Die OTTO DÖRNER Kies und Deponien GmbH & Co. KG betreibt am Standort Hittfeld ein Kieswerk mit Deponie und Recyclingplatz. Um bei der Verwertung von mineralischen Bauabfällen ein Downcycling zu vermeiden, errichtete OTTO DÖRNER eine Bauschuttwaschanlage zur Rückgewinnung von Gesteinskörnungen für eine hochwertige Wiederverwendung. Die Anlage steigert das Recycling und die stoffliche Verwertung mineralischer Abfälle deutlich und leistet einen wesentlichen Beitrag zu Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Bisher wurden Rückbaumassen wie z.B. Bauschutt, Beton und Asphalt trocken aufbereitet. Mit dieser Methode entstehen überwiegend Recyclingtragschichten, die ihren Weg in den Straßen und Tiefbau finden. Hochbauanwendungen können so allerdings in der Regel nicht bedient werden. Dieses Verfahren ist zudem nicht für alle Stoffströme geeignet. Dazu ist die Nachfrage nach Gesteinskörnung insgesamt höher als mit den bestehenden Mitteln im Recycling gedeckt werden können. Angesichts begrenzter Abbauflächen und steigender Transportkosten stieg der Anreiz, hochwertige Recyclingprodukte für den Hoch- und Tiefbau zu entwickeln. Nach einer Vorbehandlung aus Sieb und Brecher wird das gesamte Material unter Zugabe von Wasser und Energie (Wäscher, Attritionszellen) aufgeschlossen. Sand und andere Stoffe werden vom Grobkorn gelöst und getrennt. Das Grobkorn wird in mehreren Stufen nach Dichte und optischen Eigenschaften sortiert und anschließend klassiert und so über den Stand der Technik hinaus aufbereitet. Die Weiterbehandlung der Sandbestandteile geschieht mittels eines Attritionsverfahrens. In den Attritionszellen werden durch Rotationswerkzeuge starke Spannungen an den Materialoberflächen erzeugt, die eine Ablösung von Anhaftungen bewirkt. Im Anschluss durchläuft der nun mittels Wasser geführte Massenstrom mehrere Separationsstufen, in denen der Sand nach Dichte und Korngröße getrennt und anschließend entwässert wird. Für diese Aufgaben kommen Zyklone, ein Aufstromsortierer und Siebe zum Einsatz. Der gewaschene RC-Sand wird anschließend mit einem Freifallklassierer auf das richtige Kornband eingestellt. Das anfallende Prozesswasser wird einer Wasser-/Schlammbehandlung zugeführt und im Anschluss durch eine chemisch-physikalische Aufbereitung mit mehreren Stufen geführt und als Waschwasser wiedereingesetzt. Diese Prozesswasserregeneration erlaubt weitgehend eine Schadstoffausschleusung und damit die Schließung des Wasserkreislaufs. Bei einer Aufgabenleistung von 150.000 Tonnen Bauschutt jährlich werden ca. 120.000 Tonnen Gesteinskörnung in hoher Qualität zurückgewonnen, davon rund 60.000 Tonnen an Sand, die nicht in Tagebauen als Primärrohstoff abgebaut werden müssen. Dies vermeidet jährlich 1 bis 2 ha Flächenverbrauch. Dabei kann auf Ausgangsmaterial zurückgegriffen werden, das unter anderen Umständen auf Deponien abgelagert werden muss. Diese Menge an mineralischen Abfällen muss somit nicht deponiert werden. Die ORCA gewinnt mit dem neuen Verfahren aus gemischtem Bauschutt marktfähige Sekundärrohstoffe, die Primärmaterialien wie Kies und Sand ersetzen können. Durch die Herstellung von normgerechten RC-Sanden und RC-Splitten wird der Einsatz von Recyclingbaustoffen im Hochbau gestärkt und die Akzeptanz für ressourcenschonende Bauweisen erhöht.
