaesserkundliche Voruntersuchungen, Konzeption und Planung einer naturnahen Nachreinigungsstufe an der Klaeranlage Ruhbachtal als Pufferzone zwischen Klaeranlage und Naturschutzgebiet

Der Ablauf einer alten kommunalen Klaeranlage fliesst in einen kleine Bach in ein Naturschutzgebiet. Der Ablauf soll zur Qualitaetssteigerung durch ein naturnahes Feuchtgebiet umgeleitet werden. Wie kann dieses naturnahe Feuchtgebiet gestaltet werden? Welche Verbesserung der Wasserqualitaet des Baches ist erreichbar? Wie hoch sind die Kosten?

Erprobung einer ringförmigen Zulaufkonstruktion zur Verbesserung der Sedimentationsleistung von Nachklärbecken mit Senkenströmung am Beispiel der Abwasserreinigungsanlage Niedermittlau

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Vom Rand zum Zentrum durchströmte runde Nachklärbecken haben gegenüber zentrisch beschickten Becken den Vorteil, dass die darin stattfindende beschleunigte Bewegung des Wassers stabiler und weniger störungsanfällig ist. Bei gleichen Beckendimensionen können so bessere Reinigungsleistungen und geringere Gewässerbelastungen erzielt werden. Die Nachklärung der Kläranlage Niedermittlau sollte daher im Projekt so umgebaut werden, dass sich eine um den Beckenumfang gleichmäßige Belastung einstellt. Die Strömungs- und Sedimentationsmuster sollten messtechnisch erfasst und denen zentrisch beschickter Becken gegenübergestellt werden. Ebenso waren die sich ergebenden Abscheide- und Eindickleistungen der Becken mit Senkenströmung unter verschiedenen Randbedingungen zu untersuchen. Fazit: Die in dem Projekt erzielten Ergebnisse zeigen, dass mit der neuartigen Zulaufkonstruktion eine eindeutige Senkenströmung erreicht werden kann. Die umweltrelevanten Auswirkungen dieser Durchströmung - geringere Trübung und damit geringere Feststoffbelastung des Klarablaufs, bessere Schlammeindickung sowie insbesondere die Vermeidung von Schwimmschlamm - sind nachweisbar. Da das Schlammvolumen nur in engen Grenzen schwankte, konnten die Strömungscharakteristika bei unterschiedlicher Lage des Schlammspiegels nicht erarbeitet werden. Überlastversuche mit über das übliche Maß hinausgehenden Oberflächenbeschickungen konnten aufgrund betrieblicher und baulicher Einschränkungen nicht realisiert werden.

Vollzug der Wassergesetze und des UVPG; Gewässerausbau des Bachtelbachs im Bereich „Klingener Weg“ Flst. Nrn. 1752/1, 1753, 1754, 1755, 1791, 1792, 1749, 1749/2, 1751, 1842 der Gemarkung Sankt Mang

Die Stadt Kempten (Allgäu) - Amt für Tiefbau und Verkehr - Kronenstr. 8, 87435 Kempten (All-gäu) beantragte die wasserrechtliche Plangenehmigung für den Ausbau des Bachtelbachs im Bereich der Flst. Nrn. 1752/1, 1753, 1754, 1755, 1791, 1792, 1749, 1749/2, 1751, 1842 der Ge-markung Sankt Mang. Der beantragte Gewässerausbau verfolgt folgenden Zweck: Zweck des Ausbaus ist die Verbesserung der Zulaufqualität in den Bachtelweiher. Er umfasst daher folgende Bereiche: • Einbau eines Absetzbeckens auf dem Flst. Nr. 1749 der Gemarkung Sankt Mang in den Bachtelbach (Beruhigungsbereich mit Bypass) • Aufweitung eines Entwässerungsgrabens auf dem Flst. Nr. 1754 der Gemarkung Sankt Mang Das Vorhaben stellt einen Gewässerausbau dar, für den ein Plangenehmigungsverfahren gem. § 68 des Wasserhaushaltsgesetzes durchzuführen ist.

