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Beeinflusst die induzierte Phytotoxizität bei Apfelnachbaukrankheit Malus domestica Wurzeln?

Apfel (Malus domestica) ist einer der wichtigsten angebauten Früchte weltweit. In Baumschulen werden Pflanzen häufig neu gepflanzt (2-3 Jahre), was zu einer verminderten Ernteproduktivität führt, die auch als Apfelnachbaukrankheit (ARD) bezeichnet wird. ARD kann definiert werden als "eine schädlich, gestörte physiologische und morphologische Reaktion von Apfelpflanzen auf Böden, die aufgrund früherer Apfelkulturen Veränderungen in ihrem (Mikro-) Biom ausgesetzt waren". Früher wurden Bodenbegasungsmittel zur Bekämpfung von ARD verwendet. Bei diesen Mitteln sind Anwendungsschwierigkeiten, hohe Kosten und Gefahren für die Umwelt und die menschliche Gesundheit als problematisch anzusehen. Daher wäre die Züchtung und/oder Selektion weniger empfindlicher Genotypen eine nachhaltigere Lösung für ARD. Die Entwicklung von ARD-assoziierten Markern beruht jedoch auf einem besseren Verständnis der molekularen Reaktionen in planta, um die Ätiologie der Krankheit zu entschlüsseln. Kürzlich wurde gezeigt, dass Phytoalexinbiosynthesegene nach sieben Tagen Kultur auf ARD-Boden im Vergleich zu desinfiziertem ARD-Boden stark hochreguliert sind. Es zeigte sich, dass sich die Phytoalexine im Wurzelsystem in sehr hohen Konzentrationen anhäufen, was zu einer möglichen Phytotoxizität führt. ABC-Transporter, die an der Translokation und Exsudation von Phytoalexinen beteiligt sind, zeigten keine Regulation, was zu der Annahme führte, dass Phytoalexine unter ARD-Bedingungen nicht in den Boden ausgeschieden werden und sich daher in sehr hohen Konzentrationen in den Wurzeln anreichern. Zusätzlich kann der vakuoläre Transport behindert werden, was zu einer fehlenden Entgiftung der akkumulierten Substanzen führt. Ein möglicher Grund für die möglicherweise eingeschränkte Exsudation von Phytoalexinen oder von Sequestrierung in Vakuolen über ABC-Transporter könnte die Entstehung toxischer Zyanidkonzentrationen in ARD-betroffenen Pflanzen sein, was zu weniger ATP-Verfügbarkeit für ABC-Transporter führt. Ziel des Projektes ist es, die Rolle von ARD-induzierten Phytoalexinen bei ARD und molekulare Reaktionen in ARD-betroffenen Pflanzen aufzuklären. Der Fokus wird darauf liegen, ihre Rolle bei ARD unter Berücksichtigung weiterer interagierender Gene/Proteine abzuleiten. Die Toxizität und Lokalisation der Verbindungen werden ebenso analysiert wie Entgiftungsmechanismen, z.B. Transport aus dem Zytoplasma. Darüber hinaus werden weitere toxische Nebenprodukte im Cyanidstoffwechsel sowie die Energieversorgung näher untersucht, um einen detaillierten Überblick über die molekularen Mechanismen bei ARD zu erhalten. Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung, Mikroskopie, Genexpressionsstudien und metabolische Analysen werden eingesetzt, um dieses Ziel zu erreichen. Vergleiche zwischen einem sensitiven und einem weniger sensitiven Genotyp sollen Erkenntnisse für die frühe Vorhersage von ARD-Schweregraden in Böden liefern und dabei helfen ARD-tolerante Apfelpflanzen auszuwählen.

Fagus orientalis als Alternativbaumart im Klimawandel - Identifizierung hochwertiger Saatgutquellen basierend auf genetischer und phänotypischer Charakterisierung, Teilvorhaben 3: Genetisches Monitoring bei der Orientbuche und Untersuchung der Hybridisierung mit der Rotbuche

Fläche: Deutschland, Jahre, Ökosysteme

Baumschutz

Öffentliche Auslegung vom 30. April 2026 bis einschließlich 29. Mai 2026 Für die Baumschutzverordnung wird ein Änderungsverfahren gemäß § 27 Berliner Naturschutzgesetz durchgeführt. Insbesondere der hohe Nutzungsdruck und klimatische Veränderungen wirken sich massiv auf den Baumbestand des Landes aus, so dass zu dessen Schutz und Erhaltung eine Anpassung geboten ist. Weitere Informationen und Online-Beteiligung ab dem 30.04.2026 In Berlin stehen alle Laubbäume und die Nadelgehölzart Waldkiefer ( Pinus sylvestris ) sowie die Obstbaumarten Walnuss und Türkische Baumhasel unter dem besonderen Schutz der Baumschutzverordnung (BaumSchVO), sofern sie bestimmte Stammumfänge erreicht haben. Die Schutzbestimmungen der Baumschutzverordnung gelten für einstämmige Bäume mit einem Stammumfang von mindestens 80 cm und mehrstämmige Bäume, wenn mindestens einer der Stämme einen Mindestumfang von 50 cm, wobei der Stammumfang jeweils in einer Höhe von 130 cm über dem Erdboden gemessen wird. Liegt der Kronenansatz unter dieser Höhe, ist der Stammumfang unmittelbar unter der Krone maßgebend. Nicht dem Schutz der Baumschutzverordnung unterliegen Bäume auf Dachgärten oder Terrassen oder in Pflanzcontainern; auch nicht Bäume in Baumschulen oder Gärtnereien, wenn die Bäume gewerblichen Zwecken dienen. Auch fallen solche Bäume nicht in den Anwendungsbereich der Baumschutzverordnung, für die bereits andere besondere Schutzvorschriften bestehen. Das betrifft Bäume, die als Naturdenkmal ausgewiesen sind oder die ihren Standort in bestimmten geschützten Bereichen haben (z.B. auf Waldflächen, in Landschafts- oder Naturschutzgebieten oder in Grünanlagen ). § 4 BaumSchVO regelt, welche Handlungen an einem Baum verboten sind. Verboten ist danach nicht nur die Beseitigung eines Baumes; die Verbote betreffen auch Maßnahmen, die sich besonders schädigend auf die Bäume auswirken und ihren Weiterbestand gefährden können (z.B. Durchtrennen von Wurzeln). Ist es ausnahmsweise erforderlich, eine an sich verbotene Maßnahme durchzuführen, muss der jeweilige Baumeigentümer oder sonstige Berechtigte eine entsprechende Genehmigung nach § 5 BaumSchVO beantragen. Zuständig für den Vollzug der Baumschutzverordnung und das Erteilen der Ausnahmegenehmigungen sind grundsätzlich die unteren Naturschutzbehörden der Bezirksämter von Berlin. Baumschutzverordnung (BaumSchVO) Stadtgrün: Stadtbäume

Landwirtschaftliche Betriebe mit ökologischem Landbau, Ökologisch bewirtschaftete Fläche: Bundesländer, Jahre, Bodennutzungsarten

Landwirtschaftliche Betriebe mit ökologischem Landbau,Ökologisch bewirtschaftete Fläche: Deutschland, Jahre,Bodennutzungsarten

NSG Sandgrube im Jagen 86 des Grunewaldes

In der Eiszeit abgelagerte Sandflächen waren für die Westberliner Bauindustrie wichtige Rohstoffquellen. Im Grunewald entstand durch den Sandabbau eine 18 Hektar große und 15 bis 25 Meter tiefe Grube. Wo sie unter den Grundwasserspiegel reicht, haben sich Flachgewässer und feuchte Weidenbrüche entwickelt. Der größte Teil der Grubensohle ist jedoch trocken, hier sind vegetationslose Sandflächen, Trocken- und Magerrasen wichtige Lebensräume. Dank dieser unterschiedlichen Biotope ist das NSG äußerst artenreich. Unter anderem wurden 334 Farn- und Blütenpflanzen nachgewiesen. Für wärmeliebende Insektenarten sind die besonnten Hänge wertvoll. Eine Besonderheit ist die Unterwasserflora der nährstoffarmen Gewässer. Diese werden von vielen Amphibienarten zum Laichen genutzt. Die Grube ist Ziel vieler Kindergruppen und Familien. Vom Schmetterlingsplatz am S-Bahnhof Grunewald erreicht man die Sandgrube über den Schildhornweg in einer Viertelstunde. Kastanien säumen den Weg durch den Kiefernforst, bis sich der Wald lichtet und den Blick auf ein tiefes Loch in der Landschaft mit einem großen Sandberg am Grund freigibt. Wer in die Grube absteigen will, muss nicht den Sandhang hinunterlaufen – wie es Kinder mit Begeisterung tun –, sondern kann einen der drei befestigten Zugänge wählen. An der Nord- und Südseite befinden sich Rampen, in der nordöstlichen Ecke führt eine Treppe 134 Stufen hinab. Schautafeln informieren über die Entstehungsgeschichte und die lokale Pflanzen- und Tierwelt. Die gesamte Hangkante und die störungsempfindlichen Bereiche im NSG sind abgezäunt und sollen nicht betreten werden. Durchlässe für Wildtiere wurden eingerichtet, damit sich vor allem die zahlreichen Wildschweine ungehindert bewegen können, ohne den Koppelzaun zu beschädigen. Gerne halten sie sich in den Feuchtgebieten auf und reagieren mitunter aggressiv auf Störungen. Der Besuch der Sandgrube ist besonders für Kinder ein Erlebnis. Der große Sandberg im Zentrum bietet viele Spielmöglichkeiten. Von der Sandgrube aus erreicht man in wenigen Minuten den Teufelssee, das Naturschutzzentrum Ökowerk oder den Teufelsberg. Auch kann man den Weg bis zur Havel fortsetzen. Wer vom S-Bahnhof Grunewald startet, sollte dem Waldmuseum der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald einen Besuch abstatten. Es befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule gegenüber der Revierförsterei Eichkamp und bietet ein großes Diorama mit zahlreichen Waldtieren und eine vielseitige Ausstellung. Ausflugstipps – Auf Försters Wegen

Pflanzenschutz im Obstgarten: Steinobst

