Dieses Projekt umfasst die Schweizer Beteiligung am Projekt 'Readiness of ICOS for Necessities of integrated Global Observations (RINGO)'. Ringo ist als Forschungsprojekt dem europäischen Forschungsinfrastruktur-Konsortium ICOS RI (Integrated Carbon Observation System Research Infrastructure) angegliedert. ICOS RI hat zum Ziel, den Kohlenstoffkreislauf sowie die Treibhausgasflüsse über Europa mit Hilfe von standardisierten Messungen (d. h. einheitlichen Messinstrumenten und Protokollen) zu beobachten und zu erforschen und legt den Grundstein für einen nachhaltigen Betrieb der europäischen Beobachtungen. Als Ergänzung dazu werden im Forschungsprojekt RINGO (H2020 Call INFRADEV-03-2016-2017) die wissenschaftlichen Grundlagen erarbeitet, um in Europa adäquat auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet ('ready') zu sein.
Projektziele:
Das Projekt RINGO soll die wissenschaftlichen Grundlagen erarbeiten, welche für die langfristige Nutzung und Weiterentwicklung der Forschungsinfrastruktur ICOS RI benötigt werden. 'Readiness' im Sinne von RINGO bezieht sich dabei auf die wissenschaftliche Ebene (z.B. Konsolidierung der angewandten Methoden), die geographische Abdeckung (Verbesserung der räumlichen Repräsentativität) und die technologische Entwicklung (Implementierung von neuesten Messtechniken). Ein weiterer Nutzen wird auf politischer und sozialer Ebene erreicht, indem vollkommen transparente Datenströme und Analysen ein bestmögliches Vertrauen und eine hohe Sichtbarkeit der Erkenntnisse sicherstellen. Zudem soll die Anbindung an ähnliche Aktivitäten ausserhalb Europas (z.B. NEON, Fluxnet), aber auch an derzeit entstehende Umweltinfrastrukturen in Europa (z.B. ACTRIS, AnaEE) geprüft werden.
Die Funktion des Ozeans als Senke fuer anthropogenes CO2 laesst sich nur schwer abschaetzen, da unsere Kenntnisse von den betreffenden meereschemischen Vorgaengen unzulaenglich sind. Eine zentrale Groesse fuer die Abschaetzung des CO2-Austausches ist die Partialdruckdifferenz zwischen der Atmosphaere und der ozeanischen Deckschicht. Diese Groesse soll in einem mehrjaehrigen Messprogramm in Abhaengigkeit von hydrographischen und biologischen Bedingungen gemessen werden, wobei das besondere Interesse den Tiefenwasserbildungsgebieten und den Regionen mit einer ausgepraegten Saisonalitaet der biologischen Produktion ('Biologische Pumpe') gilt. Um anthropogene Aenderungen des geloesten CO2 im Ozean durch Messungen zu dokumentieren, muss die durch Hydrographie und Biologie bedingte natuerliche Variabilitaet bekannt sein. Um diese zu erfassen, sind umfangreiche Messungen aller das Karbonatsystem beschreibenden Parameter vorgesehen. Eine notwendige Ergaenzung hierzu sind Untersuchungen zum Gehalt an organischen Saeuren im Meerwasser, da diese die Beschreibung des Karbonatsystems beeinflussen.