Die Arbeitsgruppe Stadtklimatologie der FU Berlin wird mit Hilfe des COSMO-CLM Modells für verschiedene Zeiträume mit zwei unterschiedlichen Treibhausgasantrieben (RCP4.5 und RCP 8.5) das Klima für die Städte Istanbul, Nairobi und Kairo simulieren. Dazu wird die zweifache Nestingmethode angewendet um die Klimadaten auf eine Auflösung von 2.8 km für die Städte zu bringen. Damit das Klima der drei Städte besser beurteilt werden kann, werden für die o.g. Klimazeiträume verschiedene meteorologische Parameter betrachtet: - Es wird die Anzahl der Sommer- und heißen Tage (maximal Temperatur größer 25°C und 30°C), sowie die Anzahl der tropischen Nächte bestimmt. Zusätzlich wird die Anzahl der kalten Tage (Kairo und Nairobi) definiert und bestimmt. Für Istanbul wird die Anzahl der Frost-(Minimumtemperatur unter 0°C) und Eistage (Maximumtemperatur unter 0°C) ermittelt. Für alle Städte wird die Änderung der Extremwertvariabilität berechnet, da entsprechend das Katastrophenmanagement von diesen Werten abhängig ist. Die Dauer von Hitzewellen, sowie die Summe des Niederschlages und Dauer der Niederschlagsereignisse werden berechnet. Das erste Ziel dieses Projektes ist die Erstellung der lokalen Klimaänderung für Nairobi, Kairo und Istanbul bis zum Jahr 2090 mit dem Regionalmodel COSMO-CLM für zwei Szenarien (RCP4.5 und RCP8.5). Des Weiteren wird das Mikroklima mit unterschiedlichen Anpassungsstrategien, wie Landschafts- und Landnutzungsänderung, Raumplanung, städtisches Design sowie unterschiedliche Baumaterialen mit dem Stadtmodell modelliert. Basierend auf den Ergebnissen der Mikroklimasimulationen werden zusammen mit den Projektpartnern sowie allen Akteuren der Stadt-und Landschaftsplanung und den Architekten Anpassungsstrategien für eine nachhaltige und klimagerechte Stadt entwickelt. Anschließend werden neue Mikroklimasimulationen durchzuführen um gerade diese Anpassungsstrategien durch eine erneute Klimasimulation zu prüfen, ob sich das Mikroklima verbessert hat. Da die Stationsdichte der meteorologischen Messungen in den drei Städten gering ist, werden mobile Messungen mit Hilfe von Studenten durchgeführt, um eine Validierung des Stadtmodells bezüglich des Mikroklimas durchzuführen. Das Gesamtziel dieses Projektes ist die Erstellung eines praktischen Leitfadens für Entscheidungsträger und weiteren Interessierten für eine nachhaltige Stadtentwicklung, um den Herausforderungen der Urbanisierung im Hinblick auf eine Klimaveränderung entgegenzuwirken. Der Leitfaden wird entsprechend der Landessprache veröffentlicht. In Zusammenarbeit mit den Stadt- und Landschaftsplanern werden angepasste Lösungen für eine umweltgerechte Siedlungsentwicklung mit Beispielen und möglichen Massnahmen erstellt.
Das übergeordnete Ziel des Vorhabens ist es, zwei verschiedene Möglichkeiten für die Verbesserung der Wasserverfügbarkeit in Ägypten auszuweisen. Die vorgeschlagene Forschung konzentriert sich auf die Verfügbarkeit von Wasser in Ägypten. Dabei werden zwei Aspekte analysiert: a) wie können Änderungen der Landbedeckung lokale Niederschläge auslösen und b) Möglichkeiten zur Verdunstungs-Abschätzung über dem Nasser See. Die Methodik basiert auf modernsten Computer-Simulationen, gekoppelt mit einer Analyse von historischen Satellitenbildern und Wetterdaten. EWA Egypt ist in den Bereichen 'Klimawandel' und 'Wasser' vom BMBF und STDF angesiedelt. Es passt zu den Themen 'securing and sustaining water und 'combating drought and desertification des 'Consolidated Plan of Action of the African Union (CPA) und kann als Teil der EU-Afrika-Strategie zur Bekämpfung der Wüstenbildung durch eine nachhaltige Flächennutzung gesehen werden. Mit Hilfe von Satellitendaten-Analysen soll das DLR vorhandene Effekte von Wärmeinsel-induzieren Niederschlägen entdecken. Weiter stellt das DLR die 'surface boundary conditions für CWRF und berechnet Verdunstungskarten des Nasser Sees. Die Universität Kairo wird das CWRF Modell aufsetzen und betreiben, um mögliche Szenarien von Wärmeinsel-induzieren Niederschlägen zu simulieren und um in der Lage zu sein, die Verdunstung über dem Nasser See vorherzusagen.