<p> So gelingt die Ernte in Ihrem Obstgarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige Sorten und vielfältige Arten.</li> <li>Achten Sie auf einen passenden Standort, am besten sonnig und luftig.</li> <li>Lichten Sie die Bäume regelmäßig aus.</li> <li>Kontrollieren Sie die Bäume regelmäßig, um frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.</li> <li>Verwenden Sie engmaschige Kulturschutznetze.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p><strong>Schädlingen und Krankheiten vorbeugen:</strong></p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Bäume gerecht zu werden. Prüfen Sie, ob die gewünschten Obstarten zum ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>⁠ in Ihrer Region passen.</li> <li>Pflanzen Sie nicht zu eng und entfernen Sie zu dicht stehende oder ins Bauminnere hineinwachsende Äste. Das sorgt für eine gute Durchlüftung.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen an den Bäumen (z.B. beim Mähen), denn diese erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Achten Sie beim Baumschnitt auf saubere, fachgerechte Schnittflächen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah, so dass sich viele Nützlinge darin wohl fühlen. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Die wichtigsten Schädlinge im Überblick <p><strong>Kirschfruchtfliege:&nbsp;</strong>Die Kirschfruchtfliege (<em>Rhagoletis cerasi</em>) wird etwa vier Millimeter groß und ist schwarz-gelb gefärbt. Sie legt ihre Eier in heranreifende, gerne auch in vorgeschädigte Kirschen. Die Kirschfruchtfliege ist der wichtigste heimische Schädling an Süßkirschen, aber auch Sauerkirschen werden befallen.</p> <ul> <li>Bauen Sie Süßkirschen-Sorten an, die früh reifen. Je früher die Reifung, desto weniger Fruchtfliegen sind unterwegs.</li> <li>Gemulchte oder ungemähte Baumscheiben verzögern den Schlupf der Kirschfruchtfliege, weil sich der Boden dann langsamer erwärmt.</li> <li>Bei kleineren Bäumen können Sie die Kronen von Mitte Mai bis zur Ernte mit Kulturschutznetzen umspannen. Das hält die erwachsenen Fliegen von der Eiablage im Baum ab. Gegen Kirschfruchtfliegen reichen Netze mit einer maximalen Maschenweite von 1,3 Millimetern. Um gleichzeitig auch Kirschessigfliegen (siehe unten) abzuwehren, darf die Maschenweite aber nur maximal 0,8 Millimeter betragen.</li> <li>Wenn Sie nicht alle Kirschen brauchen, reicht es auch, nur einzelne Äste einzunetzen. Hungrige Vögel und Insekten freuen sich über die restlichen Früchte.</li> <li>Bei großen Bäumen können Sie, statt der Krone, den Boden unterhalb des Kirschbaums mit einem Netz bedecken. Das Netz sollte Mitte Mai ausgelegt sein und eine maximale Maschenweite von 0,8 Millimetern haben. Das Netz hält aus dem Boden geschlüpfte Fruchtfliegen zurück und senkt den Befall im nächsten Jahr, weil sich die Larven nicht wieder im Boden verpuppen können.</li> <li>Hühner fressen die im Boden eingegrabenen Puppen der Kirschfruchtfliege und vertilgen heruntergefallene Kirschen samt den Maden. Auch eine Schafbeweidung trägt zur Reduzierung der Kirschfruchtfliegen bei. Der Tritt der Tiere dezimiert die schlüpfenden Fliegen im Frühjahr und am Boden liegende Kirschen werden aufgefressen. Achten Sie auf eine artgerechte Haltung der Hühner und Schafe.</li> <li>Sofern nicht die Stare den Baum leer gefressen haben sollten Sie möglichst keine Kirschen hängen lassen und abgefallene Früchte rasch auflesen.</li> <li>Natürliche Feinde der Fruchtfliegen sind Ameisen, Schlupfwespen, Spinnen, Laufkäfer und Kurzflügler. Fördern Sie diese Nützlinge durch eine naturnahe Gartengestaltung und den Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>.</li> <li>Sie können gelbe Leimtafeln in den Baumkronen aufhängen. Diese dienen jedoch eher der Befallskontrolle als der direkten Bekämpfung. Gelbtafeln locken Insekten durch ihre Farbe an, einige enthalten auch zusätzlich Lockstoffe (Pheromone). Die Insekten, nützliche wie schädliche, bleiben am Leim kleben. Aber auch <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können daran kleben bleiben</a> und verenden. Die Flugzeit der Kirschfruchtfliege dauert von Mitte Mai bis Anfang Juli. Ist sie vorbei sollten die Gelbtafeln schnellstmöglich abgenommen werden. Besser wäre, auf Leimtafeln zu verzichten.</li> </ul> <p><strong>Kirschessigfliege:</strong> Die <a href="https://drosophila.julius-kuehn.de/">Kirschessigfliege</a> (<em>Drosophila suzukii</em>) ist nur drei Millimeter groß, kann aber große Ernteverluste verursachen. Sie befällt nicht nur Kirschen, sondern auch andere Steinobstarten und Beerenfrüchte. Markant sind die roten Augen und der sägeartige Ei-Legeapparat, mit dem die Weibchen in die Fruchthaut eindringen. Die invasive, aus Asien stammende Kirschessigfliege wurde 2011 erstmalig in Deutschland nachgewiesen und hat sich innerhalb von nur drei Jahren bundesweit ausgebreitet. Sie wird durch befallene Früchte verbreitet, kann aber auch selbst weite Strecken zurücklegen. Unter den klimatischen Bedingungen in Deutschland kann sie bis zu acht Generationen pro Jahr zeugen. Es gibt keine Insektizide, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind. Aufgrund der hohen Vermehrungsrate und des kurzen Entwicklungszyklus würde die Kirschessigfliege wahrscheinlich schnell Resistenzen gegen Insektizide entwickeln.&nbsp;</p> <ul> <li>Kirschessigfliegen gehören zu den Taufliegen, sie mögen es dementsprechend feucht. Sonne, Wind und Frost mögen sie dagegen nicht. Sorgen Sie also dafür, dass die Obstgehölze möglichst sonnig stehen, fachgerecht geschnitten sind und Unterbewuchs kurzgehalten wird.</li> <li>Kleinere Bäume können mit <a href="https://droso-demo-netz.julius-kuehn.de/index.php?menuid=41">Kulturschutznetzen</a> (Maschenweite maximal 0,8 Millimeter) komplett eingenetzt werden. Schließen Sie die Netze sofort nach der Blüte und kontrollieren Sie die Netze regelmäßig auf Schadstellen.</li> <li>Natürliche Gegenspieler der Kirschessigfliege sind Ohrwürmer und parasitierende Wespen (Gallwespen, Brackwespen, Zehrwespen, Erzwespen). Fördern Sie Nützlinge durch eine naturnahe Gartengestaltung.</li> <li>Pflücken Sie regelmäßig alle reifen Früchte und auch solche, die von Krankheiten und Schädlingen befallen sind. Entsorgen Sie befallene Früchte, am besten gut verpackt, im Hausmüll. Kompostieren können Sie befallene Früchte nur, wenn vorher die Larven der Kirschessigfliege abgetötet werden. Dazu müssen Sie die Früchte entweder in einem dicht verschlossenen Behälter in die Sonne legen oder einfrieren. Auch vergraben in einer Bodentiefe von mindestens 50 Zentimetern ist eine Option.</li> </ul> <p><strong>Vogelfraß: </strong>Für Amseln, Drosseln und Stare sind Kirschen ein beliebtes Futter. Dabei können insbesondere Stare einen entsprechenden Schaden verursachen, wenn sie in großen Schwärmen auftreten.</p> <ul> <li>Verwenden Sie keine Vogelabwehrnetze! Vögel verfangen sich darin und sterben qualvoll. Wenn Sie trotzdem nicht auf die Netze verzichten wollen, dann achten Sie darauf, dass sie straff gespannt sind und nach unten dicht verschlossen sind. Kontrollieren Sie die Netze mehrmals täglich, um etwaig gefangene Vögel zu befreien.</li> <li>Bringen Sie, anstatt eines Netzes, einen Starenkasten an Ihrem Kirschbaum an. Das darin brütende Starenpaar wird den Baum gegen Artgenossen verteidigen, Sie müssen die Kirschen dann nur mit einem Paar, und nicht mit einem ganzen Schwarm teilen. Bieten Sie dem ansässigen Starenpaar weitere beerentragende Gehölze an, so dass diese über das Jahr verteilt Futter in Ihrem Garten finden. Stare mögen z.B. Holunder, Sanddorn, Ebereschen und Efeubeeren.</li> <li>Weitere Alternativen zu Netzen sind Abwehrdrachen mit Greifvogelsilhouetten oder andere abschreckende Dinge, die während der Kirschreife im Baum aufgehangen werden (z.B. Konservendosen, CDs, Folienstreifen, holographische Bänder, Vogelschreckballons). Leider lernen die schlauen Tiere schnell, dass diese Dinge nicht wirklich gefährlich sind. So sind immer wieder Veränderungen nötig, um den Gewöhnungseffekt zu begrenzen.</li> <li>Auch die Pflanzung einer gelben Kirschsorte kann Abhilfe schaffen. Vögel erkennen reife Früchte an den Signalfarben rot und blauschwarz, gelbe Kirschen werden dagegen als "unreif" angesehen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/steinobst_made-kirschfruchtfliege.jpg"> </a> <strong> Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) </strong> <br>Gegen Kirschfruchtfliegen helfen Netze und Hühner. Quelle: Bauer Karl | www.wikimedia.org | Made der Kirschfruchtfliege in einer geöffneten Kirsche | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/steinobst_kirschessigfliege.jpg"> </a> <strong> Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) </strong> <br>Mit einer Lupe kann man die roten Augen der Kirschessigfliege erkennen. Die Männchen haben auf ihren Flügeln einen gut sichtbaren schwarzen Punkt. Quelle: Martin Hauser Phycus | www.wikimedia.org | male of Drosophila suzukii. California | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> <br>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf Klebefallen verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über dem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen. Quelle: NABU Leipzig Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> Die wichtigsten Krankheiten im Überblick <p><strong>Schrotschusskrankheit und Sprühfleckenkrankheit:</strong>&nbsp;Beide Krankheiten äußern sich ähnlich und können bei allen Steinobstarten auftreten. Die Schrotschusskrankheit wird durch den Pilz <em>Stigmina carpophila </em>verursacht. Sind Blätter davon befallen, sehen sie aus, als wären sie von Schrotkugeln durchlöchert. Die burgunderroten Blattflecken der Sprühfleckenkrankheit sind etwas kleiner. Diese Krankheit wird durch den Pilz <em>Blumeriella jaapii</em> verursacht. Die Blätter werden kurz nach der Infektion gelb und fallen ab. Beiden Krankheiten können Sie mit denselben Maßnahmen vorbeugen.</p> <ul> <li>Ein regelmäßiger fachgerechter Schnitt beugt der Infektion vor. So gelangen Wind und Sonne gut ins Kroneninnere und Feuchtigkeit kann entweichen.</li> <li>Kontrollieren Sie insbesondere die unteren Triebe regelmäßig und pflücken Sie befallene Blätter ab. Schneiden Sie erkrankte Triebe bis ins gesunde Holz zurück.</li> <li>Die Pilze überwintern im Falllaub. Entfernen Sie deshalb befallenes Laub und entsorgen Sie dieses. Falls Sie das Laub <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">kompostieren</a>, decken Sie es gut mit anderen Gartenabfällen ab, damit daraus keine neuen Sporen ausfliegen.