Weltweit ist eine rasante Zunahme des Artensterbens auch bei der Klasse Aves zu verzeichnen. Die durch Umweltzerstörung und unzählige andere menschliche Einflüsse (z. B. illegaler Handel mit teuren Wildvögeln) am meisten betroffene Tierordnung stellen die Papageienvögel dar. Derzeit ist fast ein Drittel der Papageienpopulation vom Aussterben bedroht. Eine Möglichkeit, diesen Trend aufzuhalten, besteht in der gezielten und effektiven Nachzucht bedrohter Arten in der Obhut des Menschen mit dem Ziel einer späteren Wiederauswilderung. Leider waren solche Bemühungen bisher oft erfolglos. Ein Grund hierfür besteht in dem nahezu vollständigen Fehlen fundierter wissenschaftlicher Untersuchungen zum Reproduktionsstatus, der Spermagewinnung, -analyse und -konservierung und zur künstlichen Besamung für die Ordnung der Papageien (Psittaciformes). Ziel dieses Projektes ist daher die Erarbeitung von nicht invasiven Methoden zur Bestimmung der Reproduktionssituation verschiedener Papageienspezies. Darüber hinaus soll bei diesen Vögeln eine effektive Gewinnung von Sperma sowie dessen genaue Beurteilung und optimale Nutzung langfristig etabliert werden.
Zwei Nachzuchten aus der rheinland-pfälzischen Erhaltungszucht in Mainz-Ebersheim ausgewildert Zwei einjährige Feldhamster aus der rheinland-pfälzischen Erhaltungszucht wurden heute auf einer für den Feldhamsterschutz bewirtschafteten Ackerfläche bei Mainz-Ebersheim ausgewildert – im letzten bedeutenden Vorkommensgebiet in Rheinland-Pfalz. Für die beiden Tiere beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Nach ihrer Aufzucht in der Erhaltungszucht am Zoo Heidelberg unter der Leitung von Dr. Ulrich Weinhold müssen sie sich in ihrem natürlichen Lebensraum orientieren, eigene Baue anlegen und selbstständig Nahrung finden. Die Feldhamster stammen von Wildtieren aus Rheinland-Pfalz ab, die 2024 in die Erhaltungszucht verbracht und dort mit Tieren aus der Baden-Württemberger Zucht verpaart wurden. Mit der Auswilderung wird ein Teil der ursprünglichen Entnahme ausgeglichen. Bis jetzt wurden zehn Einzeltiere aus den letzten verbliebenen Vorkommen in Rheinland-Pfalz abgefangen und in die Zucht verbracht. „Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der genetischen Vielfalt“, so Umweltministerin Christine Schneider. „Das Projekt-Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz arbeitet dabei Hand in Hand mit den landwirtschaftlichen Betrieben zusammen, die ihre Flächen für die Schutzbemühungen zur Verfügung stellen.“ Langfristiges Ziel der Erhaltungszucht ist es, die letzten rheinland-pfälzischen Feldhamster vor weiterer Inzucht zu bewahren. Zukünftig ist geplant, über ein weiteres Projekt eine eigene Zuchtstation aufzubauen, die mittelfristig die Auswilderung einer größeren Anzahl von Tieren ermöglichen soll. Neben der Erhaltungszucht setzt das vom Umweltministerium im Rahmen der Aktion Grün finanzierte „Rettungspaket Feldhamster“ vor allem auf die Verbesserung der Lebensbedingungen in der Agrarlandschaft. Dazu gehört die enge Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben. Durch eine feldhamsterfreundliche Bewirtschaftung und spezielle Lebensraumparzellen werden Nahrung und Deckung für die Tiere geschaffen. „Dass ich mit meinen Maßnahmen nun auch zwei Nachkommen aus der Zucht einen guten Start in Freiheit