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Sondergutachten - Klimaschutz als Weltbürgerbewegung

Der 5. Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC) macht unmissverständlich klar: Inakzeptable Klimafolgen, die sich jenseits der 2°C-Leitplanke häufen dürften, können nur vermieden werden, wenn der weitere Anstieg der Treibhausgaskonzentration so bald wie möglich gestoppt wird. Der WBGU empfiehlt daher, die CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern bis spätestens 2070 auf Null zu senken. Dies ist ein ebenso ehrgeiziges wie prägnantes Politikziel, denn jedes Land, jede Kommune, jedes Unternehmen und jeder Bürger müssen die Null schaffen , wenn die Welt als Ganzes klimaneutral werden soll. Die 2°C-Linie kann allerdings nur gehalten werden, wenn zahlreiche Akteure - insbesondere die OECD-Staaten - schon deutlich früher ihre Emissionen herunterfahren. Der Weltgesellschaft als Ganzes steht ein eng begrenztes Kohlenstoffbudget zur Verfügung, so dass der Scheitelpunkt der Emissionen möglichst bis 2020, auf alle Fälle aber in der dritten Dekade erreicht werden sollte. Der WBGU umreißt in diesem Gutachten eine Doppelstrategie für den globalen Klimaschutz, die auf das Zusammenspiel von Multilateralismus und Zivilgesellschaft setzt. Dafür sollte zum einen das für Ende 2015 angestrebte Pariser Klimaabkommen bestimmte Merkmale aufweisen, die der Beirat benennt. Insbesondere sollte ein Prozess vereinbart werden, der die Einhaltung der 2°C-Leitplanke sicherstellt. Zum anderen sollten alle gesellschaftlichen Akteure ihre spezifischen Beiträge zur Dekarbonisierung leisten. So kann eine verschränkte Verantwortungsarchitektur für die Zukunft unseres Planeten entstehen, in der vertikales Delegieren und horizontales Engagieren keinen Gegensatz bilden, sondern sich wechselseitig verstärken.

Entwicklung einer Landkomponente für emissionsgetriebene ICON-seamless Simulationen in CMIP7