</li> <li>Pflücken und entsorgen Sie vertrocknete, im Baum hängengebliebene Früchte. Schaderreger können darin überwintern und den Baum im nächsten Jahr erneut infizieren.</li> <li>Achtung, die Schrotschusskrankheit kann leicht mit Bakterienbrand verwechselt werden. Eine sorgfältige Diagnose ist wichtig um die richtige Bekämpfungsstrategie zu finden. Während erstere durch einen Pilz verursacht wird, entsteht letztere durch ein Bakterium (<em>Pseudomonas syringae</em>).</li> </ul> <p><strong>Scharka-Virus:</strong>&nbsp;Das Scharka-Virus (<em>plum pox virus</em>) tritt vorwiegend an ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflaumen">Pflaumen</a>⁠ auf, kann aber auch Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen treffen. Die befallenen Früchte sind pockenartig eingesunken oder verformt, die Blätter sind unregelmäßig aufgehellt. Das Fruchtfleisch der Pflaumen ist an einigen Stellen rötlich verfärbt, es ist gummiartig zäh und nahezu geschmacklos. Die Übertragung erfolgt durch Blattläuse, insbesondere durch die Grüne Pfirsichblattlaus (<em>Myzus persicae</em>).</p> <ul> <li>Das Scharka-Virus ist eine gefährliche Pflanzenkrankheit und daher meldepflichtig! Übermitteln Sie jeden Verdachtsfall an den<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html"> in Ihrem Bundesland zuständigen Pflanzenschutzdienst</a>.</li> <li>Sie können das Virus nicht direkt bekämpfen, sondern nur vorbeugen, indem Sie resistente bzw. widerstandsfähige Sorten anbauen.</li> <li>Vom Virus befallene Bäume sollten gerodet werden und durch robustere Sorten ersetzt werden.</li> </ul> <p><strong>Narren- oder Taschenkrankheit:</strong>&nbsp;Früchte, die von dem Pilz <em>Taphrina pruni</em> befallen sind, nehmen eine verkrümmte Form an, die an eine Narrenkappe oder eine Handtasche erinnert. Die sogenannte Narren- oder Taschenkrankheit betrifft vor allem Pflaumen und Pfirsiche. Die befallenen Früchte vertrocknen und bleiben so am Baum hängen.</p> <ul> <li>Beschneiden Sie die Baumkronen regelmäßig. Entfernen Sie zu dicht stehende und in die Krone hineinwachsende Äste. Dann kann Wind durch die Krone wehen und Feuchtigkeit rasch verdunsten.</li> <li>Entfernen Sie alle befallenen Früchte und Fruchtmumien.</li> <li>Bepflanzen Sie die Baumscheibe mit Knoblauch.</li> <li>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/grundstoff">Grundstoff</a> Ackerschachtelhalm kann unterstützend verwendet werden.</li> </ul> <p><strong>Monilia-Pilze:&nbsp;</strong>Die Erreger <em>Monilia laxa</em> und <em>Monilia fructigena</em> befallen vor allem Pflaumen- und Kirschbäume, aber auch Apfel- und Birnbäume. Sie sorgen für Fruchtfäule und lassen die Triebspitzen absterben, man spricht deshalb auch von Spitzendürre. Jede Verletzung der Fruchthaut, z. B. durch Hagel, Wespenfraß oder Pflaumenwicklerbefall, begünstigt eine Infektion. Um die <em>Monilia</em>-Pilze vom Feuerbrand, einer gefährlichen Bakterienerkrankung, zu unterscheiden, können Sie ein Stück eines erkrankten Triebs mit einem feuchten Tuch in eine saubere Kunststofftüte legen. Ist der Trieb mit <em>Monilia laxa</em> befallen, hat sich nach spätestens zwei Tagen ein weißer Pilzrasen gebildet.</p> <ul> <li>Wählen Sie einen sonnigen, aber luftigen Standort. Vermeiden Sie Staunässe.</li> <li>Lichten Sie den Baum regelmäßig aus, damit das Laub schnell trocknen kann.</li> <li>Die Infektion geht von Fruchtmumien aus. Ernten Sie die Obstbäume deshalb vollständig ab. Unbrauchbare Früchte und Fruchtmumien sollten entsorgt werden.</li> <li>Falls es zum Befall kommt, schneiden Sie die Triebe mindestens 20 Zentimeter tief ins gesunde Holz zurück.</li> <li>Die Sporen der <em>Monilia</em>-Pilze sind sehr widerstandsfähig. Entsorgen Sie Schnittabfälle und Fruchtmumien deshalb nicht auf dem Kompost, sondern im Haus- oder Biomüll.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/steinobst_schrotschusskrankheit.jpg"> </a> <strong> Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) </strong> <br>Rote Blattflecken sind typisch für Kirschen, die von der Schrotschusskrankheit befallen sind. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Schrotschusskrankheit (Clasterosporium carpophilum) an Süßkirsche | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/clasterosporium_carpophilum.jpg"> </a> <strong> Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) </strong> <br>Die ehemals roten Blattflecken der Schrotschusskrankheit trocknen nach und nach ein. Das trockene Material fällt aus dem Blatt heraus. Quelle: Rainer Wahl | www.greencommons.de | Schrotschusskrankheit | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/spruehfleckenkrankheit.jpg"> </a> <strong> Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii) am Blatt der Süßkirsche </strong> Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Sprühfleckenkrankheit Blumeriella jaapii an Süßkirsche | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/steinobst_scharka-virus.jpg"> </a> <strong> Scharka-Virus (plum pox virus) </strong> <br>Unregelmäßige bis ringförmige Blattaufhellungen deuten auf das Scharka-Virus hin. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Typische Blattsymptome durch das Scharka-Virus (PPV = plum pox virus) | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/narrentaschenkrankheit_an_mirabellen.jpg"> </a> <strong> Pflaumen-Narrentasche (Taphrina pruni) </strong> <br>Längliche gekrümmte Früchte sind ein Symptom der Narren- oder Taschenkrankheit. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Narrentaschenkrankheit an Mirabellen | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/monilia_laxa2.jpg"> </a> <strong> Monilia-Pilze (Monilia laxa und Monilia fructigena) </strong> <br>Monilia-Pilze sorgen unter anderem dafür, dass die Triebspitzen der Bäume absterben. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Monilia laxa | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>⁠Pflanzenschutzmittel⁠&nbsp;nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Entscheiden Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel, wählen Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe. Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> So gelingt die Ernte in Ihrem Obstgarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige Sorten und vielfältige Arten.</li> <li>Achten Sie auf einen passenden Standort, am besten sonnig und luftig.</li> <li>Lichten Sie die Bäume regelmäßig aus.</li> <li>Kontrollieren Sie die Bäume regelmäßig, um frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.</li> <li>Verwenden Sie engmaschige Kulturschutznetze.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p><strong>Schädlingen und Krankheiten vorbeugen:</strong></p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Bäume gerecht zu werden. Prüfen Sie, ob die gewünschten Obstarten zum ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>⁠ in Ihrer Region passen.</li> <li>Pflanzen Sie nicht zu eng und entfernen Sie zu dicht stehende oder ins Bauminnere hineinwachsende Äste. Das sorgt für eine gute Durchlüftung.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen an den Bäumen (z.B. beim Mähen), denn diese erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Achten Sie beim Baumschnitt auf saubere, fachgerechte Schnittflächen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah, so dass sich viele Nützlinge darin wohl fühlen. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Die wichtigsten Schädlinge im Überblick <p><strong>Kirschfruchtfliege:&nbsp;</strong>Die Kirschfruchtfliege (<em>Rhagoletis cerasi</em>) wird etwa vier Millimeter groß und ist schwarz-gelb gefärbt. Sie legt ihre Eier in heranreifende, gerne auch in vorgeschädigte Kirschen. Die Kirschfruchtfliege ist der wichtigste heimische Schädling an Süßkirschen, aber auch Sauerkirschen werden befallen.</p> <ul> <li>Bauen Sie Süßkirschen-Sorten an, die früh reifen. Je früher die Reifung, desto weniger Fruchtfliegen sind unterwegs.</li> <li>Gemulchte oder ungemähte Baumscheiben verzögern den Schlupf der Kirschfruchtfliege, weil sich der Boden dann langsamer erwärmt.</li> <li>Bei kleineren Bäumen können Sie die Kronen von Mitte Mai bis zur Ernte mit Kulturschutznetzen umspannen. Das hält die erwachsenen Fliegen von der Eiablage im Baum ab. Gegen Kirschfruchtfliegen reichen Netze mit einer maximalen Maschenweite von 1,3 Millimetern. Um gleichzeitig auch Kirschessigfliegen (siehe unten) abzuwehren, darf die Maschenweite aber nur maximal 0,8 Millimeter betragen.</li> <li>Wenn Sie nicht alle Kirschen brauchen, reicht es auch, nur einzelne Äste einzunetzen. Hungrige Vögel und Insekten freuen sich über die restlichen Früchte.</li> <li>Bei großen Bäumen können Sie, statt der Krone, den Boden unterhalb des Kirschbaums mit einem Netz bedecken. Das Netz sollte Mitte Mai ausgelegt sein und eine maximale Maschenweite von 0,8 Millimetern haben. Das Netz hält aus dem Boden geschlüpfte Fruchtfliegen zurück und senkt den Befall im nächsten Jahr, weil sich die Larven nicht wieder im Boden verpuppen können.</li> <li>Hühner fressen die im Boden eingegrabenen Puppen der Kirschfruchtfliege und vertilgen heruntergefallene Kirschen samt den Maden. Auch eine Schafbeweidung trägt zur Reduzierung der Kirschfruchtfliegen bei. Der Tritt der Tiere dezimiert die schlüpfenden Fliegen im Frühjahr und am Boden liegende Kirschen werden aufgefressen. Achten Sie auf eine artgerechte Haltung der Hühner und Schafe.</li> <li>Sofern nicht die Stare den Baum leer gefressen haben sollten Sie möglichst keine Kirschen hängen lassen und abgefallene Früchte rasch auflesen.