API src

Found 45 results.

Fachliche Beratung und Mitarbeit bei der Weiterführung des Umweltmanagementsystems an der TU Dresden

Seit dem 8. Januar 2003 ist die TU Dresden in das EMAS-Verzeichnis bei der IHK Dresden eingetragen und somit die erste technische Universität mit einem validierten Umweltmanagementsystem nach EMAS (Registrierungsurkunde). Die Validierung ist insbesondere auf den erfolgreichen Abschluss des Projektes 'Multiplikatorwirkung und Implementierung des Öko-Audits nach EMAS II in Hochschuleinrichtungen am Beispiel der TU Dresden' zurückzuführen. Mit der Implementierung eines Umweltmanagementsystems ist zwar ein erster Schritt getan, jedoch besteht die Hauptarbeit für die TU Dresden nun, das geschaffene System zu erhalten und weiterzuentwickeln. Für diese Aufgabe wurde ein Umweltmanagementbeauftragter von der Universitätsleitung bestimmt. Dieser ist in der Gruppe Umweltschutz des Dezernates Technik angesiedelt und wird durch eine Umweltkoordinatorin, den Arbeitskreis Öko-Audit, die Arbeitsgruppe Öko-Audit und die Kommission Umwelt, deren Vorsitzende Frau Prof.Dr. Edeltraud Günther ist, tatkräftig unterstützt. Die Professur Betriebliche Umweltökonomie arbeitet in dem Arbeitskreis und der Arbeitsgruppe Öko-Audit mit und steht dem Umweltmanagementbeauftragten jederzeit für fachliche Beratung zum Umweltmanagement zur Verfügung. Ein wesentlicher Erfolg der TU Dresden auf dem Weg zu einer umweltbewussten Universität ist die Aufnahme in die Umweltallianz Sachsen, die am 08. Juli 2003 stattgefunden hat. Informationen zum Umweltmanagementsystem der TU Dresden sind unter 'http://www.tu-dresden.de/emas' zu finden.

Schwerpunktprogramm (SPP) 1158: Antarctic Research with Comparable Investigations in Arctic Sea Ice Areas; Bereich Infrastruktur - Antarktisforschung mit vergleichenden Untersuchungen in arktischen Eisgebieten, Schadstoffe und Mikroplastik-Residuen in Antarktischen Sturmschwalben und Walvögeln

Die globale Industrieproduktion und das Konsumentenverhalten führen zu einer immer stärkeren Verschmutzung der Ozeane. Daher ist ein Verständnis der Verbreitung von Schadstoffen und ihrer Auswirkungen auf Ökosysteme zunehmend wichtig. Das betrifft auch besonders entlegene, bisher als weitgehende unbelastet geltende Gebiete wie die Antarktis und den Südlichen Ozean. Um die Belastung mit Plastikrückständen von Antarktischen und Subantarktischen Seevögeln zu vergleichen, werden wir Weichmacher-Rückstände im Bürzeldrüsensekret mit einem kürzlich etablierten GC-MS Protokoll bestimmen. Zusätzlich werden wir von den gleichen Vögeln Quecksilber bestimmen, und dazu einerseits Federn nutzen, welche die Monate vor und während der Mauser repräsentieren, und andererseits Blutproben, um die Belastung während der Brutperiode zu erfassen. Wir werden unsere Analysen auf kleine Röhrennasen (Procellariiformes: Sturmschwalben, Walvogel und Blausturmvögel) fokussieren, und vergleichend ebenfalls Proben eines bekanntlich hoch mit Plastikmüll belasteten Gebiets im Nordost-Pazifik untersuchen. Wir werden daher Unterschiede in der Schadstoffexposition zwischen verschiedenen Verbreitungsgebieten und in Abhängigkeit von der trophischen Stufe (durch komponentenspezifische Stabilisotopenanalysen). Weiterhin werden wir die Weichmacher-Konzentrationen in der zeitigen und späten Antarktischen Brutsaison (November versus März) vergleichen, um Carry-Over-Effekte aus dem Überwinterungsgebiet in die Antarktis zu erfassen.

