Basales Schmelzen der Eisschelfe Grönlands (GrIS) ist einer der Hauptquellen für den GrIS Masseverlust und für den Meeresspiegelanstieg. Darüber hinaus ist das beschleunigte Abschmelzen in den letzten 20 Jahren auch durch den Einstrom von wärmerem Wasser in die Fjorde verursacht. Die basalen Abschmelzraten sind jedoch unsicher und offene Fragen bestehen bezüglich der relevanten Prozesse in den Fjorden, und wie viel und wie das Schmelzwasser aus den Fjorden in den Randstrom und weiter in den offenen Ozean gelangt. Diese Unsicherheiten können in Klimamodellen zu Fehlern in der zukünftigen Rolle des Schmelzwassers für die Zirkulation und Wassermassen Verteilung und somit zu Fehlern in der Projektion des regionalen Meeresspiegels führen. Bis jetzt gibt es nicht genügend geeignete Messungen, um Schmelzwasser im Inneren des Ozeans zu quantifizieren und die Pfade zu identifizieren. Wir beantragen hier die Messung von Helium und Neon Verteilungen um zu verfolgen wo und wie viel Schmelzwasser aus GrIS in den Randstrom und ins Ozeaninnere gelangt. Dazu wird eine Prozessstudie am 79N Gletscher durchgeführt sowie Messungen im Randstrom und im Inneren der Labradorsee. Die Ziele sind: (i) Abschätzung der basalen Schmelzwasseranteile im Nah und Fernfeld des 79N Gletschers, und der Menge an Schmelzwasser, die in den Randstrom befördert wird, (ii) Berechnung der Anteile an Schmelzwasser, die aus dem Randstrom in die Labradorsee gelangen, einer der Schlüsselregionen für die Atlantische Meridionale Umwälzbewegung, Abschätzung der Zunahme seit Anfang 2000, (iii) Auswertung von hochauflösenden Modellläufen die mit basalen Schmelzwasserquellen versehen wurden, um die Verteilung des Schmelzwassers und die beteiligten Prozesse zu analysieren und um (iv) die Auswirkungen der zunehmenden Schmelzraten auf die Entwicklung des regionalen Meeresspiegels im subpolaren Nordatlantik abzuschätzen.
Das vorliegende Forschungsprojekt zielt auf die Verknüpfung zweier, bisher als unabhängig angesehener, aquatischer Transport- und Transformationsprozesse:(a) In tiefen Gewässern können sich Wasserkörper unterschiedlicher Dichte stabil übereinander schichten. Die dort ablaufenden Umsatzprozesse werden so räumlich entkoppelt und es kommt zur Bildung einer aquatischen Grenzzone. Bei deren Durchtritt können sich physikochemische Parameter, wie etwa die Sauerstoffverfügbarkeit, abrupt ändern.(b) Die Verfügbarkeit des Elektronen-Akzeptors Sauerstoff entscheidet über die Reaktionspfade, auf denen aquatische Mikroorganismen Energie gewinnen. Unter Ausschluss von Sauerstoff können sie gelöstes organisches Material als alternativen Elektronen-Akzeptor nutzen. Die Elektronen werden von redox-aktiven Verbindungen innerhalb des organischen Materials (Quinone) aufgenommen die daraufhin antioxidativ, also empfindlich auf Änderungen der Sauerstoffverfügbarkeit reagieren. Die hohe räumliche- und zeitliche Dynamik aquatischer Grenzzonen in Binnengewässern haben zur Folge, dass antioxidatives organisches Material vom sauerstoffarmen in sauerstoffreiche Wasserkörper transportiert werden kann. Die dort rasch ablaufende Re Oxidation macht gelöstes organisches Material daher zu einem vollständig regenerierbaren Elektronenakzeptorsystem. Mikrobielle Konsortien, die ihre Energiegewinnung an diesen zyklisch regenerierten organischen Elektronenakzeptor koppeln, könnten einen entscheidenden Beitrag zum Kohlenstoffumsatz in aquatischen Grenzzonen leisten. Mikroorganismen beeinflussen maßgeblich, zu welchem Anteil umgesetztes organisches Material als Kohlendioxid oder als Methan in die Atmosphäre entweicht oder stattdessen dem Kohlenstoffkreislauf durch Sedimentation entzogen wird. Da Grenzzonen durch überproportional hohe Reaktionsraten und Biodiversität gekennzeichnet sind, ist die Kenntnis der dort ablaufenden Material- und Energieflüsse von großer Bedeutung für das grundlegende Verständnis des Kohlenstoffumsatzes in Binnengewässern. Die Binnenseen der borealen Zone haben großen Anteil an den globalen Süßwasservorräten und sind durch zukünftig steigende Frachten terrestrischen organischen Kohlenstoffs gefährdet. Das beantragte Forschungsprojekt hat daher zum Ziel, durch Prozessstudien auf verschiedenen Skalen und mechanistische Modellierung einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Rolle organischen Materials als Elektronendonor und -akzeptor in diesen dynamischen Ökosystemen zu leisten.