</li> <li>Natürliche Feinde der Fruchtfliegen sind Ameisen, Schlupfwespen, Spinnen, Laufkäfer und Kurzflügler. Fördern Sie diese Nützlinge durch eine naturnahe Gartengestaltung und den Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>.</li> <li>Sie können gelbe Leimtafeln in den Baumkronen aufhängen. Diese dienen jedoch eher der Befallskontrolle als der direkten Bekämpfung. Gelbtafeln locken Insekten durch ihre Farbe an, einige enthalten auch zusätzlich Lockstoffe (Pheromone). Die Insekten, nützliche wie schädliche, bleiben am Leim kleben. Aber auch <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können daran kleben bleiben</a> und verenden. Die Flugzeit der Kirschfruchtfliege dauert von Mitte Mai bis Anfang Juli. Ist sie vorbei sollten die Gelbtafeln schnellstmöglich abgenommen werden. Besser wäre, auf Leimtafeln zu verzichten.</li> </ul> <p><strong>Kirschessigfliege:</strong> Die <a href="https://drosophila.julius-kuehn.de/">Kirschessigfliege</a> (<em>Drosophila suzukii</em>) ist nur drei Millimeter groß, kann aber große Ernteverluste verursachen. Sie befällt nicht nur Kirschen, sondern auch andere Steinobstarten und Beerenfrüchte. Markant sind die roten Augen und der sägeartige Ei-Legeapparat, mit dem die Weibchen in die Fruchthaut eindringen. Die invasive, aus Asien stammende Kirschessigfliege wurde 2011 erstmalig in Deutschland nachgewiesen und hat sich innerhalb von nur drei Jahren bundesweit ausgebreitet. Sie wird durch befallene Früchte verbreitet, kann aber auch selbst weite Strecken zurücklegen. Unter den klimatischen Bedingungen in Deutschland kann sie bis zu acht Generationen pro Jahr zeugen. Es gibt keine Insektizide, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind. Aufgrund der hohen Vermehrungsrate und des kurzen Entwicklungszyklus würde die Kirschessigfliege wahrscheinlich schnell Resistenzen gegen Insektizide entwickeln.&nbsp;</p> <ul> <li>Kirschessigfliegen gehören zu den Taufliegen, sie mögen es dementsprechend feucht. Sonne, Wind und Frost mögen sie dagegen nicht. Sorgen Sie also dafür, dass die Obstgehölze möglichst sonnig stehen, fachgerecht geschnitten sind und Unterbewuchs kurzgehalten wird.</li> <li>Kleinere Bäume können mit <a href="https://droso-demo-netz.julius-kuehn.de/index.php?menuid=41">Kulturschutznetzen</a> (Maschenweite maximal 0,8 Millimeter) komplett eingenetzt werden. Schließen Sie die Netze sofort nach der Blüte und kontrollieren Sie die Netze regelmäßig auf Schadstellen.</li> <li>Natürliche Gegenspieler der Kirschessigfliege sind Ohrwürmer und parasitierende Wespen (Gallwespen, Brackwespen, Zehrwespen, Erzwespen). Fördern Sie Nützlinge durch eine naturnahe Gartengestaltung.</li> <li>Pflücken Sie regelmäßig alle reifen Früchte und auch solche, die von Krankheiten und Schädlingen befallen sind. Entsorgen Sie befallene Früchte, am besten gut verpackt, im Hausmüll. Kompostieren können Sie befallene Früchte nur, wenn vorher die Larven der Kirschessigfliege abgetötet werden. Dazu müssen Sie die Früchte entweder in einem dicht verschlossenen Behälter in die Sonne legen oder einfrieren. Auch vergraben in einer Bodentiefe von mindestens 50 Zentimetern ist eine Option.</li> </ul> <p><strong>Vogelfraß: </strong>Für Amseln, Drosseln und Stare sind Kirschen ein beliebtes Futter. Dabei können insbesondere Stare einen entsprechenden Schaden verursachen, wenn sie in großen Schwärmen auftreten.</p> <ul> <li>Verwenden Sie keine Vogelabwehrnetze! Vögel verfangen sich darin und sterben qualvoll. Wenn Sie trotzdem nicht auf die Netze verzichten wollen, dann achten Sie darauf, dass sie straff gespannt sind und nach unten dicht verschlossen sind. Kontrollieren Sie die Netze mehrmals täglich, um etwaig gefangene Vögel zu befreien.</li> <li>Bringen Sie, anstatt eines Netzes, einen Starenkasten an Ihrem Kirschbaum an. Das darin brütende Starenpaar wird den Baum gegen Artgenossen verteidigen, Sie müssen die Kirschen dann nur mit einem Paar, und nicht mit einem ganzen Schwarm teilen. Bieten Sie dem ansässigen Starenpaar weitere beerentragende Gehölze an, so dass diese über das Jahr verteilt Futter in Ihrem Garten finden. Stare mögen z.B. Holunder, Sanddorn, Ebereschen und Efeubeeren.</li> <li>Weitere Alternativen zu Netzen sind Abwehrdrachen mit Greifvogelsilhouetten oder andere abschreckende Dinge, die während der Kirschreife im Baum aufgehangen werden (z.B. Konservendosen, CDs, Folienstreifen, holographische Bänder, Vogelschreckballons). Leider lernen die schlauen Tiere schnell, dass diese Dinge nicht wirklich gefährlich sind. So sind immer wieder Veränderungen nötig, um den Gewöhnungseffekt zu begrenzen.</li> <li>Auch die Pflanzung einer gelben Kirschsorte kann Abhilfe schaffen. Vögel erkennen reife Früchte an den Signalfarben rot und blauschwarz, gelbe Kirschen werden dagegen als "unreif" angesehen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/steinobst_made-kirschfruchtfliege.jpg"> </a> <strong> Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) </strong> <br>Gegen Kirschfruchtfliegen helfen Netze und Hühner. Quelle: Bauer Karl | www.wikimedia.org | Made der Kirschfruchtfliege in einer geöffneten Kirsche | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/steinobst_kirschessigfliege.jpg"> </a> <strong> Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) </strong> <br>Mit einer Lupe kann man die roten Augen der Kirschessigfliege erkennen. Die Männchen haben auf ihren Flügeln einen gut sichtbaren schwarzen Punkt. Quelle: Martin Hauser Phycus | www.wikimedia.org | male of Drosophila suzukii. California | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> <br>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf Klebefallen verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über dem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen. Quelle: NABU Leipzig Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> Die wichtigsten Krankheiten im Überblick <p><strong>Schrotschusskrankheit und Sprühfleckenkrankheit:</strong>&nbsp;Beide Krankheiten äußern sich ähnlich und können bei allen Steinobstarten auftreten. Die Schrotschusskrankheit wird durch den Pilz <em>Stigmina carpophila </em>verursacht. Sind Blätter davon befallen, sehen sie aus, als wären sie von Schrotkugeln durchlöchert. Die burgunderroten Blattflecken der Sprühfleckenkrankheit sind etwas kleiner. Diese Krankheit wird durch den Pilz <em>Blumeriella jaapii</em> verursacht. Die Blätter werden kurz nach der Infektion gelb und fallen ab. Beiden Krankheiten können Sie mit denselben Maßnahmen vorbeugen.</p> <ul> <li>Ein regelmäßiger fachgerechter Schnitt beugt der Infektion vor. So gelangen Wind und Sonne gut ins Kroneninnere und Feuchtigkeit kann entweichen.</li> <li>Kontrollieren Sie insbesondere die unteren Triebe regelmäßig und pflücken Sie befallene Blätter ab. Schneiden Sie erkrankte Triebe bis ins gesunde Holz zurück.</li> <li>Die Pilze überwintern im Falllaub. Entfernen Sie deshalb befallenes Laub und entsorgen Sie dieses. Falls Sie das Laub <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">kompostieren</a>, decken Sie es gut mit anderen Gartenabfällen ab, damit daraus keine neuen Sporen ausfliegen.</li> <li>Pflücken und entsorgen Sie vertrocknete, im Baum hängengebliebene Früchte. Schaderreger können darin überwintern und den Baum im nächsten Jahr erneut infizieren.</li> <li>Achtung, die Schrotschusskrankheit kann leicht mit Bakterienbrand verwechselt werden. Eine sorgfältige Diagnose ist wichtig um die richtige Bekämpfungsstrategie zu finden. Während erstere durch einen Pilz verursacht wird, entsteht letztere durch ein Bakterium (<em>Pseudomonas syringae</em>).</li> </ul> <p><strong>Scharka-Virus:</strong>&nbsp;Das Scharka-Virus (<em>plum pox virus</em>) tritt vorwiegend an ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflaumen">Pflaumen</a>⁠ auf, kann aber auch Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen treffen. Die befallenen Früchte sind pockenartig eingesunken oder verformt, die Blätter sind unregelmäßig aufgehellt. Das Fruchtfleisch der Pflaumen ist an einigen Stellen rötlich verfärbt, es ist gummiartig zäh und nahezu geschmacklos. Die Übertragung erfolgt durch Blattläuse, insbesondere durch die Grüne Pfirsichblattlaus (<em>Myzus persicae</em>).</p> <ul> <li>Das Scharka-Virus ist eine gefährliche Pflanzenkrankheit und daher meldepflichtig! Übermitteln Sie jeden Verdachtsfall an den<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html"> in Ihrem Bundesland zuständigen Pflanzenschutzdienst</a>.</li> <li>Sie können das Virus nicht direkt bekämpfen, sondern nur vorbeugen, indem Sie resistente bzw. widerstandsfähige Sorten anbauen.</li> <li>Vom Virus befallene Bäume sollten gerodet werden und durch robustere Sorten ersetzt werden.</li> </ul> <p><strong>Narren- oder Taschenkrankheit:</strong>&nbsp;Früchte, die von dem Pilz <em>Taphrina pruni</em> befallen sind, nehmen eine verkrümmte Form an, die an eine Narrenkappe oder eine Handtasche erinnert. Die sogenannte Narren- oder Taschenkrankheit betrifft vor allem Pflaumen und Pfirsiche. Die befallenen Früchte vertrocknen und bleiben so am Baum hängen.</p> <ul> <li>Beschneiden Sie die Baumkronen regelmäßig. Entfernen Sie zu dicht stehende und in die Krone hineinwachsende Äste. Dann kann Wind durch die Krone wehen und Feuchtigkeit rasch verdunsten.</li> <li>Entfernen Sie alle befallenen Früchte und Fruchtmumien.</li> <li>Bepflanzen Sie die Baumscheibe mit Knoblauch.</li> <li>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/grundstoff">Grundstoff</a> Ackerschachtelhalm kann unterstützend verwendet werden.