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Ansätze einer verbesserten Nutzung von Anpassungsdaten und -wissen für eine vorsorgende Planung in der Praxis von Entscheidungsträgern

Eine vorsorgende Anpassungsstrategie braucht Starkregenrisiko- u.a. Gefahrenkarten, die die Resilienz ggü. Klimawandelrisiken erhöhen helfen. Das Vorhaben soll Klimadienste entwickeln, die diese u.a. Daten und Informationen für einen vorsorgenden Umgang kommunaler und privater Entscheider besser nutzbar machen, indem Ansätze zur Verbesserung der 'Adaptation Literacy' konzipiert und beispielhaft in Peer Groups ausgetestet werden. Konkret sollen Klimadienste für diese Anwendungsfälle entwickelt werden, die verfügbare wissenschaftliche Datengrundlagen (wie Gefahren- und Risikokarten) so transformieren, dass Entscheider in der Lage sind, Adaptation Literacy aufzubauen und diese Daten und Informationen vorsorgend zielgenau zu nutzen. Zielgruppe sind Verbände und Vereinigungen beispielweise aus den Bereichen Planung, Architektur, Ingenieurwesen und Infrastrukturen. Folgende Instrumente sind angedacht: zielgruppengerechte Aggregation von Daten und Informationen, Training von Nutzern als 'Anpassungs-Botschafter' für gesellschaftlich relevante Bereiche, Erstellung von eLearning Angeboten. Das Vorhaben kann auf folgende Vorhaben aufbauen: Umsetzung von Klimaanpassungsdiensten im KliVo-Portal, Klimadapt Netzwerk, Stakeholderdialoge und Peer Learning.

"Das KLiVO Portal vorgestellt: Ihr zentraler Wegweiser zur Klimavorsorge in Deutschland" Termin: Freitag, 19. September 2025 von 09:15 bis 10:15 Uhr.

in der Woche der Klimaanpassung 2025

Analyse und Einsatz von Klimadiensten zum Kapazitätsaufbau, Bildung und Vernetzung zur Klimawandelanpassung

Klimadienste sind ein wichtiges Instrument, mit dem der Bund, die Länder, Forschungs- und Beratungsorganisationen andere Institutionen (z.B. Kommunen, Unternehmen) bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen. Sie sollen eine Brücke zwischen Forschung, Wissensträgern und Umsetzungsakteuren schlagen, indem sie Klimainformationen anwendungsfreundlich bereitstellen, Entscheidungen zum Umgang mit Klimarisiken unterstützen und Maßnahmenempfehlungen geben. Bisherige Forschung ergab, dass Klimadienste nur wenig genutzt werden, da die Dienste nicht zu den kontextspezifischen Entscheidungssituationen passen, Zeit-, und Personalressourcen fehlen, die Legitimation und Wirksamkeit der Dienste unklar ist oder sie unbekannt sind. Das Vorhaben begegnet diesen Herausforderungen in einem transdisziplinären Forschungsprozess, der auf drei Ebenen untersuchen soll, wie Klimadienste zukünftige und aktuelle Entscheidungsträger und Umsetzungsakteure bei der Klimaanpassung wirksam unterstützen können: 1) Forschung zum Mainstreaming von Klimaanpassungswissen in relevante berufliche/akademische Aus- und Fortbildungen und Durchführung von Pilotvorhaben mit dem Ziel, Klimawandelanpassung als Grundlagenwissen in prioritär betroffenen Berufsfeldern institutionell zu verankern (z.B. Gesundheitsbereich, Landwirtschaft, Bau-, Planungsbereich) 2) transdisziplinäre Prozessbegleitung und Weiterentwicklung des KlimAdapt Anbieter-Nutzer-Netzwerks zu Klimaanpassungsdiensten, um Dienste partizipativ weiterzuentwickeln, in der Anwendung zu begleiten und das Netzwerk als Lern-, Austausch- und Beratungsplattform auszubauen 3) Evaluation und Weiterentwicklung des Klimavorsorgeportals als ressortübergreifendes Portal für Klimadienste mit dem Ziel die Wirksamkeit des Portals und der Dienste zu erhöhen.

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Hitzeaktionspläne: Status quo, Barrieren & Erfolgsfaktoren

