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Wassernutzung privater Haushalte

<p> <p>Im Schnitt nutzt jede Person in Deutschland täglich 126 Liter Trinkwasser im Haushalt. Für die Herstellung von Lebensmitteln, Bekleidung und anderen Bedarfsgütern wird dagegen so viel Wasser verwendet, dass es 7.200 Litern pro Person und Tag entspricht. Ein Großteil dieses indirekt genutzten Wassers wird für die Bewässerung von Obst, Gemüse, Nüssen, Getreide und Baumwolle benötigt.</p> </p><p>Im Schnitt nutzt jede Person in Deutschland täglich 126 Liter Trinkwasser im Haushalt. Für die Herstellung von Lebensmitteln, Bekleidung und anderen Bedarfsgütern wird dagegen so viel Wasser verwendet, dass es 7.200 Litern pro Person und Tag entspricht. Ein Großteil dieses indirekt genutzten Wassers wird für die Bewässerung von Obst, Gemüse, Nüssen, Getreide und Baumwolle benötigt.</p><p> Direkte und indirekte Wassernutzung <p>Jede Person in Deutschland verwendete im Jahr 2022 im Schnitt täglich 126 Liter <a href="http://www.umweltbundesamt.de/daten/wasserwirtschaft/oeffentliche-wasserversorgung">Trinkwasser</a>, etwa für Körperpflege, Kochen, Trinken, Wäschewaschen oder auch das Putzen (siehe Abb. „Trinkwasserverwendung im Haushalt 2023“). Darin ist auch die Verwendung von Trinkwasser im Kleingewerbe zum Beispiel in Metzgereien, Bäckereien und Arztpraxen enthalten. Der überwiegende Anteil des im Haushalt genutzten Trinkwassers wird für Reinigung, Körperpflege und Toilettenspülung verwendet. Nur geringe Anteile nutzen wir tatsächlich zum Trinken und für die Zubereitung von Lebensmitteln.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/2_abb_trinkwasserverwendung-hh_2024-09-10.png"> </a> <strong> Trinkwasserverwendung im Haushalt 2023 </strong> Quelle: Umweltbundesamt und Statistisches Bundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_abb_trinkwasserverwendung-hh_2024-09-10.pdf">Diagramm als PDF (53,22 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_abb_trinkwasserverwendung-hh_2024-09-10.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (44,41 kB)</a></li> </ul> </p><p> <p>Die tägliche Trinkwassernutzung im Haushalt und Kleingewerbe ging von 144 Liter pro Kopf und Tag im Jahr 1991 lange Jahre zurück bis auf täglich 123 Liter pro Kopf im Jahr 2016. 2019 wurden von im Schnitt täglich 128 Liter pro Person verbraucht, 2022 waren es 126 Liter. Der Anstieg im Vergleich zu 2016 begründet sich durch den höheren Wasserbedarf in den jeweils heißen und trockenen Sommermonaten (siehe Abb. „Tägliche Wasserverwendung pro Kopf“).</p> <p>Doch wir nutzen Wasser nicht nur direkt als Trinkwasser. In Lebensmitteln, Kleidungstücken und anderen Produkten ist indirekt Wasser enthalten, das für ihre industrielle Herstellung eingesetzt wurde oder für die Bewässerung während der landwirtschaftlichen Erzeugung. Dieses Wasser wird als virtuelles Wasser bezeichnet. Virtuelles Wasser zeigt an, wie viel Wasser für die Herstellung von Produkten benötigt wurde.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/3_abb_wasserverwendung-pro-kopf_2024-09-10.png"> </a> <strong> Tägliche Wasserverwendung pro Kopf </strong> Quelle: Statistisches Bundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_abb_wasserverwendung-pro-kopf_2024-09-10.pdf">Diagramm als PDF (44,46 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_abb_wasserverwendung-pro-kopf_2024-09-10.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (26,41 kB)</a></li> </ul> </p><p> Deutschlands Wasserfußabdruck <p>Das virtuelle Wasser ist Teil des <a href="http://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-bewirtschaften/wasserfussabdruck">„Wasserfußabdrucks“</a>, der die direkt und indirekt verbrauchte Wassermenge einer Person, eines Unternehmens oder Landes angibt. Das Besondere des Konzepts ist, dass die Wassermenge, die in den Herstellungsregionen für die Produktion eingesetzt, verdunstet oder verschmutzt wird, mit dem Konsum dieser Waren im In- und Ausland in Verbindung gebracht wird. Der Wasserfußabdruck macht deutlich, dass sich unser Konsum auf die Wasserressourcen weltweit auswirkt. Der durch Konsum verursachte, kurz konsuminduzierte Wasserfußabdruck eines Landes, wird auf folgende Weise berechnet; in den Klammern werden die Werte des Jahres 2021 für Deutschland in Milliarden Kubikmetern (Mrd. m³) ausgewiesen:</p> <p><strong>Nutzung heimischer Wasservorkommen – Export virtuellen Wassers (= 30,66 Mrd. m³)&nbsp;+ Import virtuellen Wassers (188,34 Mrd. m³) = konsuminduzierter Wasserfußabdruck (219 Mrd. m³)</strong></p> <p>Bei einem Wasserfußabdruck von 219 Milliarden Kubikmetern hinterlässt jede Person in Deutschland durch ihren Konsum einen Wasserfußabdruck von rund 2.628 Kubikmetern jährlich – das sind 7,2 Kubikmeter oder 7.200 Liter täglich. 