</li> </ul> <p><strong>Monilia-Pilze:&nbsp;</strong>Die Erreger <em>Monilia laxa</em> und <em>Monilia fructigena</em> befallen vor allem Pflaumen- und Kirschbäume, aber auch Apfel- und Birnbäume. Sie sorgen für Fruchtfäule und lassen die Triebspitzen absterben, man spricht deshalb auch von Spitzendürre. Jede Verletzung der Fruchthaut, z. B. durch Hagel, Wespenfraß oder Pflaumenwicklerbefall, begünstigt eine Infektion. Um die <em>Monilia</em>-Pilze vom Feuerbrand, einer gefährlichen Bakterienerkrankung, zu unterscheiden, können Sie ein Stück eines erkrankten Triebs mit einem feuchten Tuch in eine saubere Kunststofftüte legen. Ist der Trieb mit <em>Monilia laxa</em> befallen, hat sich nach spätestens zwei Tagen ein weißer Pilzrasen gebildet.</p> <ul> <li>Wählen Sie einen sonnigen, aber luftigen Standort. Vermeiden Sie Staunässe.</li> <li>Lichten Sie den Baum regelmäßig aus, damit das Laub schnell trocknen kann.</li> <li>Die Infektion geht von Fruchtmumien aus. Ernten Sie die Obstbäume deshalb vollständig ab. Unbrauchbare Früchte und Fruchtmumien sollten entsorgt werden.</li> <li>Falls es zum Befall kommt, schneiden Sie die Triebe mindestens 20 Zentimeter tief ins gesunde Holz zurück.</li> <li>Die Sporen der <em>Monilia</em>-Pilze sind sehr widerstandsfähig. Entsorgen Sie Schnittabfälle und Fruchtmumien deshalb nicht auf dem Kompost, sondern im Haus- oder Biomüll.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/steinobst_schrotschusskrankheit.jpg"> </a> <strong> Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) </strong> <br>Rote Blattflecken sind typisch für Kirschen, die von der Schrotschusskrankheit befallen sind. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Schrotschusskrankheit (Clasterosporium carpophilum) an Süßkirsche | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/clasterosporium_carpophilum.jpg"> </a> <strong> Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) </strong> <br>Die ehemals roten Blattflecken der Schrotschusskrankheit trocknen nach und nach ein. Das trockene Material fällt aus dem Blatt heraus. Quelle: Rainer Wahl | www.greencommons.de | Schrotschusskrankheit | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/spruehfleckenkrankheit.jpg"> </a> <strong> Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii) am Blatt der Süßkirsche </strong> Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Sprühfleckenkrankheit Blumeriella jaapii an Süßkirsche | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/steinobst_scharka-virus.jpg"> </a> <strong> Scharka-Virus (plum pox virus) </strong> <br>Unregelmäßige bis ringförmige Blattaufhellungen deuten auf das Scharka-Virus hin. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Typische Blattsymptome durch das Scharka-Virus (PPV = plum pox virus) | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/narrentaschenkrankheit_an_mirabellen.jpg"> </a> <strong> Pflaumen-Narrentasche (Taphrina pruni) </strong> <br>Längliche gekrümmte Früchte sind ein Symptom der Narren- oder Taschenkrankheit. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Narrentaschenkrankheit an Mirabellen | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/monilia_laxa2.jpg"> </a> <strong> Monilia-Pilze (Monilia laxa und Monilia fructigena) </strong> <br>Monilia-Pilze sorgen unter anderem dafür, dass die Triebspitzen der Bäume absterben. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Monilia laxa | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>⁠Pflanzenschutzmittel⁠&nbsp;nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Entscheiden Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel, wählen Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe. Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Pflanzenschutz im Obstgarten: Kernobst

<p> So gelingt die Ernte in Ihrem Obstgarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige Sorten und vielfältige Arten.</li> <li>Achten Sie auf einen passenden Standort, am besten sonnig und luftig.</li> <li>Lichten Sie die Bäume regelmäßig aus.</li> <li>Kontrollieren Sie die Bäume regelmäßig, um frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p><strong>Schädlingen und Krankheiten vorbeugen:</strong></p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Bäume gerecht zu werden. Prüfen Sie, ob die gewünschten Obstarten zum ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>⁠ in Ihrer Region passen.</li> <li>Kümmernde Kernobstgehölze sind nicht in jedem Fall krank. Dafür kann auch Bodenmüdigkeit verantwortlich sein. Vermeiden Sie deshalb, Kernobstgehölze an einen Platz zu pflanzen, an dem schon zuvor verwandte Arten standen.</li> <li>Pflanzen Sie nicht zu eng und entfernen Sie zu dicht stehende oder ins Bauminnere hineinwachsende Äste. Das sorgt für eine gute Durchlüftung.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen an den Bäumen (z.B. beim Mähen), denn diese erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Achten Sie beim Baumschnitt auf saubere, fachgerechte Schnittflächen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah, so dass sich viele Nützlinge darin wohl fühlen. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.<strong>&nbsp;</strong></li> </ul> Die wichtigsten Schädlinge im Überblick <p><strong>Apfelwickler: </strong>Der Apfelwickler (<em>Cydia pomonella</em>) ist ein eher unauffälliger Falter, dessen Larven einen erheblichen Schaden anrichten können. Sie erkennen den Befall an den braunen Kotkrümeln, die rund ums Bohrloch an der Apfelschale haften. Apfelwickler befallen gelegentlich auch Birnen, Quitten, Aprikosen und Pfirsiche.</p> <ul> <li>Die Larven des Apfelwicklers überwintern gerne in rissigem Holz und in Fruchtmumien. Entfernen Sie deswegen Fruchtmumien und vermeiden Sie Verletzungen des Baumes. Lagern Sie Altholz nicht in der Nähe des Baumes.</li> <li>Hängen Sie Bambusstäbe in den Baum und entfernen Sie diese im Winter mit den eingesponnenen Larven. So lässt sich der Befall im nächsten Jahr reduzieren.</li> <li>Bringen Sie im Juni etwa zehn Zentimeter breite Wellpappenringe am Baumstamm an. Ende Juni wandern die Larven aus dem Obst und verstecken sich darin. Bürsten Sie diese Pappmanschetten wöchentlich über einem Eimer ab oder erneuern Sie diese. Die Larven können Sie an anderer Stelle gut sichtbar in Ihren Garten legen – als Delikatesse für die Vögel.</li> <li>Pflücken Sie befallene Früchte bereits im Juni / Juli und entsorgen Sie diese.</li> <li>Setzen Sie am Stamm und unter der Baumkrone Nematoden der Art&nbsp;<em>Steinernema feltiae</em>&nbsp;ein. Die winzigen Fadenwürmer dringen in die Larven ein und geben ein Bakterium ab, an dem die Schädlinge sterben. Rühren Sie die Nematoden in Wasser ein und spritzen Sie diese abends oder an einem bedeckten Tag im Herbst bei mindestens 12 Grad.</li> <li>Ebenfalls nützlich sind Schlupfwespen der Art&nbsp;<em>Trichogramma cacoeciae</em>, die ihre Eier in die Eier der Apfelwickler legen. Verteilen Sie die Kärtchen mit den Schlupfwespen ab Mai in vier Durchgängen im Abstand von drei bis vier Wochen im Baum. Die Temperatur sollte möglichst bei über 15 Grad liegen.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um den Apfelwickler von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Fördern Sie natürliche Gegenspieler des Apfelwicklers wie Vögel, Ohrwürmer und Wanzen. Bieten Sie zum Beispiel Ohrwürmern kleine Häuschen an. Befüllen Sie dazu Blumentöpfe mit Stroh und hängen Sie diese kopfüber in Ihre Bäume.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen tragen zur Reduzierung der Schädlinge bei indem sie heruntergefallene Früchte mitsamt den Larven fressen.</li> </ul> <p><strong>Sägewespen:</strong>&nbsp;Die Apfel- und die Birnensägewespe (<em>Hoplocampa testudinea</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa brevis</em>) sowie die Schwarze und die Gelbe Pflaumensägewespe (<em>Hoplocampa minuta</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa flava</em>) fressen sich durch das Fleisch der Früchte. Die Fraßgänge unterscheiden sich optisch vom Apfelwickler.</p> <ul> <li>Achten Sie auf die Sortenwahl. Apfelsorten werden umso stärker befallen, je weißer ihre Blüten sind. Entsprechend sind reinweiß blühende Sorten stärker gefährdet als rosa blühende.</li> <li>Gehen Sie nicht in jedem Fall gegen den Befall vor. In Jahren, in denen die Bäume sehr viele Blüten ansetzen, kann ein leichter Befall durch Sägewespen nützlich sein und so die ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a>⁠ ersetzen. Schütteln Sie die befallenen Früchte nach der Blüte ab und entsorgen Sie diese.</li> <li>Zur Apfelblüte schlüpfen die ausgewachsenen Sägewespen aus dem Boden und im Juni begeben sich die Larven wieder in den Boden zurück, wo sie den Sommer und Winter verbringen. Werden Hühner in diesem Zeitraum (April bis Juni) unter den Obstbäumen gehalten, vertilgen sie einen Großteil der Schädlinge.</li> <li>Auch Singvögel sind natürliche Feinde der Sägewespen. Unterstützen Sie Vögel mit Nisthilfen und einer naturnahen Gartengestaltung.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um Sägewespen von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Sie können weiße Leimtafeln in den Baumkronen aufhängen. Diese dienen jedoch eher der Befallskontrolle als der direkten Bekämpfung. Die Sägewespen halten die weißen Tafeln für große Blüten und bleiben daran kleben. Doch Vorsicht, auch Nützlinge, <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können daran kleben bleiben</a> und verenden. Die Flugzeit der Sägewespen beginnt etwa eine Woche vor der Blüte und endet eine Woche nach der Blüte. Ist sie vorbei sollten die Leimtafeln schnellstmöglich abgenommen werden. Besser wäre, ganz darauf zu verzichten.