Antrag auf Information betreffend die Planung für einen Windpark Gau Odernheim Richtung Framersheim Albig
Die vier Teilgebiete des LSG befinden sich in der strukturreichen Ackerlandschaft nördlich, nordöstlich und südlich von Zerbst. Ein Teilgebiet erstreckt sich zwischen den Orten Steckby, Kermen, Pakendorf, Wertlau und Steutz unmittelbar an der Grenze zum Elbetal. Ein kleineres Teilgebiet liegt im beginnenden Übergang zum Burger und Roßlau-Wittenberger Vorfläming im Osten des Landkreises zwischen den Ortschaften Lindau, Deetz und Kerchau. Auch das kleinere Teilgebiet Dalchau im nördlichen Kreisgebiet liegt am Übergang vom Zerbster Ackerland zum Burger Vorfläming. Das größte der vier Teilgebiete befindet sich im Zentrum des Zerbster Ackerlandes zwischen den Ortschaften Lübs, Gehrden, Güterglück, Schora, Moritz, Strinum, Zernitz und Buhlendorf. Die Teilgebiete des LSG sind weite, mit wenigen Gehölzen durchsetzte, intensiv genutzte Ackerlandschaften. Das flachwellige Gelände liegt in einer Höhe von 60 bis 90 m über NN, der höchste Punkt erreicht auf den Leitzkauer Höhen 116 m über NN. Einige geringe Erhöhungen, wie die Trappenberge bei Ladeburg, die südlichen Ausläufer der Leitzkauer Höhen oder der Mühlenberg nahe Steckby schaffen Abwechslung in der Weite der Landschaft. Unterschiedlich große Ackerschläge sind durch einzelne markante Altbäume, durch Gräben mit Gebüschen und Gehölzen, kleine Ruderal- oder Hochstaudenfluren, auch kleine Trockenrasenbereiche oder durch ein kleines Kieferngehölz im südlichen Teilgebiet aufgelockert. Das zentrale Gebiet wird bei Schora durch die B 184 von Südost nach Nordwest sowie von der Bahnlinie Berlin-Güsten von Ost nach West durchschnitten. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung im Zerbster Land gehen in die Mittelsteinzeit zurück. Aufgesucht wurden die hochwasserfreien Terrassen des Elbe-Urstromtales. Ackerbau wurde in dieser Zeit noch nicht betrieben. Der Mensch lebte vom Jagen und Fischen und vom Sammeln. Die ältesten Ackerbauern der Linienbandkeramikkultur nahmen hauptsächlich die Schwarzerdeböden in Kultur, sind aber auch im Zerbster Land durch eine Siedlung bei Jütrichau nachgewiesen. Die nachfolgenden Kulturen der Jungsteinzeit legten Siedlungen und Friedhöfe am Terrassenrand der Elbe an, wo sie wie Perlen an einer Schnur aneinandergereiht waren. Während der mittleren Jungsteinzeit, der Trichterbecherkultur, drangen Siedler entlang der Nuthe flußaufwärts bis Zerbst vor. Sie errichteten ihren Toten Großsteingräber; von zehn um 1800 noch bekannten hat sich aber nur eines bei Gehrden erhalten. In der frühen Bronzezeit markierte das Zerbster Land den nördlichen Randbereich der Aunjetitzer Kultur. Eine dichte Besiedlung zeichnet sich aber erst in der jüngeren Bronzezeit ab, die sich dann in den jüngeren Perioden fortsetzt. Belege dafür, daß das Gebiet in der jüngeren Bronzezeit eine nicht zu unterschätzende Bedeutung genoß, liefern zwei Bronzehortfunde aus Deetz. Dabei weisen die in einem der Horte zusammen mit 42 Sicheln, sieben Lanzenspitzen, fünf Beilen und sieben Ringen verborgenen drei Gußbrocken auf metallverarbeitendes Handwerk hin. Die Sicheln weisen in diesem Zusammenhang auf die Rolle der Landwirtschaft hin. Während der frühen Eisenzeit siedelte im Zerbster Land das Volk der Hausurnenkultur, die ihren Namen Brandgräbern mit hausartigen Urnen verdankt, von denen sich das östlichste Grab bei Trüben fand. Während der jüngeren Eisenzeit geriet das Zerbster Land unter den Einfluß der Jastorfkultur, aus der die historischen Stämme der Elbegermanen hervorgingen. Aus der Völkerwanderungszeit sind bisher kaum Funde bekannt. Das Zerbster Land gehört zu dem großen rechtselbischen Gebiet, das nach der Abwanderung germanischer Volksgruppen von Slawen besiedelt wurde, die dort im Gau Zerwisti, dessen Hauptort Zerbst war, etwa 300 Jahre lebten und Burgen sowie viele Siedlungen entwickelten. Unter Albrecht dem Bär wurden im Zuge der zweiten Ostexpansion große Teile des Gebietes wiedererobert. Aus dem Jahr 1007 datiert die erste urkundliche Erwähnung von Zerbst als befestigte Siedlung. Vom Erzbistum Magdeburg aus wurden Klöster errichtet und neue Mönchsorden gegründet, so auch in Leitzkau. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde das Land zum Herzogtum erhoben und gehörte zunächst zur Kurmark Brandenburg, später zum Herzogtum Magdeburg, wurde Fürstentum Anhalt-Zerbst und kam danach zum Herzogtum Anhalt-Dessau. Das Zerbster Ackerland wurde wesentlich durch die Wirkung der Saalekaltzeit geprägt und erhielt sein heutiges Aussehen vor allem durch nacheiszeitliche Abtragungsprozesse. In der Weichselkaltzeit fanden äolische Ablagerungen statt, so daß sich eine geringmächtige Decke aus Treibsanden und Sandlöß bilden konnte. Das LSG erfaßt die Bodenlandschaften der Zerbster Platten und des Leitzkauer Hügellandes. Es sind Altmoränenlandschaften, deren glaziale Sedimente wärend des Drenthestadials, in der älteren Saalekaltzeit, entstanden. Unter diesen Sedimenten dominieren Geschiebemergel und Geschiebelehme. Schmelzwassersande kommen nur inselhaft vor. Im Leitzkauer Hügelland ist oberoligozäner Tonmergel (Septarienton, Ruppelton) durch glaziale Stauchung oberflächennah verbreitet. Die hier vorkommenden Böden und das hügelige Relief unterscheiden das Leitzkauer Hügelland von den umliegenden lehmigen Grundmoränenplatten. In Abhängigkeit von den Substratprofilen und morphologischen Positioneb sind folgende Bodenformen vorherrschend: Im Gebiet Zerbst-Steutz sind Pseudogley-Tschernoseme bis Pseudogley-Kolluvisole aus Geschiebedecksand bis kolluvialem lehmigem Sand über Geschiebemergel im Wechsel mit Podsol-Gley-Braunerden bis Gley-Braunerden und Gleyen bestimmend. Auf den Plattenrändern dominieren im Westen Acker-Braunerden aus Geschiebedecksand über Schmelzwassersand, im Osten die Braunerde-Fahlerden bis Pseudogley-Braunerden aus Geschiebedecksand über Geschiebelehm. Um Schora-Buhlendorf dominieren Pseudogley-Braunerden aus Geschiebedecksand, seltener Lößsand, über Geschiebelehm. Im Ostteil des Gebietes kommen Pseudogley-Tschernoseme aus Geschiebedecksand und Decklehm über Geschiebemergel und lokal Gley-Humuspseudogleye aus lehmigem Sand bis Lehm über Geschiebemergel vor. Im Raum Deetz sind Braunerde-Fahlerden aus lehmigem Geschiebedecksand, seltener periglazialem Flugsand, über Geschiebelehm flächendeckend. Bei Dalchau kommen zu den oben genannten Bodenformen die Pseudogley-Tschernoseme aus Geschiebedecksand beziehungsweise Decklehm über tertiärem Tonmergel, die für das Leitzkauer Hügelland typisch sind. Während das zentrale sowie das östliche Teilgebiet relativ wasserlaufarm sind, wird das südliche Teilgebiet von Nuthe-Zuflüssen und das nördliche Teilgebiet von Ehle-Zuflüssen durchzogen, die alle der Elbe zufließen. Stehende Gewässer befinden sich lediglich an der südlichen Gebietsgrenze des Teilgebietes bei Dalchau als Stauteich, bei Ladeburg und nordöstlich des Teilgebietes Lindau-Deetz als Deetzer Teich. Das Klima des LSG gehört zum mitteldeutschen Binnenlandklima und ist mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 8,7°C relativ warm und mit einer Jahresniederschlagsmenge von 500-570 mm relativ trocken. Als die potentiell natürliche Vegetation des Zerbster Ackerlandes wird Traubeneichen-Hainbuchenwald angesehen, der in der Elbenähe in den Stieleichen-Hainbuchenwald übergeht. In nassen Bereichen der Bachtälchen befinden sich Standorte von Erlen-Bruchwäldern oder Erlen-Eschenwäldern. Diese natürliche Vegetation ist im LSG verschwunden. Die Waldinsel im südlichen Teilgebiet wird von artenarmen Kiefernforsten eingenommen. Die Pflanzenwelt des LSG wird überwiegend von den angebauten Ackerkulturen geprägt. Die verabreichten hohen Nährstoffgaben führten auf den Feldern zu einer arten- und individuenarmen Segetalflora, die von Klatsch-Mohn, Vogel-Miere, Flug-Hafer, Geruchloser Kamille und Kletten-Labkraut beherrscht wird und auf den angrenzenden Flächen beziehungsweise Rainen zum Vorherrschen nitrophiler Stauden wie Brennessel, Giersch, Knaulgras und Klette führt. Entsprechend des Landschaftscharakters findet man im LSG eine typische Feldflurvogelgemeinschaft, wenn auch teilweise mit rückläufigen Beständen wie bei Rebhuhn, Wachtel und Feldlerche. Rot- und Schwarzmilan sowie Mäusebussard und Turmfalke nutzen die wenigen Bäume in den Teilgebieten als Brutplätze. Rohrweihen und die in den umliegenden Ortschaften brütenden Weißstörche suchen das Gebiet zur Nahrungsuche auf; ebenso große Scharen durchziehender oder überwinternder Saat- und Bleßgänse sowie Kiebitze und Saatkrähen. In neuerer Zeit überwintern zunehmend Singschwäne und vereinzelt auch Zwergschwäne. In den Wintermonaten halten sich ständig einige Seeadler in der Nähe größerer Gänseansammlungen auf. Das Zerbster Land ist Brut- und Überwinterungsgebiet des Raubwürgers. Das Gebiet hat jedoch besondere Bedeutung durch das Reliktvorkommen der akut vom Aussterben bedrohten Großtrappe, die hier noch Ackerstandorte besiedelt. 1987 führte dieses Vorkommen zur Anerkennung als Important Bird Area in Europa (IBA) und 1992 zur Erklärung zum EU-Vogelschutzgebiet (EU SPA). Die Entwicklungsziele für das LSG sind an den Schutzanforderungen für die letzten Trappenvorkommen ausgerichtet. Das wichtigste Ziel ist die Durchführung einer trappengerechten landwirtschaftlichen Nutzung auf der Grundlage des Artenhilfsprogramms für die Großtrappe im Land Sachsen-Anhalt. Dieses beinhaltet insbesondere die Erhaltung des Anteils von Rapsanbau als wichtige Winternahrung der Großtrappe sowie die Ausdehnung des Luzerneanbaus. Günstige Fruchtfolgen mit entsprechenden Fruchtartenanteilen, welche die Großtrappe durch ungestörte Brut- und Jungenaufzuchtzeiträume begünstigen, sind ebenso erforderlich wie der Anbauverzicht bestimmter Kulturen oder der Verzicht auf den Pflanzenschutzmittel-Einsatz sowie eine Minimierung der Nährstoffzufuhr durch Mineraldünger. Der Verlust von Lebensraumstrukturen für bestimmte Tierarten der Feldfluren wie Einzelbäume, Hecken, Gehölzgruppen, Feldraine, Grabenränder, Trockenrasen- und Ruderalflächen, sollte durch Neuanlage wieder ausgeglichen werden. Jedoch sind dabei die Belange des Trappenschutzes zu berücksichtigen, da dieser ursprüngliche Steppenbewohner auf ein weit überschaubares Gelände angewiesen ist. Der in der Verordnung festgesetzte Schutzzweck des Gebietes - Schutz der letzten ackerlandbewohnenden Bestandsgruppe der Großtrappe - gestattet infolge der Störempfindlichkeit dieser Vogelart keinen Tourismus im Gebiet, so daß keine offiziellen Wanderwege die Teilgebiete berühren. Interessante Sehenswürdigkeiten bietet diese Ackerlandschaft kaum. In den Städten und Dörfern der Umgebung gibt es dagegen zahlreiche kulturhistorische Baudenkmale zu besichtigen wie die mittelalterliche Zerbster Stadtmauer mit erhaltenen Stadttoren, die Schloßruine,das Franziskanerkloster, den Marktplatz mit dem Roland und der Butterjungfer, die barocken Kavalierhäuser der Schloßfreiheit mit dem Museum über Katharina II. oder die erhalten gebliebenen Fachwerkbauten in der Mühlengasse oder auf der Breite. Aber auch das Renaissanceschloß und die Klosterkirche in Leitzkau sowie die romanische Kirchenruine „Unser lieben Frauen“, die Pfarrkirche St. Laurentius, der mittelalterliche Bergfried der Burg sowie der Storchenhof in Loburg oder die Dorfkirchen in Lindau und Deetz lohnen einen Besuch. Die Großtrappe - ein Steppenbewohner Die truthahngroße Großtrappe (Otis tarda) ist der schwerste flugfähige Vogel der Erde. Die Hähne erreichen mit etwa 16 kg das Gewicht eines Rehbockes. Diese Vogelart bewohnt weite, offene Landschaften, zum Beispiel die Steppengebiete in Russland, Ungarn und Mittelasien bis zur Mongolei und entsprechende Landschaften auf der Iberischen Halbinsel. Im mittel- und osteuropäischen Verbreitungsgebiet ist ihr Bestand erheblich zurückgegangen. Sie kommt in Deutschland nur in wenigen Gebieten Brandenburgs und Sachsen-Anhalts vor. Der Weltbestand beträgt nur noch etwa 20 000 Großtrappen. Auf sachsen-anhaltischem Gebiet wurde 1940 noch ein Bestand von etwa 885 Trappen gezählt, der bis 1970 jedoch bereits auf 150 geschrumpft war. Große Verluste in harten, schneereichen Wintern und veränderte landwirtschaftliche Nutzungsformen führten zum Rückgang bis auf 115 Vögel im Jahr 1980 und schließlich auf 40 Vögel im Jahr 1990. Das Zerbster Ackerland besiedelten nach Bestandsstützungsmaßnahmen in den 1970er Jahren 1986 noch neun Hähne und 32 Weibchen. An den Balzplätzen in der Magdeburger Börde bei Schwanebeck und Altenweddingen erschienen zu diesem Zeitpunkt nur noch zwei Hähne und 12 Weibchen. Im Zeitraum von 1991 bis 1995 kamen im Zerbster Land nur noch 5-15 Großtrappen vor. Derzeit scheinen die regelmäßigen Brutvogelvorkommen erloschen zu sein. Eine Ursache dieses alarmierenden Rückgangs ist die intensive Landnutzung, die den Lebensraum der Trappe verändert, Brut-, Balz- und Nahrungsplätze beeinträchtigt und stört und zu hohen Gelegeverlusten führt. Aber auch Verluste der brütenden Weibchen durch Landmaschinen, Anflug der Trappen gegen Leitungen oder Pflanzenschutzmittelvergiftungen trugen zum dramatischen Rückgang bei. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025