Branche: Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden
Umweltbereich: Ressourcen
Fördernehmer: Otto Dörner Kies- und Deponien GmbH & Co. KG
Bundesland: Niedersachsen
Laufzeit: 2023 - 2025
Status: Abgeschlossen
Energiesparprojekte, Klassengärten, Erasmus+: die Abrecht-Haushofer-Schule engagiert sich in vielen Bereichen für den Klimaschutz und setzt dabei sowohl auf Initiativen als auch Eigeninitiative. Energiesparprojekt Fifty/Fifty Die Albrecht-Haushofer-Schule beteiligt sich am Energiesparprojekt Fifty/Fifty des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen e.V. (UfU). Die Teilnahme lohnt sich aus pädagogischer Sicht und finanziell. Durch eine Änderung ihres Nutzerverhaltens lernen die Schülerinnen und Schüler, den Energieverbrauch der Schule zu reduzieren. So leisten sie nicht nur einen Beitrag zur Energiewende, sondern stärken auch ihr Bewusstsein für die Umwelt. Die Hälfte der eingesparten Energiekosten wird an die teilnehmenden Schulen ausgezahlt. Damit auch die Albrecht-Haushofer-Schule ein Plus auf ihrem Konto verbuchen kann, werden zunächst die bisherigen Verbräuche von Energie und Wasser sowie anfallende Abfallmengen an das UfU übermittelt. Im Anschluss wird an der Schule ein Energieteam gebildet, das Energierundgänge absolviert, Messungen durchführt und die Schulöffentlichkeit auf die Energiesparmaßnahmen aufmerksam macht. Nach der Umsetzung des vom Energieteam ausgearbeiteten Sparplans wird schließlich die Differenz bei den Verbräuchen ermittelt und das Geld ausgezahlt, das wiederum für Nachhaltigkeitsprojekte verwendet werden kann. Einmal im Jahr veranstaltet die Albrecht-Haushofer-Schule einen Tag der Nachhaltigkeit. An dem Aktionstag lernen die Schülerinnen und Schüler die Zusammenhänge zwischen nachhaltigem Konsum und Klimaschutz kennen und erfahren, was sie selbst für das Klima tun können. Welches Wissen wie vermittelt wird, hängt auch von der Jahrgangsstufe ab. Die siebten Klassen beschäftigen sich beispielsweise bei einem geführten Spaziergang mit dem hochkomplexen Ökosystem Wald mit seiner wichtigen Bedeutung für Klima, Wirtschaft, Tier- und Pflanzenwelt. Recycling und Müllvermeidung sind in den achten Klassen Thema. Bei einer Clean-up-Aktion werden die Jugendlichen für Ressourcenschutz und die Vermeidung von Umweltverschmutzung sensibilisiert. In den neunten und zehnten Klassen beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit ökologischer Energiegewinnung bzw. nachhaltiger Landwirtschaft und nehmen an thematisch passenden Exkursionen teil. Der Schulgarten der Albrecht-Haushofer-Schule bietet Platz für saisonales Gemüse und Kräuter für die schuleigene Küche, aber auch für Klassengärten. Jede Klasse hat nämlich die Gelegenheit, ihren eigenen kleinen Garten als Gemeinschaft eigenständig oder mit Hilfe engagierter Eltern zu bepflanzen und zu pflegen. Durch die Arbeit im Garten entwickeln die Schülerinnen und Schüler nicht nur ein Bewusstsein für gesunde und saisonale, nachhaltig und lokal produzierte Lebensmittel. Sie lernen auch, wie diese am besten verarbeitet und gelagert werden um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Das Gartenhaus wird oft als Grünes Klassenzimmer genutzt. Manchmal wird der Unterricht noch weiter nach draußen verlagert. Der Biologieunterricht profitiert von der Lage der Schule im grünen Norden Reinickendorfs. In der näheren Umgebung befinden sich kleine Fließe, Teiche, Wasserbecken und der Tegeler Forst, deren Flora und Fauna erkundet und erforscht werden können. Wasseruntersuchungen, Pflanzenbestimmungen und Studien zur Diversität der Arten innerhalb eines Biotops vermitteln neben dem Fachwissen auch ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur. Erasmus+ ist ein Programm der Europäischen Kommission für Bildung, Jugend und Sport. Einer der inhaltlichen Schwerpunkte ist die Bekämpfung des Klimawandels. Auch die Albrecht-Haushofer-Schule macht mit. Im Rahmen des Projekts “Helfen Sie der Erde” lernen die Schülerinnen und Schüler die Prinzipien des