<p>Hitzeaktionspläne: Status quo, Barrieren &amp; Erfolgsfaktoren</p><p>Was braucht ein kommunaler Hitzeaktionsplan und wo gibt es Unterstützungsbedarf? Diese und weitere Fragen sind mit der Zunahme von Hitzeperioden und ihren Auswirkungen in den vergangenen Jahren zunehmend relevanter geworden. Deshalb hat ein erstes bundesweites Forschungsprojekt kommunale Hitzeaktionspläne etwas genauer unter die Lupe genommen – mit bemerkenswerten Einblicken.</p><p><em>Hitzewellen werden häufiger und intensiver</em></p><p>Die Daten des <a href="https://www.das-basisdienst.de/DE/leistungen/zeitreihen/zeitreihen.html?nn=752628%20-%20buehneTop">Deutschen Wetterdienstes</a> zeigen seit den 1970er Jahren eine Zunahme von Hitzewellen in Deutschland. Die <a href="https://www.eea.europa.eu/publications/europes-changing-climate-hazards-1/heat-and-cold/heat-and-cold-extreme-heat">Europäische Umweltagentur</a> geht davon aus, dass unter allen betrachteten Klimawandelszenarien in Zukunft eine Zunahme von Hitzewellen, sowohl hinsichtlich deren Häufigkeit, Dauer als auch deren Intensität, zu erwarten ist. Auch die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/KWRA-Zusammenfassung">Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland</a> projiziert eine flächendeckende Zunahme von Hitzewellen. Demnach werden urbane Ballungsräume besonders betroffen sein. Extrem heiße Sommer in Deutschland sind in der Konsequenz in den kommenden Jahren – wie bereits in den Jahren 2003, 2018, 2019 und 2022 – vermehrt zu erwarten.</p><p>Die Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Hitzeereignisse und Sonneneinstrahlung bleibt selbst bei einem schwachen ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimawandel#alphabar">Klimawandel</a>⁠ bestehen. Deshalb wurde im <a href="https://www.bmuv.de/download/fortschrittsbericht-zur-klimaanpassung">zweiten Aktionsplan Anpassung zur Umsetzung der Deutschen Anpassungsstrategie</a> im Jahr 2015 die Notwendigkeit zur Erstellung von Hitzeaktionsplänen (HAP) – wie bereits von der Weltgesundheitsorganisation (⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/w?tag=WHO#alphabar">WHO</a>⁠) zeitnah nach dem extremen ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/h?tag=Hitzesommer#alphabar">Hitzesommer</a>⁠ 2003 in Europa empfohlen – erwähnt. Die Bund/Länder Ad-hoc Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Anpassung an den Klimawandel“ (⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/g?tag=GAK#alphabar">GAK</a>⁠) publizierte daraufhin „<a href="https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/hap_handlungsempfehlungen_bf.pdf">Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit</a>“.</p><p><em>Forschungsprojekt untersucht Umsetzungsstand bei Hitzeaktionsplänen</em></p><p>Aber inwieweit sind diese Handlungsempfehlungen bei den Zielgruppen – Bundesländern und Kommunen – angekommen? Welche Akteure entwickeln bereits passende Pläne zur Vorsorge gegen und Bewältigung von Hitzewellen? Auf welche Klimavorsorgedienste wird dabei zurückgegriffen? Und wo liegen Barrieren in diesem Prozess? Diese und andere Fragen bearbeitete die Beratungsfirma adelphi research gGmbH und die Hochschule Fulda im Auftrag des Umweltbundesamtes im Forschungsprojekt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/analyse-von-hitzeaktionsplaenen-gesundheitlichen">„Wirksamkeitsanalysen von gesundheitlichen Anpassungsmaßnahmen im Rahmen von Hitzeaktionsplänen sowie Klimaanpassungsdiensten“</a> (kurz: HAP-DE; 2019-2023).</p><p><em>Maßnahmen können hitzebedingte Mortalität senken</em></p><p>Mit einer systematischen Literaturrecherche identifizierte das Projektteam elf Studien zwischen 2008 und 2019, die den Einfluss von Hitzeaktionsplänen auf die hitzebedingte Mortalität thematisieren. Besonders älteren Menschen und Frauen können Hitzeaktionspläne demnach helfen, ihr Risiko, aufgrund von Hitze zu sterben, zu verringern. Deshalb sollte der Bund prüfen, inwieweit zielgruppenspezifische Maßnahmen aus anderen Ländern und deren Plänen sich auch zur Umsetzung in Deutschland eignen.</p><p><em>Bisher haben nur wenige Kommune Hitzeaktionspläne umgesetzt</em></p><p>Mit einer Onlineumfrage unter kommunalen Verwaltungen erlangte das Projektteam wichtige Erkenntnisse zu der Bedeutung, den Barrieren und Erfolgsfaktoren bei der Entwicklung und Umsetzung von Hitzeaktionsplänen. Über die Hälfte der 116 Antwortenden (58%) kannten die Handlungsempfehlungen zur Erstellung von Hitzeaktionsplänen. In der Gruppe der befragten Bundesländer waren sie sogar mehr als 90% bekannt. Von den Personen, welche die Handlungsempfehlungen kennen, fanden 81% die Handlungsempfehlungen sehr beziehungsweise eher hilfreich. Nur 16% gaben an, dass diese für sie eher nicht oder gar nicht (3%) hilfreich waren.</p><p>Zum Befragungszeitpunkt im späten Frühjahr 2020 hatte noch kein Bundesland und nur vier Kommunen bzw. ein Landkreis nach eigenen Angaben Hitzeaktionspläne umgesetzt. Bei rund der Hälfte der Antwortenden auf Ebene der Bundesländer beziehungsweise Gemeinden war ein solcher allerdings in Erarbeitung oder zumindest in Planung. Von den befragten Kommunen häufig genutzte Klimavorsorgedienste zum Thema umfassen den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/en/publikationen/hitzeknigge">Hitzeknigge</a> des ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>⁠, den <a href="https://www.dwd.de/DE/service/newsletter/form/hitzewarnungen/hitzewarnungen_node.html">DWD-Hitzenewsletter</a>, die <a href="https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warn-App-NINA/warn-app-nina_node.html">NINA-Warn-App</a> sowie das <a href="https://www.klivoportal.de/DE/Home/home_node.html">Klimavorsorgeportal</a> der Bundesregierung.</p><p><em>Begriff „Hitzeaktionsplan“ wird unterschiedlich ausgelegt</em></p><p>Im Rahmen von Fallstudien und Beratungen erarbeitete das Projektteam weitere Evidenz zum Stand der Hitzeaktionsplanung und damit verbundenen Barrieren. Dabei zeigte sich schnell, dass der Begriff „Hitzeaktionsplan“ von Kommunen unterschiedlich ausgelegt wird. Die konkreten Maßnahmen, die Kommunen unter dem Stichwort Hitzeaktionsplan planen, fallen entsprechend vielfältig aus. In der Analyse kristallisierten sich Faktoren heraus, die maßgelblich für den Erfolg oder Misserfolg eines kommunalen Hitzeaktionsplans sind. Dabei ging es unter anderem um:</p><p>Unter anderem auf Basis dieser Erkenntnisse hat die Hochschule Fulda eine <a href="https://www.hs-fulda.de/fileadmin/user_upload/FB_Pflege_und_Gesundheit/Forschung___Entwicklung/Klimawandel_Gesundheit/Arbeitshilfe_zur_Entwicklung_und_Implementierung_eines_Hitzeaktionsplans_fuer_Kommunen_21.03_final.pdf">Arbeitshilfe für die Entwicklung und Umsetzung kommunaler Hitzeaktionspläne</a> veröffentlicht.</p><p><em>Klimavorsorgedienste umfassender evaluieren</em></p><p>Viele Akteure sehen Klimadienste als eine hilfreiche Unterstützung bei Aktivitäten zur Hitzevorsorge an. Inwieweit die Dienste tatsächlich genutzt werden und welche Wirkung sie entfalten, ist allerdings ungewiss, da nur wenige Klimavorsorgedienste evaluiert werden. Hier sollten die Anbieter solcher Dienste in Zukunft stärker tätig werden. Zur Unterstützung zukünftiger Evaluationen verfasste das Projektteam eine Handreichung mit dem Titel „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/evaluation-von-klimavorsorgediensten">Evaluation von Klimavorsorgediensten – Anleitung und Tipps zur Analyse der Wirksamkeit</a>“. Dieser Leitfaden umfasst methodische Hilfestellungen, Tipps und Hinweise, wie Verbreitung, Bekanntheit und Rezeption von Diensten bei der Zielgruppe oder Anwendungserfahrungen erfasst werden können.</p><p><em>Übergreifenden Handlungsrahmen optimieren</em></p><p>Um mehr kommunale Hitzeaktionspläne in die Umsetzung zu bringen, fordern viele Kommunen, den Gesundheitsschutz vor und bei Hitze im Rahmen einer kommunalen Pflichtaufgabe gesetzlich zu verankern und mit Leben zu füllen. Dies würde es den Akteuren vor Ort erleichtern, das Thema angesichts der vielen anderen Pflichtaufgaben stärker in den Fokus rücken zu können. Darüber hinaus empfiehlt das Projektteam, dass Bund und Länder einzelne Akteure noch intensiver in einen Austausch zum Thema bringen sollten, etwa über Dialogveranstaltungen, Weiterbildungen oder überregionale beziehungsweise ressortübergreifende Projekte. Solch ein Wissensaustausch und eine verstärkte Kooperation wäre vor allem hilfreich für Bundesoberbehörden unterschiedlicher Ressorts und Kommunalverwaltungen; dort insbesondere für die Gesundheits- und Sozialämter.</p><p><em>Abschlussbericht: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/analyse-von-hitzeaktionsplaenen-gesundheitlichen">Analyse von Hitzeaktionsplänen und gesundheitlichen Anpassungsmaßnahmen an Hitzeextreme in Deutschland</a></em></p><p><em>Autor: Christian Kind (adelphi)</em></p><p><em>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter/archiv/newsletter-klimafolgen-anpassung-nr-84">Newsletter Klimafolgen und Anpassung Nr. 84</a> veröffentlicht. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter">Hier</a> können Sie den Newsletter abonnieren.</em></p>