Evaluating the Use of Nuclear Techniques for the Colonization and Production of Natural Enemies of Agricultural Insect Pests

In order to study the effects of parasitoid associated factors on lepidopteran larval hosts we used g-irradiation of sterilize females of the braconid parasitoid Glyptapanteles liparidis. Along with eggs, G. liparidis females inject a secrete of the calyx gland containing particles of a symbiotic virus, the polydnavirus (PDV) and venom into the host. These associated factors are known from other host-parasitoid systems to suppress the immune system of the host and cause alterations in its development. g-irradiation should sterilize the eggs inside the wasp's ovary, so that sterile eggs are oviposited together with PDV and venom and the influence of parasitoid larvae inside the host is excluded. We irradiated G. liparidis females with different doses, ranging from 2.4 to 10.5 krad, in a Co60 g-irradiator. L. dispar larvae were stung by such irradiated wasps as well as untreated wasps, and the development of hosts and parasitoid progeny was controlled by rearing and dissections of hosts. Also G. liparidis were reared under controlled conditions to measure the effect of irradiation on their longevity and oviposition. A sting by an irradiated wasp (= pseudoparasitization) caused prolonged development and supernumerary molts of L. dispar larvae, and lead to the production of heavier pupae. However, such pseudoparasitized hosts suffered from higher pupal mortality due to incomplete larval-pupal molts or incomplete hardening of pupal cuticle. Effects on the host immune system were studied indirectly using an additional infection with the entomopathogenic microsporidium Vairimorpha sp. Pseudoparasitized hosts died earlier from the microsporidiosis and showed infections of higher intensity. For G. liparidis adults the g-irradiation caused no marked reduction in lifespan, except at the highest dose of 10.5 krad, but irradiated females laid significantly fewer eggs. The treatment did not result in complete sterilisation; about 10 to 20 percent of parasitoid eggs did hatch and such G. liparidis were able to complete their development to adults. Further studies will investigate the incomplete sterilization of G. liparidis eggs by g-irradiation. We will test whether these synovigenic wasps can recover after a certain time after irradiation and produce fertile eggs again. Consequently, we aim to develop a protocol of dose and timing of g-irradiation to give the best results for using it as a tool in studying the effects of PDV and venom of G. liparidis.

COOREFLEX-Turbo, 4.1.6b Optimierung der teilbeaufschlagten Regelstufe einer Industriedampfturbine

Ziel des Teilvorhabens ist es, zur optimalen Auslegung einer Gleichdruckstufe den Einfluss der Meridiankonturierung insbesondere unter dem Aspekt der Teilbeaufschlagung und der unvermeidlichen Überdeckung experimentell zu untersuchen. Basierend auf den bereits durchgeführten Arbeiten des Antragstellers wird die derzeit im Vollkranz ausgeführte Regelstufe auf teilbeaufschlagte Sektoren aufgeteilt, um den Einfluss der unvermeidlichen Abdeckung der Sektorengrenzen auch bei Vollbeaufschlagung, aber auch den Einfluss einer Teilbeaufschlagung auf das Strömungsfeld und den Wirkungsgrad der Stufe zu vermessen. Die Messungen helfen, die numerischen Berechnungen zu validieren, die ihrerseits verwendet werden, um weitere Geometrie- und Betriebspunktvariationen durchzuführen. Um letztendlich die wirklich zu erzielende Wirkungsgradverbesserung nachzuweisen, werden Versuche an einer Kaltluftturbine durchgeführt. Denn erst im Zusammenspiel zwischen Stator und Rotor ist die Wirkungsgradverbesserung zu realisieren. Das Vorhaben wird in zwei Teilen beantrag, Vorhabensteil A wird durch den Industriepartner und Vorhabensteil B durch den Hochschulpartner bearbeitet. Die jeweiligen Aufgabenverteilungen detailliert gegeneinander abgegrenzt. Die experimentellen Untersuchungen sind in zwei Arbeitsschritte gegliedert. In Arbeitsschritt 1 wird an der im vorangehenden Vorhaben errichteten Versuchseinrichtung mittels der PIV die Abströmung des Düsenrings ermittelt, analysiert und bewertet. Die Interpretation der Verluste erfolgt einerseits durch die Analyse der Messungen, andererseits durch numerische Berechnungen der Nachläufe. Das numerische Verfahren wird anhand der Messungen validiert. Im zweiten Arbeitsschritt werden Versuche zur Bestimmung des Wirkungsgrades an einer Stator-Rotor Konfiguration in einer Kaltluftturbine durchgeführt werden.