<p> Die wichtigsten Fakten <ul> <li>Kein einziges Gebiet (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wasserkoerper">Wasserkörper</a>) der Übergangs- und Küstengewässer in Nord- und Ostsee war 2021 in gutem oder sehr gutem Zustand.</li> <li>Laut europäischer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wasserrahmenrichtlinie">Wasserrahmenrichtlinie</a> sollten bis zum Jahr 2015 mit Fristverlängerung bis 2027 alle Gewässer mindestens in einem guten ökologischen Zustand sein.</li> <li>Es gilt nun die Zeit bis spätestens 2027 zu nutzen, um die anspruchsvollen Ziele zu erreichen.</li> <li>Dazu sind weitere erhebliche Anstrengungen erforderlich.</li> </ul> </p><p> Welche Bedeutung hat der Indikator? <p>Die hohe Zufuhr von Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor in Nord- und Ostsee führt zu einem starken Wachstum von Algen. Eine hohe Algendichte führt zu Lichtmangel in tieferen Wasserschichten. Auf Licht angewiesene Pflanzen werden verdrängt. Sterben die Algen und Pflanzen ab, werden sie von Mikroorganismen abgebaut. Bei diesen Vorgängen wird Sauerstoff verbraucht, der Sauerstoffgehalt im Wasser nimmt ab. In der Folge können Tiere ersticken. In der Ostsee sind mittlerweile große Gebiete sauerstoffarm oder sauerstofffrei.</p> <p>In Bezug auf den Nährstoff- und Sauerstoffgehalt unterscheiden sich Ost- und Nordsee deutlich. Die Nordsee tauscht mit dem Atlantischen Ozean und dem Nordpolarmeer ständig Wasser aus und ist insgesamt turbulenter. Die Ostsee steht hingegen nur mit der Nordsee in Verbindung, die Verbindungswege sind sehr schmal. Sie hat daher den Charakter eines Binnenmeeres und reagiert empfindlicher auf zu hohe Nährstoffeinträge.</p> </p><p> Wie ist die Entwicklung zu bewerten? <p>Von den Küsten- und Übergangsgewässern der Nord- und Ostsee war 2021 kein einziges Gebiet (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wasserkoerper">Wasserkörper</a>) in „gutem“ oder „sehr gutem“ ökologischen Zustand. Damit wurde das Ziel der europäischen <a href="http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32000L0060">Wasserrahmenrichtlinie </a>(WRRL, EU-RL 2000/60/EG) drastisch verfehlt, dass alle Gewässer bis 2015 mindestens in einem guten ökologischen Zustand sein müssen. Da dieses Ziel klar verfehlt wurde, gab es eine Fristverlängerung bis 2027 und es gilt den gemäß WRRL nächsten Bewirtschaftungszyklus zu nutzen, um bis dahin die anspruchsvollen Ziele zu erreichen.</p> <p>Der Grund für das Verfehlen der Ziele ist vor allem der übermäßige Eintrag von Nährstoffen in die Küsten- und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uebergangsgewaesser">Übergangsgewässer</a> (Eutrophierung). Diese stammen vorwiegend aus der Landwirtschaft, aus Kläranlagen und der Schifffahrt. Die Nährstoffe werden über Flüsse oder die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/atmosphaere">Atmosphäre</a> in die Meere eingetragen (siehe Indikatoren <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/47325">„Eutrophierung von Nord- und Ostsee durch Stickstoff“</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/47324">„Eutrophierung von Flüssen durch Phosphor“</a>). Bislang ergriffene Maßnahmen greifen (noch) nicht im geforderten Maße. Um die Nährstoffeinträge so weit zu verringern, dass der gute Zustand erreicht werden kann, müssen die Anstrengungen deshalb deutlich verstärkt werden.</p> <p>In beiden Meeren hat sich der Anteil „schlechter“ und „unbefriedigender“ Gebiete gegenüber 2015 erhöht. Dies lässt sich vor allem durch eine deutlich verbesserte Datenlage und geänderte Schwellenwerte für die Bewertung erklären. Real hat sich der Zustand kaum verschlechtert.