Hinter dem Projekttitel steht eine zweifache Kooperationsbeziehung: 1. Erlebnisorientierte Umweltbildung über das Internet / International Environmental Project 'Water for life': Der Rahmen ist das entwicklungspolitische GTZ-Projektes Erlebnisorientierte Umweltbildung über das Internet, das gleichzeitig mit dem internationalen Projektes 'Water for life' verknüpft wurde: - Juni 2002: ein erster Kontakt mit einer mehrköpfigen Delegation in Osnabrück. - Mitwirkung in einer internationalen Jury zu einem Schülerwettbewerb mit internationaler Beteiligung. - Kooperationstreffen bei einer GTZ-Tagung im Juni 2003 in Eschborn/Frankfurt 4.-11.7. 2004: aktive Beteiligung an der internationale Eco-week am Baikalsee und Evaluation (s. unten) - Planung der weiteren Kooperation - Gutachterliche Stellungnahme für die GTZ (August 2004) - Publikationen (s.u.). 2. Kooperation mit der Staatsuniversität Ulan-Ude (Burjatien, Russland): Es handelt sich um einen Austauschprozess im Bereich einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und der darauf bezogenen Lehrerbildung. - Beitrag zur einer Tagung im Sept. 2002 in Ulan-Ude zur universitären Lehrerbildung im Bereich Nachhaltigkeit (ins Russische übersetzt in dem Tagungsband, s.u.) - Kooperationstreffen bei einer GTZ-Tagung im Juni 2003 in Eschborn/Frankfurt - 27.6-2.7.04.: Gastvortragsreihe an der Universität Ulan-Ude über Umweltbildung, nachhaltige Entwicklung und Lehrerbildung u.ä. mit Diskussionen in verschiedenen Fachbereichen. Vortrag im Rahmen eines Lehrerworkshops für die Projektschulen in Burjatien - 12.7.04 Abschließende Grobplanung der weiteren Kooperation - 20.11.-4.12.05 Gastaufenthalt einer Delegation aus Ulan-Ude in Osnabrück.
Umweltrelevante Projekte im Bereich Wirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz werden in der Region Baikalsee ausgefuehrt und koordiniert. Das Projekt hat umfangreichen didaktischen Anteil.
Phylogenie und Evolutionsökologie der Poriferen des Baikalsees sollen erforscht werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Untersuchungen zu speziellen Einnischungsfaktoren, die zu Abspaltung und Diversifizierung der endemischen Lubomirskiidae im Baikal geführt haben. Durch eine Kartierung der heutigen Schwammverteilung und gezielte Beprobung ausgewählter Transsekte (Steilwände am Listvyanka und Bolshye Koti) wird im Frühling und Herbst ihre laterale und vertikale Verteilung erfasst. Dabei genommene Proben sollen für weitere Untersuchungen zur Histologie und Ultrastruktur der Lubomirskiidae genutzt werden, um Hinweise zur Ernährungs- und Fortpflanzungsstrategie während der kalten Jahreszeit zu erhalten. Die phylogenetischen Beziehungen innerhalb der Lubomirskiidae und zu der Außengruppe der Spongillidae wollen wir durch genetische Analysen ausgewählter Baikalschwämme beleuchten. Zur Überprüfung der genetischen Phylogramme ist eine paläontologische Erfassung der fossilen Baikalschwämme erforderlich. Die taxonomische Spicula-Analyse soll hier als Methode verfeinert und zur Erfassung wichtiger phylogenetischer Kladogenesen seit dem Miozän eingesetzt werden.
Das laufende Projekt widmet sich der Quantifizierung von physikalischen Prozessen, die die Bildung und das Auftauen der saisonalen Eisdecke bestimmen. Das Projekt ist eine Deutsch-Russische Kooperation gezielt auf eine Vergleichsstudie der arktischen Seen Westeuropas und des Baikalsees. Die in der Anfangsphase des Projekts durchgeführte Analyse der Messergebnissen zeigte die entscheidende Rolle der Wasserströmungen unter dem Eis, in der Form geostrophischer Zirkulation und kurzfristiger Seiche-Oszillationen, bei dem Schmelzen der Eisdecke. Diese Ergebnisse führten zur Formulierung einer einheitlichen Hypothese über die Skalierung des Wassereis-Wärmestroms mit der Dissipationsrate der kinetischen Energie der Turbulenz. Die vorgeschlagene 12-monatige Erweiterung des Projekts zielt darauf an, die Hypothese durch ein Langzeit-Feldexperiment zu testen, das mit Hilfe von zwei identischen Messplattformen gleichzeitig im Baikalsee und im arktischen See Kilpisjärvi die gesamte Winterperiode abdecken soll. Die Ergebnisse des Experiments werden detaillierte Informationen über die Dynamik der Eisgrenzschicht unter verschiedenen Mechanismen der Turbulenzerzeugung liefern. Falls bestätigt, wird die vorgeschlagene Skalierung die Quantifizierung des Eiswasserversatzes in einem weiten Bereich von Bedingungen erlauben, und kann damit direkt für die Modellierung der Eiswasser-Grenzschicht in der polaren Ozeanographie und der Limnologie von eisbedeckten Seen angewendet werden.