Anlegen eines Vorklär-/ Sedimentationsbeckens, im Rahmen des Projekts ANK-LK: Klimaresilienter ökologischer Lebensraum im und am Burgwallbacher See für Mensch, Tier und Pflanzenwelt

Die Gemeinde Schönau a.d.Brend, beantragt die Errichtung von zwei Sedimentationsbecken im Gewässerlauf des Weihersbaches (Gewässer III. Ordnung). Das Vorhaben befindet sich südlich des Burgwallbacher Sees auf dem Grundstück Fl.Nr. 844/1 der Gemarkung Burgwallbach und ist ein Teilprojekt der klimaresilienten Umgestaltung des Burgwallbacher Sees. Die neuen Sedimentationsbecken sollen die Nährstoff- und Sedimenteinträge in den Burgwall-bacher See reduzieren. Die Becken sollen strategisch in die bestehenden Strukturen eingebun-den und bei Bedarf ausbaggerungsfähig sein. Das Vorhaben erfüllt den Tatbestand eines Gewässerausbaus nach § 67 Abs. 2 des Wasser-haushaltsgesetzes (WHG). Hierfür ist die Erteilung einer Plangenehmigung bzw. Planfeststel-lung gemäß § 68 Abs. 1 und 2 WHG erforderlich.

Retrospektive Untersuchung des Langzeitverhaltens der Radondämmwirkung von einfachen mineralischen Abdeckungen auf Dammböschungen industrieller Absetzanlagen und auf der Nordhalde am Standort Ronneburg mittels Bleispurmethode

Schwerpunktprogramm (SPP) 527: Bereich Infrastruktur - International Ocean Discovery Program, Teilprojekt: ThermoSill - Die Effekte von lokaler Erwärmung auf die mikrobielle Aktivität in tiefen Sedimenten durch die Ausbreitung von Sills

Die kürzlich beendete IODP Exp. 385 (Guaymas Basin Tectonics and Biosphere, Sept.-Nov. 2019) bohrte acht Stellen im Guaymas Basin, einem jungen Rift Becken im Golf von Kalifornien, das sich durch aktiven Vulkanismus und hohe Ablagerungsraten von organisch reichen Sedimente auszeichnet, bedingt durch die hohe Primärproduktivität im darüber liegenden Wasser, sowie dem starken Eintrag von terrigenen Sedimenten. Die Expedition erbohrte Kerne mit organisch reichen Sedimenten die von vulkanischen Sills unterbrochen werden. Die Mikrobiologie war eines der zentralen Forschungsthemen dieser Expedition. Ein großer Probensatz zur Quantifizierung von Sulfatreduktionsraten, dem quantitativ wichtigsten Elektronenakzeptorprozess in marinen Sedimenten, wurde gesammelt und befindet sich nun am GFZ. Das vorgeschlagene ThermoSill-Projekt wird sich zunächst auf die allgemeinen Eigenschaften der mikrobiellen Sulfatreduktion in diesen Kernen sowie auf die Auswirkungen von Druck und Temperatur konzentrieren. Die Bohrkerne wiesen sehr unterschiedliche geothermische Gradienten von 200 bis über 800 Grad C / km auf, und die an Bord gemessenen geochemischen Daten weisen bereits auf eine große Vielfalt biogeochemischer Prozesse hin. In Tiefseesedimenten, insbesondere solchen, die solche in großer Sedimenttiefe und daher hoher in-situ Temperatur, sind organische Substrate wie kurzkettige organische Säuren im Allgemeinen ein begrenzender Faktor. Da die Sedimente im Guaymas-Becken hydrothermal beeinflusst werden, liefert die thermogene Aufspaltung von makromolekularen organischen Substanzen im Sediment reichlich mikrobielle Substrate. ThermoSill wird untersuchen, ob dieses große Angebot an Substraten zu einem bevorzugten Abbau bestimmter Substrate führt und damit wird damit einen Beitrag zum Verständnis der Prozesse an der oberen Temperaturgrenze des Lebens liefern. Besonderes Augenmerk wird auf die anaerobe Oxidation von Methan gelegt. Im letzten Teil des Projekts wird das Eindringen von Sills in Sedimente und der damit einhergehende Temperaturanstieg im umgebenden Sediment durch Heizexperimente simuliert. Diese Experimente werden von Pyrolyseexperimenten und kinetischen Modellen begleitet, um zu testen, ob eine solche kurzzeitige Erwärmung die mikrobielle Gemeinschaft über geologische Zeitskalen hinweg beeinflussen kann. Das vorgeschlagene Projekt ist direkt relevant für die Ziele der Expedition. Es ist auch eine Ergänzung zu einem laufenden Projekt, das die Auswirkungen von Druck und Temperatur auf die mikrobielle Sulfatreduktion in nicht hydrothermal beeinflussten Sedimenten aus dem Nankai-Trog (IODP. Exp. 370) untersucht.

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