Das LSG liegt südlich der Stadt Zeitz und umfaßt die Landschaft der Niederung des Wilden Baches. Es schließt das Waldgebiet des Knittelholzes ein und befindet sich zwischen den Ortslagen Kuhndorf, Nedissen und Rippicha in der Landschaftseinheit Zeitzer Buntsandsteinplateau. Das Bild des LSG wird durch den Taleinschnitt des Wilden Baches einschließlich seiner kleinen Zuflüsse geprägt, der mit seinem mäandrierenden und unverbauten Gewässerlauf und den fast durchgängig vorhandenen bachbegleitenden Gehölzen einen hohen Grad an Naturnähe aufweist. In diesem Bereich wechseln kleinflächig Auengrünland, Staudenfluren und kleinere Feldgehölze mit Streuobstbeständen, schattigen Waldgebieten und mesophilen Grünlandbereichen mit Übergängen zu Magerrasen in den Hangbereichen. Die größeren, geschlossenen Waldgebiete, die überwiegend forstlich genutzt werden, sind das Knittelholz und das Spittelholz mit gut strukturierten Laubmischbeständen. Das Knittelholzgebiet wird gern von Erholungssuchenden aufgesucht. Das LSG wird außerhalb der schmalen Bachaue intensiv ackerbaulich genutzt. Randliche Siedlungsbebauungen sind im nördlichen LSG-Bereich in der Nähe zur Stadt Zeitz zu finden. Hier konzentrieren sich auch zahlreiche Streuobstwiesen. Bis zum 19. Jahrhundert war das Gebiet hauptsächlich durch ausgedehnte Waldflächen und Sumpfgebiete, vor allem im natürlichen Überschwemmungsgebiet der Bäche, gekennzeichnet. Aufgrund der günstigen Boden- und Klimaverhältnisse erfolgte aber auch relativ früh eine Besiedlung, was reiche ur- und frühgeschichtliche Funde belegen. Nach der Besiedlung durch germanische (Hermunduren, Thüringer) und slawische Stämme (Serben; das Gebiet gehörte zum Gau Puonzowa, die Hauptburg befand sich in Posa) wurde das Gebiet im 10. Jahrhundert von den sächsischen Königen erobert und dem Reich als Mark Zeitz angegliedert, wozu in Zeitz 967 ein Bistum gegründet und eine Burg errichtet wurden. Später gehörte das Gebiet den Wettinern und den Askaniern, größeren Einfluß erlangten ebenfalls die Klöster der Prämonstratenser und der Zisterzienser. Die weit verbreitete Form der Bodennutzung vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert war die Dreifelderwirtschaft. An gerodeten, meist südlich exponierten Hängen der größeren Flüsse, aber auch an kleineren Hängen südlich Zeitz, wurden seit dem 11. Jahrhundert Obst- und Weinbau betrieben. Der Weinbau bei Zeitz wurde im 18. Jahrhundert weitgehend aufgegeben, ehemalige Weinbauterrassen sind beispielsweise nordwestlich von Kuhndorf noch zu finden. Die Wasserkraft des Wilden Baches wurde früher genutzt, wie die allerdings stillgelegte Kuhndorfmühle zeigt. Gegenwärtig wird das Gebiet zum überwiegenden Teil landwirtschaftlich genutzt, die Hochflächen meist als Acker und kleinere Flächen der Niederung als Grünland bzw. Streuobstwiesen. Wald- und Gehölzflächen nehmen derzeit einen Flächenanteil von etwa 20% ein. Das Gebiet befindet sich im östlichen Randbereich des Thüringer Beckens. Die steilen Hänge beiderseits des Wilden Baches bestehen aus Gesteinen des Unteren Buntsandsteins. An den Oberhängen und auf den Hochflächen folgen diskordant darüber terrestrische und marin beeinflußte Sedimente eozänen bis oligozänen Alters mit eingelagerten Braunkohleflözen. Die quartären Bildungen der Hochflächen bestehen aus elsterkaltzeitlichen Schmelzwasserkiesen oder -sanden sowie der Oberen Elster-Grundmoräne. Ganz im Süden des LSG ist die Untere Elster-Grundmoräne nachgewiesen. Den hangenden Profilabschluß bildet weichselkaltzeitlicher Löß, der in flacheren Hangbereichen auch direkt auf präquartären Bildungen lagert. In dem Flußtal finden sich unter den holozänen Auensedimenten mächtige holozäne Schotter. Die Entstehung des Tales erklärt sich aus dem Zusammenspiel von fluviatiler Erosion und Auslaugung der Zechstein-Salze im Untergrund. Die vorkommenden Böden auf den Hochflächen sowie an den Talhängen bestehen aus Lößlehm, Berglöß bis Bergton über Buntsandstein. Durch diese Schichtung ist die Neigung zur Staunässe vorhanden, so daß Pseudogleye häufig sind. Daneben treten Parabraunerden aus skeletthaltigem Löß über skeletthaltigem Ton bis Pseudogley-Braunerden auf. Im Tal des Wilden Baches finden sich Gleye aus Auenlehm und Gleye aus Auenlehm über fluviatilen Schottern. Die hydrologischen Verhältnisse sind durch das Fließgewässersystem des Knittelholz- und des Wilden Baches geprägt, die beide zum Einzugsgebiet der Weißen Elster gehören. Zwei Schichtquellen im Buntsandstein, die als hydrologische Naturdenkmale unter Schutz gestellt sind, befinden sich im LSG. Klimatisch liegt das Gebiet am Rande des Leegebietes der Mittelgebirge im Westen und des subkontinentalen Binnenlandes im Osten mit mittleren Jahrestemperaturen um 8,8°C und mittleren jährlichen Niederschlagssummen von 595 mm. Das LSG weist aufgrund seiner reichen Biotopausstattung auch eine vielfältige und artenreiche Tier- und Pflanzenwelt auf. Die Vegetation der Waldgebiete wird beispielsweise im Knittelholz durch naturnahe, rotbuchenreiche Traubeneichen-Hainbuchenwälder bestimmt, unter anderem mit Vorkommen von Großem Zweiblatt, Türkenbund-Lilie, Einbeere, Aronstab, Sanikel und Seidelbast. Weiterhin stocken eschen- oder bergahornreiche Schluchtwälder und Erlen-Eschen-Bachauenwälder im Gebiet. Ein höherer Nadelwaldanteil mit Kiefer und Lärche ist im Spittelholz zu finden. Im Offenland, an Waldrändern und auf Glatthaferwiesen trockenerer Ausbildung der Hangbereiche sind unter anderem Hain-Wachtelweizen, Hohe und Wiesen-Primel, Bärenschote oder Berg-Segge zu finden. Bemerkenswert ist auch das Vorkommen des Zerbrechlichen Blasenfarns im Gebiet der Kuhndorfmühle. Fledermausarten, wie Mausohr, Großer Abendsegler, Braunes Langohr, Zwerg- und Wasserfledermaus, weiterhin Wasserspitzmaus, Kleinäugige Wühlmaus und Siebenschläfer sind bedeutsame Vertreter der Säugetierfauna im Gebiet. Von den 1994 nachgewiesenen 67 Brutvogelarten im LSG sind Rebhuhn, Braunkehlchen und Wachtel im Offenland sowie Grauspecht, Wendehals, Gebirgsstelze, Raubwürger und Wacholderdrossel in Gewässer-, Wald- und Gehölzbereichen besonders erwähnenswert. Die Schmerle, eine bestandsgefährdete Fischart, kommt in den Bächen des Gebietes vor. Eine Feuchtwiese am westlichen Knittelholzrand stellt ein wertvolles Lurchhabitat dar. Teichmolch, Bergmolch, Grasfrosch und Erdkröte laichen im LSG, ehemalige Vorkommen der Gelbbauchunke sind erloschen. Glattnatter, Ringelnatter und Waldeidechse sind im Gebiet festgestellte Kriechtierarten. Die Wirbellosenfauna zeichnet sich insbesondere durch einen Artenreichtum an Tagfaltern, Heuschrecken und Landschnecken aus. Der Schutzzweck des Gebietes besteht in der Sicherung des reich strukturierten Bachtales innerhalb weiträumiger Ackerflächen und der Erhaltung der Vielfalt ökologisch bedeutsamer Bereiche als Lebensraum seltener und bestandsbedrohter Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensgemeinschaften. Auch die Erhaltung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft und des Biotopverbundes sowie des Landschaftscharakters für die Erholungsnutzung sind zu gewährleisten. Dazu zählen die Pflege der im Gebiet vorhandenen Naturdenkmale, der geschützten Biotope und des geschützten Parks. Die ökologisch durchgängigen, naturnahen Bachläufe einschließlich der sensiblen Quellgebiete, die standortgerechten, naturnahen Waldbestände und die Streuobstwiesen sind wichtige Schutzgüter des LSG. Das abwechslungsreiche Landschaftsbild sowie die reiche Naturausstattung in unmittelbarer Stadtnähe prädestinieren das LSG für eine ruhige, naturbezogene Erholungsnutzung. Die reich gegliederte Landschaft des Kuhndorftales mit dem Wechsel zwischen Bachaue, Wiesen-, Wald- und Ackerflächen sowie den relativ großen Höhenunterschieden auf engem Raum bietet gerade in Stadtnähe zu Zeitz gute Erholungsmöglichkeiten. Hervorzuheben sind insbesondere der naturnahe Schluchtwald des Knittelholzes mit Knittelholzbach und Knittelholzquelle, die Kuhndorfmühle am Wilden Bach einschließlich des Quellgebietes in der unmittelbaren Nähe oder auch die guten Sichtbeziehungen von den höheren Bereichen aus in die Niederung oder zu den umliegenden Ortschaften. Das Gebiet ist durch mehrere, gut gekennzeichnete Wanderwege erschlossen. So führt ein Rundwanderweg von Zeitz-Rasberg entlang des Wilden Baches an der Kuhndorfmühle vorbei bis Kuhndorf und durch das Knittelholz zurück nach Zeitz; ein weiterer Weg erschließt den Bereich zwischen Röden und Kuhndorf. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025
Vergleichende karsthydrologische Untersuchungen in Gebieten mit unterschiedlichem geologischem Aufbau und unterschiedlicher Entwicklung der Landschaft (Nahziel: Vergleich des Muschelkalk-Karstes der suedwestdeutschen Gaue untereinander und mit dem Weissjura-Karst der Schwaebischen Alb) (Thema ungekuerzt).
Hinweis zur Bezeichnung der LSG Mittelelbe / Mittlere Elbe (PDF) Das LSG „Mittlere Elbe“ nimmt weite Flächen des Elbetals zwischen Seegrehna westlich der Lutherstadt Wittenberg bis hin nach Plötzky östlich von Schönebeck ein. Auch das Muldetal von der Mündung des Flusses in die Elbe bis nach Raguhn nördlich von Wolfen gehört zu diesem LSG. Schwerpunktmäßig schließt es die Überflutungsauen ein, greift aber darüber hinaus auf Flächen landseitig der Deiche und auch auf die begleitenden Niederterrassen bis hin zu den sich anschließenden pleistozänen Hochflächen über. Das LSG erstreckt sich von Osten nach Westen über etwa 60 km im Elbetal und von Norden nach Süden über 20 km im Muldetal. Im Osten und Nordwesten schließen sich zwei, nunmehr getrennte Teilgebiete des LSG „Mittelelbe“ an das LSG „Mittlere Elbe“ an. Im Osten erfaßt das Gebiet die Überflutungsauen der Elbe bis auf die Höhe Klöden und im Nordwesten weite, auch eingedeichte Auen bis in den Südosten der Stadt Magdeburg. Die LSG repräsentieren die Landschaftseinheit Dessauer Elbetal. Teile liegen in den Landschaftseinheiten Muldetal, Dübener Heide, Roßlau-Wittenberger Vorfläming, Mosigkauer Heide, Unteres Saaletal, Köthener Ackerland und Zerbster Ackerland. Im Bereich der LSG münden folgende größere Fließgewässer in die Elbe: linksseitig Fließgraben, Mulde und Saale sowie rechtsseitig Schwarze Elster, Zahna, Olbitzbach, Rossel und Nuthe. Die Auenlandschaft an Elbe, Mulde und Saale ist zweigeteilt. Landseitig, also vor dem Hochwasser durch die Deiche geschützt, liegt die Ackeraue und erstrecken sich die Siedlungsgebiete. Dem Betrachter der Landschaft wird oft gar nicht bewußt, daß er sich in einer Aue befindet. Nur alte Hochwassermarken an Häusern weisen darauf hin, daß hier früher noch die Hochfluten des Flusses wirkten. Die weite offene Landschaft wird wie in allen anderen Ackergebieten von Großschlägen beherrscht. Allein das dichte Netz von Gräben und Vorflutern, einzelne alte Eichen, die charakteristische Landmarken bilden, oder Reste von artenreicher Auenvegetation in Senken oder in Niederungen weisen auf die ursprüngliche oder historische Landschaft hin. Auch die verbliebenen Altwasser und Reste der Auenwälder lassen den früheren Charakter der Aue erahnen. Im Bereich ehemaliger Überflutungsgebiete, die infolge Eindeichung heute nicht mehr vom Hochwasser überflutet werden, die aber durch ihre tiefe Lage sehr grundwassernah und infolge der geringen Vorflut überstauungsgefährdet sind wie beispielsweise das Wulfener Bruch bei Köthen, bestimmen offene Grünland-Acker-Gebiete das Landschaftsbild. Anders dagegen wasserseitig, dort wo das Hochwasser noch mehr oder weniger regelmäßig die Landschaft beeinflußt. Hier weiten sich die Auenwiesen und Auenwälder aus. Altwasser und Flutrinnen prägen das Bild der Landschaft. Die LSG sind durch einen hohen Waldanteil gekennzeichnet. Es besteht ein kleinräumiger Wechsel von Wald- und Wiesenflächen. Die Waldränder sind in der Regel nicht geradlinig, sondern ganz den historischen Zufälligkeiten überlassen, bogig und unregelmäßig, so daß eine besondere Harmonie diese Landschaft kennzeichnet. Die flußnahen Wiesenflächen zeigen ein ausgeprägtes Mikrorelief, das die Flächen belebt. Flutrinnen durchschneiden die Aue. Durch ihre Vielfalt sind die Altwasser von besonderem Reiz. Die Überflutungsauen im Landkreis Wittenberg haben im Verhältnis einen sehr geringen Waldanteil. Hier beherrschen weite Wiesenniederungen mit einzelnen Gehölzgruppen und Baumreihen die Aue. Dort, wo jahrhundertealte Solitäreichen die Landschaft beherrschen, wird der Betrachter an die Geschichte dieser Bäume, die aus den mittelalterlichen Wäldern stammen, erinnert. Etwa 500 Eichen mit einem Alter von über 400 Jahren gibt es zwischen Dessau und Wörlitz. Die Solitärbaumwiesen zwischen Dessau und Wörlitz sind aber insgesamt von etwa 25 000 Eichen, aber auch Flatter-Ulmen und anderen Baumarten bestanden und prägen den Parkcharakter dieser Landschaft. Das Gartenreich zwischen Dessau und Wörlitz mit seinen Landschaftsgärten bietet dem Besucher ein besonderes landschaftliches Erlebnis. Eingebettet in die Eichenwiesen durchziehen Alleen die Landschaft, weite Sichten überbrücken die Räume und weisen zu neuen Zielen. Kleinere Architekturen wie Sitze, Landhäuser, Wachhäuser auf den Deichen, aber auch Zweckbauten in den Orten und Kirchen schmücken die Landschaft. Flußtäler boten von jeher gute Voraussetzungen für den Aufenthalt des beziehungsweise die Besiedlung durch den Menschen. Die Auen boten Wasser, Wild und Fische, Holz und später Weideflächen und anderes mehr. Dabei erfolgte die Besiedlung nicht in den Auen selbst, sondern auf hochwasserfreien Niederterrassen, Dünen und auf den Hochufern der Urstromtalränder. Für die Anwesenheit des Menschen im Mittelelbegebiet gibt es über 200 000 Jahre alte Funde von Feuersteinabschlägen und einem Faustkeil. Erst kürzlich wurden bei Gewässerausbauarbeiten am Kühnauer See tausende solcher Feuersteinabschläge gefunden. Die ersten ortsfesten Spuren einer Besiedlung wurden aus der mittleren Steinzeit, vor etwa 8 000 Jahren, nachgewiesen. Aus den nachfolgenden Zeiträumen bis zum Einsetzen schriftlicher Überlieferungen fanden sich in unterschiedlicher räumlicher und zeitlicher Dichte immer wieder Fundstellen. Die vor- und frühgeschichtliche Besiedlung besitzt in den einzelnen Teilen der Landschaftsschutzgebiete eine unterschiedliche Geschichte. Die jungsteinzeitlichen Siedlungen im Teilgebiet zwischen Magdeburg und Pretzien konzentrierten sich auf das Gebiet zwischen Wahlitz, Gommern und dem bereits außerhalb der Grenzen des LSG befindlichen Menz, wo an einzelnen Wohnplätzen Siedlungskontinuität bis in die Kaiserzeit nachgewiesen werden konnte. Mit Ausnahme der Glockenbecherkultur sind alle jungsteinzeitlichen Kulturen vertreten, wobei die Stichbandkeramikkultur die älteste bislang nachgewiesene Kultur auf dem Gebiet darstellt. Anstelle der Baalberger und der Schnurkeramikkultur trifft man hier die Tiefstichkeramik- und die Einzelgrabkultur an. Bei Wahlitz wurden zudem Siedlungen der Rössener und der Schönfelder Kultur mit Hausbefunden nachgewiesen. Die mittlere Bronzezeit wird unter anderem durch ein Grabhügelfeld bei Menz vertreten, das archäologisch untersucht wurde und interessante Informationen zu Kult und Ritus lieferte. Danach befanden sich unter einem Hügel ein Totenhaus sowie ein von einer Bruchsteinmauer umschlossenes Grab, von dem