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s/balkon/Balkan/gi

openSenseMap: Sensor Box Bad Abbach

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Sonderforschungsbereich (SFB) 806: Unser Weg nach Europa: Kultur-Umwelt Interaktion und menschliche Mobilität im Späten Quartär, Teilprojekt E07 (D06): Schwarzer Kohlenstoff als Indikator für Mensch-Umwelt Interaktionen in den letzten 190.000 Jahren

Teilprojekt E7 hat in Phase 1 (als F3) Methoden zur Analysen von schwarzem Kohlenstoff entwickelt und, in Phase 2 (als D6), auf verschiedene geoarchäologische Archive angewendet, um Paläoumwelt- und menschliche Einflüsse auf die lokale Brandgeschichte zu rekonstruieren. Die Feuersignale korrelieren mit menschlicher Aktivität und Paläoklima . Ziel ist, die Feuersignale aus den Geoarchiven und archäologischen Fundstellen des SFB von NE-Afrika bis zum Balkan zwischen 190-15 kaBP zu vernetzen, auch durch räumliche Modellierung der Transportweiten von Brandrückständen. Wir erwarten, dass die Interaktion zwischen Feueraktivität, Paläoklima und menschlicher Mobilität sich entlang des Korridors von Afrika nach Europa verändert. Die Synthese der natürlichen und menschlichen Feuergeschichte wird helfen, die Rolle von Feuern für unseren 'Unseren' Weg nach Europa zu verstehen.