Nach einem kleinen Workshop zu Fragen der Vertrauensbildung im Mittelmeerraum bei der 3. Paneuropäischen Konferenz für Internationale Beziehungen im Sept. 1998, organisierten Dr. Brauch (PD am OSI, FU Berlin und AFES-PRESS), Antonio Marquina (Complutense Univ. Madrid und Leiter von UNISCI) und Mohammed El-Sayed Selim (Univ. Kairo in Giza und Direktor des Inst. f. Asienstudien) einen ersten Workshop zu 'Sicherheit und Umwelt im Mittelmeerraum - Sicherheitskonzepte und Umweltkonflikte' bei der 4. Paneuropäischen Konferenz über Internationale Beziehungen an der Universität Kent in Canterbury, 7.-10. Sept. 2001, dessen Ergebnisse im Februar 2003 zusammen mit zusätzlichen Beiträgen zunächst in englischer Sprache erscheinen werden. Bei beiden Workshops wurde die Teilnahme von Kollegen aus Staaten des südlichen und östlichen Mittelmeerraums durch Reisekostenzuschüsse der NATO im Rahmen des NATO-Mittelmeerdialogs ermöglicht. Ein zweiter Workshop wird im März 2002 als Advanced Research Workshop der NATO in Valencia (Spanien) zu Umweltherausforderungen im Mittelmeerraum im 21. Jahrhundert durchgeführt. Die Ziele beider Workshops und die Abstracts der Tagungsbeiträge des Canterbury Workshop sind im Internet für Interessenten einsehbar. Für beide Workshops wurde von AFES-PRESS auch eine umfangreiche Linksammlung zum Mittelmeerraum mit ca. 7000 Internetlinks insb. zu folgenden sechs Faktoren vorbereitet: Bevölkerungsentwicklung, Klimawandel, Wasser, Desertifikation, Agrarproduktion und Nahrungsbedarf und Urbanisierung im Mittelmeerraum. Beide von der NATO teilweise geförderten Workshops verfolgen folgende drei Ziele: eine wissenschaftliche Nord-Süd Debatte zu konzeptionellen und politisch relevanten Sicherheitsfragen; eine multidisziplinäre Analyse zu Fragen von Umwelt und Sicherheit von Politikwissenschaftlern, Spezialisten der Internationalen Beziehungen mit Demographen, Klimatologen, Wasser- und Wüstenspezialisten und Experten zu Ernährungs- und Urbanisierungsfragen; einen Dialog zwischen Akademikern und Entscheidungsträgern bei internationalen Organisationen und nationalen Regierungen und Nichtregierungsorganisationen.
Die zentrale Idee des Projektes ist es, innovative und nachhaltige Ansätze und Technologien im Bereich Verkehrsmanagement für die Metropol-Region Kairo zu entwickeln und exemplarisch umzusetzen. Kern der technologischen Entwicklung bildet ein auf Floating Car Data (FCD) basiertes Verkehrsinformationsportal, das neben der Verkehrslage und Prognose auch Hotspot Analysen basierend auf der DLR-Traffic-Performance-Index (TPI) Technologie bietet. Die Entwicklung und Umsetzung der modernen Verkehrsmanagementkonzepte wird möglichst eng an den lokalen, kulturellen und technologischen Gegebenheiten ausgerichtet. Die lokalen Rahmenbedingungen werden analysiert und neben den technologischen Lösungen wird auch Capacity Building (insb. für Nachwuchswissenschaftler) ermöglicht. ENFUMA bildet die Grundlage für die Ausbreitung auf ganz Kairo und andere afrikanische Städte.