ermöglichen kann, freut mich sehr. Ich bin gespannt, wie die Neulinge sich auf dem Acker zurechtfinden“, sagt Stefan Franz, kooperierender Betrieb im Projekt, auf dessen Flächen Frida und Fridolin ausgewildert wurden. Wie sich das Feldhamster-Männchen bzw. das Weibchen in ihrem neuen Lebensraum verhalten, wird in den kommenden Wochen begleitet. Mithilfe von Radiotelemetrie und Fotofallen verfolgt das Projektteam, ob sich die Tiere gut eingewöhnen. Dabei sind sie vielen Gefahren ausgesetzt, denn ein hoher Anteil der wildlebenden Feldhamster wird von Beutegreifern, wie Fuchs und Mäusebussard, gefressen. Ein besonderer Erfolg wäre es, wenn sich die beiden Tiere an der Fortpflanzung beteiligen und sich in die Population in Ebersheim einbringen. Das vom Land Rheinland-Pfalz geförderte Aktion Grün Projekt „Rettungspaket Feldhamster“ wird von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz umgesetzt und läuft noch bis Ende 2029. Weitere Informationen finden sich unter: https://snu.rlp.de/feldhamster/aktion-gruen-feldhamster2023-2029
Ziel ist es, die Auswilderung von Weiss- und Schwarzstroch voranzutreiben und - in - enger Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Helgoland mittels Beringung - die zukuenftigen Aufenthaltsorte der Stoerche zu dokumentieren. Der Aufbau einer Trappenzuchtstation soll das Individualverhalten der Voegel dokumentieren und auf Probleme in Haltung und Freiland hinweisen.
Jungtiere des Hamsterweibchens konnten durch Aufnahmen einer Wildtierkamera bei Mainz-Ebersheim nachgewiesen werden. Das Feldhamsterweibchen Frida, das vor rund sieben Wochen auf einem Acker bei Mainz-Ebersheim ausgewildert wurde, hat Junge bekommen. Zeitpunkt und geschätztes Alter der Jungtiere lassen darauf schließen, dass das Weibchen sich schon in den ersten Tagen nach der Freilassung verpaart hat. „Dass Frida bereits so kurz nach ihrer Freilassung den ersten Nachwuchs bekommen hat, ist ein toller Erfolg!“, so Jochen Krebühl, Geschäftsführer der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. „Ihre Auswilderung aus der Erhaltungszucht sollte dazu beitragen, die genetische Vielfalt des lokalen Vorkommens zu stärken. Ihr Nachwuchs ist ein schöner Beleg dafür, dass dies gelungen ist.“ Bisher konnten bis zu drei Jungtiere gleichzeitig auf den Kamerabildern entdeckt werden. Da die kleinen Feldhamster in der Regel nicht individuell unterschieden werden können, handelt es sich um die Mindestanzahl an Jungtieren. Es ist gut möglich, dass noch mehr Tiere zum Wurf gehören. Für den Feldhamster sind 6 bis 8 Jungtiere keine Seltenheit. Aktuell halten sich die Jungtiere noch in der Nähe des Baueingangs auf und knabbern an der Luzerne, die dort wächst. Mit etwa 4 Wochen werden sie von der Mutter verlassen und machen sich in der Folge auf die Suche nach einem eigenen Revier. Dann gilt es, Futter zu sammeln für den Winter, den sie unterirdisch und gut geschützt im Hamsterbau verbringen. Für das Überleben der jungen Feldhamster ist es daher ganz besonders wichtig, auch nach der Ernte noch ausreichend Nahrung und Deckung zu finden. Dies ermöglichen landwirtschaftliche Betriebe bei Mainz, die sich seit vielen Jahren im vom Umweltministerium finanzierten Projekt „Rettungspaket Feldhamster“ der Aktion Grün engagieren. Frida hatte sich schnell an ihre neue Freiheit