Aufbau eines Dienste zur Unterstützung der Anpassung an den Klimawandel (KlimAdapt) unter Erweiterung der Wissensbasis, Konkretisierung und Umsetzungsunterstützung

KlimAdapt dient der systematischen, dauerhaften, inhaltlich abgestimmten Bereitstellung von Daten, Informationen und Werkzeugen (z.B. Leitfäden, Checklisten) zur Unterstützung der Anpassung an Klimafolgen von Ländern, Kommunen und Organisationen. Im Vorhaben soll KlimAdapt weiter konkretisiert und eine umfassende Basis für den kontinuierlichen Betrieb geschaffen werden. Kernziele: (1) Daten, Informationen, Werkzeuge für unterschiedliche Klimawirkungen (Hitzeperioden, Hochwasser, Stürme, etc.) zusammenstellen, analysieren, bzgl. ihrer Verwendbarkeit als routinefähige Angebote bewerten. Vorrangig stehen Angebote des Bundes und der Länder. (2) Nutzer von Klimaanpassungsdiensten identifizieren inkl. einer detaillierten Nutzer-/Bedarfsanalyse, um die zielgruppen- und bedarfsgerechte Differenzierung, Darstellung und Anwendbarkeit der Anpassungsprodukte zu gewährleisten; Synthese der Analyseergebnisse als Basis für die Lückenanalyse und Neuentwicklung von KlimAdapt-Produkten/Dienstleistungen und deren Abstimmung in der kontinuierlichen Netzwerkarbeit im Bieter-/Nutzer-Netzwerk, mit den beteiligten Oberbehörden und UBA. (3) Die Ergebnisse der Nutzer-/Bedarfsanalyse sollen auch in ein Feinkonzept des Klimavorsorgeportals eingehen (Inhalte, Struktur und Textentwürfe) und umgesetzt werden. Ziel ist es, die Informationen zu den Klimaanpassungsdiensten zielgruppenspezifisch und nutzernah aufzubereiten und auf einem zentralen Webportal zu verbreiten. (4) Um die faktische Verwendung von Klimaanpassungsdiensten einschätzen und auf dieser Basis KlimAdapt langfristig weiter entwickeln zu können, soll ein wissenschaftlich fundiertes Evaluierungskonzept entwickelt und erprobt werden. (5) Durch den Betrieb von KlimAdapt wird deutlich, für welche Klimawirkungen und/oder Handlungsfelder noch Klimaanpassungsdienste entwickelt werden sollten. Daher sollen im Vorhaben auch Forschungsdefizite identifiziert werden und Empfehlungen daraus abgeleitet werden.

Wie gelingt wirksame Starkregenvorsorge?