</p> </p><p> Wie wird der Indikator berechnet? <p>Um den ökologischen Zustand eines Küsten- und Übergangsgewässers zu bestimmen, wird vor allem die Artenzusammensetzung ausgewählter pflanzlicher und tierischer Lebensgemeinschaften mit Zeigerwirkung analysiert: Wie weit entspricht sie der typischen Zusammensetzung des jeweiligen Naturraumes? Je nach Grad der Abweichung vom natürlichen Zustand werden fünf Zustandsklassen zugeordnet: von „sehr gut“ bis „schlecht“. Eine ausführliche Beschreibung zur Gewässerbewertung wurde von <a href="http://www.blmp-online.de/PDF/Indikatorberichte/2010_02_s.pdf">Voß et al. (2010)</a> veröffentlicht.</p> <p><strong>Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie in den Daten-Artikeln <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/30414">„Ökologischer Zustand der Küstengewässer der Nordsee“</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/30415">„Ökologischer Zustand der Küstengewässer der Ostsee“</a>.</strong></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
Folgen eines radiologischen Notfalls Textfassung des Videos " Folgen eines radiologischen Notfalls " Sollte es trotz aller Vorkehrungen zu einem radiologischen Notfall kommen, kann das in den betroffenen Regionen weitreichende Konsequenzen für den Menschen und die Umwelt haben. Beim Menschen sind dabei die psychosozialen und die gesundheitlichen Konsequenzen zu beachten. In diesem Video schauen wir uns alle drei Aspekte einmal genauer an. Die Folgen für die Umwelt können ganz unterschiedlich sein, je nachdem, welche Art von Unfall sich ereignet hat, welche radioaktiven Stoffe ausgetreten sind und wie und wie weit sie sich verbreitet haben. Über Ausbreitung und Verbreitung haben wir schon einmal ein Video gemacht. Wir setzen euch den Link in die Videobeschreibung. Hier noch einmal kurz zur Erinnerung. Es können radioaktive Gase und oder leichtflüchtige und oder schwerflüchtige Stoffe freigesetzt werden, die sich an Staubpartikel anheften und so als Wolke verbreiten und sich in weiter entfernten Gebieten auf dem Boden und auf Pflanzen oder Gegenständen ablagern können. Wie weit und wohin sie mit einer Wolke ziehen, hängt vom Wetter ab und von ihrer eigenen Halbwertszeit. Jod-131 zum Beispiel hat eine kurze Halbwertszeit von nur acht Tagen und ist nach circa drei Monaten komplett zerfallen und verbreitet sich so nicht weiter. Gelangen die Stoffe aus einer radioaktiven Wolke auf die Blätter von Pflanzen oder den Boden, können sie über die Blätter und vor allem über die Wurzeln in die Pflanze aufgenommen werden. Wie viel aufgenommen wird, hängt von der Menge und Art der radioaktiven Stoffe, aber auch von der Größe und Wachstumsphase der Pflanze ab und auch von der Bodenart. Bäume filtern radioaktive Stoffe aus der Luft, da ihre Blätter und Nadeln zusammengenommen eine sehr große Oberfläche haben. Tiere können radioaktive Stoffe sowohl aus der Luft einatmen oder über das Futter aufnehmen. Zum Beispiel kontaminiertes Weidegras oder Pilze. Wenn sie einmal im Körper sind, lagern sich manche Stoffe wie zum Beispiel Cäsium, in den Muskeln ab. Andere wie Strontium in den Knochen. Auch die Milch zum Beispiel von Kühen wäre schnell betroffen. Wie “gut” die Stoffe in den Organismus des Tieres eingebaut werden, ist auch etwas unterschiedlich nach Tierart. Diese Stoffe können dann von Menschen über betroffene pflanzliche und tierische Nahrungsmittel aufgenommen werden. Welche Gesundheitsfolgen das hat, erklären wir gleich noch. Böden können in den oberen Schichten, also bis einige Zentimeter Tiefe, kontaminiert werden. In Humusschichten können sich radioaktive Stoffe gut anreichern. Wo es Tonminerale gibt, wie auf Ackerböden, werden Stoffe wie Cäsium nur in geringen Mengen aufgenommen. Im Wald dagegen, wo es diese Minerale kaum gibt, dafür Pilzgeflechte den Boden durchziehen, kann Cäsium leicht aufgenommen werden. Bis ins Grundwasser gelangen die Stoffe in der Regel nicht. Der Boden filtert sie vorher aus. Oberflächengewässer wie