Recyclings, Upcyclings, Downcyclings, der Wiederverwendung und Reduzierung kennen und wenden sie an. Die globale Erwärmung und Umweltverschmutzung sind ebenso Thema wie das Ideal einer sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Welt. Durch die Implementierung des Umweltbewusstseins in die Erziehung erlangen die Jugendlichen die Fähigkeit, sich aktiv für die Eindämmung des Klimawandels einzusetzen. Für das Projekt hat die Albrecht-Haushofer-Schule beispielsweise den Schulgarten erweitert. Für jedes Partnerland wurden repräsentative Kräuter und andere Pflanzen ausgesucht und in recycelten Altreifen eingepflanzt. Die Schülerinnen und Schüler nehmen an Klimakonferenzen teil und führen Workshops durch. Sie wissen jetzt zum Beispiel, wie man mit der natürlichen Ressource Ringelblumenblüten eine ökologische Tagescreme ohne Konservierungsstoffe herstellt. Schulgarten | Grünes Klassenzimmer | Schulprogramm | Projekte | Abfallvermeidung | Abfalltrennung | Recycling | Upcycling Die Albrecht-Haushofer-Schule ist eine Integrierte Sekundarschule im teilgebundenen Ganztagsbetrieb im Reinickendorfer Ortsteil Heiligensee. Unterrichtet werden die rund 480 Schülerinnen und Schüler in den Klassen 7 bis 10 von 55 Lehrerinnen, Lehramtsanwärtern und pädagogischen Unterrichtshilfen. Als Integrierte Sekundarschule bietet die Albrecht-Haushofer-Schule alle Schulabschlüsse von der Berufsbildungsreife und den mittleren Schulabschluss bis hin zum Abitur in Kooperation mit anderen Schulen an. Im Mittelpunkt steht das gemeinschaftliche Lernen in Gruppen mit unterschiedlichem Lernniveau mit dem Ziel der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler. Wie im Leitbild beschrieben, legt die Albrecht-Haushofer-Schule großen Wert auf eine positive Einstellung zum Lernen und selbstständiges Lernen für die ein freundlicher und respektvoller Umgang miteinander Voraussetzung ist. Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule Bild: DeepGreen/Depositphotos.com Weitere engagierte Schulen in Reinickendorf Übersicht: Diese Reinickendorfer Schulen engagieren sich besonders im Klima- und Umweltschutz. Weitere Informationen Bild: halfpoint/Depositphotos.com Handlungsfelder Ressourcenschutz, Nachhaltigkeit, Klimabildung: In diesen Bereichen engagieren sich Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen für nachhaltige Verbesserungen im Klimaschutz. Weitere Informationen
Die Hydro Aluminium Recycling Deutschland GmbH betreibt in Dormagen (Nordrhein-Westfalen) einen Shredder zur Aufbereitung von Aluminiumschrott. Aluminium-Altschrotte werden derzeit nicht zu qualitativ hochwertigen Knetlegierungen sondern überwiegend zu unspezifischen Gusslegierungen verschmolzen. Damit findet ein systematisches Downcycling statt. Zur Erzeugung hochwertiger Aluminiumknetlegierungen müssen den Schrotten derzeit mindestens 50 Prozent ressourcenintensives Primäraluminium in der Schmelze hinzugegeben werden. Bisher konnten nach dem Schredderprozess zwar verschiedene Metalle (z. B. Aluminium, Kupfer, Stahl) voneinander getrennt werden, es war jedoch nicht möglich, einzelne Aluminiumlegierungen sortenrein zu separieren. Die Hydro Aluminium Recycling Deutschland GmbH hat eine innovative Röntgentransmissions-Sortieranlage für ihre Aluminium-Schredderanlage installiert. Mit Hilfe der neuartigen, vom Unternehmen selbst entwickelten Prozesskette und Software können erstmals sortenreine Aluminiumlegierungen nach Europäischer Norm (EN) aus dem Schreddergut erzeugt werden. Diese können dann ohne Zugabe von Primäraluminium zu hochwertigen Neuprodukten weiterverarbeitet werden. Die neue Sortiertechnik ermöglicht es, bestimmte Aluminiumknetlegierungen voll-ständig aus Sekundärmaterialien herzustellen. Dabei wird nur ca. 1 Prozent der Energie des konventionellen Verfahrens benötigt. Durch die Substitution von ca. 50 Prozent Primäraluminium durch legierungssortenreine Schrotte ergibt sich, bezogen auf eine jährliche Produktionsmenge von 36.000 Tonnen Knetlegierungen, eine indirekte CO 2 -Einsparung von 232.933 Tonnen.