<p>Wie gelingt wirksame Starkregenvorsorge? </p><p>Aufgrund der Erderhitzung werden extreme Wetterereignisse wie die aktuellen Starkregenfälle in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen noch häufiger und heftiger auftreten. Neben konsequentem Klimaschutz ist es daher wichtig, dass wir uns anpassen. Wir zeigen, wie Kommunen und Privatpersonen gegen Starkregen vorsorgen können.</p><p>Bei einem ungebremsten ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimawandel#alphabar">Klimawandel</a>⁠ würden die Risiken durch Hitze, Trockenheit und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/s?tag=Starkregen#alphabar">Starkregen</a>⁠ im gesamten Bundesgebiet künftig stark ansteigen. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/neue-analyse-zeigt-risiken-der-erderhitzung-fuer">Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA)</a> des Bundes. Wir zeigen hier Beispiele dafür, wie sich Kommunen besser an Starkregenereignisse anpassen können.</p><p>⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>⁠-Projekt Regen//Sicher</p><p>Um Städte und Gemeinden wirksam vor den Folgen von ⁠Starkregen⁠ zu schützen, benötigt es vor Ort gemeinsame Anstrengungen von Kommune und Bürger*innen. Im Vorhaben <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/kommunen-koennen-kommunikation-starkregenvorsorge">„Regen//Sicher“</a> im Auftrag des Umweltbundesamts wurde deshalb ein breites Spektrum an Kommunikations- und Aktivierungsformaten in den Modellkommunen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=xL4IMbjNODM">Worms</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=S1OGDAisuzA">Lübeck</a> sowie Bad Liebenwerda und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=pGrs_aXKET8">Elsterwerda</a> entwickelt und erprobt. Kommunen können durch gezielte Kommunikationsinstrumente wie Nachbarschaftsberatungen oder Stadteilworkshops Bürger*innen motivieren, Vorkehrungen für Starkregen (zum Beispiel Einbau von Rückstauklappen, Schaffung von Versickerungsflächen) zu treffen. Zudem wurden im Projekt diverse Materialien, Konzepte und Leitfäden für Kommunen entwickelt, die Bürger*innen bei der Starkregenvorsorge beteiligen wollen. Die Materialien sind auf der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/innovative-beteiligung">Projektwebseite des UBA</a> zu finden.</p><p>Solingen: „Kommunale Überflutungsvorsorge in Zeiten des Klimawandels“</p><p>Wegen der zunehmenden Überflutungsgefahr haben die Technischen Betriebe Solingen (TBS) ihre klassische Entwässerungsplanung zu einer "integralen Entwässerungsplanung" zusammengefasst. Nunmehr werden Kanalnetzbewirtschaftung, Grundstücksentwässerung, Wasserbewirtschaftung und Überflutungsschutz in einem einzigen Sachgebiet umgesetzt, welches den Überflutungsschutz als Kümmerer für die Stadt koordiniert. Damit veränderten die TBS nicht nur Inhaltliches sondern auch Organisatorisches. Im Ergebnis wird das Kanalnetz nicht mehr als alleinige Entwässerungs-Option angesehen. So kommt die Kommune beim Überflutungsschutz zu neuen, auch „oberflächigen“ Lösungen: Entsiegelungs- sowie Begrünungsmaßnahmen vermindern und Retention drosselt den ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/a?tag=Abfluss#alphabar">Abfluss</a>⁠. Neue Notwasserwege ermöglichen nun den schadlosen Abfluss durch Siedlungsgebiete. Zusätzlich wurden durch Analyse- und Simulationsverfahren Überflutungsschwerpunkte identifiziert und angepasst. Die Stadt kennt jetzt das Risikopotential für einzelne Infrastrukturen. Bei Infrastrukturplanungen wird der Beitrag jeder Maßnahme zum Überflutungsschutz ämterübergreifend abgestimmt. Um Private mit in die Pflicht zu nehmen, baute die TBS ein Beratungs-, Warn- und Informationskonzept auf, welches neben Flyern, eine Webseite, Beratung, eine Online-Selbsteinschätzung und eine StarkregenwarnApp umfasst. Mit dem Aufbau der „integralen Entwässerungsplanung“, für die es 2018 vom UBA den Preis des „Blauen Kompass“ gab, ist die Stadt Solingen gut aufgestellt, um Starkregenrisiken wirtschaftlich zu begegnen: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=11MYEFM_-qM">https://www.youtube.com/watch?v=11MYEFM_-qM</a> .</p><p>Renaturierung von Bächen in Arnsberg</p><p>Arnsberg hat Konsequenzen gezogen aus zwei verheerenden Starkregen, die im Sommer 2007 mehrere Ortsteile überflutet haben. Zum Schutz vor zukünftigen Extremwetterereignissen hat die Stadt ein Hochwasserschutzkonzept geplant und innerhalb kurzer Zeit Maßnahmen umgesetzt wie die Renaturierung und Verbreiterung mehrerer Bäche im Stadtgebiet. Bei einem erneuten Starkregen im Jahr 2010 konnten Schäden verhindert werden, die ohne die Maßnahmen eingetreten wären. Maßgeblich für den schnellen Erfolg des Projektes war die systematische Einbindung der Betroffenen. Die Beteiligten aus Verwaltung und Bevölkerung arbeiteten engagiert mit den Ingenieurbüros zusammen, die die Maßnahmen durchführten. Mehr Informationen im Video: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=oHmFfqG88DU">https://www.youtube.com/watch?v=oHmFfqG88DU</a></p><p>UBA-Portal zur Renaturierung von Fließgewässern</p><p>Durch Gewässerrenaturierungen können Überschwemmungsflächen zurückgewonnen und Hochwasserrisiken verringert werden. Die online Plattform „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/fluesse/gewaesserrenaturierung-start">Renaturierung von Fließgewässern</a>“ des UBA stellt Informationen für potenzielle Maßnahmenträger von Renaturierungsprojekten zusammen. Ziel der Fließgewässerrenaturierung ist es, Flüsse und Bäche wieder naturnäher zu gestalten und ihren ökologischen Zustand zu verbessern.</p><p>Tatenbank und klivo.de</p><p>Praktische Leitfäden für Planer, Kommunen und Private, die aufzeigen, wie Starkregenvorsorge gelingt, finden sich im Klimavorsorge-Portal des Bundes <a href="http://www.klivo.de/">www.klivo.de</a>. In der Tatenbank sammelt das Umweltbundesamt Maßnahmen und Projekte zur ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/a?tag=Anpassung_an_den_Klimawandel#alphabar">Anpassung an den Klimawandel</a>⁠ in Deutschland. Über 200 Maßnahmen zu verschiedenen Themenfeldern – u.a. auch zur Starkregenvorsorge - sind in der Tatenbank recherchierbar: <a href="http://www.tatenbank.anpassung.net/">www.tatenbank.anpassung.net</a></p><p>Publikationen und weitere Informationen</p><p>Die UBA-Broschüre „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/klimaanpassung-in-der-raeumlichen-planung">Klimaanpassung in der räumlichen Planung</a>“ zeigt an unterschiedlichen Fällen, wie Anpassungsmaßnahmen in der ⁠Raumordnung⁠ und ⁠Bauleitplanung⁠ umgesetzt und mit den vielfältigen anderen städtebaulichen und Umweltschutzbelangen der Siedlungsplanung in Einklang gebracht werden können. Die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/l?tag=LAWA#alphabar">LAWA</a>⁠) hat 2018 eine <a href="https://www.lawa.de/documents/lawa-starkregen_2_1552299106.pdf">Strategie für ein Starkregenrisokomanagement</a> erarbeitet. Ziele sind die Verbesserung der ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/v?tag=Vorhersage#alphabar">Vorhersage</a>⁠- und Frühwarnsysteme, der Risikobewertung und -kommunikation, der Aufklärung der Bevölkerung über Verhaltensweisen im Krisenfall sowie Aspekte der vorsorgenden Raum- und Stadtplanung sowie Flächennutzung. Die Studie „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/vorsorge-gegen-starkregenereignisse-massnahmen-zur">Vorsorge gegen Starkregenereignisse und Maßnahmen zur wassersensiblen Stadtentwicklung – Analyse des Standes der Starkregenvorsorge in Deutschland und Ableitung zukünftigen Handlungsbedarfs</a>“ im Auftrag des UBA gibt umfangreiche Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Starkregenvorsorge in Deutschland. Dazu wurden zunächst zahlreiche Projekte recherchiert und beispielhafte Maßnahmen und Instrumente zur Starkregenvorsorge aus den Bereichen Multifunktionale Flächennutzung, Starkregengefahrenkarten sowie Warnung und Kommunikation näher analysiert. Herauszuheben ist die Rolle der Starkregengefahrenkarten als wichtiges Instrument der Risikokommunikation.</p>