COOREFLEX-Turbo, 4.1.6a Optimierung der teilbeaufschlagten Regelstufe einer Industriedampfturbine - Teil A

Ziel dieses Projektes im Rahmen der COOREFLEX-Turbo ist die Optimierung einer teilbeaufschlagten Regelstufe einer Industriedampfturbine zur Erhöhung der Flexibilität des Betriebsbereiches unter erhöhtem Wirkungsgrad. Dazu soll der Einfluss der Meridiankonturierung der Düsen sowohl experimentell als auch theoretisch untersucht werden. Die numerischen Analysen werden von uns als Industriepartner durchgeführt. Diese Analysen werden durch Messungen des Betriebsverhaltens der Stufe vom Hochschulpartner begleitet. Nach der Untersuchung bei Vollbeaufschlagung wird eine Vorrichtung ausgelegt um eine Teilbeaufschlagung der Düsenringe realisieren zu können. Basierend auf den Erfahrungen des Vorgängerprojektes soll ein weiterer Düsenring konturiert werden, der als Referenz zusätzlich auch ohne Teilbeaufschlagung analysiert werden soll. Wirkungsgrade und Leistung der konturierten Düsenringe mit Anpassungen des Staffelungswinkels zum aussagekräftigen Vergleich, sowie der gesamten Stufe sollen unter verschiedenen Druckverhältnissen in Abhängigkeit von Laufzahl und Teilbeaufschlagung untersucht werden. Für die Auslegung dieser Modifikationen sollen numerische Analysen durchgeführt werden, die als Ergebnisse die Vorgaben liefern, die zur Herstellung des Referenzringes notwendig sind. Die notwendigen Abdeckungen zur Simulation des segmentierten Düsenringes sowie der zu untersuchenden Segmente werden unter Berücksichtigung der Maschinenrelevanz ausgelegt und konstruiert. Die Fertigung der notwendigen Abdeckungen für den Prüfstand erfolgt durch den Antragssteller.

Rekombinante humane Laktoperoxidase und Eosinophile Peroxidase

Im menschlichen Körper gibt es verschiedene Häm-Peroxidasen, die in der unspezifischen Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen. Laktoperoxidase (LPO) findet man beispielsweise in der Muttermilch, im Speichel und in der Tränenflüssigkeit. Eosinophile Peroxidase (EPO) kommt in speziellen weißen Blutzellen, den sog. Eosinophilen, in hoher Konzentration vor und wird bei Befall des menschlichen Körpers mit Parasiten ausgeschüttet. Beide Enzyme produzieren durch Oxidation von Halogeniden und Thiocyanat antimikrobiell wirkende Oxidationsmittel. Auf der anderen Seite wird spekuliert, dass beide Proteine an der Entstehung von Krankheiten beteiligt sind. Laktoperoxidase beispielsweise soll durch Oxidation von Arzneimitteln oder körperfremden Stoffen an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt sein, während EPO eine wichtige Rolle bei allergischen und chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma) zu spielen scheint. Vor allem aufgrund des beschränkten Zugangs zu natürlichen Quellen und die schwierige Reinigung, sind allerdings sowohl die funktionalen als auch strukturellen Eigenschaften von beiden humanen Enzymen weitgehend unbekannt. Basierend auf unserer Erfahrung in der Expression verwandter Proteine in produzierenden Säugetierzelllinien, ist uns kürzlich die gentechnische Herstellung von (rekombinanter) humaner Laktoperoxidase gelungen. Erste Versuche in der Produktion rekombinanter humaner EPO sind ebenfalls vielversprechend. Nach Optimierung der Produktion und Evaluierung alternativer Klonierungsstrategien und Produktionszelllinien sollen beide Oxidoreduktasen in hoher Ausbeute produziert werden. Mit Hilfe dieser Modellprotein können dann erstmals umfangreiche Struktur-Funktionsbeziehungen durch eine Kombination von molekularbiologischen, biochemischen und biophysikalischen Methoden durchgeführt werden. Mit Hilfe der UV-Vis und Resonanz-Ramanspektroskopie werden Hämstruktur- und Umgebung, sowie Oxidations- und Spinzustand des Hämeisens untersucht. Spektroelektrochemische Untersuchen werden Rückschlüsse auf die Reduktionspotentiale relevanter Redoxpaare erlauben. Mittels Multimixing-Stopped-flow-Spektroskopie in Kombination mit Mutagenese sollen schließlich die Mechanismen der Liganden bzw. Substratbindung im aktiven Zentrum als auch sämtliche Redox-Teilreaktionen des Halogenid- und Peroxidasezyklus aufgeklärt werden. Parallel wird versucht beide Proteine zu kristallisieren und ihre Struktur mittels Röntgenbeugung aufzuklären. Die Untersuchungen werden in Zusammenarbeit mit drei renommierten Gruppen in Italien und Spanien durchgeführt. Diese Forschungen sind nicht nur die notwendige Basis für das Verständnis der physiologischen und pathophysiologischen Rolle(n) von LPO und EPO, sondern auch für die zukünftige rationale Entwicklung von spezifischen Pharmazeutika.