ein gepflasterter Steg zu einer Grabgrube führte, die eine zerstückelte Leiche mit zertrümmertem Schädel aufwies. Vor der Aufhügelung wurde ein Totenfeuer abgebrannt. Ein weiterer Hügel barg zuunterst Bestattungen der Kugelamphorenkultur, der stratigrafisch solche der frühen und der mittleren Bronzezeit, dann der Hausurnenkultur der älteren Eisenzeit folgten. Außerhalb schlossen sich an die Hügel weitere Gräber der älteren Eisenzeit an, von denen eines eine Hausurne enthielt, sowie Gräber der Jastorfkultur der jüngeren Eisenzeit. Begräbnisplätze der römischen Kaiserzeit befanden sich bei Wahlitz und Gommern. Bei Gommern wurde zudem das Grab eines germanischen Fürsten gefunden. Aus Cracau stammen Grubenhausbefunde aus der römischen Kaiserzeit sowie aus dem Mittelalter, als dieses Gebiet von den Slawen besiedelt war. Im Jahre 948 wurden Pechau und Gommern als zum Gau Morzane gehörig genannt. Unter Erzbischof Wichmann wurden Landstriche durch Entwässerung urbar gemacht. Wie das Beispiel der Wüstung Poppendorf bei Magdeburg-Cracau lehrt, war diesen Bemühungen aber nicht immer dauerhafter Erfolg beschert. Die Wüstung wurde im Jahre 1164 durch Bauern aus dem Paderborner Gebiet wiederbelebt. Die Siedlung konnte sich jedoch aufgrund der häufigen Überschwemmung der Felder nicht lange halten und wurde abermals wüst. Im Teilgebiet zwischen Schönebeck und Glinde sind am südlichen Ufer der Elbe innerhalb des LSG nur eine Handvoll Fundstellen der Jungsteinzeit, der Eisenzeit sowie ein Gräberfeld der Kaiserzeit bekannt. Die eigentliche Besiedlung fand südlich der Straße von Schönebeck nach Barby statt. Östlich von Pömmelte reichte sie bis an den Rand eines verlandeten Baches heran. Dort entdeckte man aus der Luft eine befestigte Siedlung der Trichterbecherkultur, eine Palisadenanlage und ein heute verschwundenes Grabhügelfeld der Spätbronze-/Früheisenzeit sowie eine große Befestigung, deren Datierung (in die römische Kaiserzeit oder ins Frühmittelalter) noch nicht geklärt ist. Im Hochmittelalter befand sich dort das Dorf Bosene, das wüst fiel. Aus der Luft ließ sich bei Schönebeck eine ausgedehnte Siedlung der ältesten Ackerbauern, der Linienbandkeramikkultur, ausfindig machen. Während des Mittelalters übte der Ort Glinde die Funktion eines Burgwards aus, dessen Ministeriale auf einer Turmhügelburg residierten. Eine zweite Befestigung dieser Art konnte nicht weit davon entfernt bei Pömmelte aus der Luft entdeckt werden. Größere Bedeutung erlangte die Burg bei Ranies, deren ehemaliger Standort zwar bekannt war, deren Form aber erst wieder durch die Luftbildarchäologie zu erkennen war. Sie liegt heute dem Burghügel von Glinde gegenüber auf der rechten Seite der Elbe, befand sich im Mittelalter aber auf deren linker Seite. Im Teilgebiet zwischen Pretzien und Griebo reihen sich die Siedlungsstellen wie Perlen an einer Schnur dicht entlang der Niederterrasse der Elbe aneinander. Die Besiedlung setzte hier während der frühen Jungsteinzeit ein und blieb bis in die jüngere Kaiserzeit konstant. Siedlungskonzentrationen lassen sich vor allem in der Umgebung von Dornburg und Gödnitz ausmachen. Auf der Linie Gödnitz-Flötz-Walternienburg-Kämeritz-Badetz-Steckby-Steutz-Rietzmeck-Brambach-Rosslau-Klieken-Coswig-Griebo folgen die Siedlungen exakt dem durch die Grenze des LSG umrissenen Bereich. Die Siedlungskette markiert gleichzeitig die Linie, ab der sich vor Hochwasser geschützt siedeln ließ, während in der Aue die Elbe stetig ihren Lauf wechselte. Ehemals vorhandene Siedlungen wurden dort vom Hochwasser überflutet oder sogar infolge von Laufänderungen weggeschwemmt und lassen sich dadurch archäologisch nicht mehr fassen. Dennoch ist mit einer Besiedlung unmittelbarer am Wasser vor allem in warmtrockenen Perioden der Klimageschichte zu rechnen. So fanden sich bei Steutz Gräber der jüngeren Bronzezeit im Überschwemmungsgebiet der Elbe, und es kamen in der Elbe Bronzegegenstände in Höhe der Saalemündung zum Vorschein, die von Grabfunden stammen könnten. Allein schon aus der Jungsteinzeit lassen sich auf dem schmalen Streifen östlich von Pretzien bis Walternienburg und zwischen der bezeichneten Linie und der Eisenbahn Zerbst-Gommern über 60 Fundstellen identifizieren, von denen während der Bronze- und Eisenzeit sowie der römischen Kaiserzeit fast 40 Wohnplätze konstant besiedelt blieben. Die meisten Siedlungen der Jungsteinzeit stammen aus deren mittlerer und jüngerer Periode und gehören meist der Kugelamphoren- und Schönfelderkultur an, während die älteren Kulturen der Linienband- und der Stichbandkeramik mit nur drei Fundstellen geringer repräsentiert sind. In der mittleren Jungsteinzeit ist eine Reihe von Großsteingräbern errichtet worden, von denen sich nur noch das von Gehrden, wo ehemals drei gestanden haben, erhalten hat. Die Gräber von Dannigkow, zwei von Dornburg, eins von Prödel und eins von Leitzkau wurden dagegen nach 1800 vermutlich im Zuge der Separation zerstört. Belege für die wirtschaftliche Situation dieser Gegend liefern die Bronzehortfunde von Gödnitz und Walternienburg. Luftbildbefunde von ringförmigen Gräben deuten darauf hin, daß ein Teil der Bestattungen ehedem unter Grabhügeln lag. Während der frühen Eisenzeit gehörte die Gegend zum Siedlungsgebiet der Hausurnenkultur. Belege dafür bieten die Hausurne von Leps und die Gesichtsurne von Brambach-Rietzmeck. Bei Coswig ließen sich neben Siedlungen und Grabhügeln der Spätbronze- und Früheisenzeit auch die zugehörigen Felder und Wege ausmachen. Dieses Gebiet weist auch aus der römischen Kaiserzeit bedeutende Siedlungs- und Grabfunde auf, darunter eine sogenannte Fensterurne, bei der in den Tonkörper Scherben römischer Gläser eingelassen sind. Im Frühmittelalter bildete die Elbe zeitweilig die Grenze zwischen Slawen und Franken. So wurden an ihren Ufern zunächst von den Slawen und später von den Deutschen zwischen Pretzien und Walternienburg Burgen angelegt. Während die Besiedlung im Rosenburger Winkel vergleichsweise spärlich war, zeichnet sich im Teilgebiet um Barby und Aken bis Dessau eine dichte Besiedlung und eine Siedlungskontinuität seit der Linienbandkeramik ab. Bei Barby ist sogar die Gaterslebener Gruppe bezeugt, die bisher nur von wenigen Fundstellen bekannt ist. Auch die Glockenbecherkultur ist dort vertreten. Im Gebiet zwischen Diebzig und Dessau wurden die Sanddünen in den Elbeniederungen als Siedlungsstandorte aufgesucht. Die ältesten Spuren gehen dort in die Mittelsteinzeit zurück, in der die Menschen die Sanddünen als Aufenthaltsorte für die Jagd und den Fischfang in den Elbeauen nutzten. Während der Jungsteinzeit sind Siedlungen im Bereich der Aue nur für die Vertreter der Kugelamphorenkultur belegt, die als Rinderhirten die Wiesen und Auenwälder nutzten. Eine dichtere Besiedlung fand erst in der jüngeren Bronzezeit statt. Die Gründe müssen darin gesucht werden, daß die Siedler damals ihre Wirtschaftsweise stärker auf die Tierhaltung verlagert hatten. Ein Bronzehortfund vom Burgwall Kühnau sowie Importkeramik aus dem Mittelrheingebiet deuten auf die wirtschaftliche Bedeutung des Raumes hin. Auch während der frühen Eisenzeit spielte dieses Gebiet eine wichtige Rolle. So fanden sich in Dessau drei und in Großkühnau zwei Hausurnen, die als Begräbnisstätten hervorragender Persönlichkeiten dienten, und die, zusammen mit den acht Urnen aus den südlich an das LSG angrenzenden Wulfen, mehr als 20% des Gesamtbestandes an Hausurnen in Mitteldeutschland bilden. Für die jüngere Eisenzeit sind auch einzelne Siedlungen in den Auen selbst belegt, was auf warmtrockenes Klima in den letzten Jahrhunderten v. Chr. schließen läßt. Römische Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit sind nur durch spärliche Nachweise belegt. Zur Zeit der slawischen Besiedlung, die hier Ende des 6. Jahrhundert einsetzte, bestand bei Großkühnau eine Burg. Sie bildete den administrativen Mittelpunkt für die im Umkreis liegenden Dörfer. Im 10. Jahrhundert wurde sie in das deutsche Burgensystem an der Reichsgrenze eingebunden. Besonders die Burgenkette zwischen Rosenburg und Aken bezeugt die strategische Bedeutung des im 10. Jahrhundert zum Gau Serimunt gehörigen Gebiets als Grenze zu den nördlich der Elbe siedelnden Slawen. Sollte Rosenburg mit der 839 von Franken eroberten Resigesburg gleichzusetzen sein (man liest hier auch Kesigesburg und verbindet diese deshalb mit Cösitz), dann wurde das Gebiet vom Stamm der Coledizier bewohnt. Versuche, im Rosenburger Winkel die von Überflutungen betroffenen Auen für die Landwirtschaft zu gewinnen, waren auf Dauer nicht vom Erfolg gekrönt, wie die Zahl der bereits im 14. und 15. Jahrhundert aufgegebenen Dörfer erkennen läßt. Erst der Deichbau garantierte hier eine sichere Landwirtschaft. Die Terrassenränder nördlich der Elbe zwischen Griebo und der Elster-Mündung wurden erstmals von den mittelsteinzeitlichen Jägern und Sammlern aufgesucht. Während der Jungsteinzeit sowie der älteren Bronzezeit blieben sie unbesiedelt, da die Verbreitung neolithischer Kulturen an der Mulde endete. Die Besiedlung setzte hier erst in der jüngeren Bronzezeit ein und blieb von da an konstant. Am stärksten war die Besiedlung während der Jungbronze- und Eisenzeit bei Coswig und zwischen Apollensdorf und Elster und dünnte östlich davon stark aus. Doch blieb eine lose Verbindungskette bestehen, die den Raum um Coswig und Wittenberg mit dem ostelbischen Gebiet zwischen Jessen und Prettin verband, in dem sich eine extrem dichte Besiedlung abzeichnete. Zwischen Pratau und Bleddin blieb die Besiedlung locker. Kulturell ist das Gebiet in der Jungbronzezeit der Lausitzer Kultur und in der Früheisenzeit der aus dieser hervorgegangenen Billendorfer Kultur zuzurechnen, deren Verbreitung bis zur Mulde reichte. Einzelne Grabhügel deuten darauf hin, daß die Brandgräber aus der Bronze- und Eisenzeit früher überhügelt waren. Eine aus der Luft entdeckte Befestigung bei Dabrun bildete während der Spätbronze- und Früheisenzeit den Mittelpunkt der Besiedlung in diesem Gebiet. Die Bedeutung des Raumes südlich der Elbe im 10. Jahrhundert (Nennung 1004) wird durch eine Burgenkette angezeigt, die bei Seegrehna (urbs Grodisti) beginnt und sich über Pratau (urbs Broth) und Rakith (urbs Rochutini) bis nach Trebitz (urbs Triebaz) zieht. Aus slawischer Zeit stammt eine Burganlage, die bei Rakith-Bietegast aus der Luft entdeckt werden konnte und als Vorort gedeutet werden darf. Mit der Zunahme der Besiedlung im frühen Mittelalter vom 8. - 12. Jahrhundert wirkte sich der menschliche Einfluß auf die Landschaft deutlicher aus. Durch die durch menschliche Tätigkeit geförderte Erosion und nachfolgende Ablagerung von Auenlehm bildete sich aus Weichholzauen und Eichen-Eschen-Hartholzauen der anspruchsvolle, an Feld-Ahorn, Feld-Ulmen und Winter-Linden reiche Hartholzauenwald. Zugleich wurden Auenwälder gerodet. Die Nutzung der Wälder erfolgte durch ungeregelten Niederwaldbetrieb, auch Waldweide wurde umfänglich betrieben. Vor allem durch die Ansiedlung der im Wasserbau erfahrenen Holländer und Flamen wurde im 12. und 13. Jahrhundert der Bau von Mühlgräben und Wassermühlen gefördert, um den zunehmend höheren Getreideertrag aus den neu gewonnenen Ackerflächen außerhalb der Auenlandschaft verarbeiten zu können. Erinnert sei an den Mühlenstreit in Dessau 1275. Erste Deichbauten und die Anlage von Entwässerungsgräben trugen zur Ausdehnung von Nutzflächen und damit zur Reduzierung der Waldfläche in der Aue bei. Wüstungsphasen und Kriege unterbrachen diese Entwicklungen. Es gab Zeiten des Bevölkerungsrückgangs und damit der Regenerierung der Aue und solche des Bevölkerungswachstums mit verstärkter Nutzung. Nach dem Niedergang im Dreißigjährigen Krieg setzte im 17. und 18. Jahrhundert eine Phase intensiver Landerschließung ein. Wiederum unter holländischem Einfluß wurden Schloß, Park und Stadt Oranienbaum (von 1683 an) errichtet, Deichbauten (1707-1738) und Entwässerungsmaßnahmen wie der Kapengraben (1706-1708), durchgeführt. Nach preußischem Vorbild wurden Siedlungen angelegt. Ein besonderer wirtschaftlicher Aufschwung war mit der Entstehung des Gartenreiches zwischen Dessau und Wörlitz in der 2. Hälfte des 18. Jahrhundert verbunden. Durch den Ausbau der Elbe zu einer Schiffahrtsstraße und den weiteren Ausbau der Hauptdeichsysteme wurde ein besonders nachhaltiger Einfluß auf die Auenlandschaft genommen. Diese Maßnahmen ermöglichten die weitere Erschließung von Ackerland durch Rodung von Wäldern in der Aue und vor allem das Wachstum der Siedlungsflächen im Zuge der Industrialisierung nach 1871. Gleichfalls entwickelte sich die moderne Forstwirtschaft, die aus den Nieder- und Mittelwäldern der Aue den Eichen-Hochwald schuf und zur Sicherung der Waldflächen beitrug. Im 20. Jahrhunderte setze sich die Urbanisierung in der Aue fort. Zunehmend weiteten sich Siedlungsflächen aus, wurde die Aue von Verkehrstrassen zerschnitten. Die Verschmutzung der Flüsse folgte dem Aufbau der chemischen Industrie, die als Folge des II. Weltkrieges und der industriellen Entwicklung zu Zeiten der DDR besonders umweltschädigend wirkte. Zugleich setzten aber im 20. Jahrhundert die Bemühungen um Heimatschutz, Naturschutz, Landschaftspflege und später Umweltschutz ein. Durch die Ausweisung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten konnten wertvolle Flächen gesichert werden. Ein deutlicher Rückgang der Umweltverschmutzung wurde erst nach der Schließung vieler Industriebetriebe und nach der Sanierung beziehungsweise den Neubau von Klärwerken ab 1990 erreicht. Zugleich wurden aber in diesem Zeitraum erhebliche Auenflächen für Siedlungs-, Industrie-, Gewerbe- sowie Straßenbau beansprucht. Die Muldeauen im Überflutungsgebiet wurden durch die Abwässer der chemischen Industrie in Bitterfeld und Wolfen stark mit Schwermetallen und organischen Verbindungen kontaminiert, so daß heute selbst eine landwirtschaftliche Nutzung der Grünländer nicht mehr möglich ist. Auf diesen Flächen wird sich eine Waldentwicklung vollziehen. Das Urstromtal der Elbe zwischen der Lutherstadt Wittenberg und Gommern ist im Untergrund durch den saxonischen Bruchschollenbau und morphologisch durch die Endmoränen des Warthestadiums der Saalekaltzeit geprägt. Die Endmoränen sind die südlichen Ausläufer des Flämings und lagern