Neue Klimainformationsdienste verfügbar: Daten zu Gesundheit, Stadtklima, Wind und dem Land Hessen

Neben Diensten zur zielgerichteten Anpassung an die Klimafolgen sind Daten und Informationen zum Klimawandel die zweite zentrale Säule des Klimavorsorgeportals. Das Angebot an Klimaanpassungs- und Klimainformationsdiensten wird stetig erweitert und bietet eine große Bandbreite an unterschiedlichsten Unterstützungsmöglichkeiten.

Klimaanpassungsdienste: eine Brücke vom Wissen zum Handeln

<p>Klimaanpassungsdienste wie Leitfäden, Webportale, Karten oder Handlungsempfehlungen sollen Klimavorsorge in der Praxis unterstützen. Sie zeigen, welche Regionen und Sektoren von den Folgen des Klimawandels betroffen sind und wie sich Akteure vor Ort gegen Hitze, Trockenheit oder Starkregen wappnen können. Außerdem helfen sie dabei, Entscheidungen zu treffen und deren Wirkung zu bewerten.</p><p>Klimaanpassungsdienste sind für lokale Akteure ein wichtiger Startpunkt für die eigene Vorsorge zur ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/a?tag=Anpassung_an_den_Klimawandel#alphabar">Anpassung an den Klimawandel</a>⁠. Damit sie tatsächlich genutzt werden, müssen sie die realen Bedarfe vor Ort treffen. Nur dann können sie dazu beitragen, Akteure zu motivieren, sich mit regionalspezifischen Klimaänderungen und notwendigen Anpassungsmaßnahmen intensiver zu beschäftigen – und bestenfalls vorsorgend zu handeln. Vor allem das vorsorgende Handeln ist wichtig für eine klimaresiliente Gesellschaft. Lediglich zu wissen, wie man sich an ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimafolgen#alphabar">Klimafolgen</a>⁠ anpassen könnte, reicht nicht aus. Man muss es auch tun. Klimaanpassungsdienste können hier eine Brücke schlagen zwischen regionalen Bedarfen und einem gesellschaftlichen Meinungsaustausch zu angemessenen Rahmenbedingungen zur Klimawandelanpassung.</p><p>Das Wissen und die Erfahrungen zu den regionalen und sektoralen Auswirkungen des Klimawandels und zum Umgang damit sind in der Wissenschaft und teils auch in Verwaltungen und Unternehmen in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Doch längst nicht alle relevanten Akteursgruppen auf der lokalen und regionalen Ebene sind bisher für das Thema sensibilisiert – für die Umsetzung werden sie jedoch dringend gebraucht. Immer wichtiger wird es deshalb, dass sich Akteursgruppen über ihre Erfahrungen im Umgang mit den Folgen des Klimawandels austauschen und über Erfolge und Herausforderungen sprechen. Wie konnten andere Akteure beispielsweise relevante Klimawandelrisiken identifizieren? Wie und mit wem haben sie Anpassungsoptionen geplant? Welche Maßnahmen konnten sofort umgesetzt werden? Welche Akteure wurden beteiligt? Wie findet man heraus, ob die Maßnahmen auch wirksam sind? <br>Erlerntes und Erfahrenes auszutauschen hilft gleichzeitig, Potentiale für die Anpassungspolitik zu identifizieren, Zielkonflikte mit anderen Politikfeldern zu entschärfen sowie weiteren Forschungs- und Unterstützungsbedarf zu bestimmen.</p><p>Um sowohl den direkten Erfahrungsaustausch voranzutreiben als auch die Unterstützungsangebote publik zu machen, hat das Umweltbundesamt im November die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/termine/klimaanpassungsdienste-klimavorsorge-in-der-praxis">erste nationale Konferenz „Klimaanpassungsdienste: Klimavorsorge in der Praxis“</a> veranstaltet und 150 Anbieter sowie Nutzer von Daten, Informationen, Beratungsangeboten und Werkzeugen zur Klimawandelanpassung zusammengebracht. In verschiedenen Workshops, auf einem Marktplatz und dem Podium präsentierten und diskutierten die Teilnehmenden, wie sie Klimaanpassungsdienste entwickelt haben, wofür und wie sie genutzt werden und wie ihre Anwendung noch verbessert werden kann. Die überwiegend für die lokale Umsetzung verantwortlichen Teilnehmenden begrüßten ausdrücklich die gebotenen Möglichkeiten zum persönlichen Austausch, die insbesondere auf dem Markt der Dienste stattfanden und sehr gut angenommen wurde.</p><p>Die Konferenz traf den Nerv der Zeit in der Klimawandel-Anpassungslandschaft: Eine wachsende und unübersichtliche Zahl von Hilfestellungen steht einem steigenden Handlungsdruck beim Umgang mit den Klimafolgen gegenüber. Wie Anbieter und Nutzer von Anpassungsdiensten mit dieser Herausforderung ganz konkret umgehen, diskutierten sie in einem Podiumsgespräch. Die Stadt Jena berichtete, wie hilfreich selbst entwickelte Anpassungsdienste für die gesamte Stadtverwaltung waren. Ihr <a href="https://www.jenkas.de/jelka">Entscheidungsunterstützungstool JELKA</a> beispielsweise bündelt alle Anpassungsmaßnahmen und erleichtert eine Priorisierung je nach Sektor oder Ortsteil. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) stellte in einem Workshop mit Kommunen und Verbänden ihren Leitfadenentwurf zum Gebäudeschutz gegenüber Starkregenereignissen auf den Prüfstand. Mit dieser klaren Zielgruppenorientierung und -ansprache sowie der prompten Rückmeldung von Nutzern gewann der Leitfaden nicht nur an inhaltlicher Tiefe, sondern auch an Akzeptanz und Rückhalt aus der Branche.