[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LUA-BILANZ
TIERGESUNDHEIT & TIERSEUCHEN
Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2025
© Nikola Tomašić / Pexels
Tierseuchen: 2025 dominiert von
Geflügelpest und Blauzungenkrankheit
Die Tierseuchenüberwachung des Jahres 2025 wur-
de von einem im Vergleich zu den Vorjahren mas-
siven Geflügelpestausbruch im Herbst 2025 bei
Wildvögeln und dem Wiederausbruch der Blauzun-
genkrankheit vom Serotyp 8 in Rheinland-Pfalz do-
miniert. Aber auch andere Tierseuchen haben das
Landesuntersuchungsamt (LUA) stark beschäf-
tigt: Die Afrikanische Schweinepest, die zusätz-
lich zum Geschehen in den Kreisen Mainz-Bingen
und Alzey-Worms und im Juni 2025 auch in Nord-
rhein-Westfalen nahe der Grenze zu Rheinland-
Pfalz festgestellt wurde; der Ausbruch der Maul-
und Klauenseuche in Berlin-Brandenburg im Januar
2025 und neue Seuchen wie die Epizootische Hä-
morrhagie der Hirsche (EHDV) und die Lumpy Skin
Krankheit (LSD), die aus dem Westen und Süden
Frankreichs immer näher rücken. Ein besonders be-
merkenswertes Ereignis war der Nachweis eines
Tuberkulose-Erregers bei einem Mähnenwolf aus
einem rheinland-pfälzischen Zoo.
Das LUA ist die zentrale Einrichtung des Lan-
des Rheinland-Pfalz für die Diagnostik von Seu-
chen sowie von Zoonosen und sonstigen Erkran-
kungen bei Tieren. Hier werden Untersuchungen
an Proben erkrankter oder verendeter Tiere zur
Feststellung oder zum Ausschluss von Seuchen
durchgeführt. Diese werden ergänzt durch Un-
tersuchungen im Rahmen von Sanierungs- und
staatlichen Monitoring-Programmen sowie so-
genannte Handelsuntersuchungen, durch die si-
chergestellt wird, dass der Seuchenstatus der Be-
stände überwacht wird und nur gesunde Tiere in
andere Betriebe verbracht werden. Die Untersu-
chungen ermöglichen einen steten Überblick über
den Gesundheitsstatus der Nutz- und Wildtierpo-
pulation und tragen somit dazu bei, den Gesund-
heitsschutz für Mensch und Tier zu gewährleisten.
Denn nicht zuletzt wird hierdurch sichergestellt,
dass nur Lebensmittel von gesunden Tieren in den
Handel gelangen.
Zur Überwachung des Gesundheitsstatus der
Nutz- und Wildtierpopulation wurden im LUA
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2025 insgesamt 207.687 Proben untersucht. Da
viele Proben auf verschiedene Parameter und mit
unterschiedlichen Methoden untersucht werden
müssen, ist die Zahl der tatsächlich durchgeführ-
ten Untersuchungen wesentlich höher. Von be-
sonderem Interesse sind dabei die Nachweise der
nach dem Tiergesundheitsrecht gelisteten Tier-
seuchen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen und
gesundheitlichen Bedeutung für die Allgemeinheit
staatlich bekämpft oder überwacht werden.
Im LUA ist auch die Fachaufsicht in den Berei-
chen Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz und tie-
rische Nebenprodukte als wichtige Schnittstel-
le zwischen dem Ministerium und den Kommunen
angesiedelt. Sie sorgt unter anderem dafür, dass
die geltenden Rechtsnormen landesweit einheit-
lich ausgelegt werden. Darüber hinaus verfügt das
LUA über spezialisierte Tiergesundheitsdienste für
Rinder, Schweine und kleine Wiederkäuer, die die
Tierbesitzer vor Ort in Sachen artgerechter und
hygienischer Haltungsbedingungen beraten.
Krankheiten, die durch Vektoren übertragenen
werden, wie die die Epizootische Hämorrhagie der
Hirsche (EHDV) und die Lumpy Skin Krankheit,
haben im LUA zusammen mit der Maul- und Klau-
enseuche an Bedeutung gewonnen. Denn sie sind
bei Tieren, die eine klinische Symptomatik aufwei-
sen, differentialdiagnostisch relevante Erreger zur
Blauzungenkrankheit.