im Norden außerhalb des LSG. Östlich Wittenberg befindet sich die Elbetalglazialwanne, die mit quartären klastischen Sedimenten bis zu einer Tiefe von mehr als 100 m gefüllt ist. Sie stellt die bedeutendste elsterglaziale Destruktionsstruktur für Mitteldeutschland dar. Westlich Wittenberg bis Gommern quert die Elbe eine Grundgebirgshochlage, die Halle-Wittenberger-Scholle, deren methamorphe Gesteine südlich Gommern zu Tage treten. Von Wittenberg stromabwärts fallen bei Coswig die steilen Nordufer auf. Hierbei handelt es sich um Erosionsanschnitte von glazifluviatilen Sanderbildungen des Warthestadiums der Saalekaltzeit. Erste, wahrscheinlich frühholozäne Dünenbildungen treten am Südufer nördlich Wörlitz, zum Beispiel Wilder Berg, auf. Die oligozänen Sande der Mulde-Elbe-Niederung werden von einem zirka 20 m mächtigen quartären Sedimentkörper überlagert. Der an der Oberfläche anstehende fluviatile Kies, Sand und Schluff wurde zwischen Vockerode und Ziebigk durch Mulde und Elbe während des Holozäns in die Niederterrasse der Weichselkaltzeit eingelagert. Am Südufer zwischen Ziebigk und Aken, aber auch vereinzelt am Nordufer, befinden sich auf der Niederterrasse von Ost nach West streichende, mehrere Kilometer lange holozäne Dünenzüge. Westlich Ziebigk geht im tieferen Untergrund die Halle-Wittenberger-Scholle in die Flechtingen-Roßlauer-Scholle über. Im Bereich der Saalemündung südöstlich von Barby setzt sich dieser geologische Aufbau der Elbe-Niederung fort, wobei die Mächtigkeit der Niederterrasse nach Nordwesten allmählich abnimmt. Die Hauptdünenbildungen befinden sich am nordöstlichen Ufer und erreichen ihren Höhepunkt in den 17 m hohen Dünen der Fuchsberge südlich Gommern. Südwestlich von Gommern treten in Steinbrüchen unterkarbonische, hell-dunkelgraue Quarzite, der Gommernquarzit, und schwarze, quarzitische Schiefer zu Tage. An einer tektonischen Störung, die die Flechtingen-Roßlauer-Scholle nach Süden begrenzt, ist die Weferlingen-Schönebecker Scholle abgesunken. Südwestlich Plötzky bilden die Sedimente des Unteren Buntsandsteins den Festgesteinsuntergrund. Sie werden durch mächtige tertiäre Lockersedimente überlagert. In diese ist südwestlich der Linie Schönebeck-Westerhusen der Kieskörper der Weichsel-Niederterrasse eingelagert. Sie zeichnet sich gegen die holozänen Sedimente des Elbetales durch eine deutlich hervortretende Geländekante aus. Den holozänen Sedimenten, die eine bis zu 6 km breite Aue bilden, sitzen im Raum Randau holozäne Dünesande auf. Die Auensedimente wurden durch Flußlaufverlagerungen ständig umgelagert und fraktioniert sedimentiert. Im Mäander, der typischen Laufform des Tieflandflusses, erodiert der Fluß am Mäanderscheitel und sedimentiert im Mäanderbogen. Damit werden Prallhang und Gleithang unterschieden. Durch die strömungsabhängige Sedimentation des Flusses bauen sich im Mäanderbogen mächtige Kiesdome auf. Durch diese Erosions- und Sedimentationsprozesse verlagert sich der natürliche Fluß ständig seitwärts in seinem Tal. Dabei vergrößert sich der Mäander und damit seine Laufstrecke fortwährend. Diese Vergrößerung verläuft so lange, bis der Fluß an seinen Mäanderschenkeln durchbricht und seinen Lauf verkürzt. Aber auch in der Folge von Hochwassern kann es zu Flußlaufverlagerungen kommen. Daraus ergibt sich ein dynamischer Prozeß in der Aue, der fortwährend Standorte zerstört und neue aufbaut. Der Fluß pflügt, bildhaft gesprochen, seine Aue um. Diese natürlichen dynamischen Prozesse wurden durch den Ausbau des Flusses seit dem beginnenden 19. Jahrhundert unterbrochen. Das Bett des Flusses wurde festgelegt. Das hat zur Folge, daß sich die Erosionskraft des Flusses nicht in der Seitenerosion, sondern nunmehr in der Tiefenerosion umsetzt. Deshalb gräbt sich der Fluß in seine Aue ein und senkt damit das Grundwasser ab. Das LSG charakterisiert die Bodenregion der Flußlandschaften im Mittellauf der Elbe. Es erfaßt großflächig die Auen und in den Randbereichen der Auen sowie auf Inseln die mit der Aue verbundenen Niederterrassen. Die Auenlandschaften sind durch die Verbreitung der Auensedimente definiert. Geringe Höhenunterschiede begrabener und jüngster Terrassen, der Altwasserläufe und Hochflutrinnen, der Fußrinne sowie ”Inseln” der Hochflächen und Niederterrassen in der Aue mit angelagerten Dünen gliedern das Bodenmosaik durch unterschiedliche Grundwasserbeeinflussung und Bodensubstrate. In Auenlehmen sind in Abhängigkeit vom Grundwasserstand Vegas und Gley-Vegas dominant. Es sind braune, humus- und nährstoffreiche Lehmböden mit Grundwassermerkmalen unter 8 dm beziehungsweise zwischen 8 und 4 dm unter der Geländeoberfläche. Die grundwasserbestimmten Gleye sind in tiefergelegenen Geländepositionen zu finden. Sie sind häufig in Bodenprofilen mit geringmächtigen Auenlehmdecken oder in sandigen Auensubstraten anzutreffen. Flußabwärts von Breitenhagen kommen Auentone vor, in denen Pseudogley-Vegas und Pelosol-Tschernitzen ausgebildet sind. In Hochflutrinnen und Altwasserarmen sind Gleye, Humusgleye und humusreiche Gleye typisch. Bei Kühren kommen im Bereich der Taube Anmoorgleye vor. Auf den Dünen dominieren Regosole bis Podsole und auf den meist sandigen Hochflächeninseln Acker-Braunerden, podsolige Braunerden bis Braunerde-Podsole und Gley-Braunerden. Die Niederterrassenlandschaften sind durch Geschiebedecksand, Flugsand oder holozän umgelagerten Sand über Niederungssand gekennzeichnet. Gleye aus Sand sind die typischen Böden. In den höhergelegenen, grundwasserferneren Bereichen sind Gley-Braunerden bzw. unter Wald auch Podsol-Gley-Braunerden und Gley-Podsole ausgebildet. Die Entwässerungsbahnen, Altwasserrinnen und Dünen weisen das gleiche Bodenformeninventar wie die entsprechenden Bereiche der Auen auf. In der Aue strömt das Grundwasser von den Niederterrassen auf den Fluß zu. Bei Mittelwasser stellt sich dabei ein konstantes Gefälle vom Auenrand zum Fluß hin ein. Bei Niedrigwasser senkt sich nun in Flußnähe der Grundwasserspiegel erheblich ab, während er bei Hochwasser zunächst flußnah ansteigt. Zugleich staut sich bei Hochwasser das zuströmende Grundwasser an, so daß es auch zunehmend in den flußferneren Bereichen zum Anstieg des Grundwassers kommt. Auf diese Weise wechseln in einer Flußaue ständig die Grundwasserverhältnisse. Diese Dynamik bei strömendem Grundwasser, der Wechsel von Niedrigwasser und Hochwasser bis zur Ausuferung des Flusses mit gewaltigen Überflutungen der Aue, kennzeichnen das hydrologische Regime der Aue. Die LSG lassen sich zwei unterschiedlichen Klimagebieten zuordnen, im Westen dem stark maritim beeinflußten und im Osten dem stark kontinental beeinflußten Binnentiefland. Ihr Grenzbereich liegt etwa zwischen Coswig und Roßlau. Bezüglich der mittleren Lufttemperatur unterscheidet sich das langgestreckte Gebiet kaum. Sie liegt bei etwa 18 o C bis 19 o C. Größere West-Ost-Unterschiede zeigen die mittleren Lufttemperaturen im Januar, wobei der Bereich nördlich der Saalemündung mit 0 o C bis 1 o C bevorteilt ist. Ähnlich verhalten sich die Jahresmittel der Lufttemperaturen. Sie betragen mehr als 9,1 o C im westlichen und 8,6 o C bis 9,0 o C im östlichen Bereich. Ebenso verläuft die 500 mm-Isohyete im Bereich der Saalemündung, das heißt die mittleren Niederschlagssummen liegen elbabwärts (in westlicher Richtung) unter 500 mm und elbaufwärts (in östlicher Richtung) über 500 mm. Im östlichen Bereich erreichen die Jahresniederschläge sogar bis 600 mm. Lokalklimatisch spielen erhöhte Luftfeuchtigkeit, Talnebel und relativ windgeschützte Lagen in den Flußniederungen eine Rolle. Bedingt durch das niederschlagsarme und warme Klima wird die Flora der LSG durch südlich und östlich verbreitete Arten gekennzeichnet. Südliche Arten sind unter anderem Stattliches Knabenkraut, Hügelmeier oder Südliche Sumpfkresse, aber auch Auenwaldbaumarten wie Feld-Ahorn und Feld-Ulme. Floristische Besonderheiten der Auenwälder sind Märzenbecher und Wiener Blaustern. Diese Arten haben hier ihre nördliche Verbreitungsgrenze in Mitteleuropa. Auch Zerstreutblütiges Vergißmeinnicht und Süße Wolfsmilch stammen aus südlichen Florengebieten. Insbesondere auf den trockenen Dünen siedeln in Trockenrasen Arten der ost- und südosteuropäischen Steppen und Waldsteppen. Dazu gehören unter anderem Steppen-Königskerze, Berg-Haarstrang, Goldhaar-Aster, Feld-Mannstreu, Ohrlöffel-Leimkraut, Niederliegender Ehrenpreis und Ähriger Ehrenpreis. Ein südlich-alpines Element ist das Alpen-Vermeinkraut. Zartes Brillenschötchen und Mauer-Felsenblümchen sind südlich-montane Arten. Eine subatlantisch verbreitete Art tritt mit dem Flügel-Ginster am südlichen Rand des Elbetales auf, deren nördlichstes Teilareal sich im Dessauer Raum befindet. In den Feuchtwiesen der Auen findet man als östlich verbreitete Arten Brenndolde, Glänzende Wiesenraute, Sibirische Schwertlilie, Gräben-Veilchen, Hohes Veilchen, Kleinblütiges Schaumkraut und Österreichische Sumpfkresse. Charakteristisch für die großen Flußauen ist das Vorkommen sogenannter Stromtalpflanzen. Die Verbreitung dieser Arten folgt den Flüssen, da ihre Samen und Früchte durch fließendes Wasser transportiert werden. Die im Mittelelbegebiet anzutreffenden Sippen der Stromtalpflanzen stammen meist aus dem süd- und südosteuropäischen Raum. Zu ihnen gehören nicht nur Wasserpflanzen, sondern auch Arten von Auenwäldern, Uferstaudenfluren und feuchten Säumen. Typische Vertreter dieser Gruppe sind Fluß-Kreuzkraut, Aufrechte Waldrebe, Pappel-Seide, Sumpf-Wolfsmilch, Langblättriger Blauweiderich, Gelbe Wiesenraute, Taubenkropf, Hallers Schaumkresse, Katzenschwanz und Banater Segge. Krebsschere, Schwimmfarn, Wassernuß und Kleines Nixkraut sind sommerwärmeliebende Stromtalpflanzen der Auengewässer. Die letztgenannte Art hat im Mittelelbegebiet ihr einziges zusammenhängendes Vorkommen in Ostdeutschland. Auf schlammigen Stellen der Altwasserränder und Flußufer siedeln die lokal häufigen Arten Braunes Zyperngras, Schlammling, Rote Schuppenmiere, Sumpf-Quendel und Sumpf-Ruhrkraut. Seltener sind Hirschsprung, Acker-Gipskraut und Flügelsamige Schuppenmiere. Die natürliche Vegetation in den Auen wird von Weich- und Hartholzauenwäldern, Wasser- und Verlandungsvegetation der Altwasser und Flutrinnen, einjährigen und mehrjährigen Ufer- und Staudenfluren der Flüsse sowie Eichen-Hainbuchen- und Stieleichen-Birkenwäldern auf den angrenzenden Niederterrassen und Dünen gebildet. Auf den steilen Hängen des Urstromtales wachsen natürlicherweise Hainbuchen-Ulmenwälder. Auf frischen Rutschungen und Abbrüchen sind hier die natürlichen Standorte der Trockenrasen und wärmeliebenden Staudenfluren zu suchen. Die Hartholzauenwälder treten in vier Ausbildungen auf. Auf den feuchtesten Standorten stockt die Rohrglanzgras-Ausbildung, ihr folgt die typische Ausbildung. Die trockeneren Auenstandorte werden von der sehr artenreichen Linden-Ausbildung und in dem Übergang zu den Eichen-Hainbuchen-Wäldern von der Hainbuchen-Ausbildung eingenommen. Die Weichholzauenwälder aus Weiden- und Pappel-Arten sind weitgehend gerodet und in Grünland umgewandelt worden. Galerieartig ziehen sich aber Bestände entlang der Flüsse. Die charakteristische Schwarz-Pappel ist bereits so selten geworden, daß sie als vom Aussterben bedroht eingeschätzt wird. Durch die Rodung der Wälder, Weidenutzung und Mahd konnte sich in der Überflutungsaue vor allem die Grünlandvegetation als charakteristische Halbkulturformation entwickeln. Die Wiesen werden von artenarmen Quecken-Fuchsschwanz-Rasen auf flußnahen Flächen, den überaus artenreichen Brenndolden-Rasenschmielen- und Mädesüß-Hahnenfuß-Wiesen und auch Labkraut-Fuchsschwanzwiesen vertreten. Hinzu kommen Flutrasen und Rohrglanzgras-Wiesen sowie im Übergang zu den Halbtrockenrasen Pechnelken-Rotschwingel-Wiesen. Die Wasservegetation ist durch Laichkrautgesellschaften, Schwimmblatt- und Wasserschwebergesellschaften vertreten. Die Röhrichte und Riede bauen sich aus Gemeinem Schilf, Teich-Simse, den Rohrkolbenarten, Teich-Schachtelhalm, Großem Schwaden, Schlank-Segge, Ufer-Segge oder Rohr-Glanzgras auf. Die Trockenrasen auf den Dünen sind insbesondere dem überaus artenreichen Ohrlöffel-Schwingel-Rasen oder dem Nelken-Strandnelken-Rasen zuzuordnen. Im Übergang von den Rasen zu den Wäldern treten xerotherme Staudenfluren und Gebüsche auf. Leitart der Tierwelt des Mittelelbegebietes ist der Biber, der hier sein Hauptverbreitungsgebiet hat. Mehr als 40 weitere Säugetierarten besiedeln die Aue. Hingewiesen sei auf die Kleinsäuger wie Zwergmaus, Zwergspitzmaus und Wasserspitzmaus. Unter den Fledermäusen sind der Große Abendsegler und die Wasserfledermaus die charakteristischen Arten. Von den Vögeln wurden bisher über 280 Arten nachgewiesen, darunter etwa 135 Brutvogelarten. Typisch für die Auenwälder sind Mittelspecht, Kleiber und Pirol. Sehr seltene Waldbewohner sind Schwarzstorch und Kranich. Die Auen sind ein wichtiges Nahrungshabitat des Weißstorchs. Der Graureiher hat mehrere Kolonien, und seit 1987 brütet auch der Kormoran wieder im Gebiet. Die Altwasser sind Lebensraum zahlreicher Wasservögel. Zu nennen sind Stockente, Tafelente, Graugans, Höckerschwan, Bleßhuhn, Haubentaucher sowie Zwergtaucher. Selten sind Rothalstaucher und Schwarzhalstaucher. In Kolonien brütet die Lachmöwe. In den Röhrichten treten selten Große Rohrdommel und Zwergrohrdommel auf. Regelmäßiger anzutreffen sind Teichrohrsänger und Rohrammer, selten dagegen Schlagschwirl, Rohrschwirl und Drosselrohrsänger. Auf den Sandbänken, insbesondere der unteren Mulde, brüten Flußregenpfeifer und Flußuferläufer. Bemerkenswert ist auch die hohe Dichte an Greifvögeln. Mäusebussard, Rot- und Schwarzmilan, Habicht und Sperber, Rohrweihe, aber auch Turmfalke und Baumfalke kommen vor. Einzelvorkommen von Seeadler und Schreiadler in den LSG sind belegt. Der Fischadler ist seit 1998 Brutvogel in der Muldeaue. In den Wiesenauen bei Wittenberg und Wulfen brütet noch der Große Brachvogel. Daneben sind Kiebitz, Bekassine sowie selten der Wachtelkönig heimisch. Die Vorkommen der Uferschnepfe sind wohl erloschen. Braun- und Schwarzkehlchen sowie Wiesenpieper besiedeln ebenfalls die Wiesenlandschaften. In Gebüschen mit angrenzendem Offenland sind Sperbergrasmücke, Rotrückenwürger und Raubwürger anzutreffen. Charaktervogel