Seen, Flüsse oder Ozeane können hingegen durch Niederschläge kontaminiert werden. Im Meer können sich radioaktive Stoffe auf der Wasseroberfläche ablagern und über Meerespflanzen in die Nahrungskette der Meeresbewohner gelangen. In den Weltmeeren werden die Stoffe allerdings aufgrund der großen Wassermenge sehr schnell sehr stark verdünnt. In Binnenmeeren ist das anders. In der Ostsee zum Beispiel ist immer noch radioaktives Cäsium aufgrund des Reaktorunfalls n Tschornobyl nachweisbar, allerdings in gesundheitlich unbedenklichen Mengen. Welche gesundheitlichen Folgen die Freisetzung von Radioaktivität hätte, hängt wiederum davon ab, welche und wie viele Stoffe genau freigesetzt wurden und ob diese in den Körper aufgenommen wurden oder nicht. Radioaktive Stoffe zerfallen auf unterschiedliche Art und geben dabei unterschiedliche Arten von Strahlung ab. Alphastrahlung kann unsere Haut nicht durchdringen. Befinden sich die Stoffe in der Luft, die Alphastrahlung abgeben, aber nicht in unserem Körper, findet die Bestrahlung nur von außen statt, dann kann uns die Alphastrahlung nichts anhaben. Wenn wir aber Stoffe einatmen oder verschlucken, die Alphastrahlung abgeben, ist das sehr schädlich. Betastrahlung kann einige Millimeter bis Zentimeter in unseren Körper eindringen. Allerdings geben viele Alpha- und Beta- Strahler auch Gammastrahlung ab und die durchdringt unseren Körper und ist daher auch bei einer Bestrahlung von außen problematisch. Zudem hat Gammastrahlung eine höhere Reichweite, aber dabei auch ein geringeres Zerstörungspotenzial als Alphastrahlung. Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Halbwertszeit von radioaktiven Stoffen, also wie schnell sie zerfallen. Wichtig ist außerdem, wie lange wir den Stoffen ausgesetzt gewesen sind, ob wir sie mit der Nahrung aufnehmen und wie alt wir sind. Denn Kinder sind generell empfindlicher gegenüber der Strahlung von radioaktiven Stoffen als Erwachsene. Bei den gesundheitlichen Folgen kann es zu akuten Strahlenschäden kommen oder aber auch langfristige Wirkungen geben. Akute Strahlenschäden treten nur dann auf, wenn man innerhalb kürzester Zeit, also innerhalb weniger Wochen oder manchmal auch Monate einer sehr hohen Strahlenbelastung ausgesetzt ist. Ab einer Dosis von 1.000 Millisievert akuter Strahlendosis können Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen auftreten. Bei 2.000 Millisievert können Hautrötungen auftreten. Werte ab 3.000 bis 4.000 Millisievert können tödlich sein. Dies sind sehr hohe Dosen. Zum Vergleich: Bei einem Flug von München nach Japan bekommt man durch die kosmische Strahlung bis zu 0,1 Millisievert ab. Strahlendosen, die so hoch sind, dass akute Wirkungen auftreten können, bekommt man also nur, wenn man sehr nahen und intensiven Kontakt mit stark radioaktiven Stoffen hat. Für die meisten Szenarien für radiologische Notfälle - auch dazu haben wir schon ein Video gemacht, das wir euch hier einblenden - spielen eher langfristige Folgen eine größere Rolle. Durch kleinere Dosen erhöht sich nämlich durch die Schädigung von DNA das Risiko für bestimmte Krankheiten, die erst Jahre oder Jahrzehnte später auftreten. Dazu zählen insbesondere Krebsarten wie Leukämie, Schilddrüsen- Brust- oder Darmkrebs. Auch hier hängt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu solchen Erkrankungen kommt, von der Höhe der Dosis und der Art der Strahlung ab. Ob eine bestimmte Krebserkrankung durch Strahlung verursacht wurde, kann übrigens nie bewiesen werden. Man kann aber durch statistische Auswertungen nachweisen, dass das Risiko für diese Erkrankungen durch Strahlung steigt. Jede Katastrophe bringt psychosoziale Folgen für die Betroffenen und für die Einsatzkräfte mit sich. Für radiologische Notfälle gilt das in besonderem Maße, da Strahlung ein besonderer Angstauslöser ist. Wir können