Wie die EU ihre Klimaschutzarchitektur stärken kann

<p> <p>Das Umweltbundesamt (UBA) hat seine wissenschaftliche Stellungnahme zur künftigen Klimaschutzarchitektur der EU veröffentlicht – darin wird dargelegt, was erforderlich ist, um die EU-Klimaziele zu erreichen und Europas Weg zur Klimaneutralität glaubwürdig, kohärent und sozial gerecht zu gestalten.</p> </p><p>Das Umweltbundesamt (UBA) hat seine wissenschaftliche Stellungnahme zur künftigen Klimaschutzarchitektur der EU veröffentlicht – darin wird dargelegt, was erforderlich ist, um die EU-Klimaziele zu erreichen und Europas Weg zur Klimaneutralität glaubwürdig, kohärent und sozial gerecht zu gestalten.</p><p> <p>Die EU hat sich im März 2026 verpflichtet, ihre Netto-Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 % gegenüber dem Stand von 1990 zu senken und bis 2050 vollständige Klimaneutralität zu erreichen. Die Maßnahmen, mit denen die EU die Ziele erreichen will, sind ebenso wichtig wie die Ziele selbst. Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> empfiehlt, das 2040-Klimaziel noch ambitionierter zu gestalten und die aktuellen klimapolitischen Maßnahmen sorgfältig anzupassen.</p> <p>Die wichtigsten Empfehlungen in Kürze:</p> <p><strong>Anhebung des Ziels der Treibhausgasreduktion für 2040 in künftigen Überprüfungsprozessen auf 95 %</strong>. Das Klimaziel der EU für 2040, die Treibhausgasemissionen um 90 % zu senken, lässt zu, dass bis zu 5 % durch internationale Emissionsgutschriften (nach Artikel 6 des Übereinkommens von Paris) gedeckt werden, wodurch die tatsächliche Reduzierung innerhalb der EU unter voller Ausschöpfung dieses maximalen Rahmens bei nur 85 % liegt. Dies würde eine enorme Lücke bedeuten, da die Nettoemissionen der EU im Jahr 2040 somit bis zu 50 % höher ausfallen könnten, als sie es ohne solche Gutschriften wären – Restemissionen in der EU liegen 2040 bei 15 %, statt bei 10 % der Basisemissionen von 1990. Ein zu schwaches Ziel würde dazu führen, dass in den 2030er-Jahren weniger in grüne Technologien in der EU investiert wird und entsprechende Investitionen im fossilen Energiesektor entstehen (Lock-in-Effekte). Gleichzeitig würde dies die EU zwingen, in den verbleibenden Jahren bis zur Klimaneutralität (zwischen 2040 und 2050) unrealistisch steile Emissionsreduktionen zu erbringen. Darüber hinaus würde ein ehrgeizigeres Ziel für das Jahr 2040 der historischen klimapolitischen Verantwortung Europas besser gerecht werden und seine Rolle als Vorreiter im weltweiten Kampf gegen den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> stärken. Daher empfiehlt das UBA weiterhin ein echtes Netto-Reduktionsziel von 95 % bis 2040.</p> <p><strong>Die EU sollte sich zur Erreichung ihrer Klimaziele nicht auf internationale CO</strong><strong>₂</strong><strong>-Gutschriften verlassen</strong>. Internationale Zertifikate können dazu beitragen, Klimaschutzmaßnahmen im Ausland zu unterstützen, sind jedoch kein verlässlicher Ersatz für heimische Anstrengungen. Das UBA warnt vor den Risiken dieser Entscheidung: Hochwertige Gutschriften werden wahrscheinlich knapp und teuer sein; frühere Erfahrungen mit ähnlichen Systemen – wie dem Clean Development Mechanism des Kyoto-Protokolls – haben gravierende Probleme mit einem Überangebot und schlechter Qualität aufgezeigt. Zudem würde die Akzeptanz von Zertifikaten geringerer Qualität sowohl die Glaubwürdigkeit der EU als auch die Klimaziele der Länder, die diese verkaufen, untergraben.&nbsp;</p> <p><strong>Zuerst Emissionen senken – nicht auf Kohlenstoffentnahmen setzen</strong>. Kohlenstoffentnahmetechnologien, wie Bioenergie mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (BECCS) sowie direkte Luftabscheidung und -speicherung (DACCS), spielen in den Plänen der EU zur Erreichung der EU-Klimaziele eine zentrale Rolle, sind aktuell jedoch kaum verfügbar: BECCS beispielsweise soll bis 2030 voraussichtlich nur 4 Millionen Tonnen CO₂ entfernen – ein Bruchteil dessen, was die EU-Pläne erfordern. Zudem sind sie mit erheblichen Risiken verbunden, wie beispielsweise einem hohen Energie- und Biomasseverbrauch. Daher warnt das UBA davor, auf eine vielfache Skalierung dieser Technologien bis 2040 zu setzen, und unterstreicht die Bedeutung einer Priorisierung der Emissionsminderung mit getrennten Zielen für Bruttoemissionsminderungen und -entnahmen, wobei hier natürliche CDR (Carbon Dioxide Removals – idealerweise als naturbasierte Lösungen) Vorrang haben sollten. Ohne diese Priorisierung könnten Industriezweige ihre Dekarbonisierung hinauszögern, wenn sie davon ausgehen, dass zukünftige CO₂-Entfernungstechnologien ihre mangelnde CO2-Reduktion ausgleichen werden.</p> <p><strong>Stärkung des Europäischen Emissionshandels (EU-ETS) – und keine weitere Verzögerung des EU-ETS 2</strong>. Ein glaubwürdiger und robuster CO₂-Preis ist das Rückgrat der europäischen Dekarbonisierungsstrategie. Um dies abzusichern, ist es wichtig, bis 2040:&nbsp;</p> <ul> <li>eine ehrgeizige und stabile Obergrenze (Cap) festzulegen, die das übergeordnete Klimaziel widerspiegelt, </li> <li>Verzögerungen beim Ausstieg aus der kostenlosen Zuteilung zu vermeiden und </li> <li>jede weitere Verzögerung bei der Einführung des Europäischen Emissionshandels für Brennstoffe (EU-ETS 2) zu verhindern.