gewöhnt. Bereits am dritten Tag nach der Auswilderung bezog sie den verlassenen Altbau eines anderen Feldhamsters. "Auf den Wildtierkameras sehen wir, wie wachsam sie ist", so die Projektkoordinatorin Silvia Waldinger von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. „In der Zucht gibt es keine Fressfeinde, deshalb sind wir vom Projekt-Team erfreut zu sehen, wie vorsichtig Frida sich verhält. Vor dem Verlassen des Baus prüft sie aufmerksam die Umgebung, reckt sich, spitzt die Ohren und schnuppert intensiv. Hurtig macht sie sich dann auf den Weg, um Vorräte mit vollen Hamsterbacken in den Bau einzutragen.“ Der Feldhamster gilt in Deutschland und weltweit als „vom Aussterben bedroht“. Das vom Land Rheinland-Pfalz geförderte Aktion Grün Projekt „Rettungspaket Feldhamster“ wird von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz umgesetzt und läuft noch bis Ende 2029. Weitere Informationen finden sich unter: https://snu.rlp.de/feldhamster/aktion-gruen-feldhamster2023-2029/
Landwirtschafts- und Umweltministerin wildert Kiebitzküken bei Harthausen (Rhein-Pfalz-Kreis) aus „Das Kiebitzprojekt ist eines der erfolgreichsten Artenschutzprojekte in Rheinland-Pfalz. Das Aussterben der Art konnte verhindert, der dramatische Rückgang gestoppt und sogar eine leichte Zunahme der Gesamtpopulation erreicht werden. Und das alles im kooperativen Ansatz von Naturschutz, der lokalen Wirtschaft – beispielsweise der Firma Südzucker – Ortsgemeinden und nicht zuletzt landwirtschaftlichen Betrieben“, sagte die rheinland-pfälzische Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider anlässlich der Auswilderung von Kiebitzküken – sogenannten Pullis. Das Projekt der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR), gefördert über die Aktion Grün des Umweltministeriums, läuft seit 2019. Das Ergebnis: Seit 2023 nimmt der Bestand stabil zu. 2020 lag die Zahl der Brutpaare noch bei unter 100 Brutpaaren, aktuell bei knapp 200. „Dass wir die jungen Kiebitze heute fliegen lassen können, haben wir auch einem weiteren Baustein des Projekts zu verdanken“, ergänzte Schneider. „Seit 2024 gibt es eine eigene Brutstation, die durch die GNOR und den Zoo Landau gemeinsam aufgebaut wurde, mit allem was kleine Kiebitzküken brauchen und mit Menschen, die sich mit echter Hingabe um die Pullis gekümmert haben“, führte die Ministerin aus. 47 Tiere wurden 2024 ausgewildert, 2025 waren es 53 und etwa jedes vierte konnte ein Jahr später im Brutgebiet nachgewiesen werden. Der Schutz der Tiere ist aufwendig, da Kiebitze Bodenbrüter sind, sind sie mannigfaltigen Gefahren ausgesetzt. Je nach Sachlage werden in Absprache mit der Landwirtschaft Nestschutzkörbe auf die Gelege angebracht oder bei Extremsituationen auch die Gelege entnommen und in die Kunstbrutstation im Zoo Landau gebracht. Besonders die Erst-Gelege (Kiebitze versuchen meist zweimal im Jahr zu brüten) waren in den vergangenen Jahren durch Füchse und Waschbären und anderes Raubwild bedroht. Im Rahmen des Projektes wurden einzelne Gebiete deswegen prädationssicher eingezäunt und zum Teil auch beweidet. Beide Maßnahmen erwiesen sich als positiv für die Kiebitz-Brutpaare. „Dieser kooperative Ansatz des Kiebitzprojektes ist der Erfolgsgarant, der zumindest ein stückweit die Artenkrise in unserem Land bekämpft“, schloss Christine Schneider.
Projekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) gemeinsam mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) soll genetische Vielfalt des rheinland-pfälzischen Luchsbestandes langfristig sichern Erstmals seit dem Abschluss des LIFE-Wiederansiedlungsprojekts (2016-2021) wurde wieder ein Luchs in Rheinland-Pfalz ausgewildert. Der Kuder (Luchsmännchen) namens Koda stammt aus einem speziellen Nachzuchtprogramm von Luchsen zur Auswilderung im Freiland, an dem der Tiergarten Nürnberg beteiligt ist. Mithilfe des gemeinsamen Projektes von SNU und FAWF soll die genetische Vielfalt des Luchsbestandes im Biosphärenreservat Pfälzerwald langfristig gesichert werden. Die Alosa-Stiftung hat eine Patenschaft für den Luchs übernommen. „Die Rückkehr der Luchse in den Pfälzerwald ist ein großer Erfolg. Forst, Jagd, Nutztierhaltung und Naturschutz arbeiten in diesem Projekt vorbildlich zusammen. Es ist von großer Bedeutung, dass nun die Grundsteine gelegt werden, um diesen Erfolg dauerhaft zu erhalten“ , sagte Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider , die zugleich Vorstandsvorsitzende der Stiftung Natur und Umwelt ist. Luchskuder Koda wurde im Mai 2025 im Tiergarten Nürnberg geboren. Im Februar dieses Jahres zog er in ein Koordinationsgehege des Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe, um dort auf seine Auswilderung vorbereitet zu werden. „ Wir freuen uns sehr darüber, dass nun ein Nürnberger Luchs einen Beitrag zum Erhalt Europas größter Katzenart im Pfälzerwald leistet. Auch diese Auswilderung zeigt deutlich, welche wichtige Rolle Zoos im Natur- und Artenschutz spielen“ , sagte Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens Nürnberg . Das Projekt zur Nachzucht der Luchse wird von der European Association of Zoos and Aquariums (EAZA) und dem Netzwerk Linking Lynx koordiniert. Koda soll sich mittel-fristig in der Luchspopulation im Pfälzerwald mit Weibchen paaren und sich dadurch genetisch in die bestehende Population einbringen, um deren Diversität zu stärken. Die Luchspopulation im Biosphärenreservat umfasste rund 20 Gründertiere. Nach anfänglich positivem Trend führten Zufallsereignisse, wie der frühe Ausfall und die fehlende Reproduktion ausgewilderter Weibchen, zu einem erhöhten Inzuchtrisiko – verwandtschaftliche Paarungen und teils nicht überlebensfähige Jungtiere sind bereits dokumentiert. „Um dem entgegenzuwirken sollen in den nächsten fünf Jahren jährlich ein bis zwei genetisch passende Luchse ausgewildert werden“ , so Christine Schneider. „Die genetische Entwicklung wird analysiert und bei Bedarf kann das Projekt über weitere zehn Jahre fortgesetzt werden.“ Die Integration und Reproduktion der Tiere werden mittels Telemetrie und genetischem Monitoring evaluiert. Die systematische Sammlung und Analyse von Kot-, Haar- und Gewebeproben sollen Aussagen über die genetische Vielfalt und Verwandtschaftsverhältnisse ermöglichen, die die Basis für weitere Auswilderungen geben. Über die Freilassungsorte wird situativ entschieden. Alle fünf Jahre wird das Projekt hinsichtlich seines Maßnahmenerfolgs und weiterer notwendiger Schritte evaluiert.
Projekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) gemeinsam mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) soll genetische Vielfalt des rheinland-pfälzischen Luchsbestandes langfristig sichern Erstmals seit dem Abschluss des LIFE-Wiederansiedlungsprojekts (2016-2021) wurde wieder ein Luchs in Rheinland-Pfalz ausgewildert. Der Kuder (Luchsmännchen) namens Koda stammt aus einem speziellen Nachzuchtprogramm von Luchsen zur Auswilderung im Freiland, an dem der Tiergarten Nürnberg beteiligt ist. Mithilfe des gemeinsamen Projektes von SNU und FAWF soll die genetische Vielfalt des Luchsbestandes im Biosphärenreservat Pfälzerwald langfristig gesichert werden. Die Alosa-Stiftung hat eine Patenschaft für den Luchs übernommen. „Die Rückkehr der Luchse in den Pfälzerwald ist ein großer Erfolg. Forst, Jagd, Nutztierhaltung und Naturschutz arbeiten in diesem Projekt vorbildlich zusammen. Es ist von großer Bedeutung, dass nun die Grundsteine gelegt werden, um diesen Erfolg dauerhaft zu erhalten“, sagte Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider, die zugleich Vorstandsvorsitzende der Stiftung Natur und Umwelt ist. Luchskuder Koda wurde im Mai 2025 im Tiergarten Nürnberg geboren. Im Februar dieses Jahres zog er in ein Koordinationsgehege des Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe, um dort auf seine Auswilderung vorbereitet zu werden. „Wir freuen uns sehr darüber, dass nun ein Nürnberger Luchs einen Beitrag zum Erhalt Europas größter Katzenart im Pfälzerwald leistet. Auch diese Auswilderung zeigt deutlich, welche wichtige Rolle Zoos im Natur- und Artenschutz spielen“, sagte Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens Nürnberg. Das Projekt zur Nachzucht der Luchse wird von der European Association of Zoos and Aquariums (EAZA) und dem Netzwerk Linking Lynx koordiniert. Koda soll sich mittelfristig in der Luchspopulation im Pfälzerwald mit Weibchen paaren und sich dadurch genetisch in die bestehende Population einbringen, um deren Diversität zu stärken. Die Luchspopulation im Biosphärenreservat umfasste rund 20 Gründertiere. Nach anfänglich positivem Trend führten Zufallsereignisse, wie der frühe Ausfall und die fehlende Reproduktion ausgewilderter Weibchen, zu einem erhöhten Inzuchtrisiko – verwandtschaftliche Paarungen und teils nicht überlebensfähige Jungtiere sind bereits dokumentiert. „Um dem entgegenzuwirken sollen in den nächsten fünf Jahren jährlich ein bis zwei genetisch passende Luchse ausgewildert werden“, so Christine Schneider. „Die genetische Entwicklung wird analysiert und bei Bedarf kann das Projekt über weitere zehn Jahre fortgesetzt werden.“ Die Integration und Reproduktion der Tiere werden mittels Telemetrie und genetischem Monitoring evaluiert. Die systematische Sammlung und Analyse von Kot-, Haar- und Gewebeproben sollen Aussagen über die genetische Vielfalt und Verwandtschaftsverhältnisse ermöglichen, die die Basis für weitere Auswilderungen geben. Über die Freilassungsorte wird situativ entschieden. Alle fünf Jahre wird das Projekt hinsichtlich seines Maßnahmenerfolgs und weiterer notwendiger Schritte evaluiert.
Bilanz: 140 Projekte zur Förderung der Biodiversität im Rahmen der Aktion Grün des Umweltministeriums abgeschlossen – 40 weitere in der Umsetzung „Die Biodiversitätskrise ist neben der Klimakrise eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Auch hier in Rheinland-Pfalz sind bedrohte Arten heimisch. Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir uns für ihren Schutz einsetzen. Das tun wir mit der Aktion Grün. Den Kommunen kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Deshalb zeichnen wir Kommunen, die sich besonders für den Artenschutz einsetzen, als ‚Aktion Grün Kommune‘ aus. Zu den fünf bisherigen ‚Aktion Grün Kommunen‘ kam 2024 Wallmerod als sechste hinzu. Darüber hinaus erhielten Aktion Grün Projekte besondere Aufmerksamkeit. Ich bin stolz, dass das vom Umweltministerium geförderte Projekt ‚Blühendes Rheinhessen: Wein – Weizen – Wildbienen‘ 2019 als Vorbildprojekt im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet wurde“, betonte Umweltministerin Katrin Eder die Bedeutung der Artenvielfalt. Die Aktion Grün dient als Aktionsprogramm, Förderprogramm und Aktionsbündnis zugleich. Gemeinsam mit Partnern aus Naturschutz und Landwirtschaft, Gesellschaft und Kommunen wurden und werden Projekte gefördert und umgesetzt. Neben landeseigenen Projekten sind häufige Fördermittelempfänger Kommunen und Verbände. Das Spektrum der Vielzahl an Projekten reicht vom Artenschutz, Naturschutz und Biotopvernetzung über Moorschutz, Grünlandschutz und Beweidungsprojekten bis hin zu Umweltbildungsmaßnahmen. Im Rahmen der Aktion Grün hat sich das Umweltministerium 2024 beispielsweise für den Vogel des Jahres, den Kiebitz, eingesetzt. Katrin Eder weihte im Mai eine Kiebitz-Aufzuchtstation im Zoo Landau ein. Bis dahin konnten schon 83 Eier, die in der Natur keine oder kaum eine Chance haben ausgebrütet zu werden, aufgenommen werden. Die Pullis, wie die flauschigen Küken in der Fachsprache heißen, werden dort bis zur Auswilderung aufgezogen. Das soll helfen, die Wildbestände der stark vom Aussterben bedrohten Art zu stützen. Die Aufzuchtstation ist Teil des landesweiten Kiebitz-Projektes, das jährlich seit 2019 mit Mitteln der Aktion Grün des Klimaschutzministeriums gefördert wird. Die Förderung der Jahre 2022 bis 2024 beträgt insgesamt 406.114 Euro. Ein Naturschutzgroßprojekt, das dieses Jahr begonnen wurde, schafft neue Hirtenwege im Pfälzer Wald. Ein zentraler Baustein ist die Förderung der Wanderschäferei. Die Kulturlandschaft für die Weidetiere ist Lebensraum für zahlreiche Arten. 90 Prozent aller Insekten sind auf Offenlandstandorte wie Weiden angewiesen. Katrin Eder überreichte im Juni eine Förderurkunde über 1,8 Millionen Euro im Rahmen der Aktion Grün. Das Bundesumweltministerium beteiligt sich ebenfalls an der Förderung des Projektes. 2024 hat das Umweltministerium zudem ein „Rettungspaket Feldhamster“ auf den Weg gebracht. Feldhamster sind wichtig für die Böden, da sie durch ihre Grabungen die Erde bis zu einer Tiefe von zwei Metern auflockern. Zum Schutz des Feldhamsters lassen Landwirte und Landwirtinnen beispielsweise höhere Getreidestoppeln stehen oder legen Blühstreifen an. Von solchen Maßnahmen profitieren auch andere Tierarten, wie der Feldhase, das Rebhuhn und viele Insekten. Das „Rettungspaket Feldhamster“ fördert das Umweltministerium über die Aktion Grün bis 2025 mit einer Million Euro. „Feldhamster und Kiebitze – auf den ersten Blick haben die knuffigen Nager und die eleganten Vögel nicht viel gemein, aber sie sind beide in ihrem Lebensraum bedroht und übernehmen beide wichtige Funktionen für das Ökosystem. Ich freue mich, dass wir sie und viele weitere Tier- und Pflanzenarten im Jahr 2024 mit der Aktion Grün schützen konnten. Deshalb haben wir seit 2017 rund 16 Millionen Euro für Aktion Grün Projekte ausgegeben. 2025 werden wir in unserem Einsatz für den Artenschutz nicht nachlassen. So tragen wir nicht zuletzt zur Sicherung unserer eigenen Lebensgrundlage bei“, fasste Eder die aktuellen Entwicklungen der Aktion Grün zusammen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 21 |
| Europa | 1 |
| Land | 14 |
| Weitere | 18 |
| Wissenschaft | 3 |
| Zivilgesellschaft | 2 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 5 |
| Förderprogramm | 16 |
| Text | 29 |
| unbekannt | 2 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 31 |
| Offen | 21 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 49 |
| Englisch | 4 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 5 |
| Datei | 5 |
| Dokument | 11 |
| Keine | 22 |
| Unbekannt | 1 |
| Webseite | 25 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 25 |
| Lebewesen und Lebensräume | 52 |
| Luft | 9 |
| Mensch und Umwelt | 52 |
| Wasser | 20 |
| Weitere | 52 |