Hyla arborea (Linnaeus, 1758) Laubfrosch Amphibien Gefährdet

In Deutschland kommt wie in ganz Mittel- und Nordwesteuropa eine vermutlich erst mit dem Vordringen der Buchenwälder nach dem Ende der letzten Eiszeit vom westlichen Balkan bzw. dem Pannonischen Becken eingewanderte, genetisch relativ verarmte Linie von Hyla arborea vor. Der Östliche Laubfrosch (H. orientalis), der in Deutschland nicht vorkommt, wird seit der Veröffentlichung der Arbeiten von Stöck et al. (2008) und Stöck et al. (2012) als eigene Art von H. arborea abgetrennt (vgl. Dufresnes et al. 2013, Dufresnes et al. 2014). Bezogen auf das Gesamtareal umfassen die Vorkommen des Laubfroschs in Deutschland geschätzte 20 % des Gesamtareals und liegen im Zentrum des Areals (Große 2013). Für die aktuelle taxonomische Umgrenzung der Art liegt keine Einstufung der weltweiten Gefährdung vor. Deutschland ist in hohem Maße für die weltweite Erhaltung der Art verantwortlich. Der Laubfrosch ist in Deutschland weit verbreitet. Er fehlt nur in den Stadtstaaten Bremen und Berlin. Natürlicherweise fehlt die Art in den Bayerischen Alpen, den Kammlagen der Mittelgebirge und im Marschland der Nordseeküste; demgegenüber besteht hohe Präsenz in Niederungsbereichen Nordostdeutschlands. Die Verbreitung der Art in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist weit lückiger und durch erhebliche Bestandsverluste gekennzeichnet. Die süddeutschen Bundesländer weisen noch gute Bestände auf, wobei in Bayern deutlichere Rückgänge zu verzeichnen sind als in Baden-Württemberg. Die TK25-Q Rasterfrequenz in Deutschland (Zeitraum 2000 – 2018) beträgt 28,93 %, daraus ergibt sich die Kriterienklasse „mäßig häufig“. Der langfristige Bestandstrend wird in Teilen Nordrhein-Westfalens, Bayerns und des Saarlandes von einem sehr starken Rückgang geprägt. Die restlichen Bundesländer meldeten einen starken Rückgang. Deutschlandweit wird von einem starken Rückgang ausgegangen. Dieser lässt sich indirekt mit dem Schwund an besonnten Flachgewässern und dem flächendeckenden Rückgang von Kleinstgewässern in der Kulturlandschaft und den Flussauen in Kombination mit dem Verlust an kleinstrukturiertem Grünland und Hecken erklären. Der kurzfristige Bestandstrend ist in den meisten Bundesländern mäßig abnehmend. Starke Abnahmen sind in den urban-industriell veränderten Landschaften und in land- und forstwirtschaftlich intensiv genutzten Landschaften zu beobachten; in Bayern sind besonders die Mittelgebirge und der Alpenrand betroffen. Insgesamt ist in Deutschland eine mäßige Abnahme festzustellen. Daraus folgt insgesamt die Rote-Liste-Kategorie „Gefährdet“. Der kurzfristige Bestandstrend ist von vielen regionalen Besonderheiten geprägt und fußt auf einem verbesserten Kenntnisstand; daher wird der Laubfrosch von der Kriterienklasse „starke Abnahme“ auf „mäßige Abnahme“ zurückgestuft. Trotz dieser Änderungen bleibt die Einstufung in die Rote-Liste-Kategorie „Gefährdet“ unverändert. Für den Laubfrosch sind vor allem Gefährdungsursachen bedeutend, die auch auf andere Amphibienarten einwirken (Geiger 1995). Schwerpunktmäßig sind folgende Gefährdungsursachen erkennbar: Im Bereich der Laichgewässer wirken sich vor allem der langanhaltende Verlust temporärer Flachgewässer besonders in Flusslandschaften (z. B. durch Melioration, Sukzession, Verfüllung und Austrocknung infolge des Klimawandels), Fischbesatz, die Intensivierung fischereiwirtschaftlicher Nutzung von Teichen und die stärkere Gewässerbelastung durch Intensivierung der Landwirtschaft negativ aus; zunehmender Verlust von naturnahen Landlebensräumen, wie großflächig extensiv genutztes, klein-strukturiertes Grünland mit hohen Grundwasserständen; Umwandlung von Wiesen und Brachen in Intensivgrünland und Äcker; Verlust von insektenreichen naturnahen Wiesen als Nahrungshabitate; Verlust der Sommersitzwarten in (Hoch-)Staudenfluren, Brombeergebüschen und Waldmänteln, die auch in Agrarlandschaften als weitgehend feindfreie Rückzugsräume fungieren; Ursache ist die intensive landwirtschaftliche Nutzung (Dünger, Pestizide); unzureichend untersucht ist die Pestizid-Belastung der Laichgewässer (Fryday & Thompson 2012, Brühl et al. 2013). Das Gewässermanagement sollte temporäre (April bis Juli), besonnte und vegetationsreiche Laichgewässer erhalten/schaffen. Zum Überleben mehrjähriger Trockenperioden sind fischfreie Dauergewässer mit besonnten Uferstreifen und Vegetation zu erhalten oder zu schaffen. Breite Gewässerrandstreifen sind unerlässlich. In der Landphase kann der Art mit möglichst extensiver Landwirtschaft (Förderung von Wiesen- und Saumhabitaten), dem Erhalt von Hecken und Gebüschinseln und einer naturnahen Grabenstruktur geholfen werden. Wichtig sind ein großflächiger Schutz und die Vernetzung der Vorkommen (Natura-2000-Gebiete). Naturschutzfachlich begleitete Wiederansiedlungsprojekte sind als Ausgleich für Verluste in verschiedenen Landschaften Deutschlands sehr erfolgreich durchgeführt worden. Eine Fortsetzung ist wünschenswert. Die Vermeidung von chemischer Belastung bei der landwirtschaftlichen Flächennutzung ist essentiell für den Schutz des Laubfroschs.

Coriomeris alpinus (Horváth, 1895) Wanzen Extrem selten

Coriomeris alpinus ist ein Gebirgsbewohner. Die Art lebt in den Pyrenäen, den Alpen und auf den Höhen des Balkan. Da Verbreitungsgebiet strahlt über die Türkei bis in den Iran aus. Das Vorkommen der Art in Deutschland galt lange als fraglich. In der Vorgängerliste war sie eingestuft. CPH gibt bislang keine deutschen Funde an. Aktuell liegt jetzt ein Beleg aus Bayern bei Oberstdorf vor.