&nbsp;</li> </ul> <p>Dies gewährleistet eine robuste und kosteneffiziente Zielerreichung und schafft ein starkes CO2-Preissignal, das erforderlich ist, um die notwendigen Emissionsminderungen in den erfassten Sektoren wirksam zu erreichen. Darüber hinaus ist es unerlässlich sicherzustellen, dass der EU-Kohlenstoffgrenzausgleichsmechanismus (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/cbam">CBAM</a>) die Industrie vor Carbon Leakage schützt und die am Emissionshandel teilnehmenden Sektoren mit den Aktionserlösen bei ihrer Transformation wirksam unterstützt werden. Gleichzeitig sollte eine umfassende, gesamtwirtschaftliche Dekarbonisierung gefördert und ein sozial gerechter Übergang gewährleistet werden.</p> <p><strong>Die Verordnung über die Lastenteilung zwischen den Mitgliedstaaten muss überarbeitet werden – sie greift bereits jetzt zu kurz</strong>. Die Verordnung über die Lastenteilung (Effort Sharing Regulation – ESR) legt gegenwärtig verbindliche nationale Emissionsminderungsziele für Gebäude, Verkehr, Landwirtschaft und Abfall fest – Sektoren, die aktuell 60 % der EU-Emissionen ausmachen. Aktuelle Prognosen zeigen jedoch, dass die EU bis 2030 nur eine Reduzierung um 31 % erreichen wird, statt der erforderlichen 40 %. Allein für Deutschland wird für den Zeitraum 2021–2030 ein Defizit von rund 200 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent erwartet. Das UBA fordert automatische Mechanismen zur Schließung dieser Lücke sowie ein harmonisiertes EU-weites Überwachungssystem. Nach den derzeitigen Regeln erfolgen die Überprüfungen erst in den Jahren 2028 und 2033 – viel zu spät, um Korrekturmaßnahmen umzusetzen.</p> <p><strong>Erneuerbare Energien, grünen Wasserstoff und Energieeffizienz schnell ausbauen</strong>. Vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine importierte die EU 56–60 % ihrer Energie, wobei etwa 45 % der Erdgasimporte allein aus Russland stammten. Letzterer Anteil wurde durch REPowerEU auf rund 15 % gesenkt – doch die strukturelle Anfälligkeit von fossilen Energieimporten bleibt zunächst weiter bestehen. Das UBA fordert verbindliche Energieeffizienzziele für 2040 (die Ziele für 2030 laufen aus und es wurden keine neuen Ziele vorgeschlagen), einen massiven Ausbau erneuerbarer Energien und eine schnellere Elektrifizierung in allen Sektoren.</p> <p><strong>Der Übergang muss sozial gerecht gestaltet werden – ansonsten droht der Verlust der öffentlichen Unterstützung</strong>. Höhere CO2-Preise treffen Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen am härtesten, sofern sie nicht entsprechend kompensiert werden. Insbesondere in Ost- und Südosteuropa sind diese Haushalte beim Heizen und in der Mobilität stärker auf fossile Brennstoffe angewiesen. Das UBA fordert gezielte Förderprogramme, einen stärkeren und erweiterten Klimasozialfonds sowie die Rückverteilung der Einnahmen aus dem Emissionshandel an die Bürger, beispielsweise durch Einkommensunterstützung und subventionierten Zugang zu Wärmepumpen, energetischen Gebäudesanierungen und E-Mobilität, ähnlich dem französischen „Social Leasing“-Programm für Elektrofahrzeuge.</p> <p><strong>Über die Grenzen Europas hinausdenken</strong>. Selbst in den ehrgeizigsten Szenarien wird der Emissionspfad der EU den fairen europäischen Anteil am globalen Kohlenstoffbudget überschreiten. Daher ist die Ausweitung der EU-Unterstützung für internationale Klimaschutzmaßnahmen von entscheidender Bedeutung und muss in Zukunft verstärkt werden. Die EU sollte Handels-, Finanz- und Entwicklungspolitik konsequent nutzen, um Emissionsminderungen weltweit zu unterstützen. Gleichzeitig sollte die EU eine führende Rolle übernehmen, insbesondere nachdem sich die USA aus dem Pariser Abkommen zurückgezogen haben, ein Moment, den die UBA-Stellungnahme sowohl als Herausforderung als auch als Chance beschreibt. Darüber hinaus muss die EU sicherstellen, dass Emissionsminderungen im Inland nicht durch höhere Emissionen im Ausland (Carbon Leakage) ausgeglichen werden. Zu diesem Zweck sollte die Kommission diese Risiken identifizieren und wirksame Maßnahmen zu ihrer Verhinderung umsetzen. Die Mechanismen nach Artikel 6 des Übereinkommens von Paris bieten ein zusätzliches Instrument zur Unterstützung globaler Klimaschutzbemühungen.</p> <p>Die Botschaft des UBA ist klar: Der rechtliche Rahmen für das Gesamtziel für 2040 ist gesetzt, aber die Maßnahmen, die die EU zur Erreichung dieser Ziele umsetzen muss, sind genauso wichtig wie die Ziele selbst. Alle relevanten Umsetzungsregeln werden in den kommenden Monaten ausgehandelt – die EU braucht klarere und ambitioniertere Ziele, eine strengere Durchsetzung und verstärkte Klimapolitiken, die kohärent, koordiniert und sozial gerecht sind. Die Ziele für 2030 bilden die Brücke zu den Jahren 2040 und 2050 – doch diese Brücke weist bereits Risse auf. Es ist höchste Zeit, diese zu beheben.</p> </p><p>Informationen für...</p>