der Waldränder, Gebüsche, Gehölze und Parks ist die Nachtigall. Auf den mit Solitärbäumen bestandenen Wiesen fällt die hohe Dichte des Baumpiepers auf. Das Mittelelbegebiet hat weiterhin eine große Bedeutung als Zug-Rastraum für ziehende Wasservögel. Zu beobachten sind dann Krickenten, Reiherenten, Schellenten, Löffelenten, Spießenten, Pfeifenten, Schnatterenten und Bergenten. Hinzu kommen Gänsesäger und Zwergsäger, Singschwäne, Zwergschwäne und Saat- und Bleßgänse. Der Seeadler überwintert regelmäßig im Gebiet. Als Durchzügler mit mitunter auch längerer Verweildauer besuchen Fischadler, Wiesenweihe, Kornweihe, Grünschenkel und andere Wasserläufer und Strandläufer das Gebiet. Seltener sind zum Beispiel Doppelschnepfe, Zwergschnepfe oder Regenbrachvogel. Von den Kriechtieren ist die Ringelnatter ein charakteristischer und häufiger Vertreter. Besonders kennzeichnen die Vorkommen von Laubfrosch und Rotbauchunke die artenreiche Lurchfauna. In Elbe, Mulde und Saale leben über 20 Fischarten, darunter die kennzeichnenden Fließwasserarten Döbel, Hasel, Aland, Rapfen, Ukelei, aber auch Aal, Gründling, Blei, Zope, Quappe und Flußbarsch. In den Altwassern sind Bitterling, Schlammpeitzger, Karausche und Steinbeißer besonders erwähnenswert. Die Fauna der Wirbellosen ist überaus artenreich. Hingewiesen werden kann nur auf wenige Arten wie die auffälligen Großkäfer Eichenbock und Hirschkäfer, die Libellen Südliche Mosaikjungfer, Grüne Mosaikjungfer, Glänzende Binsenjungfer und Asiatische Keiljungfer. Unter den Heuschrecken ist für das Elbegebiet beispielsweise das Auftreten der Gestreiften Zartschrecke kennzeichnend. Überaus wertvoll sind die Vorkommen der wohl ältesten rezenten Tierformen Kiemenfuß und Schuppenschwanz in Temporärgewässern der Überflutungsaue. Hervorzuheben ist auch der stabile Bestand an Fluß- und Teichmuschel. Die LSG sollen zur Sicherung der Kulturlandschaft an der Mittleren Elbe dienen. Dabei kommt es insbesondere darauf an, die Verteilung der Grünland- und Waldgebiete zu erhalten und deren extensive Nutzung beziehungsweise naturnahe Bewirtschaftung zu sichern. In den westlichen Teilen des LSG „Mittlere Elbe“ zwischen der Mulde und der Saalemündung wird auf eine Erweiterung der Auenwaldfläche orientiert. Insbesondere sollen auch die nicht auengerechten Hybridpappelbestände in Auenwald umgewandelt werden. Besondere Förderung sollen Wildobstbäume und andere seltenere Gehölze wie Feld-Ahorn oder Feld-Ulme erfahren. Mit Hilfe des Vertragsnaturschutzes sollen die Landwirte in Schwerpunktbereichen in ihrem Bemühen unterstützt werden, den Artenreichtum der Auenwiesen durch extensive Grünlandnutzung zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. Ganz besondere Bemühungen sind zur Sanierung und Sicherung der Altwasser notwendig. Infolge des Ausbaus der Flüsse entstehen heute keine weiteren neuen Altwasser mehr und die bestehenden verlanden zunehmend durch die Eutrophierung und gehen als wichtige Lebensräume der Auen verloren. Viele Fließgewässer im LSG sind renaturierungsbedürftig. Ihre ökologische Durchgängigkeit wäre wiederherzustellen und ihre Unterhaltung extensiv zu betreiben. Großer Anstrengungen bedarf es, um den weiteren Ausbau der Flüsse zu begrenzen. Dabei wird davon ausgegangen, daß ein Ausbau der Mulde nicht erfolgen darf, und die zukünftige Schiffbarkeit der Elbe und Saale so zu modifizieren ist, daß keine nachteiligen ökologischen Auswirkungen auf die Aue zu befürchten sind und insbesondere die weitere Eintiefung der Elbe aufgehalten und möglichst rückgängig gemacht wird. Durch die Rücksetzung von Deichen wird angestrebt, die Überflutungsflächen zu vergrößern, wo dies sinnvoll und möglich ist. Diese Maßnahme dient der Renaturierung der Aue, hat aber meist nur lokale Wirkung für den Hochwasserschutz. In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege wird das Dessau-Wörlitzer Gartenreich gepflegt und rekonstruiert. Dazu sind Industrie- und Gewerbeentwicklungen in der historischen Landschaft besonders kritisch zu hinterfragen und geeignete touristische und gewerbliche Entwicklungen unter Nutzung der vorhandenen Substanz zu fördern. Eine besondere Rolle spielen dabei auch die Pflege und Rekonstruktion des Straßen- und Streuobstes, die Anlage von Alleen und die Nachpflanzung von Solitäreichen. Die ackerbaulich genutzten Gebiete des LSG können durch landschaftsgestaltende Maßnahmen aufgewertet werden. Hierzu gehören insbesondere die Anlage von Hecken und Gehölzen, die Förderung der Entwicklung von Kraut- und Staudensäumen und die Anlage von Gewässerrandstreifen. Die Landschaft wird für den ökologisch verträglichen Tourismus und die Erholung erschlossen. Dabei werden besonders sensible Bereiche wie beispielsweise die Naturschutzgebiete durch Lenkungsmaßnahmen geschützt. Weitere Wanderwege und Radwanderwege sind anzulegen und auszuschildern, landschaftliche Erlebnisräume zu gestalten und die Besucher durch geeignete Informationen an die Landschaft und deren Sehenswürdigkeiten heranzuführen. Informationszentrum des Biosphärenreservats Das Informationszentrum liegt an der Straße von Dessau nach Oranienbaum am Abzweig zum früheren Forsthaus Kapen beziehungsweise zum Kapenschlößchen, in dem heute die Verwaltung des Biosphärenreservats ihren Sitz hat. Man erreicht das Informationszentrum auch mit dem Bus und mit der Wörlitzer Eisenbahn. In Schauhallen wird über das Biosphärenreservat „Mittlere Elbe“ informiert. Unweit des Informationszentrums befindet sich eine Biberschauanlage, die sogar einen Einblick in eine besetzte Biberburg ermöglicht. Im Umfeld des Kapenschlößchens kann der Besucher auf einem Naturlehrpfad interessante Informationen über das Gebiet am Kapengraben erhalten. Ein weiterer Lehrpfad stellt zahlreiche alte Obstsorten vor. Landschaftsgärten des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs Der bedeutendste Landschaftsgarten ist der Wörlitzer Park. Neben diesem bestehen aber weitere Gärten, die lohnenswerte Ausflugsziele sind. Nahe Vockerode liegt auf einer Düne an der Elbe der Waldpark Sieglitzer Berg. Bei Dessau-Waldersee befindet sich das sehr intime, hainartige Luisium, das in eine historische Landschaft eingebettet ist, die die Entstehungsgeschichte des Parks gut nachvollziehbar macht. Westlich von Dessau erstreckt sich das Georgium. Im Schloß Georgium befindet sich eine bedeutende Gemäldegalerie. Bei Dessau-Großkühnau erstreckt sich der Kühnauer Landschaftspark am gleichnamigen See. Der Fürst-Franz-Wanderweg erschließt das Dessau-Wörlitzer Gartenreich in seiner Ost-West-Ausdehnung von Dessau-Großkühnau bis Wörlitz. Dabei werden die Landschaftsgärten des Gebietes durchquert oder berührt. Der Weg ist überaus reizvoll. Aufgrund seiner Länge und seinem Ausbauzustand eignet er sich besonders für eine Radwanderung. Naturlehrpfad Kliekener Aue In der Kliekener Aue besteht im Verbund mit einem Rad- und Fußwanderwegenetz ein Naturlehrpfad, der vielfältige Informationen über die Aue vermittelt. Von einer Aussichtskanzel aus erhält der Besucher einen Einblick in das Naturschutzgebiet „Saarenbruch“ und kann Wasservögel beobachten. Wanderung von Coswig nach Wörlitz Von der historischen Stadt Coswig überquert man mit der Fähre die Elbe. Vom linken Elbeufer aus erschließt sich die Stadtansicht von Coswig. Eine alte Pflasterstraße führt nach Wörlitz. Von dieser vermutlich noch einzigen, mit Kopfsteinpflaster versehenen Bundesstraße aus erschließt ein Rundwanderweg die Elbaue um den Wildeberg. Wörlitz erreicht man von der Parkseite her auf dem Weg durch die Auenwälder und Auenwiesen. Wanderung Lutherstadt Wittenberg - Pratau - Durchstich Von Wittenberg mit seinen reformationsgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten gelangt man über die Elbebrücke in Richtung Pratau. Auf Wiesenwegen führt dann der Weg durch die Überflutungsaue mit Baumgruppen, Einzelbäumen und Flutrinnen sowie kleineren Auengewässern zum Altarm „Durchstich“. Die Möglichkeit zahlreicher Wasservogel-Beobachtungen sowie das Erleben von Sichtbeziehungen vom Hochwasserdeich zur markanten Stadtsilhouette Wittenbergs mit den historischen Kirchen und der Hafenspeicher- und Industriearchitektur lohnen den Weg. Wanderung Elster - Wartenburg Mit der Gierfähre in Elster setzt man über die Elbe. Durch die weite Wiesenaue verlaufen Wege in Richtung Wartenburg mit dem historischem Schloß und der Gedenkstätte für den Elbeübergang General von Yorks in der entscheidenden Schlacht 1813 gegen Napoleon. Eine Wanderung durch einen reich strukturierten Wald im Übergang von einer Düne zum Auenwald am Altarm ”Großer Streng” ist zu empfehlen. Die Möglichkeit der Beobachtung einer artenreichen Wald- und Wasservogelwelt sowie der Fraßspuren des Elbebibers und einer Brutkolonie des Graureihers auf Altkiefern besteht in diesem Teil des LSG. Wanderung von Raguhn bis Dessau Von Raguhn aus verläuft ein markierter Wanderweg auf dem hohen Muldeufer nach Dessau. Vom Ufer aus erschließen sich weite Blicke in die Muldeaue. Vor Dessau liegt der Naturlehrpfad Kümmerlinge-Alte Leipziger Straße, der Wissenswertes über die Mosigkauer Heide und die Muldeaue vermittelt. Breitenhagen und Saalemündung Von Zerbst kommend kann man bei Breitenhagen die Elbe mit der Fähre überqueren. Bei einem Besuch von Großrosenburg mit der alten Wasserburg erschließen Wanderwege die Elbe- und die untere Saaleaue. Dornburger Schloß und Pretziener Wehr In außergewöhnlich reizvoller Lage steht das Dornburger Schloß, ein barockes Bauwerk, am Rande des Elbetals. Unweit Dornburg kann der Besucher bei Pretzien als technisches Denkmal das Pretziener Wehr besichtigen. Es dient der Umleitung von Hochwasser zur Entlastung der Stromelbe bei Magdeburg. Weiterhin kann das unweit gelegene Umweltzentrum Ronney besucht werden. Klus und Gommeraner Heide Von der Stadt Gommern mit ihrer historischen Wasserburg und vom Dorf Wahlitz sind Wanderungen auf Fuß-, Rad- und Reitwegen in die Klus und in die Gommeraner Heide möglich. Die Gommeraner Heide umfaßt ein weitflächiges Dünengebiet mit Kiefernforsten und Niederungen der Ehle. Die Klus ist ein Landschaftsraum südwestlich Wahlitz, der bis in die Elbeaue reicht. Der Klusdamm war eine ausgebaute mittelalterliche Wegeverbindung durch die vernäßte Elbe- und Ehleaue, die von Magdeburg in die ostelbischen Gebiete führte. Er bestand schon vor seiner Ersterwähnung 1469. In einer Beschreibung des Erzstiftes Magdeburg wird 1655 der Klusdamm wie folgt dargestellt: ”Von Magdeburg sind ... eine Meile Wegs bis Wahlitz ... Dämme und Brücken, soviel und kostbar, daß dergleichen Bau wenig in Deutschland gefunden wird ”. Die Baulichkeit Klus an der Klusbrücke nahe Wahlitz war ursprünglich eine von Augustinermönchen bewirtschaftete Herberge, zeitweilig Zollstation an der preußisch-kursächsischen Grenze, Forsthaus und Gaststätte. Heute ist dort die letzte zweibogige Brücke des ursprünglich 7,6 km langen Klusdammes zu besichtigen. An der Klusbrücke mit dem Klusdamm befinden sich auch die baulichen Reste des Klusgebäudes, insbesondere eines Wohnturmes, der vermutlich um 1500 errichtet wurde, sowie ein Grenzstein. Geotope Der ehemalige Steinbruch, jetzt wassergefüllt, unmittelbar südöstlich der Ortslage Plötzky gelegen, zeigt Quarzit mit Tonschiefereinschaltungen. Eine zirka 800 m lange und bis 12 m hohe Düne am Kulk in Gommern südlich der Ortslage ist eine bemerkswerte Sandanwehung. Das Dessau-Wörlitzer Gartenrreich Von besonderer kulturgeschichtlicher Bedeutung im Mittelelbegebiet ist die Entstehung des Gartenreiches zwischen Dessau und Wörlitz in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts unter der Regentschaft von Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1748-1817) und seinem Berater und Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1740-1800) entstand die erste geschlossene frühklassizistische Kultur auf dem europäischen Festland. Im Zusammenhang mit der Durchführung zahlreicher gesellschaftlicher Reformen wurden klassizistische Gebäude errichtet, Landschaftsgärten angelegt und insgesamt die Landschaft in Einheit mit ihrer Nutzung verschönert. Gemäß dem Wahlspruch ”Das Schöne mit dem Nützlichen” entwickelte sich im Gartenreich eine für damalige Verhältnisse moderne Landwirtschaft. Auf den Schutz der Landschaft verweist der sogenannte Warnaltar von 1800 im Wörlitzer Park mit der Inschrift ”Wanderer achte Natur und Kunst und schone ihrer Werke”. Die damalige Landschaft war aufgrund der historischen Nutzung in weiten Teilen parkähnlich, insbesondere durch die in überreichem Maß vorhandenen Solitäreichen und die weiträumigen Hudewälder. Diese Landschaft mit ihren sich oft bis zum Horizont hinziehenden Wiesenflächen mit malerischen Eichen, die wie Monumente die Aue beherrschen, entsprach zutiefst dem Landschaftsideal damaliger Zeit. So war es das Ziel der weiteren Gestaltung, Höhepunkte in Form von Gärten mit Landhäusern und zahlreichen Parkbauten in die Landschaft einzubetten und diese untereinander und mit der umgebenden Landschaft durch Sichtbeziehungen aufs engste zu verbinden. So entstanden der Westpark mit dem Georgium, das Beckerbruch, der Wallwitzberg und der Streitwerder sowie der Kühnauer Park, der Lustgarten am Schloß Dessau und der gegenüber liegende Tiergarten sowie Anlagen am Diepolt als auch der Ostpark mit Luisium, Sieglitzer Park und dem Höhepunkt der Gartengestaltung, dem Wörlitzer Park. Im Süden der Stadt Dessau befanden sich die Anlagen an der Haideburg. Die Gestaltungen setzten sich in die umgebende Landschaft durch den Bau von Wallwachhäusern, Raststätten, Sitzen und Gedenksteinen fort. In weiten Abständen wurden seitlich der Straßen kleine Gehölzbestände, oft mit Blumenpflanzungen und Sitzplätzen, eingefügt. Um Fußgänger nicht durch Reiter und Gespanne zu belästigen, verliefen neben den Straßen staubfreie Unterwege. Die Bepflanzung der Straßen mit Obst und die Anlage zahlreicher Obstgärten verwandelte während der Obstblüte das ganze Land in einen blühenden Garten. Auch in der Zeit nach dem Tode des Fürsten Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau wurden die Landschaft und die Gärten erhalten und gepflegt. Zunächst erfolgten Erhaltungsmaßnahmen durch das Herzoghaus und später durch einen Gemeinnützigen Verein von Dessau. Diese Landschafts-, Garten- und Baudenkmalpflege setzt sich bis in die heutige Zeit fort. Dennoch müssen auch Verluste in dieser Landschaft beklagt werden, die durch den Bau von Siedlungs-, Gewerbe- und Industriegebieten, Verkehrstrassen u.a. verursacht wurden. Auch die moderne Landwirtschaft räumte Teile der die Landschaft gliedernden Elementen aus. Dennoch können die Zeugen der historischen Kulturlandschaft noch heute vielfältig erlebt werden. Eichenwiesen Ein besonderes landschaftliches Kennzeichen des Mittelelbegebietes und insbesondere des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs sind die mit Solitäreichen bestandenen Wiesen. Zwischen Dessau und Wörlitz wurden etwa 500 solcher Eichen mit einem Alter zwischen 400 und 700 Jahren und weitere etwa 25 000 jüngere gezählt. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts stockten etwa 20 000 bis 25 000 solitäre Alteichen im Gebiet, darunter einzelne Bäume mit einem Alter bis zu 1 000 Jahren. Die alten Solitäreichen sind Reste der mittelalterlichen Hudewälder. Die Eichen hatten als masttragende Bäume eine besondere wirtschaftliche Bedeutung für die Schweinemast. Die Bäume waren einzeln erfaßt und wurden verpachtet. Mit der Rodung der Wälder und ihrer Umwandlung in Wiesen blieben die Alteichen erhalten und rückten in den Freistand. Mit der Entwicklung des Gartenreiches wurde diesen Bäumen ein besonderer ästhetischer Wert beigemessen. Damit wurden sie nicht wie anderenorts beseitigt, sondern blieben erhalten. Im Verlauf des 19. Jahrhundert erreichten viele dieser Bäume ihr natürliches Lebensende, andere wurde gefällt. Gleichzeitig setze aber, zunächst durch das Herzoghaus und später durch den Gemeinnützigen Verein von Dessau betrieben, die Nachpflanzung von Solitäreichen seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Noch heute ist es ein besonderes Streben der Landschaftspflege im Gartenreich, Wiesen mit Solitärbäumen zu besetzen. Um den derzeitigen Verlust an Solitärbäumen kompensieren zu können, müßten jährlich etwa 100 Bäume nachgepflanzt beziehungsweise aus der natürlichen Verjüngung übernommen werden. Altwassersanierung und Gewässeranlage Da, bedingt durch den Flußausbau, keine Altwasser mehr auf natürliche Weise entstehen, die vorhandenen Altwasser zunehmend verlanden und infolge der menschlich bedingten Nährstoffanreicherung beschleunigt verschlammen, kommt der Sanierung und Neuanlage von Altwassern eine besondere Bedeutung zu. Als Beispiel einer Sanierung kann der Kühnauer See bei Dessau betrachtet werden. In den Jahren 1993 bis 1997 wurde das Gewässer unter Beachtung ökologischer, denkmalpflegerischer und erholungsfunktionaler Gesichtspunkte abschnittsweise entlandet und entschlammt. Weiterhin wurde ein den See ehemals teilender Damm aus Trümmerschutt, der nach 1945 geschüttet wurde, wieder aus dem See entfernt. Das Gewässer zeigt eine wesentliche Verbesserung der Wassergüte und der Standortvielfalt. Seltene Pflanzen- und Tierarten wie Kleines Nixkraut, Steinbeißer oder Kleines Granatauge wurden deutlich gefördert. Die gezielte Wiederansiedlung der ausgestorbenen Wassernuß verlief erfolgreich. Der See als Teil des Kühnauer Landschaftsparks konnte in seiner historischen Gestalt wieder rekonstruiert werden. Unweit des Kühnauer Sees liegt im Beckerbruch, einem Teil des Landschaftsparks Georgium, das Gewässer Wallwitzsee im Stillen Plan. Dieses Gewässer wurde 1990 bis 1991 neu geschaffen. An Stelle einer früheren Wiese, die infolge Nichtnutzung völlig mit Gehölz zugewachsen war, wurde ein nach ökologischen und denkmalpflegerischen Gesichtspunkten gestaltetes Gewässer entwickelt. Ein Besuch dieses Gewässers vermittelt einen Eindruck von den Möglichkeiten zur naturnahen Anlage von Gewässern. Heute siedelt der Biber im See, es entwickelte sich eine artenreiche Wasser- und Ufervegetation. (1) EU-Life-Projekt in der Kliekener Aue Ziel des Projektes war und ist die Renaturierung eines sehr wertvollen Biotopkomplexes in der Elbeaue bei Klieken. Im Mittelpunkt stand die Öffnung der seit Jahrzehnten unterbrochenen Verbindung von der Stromelbe zur ehemaligen Flussschlinge „Kurzer Wurf“. Durch die Anlage eines Gerinnes mit einer Grundschwelle fließt nun Elbewasser ab dem Pegelstand 0,5 m unter Mittelwasser aus der Stromelbe in den Kurzen Wurf. Dadurch wurde aus dem weitgehend stehenden Gewässer wieder ein auentypischer Bestandteil, der der natürlichen Flussdynamik unterliegt; die Verbesserung der Lebensbedingungen für ausgewählte Gewässerorganismen wurde erreicht. Durch die Anbindung des Altwassers an den Strom entstand eine Flussinsel, auf der sich nun über Sukzessionsstadien ein natürlicher Auenwald entwickeln soll; es werden noch einige Initialpflanzungen mit autochthonen Schwarzpappeln erfolgen. Weitere Bestandteile des Projektes waren die Entschlammung von etwa 15 ha verlandeten Elbealtarmen im NSG „Sarenbruch“ und die Begründung von 30 ha Waldflächen auf ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Fluren östlich vom Kurzen Wurf. Die Laufzeit des Life-Projektes erstreckte sich über die Jahre 1998 bis 2001. Die eingesetzten finanziellen Mittel wurden zu jeweils 50 % von der EU und vom Land Sachsen-Anhalt bereitgestellt. Erste Erfolge der Flussdynamik waren am Einlauf zum Kurzen Wurf bereits nach ersten erhöhten Wasserführungen der Elbe im Frühjahr 2002 und nach dem enormen Hochwasser im August 2002 zu beobachten. Kolke, Abbruchkanten und Sandanlandungen in Größenordnungen sind auentypische Erscheinungen, mit deren Auftreten in dieser kurzen Frist bereits wesentliche Ziele des Projektes erreicht wurden. Naturschutzgroßprojekt Mittlere Elbe Naturschutzgroßprojekte sind Fördervorhaben, an denen sich der Bund mit 75 % der Kosten an der Planung und Umsetzung beteiligt. 15 % der notwendigen Finanzen für das Elbeprojekt werden vom Land Sachsen-Anhalt und 10 % vom WWF-Deutschland übernommen. Durch die Förderung fließen dem Land und besonders der Region erhebliche finanzielle Mittel zu. Diese ermöglichen, einen entscheidenden Beitrag zur Erfüllung eingegangener Verpflichtungen des Landes zur Sicherung und Entwicklung des Biosphärenreservates „Mittlere Elbe“ (und zukünftig des vergrößerten Biosphärenreservates „Flusslandschaft Mittlere Elbe“) in Einheit von nachhaltiger Nutzung und ausreichendem Schutz der Auenlandschaft gegenüber der UNESCO zu leisten. Hauptziel des Naturschutzgroßprojektes ist die Sicherung eines durchgehenden Verbundes echter, überflutbarer Auenwälder und Auenwiesen von der Mulde- bis zur Saalemündung. Geplante Maßnahmen sind der Flächenerwerb von ca. 800 ha Auenwaldbereichen und Stromtalwiesen zur naturschutzkonformen Nutzung, darüber hinaus auch der Rückbau von einigen Entwässerungsgräben und die Reaktivierung von Hochflutrinnen durch die lokale Absenkung von Forstwegen und Sommerdeichen. Ein weiteres Hauptanliegen des Projektes ist auch die Planung der Rückverlegung des linksseitigen Hochwasserdeiches der Elbe im Bereich des Lödderitzer Forstes. Etwa 7 km Deichneubau bei einer potenziellen Retentionsflächenerweiterung um etwa 600 ha werden geprüft. Sollte das Genehmigungsverfahren und der Bau eines neuen Deiches gelingen, wäre es in Sachsen-Anhalt die erste Rückverlegung aus primär naturschutzfachlichen Gründen. Das Großprojekt startete im Jahr 2001, der Abschluss ist für 2010 geplant. Ansprechpartner ist das im Lödderitzer Forsthaus eingerichtete Projektbüro. Das Pretziener Wehr Bei dem Jahrhunderthochwasser im August 2002 war das Pretziener Wehr für Magdeburg und Schönebeck besonders wichtig. Es schützt die Städte seit mehr als 125 Jahren vor Hochwasser. Das Wehr wurde nach dem Deutsch-Französischen Krieg zwischen 1871 und 1875 von italienischen Bauarbeitern und französischen Kriegsgefangenen errichtet. Es liegt südöstlich von Magdeburg an einem alten Flussarm der Elbe. Dieser alte Flussarm erstreckt sich heute bis zum Steinhafen; dort ist durch einen Damm der Altwasserlauf zur Sorge abgetrennt, er verläuft durch das Dornburger Siel westlich des Pretziener Wehres in die alte Elbe. Dieser Altarm war ursprünglich der Hauptarm der Elbe, der allerdings schon seit Jahrhunderten Auflandungen und Verschlammungen aufweist. Nur in Hochwasserzeiten floss die Elbe noch durch diesen alten Flussarm und überflutete dabei meist auch die angrenzenden Niederungen samt den dort gelegenen Dörfern. Als sich diese Elbedörfer mehr und mehr durch höhere Deiche vor dem Hochwasser zu schützen versuchten, stieg gleichzeitig die Überschwemmungsgefahr für Schönebeck und Magdeburg. Um dieser zu begegnen, beschloss 1869 die preußische Regierung den Bau eines Elbeumflutkanals mit einem Wehr. Das bei Dornburg von der Elbe abzweigende alte Flussbett wurde durch einen breiten und tiefen Graben ausgebaut und südlich Pretzien durch ein Wehr abgeschlossen. Der dann folgende Umflutkanal endet nordöstlich von Magdeburg bei Lostau mit der Mündung der Ehle in die Elbe. Bei niedrigen bis normalen Wasserständen der Elbe verhindert das Wehr das schnelle Abfließen des Wassers und sichert so die Schifffahrt in der Stromelbe, insbesondere über den felsigen Untiefen am Herrenkrug, Petriförder und Domfelsen. Bei starkem Hochwasser wird das Wehr geöffnet, die Entscheidung darüber treffen die zuständigen Behörden anhand des Wasserstandes am Elbe-Pegel Barby im Landkreis Schönebeck. Normalerweise liegt der Elbe-Pegel dort bei etwa 2 m, erst bei 5,92 m wird das Wehr geöffnet. Bereits bei einem Pegel-Stand von 5,50 m fließen durch das geöffnete Wehr 750 bis 800 m3/s, bei starkem Hochwasser bis zu 1 800 m3/s (!) über den Umflutkanal ab und damit an Magdeburg vorbei. Im Höchstfall wird etwa ein Drittel des gesamten Hochwassers durch den Kanal geführt. Das bedeutet etwa eine Entlastung des Elbewasserstandes im Bereich Schönebeck und Magdeburg um 0,5–0,6 m unter den Wasserstand, der ohne Wehröffnung auftreten würde. Das ist für die nah am Wasser erbauten Altstädte eine entscheidende Entlastung, was sich besonders zur Jahrhundertflut im August 2002 und schon wieder im Januar 2003 gezeigt hat. Das Pretziener Wehr ist ein so genanntes Schützentafelwehr und einmalig in Europa. Normalerweise befindet sich zwischen den Pfeilern eines Wehrs nur jeweils eine große Platte, die im Hochwasserfall von starken Motoren nach oben gezogen wird. Als das Pretziener Wehr gebaut wurde, gab es solche Motoren noch nicht. Also wurden mehr als 300 etwa 0,7 mal 0,8 m große Platten über- und nebeneinander angeordnet, die von Hand gezogen werden können; keine leichte Arbeit, da ca. 3,2 t Druck auf den untersten Tafeln lasteten. So dauert es etwa sechs Stunden Handarbeit, bis die größtmögliche Öffnung erreicht ist. Die vielen Einzelplatten sind die bautechnische Besonderheit dieses Wehres. Für die ausgeklügelte Technik der mit Manneskraft bedienbaren Einzelplatten wurde das Wehr 1889 auf der Pariser Weltausstellung als technische Meisterleistung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Seit seiner Inbetriebnahme 1875 wurde das Pretziener Wehr 58 mal gezogen, die letzten Öffnungen erfolgten im Mai 1999, am 15.08.2002 morgens ab 8.30 Uhr zur Milderung der Jahrhundertflut und zuletzt im Januar 2003. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X (1) Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 14.07.2026
wann wird das Umweltministerium den fehleranfälligen Reaktor abschalten, um die Bevölkerung vor gesundheitlichen Risiken zu schützen? Viruserkrankungen sind für manche ein alljährliches meist harmloses Ereignis. Ein GAU in einem AKW vernichtet die Gesundheit aller Bürger*innen in einer ganzen Region. Die Fakten sind bekannt. Wann reagiert der grüne Umweltminister Franz Untersteller darauf? Anhang: RISSE im AKW ! Wir fordern den Umweltminister von Baden-Württemberg - Franz Untersteller - auf, die am 22.9.2019 erteilte Genehmigung zum Weiterbetrieb von Block 2 des Atomkraftwerkes Neckarwestheim unverzüglich aufzuheben! Das AKW weist schwerwiegende Mängel auf; der Weiterbetrieb ist nicht mehr zu verantworten! Siehe Fußnoten 1 +2) KONKRET: Im AKW Neckarwestheim Block II von EnBW sind hunderte Risse in Dampferzeugerrohren aufgetreten. Dieses AKW zwischen Stuttgart und Heilbronn ging 1989 an’s Netz und soll – nach dann 34 Betriebsjahren - als letztes deutsches AKW erst am 31.12.2022 abgeschaltet werden. Als Folge einer jahrelangen fehlerhaften Betriebsweise sind die Heizrohre der Dampferzeuger, die das hochradioaktive Primärkreiswasser des Reaktorkreises führen, von Spannungsriss- und Lochfraß-Korrosion betroffen. Auch bei der letzten Jahresrevision im August 2019 wurden 209 Risse und 87 weitere Korrosionsschäden an den Dampferzeuger-Heizrohren festgestellt – im dritten Jahr in Folge, und es werden jedesmal mehr. Insgesamt sind bis jetzt rd. 400 Rohre betroffen. Hinzu kommen weitere Schäden an 1.100 Kondensator-Rohren, Undichtigkeiten an Vorwärmern, fehlerhafte Stellungsanzeigen an Sicherheitsventilen, Mängel an den Notstromdieseln u.a.m. Der Betreiber EnBW gibt an, der „sichere Weiterbetrieb" sei "garantiert“. Aber selbst der TÜV schließt in seinem Prüfbericht v. 12.9.19 einen „wanddurchdringenden Riss“ nicht aus. Dennoch hat das Umweltministerium von Baden-Württemberg den Weiterbetrieb dieser abgenutzten und überalterten Reaktor-Anlage Neckarwestheim genehmigt, s. Fußnote 3) Sicherheit ist kein Lotteriespiel! Reißt auch nur ein einziges Dampferzeuger-Heizrohr auf oder gar ab, ist ein schwerer Kühlmittel-Verlust-Störfall im Reaktor mit Freisetzung erheblicher Mengen Radioaktivität in die Umwelt nicht mehr aufzuhalten. Dieser kann bis zur Kernschmelze führen, wie sie sich u.a. bei den Atomkatastrophen 2011 in Fukushima sowie 1986 in Tschernobyl wie auch 1979 im TMI-Reaktor bei Harrisburg/USA ereignet hatte. Die Folgen für die Bevölkerung im dichtbesiedelten Mittleren Neckarraum mit den Großstädten Stuttgart und Heilbronn sind unabsehbar – hier leben im Umkreis von 40 km um das AKW Neckarwestheim 2,5 Mio. Menschen. Vielen Dank für Ihre/Eure Unterstützung! Quellen: 1) Rede von Dipl.-Ing. Hans Heydemann auf der Demonstration vor dem AKW Neckarwestheim anlässlich des 9. Jahrestages (11. März) des dreifachen Super-GAUs in Fukushima/Japan am 8.3. 2020 2) ’Reaktor Rostiges Rohr’, KONTEXT, 16.10.2019 3) Pressemitteilung Nr.208/2019 des Umweltministeriums Ba-Wü v. 2.9.2019.