86 % des Wassers, das man für die Herstellung der in Deutschland konsumierten Waren benötigt, wird im Ausland verbraucht. Für Kleidung sind es sogar nahezu 100 %.</p> </p><p> Grünes, blaues und graues Wasser <p>Beim Wasserfußabdruck wird zwischen „grünem“, „blauem“ und „grauem“ Wasser unterschieden. Als „grün“ gilt natürlich vorkommendes Boden- und Regenwasser, welches Pflanzen aufnehmen und verdunsten. Als „blau“ wird Wasser bezeichnet, das aus Grund- und Oberflächengewässern entnommen wird, um Produkte wie Textilien herzustellen oder Felder und Plantagen zu bewässern. Vor allem Agrarprodukte haben einen großen Anteil am blauen Wasserfußabdruck von Deutschland (siehe Abb. „Sektoren mit den höchsten Beiträgen blauen Wassers zum Wasserfußabdruck von Deutschland“). Der graue Wasserfußabdruck veranschaulicht die Verunreinigung von Süßwasser durch die Herstellung eines Produkts. Er ist definiert als die Menge an Süßwasser, die erforderlich ist, um Gewässerverunreinigungen so weit zu verdünnen, dass die Wasserqualität die gesetzlichen oder vereinbarten Anforderungen einhält.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/4_abb_sektoren-hoechste-beitraege-blaues-wasser_2022-10-14.png"> </a> <strong> Sektoren mit den höchsten Beiträgen blauen Wassers zum Wasserfußabdruck Deutschland </strong> Quelle: Umweltbundesamt und Statistisches Bundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/4_abb_sektoren-hoechste-beitraege-blaues-wasser_2022-10-14.pdf">Diagramm als PDF (34,56 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/4_abb_sektoren-hoechste-beitraege-blaues-wasser_2022-10-14.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (25,94 kB)</a></li> </ul> </p><p> <p>Bei den nach Deutschland eingeführten Agrarrohstoffen und Baumwollerzeugnissen sind die Anteile an grünem, blauem und grauem Wasser auch bei gleichen Produkten je nach Herkunft unterschiedlich hoch:</p> <ul> <li>Für ein Kilogramm Kartoffeln aus Deutschland werden 119 Liter Wasser benötigt. Davon ist mit 84 Litern der größte Teil grünes Wasser. Für die gleiche Menge an Kartoffeln aus Israel werden 203 Liter eingesetzt. Davon sind 103 Liter blaues und 56 Liter graues Wasser. Für Kartoffeln aus Ägypten werden 418 Liter benötigt. Mit 278 Litern blauem und 118 Litern grauem Wasser steckt damit im Vergleich zu israelischen Kartoffeln sogar noch das Zweieinhalbfache blauen und grauen Wassers in ihnen. Daher ist der Kauf dieser Kartoffeln am problematischsten.</li> <li>Obwohl in Usbekistan für den Anbau der Baumwolle mit 13.160 Litern pro Kilogramm weniger Wasser benötigt wird als in Afrika, wo man für dieselbe Menge Baumwolle 22.583 Liter pro Kilogramm einsetzt, ist der Anbau in einem regenreichen afrikanischen Land wie Mosambik weniger problematisch: Mit 22.411 Litern an grünem Wasser und 172 Litern an grauem Wasser sind die Auswirkungen für den Anbau von einem Kilogramm Baumwolle weniger gravierend als in Usbekistan mit nur 203 Litern grünem Wasser. Dort werden 12.943 Liter des verwendeten Wassers als problematisch eingeschätzt, weil mit 11.126 Litern der Großteil des Bewässerungswassers dazu beiträgt, dass die geringen Wasserressourcen des Landes durch den Baumwollanbau bedroht sind. Außerdem verursacht ein Anteil von 1.817 Litern grauem Wasser am Wasserfußabdruck von einem Kilogramm Baumwolle aus Usbekistan eine beträchtliche Verschmutzung.</li> </ul> <p>Bei der Entnahme von blauem Wasser zur Bewässerung von Plantagen kann es zu ökologischen Schäden und lokalen Nutzungskonflikten kommen. Ein bekanntes Beispiel ist der Aralsee: Der einst viertgrößte Binnensee der Erde war im Jahr 1960 mit einer Fläche von 67.500 Quadratkilometern nur etwas kleiner als Bayern. Heute bedeckt er aufgrund gigantischer Wasserentnahmen für den Anbau von Baumwolle und Weizen nur noch etwa 10 % seiner ehemaligen Fläche. Bis 2014 verlor er 95 % seines Wasservolumens bei einem gleichzeitigen Anstieg des Salzgehalts um das Tausendfache. Auch in weiteren Gebieten auf der ganzen Welt trägt der Konsum in Deutschland dazu bei, dass deren Belastbarkeit überschritten wird (siehe Karte „Hotspots des Blauwasserverbrauchs mit Überschreitung der Belastbarkeitsgrenzen durch Konsum in Deutschland“).</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3630/bilder/5_karte_hotspots-blauwasserverbr_2022-10-14.jpg"> </a> <strong> Karte: Hotspots des Blauwasserverbrauchs mit Überschreitung der Belastbarkeitsgrenzen durch Konsum </strong> Quelle: Umweltbundesamt und Statistisches Bundesamt </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Förderung nachhaltigen Grundwassermanagements für landwirtschaftliche Nutzung in ländlichen Gebieten Karakalpakstans, Usbekistan