Das Virus der Epizootischen Hämorrhagie
(EHDV) der Hirsche ist wie das Blauzungenvirus
ebenfalls ein Orbivirus aus der Familie der Reovi-
ridae und diesem sowohl in Hinsicht auf die klini-
schen Symptome als auch in Hinblick auf die Aus-
breitung sehr ähnlich. Überträger sind wie beim
Blauzungenvirus sogenannte Gnitzen. Die höchste
Empfänglichkeit wurde bei Antilopen und Weiß-
schwanzhirschen beobachtet. Rinder können aber
auch erkranken. Unterschieden werden zurzeit sie-
ben Serotypen.
Im November 2022 wurde das Virus erstmals in-
nerhalb Europas in Sardinien und Südspanien
nachgewiesen. Im weiteren Verlauf der letzten
BVD, BHV-1, Blauzunge: Mehrere Tierseuchen gefährden die Gesundheit von Rindern. © Christina & Peter / Pexels
Jahre hat sich das Virus vor allem über Frankreich
weiter nach Norden verbreitet. 2025 wurden im
LUA 675 Proben von Rindern, Schafen und Ziegen
aus 329 rheinland-pfälzischen Beständen, sowie
33 Wild- und Zootiere auf das EHD-Virus unter-
sucht. Alle Proben waren negativ.
Bei der Lumpy Skin Krankheit (LSD) handelt es
um eine Erkrankung, die durch ein Virus der Gat-
tung Capripocken verursacht wird. Das Virus ist
nahe verwandt mit den Erregern der Schaf- und
Ziegenpocken. Die Übertragung erfolgt vor allem
durch blutsaugende Insekten.
Die Lumpy Skin Krankheit oder Dermatitis No-
dularis ist in der Hauptsache eine Erkrankung
bei Rindern und Büffeln. Klinisch zeigen die Tie-
re zunächst hohes Fieber, Milchrückgang und
Hautveränderungen (Knoten/ Knötchen). Auch
die Schleimhäute können betroffen sein. In den
letzten Jahren wurde LSD in Europa nur in den
südlichen Ländern nachgewiesen. Ein Nach-
weis in Frankreich in 2025 nahe der Grenze zur
Schweiz führte zu vermehrten Untersuchungen in
Deutschland, da aus den daraufhin eingerichteten
Restriktionszonen zuvor Rinder nach Deutschland
transportiert worden waren. Im LUA wurden 2025
insgesamt 78 Proben aus 15 rheinland-pfälzischen
Beständen virologisch auf Capripocken und 72
Proben aus elf Beständen auf Antikörper unter-
sucht. Auch hier waren alle Proben negativ.
Andere Tierseuchen, die schon länger Bekämp-
fungsmaßnahmen unterliegen, werden im Rah-
men von Monitoring und diagnostischen Untersu-
chungen und Handelsuntersuchungen überwacht.
Das für Rinder hoch ansteckende Bovine Her-
pesvirus Typ 1 (BHV-1) etwa führt zu einer le-
benslang bestehenden Infektion, die sich häufig in
Leistungsminderung, grippeartigen Erscheinungen
und Störungen der Fruchtbarkeit äußert. 2025
hat das LUA in zwei rheinland-pfälzischen Betrie-
ben bei insgesamt zwölf Tieren BHV-1-Antikörper
nachgewiesen. In einem Fall wurden Tiere bei ei-
nem Viehhändler wegen einer Transportüberla-
dung vorübergehend eingestellt und untersucht.
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Die drei Reagenten wurden aus dem Bestand
zur Schlachtung verbracht. Nach zwei negativen
Nachuntersuchungen des Restbestandes gilt der
Betrieb wieder als BHV-1 frei.