Die Mulde kommt aus Sachsen, sie wird aus der Zwickauer Mulde und der Freiberger Mulde gebildet, die sich beide südlich von Grimma bei Leipzig zur Mulde vereinigen. Nach 124 km Lauflänge mündet sie bei Roßlau in die Elbe. Das LSG umfaßt den sachsen-anhaltischen Teil des Muldetales oberhalb des Einlaufes der Mulde in den Muldestausee bis zur B 107 Schwemsal-Bad Düben. Der Lauf der Mulde im Bereich der Landesgrenze bildet zum großen Teil die südliche Grenze des LSG. Im Norden begrenzt die B 183 das Gebiet. Der südliche Teil der Landschaftseinheit Muldetal wird von diesem LSG repräsentiert, es reicht auch in die Landschaftseinheit Dübener Heide hinein. Das Landschaftsbild der Muldeaue oberhalb des Muldestausees wird einerseits von tischebenen Ackerflächen bestimmt, es zeichnet sich andererseits aber insbesondere am Fuße des Muldesteilhanges durch ein reichhaltiges Spektrum an Landschaftselementen aus, das von Auenwald, Wiesen, Gehölzen sowie Flutrinnen und Altwassern gekennzeichnet ist. Der Wechsel von Wald, Wiesen und Gewässern bietet dem Betrachter einen Einblick in die typische Auenlandschaft. In den offenen Bereichen, insbesondere in der Rösaer Aue, sind zahlreiche Blickbeziehungen in landschaftlich reizvolle Gebiete der Aue möglich, die durch Einzelbäume zusätzlich bereichert werden. Die Ursprünge der Besiedlung reichen etwa 10 000 Jahre bis ins Mesolithikum zurück. Bevorzugte Siedlungsplätze der Jäger, Fischer und Sammler waren die Talkanten zum Muldetal. Die Mulde bildete an ihrem Unterlauf lange Zeit eine Grenze zwischen unterschiedlichen Kulturen. In der frühen und mittleren Jungsteinzeit endete dort die Besiedlung des Mittelelbe-Saale-Gebietes. Das Gebiet östlich der Mulde weist als erste Besiedlungsspuren die der Kugelamphorenkultur auf, die von Osten her in das Mittelelbe-Saale-Gebiet vordrang. Während der Spätbronze- und Früheisenzeit trennte die Mulde die Siedlungsgebiete der Saalemündungsgruppe und der Hausurnenkultur im Westen von der Lausitzer und der Billendorfer Kultur im Osten. Erst in der jüngeren Eisenzeit gelangten beide Gebiete unter den Einfluss der Jastorf-Kultur. Das blieb auch wärhend der römischen Kaiserzeit so. Im Frühmittelalter schied die Mulde die slawischen Gaue Serimunt im Westen und Nizizi im Osten. Zentrale slawische Burg war Zörbig, 961 als "Zurbici" erstmalig erwähnt. In dieser Periode ist das Bild der heutigen Kulturlandschaft weitgehend vorgeprägt worden. Siedlungen lagen in der Nähe der Flüsse und Bäche. Scherbenfunde dieser Zeit liegen aus Pouch vor. Slawische Burgwälle bestanden in Pouch und bei Döbern. Zur Zeit der deutschen Ostexpansion gegen die Slawen vom 10. bis 13. Jahrhundert lag das Gebiet an der Nahtstelle zwischen Altsiedelland und den eroberten und kolonisierten Gebieten. Im 10. Jahrhundert gehörte es zu den überwiegend von Slawen bewohnten Gauen Serimunt zwischen Saale und Mulde und Nizizi östlich der Mulde. König Heinrich I. (919-936) ließ entlang von Elbe und Mulde Burgwarde errichten, von denen aus das Land militärisch kontrolliert und tributpflichtig gemacht wurde. Die Burg in Pouch ist Ottonischen Ursprungs. Mitte des 12. Jahrhundert setzte die zweite Etappe der deutschen Ostexpansion mit der gewaltsamen Besetzung fremder Gebiete, der zwangsweisen Missionierung der Slawen und mit einer großräumigen Siedlungsbewegung ein, die an der Mulde im Jahre 1144 mit dem Erwerb des Burgwards Kleutzsch-Sollnitz durch das Kloster Nienburg begann. Ein Rittersitz befand sich unter anderem in Pouch. Die ursprünglichen Auenwälder wurden auf den fruchtbaren Auenböden frühzeitig in Grünland überführt. Mit der erfolgten Eindeichung konnte landseitig zur ackerbaulichen Nutzung übergegangen werden, die heute die dominierende Nutzungsform darstellt. Obgleich der Muldelauf noch als weitgehend natürlich anzusehen ist, wurden im Zusammenhang mit Eindeichungen und Straßenbauten auch im LSG einige Flußschlingen vom Fluß abgetrennt, zum Beispiel die Alte Mulde Döbern und die Alte Mulde Roitzschjora. Das relativ starke Gefälle der Mulde wurde früher durch Schiffsmühlen genutzt. Die bekannteste befand sich in Düben, wo heute noch eine Schiffsmühle im Museum gezeigt wird. Auch in Pouch verrichtete eine solche bis 1885 ihren Dienst. Das aus dem Muldesteilhang austretende Quellwasser wurde bei Pouch durch die Kuhquellmühle genutzt. Die Landschaft südlich der Mulde wurde durch den Mitte des Jahrhunderts die Goitzsche erreichenden großflächigen Braunkohletagebau vollständig überprägt. Die Mulde wurde in den ausgekohlten Tagebau Muldenstein, den heutigen Muldestausee, umverlegt. Durch seine geringe Speicherkapazität beeinflußt er den Verlauf von Hochwasserereignissen nur wenig. Der Talverlauf zeichnet ein saale-kaltzeitlich angelegtes Urstromtal nach, das am nördlichen Rand die mächtigen elster- und saalekaltzeitlichen Ablagerungen der Dübener Heide in einer markanten Geländestufe schneidet. Zwischen Muldestausee und Rösa erreicht der Höhenunterschied 15 m und verliert sich flußaufwärts allmählich. Im Muldetal lagern Niederterrassen-Schotter aus der Weichselkaltzeit direkt über miozänen und oligozänen Sedimenten. Die Niederterrasse ist im LSG weitflächig von holozänen Auenbildungen bedeckt, ragt aber unmittelbar südlich davon deutlich über das Aueniveau hinaus. Im Muldetal dominieren Vegas aus Auenlehm und Auenschluff. Die in tieferen Lagen vorhandenen Gley-Vegas bzw. Gleye sind wegen der Grundwasserabsenkung im Tagebau Goitzsche zum größten Teil reliktisch geworden. Die Auenlehme der Mulde sind karbonatfrei. Dieser Abschnitt der Muldeaue endet am Einlaufwerk zum Muldestausee. Um die Flutung des Tagebaues Muldenstein zu erreichen, wurde vom ”Püchberg” an ungefähr über 800 m ein neues Flußbett in die pleistozäne Hochfläche gebaggert. Die ursprüngliche Muldeaue verlief in Richtung Westen südlich der Ortslage Pouch durch den Tagebau Goitzsche. Die hydrologischen Verhältnisse werden in der Muldeaue entscheidend von der Mulde und ihrer Wasserführung bestimmt. Das Überflutungsgebiet, das ursprünglich die gesamte Talsohle umfaßte, ist durch Eindeichung stark eingeengt. Der Fluß selbst ist noch weitgehend naturbelassen. Er mäandriert stark, und die Altarme lassen erkennen, daß die Mulde häufig ihren Lauf geändert hat. Die Altwasser stehen mit dem Fluß in der Regel nicht mehr in Verbindung und werden bei Hochwasserlagen außerhalb der Deiche nur noch indirekt über den steigenden Grundwasserspiegel beeinflußt. Regelmäßig treten Frühjahr Hochwasser auf. Bedingt durch das Einzugsgebiet und relativ starkes Gefälle sind beziehungsweise waren die unregelmäßig auftretenden Sommerhochwasser der Mulde gefürchtet, wobei die ausgedehnten Waldgebiete der Dübener Heide ausgleichend auf die Abflußverhältnisse wirken. Im Bereich des Muldetalhanges ist der zum Teil artesisch gespannte obere Grundwasserleiter angeschnitten, so daß am Hangfuß verbreitet Quellaustritte auftreten. Durch den jahrzehntelangen großflächigen Braunkohlenabbau im Tagebau Goitzsche sind die Grundwasserverhältnisse linksmuldisch sehr stark gestört. Die „Hufe“ bei Döbern, ein ehemaliges großes Muldealtwasser, ist deshalb trocken gefallen. Die klimatischen Verhältnisse werden durch die geschützte Lage am östlichen Rand des herzynischen Trockengebietes bestimmt. In einem deutlichen klimatischen Gradienten, der zwischen dem subkontinental getönten Westteil des Landkreises Bitterfeld und der stärker atlantisch getönten Dübener Heide ausgebildet ist, nimmt das Muldetal eine mittlere Stellung ein. Die am weitesten im Trockengebiet gelegenen Bereiche erreichen 520 mm Jahresniederschlag. Das Muldetal weist bereits um 20 bis 30 mm höhere Werte auf, und in der Dübener Heide nehmen die Summen der Jahresniederschläge zum Zentrum des Heidegebietes hin sehr schnell bis auf 650 mm zu. Die Temperaturwerte nehmen nach Osten ab. Das Jahresmittel der Lufttemperatur liegt bei 8,6 bis 9,0 o C. Die mittleren Lufttemperaturen betragen im Januar -1,0 bis -0,6 o C und im Juli 17,6 bis 18,0 o C. Während der nördliche Teil des Muldetales pflanzengeographisch noch zum Bezirk des Dessau-Magdeburger Elbetales gerechnet werden kann, bildet das übrige Untermuldegebiet einen eigenen pflanzengeographischen Distrikt. Den klimatischen Bedingungen am Rande des hercynischen Trockengebietes entsprechend, siedeln hier eine Reihe boreomeridional-subkontinentaler Stromtalarten. Die Wassernuß erreicht bei Roitzschjora ihre Verbreitungsgrenze im Muldetal. Die typische Weich- und Hartholzauenvegetation ist bis auf geringe Reste durch Grünland und Äcker ersetzt worden. Vorherrschend sind wüchsige Fuchsschwanzwiesen. Auf den wechselfeuchten Standorten ist die Mädesüß-Hahnenfuß-Wiese und auf schwereren, staunassen Böden die Rasenschmielen-Brenndolden-Wiese vertreten. Diese artenreichen, bunten Wiesengesellschaften, die noch bis zur Mitte unseres Jahrhunderts das Auengrünland prägten, sind allerdings nur noch kleinflächig an wenigen, wechselnassen bis staunassen Standorten am Fuße des Muldesteilhanges anzutreffen. Im Überflutungsbereich zwischen den Deichen stockt heute großflächig durch intensive Nutzung an Kräutern verarmtes Intensivgrasland. Relativ artenreiche Frischwiesenbestände sind noch in einer trockenen Ausbildungsform auf den Hochwasserschutzdämmen anzutreffen. Im Verlandungsbereich alter Flußschlingen und Muldealtwasser ist eine reich strukturierte Verlandungsvegetation ausgebildet. Die Verlandungsserie beginnt im tiefen Wasser mit wurzelnder Unterwasservegetation aus Kanadischer Wasserpest, Gemeinem Hornblatt oder Spreizendem Hahnenfuß. Es schließt sich ein Vegetationskomplex aus Wasserpflanzen mit Schwimmblättern an. Am auffälligsten sind dabei die Seerosen-Gesellschaft und die Froschbiß-Krebsscheren-Gesellschaft. Insbesondere letztere ist aber durch die Gewässereutrophierung stark im Rückgang begriffen. In geschützten Altwassern finden sich weiß- beziehungsweise rosablühende Teppiche des Gemeinen Wasserhahnenfußes und der Wasserfeder. Im Schutze des Röhrichts können sich Wasserlinsendecken ausbilden, in denen als Kostbarkeiten schwimmende Lebermoose (Riccia fluitans, Ricciocarpus natans) vorkommen. Entsprechend der Standortstrophie dominieren an den Muldealtwassern unter den Röhrichtgesellschaften Wasserschwadenröhricht und Rohrkolbenbestände. Dem Röhrichtgürtel ist oftmals ein auffallender Saum aus Wasser-Pferdesaat und Wasser-Sumpfkresse vorgelagert. Die Waldbestände auf dem Steilabfall des Heidegebietes in das Muldetal zwischen Pouch und Rösa repräsentieren die einzigen relativ naturnahen Waldgesellschaften dieses Raumes. In den nährstoffreichen, frischen bis sickernassen Hanglagen (Schichtquellen) finden sich im wesentlichen Bestände von Eichen-Hainbuchen- und Erlen-Eschen-Wäldern. In der Feldschicht ist das Vorkommen von Aronstab, Lungenkraut, Wolligem Hahnenfuß, Vielblütiger Weißwurz, Sanikel, Mittlerem Lerchensporn, Türkenbund-Lilie, Behaarter Schuppenkarde und Moschuskraut neben weiteren anspruchsvollen Arten besonders zu erwähnen. Hinsichtlich der faunistischen Ausstattung sind die hohe Populationsdichte des Elbebibers und die Brutvorkommen des Weißstorchs auf Horsten in Brösa und an der Kuhquellmühle hervorzuheben. Im Winter ist die lange eisfrei bleibende Mulde unmittelbar vor dem Einlauf in den Muldestausee ein wichtiger Rast- und Überwinterungsplatz für nordische Wasservögel. Die Struktur der Auenlandschaft und die natürliche Flußdynamik sollen in ihrer jetzigen Art grundsätzlich erhalten und durch eine Strukturanreicherung weiter aufgewertet werden. In der ausgeräumten Talaue ist durch Pflanzung von Baumreihen, Baumgruppen, Solitärbäumen, Obstbaumalleen und -reihen sowie Hecken eine Erhöhung der Strukturvielfalt zu erreichen. Alle artenreichen Feuchtwiesen sind durch eine angepaßte Pflege zu bewahren. Die kleinflächigen orchideenreichen Kleinseggenriede an der Hangkante sollten streuwiesenähnlich im Frühherbst gemäht werden, um eine Verbuschung zu verhindern. Der Grünlandanteil könnte höher sein; in diesem Zusammenhang ist die Notwendigkeit des Erhalts oder einer Erneuerung von Dränagen zu prüfen. Perspektivisch sollten auch Deichrückbauten geprüft werden. Durch Erstaufforstungen mit auentypischen Gehölzen, insbesondere Stiel-Eiche, Esche und Ulme, würden sich die vorhandenen Auenwaldreste vergrößern. Die naturnahen Waldbestände des Muldesteilhanges sind unter Förderung der Naturverjüngung und Schonung der Horst- und höhlenreichen Bäume zu erhalten. Die Erlenbestockungen sollten kleinstflächig niederwaldartig genutzt und regeneriert werden. Zusammengebrochene Bestände an der Kuhquellmühle sind unter Belassung von Jungwuchs zu ersetzen. Zur Abschirmung des Bestandesinneren dienen Waldmäntel. Fließgwässer- und Grabenunterhaltung sind auf ein