Xylocoris lativentris (J. Sahlberg, 1870) Wanzen Vom Aussterben bedroht

Das Areal reicht im Norden von Dänemark und Schweden und im Süden von Sizilien über den Balkan bis weit in den Osten über die europäischen Grenzen hinaus. Die Art erreicht mit den isolierten Funden in Deutschland ihre westliche Verbreitungsgrenze. Nachsuche und Wiederfunde in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Die Angabe von Trends ist nicht möglich. Hier handelt es sich um den Wiederfund einer Reliktart am westlichen Arealrand. Der Fundort in Sachsen-Anhalt, an dem die Art in Deutschland wieder nachgewiesen werden konnte, hat keinen konkreten Flächenschutz. Er liegt am Rande eines FFH- und Landschaftsschutzgebietes. Die Fundstelle, 20 qm einer Windschutzhecke in direkter Nachbarschaft zu einer aufgegebenen Streuobstwiese, einem Halbtrockenrasen und einer intensiv genutzten Ackerfläche, ist sehr kleinflächig. In dieser Hecke stehen drei alte Pyramidenpappeln, die zusammenzubrechen drohen. Es ist zu vermuten, dass das Vorkommen von X. lativentris dort am Boden mit den Pappeln und ggf. wie bei der Schwesterart X. formicetorum mit dort vorhandenen Ameisenkolonien assoziiert ist. Durch einen erfolgten Besitzerwechsel droht die Fläche in intensive Bewirtschaftung genommen zu werden, was ein Fällen der Pappeln mit sich bringen würde. Trotz intensiver Nachsuche in der unmittelbaren und weiteren Umgebung der Fundstelle konnten keine weiteren Nachweise der Art geführt werden. Der Fundort in Sachsen ist recht ähnlich charakterisiert. Er liegt am Rande einer Wiederaufforstungsfläche, umgeben von intensiv genutzen Äckern. Wiederfund für Deutschland: 1999, nach über 50 Jahren ( Jung 2009). Péricart (1972) gibt Funde aus dem Harz und von Borkum an, die er selbst nicht geprüft hat. Hätte in der Vorgängerliste in Kategorie 0 geführt werden müssen. Aus Niedersachsen liegen keine gesicherten Nachweise für die alten Meldungen vor.

Myotis nattereri nattereri (Kuhl, 1817) Fransenfledermaus Säugetiere Ungefährdet

Bei der Fransenfledermaus sind von der ursprünglich angenommenen weiten Verbreitung der Nominatform alle Anteile der Iberischen Halbinsel, Südfrankreichs, der Südalpen, der Apennin-Halbinsel, Sloweniens, Westkroatiens, Südwestungarns, Zentral- und Ostanatoliens, Nordafrikas, des Nahen Ostens, des Kaukasus, der Ukraine östlich der Krim und aller noch weiter östlich gelegenen Regionen weggefallen, da es sich dort um andere Taxa handelt (Çoraman et al. 2018). Damit ist M. nattereri s. str. rein west-, mittel- und osteuropäisch verbreitet. Die südlichen Fransenfledermäuse (Südalpen bis Südfrankreich, Apennin, Iberische Halbinsel) wurden als Myotis crypticus abgetrennt (Juste et al. 2018). Da die Populationen auf dem Balkan klein sind, dürften Deutschland, Frankreich und die Britischen Inseln die größten Populationsanteile besitzen. Ein Anteil von > 1/10 des weltweiten Anteils in Deutschland erscheint realistisch (C. Dietz, schriftl. Mitt.).

Protaetia cuprea (Fabricius, 1775) Protaetia metallica (Herbst, 1782) Blatthornkäfer Ungefährdet

Deutscher Name: Metallischer Rosenkäfer. Nach den neuen Studien von Vondráček et al. (2018) kommen in Deutschland zwei Unterarten vor: Protaetia cuprea bourgini ( Ruter , 1967) und P. c. metallica ( Herbst , 1782). Protaetia cuprea metallica ( Herbst , 1782) ist in allen Regionen (außer im Saarland) aktuell vorhanden, überall meist häufige Art lichter Laubwälder, Entwicklung am Boden oft in Nestern der großen Waldameisen. Protaetia cuprea bourgini ( Ruter , 1967) in den Südwesten einstrahlend bis Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Rheinland und Hessen, dort überall aktuelle Funde. Die Meldung der aus Südosten vom Balkan bis nach Norditalien und Südösterreich einstrahlenden Protaetia cuprea obscura ( Andersch , 1797) aus Westfalen ( Bleich et al. 2020) ist irrtümlich (Terlutter mdl. 2019).

Melogona broelemanni (Verhoeff, 1897) Hundertfüßer und Doppelfüßer Nicht bewertet