Förderung nachhaltigen Grundwassermanagements für landwirtschaftliche Nutzung in ländlichen Gebieten Karakalpakstans, Usbekistan, Teilprojekt : Grundwassermanagement und Projektkoordinierung

Wird der Große Aralsee meromiktisch? Verfolgung der laufenden Veränderungen im physikalischen und biogeochemischen Regime des weltweit dynamischsten Gewässerökosystems

Der anthropogene Wassernutzung und der Klimawandel können drastische negative Auswirkungen auf die Ökosysteme der Seen haben. Das auffälligste Beispiel für die Fragilität der Binnengewässer ist die 'ökologische Katastrophe des Jahrhunderts' vom Aralsee. Die Folgen der Austrocknung des Aralsees sind bis heute nicht vollständig geschätzt. Eine neue Erkenntnis des Projektteams, die für die geplante Studie von zentraler Bedeutung ist, war die Entdeckung der meromiktischen (permanenten) Schichtung, die sich im größten verbleibenden Meeresbecken, dem Großen Aral, zu entwickeln begann. Unsere Beobachtungen im Zeitraum 2015-2018 weisen darauf hin, dass der See sich in einer Übergangsphase der 'Meromiktisierung' befindet, die durch die Wasserregulierung in den einströmenden Flüssen und durch klimabedingte Änderungen des regionalen Wasserhaushalts beschleunigt wird. Ein solcher Übergang deutet auf akute Änderungen im biogeochemischen Regime hin. Einige von ihnen, beispielsweise ein rascher Anstieg der Methankonzentration im See, wurde vom Projektteam bereits registriert. Um die Mechanismen der Meromiktisierung zu quantifizieren und ihre Auswirkungen auf die regionalen Skalen zu bewerten, schlagen wir vor, eine Reihe von Feldforschungsmethoden, wie Überwachung des Schichtens und des Sauerstoffregimes, direkte Schätzungen der mikrobiellen Aktivität, Methankonzentration und Emissionen sowie turbulenter Stoffübertragung über die Wassersäule, stabile Isotopenuntersuchungen des Wasserhaushaltes anzuwenden, ergänzt durch Modellierung und Daten aus Fernerkundung. Die gegenwärtige Situation im Großen Aral ermöglicht es, beispiellose Veränderungen des Ökosystems des Sees zu verfolgen, die durch die größten Bedrohungen für die Binnengewässer der Welt verursacht wurden: der zunehmende Wasserverbrauch und die klimabedingte Veränderung des Wasserbudgets. Eine zeitnahe und detaillierte Untersuchung der Transformationen im Ökosystem vom Großen Aral würde somit zu einem 'Worst-Case' -Szenario für andere große abflusslosen Seen in Trockengebieten darstellen, die von denselben anthropogenen Treibern bedroht sind. Als Ergebnis dieses Projekts wird eine Quantifizierung des derzeitigen Mischungsregimes im Großen Aral sowie eine Einschätzung der zukünftigen Tendenz beim saisonalen bis mehrjährigen Mischungsverhältnissen und deren Auswirkungen auf Biogeochemie, insbesondere Methanproduktion und Biodiversität, erwartet.

