Der WMS Kartendienst stellt die Auswertungen zur städtischen Baumüberschirmung des Jahres 2024 bereit. Der Beschirmungsgrad auf Satellitenbildebene wird mit Hilfe eines Transformer Zeitreihen KI Modells vorhergesagt (Stöckigt et al., 2024). Die aus Luftbild- und Höhendaten gewonnen, hochgenauen Messungen aus verschiedenen Städten Deutschlands (ca. 20) werden auf die Auflösung von Sentinel-2 herunterskaliert und dann als Trainingsgrundlage des Modells verwendet. Für die Herleitung des Beschirmungsgrades werden alle Pixel mit einer Vegetationshöhe von über 2,5 Metern als beschirmte Pixel klassifiziert. Das auf Luftbildebene entstandene, binäre Raster wird anschließend auf 10 Meter aggregiert, wodurch der finale Beschirmungsgrad in % entsteht. Im urbanen Raum werden so beispielsweise Position, Verteilung und Anteil schattenspendender Bäume sichtbar. Das Ergebnis sind deutschlandweit verfügbare Informationen zur Vegetation mit einer Auflösung von 10 Metern. Der Beschirmungsgrad kann wichtige Rückschlüsse z. B. zur Beschattung und damit dem thermischen Komfort liefern. Auf Block oder Stadtebene kann er außerdem zum inner- und interstädtischen Vergleich verwendet werden. Er wird weiterhin als Indikator der Baumüberschirmung (Monitoring) für Artikel 8 der EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) verwendet.
Das Projekt liefert ausgehend von dem Informationsbedarf und Genauigkeitsanspruch der Forstverwaltung Sachsens Ansaetze fuer die Verbesserung der Waldkartierung mit herkoemmlichen Satellitensystemen. Durch die Nutzung von Satellitendaten und GIS sollen Waldinformationen besser und schneller erfasst werden, wie die flaechenscharfe Erfassung der Waldflaeche auf Bestandesebene und deren Differenzierung nach Baumarten- und Altersgruppen; Erkennung und Abgrenzung von Kulturen, Dickungen und Bloessen; Identifizierung von sanierungswuerdigen Flaechen durch Beobachtung von Veraenderungen der Benadelung und des Beschirmungsgrades auf Bestandesebene; Erfassung von Informationen fuer die forstliche Rahmenplanung; Nutzung des MOMS-Stereomoduls zur Erstellung von Satellitenbildkarten, Erprobung von Texturparametern zur besseren Loesung o.g. Inventuraufgaben. Die Analyse der MOMS-Daten erfolgt durch die Einbeziehung forstlicher Zusatzdaten. Die validierten und mit der Forstverwaltung abgestimmten Ergebnisse werden in das FGIS Sachsen eingebunden.