Gute Beschreibungen von M. broelemanni stammen von Verhoeff (1897) und Kurnik (1987). Die Beschreibung von Kurnik (1987) enthält einen guten Schlüssel zur Identifizierung der weiblichen Individuen von M. broelemanni, M. transsilvanica und M. voigti anhand der Vulven. Die Art M. voigti wird seit den 1960er Jahren regelmäßig im Neißetal bei Ostritz (Sachsen) nachgewiesen, aber erst im Jahr 2015 wurde M. broelemanni dort gefunden, obwohl die Lokalität seit den 1960er Jahren in mehreren Probenahmen untersucht wurde. Im August 2010 gab es ein schweres Hochwasser an der Neiße mit einem Wasserstand von bis zu fünf Metern über Mittelwasser. Vermutlich wurde M. broelemanni während dieses Hochwassers aus Gärten an diesen Ort verdriftet. Drei weitere Funde im Jahr 2023 stammen aus der Umgebung von Passau nahe Donau und Inn. M. broelemanni ist somit neu für die deutsche Fauna (Decker et al. 2025). Diese Art ist im Balkan weit verbreitet und dort auf Mischwälder, Gehölze und Auenwälder beschränkt (Kime & Enghoff 2021). In Tschechien, der wahrscheinlichsten Herkunft der sächsischen Exemplare, ist M. broelemanni in Gärten, Gartenanlagen, Parks, auf Halden und in ehemaligen Tagebaugebieten verbreitet, kommt aber auch in naturnahen Habitaten und Kulturlandschaften der Weißen Karpaten vor (Kocourek et al. 2023). In Österreich findet man die Art meist in anthropogen beeinflussten Habitaten, seltener in Wäldern, Gebüschen und Auenwäldern (Kurnik 1987). Molekulare Barcoding-Daten des sächsischen und eines bayerischen Individuums aus Flintsbach am Inn waren identisch, was auf die gleiche Herkunft der beiden Populationen schließen lässt (Decker et al. 2025). Wegen ihrer geringen Mobilität, ist es extrem unwahrscheinlich, dass die Art auf natürlichem Wege ohne Verschleppung in Erde oder Kompost nach Deutschland gekommen ist und zudem aus einer natürlichen Ursprungspopulation stammt. Weitere Daten sind erforderlich, um die Herkunft und Einschleppungswege der deutschen Populationen von M. broelemanni zu klären. Aufgrund der Ökologie der Art und deren Fähigkeit zur Besiedlung neuer Lebensräume entlang von Flüssen, kann aber geschlossen werden, dass die Art sich bereits in Deutschland etabliert hat und vermutlich entlang von Inn, Donau und Neiße weiter verbreitet ist als ursprünglich bekannt.

Amara chaudoiri incognita Fassati, 1946 Laufkäfer Ausgestorben oder verschollen

Während die Nominat-Unterart Amara chaudoiri chaudoiri Schaum, 1858 ein osteuropäisches Areal besiedelt und in Deutschland nicht nachgewiesen ist, ist die ssp. incognita im südöstlichen Mitteleuropa und auf dem Balkan weit verbreitet und kommt nördlich bis nach Tschechien, Polen, Österreich und Süddeutschland vor (Hieke 1970, Hieke in Müller-Motzfeld 2006). In Deutschland gelangen bislang nur sehr wenige Funde, vier davon in Bayern, einzelne in Baden und bei Frankfurt a.M. (F. Hieke 2012, in litt.), wobei letztere von Horion (1972) mit dem Verdacht auf Fundortverwechslungen angezweifelt werden. Alle bisherigen Meldungen datieren vor 1960. Das Taxon ist in Deutschland vermutlich ausgestorben.

Melinopterus reyi (Reitter, 1892) Aphodius reyi Reitter, 1892 Blatthornkäfer Extrem selten

In Deutschland potenziell gefährdet, da bisher nur zwei jüngere Vorkommen in Thüringen und Hessen sowie Altfunde aus Sachsen und Sachsen-Anhalt bekannt wurden; offenbar sind die deutschen Vorkommen isoliert, denn die nächste Fundorte liegen im Elsass, in Polen, Tschechien und Österreich. Art der halboffenen Landschaft. Neuere und aktuelle Nachweise nur aus Thüringen, Eisenach 1988, 1989 und 2012 ( Rößner & Apfel 2008, Apfel & Rößner 2014); ältere Belege auch aus Sachsen-Anhalt, Sachsen ( Rößner 2016) und Hessen: Groß-Gerau 1954 ( Rößner & Schaffrath 2017). Südeuropäische Art, die von Spanien und Italien über den Balkan bis Griechenland und in die Türkei gefunden wird, verbreitet in Südeuropa, östlich in der Türkei und im Kaukasus, es existieren aber auch Nachweise aus den Nachbarländern (s. o.). Mit weiteren Funden in Deutschland ist zu rechnen ( Rößner 2012), auch mit Altfunden, da die Käfer leicht mit anderen Melinopterus -Arten verwechselt werden können, und ein Vorkommen bis vor kurzem aus Deutschland nicht bekannt war.

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