H2020-EU.3.5. - Societal Challenges - Climate action, Environment, Resource Efficiency and Raw Materials - (H2020-EU.3.5. - Gesellschaftliche Herausforderungen - Klimaschutz, Umwelt, Ressourceneffizienz und Rohstoffe), Climate-Carbon Interactions in the Coming Century (CCiCC)

CCiCC addresses the crucial knowledge gap in the climate sensitivity to carbon dioxide emissions, by reducing uncertainty in our quantitative understanding of carbon-climate interactions and feedbacks. This will be achieved through innovative integration of models and observations, providing new constraints on modelled carbon-climate interactions and climate projections, and supporting IPCC assessments and policy objectives. To meet this objective, CCiCC will (a) provide a step change in our ability to quantify the key processes regulating the coupled carbon-climate system, (b) use observational constraints and improved processes understanding to provide multi-model near-term predictions and long-term projections of the climate in response to anthropogenic emissions, and (c) deliver policy-relevant carbon dioxide emission pathways consistent with the UNFCCC Paris Agreement (PA) goals. To achieve its goals, CCiCC will develop and use: state-of-the-art Earth System Models (ESMs) including biogeochemical processes not included in previous IPCC reports; novel observations to constrain the contemporary carbon cycle and its natural variability; ESM-based decadal predictions including carbon-climate feedbacks and novel initialisation methods; novel emergent constraints and weighting methods to reduce uncertainty in carbon cycle and climate projections; and novel climate scenarios following adaptive CO2 emission pathways. CCiCC will support two central elements of the PA. First, the PA global stocktakes, by providing policy-relevant predictions of atmospheric CO2 and climate in response to the national determined contributions. Second, the PA ambitions to keep global warming well below 2°C, by providing robust estimates of the remaining carbon budgets and available pathways. CCiCC will bring together leading European groups on climate modelling and on carbon cycle research, uniquely securing Europe's leadership in actionable science needed for the IPCC assessments.