||||||||||||||||||||| Berichte 4.3.13 des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Heft MOORFROSCH 4/2015: 313 – 336 Moorfrosch – Rana arvalis (Nilsson, 1842) Wolf-Rüdiger Grosse und Marcel Seyring 1 ||||||||||||| FFH Artsteckbrief Kennzeichen: Kleiner schlanker Braunfrosch mit flinken Bewegungen, glatter Haut; Oberseite meist bräunlich, seltener rötlich, gelblich oder grau; ein oft vorkommender heller breiter Rückenstreifen von der Kopfspitze bis zur Kloake, Drüsenleisten an der Grenze des Rückens zu den Flanken parallel, ragen deutlich hervor, sind meist hell abgesetzt, Körperflanke mit dunkelbraunen Längsbändern, auch schwarz gefleckt; zugespitzte Kopfform in Seitenansicht und Aufsicht, bräunliches Oberlippenband von der Maulspitze bis über den Ansatz der Vorderextremitäten, bräunlicher Strich über das Nasenloch zum Auge; Unterseite gewöhnlich weißlich bis gelblich, ungefleckt, oft gelb- lich getönte Partien in der Achsel- und Lendengegend (Achtung Tiere mit gefleckten Bäuchen können regio- nal auftreten), Trommelfell etwa 2/3 des Augendurch- messers, Pupille längs-oval; Fersenhöcker in Seiten- ansicht halbkreisförmig und hart. Größe: Kopf-Rumpflänge der ♂♂ 35 – 60 mm und der ♀♀ 35 – 75 (85) mm. Geschlechtsunterschiede/Trachten: ♂♂ obwohl kleiner deutlich kräftigere Oberarme, von Herbst bis Frühjahr mit braunschwarzen Schwielen an den Dau- men, zur Paarungszeit staut sich Lymphflüssigkeit unter der Haut, Färbung wirkt blass grau bis braun, Kehle blau, Schwimmhäute gut sichtbar; zur Paa- rungszeit ertönt ein charakteristischer glucksender und bellender Ruf, Paarungsruf, bei Sonnenschein ♂♂ intensiv blau gefärbtes Balzkleid, Einzelrufe vermutlich Revierrufe; ♀♀ wenig größer und schwerer als ♂♂. FFH Habitate: Vor allem Auengebiete, Sumpf- und Wie- senhabitate, typische Laichgewässer sind flache Tüm- pel, Kleinweiher und Altwässer sowie Randzonen von Mooren. Aktivität: Regional und witterungsbedingt ab Ende Februar Wanderung zum Laichgewässer, Fortpflan- zungszeit meist März bis Anfang April, langer Somme- raufenthalt im weiteren Gewässerumfeld, Winterruhe (Mitteleuropa) witterungsabhängig von Ende Oktober bis Februar. Wanderungen/Reviere: Variabel, 500 – 1.200 m. Fortpflanzung/Entwicklung: ♀ legt je Saison 300 bis 2.000 Eier in einem Ballen ab, meist in großer Stück- zahl am Balzplatz zu finden, Einzelei 1,5 – 2,0 mm Durchmesser, mit Gallerthülle 4 – 6 mm, animaler Pol (oben) bräunlich, vegetativer Pol (unten) weißlich, Ablage der Laichballen unter Wasser 5 – 50 cm, in war- men Flachwasserbereichen. Embryonalentwicklung temperaturabhängig, 21 (10 °C) – 5 (20 °C) Tage, Lar- ven beim Schlupf etwa 5 – 7 mm, Länge 30 – 40 (max. 45) mm; Metamorphose nach 6 bis 16 Wochen, Jung- frösche 10 – 18 mm, seltener 22 mm, an Land ab Ende Juni bis Ende August; Jungtiere als auch Erwachsene leben gemeinsam im Sommerlebensraum, ortstreu; Geschlechtsreife nach 2 – 3 Jahren. Nahrung: Nahrungssuche tagsüber und in der Däm- merung/nachts, Regenwürmer, flugaktive und krab- belnde Insekten und deren Larven (vorwiegend Käfer, Wanzen, Blattläuse, Ameisen), Spinnen, Asseln, Hun- dertfüßer. Alter: 6 – 12 Jahre im Freiland. Abb. 1: Moorfrösche im Laichgewässer (Montage, Fotos: A. Westermann). 313 MOORFROSCH FFH 2Verbreitung und Ökologie 2.1Allgemeine Verbreitung 2.1.1 Areal Der Moorfrosch besitzt ein riesiges Verbreitungsgebiet in der Westpalaearktis (Gasc et al. 1997). Es reicht im Westen bis Nordostfrankreich und Belgien. Im Nor- den geht das Areal über Dänemark, Südnorwegen, Schweden, Finnland nach Russland, westlich des Urals sogar über den Polarkreis hinaus, weiter nach Osten in Asien bis in das Mittelsibirische Bergland, im südlichen Russland weiter östlich bis zum südlichen Bereich des Baikalsees und weiter entlang der Fluss- niederung der Lena bis Olekminsk (Kuzmin 2013). Die Südgrenze verläuft etwa in Höhe des West- und Nordu- fers des Schwarzen Meeres, durch die Ukraine, Nord- und Zentralrumänien, Kroatien als südlichster Punkt, durch die Donauniederung etwa bis Oberösterreich, Nordbayern, am Bodensee nach Baden-Württem- berg, durch die französische und deutsche Rheinaue, Ostbelgien und die Niederlande bis zum westlichsten Punkt in Frankreichs Norden. Der Moorfrosch fehlt im gesamten südlichen Europa, auf den Britischen Inseln und im größten Teil Frankreichs. 