Bei einigen Anlagen der Holzwerkstoffindustrie wurde in den letzten Jahren ein Anstieg der Geruchsemissionswerte nachgewiesen. Gleichzeitig konnte jedoch eine verminderte Beschwerdesituation im Umfeld der Anlage festgestellt werden, was eher auf eine reduzierte Geruchsimmissionsbelastung hinweist. Das Forschungsvorhaben soll dazu beitragen, diesen scheinbaren Widerspruch zwischen den Geruchsemissionen und -immissionen aufzuklären. Hierfür wurden an einer repräsentativen Anlage die Geruchsemissionen und -immissionen olfaktorisch ermittelt, mittels Geruchsimmissionsprognose einander gegenübergestellt und diskutiert, ob ein Abgleich unter den vorliegenden Randbedingen möglich ist.
Emissionen von Deponiegasen koennen in der Umgebung zu Geruchsbelaestigungen fuehren. Die klassische Methode zur Beurteilung von Geruchsimmissionen ist die Olfaktometrie. Bei Vorliegen mehrerer Quellen von Geruechen genuegt es aber nicht, nur die gesamte Geruchsintensitaet zu bestimmen, vielmehr muessen zusaetzlich auch die Beitraege der einzelnen Quellen quantifiziert werden. Da eine solche Bestimmung mit der Olfaktometrie nicht moeglich ist, wird zur Bestimmung der Anteile einzelner Emittenten an Geruchsimmissionen die SF6-Tracermethode in Ergaenzung zu olfaktometrischen Messungen eingesetzt. Mit Hilfe der Tracermethode koennen anlagenspezifische Immissionswerte der Geruchsstoffe ermittelt werden. Unter Zuhilfenahme von Grenzwerten fuer die Riechbarkeit von Stoffen koennen diese Werte mit olfatometrischen Messungen verglichen werden, um festzustellen, ob zur Verursachung bestimmter Geruchswahrnehmungen ausser der betreffenden Anlage noch weitere Emittenten beitragen. Fuer die Messungen wird das Tracergas an einer groesseren Anzahl von repraesentativ ueber die Deponieoberflaeche verteilten Punkten freigesetzt. In der Umgebung der Deponie werden 15 automatische, programmierbare Luftprobensammler positioniert. Die Tracerkonzentrationen in den Luftproben werden mittels Gaschromatographie gemessen. An der Abfallbehandlungsanlage Gasseldorf, die als Deponie fuer den Bezirk Judenberg dient, wird die Tracermethode eingesetzt, um zu ueberpruefen, ob die erteilten Auflagen hinsichtlich der Geruchsimmissionen in der Umgebung eingehalten werden.