Schwerpunktprogramm (SPP) 1158: Antarctic Research with Comparable Investigations in Arctic Sea Ice Areas; Bereich Infrastruktur - Antarktisforschung mit vergleichenden Untersuchungen in arktischen Eisgebieten, Erweiterte Stabilisotopenanalysen zur Untersuchung von ökologischer Segregation und historischen Veränderungen in Trophieebenen - Eine vergleichende Untersuchung in Antarktischen und Subantarktischen Seevogelgemeinschaften

Stickstoff- und Kohlenstoff-Isotopenanalysen bieten ein nützliches Werkzeug, um die ökologische Segregation innerhalb und zwischen Arten in marinen Ökosystemen zu untersuchen und liefern Informationen zu trophischen Ebenen und räumlicher Verteilung. Jedoch ist die Anwendung oft durch einen Mangel an Isotopen-Basiswertenwerte behindert. Zum Beispiel können wir inzwischen die ganzjährige Verbreitung auch kleinerer Seevögel feststellen und wenn diese in fernen Gewässern mausern, werden Informationen über ihre Nahrung in ihren Federn konserviert. Allerdings sind oft keine Nahrungsproben aus jenen fernen Gebieten verfügbar, die einen Isotopen-Basiswert bieten würden. Jedoch wurden zwei erweiterte Isotopentechniken vorgeschlagen, um diese Limitationen zu überwinden: Komponenten-spezifische Analysen der Aminosäuren (CSIA, McClelland & Montoya 2002) und die Analyse von Wasserstoffisotopen (HSIA, Ostrom et al. 2014). CSIA basiert darauf, dass Tiere einige essentielle Aminosäuren (z.B. Phenylalanin) unverändert übernehmen, während andere zwischen der Nahrung und dem Konsument verändert werden (z.B. Glutaminsäure). Somit können trophische Ebenen aus der Differenz der Stickstoff-Isotopenwerte in Glutaminsäure und Phenylalanin berechnet werden. HSIA wurde als ein Werkzeug beschrieben, um bei Seevögeln zwischen Nahrung zu unterscheiden, die aus isosmotischen Tintenfischen und Crustaceen oder aus hyposmotischen Knochenfischen besteht. Da sich die Salzbelastung zwischen isosmotischer und hyposmotischer Nahrung unterscheidet, findet beim Verzehr von isosmotischen Diäten während der Salzausscheidung ein stärkerer Wasserverlust statt. Dieser ist mit Isotopendiskriminierung assoziiert und kann zu Deuterium-angereichertem Gewebe führen. Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, unser Verständnis der ökologischen Segregation in Seevogel-Gemeinschaften mit diesen erweiterten Stabilisotopenanalysen zu verbessern. In einer vergleichenden Studie werden wir die trophische Struktur von vier Seevogel-Gemeinschaften aus der Antarktis und Subantarktis analysieren, mit Schwerpunkt auf kleine Röhrennasen (Sturmschwalben, Walvögel, Sturmvögel). Mit dem vorgeschlagenen Studiendesign können wir Hypothesen über die Verteilung der trophischen Ebenen in den Gemeinschaften überprüfen, welche sich in der Artenzahl und in ihrer Verbreitung unterscheiden. Darüber hinaus werden wir Jahresunterschiede und historische Veränderungen in der Nahrungsökologie der pelagischen Sturmvögel in polaren Gewässern analysieren: Es werden Federn über Jahre mit unterschiedlicher Nahrungsverfügbarkeit und historischen Zeiträumen (ca. 60-160 Jahre alte Federn aus einer bereits bestehenden Sammlung) auf Veränderungen in trophischen Ebenen untersucht.