Branche: Wasser, Abwasser- und Abfallentsorgung, Beseitigung von Umweltverschmutzungen
Umweltbereich: Ressourcen
Fördernehmer: WMR Recycling GmbH / Hydro Aluminium Recycling Deutschland GmbH
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Laufzeit: 2013 - 2014
Status: Abgeschlossen
Herstellung und Gebrauch von Elektrogeräten (EEE) verursachen eine hohe Rohstoffnachfrage und Energieverbrauch mit negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Die in Verkehr gebrachte Menge nimmt stetig zu; gleichzeitig die Nutzungsdauer einiger Gerätetypen ab; Recycling geht aufgrund der komplexen Materialzusammensetzung mit Verlusten und Downcycling einher. Auf EU-Ebene soll dem durch einen lebenszyklusübergreifenden Circular-Economy(CE)-Ansatz begegnet werden. Um eine konzeptionelle Grundlage für die Ausgestaltung der zirkulären Ökonomie bereitzustellen, hat das UBA 2020 neun 'Leitsätze einer Kreislaufwirtschaft' veröffentlicht. Diese sind strategisch ausgerichtet und müssen mit konkreten Maßnahmen und Instrumenten zu ihrer Realisierung unterlegt werden. Dies soll am Bsp. der EEE, die eine der prioritären Produktgruppen des CE Action Plan der EU sind, erfolgen. Ziel ist die Entwicklung eines Gesamtkonzepts zur Umsetzung einer zirkulären Ökonomie am Bsp. des Produktstroms EEE in konkreten Maßnahmen und Instrumenten über alle Lebenszyklusphasen. Das Vorhaben ist stark interdisziplinär ausgerichtet und wird insbesondere auch die Schnittstellen zwischen verschiedenen Maßnahmen, Instrumenten und Regelungen bearbeiten. Das Vorhaben ermittelt auf Basis der Verknüpfung von Produkt- und Materialstrombetrachtungen (inkl. globaler Umweltwirkungen), einer Defizitanalyse der Instrumente des Status-Quo sowie der Analyse und Weiterentwicklung von Maßnahmen und Instrumenten über den gesamten Lebenszyklus einen geeigneten Lösungsraum. Mittels Wechselwirkungsanalyse und systemdynamischer Modellierungen wird die Lenkungswirkung der Maßnahmen und Instrumente in ihrer Kombination bewertet und ein konsistenter Policy Mix für eine CE für Elektrogeräte abgeleitet. Insb. bzgl. Design, Konsum, Schadstoffaspekten und Entsorgung werden Genderaspekte betrachtet und berücksichtigt.
Zielsetzung:
Das Forschungsprojekt hat die Entwicklung eines Verfahrens zur Trennung von Beschichtungen und Textilien zum Ziel. Speziell geht es um persönliche Schutzausrüstung (PSA) in Form von Arbeitsschutzhandschuhen mit Nitrilkautschuk-Beschichtung, deren Basisrohstoffe zurückgewonnen und wiederverwertet werden sollen. Ansprüche an das Vorhaben sind das Schließen von Lücken in der Kreislaufwirtschaft sowie Vermeidung von Abfällen. Daher wird angestrebt, ein Downcycling der gewonnenen Rohstoffe zu vermeiden und aus ihnen wieder beschichtete Textilien herzustellen. Zur Umsetzung dieses Vorhabens soll ein mehrstufiges Recyclingverfahren zum Trennen der in den Schutzhandschuhen enthaltenen Wertstoffe entwickelt werden. Die von den Projektpartnern zu erarbeitenden und zu untersuchten Prozessschritte beinhalten dabei neben Wasch- und Sortiervorgängen auch das Schreddern und Feinmalen der Arbeitsschutzhandschuhe mit anschließendem Sieben oder Windsichten zur Rückgewinnung der Ausgangsmaterialien, um diese schmelzfiltern oder granulieren zu können.