Development of methods to rehabilitate degraded riparian forest ecosystems in the Aral Sea Basin`s river plains and deltas

Within the project methods for the rehabilitation of degraded riparian forests along the Syrdarya river (Kazakhstan) will be worked out. Promising shrub and tree species will be surveyed due to their suitability for afforestation along the river bed. As a base line the degraded river plains along Syrdarya river will be mapped and suitable areas for water resource management via afforestation within the riverbed will be determined. In addition nursery gardens will be organized, as well as model areas for the rehabilitation of river plain forests as a functioning ecosystem. In the nursery garden for a fast propagation of indigenous shrub and tree will be worked out. This will lead to a deeper understanding of the desertification taking place along the river beds of Syrdarya and help to protect and restore habitat for wild plant and animal species as well as drinking water resources for living in the river plains. (The project belongs to 'INTAS CALLS for the Aral Sea 2000'; homepage: www.intas.be.

Assessment of snow and ice resources in the source area of Syrdarja River basin and their response to possible climate change

This project has an interdisciplinary character. It will offer reliable information on the past, present and the future snow-ice resources as the component of renewable water resources both of the Syrdarja River basin and the entire Aral Sea basin for research, design and administrative organization of the countries of this region. A stategy is required to close the gap in knowledge about the future development of the conditions in the zone of formation of renewable water resources. It will be the basis for an estimation of the prognostic situation in the region and development of water supply strategy in the basin of the Aral Sea. In particular, the role of glaciers in maintaining reliable wateryields of this mountanuous region is evaluated.

FP4-INCO, Abschaetzung der erneuerbaren Grund- und Oberflaechenwasservorraete und des Einflusses der wirtschaftlichen Aktivitaeten auf den Oberflaechenabfluss im Flussbecken des Ili, Republik Kasachstan