GenOvotox: Entwicklung und Evaluierung eines sensitiven und kostengünstigen Tierersatzsystems für die Abschätzung des Hormon-toxischen Potenzials von Chemikalien als Disruptoren der embryonalen Gonadenentwicklung

Das GenOvotox-Projekt wird, aufbauend auf bereits vorliegendem Daten, eine Tierversuchs-freie Methode zum Test hormonell wirksamer Umweltchemikalien entwickeln, die 1) den Verbrauch von Tiermaterial erheblich einschränkt, 2) Schmerz-empfindungsfreie Stadien von sich entwickelnden Individuen abdeckt und 3) hochempfindliche, aussagekräftige Vorhersagen des Wirkmechanismus von Chemikalien auf sich entwickelnde Gonaden liefert. Das Projekt entspricht damit der 3R-Vorgabe nach Russell und Burch (1959). Es stellt ein neues Konzept der Toxikologie dar, dass über die bisher vom BMBF im Rahmen des Programms zum Ersatz von Tierversuchen geförderten Projekte hinausgeht. Neben den seit langem belegten Vorteilen des Hühnerembryo als Modellsystem für die Beschreibung der Embryonalentwicklung werden im GenOvotox-Projekt klassische, morphologische und histologische Verfahren mit hochinnovativen, auf den Sequenziertechniken der zweiten Generation basierenden Methoden der Transkriptom-Profilierung und eine hochentwickelte Bioinformatik eingesetzt, um die Wirkung endokriner Disruptoren auf die Entwicklung der Gonaden des Hühnerembryos und der dafür wichtigsten genetischen Komponenten zu analysieren. Die so gewonnen Genexpressionsdaten werden zur Generierung von quantitativen Real-Time-PCR-Assays genutzt , die zunächst zur Validierung der Genexpressionsdaten genutzt werden und später im toxikologischen Routine-Betrieb auf einem qRT-PCR-fähigen Thermocycler anwendbar sind.

Entwicklung von Indikatoren zur Sicherung einer nachhaltigen Fischerei in Bin-nengewässern am Beispiel der Kleinen Maräne