</p><p>Der Austausch während der Konferenz zeigte darüber hinaus: Vielen Klimaanpassungsdiensten fehlt es noch an der nötigen Bekanntheit. Um bestehende Informations- und Unterstützungsangebote zur Klimaanpassung noch stärker in die Breite zu tragen, hat die Bundesregierung das Deutsche Klimavorsorgeportal (KLiVO) ins Leben gerufen. Auf der Website <a href="http://www.klimavorsorgeportal.de/">www.klimavorsorgeportal.de</a> werden insgesamt 86 Dienste (Stand: Dezember 2018) vorgestellt – darunter auch die <a href="https://www.klivoportal.de/SharedDocs/Steckbriefe/DE/tatenbank/tatenbank_steckbrief.html">Tatenbank</a> sowie der <a href="https://www.klivoportal.de/SharedDocs/Steckbriefe/DE/klimalotse/klimalotse_steckbrief.html">Klimalotse</a> des Umweltbundesamts. Das Portal wurde in den letzten Monaten vom Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst entwickelt. Es dient Interessierten als Wegweiser auf der Suche nach speziellen Klimainformationen und Anpassungsmaßnahmen zu einzelnen Sektoren, Klimawirkungen oder Regionen. Das Besondere daran: Alle Informationen haben vorab einen Qualitätscheck durchlaufen und sind von allen Bundesministerien empfohlen. Somit sind sie für Nutzerinnen und Nutzer eine verlässliche, stets aktuelle Quelle.</p><p>Dennoch ist klar, dass Handlungsleitfäden nicht überall gleich gut umgesetzt werden können und gute Praxisbeispiele nicht eins-zu-eins kopierbar sind. Auch gibt es noch längst nicht zu allen Fragen eine passende Antwort. Daher sind der Austausch, das Voneinanderlernen, das gemeinsame Entwickeln von Lösungen sowie die Überzeugung, etwas bewirken zu können, entscheidende Erfolgsfaktoren in der Klimavorsorge. So kann aus Wissen Handeln werden und gleichzeitig das Wissen durch Handeln erweitert werden. Hier setzt das neu gegründete KlimAdapt-Netzwerk an. Es stellt die Schnittstelle zwischen Anbietern und Nutzern von Anpassungsdiensten dar. Mit rund 50 Mitgliedern von Bundes- und Landesbehörden, Kommunen, Wirtschaftsverbänden, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen spiegelt das Netzwerk eine große Bandbreite an relevanten Akteuren der Klimaanpassung wider. Ziel ist es, Hinweise zu erarbeiten, wie Dienste anwenderfreundlicher gestaltet werden können und zu welchen Themen bislang zu wenig oder gar keine Dienste angeboten werden. So bringt das Netzwerk einzelne Dienste und auch das Gesamtangebot an Klimaanpassungsdiensten voran. Nutzer arbeiten hier mit Multiplikatoren zusammen und kommunizieren ihre Erfahrungen mit der Anwendung von Diensten. Das KlimAdapt-Netzwerk wird koordiniert durch das Umweltbundesamt. Es berät die Bundesressorts und ergänzt die im Rahmen der Deutschen ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/a?tag=Anpassungsstrategie#alphabar">Anpassungsstrategie</a>⁠ bereits etablierten Gremien und Kooperationsformen auf Bundes- und Länderebene.</p><p>Neben der Bekanntheit und der Nutzerfreundlichkeit der einzelnen Dienste, müssen für die Anwendung in der Breite auch die Rahmenbedingungen stimmen. Politischer Wille und die nötige Finanzierung von Personal und Anpassungsmaßnahmen sind hier genauso entscheidend wie klare rechtliche Grundlagen. Des Weiteren sollten Akteure selbst davon überzeugt sein, etwas verändern zu können und sich wirksam vor Klimawandelschäden wappnen können.</p><p>Um herauszufinden, welche Klimafolgen und Anpassungsmaßnahmen in den verschiedenen Handlungsfeldern am relevantesten sind und welche guten Praxisbeispiele es bereits gibt, veranstaltet das Umweltbundesamt seit fast zehn Jahren thematische Stakeholderdialoge und hat drei Mal den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank/wettbewerb-tatenbank-blauer-kompass">Wettbewerb Blauer Kompass</a> durchgeführt. Ergebnisse sind u.a. in die Weiterentwicklung von Klimaanpassungsdiensten des ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>⁠, z.B. den Klimalotsen und die Tatenbank, eingeflossen. Die kontinuierliche Einbindung von und Reflexion mit Kommunen und anderen Akteursgruppen der lokalen Ebene hat sich in den letzten Jahren für Bund und Länder als zunehmend wichtig herausgestellt, um klimaresiliente Städte und Regionen zu gestalten.</p><p>Mit der mittelfristig ausgelegten, aktuellen <a href="https://www.fona.de/de/regiklim-regionale-informationen-zum-klimahandeln-23323.html">BMBF-Fördermaßnahme Regionale Informationen zum Klimahandeln (RegIKlim)</a> soll die nächste Generation von Klimainformationsdiensten vorbereitet werden: Verlässlichkeit, Relevanz und Anwendbarkeit für kommunale und regionale Planungen und Maßnahmen stehen dabei im Vordergrund. Es sollen Informations- und Bewertungstools entwickelt werden, die insbesondere Akteure auf der kommunalen und regionalen Ebene befähigen, effektive und effiziente Strategien zum Umgang mit den Risiken des Klimawandels zu entwickeln.</p><p><em>Autorin und Autor: Kirsten Sander, Sebastian Ebert (Umweltbundesamt)</em></p><p><em>Zur <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/termine/klimaanpassungsdienste-klimavorsorge-in-der-praxis">Konferenzdokumentation der 1. Nationalen Koferenz:</a></em><em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/termine/klimaanpassungsdienste-klimavorsorge-in-der-praxis">„</a><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/termine/klimaanpassungsdienste-klimavorsorge-in-der-praxis">Klimaanpassungsdienste: Klimavorsorge in der Praxis</a></em><em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/termine/klimaanpassungsdienste-klimavorsorge-in-der-praxis">“</a>&nbsp; </em></p><p><em>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter/archiv/newsletter-klimafolgen-anpassung-nr-58">Newsletter Klimafolgen und Anpassung Nr. 58</a> veröffentlicht. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter">Hier</a> können Sie den Newsletter abonnieren.</em></p>