2.1.2 Verbreitung in Deutschland Die westliche Arealgrenze der Art verläuft durch Deutschland vom Norden Nordrhein-Westfalens, (Ruhrgebiet), durch den Süden von Niedersachsen, das westliche Sachsen-Anhalt, Ostthüringen, Nor- dostbayern nach Tschechien (Laufer et al. 2007). Als Tieflandart besitzt der Moorfrosch damit seinen Verbreitungsschwerpunkt im Norddeutschen sowie im Nordostdeutschen Tiefland in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg, und beinahe flächendeckend in Mecklenburg Vorpommern, Brandenburg und Osten Sachsen-Anhalts; dagegen nur weitlückig in West- und Südwest-Sachsen-An- halt und Südost-Sachsen. In den weiteren mittleren, westlichen und südlichen Landesteilen Deutschlands ist die Art hingegen nur in sehr isolierten Vorkommen verbreitet, die vor allem entlang der großen Flusstäler liegen. Im Saarland gilt der Moorfrosch als ausgestor- ben (Günther & Nabrowsky 1996). 2.1.3 An Sachsen-Anhalt grenzende Vorkommen Der Elbe-Havel-Winkel beherbergt etliche Vorkom- men des Moorfroschs, die sich auch weiter nach Niedersachsen (Wendland) und nach Brandenburg erstrecken. Westbrandenburg hat flächendeckend Vorkommen der Art. Im Südosten des Landes finden sich im Bereich des Elbtales und der Muldeaue direkte Verbindungen zu dem Verbreitungsschwerpunkt des Moorfroschs in Nordwestsachsen (Zöphel & Stef- fens 2002). Hauptverbreitungsgebiete sind hier die Heide- und Moorgebiete, das Leipziger Land, die Els- ter-Luppe- und die Muldeaue, südlich davon die Alten- burg-Zeitzer Lösshügellandschaft. Hier finden sich auch im äußersten östlichen Bereich die Vorkommen in Ostthüringen (Schiemenz & Günther 1994). Eine große Verbreitungslücke verläuft vom südlichen Harz- vorland (Ausnahme bei Bad Sachsa), über den Harz bis zum Nordharzvorland. Gemeinsame Vorkommens- gebiete finden sich erst wieder in Niedersachsen ober- halb des Mittellandkanals an der unteren Mittelelbe, in weiten Teilen der Lüneburger Heide, in der Stader Geest und im Weser-Aller-Flachland (relativ stetige Nachweise) (NLWKN 2011). 2.2 Vorkommen in Sachsen-Anhalt 2.2.1 Verbreitung und Häufigkeit Datengrundlagen In Sachsen-Anhalt liegen aktuell 4.588 Datensätze zwischen 1956 und 2014 vom Moorfrosch vor. Mit einer aktuellen (Daten ab 2001) Rasterfrequenz von 67 % (138 MTB) zählt er zu den weit verbreiteten Arten (entspricht 335 MTBQ und 45 % Frequenz). Historische Verbreitung Bereits Schulze (1891) nennt Vorkommen in der Alt- mark (Letzlinger Heide) und Köhnke (1893) im Bürger- holz bei Salzwedel. Bereits 1880 fing ein Herr Bach in der Gegend von Magdeburg Moorfrösche (briefl. an Düri- gen 1897). Wolterstorff (1888, 1928) erwähnt fol- gende Fundorte: Osterburg, Neuhaldensleben, Stendal, Gardelegen, Rogätz, den Biederitzer Busch, das Rothe- horn, und die Rotheseer Wiesen bei Magdeburg, sowie Ammendorf, Passendorf, die Kröllwitzer Höhen und der Salzige See bei Halle. Daneben erwähnt er die Elsteraue bei Schkeuditz und Leipzig (Botanischer Garten!). Für Mitteldeutschland typisch schreibt Dürigen: „Das ausge- dehnte norddeutsche Tiefland verlässt der Frosch aber auch, um den großen Flussthälern … zu folgen, bis in den Mittellauf … zu gelangen und hier mehr oder weniger vorgeschobene Posten zu bilden.“ Tab. 1: Datengrundlagen zum Moorfrosch in Sachsen-Anhalt. Karte 1: Aktuelle Verbreitung (1990–2014) des Moorfroschs in Deutschland (modifiziert nach DGHT e. V. 2014). 314 MOORFROSCH FFH Abb. 2: Moorfroschweibchen mit typischer heller Rückenmitte (Foto: K. Kürbis). Gassmann (1984) nennt die Verbreitungsschwerpunkte im Norden Sachsen-Anhalts in der Elbe- und Havelnie- derung, im Drömling und Fiener Bruch. Einige zerstreute Nachweise fanden sich in der Milde-, Ohre-, Saale- und Bodeniederung. Buschendorf (1984) registrierte häu- fige Moorfroschfunde nördlich und westlich von Witten- berg, im Gebiet zwischen Aken und Roßlau, um Dessau und im Raum Bad Schmiedeberg, die sich auch östlich der Elbe und entlang der Schwarzen Elster fortsetzen (Krüger & Jorga 1990). Auch in höheren Geländestu- fen im Kyffhäuser, Hakel, im Harz bei Pansfelde und südlich Straßberg wurde er