</li> </ul> <p><strong>Kleiner Frostspanner:</strong>&nbsp;Die Larven des Kleinen Frostspanners (<em>Operophtera brumata</em>) hinterlassen Fraßschäden an einigen Obstbaumarten und anderen Laubgehölzen. Oft sind die Schäden jahrelang gering, dann plötzlich treten die Frostspanner in Massen auf. Die grasgrünen etwa 2,5 Zentimeter langen Räupchen bewegen sich vorwärts, indem sie zunächst einen hohen Katzenbuckel machen und sich dann strecken.</p> <ul> <li>Frostspanner haben viele Fraßfeinde. Je mehr Nützlinge in Ihrem Garten vorkommen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines massenhaften Auftretens von Frostspannern. Allein 77 Vogelarten fressen die Raupen des Frostspanners. Insbesondere zur Brutzeit sind die Raupen eine wertvolle Nahrung für Vögel. Bieten Sie Nisthilfen an, zum Beispiel für Kohlmeisen. Auch Schlupfwespen, Käfer, Spinnen und Ameisen sind Gegenspieler des Frostspanners.</li> <li>Wenn Sie im Frühjahr zur Zeit des Blattaustriebs sehr viele frischgeschlüpfte Raupen finden, kann ein Präparat mit <em>Bacillus thuringiensis</em> helfen. Das Präparat wird ins Wasser einrührt und auf die Bäume gespritzt.</li> <li>Das Anbringen von Leimringen am Stamm im Oktober soll die Weibchen des Frostspanners daran hindern, den Baum hochzukriechen und ihre Eier dort abzulegen. Doch Vorsicht, auch <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können am Leim kleben bleiben</a> und sterben. Wer nicht auf Leimringe verzichten will kann eine Drahtmanschette um den Ring anbringen, damit Vögel und Fledermäuse nicht daran kleben bleiben. Eine andere Möglichkeit ist, die Leimringe relativ niedrig, 30 bis 40 Zentimeter über dem Boden, anzubringen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/einbohrung.jpg"> </a> <strong> Apfelwickler (Cydia pomonella) </strong> <br>Am Bohrloch und den anhaftenden Kotkrümeln sind vom Apfelwickler befallene Früchte gut zu erkennen. Quelle: Lampe | www.greencommons.de | Apfelwicklereinbohrung Sorte Rubinette | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespebefall_4.jpg"> </a> <strong> Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) </strong> <br>Die gut sichtbaren bogenförmigen Fraßgänge verraten, dass hier eine Apfelsägewespe am Werk war. Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.hortipendium.de | Apfelsägewespe Hoplocampa testudinea - Fruchtbefall | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespe_made_001.jpg"> </a> <strong> Larve der Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) in befallener Frucht </strong> Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.greencommons.de | Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) - Made (Larve) in befallener Frucht | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata01.jpg"> </a> <strong> Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata) </strong> <br>Der Kleine Frostspanner legt seine Eier im Spätherbst an jungen Trieben ab. Zum Knospenaufbruch im Frühjahr schlüpfen die Larven. Quelle: Jeffdelonge | www.wikimedia.org | Operophtera brumata | https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:Attribution_Entomart <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata_larva.jpg"> </a> <strong> Raupe des Kleinen Frostspanners (Operophtera brumata) </strong> <br>Die grasgrünen Raupen des Kleinen Frostspanners bewegen sich in katzenbuckelartigen Bewegungen vorwärts. Quelle: Gyorgy Csoka Hungary Forest Research Institute Hungary | www.wikimedia.org | English Operophtera brumata larva | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/us/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> <br>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf Klebefallen verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über dem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen. Quelle: NABU Leipzig Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> Die wichtigsten Krankheiten im Überblick <p><strong>Apfelschorf:</strong>&nbsp;Flecken mit einer rauen, oft rissigen Oberfläche sind charakteristische Symptome eines Befalls mit Apfelschorf (<em>Venturia inaequalis</em>). Spät befallene Früchte zeigen lediglich kleine schwarze Punkte. Auf den Blättern erkennen Sie den Befall jedoch schon früh an den dunkelgrünen bis braunen Flecken. Apfelschorf ist eher ein optischer Makel, die Früchte können bedenkenlos gegessen werden. Allerdings ist die Lagerfähigkeit durch den Schorf verringert. Es können sich dunkle, eingesunkene Flecken während der Lagerung bilden.</p> <ul> <li>Der Pilz überwintert auf den heruntergefallenen Blättern, lassen Sie deshalb bei Befall kein Laub liegen. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompostieren</a> Sie das Laub oder bringen Sie es an anderer Stelle wieder aus, z.B. als Überwinterungsquartier für Igel unter einer Hecke.</li> <li>Durch das Ausbringen von Vinasse oder von Bierhefeextrakt auf das Falllaub können Sie die schnellere Verrottung des Falllaubs anregen. Das fördert eine vermehrte Ansiedlung von Mikroorganismen, wodurch das Laub für Regenwürmer attraktiver wird. Zusätzlich reduziert das die Sporen des Schorfpilzes. Eine zwei- bis dreimalige Ausbringung zwischen Laubfall und März ist zu empfehlen.</li> <li>Nutzen Sie ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a>⁠ wie Gesteinsmehle, Schwefelsaure Tonerde, Schachtelhalm und Algenextrakte.</li> <li>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/grundstoff">Grundstoff</a> Calciumhydroxid kann vorbeugend eingesetzt werden.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen helfen bei der Befallsregulation, sie fressen das abgefallene Laub mitsamt der Pilzsporen. Achten Sie auf eine artgerechte Haltung.</li> <li>Achtung Verwechslungsgefahr: Eingesunkene braune Flecken an Äpfeln können auch durch einen Calcium-Mangel hervorgerufen werden, der sogenannten Stippe. Bei tatsächlichem Calcium-Mangel sollten Sie den Boden kalken oder Calcium über eine Blattdüngung zuführen. In Jahren mit übermäßigem Blüten- oder Fruchtansatz können Sie der Stippe auch mit einer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a> vorbeugen.</li> </ul> <p><strong>Obstbaumkrebs:&nbsp;</strong>Für den sogenannten Obstbaumkrebs ist ein Pilz namens <em>Neonectria ditissima </em>verantwortlich. Er ist ein Wundparasit, bei feuchtem ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>⁠ dringt er über Risse und Wunden in die Rinde ein.</p> <ul> <li>Machen Sie schwere Böden schon bei der Pflanzung mit gewaschenem Sand durchlässiger. So vermeiden Sie Staunässe.</li> <li>Schneiden Sie die Bäume fachgerecht und nur bei trockener ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen des Baumes, zum Beispiel beim Rasenmähen.</li> <li>Beugen Sie Frostrissen bei jungen Obstbäumen mit einem Weißanstrich vor.</li> <li>Vermeiden Sie übermäßige Stickstoff-Düngung.</li> <li>Befallene junge Triebe sollten Sie etwa 30 Zentimeter unterhalb der befallenen Stelle kappen. Schneiden Sie die Befallsstellen bei größeren Ästen bis ins gesunde Holz zurück. Befallenen Baumschnitt sollten Sie nicht kompostieren, sondern entsorgen.</li> </ul> <p><strong>Feuerbrand:</strong>&nbsp;Die hochansteckende Bakterienkrankheit (<em>Erwinia amylovora</em>) kann diverse Obst- und Ziergehölze, wie Birnen, Quitten, Äpfel, Rot- und Weißdorn innerhalb kurzer Zeit erheblich schädigen. Vor allem bei feucht-warmer ⁠Witterung⁠ verbreitet sich der Erreger explosionsartig. Die infizierten Blätter, Blüten und Früchte färben sich rotbraun bis schwarz und schrumpeln lederartig zusammen. Feuerbrand gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. Seit 2019 ist die Krankheit nicht mehr meldepflichtig. Tritt sie in der Nähe von Baumschulen oder Obstanlagen auf, sollten Sie sich dennoch an den <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">in Ihrem Bundesland zuständigen Pflanzenschutzdienst</a> wenden.</p> <ul> <li>Pflanzenstärkungsmittel aus schwefelsaurer Tonerde können vorbeugend ausgebracht werden.</li> <li>Sind nur einzelne Triebe betroffen, sollten Sie diese 50 Zentimeter unter der Befallsstelle abschneiden. Tragen Sie danach ein Wundpflegemittel auf.</li> <li>Ist der Befall stark, sollten Sie das Gehölz roden.</li> <li>Überprüfen Sie auch benachbarte mögliche Wirtspflanzen (z.B. Vogelbeere, Mehlbeere, Cotoneaster, Eberesche, Felsenbirne) auf Befall.</li> <li>Vorsicht bei der Entsorgung! Melden Sie sich bei der Kommune! Befallene Pflanzenteile auf keinen Fall kompostieren!</li> <li>Tragen Sie Einmalhandschuhe und desinfizieren Sie die Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelschorf_ojl_fotolia_45577456_m.jpg"> </a> <strong> Apfelschorf (Venturia inaequalis) </strong> <br>Nicht schön, aber auch nicht gesundheitsschädlich. Mit Schorf befallene Äpfel können bedenkenlos verzehrt werden. Quelle: ojl / de.fotolia.com <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfel-nectria1-hoyer.jpg"> </a> <strong> Obstbaumkrebs (Neonectria ditissima) </strong> <br>Obstbaumkrebs tritt vor allem an Apfelbäumen auf, seltener auch an Birnbäumen. Quelle: Christoph Hoyer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerbrand_ninjatacoshell_wikimedia_cc_by-sa_3.0.png"> </a> <strong> Feuerbrand (Erwinia amylovora) gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. </strong> Quelle: Ninjatacoshell / Wikimedia / CC BY-SA 3.0 Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>Pflanzenschutzmittel⁠&nbsp;nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Entscheiden Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel, wählen Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe. Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> So gelingt die Ernte in Ihrem Obstgarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige Sorten und vielfältige Arten.