Service Klimaanpassung: vier Jahre Deutsches Klimavorsorgeportal

<p>Extreme Wetterereignisse nehmen spürbar zu, das Wissen um die Notwendigkeit, sich an den Klimawandel anzupassen, ebenfalls. Grund genug für die Bundesregierung, Know-how zu Anpassungsmaßnahmen zentral zu sammeln und zur Nachnutzung zu verbreiten. Das Deutsche Klimavorsorgeportal unterstützt seit 2018 beim Umgang mit Klimafolgen. Das Feedback zum Portal ist nach fast vier Jahren ein positives.</p><p>Das von der Bundesregierung bereitgestellte Deutsche Klimavorsorgeportal „KLiVO“ bündelt mittlerweile mehr als 100 qualitätsgeprüfte Klimavorsorgedienste. Es hat sich seit seinem Start im September 2018 zu einem echten Service im praktischen Umgang mit den Folgen des Klimawandels entwickelt. Mit Such- und Filterfunktionen werden Leitfäden, Karten oder Daten empfohlen. Klimaanpassungsdienste zeigen auf, wie ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimafolgen#alphabar">Klimafolgen</a>⁠ in Planungen berücksichtigt werden können. Darüber hinaus trägt es sowohl unter Dienste-Anbietenden wie auch Anwender*innen zur Vernetzung bei und fördert den Austausch zum Thema Klimavorsorge in Deutschland. Ergänzend hat das Umweltbundesamt bislang acht Netzwerktreffen zu unterschiedlichen Themen mit rund 450 Teilnehmenden veranstaltet, um Dienste besser bekannt zu machen und ihre Anwendung zu diskutieren Insgesamt stehen derzeit 141 Dienste in mehr als 16 Handlungsfeldern auf dem Portal zur Verfügung. Von durchweg positiven Erfahrungen bei der Anwendung ausgewählter Dienste berichten uns beispielhaft ganz unterschiedliche Akteur*innen.</p><p>Vorsorge-Tipps für den Katastrophenfall</p><p>Neben Hitze und Trockenheit zählen Hochwasser und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/s?tag=Starkregen#alphabar">Starkregen</a>⁠ hierzulande zu den Klimawirkungen, die besonders hohe Risiken auslösen. Das belegen wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 des Bundes. Auf dem KLiVO-Portal finden sich deshalb allein 84 Dienste zu Starkregen und Sturzfluten sowie mittlerweile 66 Dienste zu Binnenhoch- bzw. Niedrigwasser. Dr. Peer Rechenbach, früherer Leiter der Abteilung Katastrophen-, Brand- und Bevölkerungsschutz in der Behörde für Inneres und Sport in Hamburg, ist Experte für Feuerwehrangelegenheiten, Rettungswesen und Katastrophenschutz. Er referierte auf einem der Netzwerktreffen über die Herausforderungen für Einsatzkräfte bei Überschwemmungen und Hochwasser und sagt über das KLiVO-Portal: „KLiVO ist ein wertvolles Instrument, das viel genutzt werden sollte – auch von der Bevölkerung. Denn die hat sich meiner Erfahrung nach noch nicht ausreichend auf das vorbereitet, was der ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimawandel#alphabar">Klimawandel</a>⁠ verursachen kann.“ Hilfsmittel bietet KLiVO sowohl für Praxiserfahrene – Vertreter*innen von Schutzorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk sowie zuständigen Behörden – aber auch für Bürger*innen.</p><p>So wird beispielsweise Feuerwehren ihre Einsatzplanung und -vorbereitung durch einen regelmäßigen Blick auf das länderübergreifende Hochwasserportal, aufgenommen ins Deutsche Klimavorsorgeportal, erleichtert. Dabei handelt es sich um eine interaktive Deutschlandkarte, auf der tagesaktuell zu erkennen ist, an welchen Flüssen es Hochwasser gibt. Hier werden die Wasserstände an über 1.300 Pegeln angezeigt und Warnungen ausgesprochen. Ebenso empfehlenswert findet Peer Rechenbach das auf dem KLiVO-Portal hinterlegte Handbuch „Klimawandel – Herausforderungen für den Bevölkerungsschutz“. „Es gibt Feuerwehrleute, die in ihrer Region noch nie ein Hochwasser hatten. Dennoch sollten sie einen Plan für den Ernstfall haben. Der Ratgeber zeigt auf, an was gedacht werden muss, was es zu prüfen und zu berücksichtigen gilt und welche Maßnahmen im Vorfeld zu treffen sind“, erklärt er weiter.&nbsp;</p><p>Von guter Praxis profitieren</p><p>Die Stadt Worms nutzte die Angebote des KLiVO-Portals bereits mehrfach: Seit einigen Jahren ist die Stadt in Rheinhessen besonders von extremen Starkregenereignissen betroffen. Grund genug für Reinhold Lieser und Selma Mergner aus der Abteilung Umweltschutz und Landwirtschaft der Stadtverwaltung Worms, einen durch das Umweltbundesamt geförderten Beteiligungsprozess anzustoßen und zusammen mit den Bürger*innen ein kommunales Konzept zur Starkregenvorsorge zu entwickeln. Gemeinsam mit dem kommunalen Abwasserentsorger führte die Stadt über mehrere Jahre eine Vielzahl von Veranstaltungen, Workshops und Bürgerberatungen sowie bauliche Maßnahmen durch. Neben begleitender Beratung durch Fachbüros diente das KLiVO-Portal als wichtige Informationsquelle: „Worms verfügt bereits seit 2016 über eine lokale Strategie zur ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/a?tag=Anpassung_an_den_Klimawandel#alphabar">Anpassung an den Klimawandel</a>⁠. Doch es gibt immer wieder neue Entwicklungen und praktische Lösungsansätze. Wissen anderer, von dem wir profitieren können“, berichtet Reinhold Lieser von seinen Erfahrungen mit KLiVO.