gefunden. In den Elbauen bei Wittenberg ist der Moorfrosch häufiger als der Grasfrosch (Berg et al. 1988). Die Daten wurden von Schiemenz & Günther (1994) bestätigt. Sie erwähn- ten das Fehlen der Art in großen Teilen der Altmark, der Börde, im Haldenslebener Hügelland, im Zerbster Ackerland, im Nördlichen und Östlichen Harzvorland, auf der Querfurter Platte und dem Weißenfelser Acker- land. Dicht besiedelt waren Teile des Wittenberger Elbtales, das Muldetal und weiter die angrenzenden Gebiete in Nordwestsachsen. Allgemein fehlte die Art in den Mittelgebirgen. Für Sachsen-Anhalt wurde eine MTB-Frequenz von 48,8 % (MTBQ-Frequenz 28 %) ermittelt. Verbreitung nach Landesfauna 2004 Der Verbreitungsschwerpunkt des Moorfroschs lag in Sachsen-Anhalt in den eiszeitlich geprägten Tiefland- gebieten (Braumann 2004c). Durchgängig besiedelt wurden die Flussauen der Elbe und Havel, das Ohre- tal mit dem Drömling, das Muldetal und das Saaletal. In der Altmark kam der Moorfrosch zahlreich in den Niederungen der Altmoränenlandschaften vor, wäh- rend die Sander und Endmoränen der Altmarkhei- den bis auf den elbnahen Bereich gemieden wurden. Gleiches gilt für den Fläming, wo er auf den lehmigen Grundmoränenplatten häufig und in den Sandgebieten nur spärlich verbreitet war. Die Lößböden der Ackere- benen wurden nicht vom Moorfrosch besiedelt; eine Ausnahme bildete das Köthener Ackerland. Ganz ver- einzelte Nachweise lagen aus den Hügelländern vor, wobei das Vorkommen im Helme-Unstrut-Buntsand- steinland bis auf knapp 300 m reichte. Diese Lokali- Karte 2: Vorkommen des Moorfroschs in Sachsen-Anhalt auf MTBQ-Basis. 315
||||||||||||||||||||| Berichte 4.3.25 des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Heft RINGELNATTER 4/2015: 511 – 524 Ringelnatter – Natrix natrix (LINNAEUS, 1758) Jürgen BUSCHENDORF 1 Artsteckbrief Kennzeichen: Haut mit hornigen Schuppen/Schilden bedeckt, unbewegliche Augen- lider, mehr oder weniger abgesetzter Kopf, gekielte Rückenschuppen, beiderseits des Hin- terkopfes ein deutlicher gelber/weißer Fleck, vorn und hinten schwarz begrenzt. Größe: ♂♂ durchschnittliche Länge 70 cm (maximal 100 cm), ♀♀ durchschnittliche Länge: 85 cm, (maxi- mal 150 cm), kräftiger, dicker als ♂♂ (4 – 5 cm Körper- querschnitt). Geschlechtsunterschiede/Trachten: Oberseite: Alle Abstufungen von grau (braungrau-schwarz), oft mit 4 – 6 Längsreihen kleiner schwarzer Flecken, Unter- seite: Weiß, elfenbeinfarben mit schwarzer oder bläu- lich-schwarzer Würfelung, ♂♂ mit verdickter Schwanz- wurzel. Melanistische Exemplare sind nicht selten. Habitate: Breites Spektrum von offenen und halboffe- nen Habitaten entlang von Still- und Fließgewässern mit Eiablageplätzen, Sonnenplätzen und Tagesverste- cken, natürliche und künstliche Seen, Teiche, Rest- löcher, terrestrische Habitate: Auwälder, Feuchtgrün- land, Sümpfe. Aktivität: Hauptsächlich tagaktiv, Verlassen der Win- terquartiere März/April, Wandern zum Paarungsplatz, Paarungsaktivität Abb. 1: Oben: Auf Ast ruhende Ringelnatter (Foto: S: Eller- mann); Unten: Ringelnatter mit Gelege (Foto: P. IBe) (Montage). Mai – Juni, Aufsuchen des Eiablageplat- zes, Aufsuchen des Winterquar- tiers September/Oktober, Winterstarre. Wanderungen/Reviere: Hält sich bei günsti- gen Habitatbedingungen oft jahrelang an denselben Plätzen auf, Aktionsradius (Normalfall): 300 – 500 m, „home-range“ 8 – 30 ha, zum Aufsuchen der Eiabla- geplätze und Abwanderung von diesen werden durch- schnittlich täglich 150 m zurückgelegt, größte tägliche Wanderleistung: 460 m (Luftlinie). Fortpflanzung/Entwicklung: Paarungen Ende April bis Mai, Eiablage Ende Juni – Anfang August, schnee- weiße, von klebrigem Sekret umgebene Eier in trau- benförmigen Klumpen, Gelegegröße: am häufigsten 10 – 30 (6 – 116), Eigrößen: Länge 24 – 30 mm, Breite 14 – 20 mm. Jungtiere schlüpfen nach 30 – 33 Tagen (4 – 10 Wochen) mit 18 – 21 (13 – 23) cm Länge, 1. Häutung 1 – 14 Tage nach Schlupf, wachsen bis zur Einwinterung auf 25 cm Länge. Nahrung: Frösche (vorrangig Braunfrösche), Molche und deren Larven, auch Kröten, Fische, Kleinsäuger (Mäuse, Spitzmäuse). Alter: Im Freiland 20 – 25 Jahre, im Terrarium 28 – 35 Jahre. 