</li> <li>Achten Sie auf einen passenden Standort, am besten sonnig und luftig.</li> <li>Lichten Sie die Bäume regelmäßig aus.</li> <li>Kontrollieren Sie die Bäume regelmäßig, um frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p><strong>Schädlingen und Krankheiten vorbeugen:</strong></p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Bäume gerecht zu werden. Prüfen Sie, ob die gewünschten Obstarten zum ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>⁠ in Ihrer Region passen.</li> <li>Kümmernde Kernobstgehölze sind nicht in jedem Fall krank. Dafür kann auch Bodenmüdigkeit verantwortlich sein. Vermeiden Sie deshalb, Kernobstgehölze an einen Platz zu pflanzen, an dem schon zuvor verwandte Arten standen.</li> <li>Pflanzen Sie nicht zu eng und entfernen Sie zu dicht stehende oder ins Bauminnere hineinwachsende Äste. Das sorgt für eine gute Durchlüftung.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen an den Bäumen (z.B. beim Mähen), denn diese erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Achten Sie beim Baumschnitt auf saubere, fachgerechte Schnittflächen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah, so dass sich viele Nützlinge darin wohl fühlen. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.<strong>&nbsp;</strong></li> </ul> Die wichtigsten Schädlinge im Überblick <p><strong>Apfelwickler: </strong>Der Apfelwickler (<em>Cydia pomonella</em>) ist ein eher unauffälliger Falter, dessen Larven einen erheblichen Schaden anrichten können. Sie erkennen den Befall an den braunen Kotkrümeln, die rund ums Bohrloch an der Apfelschale haften. Apfelwickler befallen gelegentlich auch Birnen, Quitten, Aprikosen und Pfirsiche.</p> <ul> <li>Die Larven des Apfelwicklers überwintern gerne in rissigem Holz und in Fruchtmumien. Entfernen Sie deswegen Fruchtmumien und vermeiden Sie Verletzungen des Baumes. Lagern Sie Altholz nicht in der Nähe des Baumes.</li> <li>Hängen Sie Bambusstäbe in den Baum und entfernen Sie diese im Winter mit den eingesponnenen Larven. So lässt sich der Befall im nächsten Jahr reduzieren.</li> <li>Bringen Sie im Juni etwa zehn Zentimeter breite Wellpappenringe am Baumstamm an. Ende Juni wandern die Larven aus dem Obst und verstecken sich darin. Bürsten Sie diese Pappmanschetten wöchentlich über einem Eimer ab oder erneuern Sie diese. Die Larven können Sie an anderer Stelle gut sichtbar in Ihren Garten legen – als Delikatesse für die Vögel.</li> <li>Pflücken Sie befallene Früchte bereits im Juni / Juli und entsorgen Sie diese.</li> <li>Setzen Sie am Stamm und unter der Baumkrone Nematoden der Art&nbsp;<em>Steinernema feltiae</em>&nbsp;ein. Die winzigen Fadenwürmer dringen in die Larven ein und geben ein Bakterium ab, an dem die Schädlinge sterben. Rühren Sie die Nematoden in Wasser ein und spritzen Sie diese abends oder an einem bedeckten Tag im Herbst bei mindestens 12 Grad.</li> <li>Ebenfalls nützlich sind Schlupfwespen der Art&nbsp;<em>Trichogramma cacoeciae</em>, die ihre Eier in die Eier der Apfelwickler legen. Verteilen Sie die Kärtchen mit den Schlupfwespen ab Mai in vier Durchgängen im Abstand von drei bis vier Wochen im Baum. Die Temperatur sollte möglichst bei über 15 Grad liegen.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um den Apfelwickler von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Fördern Sie natürliche Gegenspieler des Apfelwicklers wie Vögel, Ohrwürmer und Wanzen. Bieten Sie zum Beispiel Ohrwürmern kleine Häuschen an. Befüllen Sie dazu Blumentöpfe mit Stroh und hängen Sie diese kopfüber in Ihre Bäume.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen tragen zur Reduzierung der Schädlinge bei indem sie heruntergefallene Früchte mitsamt den Larven fressen.</li> </ul> <p><strong>Sägewespen:</strong>&nbsp;Die Apfel- und die Birnensägewespe (<em>Hoplocampa testudinea</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa brevis</em>) sowie die Schwarze und die Gelbe Pflaumensägewespe (<em>Hoplocampa minuta</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa flava</em>) fressen sich durch das Fleisch der Früchte. Die Fraßgänge unterscheiden sich optisch vom Apfelwickler.</p> <ul> <li>Achten Sie auf die Sortenwahl. Apfelsorten werden umso stärker befallen, je weißer ihre Blüten sind. Entsprechend sind reinweiß blühende Sorten stärker gefährdet als rosa blühende.</li> <li>Gehen Sie nicht in jedem Fall gegen den Befall vor. In Jahren, in denen die Bäume sehr viele Blüten ansetzen, kann ein leichter Befall durch Sägewespen nützlich sein und so die ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a>⁠ ersetzen. Schütteln Sie die befallenen Früchte nach der Blüte ab und entsorgen Sie diese.</li> <li>Zur Apfelblüte schlüpfen die ausgewachsenen Sägewespen aus dem Boden und im Juni begeben sich die Larven wieder in den Boden zurück, wo sie den Sommer und Winter verbringen. Werden Hühner in diesem Zeitraum (April bis Juni) unter den Obstbäumen gehalten, vertilgen sie einen Großteil der Schädlinge.</li> <li>Auch Singvögel sind natürliche Feinde der Sägewespen. Unterstützen Sie Vögel mit Nisthilfen und einer naturnahen Gartengestaltung.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um Sägewespen von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Sie können weiße Leimtafeln in den Baumkronen aufhängen. Diese dienen jedoch eher der Befallskontrolle als der direkten Bekämpfung. Die Sägewespen halten die weißen Tafeln für große Blüten und bleiben daran kleben. Doch Vorsicht, auch Nützlinge, <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können daran kleben bleiben</a> und verenden. Die Flugzeit der Sägewespen beginnt etwa eine Woche vor der Blüte und endet eine Woche nach der Blüte. Ist sie vorbei sollten die Leimtafeln schnellstmöglich abgenommen werden. Besser wäre, ganz darauf zu verzichten.</li> </ul> <p><strong>Kleiner Frostspanner:</strong>&nbsp;Die Larven des Kleinen Frostspanners (<em>Operophtera brumata</em>) hinterlassen Fraßschäden an einigen Obstbaumarten und anderen Laubgehölzen. Oft sind die Schäden jahrelang gering, dann plötzlich treten die Frostspanner in Massen auf. Die grasgrünen etwa 2,5 Zentimeter langen Räupchen bewegen sich vorwärts, indem sie zunächst einen hohen Katzenbuckel machen und sich dann strecken.</p> <ul> <li>Frostspanner haben viele Fraßfeinde. Je mehr Nützlinge in Ihrem Garten vorkommen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines massenhaften Auftretens von Frostspannern. Allein 77 Vogelarten fressen die Raupen des Frostspanners. Insbesondere zur Brutzeit sind die Raupen eine wertvolle Nahrung für Vögel. Bieten Sie Nisthilfen an, zum Beispiel für Kohlmeisen. Auch Schlupfwespen, Käfer, Spinnen und Ameisen sind Gegenspieler des Frostspanners.</li> <li>Wenn Sie im Frühjahr zur Zeit des Blattaustriebs sehr viele frischgeschlüpfte Raupen finden, kann ein Präparat mit <em>Bacillus thuringiensis</em> helfen. Das Präparat wird ins Wasser einrührt und auf die Bäume gespritzt.</li> <li>Das Anbringen von Leimringen am Stamm im Oktober soll die Weibchen des Frostspanners daran hindern, den Baum hochzukriechen und ihre Eier dort abzulegen. Doch Vorsicht, auch <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können am Leim kleben bleiben</a> und sterben. Wer nicht auf Leimringe verzichten will kann eine Drahtmanschette um den Ring anbringen, damit Vögel und Fledermäuse nicht daran kleben bleiben. Eine andere Möglichkeit ist, die Leimringe relativ niedrig, 30 bis 40 Zentimeter über dem Boden, anzubringen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/einbohrung.jpg"> </a> <strong> Apfelwickler (Cydia pomonella) </strong> <br>Am Bohrloch und den anhaftenden Kotkrümeln sind vom Apfelwickler befallene Früchte gut zu erkennen. Quelle: Lampe | www.greencommons.de | Apfelwicklereinbohrung Sorte Rubinette | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespebefall_4.jpg"> </a> <strong> Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) </strong> <br>Die gut sichtbaren bogenförmigen Fraßgänge verraten, dass hier eine Apfelsägewespe am Werk war. Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.hortipendium.de | Apfelsägewespe Hoplocampa testudinea - Fruchtbefall | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespe_made_001.jpg"> </a> <strong> Larve der Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) in befallener Frucht </strong> Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.greencommons.de | Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) - Made (Larve) in befallener Frucht | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata01.jpg"> </a> <strong> Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata) </strong> <br>Der Kleine Frostspanner legt seine Eier im Spätherbst an jungen Trieben ab. Zum Knospenaufbruch im Frühjahr schlüpfen die Larven. Quelle: Jeffdelonge | www.wikimedia.org | Operophtera brumata | https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:Attribution_Entomart <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata_larva.jpg"> </a> <strong> Raupe des Kleinen Frostspanners (Operophtera brumata) </strong> <br>Die grasgrünen Raupen des Kleinen Frostspanners bewegen sich in katzenbuckelartigen Bewegungen vorwärts. Quelle: Gyorgy Csoka Hungary Forest Research Institute Hungary | www.wikimedia.org | English Operophtera brumata larva | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/us/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> <br>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf Klebefallen verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über dem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen. Quelle: NABU Leipzig Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> Die wichtigsten Krankheiten im Überblick <p><strong>Apfelschorf:</strong>&nbsp;Flecken mit einer rauen, oft rissigen Oberfläche sind charakteristische Symptome eines Befalls mit Apfelschorf (<em>Venturia inaequalis</em>). Spät befallene Früchte zeigen lediglich kleine schwarze Punkte. Auf den Blättern erkennen Sie den Befall jedoch schon früh an den dunkelgrünen bis braunen Flecken. Apfelschorf ist eher ein optischer Makel, die Früchte können bedenkenlos gegessen werden. Allerdings ist die Lagerfähigkeit durch den Schorf verringert. Es können sich dunkle, eingesunkene Flecken während der Lagerung bilden.