In dem zweiten Fall wurden bei einer Routineun-
tersuchung in dem Bestand bei zwei Tieren BHV-
1-Antikörper nachgewiesen. Die Untersuchung
des Gesamtbestandes ergab weitere Reagen-
ten. Nach der Entfernung der Reagenten und der
Nachuntersuchung des Gesamtbestandes nach
etwa sechs Wochen wurden keine weiteren BHV-
1-Antikörper mehr nachgewiesen.
Das Auftreten der BHV-1-Infektion zeigt nach-
drücklich, dass die Tierhalter weiterhin streng da-
rauf achten müssen, ausschließlich Tiere aus
seuchenfreien Beständen einzustallen und Biosi-
cherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten,
um den Eintrag und die Ausbreitung einer Infek-
tion zu verhindern. Insgesamt wurden im LUA im
Rahmen der Überwachung der bestehenden Seu-
chenfreiheit 54.186 Blutproben aus 2.887 rhein-
land-pfälzischen Beständen sowie 5.458 Tank-
und Einzelmilchproben aus 941 Beständen auf
BHV-1 untersucht.
Die zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Erkran-
kungen der Rinder zählende Bovine Virusdiarr-
hoe (BVD) geht mit Durchfall, grippeartigen Er-
scheinungen und Fruchtbarkeitsstörungen einher.
Ziel der staatlichen Bekämpfung ist es, sogenann-
te persistent infizierte Kälber, die den Erreger le-
benslang ausscheiden ohne selbst zu erkranken,
möglichst rasch aus den Beständen zu entfernen
und vom Handel auszuschließen. Daher werden
den Kälbern bereits bei der innerhalb der ersten
sieben Lebenstage erforderlichen Kennzeichnung
mit Ohrmarken Hautstanzproben entnommen
und auf das BVD-Virus untersucht.
Im Jahr 2025 wurden im LUA insgesamt 108.741
Ohrstanzproben aus 3.214 rheinland-pfälzischen
Beständen untersucht. Dabei wurde das Virus der
BVD bei keinem Kalb nachgewiesen. Im Rahmen
von Handelsuntersuchungen und zu diagnosti-
schen Zwecken wurden zusätzlich weitere 1.017
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Blut- und Organproben von diversen Wiederkäu-
ern auf das Vorhandensein von BVD mit negati-
vem Ergebnis getestet.
Nach dem erstmaligen Nachweis des Erregers des
West Nil Fiebers (WNF) in Rheinland-Pfalz bei
einer Schnee-Eule im Jahr 2023 wurde 2024 erst-
mals der Nachweis einer WNF-Infektion bei Pfer-
den geführt. In 2025 gab es keine weiteren Nach-
weise. Pferde können zwar an WNF erkranken
und auch verenden, spielen bei der Ausbreitung
des Infektionsgeschehens des durch blutsaugen-
de Stechmücken übertragenen Erregers aber kei-
ne Rolle. Die Erkrankung tritt insbesondere bei
Vögeln auf und kann insbesondere bei Greif- und
Rabenvögeln zu schweren Verläufen mit neuro-
logischen Symptomen und gehäuften Todesfäl-
len führen. Der Erreger kann auch auf Menschen
übertragen werden und verursacht eine grippe-
ähnliche Erkrankung. In seltenen Fällen entwickelt
sich eine Hirnentzündung, die einen tödlichen
Verlauf nehmen kann.
Es muss aber weiterhin mit dem Auftreten des
WNF in Rheinland-Pfalz gerechnet werden. Die
Infektion unterliegt zwar der staatlichen Tierseu-
chenüberwachung; tierseuchenrechtliche Maß-
nahmen sind bislang allerdings nicht vorgeschrie-
ben. Impfstoffe gegen das West-Nil-Virus für
Menschen und Vögel existieren nicht, aber ein
Schutz der Pferde vor schweren klinischen Sym-
ptomen kann mit einer Impfung erreicht werden.
Daher gilt die Empfehlung, Pferde und Ponys imp-
fen zu lassen. Die Impfung gegen das West Nil-Vi-
rus wird von der rheinland-pfälzischen Tierseu-
chenkasse mit einer Beihilfe finanziell unterstützt.