Anlass des Projektes ist der Anfall hoher Abfallmengen an beschichteten Handschuhen, was bspw. bei der Daimler Truck AG rund 5,8 Mio. Paare pro Jahr ausmacht. Potenziell als Abfall anfallen können ca. 124 Mio. Paare pro Jahr (ca. 6.200 t), wenn man von der Gesamtmenge produzierter Ware in diesem Segment ausgeht.
Die beschichteten Handschuhe werden am Endes ihres Gebrauchs der Müllverbrennung zugeführt. Grund der thermischen Verwertung ist die Untrennbarkeit der Beschichtungen vom Substrat mit der bestehenden Prozesstechnik. Bei der Seiz Industriehandschuhe GmbH machen die zur Entsorgung aussortierten Handschuhe ca. 35 t aus, was 7 % von 500 t Reinigungsware entspricht. Unbeschichtete Textilien werden aufgerissen und z. T. in Abmischungen mit Neufasern in Vliesstoffen für den nicht sichtbaren Bereich im Automobil, als Putzlappen, Füllstoffe und in weiteren Anwendungen eingesetzt. Diese Verwendung recycelbarer Wertstoffe ist bisher für beschichtete Handschuhe nicht möglich. Eine Rückführung der Handschuhrohstoffe kann jedoch den Rohstoffverbrauch für Neuprodukte reduzieren und somit eine Energieeinsparung bei der Produktion begünstigen. Die nebenstehende Abbildung führt eine Soll-Ist-Darstellung der Kreislaufwirtschaft im geplanten Projekt auf.
Beim Recycling von Arbeitsschutzkleidung allgemein, und bei Handschuhen im Besonderen, muss beachtet werden, dass es sich um Funktionstextilien handelt mit der Aufgabe, ihren Träger vor Umwelteinwirkungen zu schützen. Die Handschuhe stellen einen Verbundwerkstoff dar, der aus Polyamid 6.6 (Nylon) und Nitril-Butadien-Kautschuk (NBR) besteht. Der Nylon-Bestandteil ist ein linear aufgebautes Polyamid aus der Gruppe der Copolymere, welches nach dem Schmelzen zu Endlosfasern (Filamenten) ausgesponnen und zur textilen Fläche verstrickt wird. Der Synthesekautschuk für die Handschuhbeschichtung ist das Co-Polymerisat von Acrylnitril und 3-Butadien und wird zum Erreichen von Chemikalienfestigkeit auf die Arbeitsschutzhandschuhen aufgebracht.
Die Arbeitsschutzhandschuhe mit NBR-Beschichtung werden derzeit einer Wiederverwendung nach Wiederaufbereitung durch Waschen zugeführt. Diese kann die Handschuhe jedoch nicht ewig vor Verschleiß und daher der thermischen Verwertung bewahren. Grund ist, dass derzeit keine passenden Trennverfahren für NBR-PA-Verbunde bekannt sind. Die Herstellung neuer Arbeitsschutzhandschuhe aus wiederaufbereiteten Bestandteilen ist ein Bestreben des Forschungsprojektes. Die bisherigen Recyclingansätze innerhalb der Textilindustrie sind dafür jedoch nicht geeignet.
Im Rahmen des Projektes soll weiterhin eine Analyse des Produktportfolios beim Schutzhandschuhhersteller Seiz erfolgen, um Sortiervorgaben und Prozesswege für das Recycling zu definieren. Weiterhin sollen Vorgaben für Neuentwicklungen und die Beschaffung von Rohstoffen festgelegt werden, um die Produkte umweltneutraler zu gestalten. (Text gekürzt)