Strahlung mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen und können daher nicht spüren, ob wir eine Dosis abbekommen haben. Und wie wir gerade erklärt haben, zeigen sich Folgen oft erst viele Jahre später. Außerdem ist das Thema extrem komplex und Wissen darüber nicht weit verbreitet. Dazu kann ein Gefühl von Kontrollverlust während eines Unfalls kommen. All das löst große Verunsicherung aus und kann dazu führen, dass das Risiko während eines radiologischen Notfalls überschätzt wird. Untersuchungen zu den Kernkraftunglücken von Three Mile Island, Tschornobyl und Fukushima haben gezeigt, dass die größten Folgen nicht in physischen Beeinträchtigungen lagen, sondern in den Folgen für die psychische Gesundheit der Betroffenen. Es konnten zum Beispiel schwere Depressionen, Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen sowie stressbedingte Symptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Magenschmerzen sowie Appetitlosigkeit und Schlafstörungen beobachtet werden. Außerdem wurden erhöhte Suizidraten und übermäßiger Alkoholkonsum beobachtet. Solche Folgen können, desto häufiger beobachtet werden, je dichter die Betroffenen am Ort eines radiologischen Unfalls dran waren. Sie können aber grundsätzlich alle Menschen treffen und sogar dann auftreten, wenn keine relevante Freisetzung von radioaktivem Material stattgefunden hat. Das hat einerseits damit zu tun, dass wir, wie schon gesagt, Strahlung als besonderen Angstauslöser kennen, und andererseits damit, dass fundiertes Wissen über die Ausbreitung und Wirkung von Radioaktivität in der allgemeinen Bevölkerung nicht sehr verbreitet sind. Das radiologische Risiko wird daher oft überschätzt. Auch die Schutzmaßnahmen selbst können psychisch sehr belastend sein. Insbesondere wenn es zu einer Evakuierung oder sogar Umsiedlung gekommen ist und die Menschen dadurch ihr Zuhause verloren haben. Hinzu können Diskriminierung und Stigmatisierung als Opfer oder Verstrahlte kommen. Weitere Informationen zu allen drei Bereichen: den Umweltfolgen, den Gesundheitsfolgen und den psychosozialen Folgen, findet ihr auch auf unserer Website. Die Links dazu packen wir euch in die Videobeschreibung. In unserem nächsten Video geht es dann um Unfälle, die in der Vergangenheit passiert sind. Also bleibt dran und bis dahin: Bleibt gut geschützt. Stand: 14.03.2024
<p> <p>Am 31.Oktober 2023 wurde ein neuer Zustandsbericht des Helsinki-Übereinkommens zum Schutz der Ostsee (HELCOM) der Öffentlichkeit präsentiert. Es ist die umfassendste Bewertung des ökologischen Zustands der Ostsee, die jemals erfolgt ist. Trotz der Schutzbemühungen ist das empfindliche Ökosystem Ostsee fast flächendeckend in keinem guten Zustand. Grund dafür sind menschliche Aktivitäten.</p> </p><p>Am 31.Oktober 2023 wurde ein neuer Zustandsbericht des Helsinki-Übereinkommens zum Schutz der Ostsee (HELCOM) der Öffentlichkeit präsentiert. Es ist die umfassendste Bewertung des ökologischen Zustands der Ostsee, die jemals erfolgt ist. Trotz der Schutzbemühungen ist das empfindliche Ökosystem Ostsee fast flächendeckend in keinem guten Zustand. Grund dafür sind menschliche Aktivitäten.</p><p> <p>Der dritte holistische Zustandsbericht von HELCOM (State of the Baltic Sea 2023) setzt sich aus einzelnen Indikatorberichten, thematischen Berichten und einem zusammenfassenden Bericht zu Artenvielfalt, Lebensräumen und menschlichem Handeln, das sich auf die Meeresumwelt auswirkt, zusammen. Eine solche umfassende Bewertung erfolgt alle 6 Jahre und ist das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit einer Vielzahl von Experten*Innen, darunter auch Wissenschaftler*innen des UBAs und politischen Vertreter*innen der 10 HELCOM-Vertragsstaaten.