Untersuchungen an 5.047 verendeten Rindern,
Schafen, Ziegen und Wildwiederkäuern und 347
geschlachteten Rindern, Schafen und Ziegen aus
Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf Transmis-
sible spongiforme Enzephalopathie (BSE, Scra-
pie, CWD) ergaben 2025 erfreulicherweise nur
negative Untersuchungsergebnisse.
Die mit Verhaltens- und Bewegungsstörungen
einhergehende, tödlich verlaufende Erkrankung
Als Hauptreservoir der Salmonellen gelten Tie-
re. Eine Salmonelleninfektion führt besonders bei
Jungtieren zu klinischen Symptomen mit Durch-
fall und teilweise hohem Fieber. Bei Rindern,
Schafen, Schweinen und Pferden kann es in Ein-
zelfällen zu Fehlgeburten kommen. Ausgewach-
sene Tiere erkranken zwar eher selten klinisch,
können die Erreger aber über längere Zeit aus-
scheiden und damit unerkannt weiterverbreiten
und die Umwelt kontaminieren. Die hohe Wider-
standsfähigkeit gegen äußere Einflüsse ermöglicht
den Bakterien dort ein langes Überleben.
Keine Scrapie: Die mit Verhaltens- und Bewegungsstö-
rungen einhergehende, tödlich verlaufende Erkrankung
wurde 2025 bei keinem Tier aus dem Land nachgewie-
sen. © Studio Lichtfang / Pexels
tritt spontan auf. Tierseuchenrechtliche Maßnah-
men erfolgen in der Regel nicht, da fast immer nur
Einzeltiere betroffen sind. Die Nachweise aus den
Jahren 2023 und 2024 zeigen aber, dass die Moni-
toring-Untersuchungen zum Vorkommen der Er-
krankung weiterhin erforderlich sind, um deren
verstärktes Auftreten erfassen und einen Eintrag
in die Nahrungsmittelkette verhindern zu können.
Zu den wechselseitig zwischen Tier und Mensch
übertragbaren Erregern (sogenannte Zoonosen)
zählen die Salmonellen. Diese bakteriellen In-
fektionserreger werden meist bei differenzialdi-
agnostischen Untersuchungen zur Feststellung
der Erkrankungs- oder Todesursache nachgewie-
sen. 2025 wurden die Salmonellen bei 16 Rin-
dern, Schafen und Ziegen in zwölf Betrieben
nachgewiesen. Darüber hinaus wurden die Bakte-
rien auch bei 15 Wild- und Zootieren sowie in vier
Umgebungsproben aus Hühner- und Gänsehal-
tungen in zwei Beständen festgestellt.
Landwirtschaftliche Nutztiere und die daraus er-
zeugten Lebensmittel tierischen Ursprungs stehen
an der Spitze der möglichen Infektionsquellen für
den Menschen. Die Infektion erfolgt in der Regel
über die Aufnahme kontaminierter Nahrungsmit-
tel; aber auch Schmutz- und Schmierinfektionen
an Haustieren sind möglich. Die Infektion äu-
ßert sich beim Menschen meist als akute Darm-
entzündung mit plötzlich einsetzendem Durchfall,
Kopf- und Bauchschmerzen sowie einer Störung
des Allgemeinbefindens und leichtem Fieber. Die
oft mehrere Tage anhaltenden Symptome können
insbesondere bei Kleinkindern oder älteren Perso-
nen zu einer ausgeprägten Dehydratation (Aus-
trocknung durch Wasserverlust) führen.
In die Kategorie der Zoonosen fällt auch die bak-
teriell bedingte Tularämie (oder Hasenpest). Das
LUA hat im vergangenen Jahr 38 Tiere aus Rhein-
land-Pfalz auf Tularämie untersucht, und dabei
die Zoonose bei 19 Feldhasen aus sieben Kreisen
nachgewiesen. An der Zahl der Nachweise ist er-
kennbar, dass die Erkrankung bei Feldhasen relativ
weit verbreitet ist. Erkrankte Wildtiere wie Hasen
oder Kaninchen wirken matt und teilnahmslos, sie
verlieren ihre Schnelligkeit und angeborene Scheu.