</p> <ul> <li>Der Pilz überwintert auf den heruntergefallenen Blättern, lassen Sie deshalb bei Befall kein Laub liegen. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompostieren</a> Sie das Laub oder bringen Sie es an anderer Stelle wieder aus, z.B. als Überwinterungsquartier für Igel unter einer Hecke.</li> <li>Durch das Ausbringen von Vinasse oder von Bierhefeextrakt auf das Falllaub können Sie die schnellere Verrottung des Falllaubs anregen. Das fördert eine vermehrte Ansiedlung von Mikroorganismen, wodurch das Laub für Regenwürmer attraktiver wird. Zusätzlich reduziert das die Sporen des Schorfpilzes. Eine zwei- bis dreimalige Ausbringung zwischen Laubfall und März ist zu empfehlen.</li> <li>Nutzen Sie ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a>⁠ wie Gesteinsmehle, Schwefelsaure Tonerde, Schachtelhalm und Algenextrakte.</li> <li>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/grundstoff">Grundstoff</a> Calciumhydroxid kann vorbeugend eingesetzt werden.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen helfen bei der Befallsregulation, sie fressen das abgefallene Laub mitsamt der Pilzsporen. Achten Sie auf eine artgerechte Haltung.</li> <li>Achtung Verwechslungsgefahr: Eingesunkene braune Flecken an Äpfeln können auch durch einen Calcium-Mangel hervorgerufen werden, der sogenannten Stippe. Bei tatsächlichem Calcium-Mangel sollten Sie den Boden kalken oder Calcium über eine Blattdüngung zuführen. In Jahren mit übermäßigem Blüten- oder Fruchtansatz können Sie der Stippe auch mit einer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a> vorbeugen.</li> </ul> <p><strong>Obstbaumkrebs:&nbsp;</strong>Für den sogenannten Obstbaumkrebs ist ein Pilz namens <em>Neonectria ditissima </em>verantwortlich. Er ist ein Wundparasit, bei feuchtem ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>⁠ dringt er über Risse und Wunden in die Rinde ein.</p> <ul> <li>Machen Sie schwere Böden schon bei der Pflanzung mit gewaschenem Sand durchlässiger. So vermeiden Sie Staunässe.</li> <li>Schneiden Sie die Bäume fachgerecht und nur bei trockener ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen des Baumes, zum Beispiel beim Rasenmähen.</li> <li>Beugen Sie Frostrissen bei jungen Obstbäumen mit einem Weißanstrich vor.</li> <li>Vermeiden Sie übermäßige Stickstoff-Düngung.</li> <li>Befallene junge Triebe sollten Sie etwa 30 Zentimeter unterhalb der befallenen Stelle kappen. Schneiden Sie die Befallsstellen bei größeren Ästen bis ins gesunde Holz zurück. Befallenen Baumschnitt sollten Sie nicht kompostieren, sondern entsorgen.</li> </ul> <p><strong>Feuerbrand:</strong>&nbsp;Die hochansteckende Bakterienkrankheit (<em>Erwinia amylovora</em>) kann diverse Obst- und Ziergehölze, wie Birnen, Quitten, Äpfel, Rot- und Weißdorn innerhalb kurzer Zeit erheblich schädigen. Vor allem bei feucht-warmer ⁠Witterung⁠ verbreitet sich der Erreger explosionsartig. Die infizierten Blätter, Blüten und Früchte färben sich rotbraun bis schwarz und schrumpeln lederartig zusammen. Feuerbrand gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. Seit 2019 ist die Krankheit nicht mehr meldepflichtig. Tritt sie in der Nähe von Baumschulen oder Obstanlagen auf, sollten Sie sich dennoch an den <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">in Ihrem Bundesland zuständigen Pflanzenschutzdienst</a> wenden.</p> <ul> <li>Pflanzenstärkungsmittel aus schwefelsaurer Tonerde können vorbeugend ausgebracht werden.</li> <li>Sind nur einzelne Triebe betroffen, sollten Sie diese 50 Zentimeter unter der Befallsstelle abschneiden. Tragen Sie danach ein Wundpflegemittel auf.</li> <li>Ist der Befall stark, sollten Sie das Gehölz roden.</li> <li>Überprüfen Sie auch benachbarte mögliche Wirtspflanzen (z.B. Vogelbeere, Mehlbeere, Cotoneaster, Eberesche, Felsenbirne) auf Befall.</li> <li>Vorsicht bei der Entsorgung! Melden Sie sich bei der Kommune! Befallene Pflanzenteile auf keinen Fall kompostieren!</li> <li>Tragen Sie Einmalhandschuhe und desinfizieren Sie die Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelschorf_ojl_fotolia_45577456_m.jpg"> </a> <strong> Apfelschorf (Venturia inaequalis) </strong> <br>Nicht schön, aber auch nicht gesundheitsschädlich. Mit Schorf befallene Äpfel können bedenkenlos verzehrt werden. Quelle: ojl / de.fotolia.com <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfel-nectria1-hoyer.jpg"> </a> <strong> Obstbaumkrebs (Neonectria ditissima) </strong> <br>Obstbaumkrebs tritt vor allem an Apfelbäumen auf, seltener auch an Birnbäumen. Quelle: Christoph Hoyer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerbrand_ninjatacoshell_wikimedia_cc_by-sa_3.0.png"> </a> <strong> Feuerbrand (Erwinia amylovora) gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. </strong> Quelle: Ninjatacoshell / Wikimedia / CC BY-SA 3.0 Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel⁠&nbsp;nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Entscheiden Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel, wählen Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe. Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Weg 15 - Teltower Dörferweg (48 km)

Länge: 48 Kilometer Start: Krumme Lanke (Brücke über den Fenngraben), ÖPNV: U-Bahnhof Onkel Toms Hütte, Bus-Haltestelle Siebenendenweg Ziel: Wilhelm-Spindler-Brücke, ÖPNV: S-Bahnhof Spindlersfeld, Tram-Haltestelle: Spindlersfelder Straße Der Weg verbindet folgende Landschaftsräume, Grünflächen und sehenswerte Orte miteinander (Auswahl): Krumme Lanke – Landschaftsschutzgebiet „Gemeindewäldchen Zehlendorf“ – Paul-Mebes-Park – Grünzug am Buschgraben – Teltowkanalwiesen – Zehlendorfer Stichkanal – Teltowkanalpromenade – Grünzug des Berliner Mauerwegs mit Kirschblütenallee (TV-Asahi-Kirschblütenallee) – Trümmerberg Lichterfelde – Johann-Baptist-Gradl-Grünanlage – Lilienthalpark – Grünanlage Hampelsche Baumschule – Schlehenberg – Freizeitpark Marienfelde – Buckower Feldmark – Gropiusstadt – Rudower Wäldchen – Grünzüge am Güteraußenring – Grünanlage Rohrpfuhl und Meskengraben – Rudow Südpark – Landschaftspark Rudow-Altglienicke – Rudower Höhe – Landschaftspark Johannisthal – Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof – Köllnische Heide – Spindlerpark Wegverlauf als Download: GPX-Datei – KML-Datei – PDF-Datei Der Teltower Dörferweg verläuft auf 48 km von Dorf zu Dorf. Im Zick-Zack-Kurs geht es über Zehlendorf, Lichterfelde, Marienfelde, Lichtenrade, Buckow, Rudow bis nach Spindlersfeld in Köpenick. Noch vor 100 Jahren wäre der Teltower Dörferweg zwischen Grunewaldseenkette und Köpenicker Spree durch den ländlichen Raum verlaufen – geprägt von Feldern, Wiesen und kleinen Dörfern. Heute muss man schon etwas genauer hinsehen, um die historischen Dorfstrukturen zu erahnen. Beginnend an der Krummen Lanke auf der Teltower Hochfläche im Süden von Berlin führt der Weg auf seinen ersten Kilometern vorbei an ausgedehnten Sportfeldern, dem Friedhof Zehlendorf und durch das Zehlendorfer Gemeindewäldchen mit seinem alten Buchenbestand. Weiter geht es durch den Paul-Mebes-Park. Er ist benannt nach einem bedeutenden Berliner Architekten, dessen Entwürfe zu Beginn des 20. Jahrhunderts im europäischen Wohnungs- und Städtebau große Beachtung fanden. Nun folgt der Weg dem Buschgraben, vorbei am Freilandlabor Zehlendorf, einem der ältesten grünen Lernorte Berlins, bevor er auf den Teltowkanal stößt. Nach einem kurzen Stück am Ufer des Teltowkanals folgt der Weg dem Verlauf des Mauerwegs zur Lichterfelder Weidelandschaft an der Stadtgrenze. Von hier schlängelt sich der Weg durch Grünanlagen zwischen ruhigen Ein- und Mehrfamilienhäusern Richtung Freizeitpark Marienfelde . Das Bild der Stadtrandsiedlungen wird unterbrochen durch einen Blick auf die Überreste der Buckower Feldmark , bevor der Teltower Dörferweg Alt-Buckow streift und bald darauf nach Gropiusstadt führt. Die vom Bauhaus-Gründer Walter Gropius geplante Westberliner Großwohnsiedlung mit bis zu 30 Wohnetagen musste in die Höhe wachsen, da die damalige Insellage Westberlins keine andere Möglichkeit zuließ. Der Weg durchquert den Rudower Forst und folgt einer ehemaligen Bahntrasse bis zur Gartenstadt Rudow . In dem auch „Frauenviertel“ genannten Wohngebiet wurden die Straßen, Wege und Plätze nach 19 Frauen benannt, die sich um Neukölln, Berlin und Deutschland verdient gemacht haben. Durch den anschließenden Landschaftspark Rudow-Altglienicke führt der Weg von der südlichen Stadtgrenze zum Teltowkanal . Zwischendrin bietet die Aussichtsplattform der Rudower Höhe einen eindrucksvollen Ausblick auf die Umgebung. Auch der Landschaftspark Johannisthal bietet interessante Aussichten: Die naturnahen Wiesen des ehemaligen Flugfeldes sind mittlerweile als Naturschutzgebiet ausgewiesen und werden durch eine Schafherde ganzjährig beweidet. Am Ende führt der Teltower Dörferweg durch die Köllnische Heide, einem Stadtwald zwischen Niederschöneweide und Adlershof, bevor er an der Wilhelm-Spindler-Brücke in Spindlersfeld (Köpenick) endet.

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