511 ||||||||||||| RINGELNATTER 2Verbreitung und Ökologie 2.1Allgemeine Verbreitung 2.1.1 Areal Die Art kommt in mit Ausnahme von Irland, Schott- land, Nordskandinavien und einigen Mittelmeerinseln (Malta, Kreta, Balearen, einige Kykladen) in ganz Europa vor. Die Nordgrenze des Verbreitungsgebietes verläuft entlang des 67. Breitengrads durch England, Wales über Schweden, Norwegen und Finnland zu den Nordküsten von Ladoga- und Onegasee im euro- päischen Teil Russlands. Im Osten reicht das Areal bis zum nördlichen (burjatischen) Teil der Mongolei ca. 200 km östlich des Baikalsees. Die Südgrenze verläuft durch die Nordwestmongolei, Nord-Xinjiang (China) durch Kasachstan, Turkmenien, den nördlichen Iran bis Syrien und den nördlichen Libanon. Reliktar- tige Vorkommen wurden aus Teilen Nordwestafrikas gemeldet. 2.1.2 Verbreitung in Deutschland Die Ringelnatter ist die in Deutschland häufigste und am weitesten verbreitete Schlangenart. Es gibt aber zahlreiche Verbreitungslücken, vor allem in gewässer- armen, ausgeräumten Agrarlandschaften sowie in den Hochlagen der Mittelgebirge und der Alpen. Höchst- wahrscheinlich sind auch eine Reihe der Fehlstellen kartierungsbedingt. Die Ringelnatter wurde bisher noch nicht auf den Ostfriesischen Inseln nachgewie- sen. Von den Nordfriesischen Inseln ist sie nur auf Sylt beobachtet worden. Regionen ohne oder nur mit wenigen Nachweisen der Art sind einige Geestgebiete (Ems-Hunte und Ostfriesisch-Oldenburgische Geest), Wendland-Altmark, Nordbrandenburgisches Platten- und Hügelland, Luchland, Teile im Osten und Westen der Westfälischen Bucht, Niederrheinisches Tiefland, Kölner Bucht und Schwäbische Alb. Sehr lückige Ver- breitung der Ringelnatter weisen folgende Landschaf- ten auf: Stader Geest, Lüneburger Heide, Weser-Lei- ne-Bergland, Östliches und Nördliches Harzvorland und Börden, Fläming, Thüringer Becken, Teile des Rheinischen Schiefergebirges (Eifel, Hunsrück, Süderbergland), Nahe-Bergland, Teile des Südwest- deutschen Schichtstufenlandes und das Alpenvorland. 2.1.3 An Sachsen-Anhalt grenzende Vorkommen Die sehr lückige Verbreitung der Art entlang der östli- chen Landesgrenze setzt sich auch auf brandenbur- gischem Gebiet fort. Allerdings sind dort im mittleren Grenzabschnitt (MTB 3239 südwärts bis 3639) mehr MTB besetzt als in der Elbtalniederung Sachsen-An- halts. Südlich davon existieren bis zur sächsischen Grenze beiderseits sehr große Verbreitungslücken (Fläming und Elbe-Mulde-Tiefland). Die zahlreichen Vorkommen im Schwarze-Elster-Tal, im Dessauer Elbtal und in der Dübener Heide setzen sich auch auf sächsischem Gebiet fort. Wenige Vorkommen existie- ren im Norden der Düben-Dahlener Heide und im Rie- sa-Torgauer Elbtal. Die zahlreichen Fundpunkte an der Mulde auf sachsen-anhaltischem Gebiet finden eine abgeschwächte Fortsetzung in Sachsen. Gleiches trifft auch auf das Tal der Weißen Elster zu. Ansonsten sind auf beiden Seiten des südöstlichen Grenzverlaufs kaum Vorkommen bekannt. Die Art ist im gesamten Grenzgebiet zu Niedersachsen nur an wenigen Stellen nachgewiesen. Das ist der Fall im Norden der West- lichen Altmarkplatten, im Gebiet der Jeetze, am Mit- tellandkanal bzw. der Ohre und im Harz. Die wenigen Vorkommen im Gebiet der Weißen Elster und Saale auf sachsen-anhaltischem Gebiet finden auf thüringi- scher Seite ihre Fortsetzung. Die zahlreichen Vorkom- men in den Grenzgebieten des Südlichen Harzvorlan- des und der Helme-Unstrut-Niederung setzen sich in Thüringen nur teilweise fort. Im Mittelharz-Grenzgebiet konnten sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Thürin- gen mehrere Vorkommen registriert werden. 2.2 Vorkommen in Sachsen-Anhalt 2.2.1 Verbreitung und Häufigkeit Datengrundlagen In Sachsen-Anhalt liegen zur Ringelnatter 1.609 Datensätze (von 9.273 Datensätzen zu Reptilien) vor. Diese bilden die Grundlage für die Errechnung der aktuellen Präsenz der Art und eine Reihe anderer Aus- sagen über die Art. Aus den 1.609 Datensätzen zur Ringelnatter konnten 1.242 Fundorte (von insgesamt 5.676 Reptilienfundor- ten in Sachsen-Anhalt) für weitere Auswertungen ver- wendet werden. Historische Verbreitung Aus dem 18. Jahrhundert berichtet Stübner (1790) über Vorkommen der Art bei Blankenburg und Walken- ried: „Wasserschlangen, welche zum Theil 4 Fuß lang sind, schwarze Hauptschilde haben, und nicht bestän- dig im Wasser, sondern mehrentheils auf dem Lande Tab. 1: Datengrundlagen zur Ringelnatter in Sachsen-Anhalt. Karte 1: Aktuelle Verbreitung (1990 – 2014) der Ringelnatter in Deutschland (modifiziert nach DGHT e. V. 2014). 