</p><p>Mit der Absicht, auch ihre Erkenntnisse in naher Zukunft auf dem KLiVO-Portal bereitstellen und teilen zu können, forscht derzeit Dr. Susanne Böll, Diplom-Biologin bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Sie ist Leiterin im Projekt „Stadtgrün 2021“ und prüft gemeinsam mit ihrem Team, welche ausgewählten Versuchsbaumarten den derzeitigen klimatischen Verhältnissen in den bayerischen Städten Kempten, Hof/Münchberg und Würzburg erfolgreich trotzen. „Ziel ist es, dass unsere Ergebnisse und die anderer Forschungsgruppen Eingang in das Deutsche Klimavorsorgeportal finden. Auch wenn sie immer nur auf einzelne Regionen hierzulande übertragbar sind: Je mehr Daten dazu gesammelt und öffentlich zugänglich gemacht werden, desto erfolgreicher und nachhaltiger kann zukünftige Stadtbegrünung sein“, betont Susanne Böll.&nbsp;</p><p>Dienste erfolgreich angewendet</p><p>Als eine Hilfestellung bei der Suche nach Stadtbäumen der Zukunft gibt es bereits den Dienst „citree – Gehölze für urbane Räume“ auf dem KLiVO-Portal: Dabei handelt es sich um eine Datenbank, die jenen, die Gehölze pflanzen möchten, die Auswahl von standort- und klimaangepasstem Grün erleichtert. Sie umfasst Informationen von mehr als 360 Baum- und Straucharten und schlägt für eine Vielzahl von Standorten in Deutschland mehrere passende Gehölze vor. Dienste wie diese sind laut Dr. Susanne Böll ein Gewinn für Kommunen.</p><p>Die Kleinstadt Syke bei Bremen nutzte den Dienst bereits erfolgreich. Stadtbiologin Angelika Hanel schätzt zum Beispiel die citree-Kennzahlen zur Feinstaubabsorption, zu Frostempfindlichkeit, Astbruch- und Sonnenbrandgefahr oder zur Streusalztoleranz: „Eine für die eigene Region geeignete Art zu finden, die dann auch den Bedingungen vor Ort gerecht wird – also nicht zu hoch oder zu breit wächst, wenn wenig Platz vorhanden ist – gestaltet sich durchaus schwierig. Auch weil man das Ergebnis einer Anpflanzung erst nach vielen Jahren sieht. Und Bäume sind enorm wichtig, um die Klimakrise aufzuhalten. Sie binden ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/c?tag=CO2#alphabar">CO2</a>⁠ und filtern Staub sowie Schadstoffe. Außerdem kühlen sie die Luft, indem sie Grundwasser über ihre Blätter verdunsten. Ein Straßenbaum versorgt durchschnittlich zehn Menschen pro Tag mit Sauerstoff.“</p><p>Hilfestellung für Kommunen und Unternehmen</p><p>Zum Themenfeld Hitzeperioden und Trockenheit finden sich mittlerweile 89 Dienste auf dem Portal. Denn zunehmend heiße Sommer und lange Trockenperioden bedeuten nicht nur für die Natur eine große Herausforderung. Gerade in verdichteten Städten bergen sie gesundheitliche Risiken für kleine Kinder, kranke und ältere Menschen, und gehen mit einer starken körperlichen Belastung für alle Arbeitnehmer*innen einher. Kommunen, Unternehmen, Gesundheitsdienstleister*innen und Privatpersonen müssen deshalb vermehrt Gesundheitsvorsorge betreiben.</p><p>Heme Mensen, Geschäftsführer von Der Pflegedienst Lilienthal GmbH in Niedersachsen, ist dank des KLiVO-Portals auf die Hitzewarn-App des Deutschen Wetterdienstes aufmerksam geworden. „Heiße Sommertage an sich sind ja nicht neu, aber wochenlange Hitzeperioden verlangen unseren Pflegekräften eine erhöhte Aufmerksamkeit ab und bedeuten zudem mehr Aufwand in der Pflege selbst. Bislang war in der Pflegebranche der Umgang mit den Folgen des Klimawandels noch kein großes Thema. Doch wir müssen umdenken und Arbeitsprozesse vor diesem Hintergrund optimieren und bestenfalls standardisieren.“ Einmal installiert meldet die Hitzewarn-App sich, wenn mit einer erhöhten Belastung aufgrund aufgeheizter Innenräume zu rechnen ist. So kann der Pflegedienstleiter diese Information rechtzeitig bei der Planung von Arbeitsabläufen berücksichtigen und sein Team darauf vorbereiten.</p><p> Hilfreiche Impulse und Weiterentwicklung</p><p>Das KLiVO-Portal wird vom Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst im Auftrag der Bundesregierung betrieben. Während das Umweltbundesamt Dienste beisteuert, die im Umgang mit den Folgen des Klimawandels unterstützen, stellt der Deutsche Wetterdienst die nötigen Klimainformationen, d.h. klimatologische und klimaabhängige Daten, bereit. Besucher*innen des Portals finden so mit wenigen Klicks wichtige Informationen, die die Klimavorsorge in Bereichen wie z. B. Stadtplanung, Landwirtschaft, Gesundheit, Wasserwirtschaft oder Bevölkerungsschutz unterstützen. Die Netzwerke „KlimAdapt“ (angesiedelt beim ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>⁠) und „Deutscher Klimadienst“ (angesiedelt beim ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/d?tag=DWD#alphabar">DWD</a>⁠) unterstützen die Weiterentwicklung des Portals und die Anwendung der Dienste. Hilfreiche Impulse für den Ausbau des Portals zieht das Umweltbundesamt aus den regelmäßigen Netzwerktreffen, bei denen neue Dienste vorgestellt und Themen rund um Klimaanpassung sowie beispielsweise Fragestellungen zur rechtlichen Lage oder Risiko-Kommunikation von den Akteur*innen aus Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden, Verbänden und Wissenschaft erörtert werden.&nbsp;</p><p>Autorinnen: Regan Mundhenke und Sandra Wagner, ecolo – Agentur für Ökologie und Kommunikation; Hanna Platte, Umweltbundesamt</p><p>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimafolgen#alphabar">Klimafolgen</a>⁠ und Anpassung Nr. 73 veröffentlicht. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter">Hier</a> können Sie den Newsletter abonnieren.“</p><p><a href="https://www.klivoportal.de/">www.klivoportal.de</a></p>

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