ökologisch vertretbares Maß zu beschränken und Nährstoffeinträge zu vermeiden. Aus der unmittelbaren Nachbarschaft der reizvollen Muldeaue mit der Dübener Heide ergeben sich insbesondere für den Erholungssuchenden zahlreiche Exkursionsmöglichkeiten. Ein umfangreiches Netz von Wander- beziehungsweise Radwegen steht zur Verfügung. Besonders erwähnenswert ist die Wanderroute von Jeßnitz über Burgkemnitz, Muldenstein und Pouch bis nach Rösa. Mit diesen Wegen besteht für den Wanderer die Möglichkeit, sich unter anderem den Altjeßnitzer Irrgarten, den Muldensteiner Berg, den Muldestausee, die Muldeaue und die landschaftlich sehr reizvoll gelegenen Orte Brösa und Rösa anzusehen. Der Ort Rösa ist eine deutsche Siedlung und im Kern ein Straßenangerdorf. Vom Ortseingang her hat man in Richtung Bitterfeld einen der besten Überblicke über das Urstromtal der Mulde. Bemerkenswert ist der etwa vier Hektrar große, ehemalige Gutspark, ein gestalteter Landschaftspark mit altem Baumbestand. Als Baumaterial für die gotische Dorfkirche wurde der in den Bachtälchen der Dübener Heide verbreitet auftretende Raseneisenstein verwendet. Ausgehend vom Einlauf des Muldestausees empfiehlt sich eine Wanderung auf der oberen Hangkante entlang des Muldetales. Es ergeben sich weite Sichten über die Muldeaue und in das Tagebaugelände der Goitzsche. Nach einer kurzen Wegstrecke beginnen die naturnahen Hangwälder. An der ehemaligen Kuhquellmühle führt ein Feldweg in die Aue hinab. Er tangiert mehrere kleinere Altwasser mit interessanter Wasservegetation. Vom Hochwasserdeich aus ergibt sich erneut ein Überblick über die Mulde und ihre Aue. Einlauf des Muldestausees Der Muldestausee wirkt durch die drastische Verminderung der Fließgeschwindigkeit als Sedimentationsfalle für die von der Mulde transportierten Geschiebe. Sehr schön ist von der Muldebrücke über dem Einlaufbauwerk bei Pouch die Ausbildung eines Flußdeltas zu verfolgen. Bereits wenige Jahre nach der Flutung 1975 erschien die erste Kiesbank unmittelbar hinter dem Einlaufwehr. Diese wächst beständig und teilt die Mulde in zwei breite, ungleiche Arme. Die Kiesflächen werden sofort nach dem Auftauchen in einer typischen Abfolge von der Vegetation in Besitz genommen. Sind die Kiesbänke noch flach und nur im Sommer nicht überspült, siedeln sich einjährige Schlamm- und Uferpflanzen wie Zweizahn-, Gänsefuß-, Knöterich- und Sumpfkresse-Arten an. Es folgt Rohr-Glanzgras. Aus angeschwemmten, sich schnell bewurzelnden Aststücken entwickeln sich sehr rasch Weidengebüsche. Typische Brutvögel des entstehenden Flußdeltas sind Flußregenpfeifer und Sturmmöwe. Während der Zugzeiten rasten entlang der Ufer und auf den Schlammflächen zahlreiche Watvögel und Möwen. Da der Einlaufbereich auch im härtesten Winter bisher eisfrei blieb, konzentrieren sich hier die nordischen Wasservögel. Regelmäßig können dann dort Gänsesäger, Schellenten, Reiherenten und andere beobachtet werden. In manchen Jahren ist auch der Zwergsäger Wintergast. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025
Das LSG liegt südwestlich von Osterfeld in der Landschaftseinheit Zeitzer Buntsandsteinplateau. Es stellt das Bachtälchen der Leineweh einschließlich der näheren Umgebung unter Schutz. Im Norden grenzt es an das LSG „Saale“. Prägend für das Gebiet ist das meist kleinräumig strukturierte Bachtälchen der Leineweh mit einem überwiegend naturnahen Gewässerlauf und bachbegleitenden Ufergehölzen. Im nördlichen Teil des LSG gibt es vor allem Grünland, Staudenfluren und Bachauengehölze und in den weniger reliefierten Bereichen intensive Acker- und Grünlandnutzung. Nördlich von Goldschau befindet sich ein Feuchtgebiet mit ehemaligen Fischteichen, Röhrichten und Erlengehölzen. Der mittlere LSG-Teil ist durch den Wechsel von Laub- Laubmisch- und Mischwald, Streuobstbeständen, Grünland, Acker, Staudenfluren, Gärten sowie durch kleinere Deponie- und Abgrabungsflächen stärker strukturiert. Etwas ausgedehntere Bachauenwälder und größere Mischwald- und Laubmischwaldflächen an den Hangbereichen kennzeichnen den südlichen LSG-Bereich. Beeinträchtigungen des Gebietes erfolgten durch Schadstoffeinträge aus den intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen und durch den Kiesabbau westlich von Haardorf. Eine zerschneidende Wirkung hat die das Gebiet in West-Ost-Richtung querende Straße Osterfeld-Goldschau. Aufgrund der günstigen Boden- und Klimaverhältnisse wurde das Gebiet relativ früh besiedelt, wovon verschiedene ur- und frühgeschichtliche Funde zeugen. In den ersten Jahrhunderten u.Z. siedelten hier germanische (Hermunduren, Thüringer), später (ab 600) slawische Stämme (Sorben; das Gebiet gehörte zum Gau Tucharin), die im Burgwall von Osterfeld ihren Mittelpunkt besaßen. Im 10. Jahrhundert wurde das Gebiet von den sächsischen Herrschern erobert und dem Reich einverleibt. Aus dem Gebiet südöstlich Goldschau ist die Existenz einer Wüstung Eichlitz belegt. Neben den Wettinern und Askaniern erlangten später auch die Klöster der Prämonstratenser und Zisterzienser zeitweise größere Bedeutung in der Region. Nach ausgedehnten Waldrodungen war die Dreifelderwirtschaft vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert eine häufige Form der Bodennutzung. An den Hängen wurden Obst- und teilweise auch Weinbau betrieben. Einige ehemals als Fischteiche genutzte Gewässer befinden sich nördlich Goldschau. Zur Zeit wird das Gebiet überwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzt. Zwei Trinkwasserschutzgebiete liegen im LSG. Im Einzugsgebiet der Leineweh stehen triassische, tertiäre und quartäre Gesteine an. Am Prallhang auf der rechten Talseite sind Ton-, Schluff- und Sandsteine mit Gips- und Dolomitbänkchen des Oberen Buntsandsteins angeschnitten. Im Bereich des Haardorfer Berges und unmittelbar nördlich des LSG wird der Buntsandstein von eozänem Sand und Kies überlagert. In weniger geneigtem Gelände sind die älteren Gesteine meist durch quartäre Deckschichten verhüllt, das heißt durch eine Grundmoräne und Schmelzwasserablagerungen der elsterkaltzeitlichen Vergletscherung und links des Leinewehbaches auch durch weichselkaltzeitlichen Löß. Der Talboden ist mit holozänen Auensedimenten ausgekleidet. Die Böden werden aus Löß, Lößlehm, Berglöß und Berglehm über Buntsandstein und Geschiebelehm aufgebaut. Aus diesen Lagerungsverhältnissen ergibt sich die Neigung zur Stauvernässung, so daß in diesem Gebiet auf den Hochflächen Pseudogley-Braunerde in weiter Verbreitung vorhanden ist. An den Hängen dominieren meist Pseudogley-Braunerden aus skeletthaltigem Lehm über skeletthaltigem Ton. Im Leinewehtal gibt es Gley-Kolluvisiole aus Kolluviallöß. Das Gebiet wird durch die Leineweh und einen von Haardorf kommenden kleinen Zufluß geprägt, es entwässert über die Wethau in Richtung Saale. Von besonderer hydrologischer Bedeutung sind auch die beiden Quellgebiete des Klink- und des Bernhardsbrunnens südlich von Goldschau. Stillgewässer sind mit den Goldschauer Fischteichen im LSG ebenfalls vorhanden. Klimatisch befindet sich das Gebiet am Rande des Leegebietes der Mittelgebirge im Westen und des subkontinentalen Binnenlandes im Osten mit mittleren Jahrestemperaturen um 8,8 °C und mittleren jährlichen Niederschlagssummen von 583 mm. Die Vegetation der Wälder des Gebietes ist vor allem durch rotbuchenreiche Eichen-Hainbuchenwälder, kleinere Eschen-Ahorn-Schluchtwälder sowie Bachauenwälder mit Weidengehölzen und Erlen-Eschenbeständen gekennzeichnet. Zum Teil weisen die Wälder eine artenreiche Strauchschicht mit Hasel, Faulbaum, Rotem und Schwarzem Holunder auf. In der Krautschicht sind unter anderem Einbeere, Türkenbund-Lilie und Aronstab zu finden. Bemerkenswert und gesondert als Flächenhaftes Naturdenkmal geschützt ist ein größerer Märzenbecherbestand südlich von Goldschau. Reine Nadelholzbestände mit Kiefer und Lärche sind nur kleinflächig vorhanden. Im Bereich der Goldschauer Fischteiche stocken kleinere Erlenbestände mit Bruchwaldcharakter. Die intensiv genutzten Wiesenbereiche sind relativ artenarm und werden von Glatthafer dominiert. Erst bei extensiverer Nutzung weisen sowohl die feuchteren Wiesen der Bachaue als auch die trockeneren Rasen der Hangbereiche einen höheren Artenreichtum auf. Erwähnenswert sind Vorkommen von Sumpf-Dotterblume, Hoher und Wiesen-Schlüsselblume, Stengelloser Kratzdistel, Kleinem Odermennig und Bärenschote. Das Gebiet weist aufgrund seiner vielfältigen Biotopausstattung auch eine artenreiche Fauna auf, darunter eine Reihe gefährdeter Tierarten. Unter anderem gehören zu den im Gebiet vorkommenden Säugetieren Braunes Langohr, Zwerg- und Wasserfledermaus, Wasserspitzmaus, Feldhase, Mauswiesel, Dachs und Iltis. Der Strukturreichtum des Geländes spiegelt sich auch in der Brutvogelfauna wider, so konnten 1994 insgesamt 74 Brutvogelarten festgestellt werden. Von besonderer Bedeutung sind die Nachweise von Rotmilan, Rohrweihe, Rebhuhn, Wachtel, Gebirgsstelze, Wendehals, Grauspecht, Sommergoldhähnchen, Raubwürger und Braunkehlchen. In der Leineweh, einem flachen, schnell fließenden Gewässer mit sandig-kiesigem Substrat, ist die Schmerle zu finden. Ein Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Groppe konnte aktuell nicht bestätigt werden. Lurche und Kriechtiere wie Grasfrosch, Erd- und Kreuzkröte, Teich- und Bergmolch, Blindschleiche, Wald- und Zauneidechse finden hier einen geeigneten Lebens- und Fortpflanzungsraum. Um den Struktur- und Artenreichtum des Gebietes zu sichern und zu fördern, sind die Fließgewässer in ihrer naturnahen Struktur zu erhalten beziehungsweise der Zufluß zur Leineweh im nördlichen Gebiet durch Renaturierungsmaßnahmen wie Entfernung der Sohl- und Uferbefestigungen aufzuwerten. Ein ausreichend breiter Gewässerrandstreifen mit Ufergehölzen, Grünland und Staudenfluren sollte erhalten beziehungsweise angelegt werden. Dazu ist zum Teil auch eine Flächenumnutzung von Acker in Grünland auf Teilflächen anzustreben. Die Bachauenwälder sollten ebenso wie die potentiell natürliche Vegetation der entsprechenden Schluchtwälder und Eichen-Hainbuchenwälder erhalten werden. Kleinflächig vorhandene Monokulturen mit Pappel, Kiefer oder Lärche könnten in standortgerechte Bestände umgebaut werden. Besonderes Augenmerk ist auf den Schutz des Märzenbecherbestandes zu lenken. Das Landschaftsmosaik mit Wechsel zwischen Gewässern, Wald, Feldgehölzen, Grünland und Streuobstbeständen ist zu erhalten. Noch vorhandene Beeinträchtigungen durch Abgrabungen, Abfallablagerungen oder Abwassereinleitungen sind weiter zu reduzieren. Der Strukturreichtum aufgrund des wechselnden Reliefs und der reichen Biotopausstattung innerhalb einer sonst überwiegend agrarisch geprägten Landschaft bietet Erholungssuchenden ein abwechslungsreiches Landschaftsbild. Ein Wanderwegenetz ist zwar nicht ausgeschildert, durch die Nutzung vorhandener Wege ist das Gebiet aber gut erlebbar. Sehenswert sind vor allem im Frühjahr die Blüten der geschützten Märzenbecher und die Obstblüte der Streuobstwiesen. Ganzjährig laden das Bachtälchen, die Quellen am Klink- und Bernhardsbrunnen, einschließlich der angrenzenden Waldbestände, zu Spaziergängen ein. Klink- und Bernhardsbrunnen Die Quellgebiete mit dem Klink- und Bernhardsbrunnen wurden bereits 1968 durch Beschluß des Rates des Kreises Zeitz als hydrologische Naturdenkmale in einem Umkreis von jeweils 10 m um den Quelltopf unter Schutz gestellt. Der Klinkbrunnen ist eine Quelle, die an der westlichen Talseite im Laubmischwald aus einem Rohr mit einer Steinfassung zutage tritt. Am Bernhardsbrunnen tritt das Wasser innerhalb eines gemauerten Gewölbes aus. Beide Brunnen sind historisch bedeutsam aufgrund ihrer Nähe zur Wüstung Eichlitz, von der sich noch Fundamente oberhalb des Bernhardsbrunnens befinden sollen. Die Brunnen wurden früher auch als Pferdetränken genutzt. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025
Die Gemeinde Berg im Gau beantragt die Verlängerung der wasserrechtlichen Genehmigung für die Kläranlage auf dem Grundstück mit der Fl. Nr. 716 Gem. Berg im Gau.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 33 |
| Land | 24 |
| Weitere | 3 |
| Wissenschaft | 4 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 1 |
| Förderprogramm | 22 |
| Taxon | 1 |
| Text | 15 |
| Umweltprüfung | 7 |
| unbekannt | 13 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 24 |
| Offen | 34 |
| Unbekannt | 1 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 59 |
| Englisch | 2 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Datei | 1 |
| Dokument | 24 |
| Keine | 24 |
| Multimedia | 1 |
| Webseite | 15 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 26 |
| Lebewesen und Lebensräume | 44 |
| Luft | 17 |
| Mensch und Umwelt | 57 |
| Wasser | 21 |
| Weitere | 59 |