512 RINGELNATTER Abb. 2: Ringelnatter in typischer Ruhestellung (Foto: S. Teufert). leben.“ Im 19. Jahrhundert sind schon mehr Infor- mationen über das Vorkommen der Ringelnatter auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt bekannt. So schreibt Zimmermann (1834): „Auf den Höhen des Oberharzes gar nicht, in den Thälern … selten; häufiger am Vorharze“. Rimrod (1856a) fand die Art „am Vorharze i. d. Thälern“ und Geitel (1881) in der Umgebung von Blankenburg und Goldfuss (1886) häufig in der Götsche bei Bitterfeld. Kohlmann (1850) schreibt von Ringelnattereierfunden bei Dessau. Wolterstorff (1888) fand eine 1,10 m lange Haut eines Stückes bei Osterburg, wo sein Bruder noch größere Stücke gesehen haben soll. Er schreibt: „Ich selbst kenne die Art nur von einen Fundort, Osterburg, genauer, wo sie in dem keineswegs großen Walde „der Klei“ sehr häufig ist.“ Alle anderen, von ihm aufgeführten Fundorte sind Angaben aus der Literatur bzw. von Gewährsleu- ten, so Naumburg, Salziger See, Seeburg, Goseck bei Weißenfels, Zöckeritz bei Bitterfeld, Friederiken- berg östlich von Tochheim bei Zerbst, bei Dessau, am Regenstein, im Selke- und Bodetal, Treseburg, am Vorharz, bei Neuhaldensleben (Bode). Köhnke (1893) schreibt von einer sicheren Beobachtung der Ringelnatter in der Umgebung von Salzwedel. Wol- terstorff (1893a) wurden Beobachtungen der Art von A. Smalian (Halle) mitgeteilt: Im Selkegebiet, z. B. bei Pansfelde, am Falkenstein, im Selketal, im südöst- lichen Teil des Harzes seltener beobachtet, Degen- ershausen, Bodetal bei Treseburg, Sägemühlenteich und Umgebung bei Blankenburg (häufig), Bodetal, im Harz weitverbreitet, aber kaum häufig, bei Eisleben ab und zu vorkommend, Steinklöbe unterhalb Wendel- Abb. 3: Ringelnatter im Angriffsverhalten (Foto: S. Ellermann). 513
||||||||||||||||||||| Berichte 4.3.21 des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Heft ZAUNEIDECHSE 4/2015: 443 – 468 Zauneidechse – Lacerta agilis (Linnaeus, 1758) Wolf-Rüdiger Grosse und Marcel Seyring 1 ||||||||||||| FFH Artsteckbrief Kennzeichen: Große, plump und gedrungen wirkende Eidechse, kurze und kräftige Beine und auffällig großer hoher Kopf. Charakteristische Rückenzeichnung mit drei weißen Linienreihen, setzen sich aus Einzelflecken zusammen, von beigen Seitenbändern gefasst, selte- ner und lokal verbreitet Exemplare mit einem einfarbig braun bis rotbraunem Rückenband, ‘erythronotus’-Vari- ante innerhalb von Populationen im östlichen Deutsch- land, daraus resultierende Unterart L. a. argus wird in Frage gestellt. Die weißen Linien- und Punktreihen sind individualtypisch (Wiedererkennung). Größe: Kopf-Rumpflänge der ♂♂ 85 – 90 mm und der ♀♀ 85 – 95 mm, Gesamtlängen beider Geschlechter etwa gleich, 190 – 226 mm (Maximum in Deutschland 240 mm Gesamtlänge und 18,6 g). Geschlechtsunterschiede/Trachten: ♂♂ Kopf grö- ßer, kantiger, zur Paarungszeit Flanken und Kopfsei- ten häufig intensiv grün gefärbt und Schwanzwurzel verdickt (Hemipenes), Unterseite grünlich und schwarz gefleckt, ♀♀ Kopf deutlich kleiner, Oberseite bräun- lich, beige bis grau gefärbt. Unterseite gelblich und nur schwach gefleckt. Jungtiere deutlich kleiner, bräunlich bis hellbeige gefärbt, an den Flanken in Längsreihen angeordnete Augenflecken (Ozellen). Habitate: Offene und sehr strukturreiche Flächen mit häufigem Wechsel von lichten und dichten Vegetationsstrukturen zur Flucht und Ther- moregulation sowie mit offenen vege- tationsfreien Bereichen zur Eiab- lage, wärmegetönte lineare Randstreifen bevorzugt FFH („Zauneidechse“), liebt sandige Flussauen, steppen- artige Bördelandschaften, Pionierart und Kulturfolger, sonnige Habitate wie Steinbrüche, Sand- und Kies- gruben, vegetationsarme Brach- und Ruderalflächen, Bahndämme sowie Gärten, Äcker und Felder. Aktivität: Winterruhe (Mitteleuropa) witterungsab- hängig von Oktober bis Ende März, meist erscheinen Jungtiere vor den ♂♂ zuerst aus dem Winterquartier, Fortpflanzungszeit