</p> <p>Im Ergebnis zeigen die umfangreichen Bewertungen, dass das empfindliche Binnenmeer Ostsee aufgrund vielfältiger anthropogener Belastungen fast flächendeckend in keinem guten Zustand ist. Obwohl die Nährstoffeinträge weiter gesunken sind, sind immer noch 94 % der Ostsee eutrophiert. Besorgniserregend ist, dass im Bewertungszeitraum 2016-2022 steigende Nährstoffkonzentrationen in vielen Ostseebecken gemessen wurden. Diese resultieren aus hohen Nährstoffeinträgen in den 70ziger bis 90ziger Jahren, die sich in den Sedimenten am Meeresboden angereichert haben. Unter Sauerstoffmangelbedingungen gelangen sie in Lösung und treiben dadurch die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/eutrophierung">Eutrophierung</a> an. Es wird daher noch viele Jahrzehnte dauern, bis die Ostsee einen guten Zustand erreicht, wobei die Auswirkungen des Klimawandels diesen Zeitraum noch verlängern können. In Folge der Eutrophierung haben die Freiwasser-Lebensräume der Ostsee weitreichende Änderungen erfahren, beispielsweise in der Artenzusammensetzung und dem Vorkommen des Phyto- und Zooplanktons, mit negativen Auswirkungen auf das Nahrungsnetz.</p> <p>Die Schadstoffbelastung ist weiterhin zu hoch. Insbesondere Metalle und Stoffe, die sehr schlecht in der Umwelt abgebaut werden, die sich in Organismen anreichern und giftig sind, überschreiten ihre Bewertungsschwellen. Da weitaus mehr Schadstoffe die Ostsee belasten, als in einer Einzelstoffbewertung betrachtet werden, sind erstmals Sediment, Fisch- und Muschelproben in einer Screening-Studie untersucht worden.</p> <p>Die Müllmengen, die an Stränden gefunden werden, sind vielerorts weiterhin zu hoch. Dabei werden hauptsächlich Abfallteile aus Kunststoffen detektiert, die vor allem aus landbasierten Quellen stammen.</p> <p>Die Kabeljaubestände haben sich nicht erholt und die Heringsbestände verzeichnen einen weiteren Rückgang. Ursächlich ist das Zusammenwirken von Überfischung, Sauerstoffmangel und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>. Die Auswirkungen des Klimawandels sind in der Ostsee bereits deutlich messbar, die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/versauerung">Versauerung</a> schreitet aber langsamer voran als in anderen Meeresgebieten.</p> <p>In den nächsten Jahren kommt es darauf an, die Ergebnisse dieses Berichtes zum Anlass zu nehmen, um die Umsetzung des 2021 beschlossenen ambitionierten <a href="https://helcom.fi/baltic-sea-action-plan/">Ostseeaktionsplans</a> voranzutreiben. Das Umweltbundesamt engagiert sich in HELCOM-Arbeitsgruppen, um die HELCOM-Vision einer gesunden Ostsee zu erreichen.</p> </p><p>Informationen für...</p>
<p> <p>Von Juli 2020 bis Juni 2022 hat Deutschland den Vorsitz der Helsinki Kommission zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee (HELCOM) inne. Eine der aktuellen Herausforderungen ist es, den Ostsee-Aktionsplan zu aktualisieren und die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen intensiver voranzubringen. Die Verabschiedung des ersten Ostsee-Aktionsplans in Krakau im Jahr 2007 jährte sich am 15. November.</p> </p><p>Von Juli 2020 bis Juni 2022 hat Deutschland den Vorsitz der Helsinki Kommission zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee (HELCOM) inne. Eine der aktuellen Herausforderungen ist es, den Ostsee-Aktionsplan zu aktualisieren und die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen intensiver voranzubringen. Die Verabschiedung des ersten Ostsee-Aktionsplans in Krakau im Jahr 2007 jährte sich am 15. November.</p><p> <p>Deutschland ist eine der zehn Vertragsparteien, die sich aktiv mit der Verbesserung des Umweltzustands bzw. der Gesundheit des stark genutzten Binnenmeeres auseinandersetzen. Seit dem 1. Juli 2020 hat Deutschland, vertreten durch das Bundesumweltministerium, den HELCOM-Vorsitz inne. Dr. Lilian Busse, Leiterin des Fachbereichs „Gesundheitlicher Umweltschutz, Schutz der Ökosysteme“ am Umweltbundesamt und derzeitige HELCOM-Vorsitzende betont: „Nur mit guten Aktionen, also effektiven Maßnahmen, können wir die Ostsee in einen besseren Zustand bringen. Wichtig ist es, für die Meeresumwelt und die menschliche Nutzung eine gesunde Balance zu finden. Der Ostsee-Aktionsplan gibt dafür seit 2007 den Rahmen und wird aktuell von den Mitgliedsstaaten überarbeitet.