Zielstellung: Im Rahmen der Pilotzertifizierung der Binnenfischerei im Schaalsee zeigte sich, dass die für eine Nachhaltigkeitsbewertung der Binnenfischerei im Grundsatz geeigneten Indikatoren auch solche Populations- und Wachstumsparameter erfordern, die in der Binnenfischerei bisher nicht erhoben werden. Diese sollten hier beispielhaft für die Kleine Maräne erhoben, der dafür erforderliche Aufwand ermittelt sowie eine exemplarische Überprüfung der Anwendbarkeit der Indikatoren zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Binnenfischerei durchgeführt werden. Material und Methoden: Die Untersuchungen wurden am Schaalsee durchgeführt, da in dem o. g. Projekt einige Grundlagen zur Einschätzung der Bestandsdynamik der Hauptwirtschaftsarten und Bewertung der Nachhaltigkeit der fischereilichen Nutzung bereits geschaffen wurden. Im Oktober 2014 wurde im Schaalsee eine Bestandsbefischung mit Multimaschen-Stellnetzen durchgeführt, um eine ausreichende Anzahl Kleiner Maränen zur Bestimmung wichtiger Populationsparameter zu fangen. Bei mindestens 20 Fischen jeder Größengruppe wurden Alter (Schuppen), Geschlecht und Laichreife im Labor bestimmt. Weiterhin wurden die Gonaden gewogen sowie anhand von Unterproben Bruttoenergiegehalt, Eizahl und Eidurchmesser bestimmt. Alter, Länge und Stückmasse der Kleinen Maränen im Fang der Berufsfischerei wurden anhand von Stichproben dokumentiert. Ergebnisse: Insgesamt wurden 817 Kleine Maränen unterschiedlicher Größengruppen gefangen, die den Jahrgängen 0+ bis 4+ angehörten. Die Geschlechtsreife setzte im Alter von 1+ ab einer Totallänge von rund 17 cm ein. Das Geschlechterverhältnis im Fang lag bei 1,15 (weibl. : männl.). Die mittlere Fekundität betrug 10.425 (+- 3024) Eier/Tier (Mittelwert +-Standartabweichung). Es gab eine signifikant positive Korrelation zwischen Fischlänge und Eizahl, aber nicht zwischen Fischlänge und Eidurchmesser. Als asymptotische Länge der Kleinen Maräne wurde ein Wert von rund 31,2 cm errechnet. Der Bruttoenergiegehalt lag im Mittel bei 7,56 (+- 0,6) MJ/kg und zeigte einen guten Ernährungszustand. Die weitere Auswertung der Fangdaten und der Test geeigneter Modelle zur Abschätzung des maximalen nachhaltigen Ertrages (MSY) oder anderer Referenzpunkte ist für 2015 vorgesehen.

Pheromonkommunikation im Modellorganismus Nasonia vitripennis

Parasitische Wespen spielen als natürliche Feinde von potentiellen Schadorganismen eine wichtige Rolle für das Funktionieren von Ökosystemen. Aus diesem Grund werden sie zunehmend im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Um diesen Einsatz möglichst effektiv zu machen, ist es wichtig, alle Aspekte zu kennen, welche die Reproduktion parasitischer Wespen beeinflussen. Hierzu gehört neben der Wirts- auch die Partnerfindung. Die Erzwespe Nasonia vitripennis ist ein Modellorganismus für die Untersuchung parasitischer Wespen. Pheromone sind auf verschiedenen Ebenen an der sexuellen Kommunikation dieser Art beteiligt. Männchen produzieren ein Gemisch aus (4R,5R)- und (4R,5S)-5-Hydroxy-4-decanolid (HDL) und 4-Methylchinazolin in der Rektalblase, welches hochattraktiv auf Weibchen wirkt. Verpaarte Weibchen reagieren hingegen nicht mehr auf das Pheromon. Der vorliegende Antrag soll den Mechanismus und den Verhaltenskontext der Pheromonabgabe untersuchen. Daneben soll geklärt werden, ob HDL nicht nur die Anwesenheit, sondern auch die Qualität eines Männchens anzeigt und so die Partnerwahl der Weibchen beeinflusst. Daneben sollen die chemischen Ursachen des olfaktorischen 'Abschaltmechanismus' der Weibchen untersucht werden. Während der Balz geben Nasonia-Männchen ein weiteres Pheromon aus einer oralen Drüse ab, welches Paarungsbereitschaft bei den Weibchen auslöst. Die verantwortlichen Verbindungen sollen ebenfalls identifiziert werden. Die Pheromonkommunikation parasitischer Hymenopteren stellt ein bislang vernachlässigtes Teilgebiet der chemischen Ökologie dar. Durch die Erweiterung unsere Erkenntnisse über die komplexe chemische Kommunikation im Nasonia-Modellsystem kann der vorliegende Antrag zu einem umfassenden Verständnis der Rolle von Sexualpheromonen in dem ganzen Taxon beitragen.

1 2 3 4 5