Grundsätzlich können sich auch Hunde mit dem
Erreger der Hasenpest infizieren und diesen weit-
geben. Die Tiere zeigen Appetitlosigkeit, Fieber so-
wie geschwürige Veränderungen im Rachen und
Schwellungen der Körperlymphknoten. Ausgangs-
punkt für Infektionen des Menschen ist aber meist
der direkte Kontakt mit erkrankten Wildtieren
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Die Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit (GerES = German Environmental Survey; ehemals Umwelt-Survey) ist eine breit angelegte Studie zur Erfassung der Schadstoffbelastung der Bevölkerung in Deutschland. In den einzelnen Erhebungswellen prüft das Umweltbundesamt regelmäßig, mit welchen potenziell gesundheitsschädlichen Substanzen und Umwelteinflüssen (Chemikalien, Schimmel, Lärm) die Menschen hierzulande in Berührung kommen. Analysiert wird, wie hoch die Belastung durch einzelne Umwelteinflüsse ist, woher einzelne Schadsubstanzen stammen, über welche Wege sie in den menschlichen Körper und in den Wohnraum gelangen und in welchem Umfang umweltassoziierte Beschwerden von den Befragten genannt werden. Die Studienergebnisse dienen als umweltpolitische Entscheidungsgrundlage zum Schutz und der Förderung der Gesundheit der Menschen in Deutschland. In der aktuellen Erhebungswelle (GerES VI), die in den Jahren 2023 bis 2024 in 150 Studienorten in Deutschland durchgeführt wird, werden ca. 1.500 Erwachsene im Alter von 18 bis 79 Jahren in ihren Haushalten aufgesucht. Bei den Teilnehmenden handelt es sich um nach einem wissenschaftlichen Verfahren aus den Einwohnermeldeämtern zufällig ausgewählte Personen. Die Interviewenden führen mit den Teilnehmenden ein ca. einstündiges standardisiertes und computergestütztes Interview und nehmen Trinkwasser- sowie Urinproben entgegen, die die Teilnehmenden nach Anleitung zuvor gewonnen haben. Bei einem zweiten Hausbesuch wird den Teilnehmenden durch ärztliches Fachpersonal eine Blutprobe abgenommen. Bei Unterstichproben werden zusätzlich verschiedene Luft- und Staubproben in den Haushalten genommen und dokumentiert. Mit dem Vorhaben erfolgt die qualitätsgesicherte Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung und Auswertung der Feldarbeit und ein Teil des Datenmanagements.
Die globale Industrieproduktion und das Konsumentenverhalten führen zu einer immer stärkeren Verschmutzung der Ozeane. Daher ist ein Verständnis der Verbreitung von Schadstoffen und ihrer Auswirkungen auf Ökosysteme zunehmend wichtig. Das betrifft auch besonders entlegene, bisher als weitgehende unbelastet geltende Gebiete wie die Antarktis und den Südlichen Ozean. Um die Belastung mit Plastikrückständen von Antarktischen und Subantarktischen Seevögeln zu vergleichen, werden wir Weichmacher-Rückstände im Bürzeldrüsensekret mit einem kürzlich etablierten GC-MS Protokoll bestimmen. Zusätzlich werden wir von den gleichen Vögeln Quecksilber bestimmen, und dazu einerseits Federn nutzen, welche die Monate vor und während der Mauser repräsentieren, und andererseits Blutproben, um die Belastung während der Brutperiode zu erfassen. Wir werden unsere Analysen auf kleine Röhrennasen (Procellariiformes: Sturmschwalben, Walvogel und Blausturmvögel) fokussieren, und vergleichend ebenfalls Proben eines bekanntlich hoch mit Plastikmüll belasteten Gebiets im Nordost-Pazifik untersuchen. Wir werden daher Unterschiede in der Schadstoffexposition zwischen verschiedenen Verbreitungsgebieten und in Abhängigkeit von der trophischen Stufe (durch komponentenspezifische Stabilisotopenanalysen). Weiterhin werden wir die Weichmacher-Konzentrationen in der zeitigen und späten Antarktischen Brutsaison (November versus März) vergleichen, um Carry-Over-Effekte aus dem Überwinterungsgebiet in die Antarktis zu erfassen.