von April bis Juli, entsprechend lange Sommerphase der Jungtiere des ersten Jahres. Wanderungen/Reviere: Altersabhängig, ♂♂ und ♀♀ zur Fortpflanzungszeit fast stationär, 0,3 – 1,2 km Aus- breitungswanderungen, am deutlichsten bei Juvenes ausgeprägt. Fortpflanzung/Entwicklung: Gelegegröße 9 – 14 Eier, Eier 8 – 9,5 mm breit, 11 – 15,2 mm lang und 412 – 725 mg schwer, Entwicklungsdauer im Frei- land temperaturabhängig zwischen 53 und 73 Tagen, Schlüpflinge zwischen 20 – 30 mm Kopf-Rumpf-Länge, 45 – 64 mm Gesamtlänge und 450 – 550 mg schwer, Jungtiere zur ersten Überwinterung bis 40 mm KRL, Geschlechtsreife der ♀♀ mit drei Jahren, häufig erst im vierten Jahr, ♂♂ ausnahmsweise bereits mit zwei Jahren, in der Regel mit drei Jahren. Nahrung: Ganztägig, krabbelnde Insekten und deren Larven, vorwiegend Käfer, Hautflügler, Zikaden, Heuschrecken, Schmetterlinge, aber auch Spinnen, Asseln, Ringelwürmer und Schnecken. Alter: Bis 12 Jahre (im Terrarium älter). Abb. 1: Zauneidechse (Montage). Links Weib- chen (Foto: J. Buschendorf), rechts Männchen (Foto: A. Westermann), unten Weibchen der rotrückigen Morphe (Foto: M. Seyring). 443 ZAUNEIDECHSE FFH 2Verbreitung und Ökologie 2.1Allgemeine Verbreitung 2.1.1 Areal Das Areal dieser euryöken Art reicht von Zentral- und Ost-Frankreich (bis zu den Pyrenäen), Südengland im Westen bis zum Baikalsee in Sibirien im Osten (Gasc et al. 1997). Im Baltikum, Karelien und Südschweden erreicht die Zauneidechse ihre nördliche Verbreitungs- grenze. Weiter reicht ihr Verbreitungsgebiet im Süden über die Alpenregionen, Nordgriechenland, Mittel- und Osteuropa bis nach Vorderasien, den Kaukasus bis in die nordwestliche Grenzregion Chinas im Osten. 2.1.2 Verbreitung in Deutschland Die Zauneidechse ist in allen Bundesländern nachge- wiesen (Elbing et al. 1996). Die meisten Vorkommen liegen im planaren bis kollinen Bereich. Es zeichnen sich zwei Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland ab. Die Nachweisdichte ist im Nordosten Deutsch- lands besonders groß, was auf die für die Art güns- tigen naturräumlichen Gegebenheiten zurückzuführen ist. Die Sandgebiete Brandenburgs, des Odertals bis hin zur Lausitz, die Heidelandschaften, die Mittel- sächsischen Hügelländer und Mittelgebirgsvorländer beherbergen teilweise umfangreiche Populationen der Zauneidechse. Auffällig ist auch das flächendeckende Vorkommen der Art in den südwestdeutschen Nie- derungen, Mittelgebirgen und Stufenländern, beson- ders in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die Siedlungsschwerpunkte liegen in Baden-Württemberg in der Oberrheinebene, an den wärmebegünstigten Hängen des Südschwarzwaldes und entlang des Neckars, in Rheinland-Pfalz in der Oberrheinebene und in den tieferen Lagen der Mittel- gebirge. Die Fortsetzung der Vorkommen findet sich dann in Frankreich. Die diagonale Mitte Deutschlands, angefangen in den Marschen und Küstengebieten Schleswig-Holsteins und Niedersachsens, über die höheren Lagen der Mit- telgebirge, Hessens und Nordwestbayerns sind eher lückig besiedelt. In Bayern sind die Vorkommen der Zauneidechse auf der Fränkischen Alb, dem Fränki- schen Keuper-Lias-Land und in den großen Flussnie- derungen zu finden. Die Art fehlt in den intensiv genutz- ten Flächen des Alpenvorlandes. Die Alpen werden von Natur aus nur in wärmebegünstigten Standorten der in die Alpen hineinführenden Täler besiedelt. 2.1.3 An Sachsen-Anhalt grenzende Vorkommen In Brandenburg haben lediglich Teile der Elbtalniede- rung und der Fläming Vorkommen der Zauneidechse mit direktem Kontakt zu Populationen in Sachsen-An- halt. Ebenso ist die Art im Elbe-Mulde-Tiefland flä- chendeckend vorhanden, wo sich die Vorkommen der Art auch nach Sachsen fortsetzen (Grosse & Teufert 2015). Hauptverbreitungsgebiete sind hier die Heide- und Moorgebiete, das Leipziger Land, die Elster-Luppe- und die Muldeaue, südlich davon die Altenburg-Zeitzer Lösshügellandschaft. Hier finden sich auch im Anschluss an Nordthüringen überall Vor- kommen der Zauneidechse (Schiemenz & Günther 1994). Auch die wärmebegünstigten Standorte des Helme-Schichtstufenlandes, des Kyffhäusers und des Südharzes werden von der Art besiedelt. Eine Verbrei- tungslücke ist der Harz mit nur wenigen Vorkommen im Umfeld, ebenso weiter nördlich Richtung Braun- schweig, Helmstedt sowie südlich und nördlich des Elms. Gemeinsame Vorkommensgebiete finden sich erst wieder in weiten Teilen der Lüneburger Heide und des Wendlands am Rande der Elbtalniederung. 