Waldstörungen in der Russischen Taiga und ihr Einfluss auf die Kohlenstoffspeicherung

Borealen Wälder speichern fast ein Drittel des weltweiten terrestrischen Kohlenstoffs in Biomasse und Böden. Die Stabilität dieser Kohlenstoffvorräte ist in der jüngsten Zeit intensiv diskutiert worden, denn es wird erwartet, dass Waldstörungen wie etwa Insektenausbrüche, Stürme oder Brände im Klimawandel zunehmen werden. Während für die nordamerikanischen und europäischen borealen Wälder eine solide Wissensbasis über sich verändernde Waldstörungen existiert, gibt es für die russischen borealen Wälder nur wenige Fallstudien. Diese wenigen Fallstudien decken jedoch nur einen sehr kleinen Teil der riesigen Ausdehnung des russischen borealen Waldes ab, was wiederum das Kohlenstoffbudget des russischen borealen Waldes höchst unsicher macht. Im Rahmen des BOFOR-Projekts schlagen wir daher vor, diese Wissenslücke zu schließen, indem wir unser Verständnis der sich veränderte Waldstörungen und deren Einfluss auf den Kohlenstoffhaushalt des russischen borealen Waldes verbessern. Das Projekt verfolgt dabei die folgenden sechs Ziele: (1) Entwicklung eines neuen räumlich expliziten Datensatzes für Waldstörungen für den gesamten russischen borealen Wald unter Verwendung von Erdbeobachtungsdaten. (2) Die Zuordnung von Waldstörungen zu ihren kausalen Verursachern wie Feuer, Wind, Insektenbefall und Holzernte. (3) Quantifizierung der Sensitivität von Störungen in borealen Wäldern gegenüber zunehmenden Klimaextremen im Zuge des Klimawandels. (4) Quantifizierung der Erholungsfunktion nach Störung, mit besonderem Blick auf die Biomasse. (5) Quantifizierung der Sensitivität der Erholungsfunktion gegenüber biotischen, bodenkundlichen und klimatischen Faktoren. (6) Erstellung eines vollständigen Kohlenstoffbudgets für den borealen Wald, einschließlich Störungen und Erholung. Das von uns vorgeschlagene Projekt wird eine wichtige Wissenslücke im globalen Kohlenstoffkreislauf schließen und damit unser Verständnis des Klimaschutzpotenzials der Wälder weltweit erheblich verbessern.

Katrin Eder: „Die Weltklimakonferenz darf keine Zeit mehr verlieren, die zunehmende Erderwärmung zu stoppen“