“. Mit Frau Dr. Busse und den Vizevorsitzenden Dr. Johannes Oelerich (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig Holstein) und Dr. Andreas Röpke (Ministerium Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg Vorpommern) fokussiert sich Deutschland auf folgende Schwerpunkte:</p> <ul> <li>Ocean Governance stärken</li> <li>BSAP aktualisieren – umsetzen – spezifische Anforderungen voranbringen</li> <li>Neue Lösungen für altbekannte dringende Herausforderungen angehen (Munition und Unterwasserschall)</li> <li>Marine <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> stärken</li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> und Ostsee – verstehen und reagieren.</li> </ul> <p>Für einen nachhaltigen Schutz weltweit – und so auch für die Ostsee – ist es essentiell, die Bedeutung gesunder Meere für Wirtschaft und Gesellschaft zu verdeutlichen. Das Umweltbundesamt bringt seine Expertise seit vielen Jahren in verschiedene HELCOM-Gremien und Arbeitsgruppen ein. Trotz guter Erfolge in den letzten Jahrzehnten sind beispielsweise die Nähr- und Schadstoffbelastung der Ostsee noch immer zu hoch. Diese Belastungen können nur durch weitere gemeinsame Anstrengungen, sowohl transdisziplinäre als auch grenzübergreifende, reduziert werden. Die Ziele zur Reduktion von Belastungen sind in dem regelmäßig aktualisierten Ostsee-Aktionsplan („<a href="https://helcom.fi/baltic-sea-action-plan/%20">Baltic Sea Action Plan</a>“) festgehalten. Ergänzt und konkretisiert werden diese Ziele durch die Umsetzung des <a href="https://helcom.fi/action-areas/marine-litter-and-noise/marine-litter/marine-litter-action-plan/%20">regionalen Aktionsplans zu Meeresmüll</a> aus dem Jahr 2015, an dessen Erstellung das Umweltbundesamt maßgeblich beteiligt war. Ein unmittelbar vor der Verabschiedung stehender neuer Aktionsplan soll die Maßnahmen zur Reduktion von Unterwasserschall-Belastungen spezifizieren. Die Überarbeitung des thematisch übergreifenden Ostsee-Aktionsplans soll 2021 mit einer Ministerkonferenz abgeschlossen werden.</p> </p><p>Informationen für...</p>
Der Wärme- und Stoffaustausch in einem See während der Eisbedeckung ist Im Vergleich zur eisfreien Zeit nur schlecht untersucht. Und das, obwohl eine quantitative Abschätzung der Transportprozesse unter dem Eis von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Dynamik des Ökosystems eisbedeckter See ist. Auch lässt sich die Antwort, die der See während der Eisbedeckung auf die klimatisch bedingten Veränderungen gibt nur mit dem Wissen um die Austauschprozesse unter der Eisdecke beurteilen. Das vorliegende Projekt bringt drei Forschergruppen aus Deutschland. Finnland und Russland mit dem Ziel zusammen, die hydrodynamischen Prozesse und ihre Auswirkungen auf den Stofftransport, die Sauerstoffdynamik und die Planktonentwicklung in saisonal eisbedeckten Binnenseen zu untersuchen. Dabei sollen räumliche Skalen von der Größenordnung der Mikrostrukturturbulenz genauso berücksichtigt werden wie synoptische bis saisonale Veränderungen. Ein komplexes Feldmessprogramm wurde konzipiert, um mit modernsten experimentellen Techniken an ausgewählten finnischen und russischen Seen die Mechanismen aufzudecken, die für die Wärmespeicherung, den vertikalen und lateralen Stofftransport, die Sauerstoffzehrung und die Frühentwicklung des Planktons noch unter dem Eis verantwortlich sind. Ergänzt wird dieses Feldmessprogramm durch ein Arsenal von numerischen Modellen und Laboruntersuchungen.