2.2 Vorkommen in Sachsen-Anhalt 2.2.1 Verbreitung und Häufigkeit Datengrundlagen In Sachsen-Anhalt liegen von der Zauneidechse 4.288 Datensätze zwischen 1953 und 2014 vor. Mit einer aktuellen Rasterfrequenz von 83 % (171 MTB) zählt sie zu den weit verbreiteten Arten (entspricht 438 MTBQ und 59 % Frequenz). Die Art kommt in allen vollständig in Sachsen-Anhalt liegenden MTB vor und fehlt nur in einigen grenzseitig angeschnittenen MTB, wobei sie in den benachbarten Bundesländern dort durchaus vertreten sein kann. Historische Verbreitung Für Deutschland typisch sei, schreibt Dürigen (1897), dass man der Art überall auf Sandböden im norddeut- schen Flachland begegnet, lediglich im Hochharz fehlt sie. Er beruft sich dabei auf Rimrod (1840), der die Art in seiner Heimatkunde der Grafschaft Mansfeld und des Oberherzogtums Anhalt-Bernburg führt. Hoff- mann (1899) erwähnt das Hügelland am Harzrand und die Vorkommen bei Blankenburg, am Regenstein, bei Quedlinburg und weiter östlich bei Sangerhausen und südlich im Kyffhäuser. Köhnke (1893) beobachtete im Tab. 1: Datengrundlagen zur Zauneidechse in Sachsen-Anhalt. Karte 1: Aktuelle Verbreitung (1990–2014) der Zauneidechse in Deutschland (modifiziert nach DGHT e. V. 2014). 444 ZAUNEIDECHSE FFH Abb. 2: Pärchen der Zauneidechse (Foto: A. Westermann). Raum Salzwedel normalgefärbte und rotrückige Tiere. Buschendorf (1984) und Gassmann (1984) spre- chen von einer flächendeckenden Verbreitung in allen Naturräumen der ehemaligen Bezirke Halle und Mag- deburg der DDR. Bei Krüger & Jorga (1990) fanden sich im ehemals zum Bezirk Cottbus gehörigen Kreis Jessen nur sehr lückige Vorkommen, was aber auch auf Erfassungsdefizite hindeutete. Diese Daten wur- den später von Schiemenz & Günther (1994) über- nommen. Eine sehr hohe Fundpunktdichte ergab sich besonders in faunistisch gut untersuchten Gebieten wie der Porphyrkuppenlandschaft bei Halle (Walla- schek 1996). Eigentlich war die Zauneidechse seit jeher im ganzen Stadtgebiet von Halle verbreitet. Das war ein wesentlicher Grund, sie nicht weiter zu beach- ten. Wie bereits Wolterstorff (1888) erwähnt auch Taschenberg (1909) sie nur „allenthalben verbreitet, wo sie ihre Lebensbedingungen findet und ist ... in der Dölauer Heide auch in der rotrückigen Form ... vertre- ten“ (ebenso Schortmann et al. 1941, Buschendorf 1984). Nach Schiemenz & Günther (1994) kommt die Art flächendeckend in Mittelostdeutschland vor. Spo- radisch bis selten wurde sie in der Altmark, der Mag- deburger Börde, auf der Unteren Unstrutplatte und auf der Querfurter Platte gefunden. Allgemein fehlte sie in Teilen der Mittelgebirge. Für Sachsen-Anhalt wurde eine MTB-Frequenz von 69,6 % (MTBQ-Frequenz 39,8 %) ermittelt. Verbreitung nach Landesfauna 2004 Bezogen auf die Anzahl der Fundpunkte war die Zaun eidechse die häufigste Reptilienart in Sachsen-Anhalt (Schädler 2004b). Nachweise lagen aus allen Lan- desteilen vor. Es war dennoch davon auszugehen, dass die Art in der Darstellung stark unterrepräsentiert und wesentlich weiter verbreitet ist. Zauneidechsen- biotope waren nur selten Gegenstand gezielter her- petologischer Erfassungen. Die mit Abstand höchste Nachweisfrequenz wies das Östliche Harzvorland auf. Echte Verbreitungslücken ergaben sich dagegen in den höheren Lagen des Harzes und möglicherweise auch in Teilen des nördlichen Sachsen-Anhalts (Altmark, Bördegebiet). Andere Nachweislücken auf der Unteren Unstrutplatte und der Querfurter Platte (Schiemenz & Karte 2: Vorkommen der Zauneidechse in Sachsen-Anhalt auf MTBQ-Basis. 445
Am 12. Januar 2010 unterschrieb Ministerpräsident Wladimir Putin einen Erlass, in dem die Wiederinbetriebnahme des umstrittenen Zellulose- und Papierkombinats in Baikalsk erfolgen soll. Das Werk am Ufer des Baikalsee war 2008 wegen Umweltbedenken stillgelegt worden. Seit ihrer Eröffnung 1966 gilt die stillgelegte Fabrik als ein Hauptverschmutzer des Baikalsees.
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