Das Projekt beschäftigte sich mit dem Wasserhaushalt im Einzugsgebiet des Ili-Flusses und dessen Veränderungen durch die wirtschaftliche Tätigkeit des Menschen. Der Ili kommt aus dem Westteil der chinesischen Provinz Xinyang (Uigurien) und durchfließt den Südosten Kasachstans bis zum Balchaschsee. Er wird durch Hochgebirgsabflußregime des Nördlichen Tienschans und des Dschungarischen Alataus gespeist. Auf seinem Weg nach Westen und Nordwesten zum Balchaschsee verläuft er überwiegend durch semiaride Klimabedingungen , um am Balchaschsee im Bereich vollarider Klimabedingungen zu münden. Seine Wassermenge ist ausreichend, um auch in trockenen Jahren den Balchaschsee zu erreichen, jedoch nicht, um seine zunehmende Versalzung zu verhindern. Insbesondere der Kaptschagei-stausee reduziert seine Wassermenge beträchtlich, jedoch verhindern die Idealen geologischen Bedingungen an den Gebirgsrändern des Tienschan und des Dschungarischen-Alatau, dass größere Wassermassen verdunstet werden, wie dies im Bereich der Einzugsgebiete des Aralsees der Fall ist. Große Wassermassen werden überwiegend in den tertiären und quartären Sedimenten der Gebirgsvorländer transportiert, so dass ausreichende Wassermengen auch in trockenen Jahren den Fluss speisen können. Im Abschlußbericht wurden die einzelnen Faktoren der Wasserbilanzierung des Gesamteinzugsgebietes, wie Evaporation, Abflußmenge, Niederschläge differenziert nach fester und flüssiger Form in den einzelne Höhenstufen, Wasservorratsänderung durch Rücklage und Aufbrauch quantitativ beschrieben. Eine Unterteilung erfolgte jeweils in kasachische und chinesische Einzugsgebiete und in die oberirdischen und unterirdischen Abflußmengen. Die zur Verfügung stehenden Wassermengen wurden dabei auch qualitativ als artesische und mineralische Gründwässer beschrieben. Ein spezielles Kapitel beschäftigt sich mit den Folgewirkungen des exzessiven Oberflächenabflusses im Tienschan, sowohl in historischen Zeiträumen als auch in der Gegenwart, woraus auch Rückschlüsse auf die Klimaveränderungen in den letzten etwa 1000 Jahren gezogen wurden. Weitere Kapitel bilanzierten großmassstäbig den Wasserhaushalt in den Haupteinzugsgebieten der mit Abstand größten Stadt im Ili-Einzugsgebiet Almaty und das Wasserrückhaltevermögen der Periglazials, insbesondere der Blockgletscher, sowie der Gebirgs- und Vorlandlösse. Die zunehmenden Gefährdung durch auftauenden Permafrost als Folge der Klimaerwärmung wird in einer Karte der rezenten Oberflächendynamik dokumentiert. Abschließend wird die anthropogene Beeinflussung der Wasserqualität beschrieben. Hauptauftragnehmer: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg, Institut für Geographie, Naturwissenschaftliche Fakultät III; Erlangen; Germany.

Östliche Becken des Aralsee ist vollständig ausgetrocknet

Satellitenaufnahmen der NASA vom 19. August 2014 zeigen, dass der östliche Teil des Aralsees in Zentralasien zum ersten Mal seit dem Mittelalter vollständig ausgetrocknet ist. Die Aufnahme vom 19. August 2014 zeigt eine Sandwüste im Osten des Sees. Vor 14 Jahren dagegen, am 25. August 2000, war noch eine große Wasserfläche zu sehen. Besonders ernüchternd ist der Vergleich mit der ungefähren Küstenlinie von 1960, die in beiden Bildern ebenfalls eingezeichnet ist. Der Bau des Kokaral-Dammes (2005) zwischen dem Kleinen und Großen Aralsee in Kasachstan gibt Hoffnung auf eine mögliche langfristige Rettung. Der Kleine Aralsee wurde wieder nutzbar für Fischerei und Bewässerung. Um den gesamten Aralsee wiederherzustellen, müsste der See 60 bis 70 km3 Wasser per Jahr erhalten. Aktuell liefert der Fluss Syrdarja 6 km3, doch das komplette Wasser des Amudarja wird zur Bewässerung verwendet.

Wasserverfügbarkeit in Zentralasien - Gesellschaftliche Vulnerabilität gegenüber Änderungen des Abflussbeitrags von Gletscher- und Schneeschmelze in zentralasiatischen Flüssen (GlaSCA), Composite project: Pilot Study - Water Availability in Central Asia - Societal Vulnerability to Changing Glacier and Snowmelt Runoff Contributions to Central Asian Rivers (GlaSCA)

The main rivers of Central Asia such as the Amudarya and Syrdarya provide the livelihoods of the people living in the semi-arid region of Central Asia. They originate in the Central Asian high mountains where glacier and snow melt contribute substantially to runoff generation. The economies of the riparian states rely heavily upon the use of the river water, mainly for irrigated agriculture and for hydropower generation. This makes them vulnerable to changes in river runoff regimes. Global climate change and the observed shrinkage of glaciers in the Tien Shan and Pamir raise the question about the spatio-temporal variability in glacier and snowmelt contribution to river runoff and potential changes in the runoff components. The GlaSCA project aims at establishing an inter-disciplinary research consortium uniting German and Central Asian scientists which will (1) address the quantification of the glacier and snow-melt contribution to river runoff in the region and (2) assess the societal vulnerability to changes in runoff amount and seasonal distribution. The project will foster the existing and develop new collaborations among partners and beyond aiming at developing future research activities and proposals for the quantification of water availability and societal vulnerability in Central Asian countries. For the GlaSCA pilot study we will focus on the partly glacierised but easily accessible and well-monitored catchment of the Ala-Archa River (283 km2) located on the northern slopes of the Kyrgyz Range near Bishkek (Kyrgyzstan). We will estimate the contributions of glacier melt, snowmelt, groundwater and rainfall to river runoff and investigate their temporal and spatial variability using the analysis of stable isotopes and hydrometric measurements. In a subsequent modelling exercise, we aim at validating and improving already existing hydrological models with the newly gained data and at understanding the processes which govern the glacier and snowmelt contribution to river runoff. The adequacy of process representation in the hydrological models will be investigated in order to put confidence in the future large-scale model applications. In addition, we will analyse the vulnerability of down-stream communities, including different economic sectors and societal groups, to changes in water availability and in the variability of glacier and snowmelt contribution. Based on this knowledge, preliminary societal vulnerability indices will be derived, that can be applied for the assessment of global change impact on water resources in Central Asian countries. (abridged text)