Von den an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gelegenen Strandseen verfügen heute nur noch wenige über eine offene Verbindung zur vorgelagerten Ostsee. Ein Großteil dieser Seen wurde seit dem 19. Jahrhundert durch die Einrichtung von Bauwerken (Siele usw.) zunehmend vom Ostseeeinfluss abgeschottet. Durch die daraus resultierende Aussüßung der Strandseen veränderte sich auch die ehemals an die brackig-marinen Verhältnisse angepasste Flora und Fauna und entspricht heute einer fast reinen Süßwassergemeinschaft. Nur noch wenige Relikte im Arteninventar deuten auf die brackige Vergangenheit dieses ehemaligen Küstengewässer-Lebensraumes hin. Im Zuge dieser Veränderung ist damit ein seltener Lebensraum in Schleswig-Holstein nahezu verschwunden, der an der gesamten Ostseeküste einzigartig ist und dessen mögliche Wiederherstellung daher nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Umsetzung der EU-WRRL lohnenswert ist. So sind einige Seen wie der Große Binnensee auch für die FFH-Richtlinie gemeldet, um die küstentypischen Lebensraumkomplexe, insbesondere Strandwall- und Dünenformationen, einschließlich der charakteristischen Arten zu erhalten, zu sichern und zu fördern. Der derzeitige ökologische Zustand der ausgesüßten Strandseen wird anhand der Makrophyten und des Phytoplanktons aufgrund der hohen Nährstoffbelastung als mäßig bis unbefriedigend beurteilt (SAGERT et al. 2007). Zum Erreichen des guten ökologischen Zustandes sind daher Maßnahmen zu ergreifen, die auch eine Annäherung an die potentiell natürlichen Salzgehaltsbedingungen beinhalten. Da eine völlige Öffnung der Strandseen aus Gründen des Hochwasserschutzes des Binnenlandes und der bestehenden landwirtschaftlichen Nutzungen im Einzugsgebiet nicht möglich ist, wird als geeignete Maßnahme eine Optimierung des Sielbetriebes dahingehend angestrebt, dass eine Maximierung des Einstromes von Ostseewasser stattfinden kann. Ziel ist in erster Linie die Erhöhung des Salzgehaltes, die eine Ansiedlung der typspezifischen, d.h. der ehemals brackigen, Lebensgemeinschaften ermöglichen soll. - Das Forschungsprojekt dient der wissenschaftlichen Begleitung der geplanten Maßnahme an den ausgewählten Strandseen Großer Binnensee und Windebyer Noor. Es sollen die biologischen Planungsgrundlagen für entsprechende Maßnahmen für die Umsetzung der WRRL- und FFH-Richtlinie liefern. Dazu werden folgende Komplexe bearbeitet bzw. untersucht: - Komplex 1: Einschätzung des Wiederbesiedlungspotentials von brackwassertypischen Vegetationsbeständen nach Salzwasserzufluss anhand von Vegetationsdaten - Komplex 2: Einschätzung des Wiederbesiedlungspotentials von brackwassertypischen Vegetationsbeständen anhand des Diasporenpotentials in den Seensedimenten - Komplex 3: Einschätzung der aktuellen Nährstoffsituation: Analyse der externen Nährstoffeintragspfade aus dem EZG und der Nährstoffpotentiale in den Sedimenten usw.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 18 |
| Europa | 4 |
| Land | 4 |
| Weitere | 1 |
| Wissenschaft | 13 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 15 |
| Kartendienst | 3 |
| Text | 3 |
| unbekannt | 1 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 7 |
| Offen | 15 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 19 |
| Englisch | 8 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 1 |
| Bild | 6 |
| Datei | 3 |
| Dokument | 4 |
| Keine | 12 |
| Webseite | 7 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 18 |
| Lebewesen und Lebensräume | 21 |
| Luft | 17 |
| Mensch und Umwelt | 22 |
| Wasser | 22 |
| Weitere | 22 |