Die Folgen des Klimawandels sind in Rheinland-Pfalz längst sichtbar – Erwärmung um 1,7 Grad – Zukunftsrisiken werden gravierender – Land steuert mit Ausbau der Erneuerbaren und dem Klimaschutz-Investitionsprogramm KIPKI dagegen „Die Staaten der Erde ringen bei der Weltklimakonferenz in Dubai darum, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Wie schwierig es ist, sich auf verbindliche Maßnahmen zu einigen, die den von Menschen gemachten Klimawandel noch stoppen oder verlangsamen können, zeigt jeder Konferenztag auf der COP28. Nach wie vor steigen die Treibhausgasemissionen weltweit an. Daher ist der Ausstieg aus fossilen Energien wie Kohle, Gas und Öl wichtiger denn je. Denn längst werden die Auswirkungen überall sichtbar, die Eisschilde der Polarregionen schmelzen ab, Dürreperioden nehmen zu, das Wetter wird unberechenbarer, Extremwetterereignisse nehmen zu, Waldbrände verwüsten ganze Regionen, die Artenvielfalt geht verloren. Die großen globalen Temperaturveränderungen haben auch regional und lokal Auswirkungen. In Rheinland-Pfalz sind wir schon bei 1,7 Grad angekommen – und sind damit eines der am stärksten betroffenen Bundesländer. Wie konsequent wir beim Klimaschutz und bei Klimawandelfolgenanpassung sind, wird die Lebensqualität in Zukunft ganz entscheidend beeinflussen“, erklärte Klimaschutzministerin Katrin Eder mit Blick auf die laufende Weltklimakonferenz. Die Zahlen und Fakten sprechen eine klare Sprache. Seit 1951 hat sich die Anzahl der heißen Tage in Rheinland-Pfalz nach Angaben des rheinland-pfälzischen Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen verdoppelt. Besonders heiß ist es in Rheinhessen und der Vorderpfalz. Wir erleben häufigere, heftigere und länger anhaltende Hitzewellen. Der Niederschlag im Sommer nimmt ab, der im Winter zu. Zudem erleben wir im Sommer längere Trockenperioden, die zum Beispiel Auswirkungen auf die Wälder haben und auch die Gefahr von Starkregen und damit verbundenen Überflutungen steigt. Bereits jetzt betreibt Rheinland-Pfalz großen Aufwand, um die Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu gewährleisten. Das Klimaschutzministerium fördert beispielsweise Fernwasserleitungen und Verbundsysteme, um unter anderem die Trinkwasserversorgung in Zukunft auch in Notsituationen sicherstellen zu können. „Gelingt es nicht, den Ausstoß von Treibhausgasemissionen drastisch zu senken, wird sich das Klima dramatisch ändern. Das könnte beispielsweise bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Verdreifachung der Hitzewellen führen, die wir heute schon erleben. In Deutschland sinken zwar die jährlichen CO2-Emissionen. Aber das CO2-Budget zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels könnte bei dem aktuellen Ausstoß von Treibhausgasen bereits 2025 aufgebraucht sein. Zudem darf man nicht vergessen, dass Deutschland eine besondere Verantwortung hat. Es verzeichnet im weltweiten Vergleich die fünfthöchsten kumulativen Emissionen“, betonte Klimaschutzministerin Katrin Eder. „Wenn wir das Ruder nicht herumreißen, wird die Wasserversorgung perspektivisch unter Druck geraten. Ökosysteme wie der Wald werden instabil. In der Landwirtschaft müssen wir mit Ertragsminderungen rechnen. Das Krankheitsrisiko steigt durch exotische Krankheiten. Lieferketten können aufgrund von Niedrigwasser und Extremwetterereignissen betroffen werden. Zudem entstehen deutlich mehr Gefahrensitua-tionen für die Bevölkerung“, erläuterte Umwelt- und Klimaschutzministerin Eder. Rheinland-Pfalz versucht – im Schulterschluss mit den Kommunen – dieser Entwicklung unter anderem mit dem starken Ausbau von Erneuerbaren Energien entgegenzuwirken. Zugleich werden Städte, Kreise und Gemeinden mit einem 250-Millionen-Euro-Investitionsprogramm für Klimaschutz und Innovation (KIPKI) unterstützt. Hierüber können Maßnahmen zum Klimaschutz und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels auf unbürokratische Weise umgesetzt werden. „Ich werde mich weiter auf allen politischen Ebene dafür einsetzen, dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um den Anstieg der Erderwärmung zu minimieren. Nur so können wir unsere Lebensqualität bewahren. Global und insbesondere auch hier bei uns Rheinland-Pfalz“, erklärte Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder.

Entwicklung eines systemdienlichen biomasse-basierten Hybridsystems, Teilvorhaben: Erstellung eines digitalen Systemzwillings inklusive Systemregler-Konzept

Entwicklung eines systemdienlichen biomasse-basierten Hybridsystems, Teilvorhaben: Integration biomasse-basierter Wärmeerzeuger in das Hybridsystem

Entwicklung eines systemdienlichen biomasse-basierten Hybridsystems, Teilvorhaben: Adaption von Wärmepumpensystemen für eine kombinierte Betriebsweise mit Biomasseanlagen

Entwicklung eines systemdienlichen biomasse-basierten Hybridsystems, Teilvorhaben: Feldtest des hybriden Erzeugungssystems aus Wärmepumpe und biomasse-basiertem Wärmeerzeuger

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