CAWa - Regionales Forschungsnetzwerk 'Wasser in Zentralasien' Phase III 2015

In Zentralasien ist Wasser ist knapp und wertvoll, aber ungleich verteilt unter den verschiedenen Ländern der Region. Das Ziel des Projekts 'Wasser in Zentralasien' (www.cawa-project.net) ist die Schaffung einer wissenschaftlichen und technischen (Geo-)Datengrundlage für ein nachhaltiges Wassermanagement auf länderübergreifender Ebene. Es werden sowohl die Wasserverfügbarkeit als auch der Wasserverbrauch für verschiedene Klimaänderungsszenarien untersucht. Das Projekt wird im Rahmen des 'Berliner Prozesses' vom Auswärtigen Amt bis Ende 2017 gefördert. Das Projekt wird vom Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) koordiniert. Weitere Partner sind u.a. das Zentrum für Luft- und Raumfahrt Oberpfaffenhofen (DLR), das Zentralasiatische Scientific Information Center of the Interstate Coordination Water Commission (SIC ICWC) in Usbekistan, das Regionale Umweltzentrum für Zentralasien (CAREC) in Kasachstan, der Usbekische Khorezm Rural Advisory Support Service (KRASS) und das Zentralasiatische Institut für Angewandte Geowissenschaften (ZAIAG) in Kirgistan. Am Lehrstuhl für Fernerkundung werden seit 2009 im Rahmen des Arbeitspakets 'Fernerkundungsprodukte und Datenintegration Parameter für die hydrologische Modellierung aus Fernerkundungsdaten abgeleitet sowie ein Monitoringsystem für die Bewässerungslandwirtschaft erarbeitet. Räumliche Schwerpunkte der Arbeiten liegen zum einen in den Oberlaufregionen des Araleinzugsgebietes und in den Unterlaufregionen in den Bewässerungsgebieten des Amu Darya Deltas sowie dem Fergana-Tal (Usbekistan). In den Bewässerungsgebieten wird aufbauend auf den jährlich abgeleiteten Landnutzungs- und -bedeckungskarten der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche und der Anteil der wichtigsten Anbaufrüchte für den Zeitraum ab 2001 ermittelt. Als Datengrundlage dienen einerseits hochaufgelöste Daten wie Landsat (30m Auflösung) und die des neuen RapidEye-Sensors (6m) sowie für die großflächige Kartierung MODIS-Daten (250m). Die interaktive Webkarten-Anwendung 'Water Use Efficiency Monitor for Central Asia' (WUEMoCA) steht im Mittelpunkt des CAWa-Arbeitspakets 'Online Tool for Monitoring of Land Use and Water Efficiency' während der 3. Phase des CAWa-Projektes (Laufzeit 2015 bis 2017). Dieses Online-Tool ist für die regionale Einschätzung der Wassernutzungseffizienz in den umfangreichen Bewässerungssystemen des grenzüberschreitenden Aralsee-Beckens konzipiert. Das erste Ziel ist es, die räumliche Verteilung und zeitliche Entwicklung der Ernteerträge der wichtigsten Nutzpflanzen, d.h. Baumwolle, Reis und Weizen zu zeigen, basierend auf frei zugänglichen Satellitenbildern (MODIS 250m) und meteorologischen Daten. Diese Ergebnisse werden auf verschiedenen Verwaltungsebenen zusammengefasst (Rayone = Bezirke, Oblaste = Provinzen). (Text gekürzt)

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