Zielsetzung: Borstgrasrasen sind Hotspots der Pflanzen-, Insekten- und Vogeldiversität und durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie auf EU-Ebene prioritär geschützt. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sind Borstgrasrasen von massiven Umweltveränderungen betroffen. Hierzu zählen dramatische Flächenverluste und in den verbliebenen Lebensräumen darüber hinaus ein meist ungeeignetes Management, negative Auswirkungen des Klimawandels und die Eutrophierung durch Luftstickstoffeinträge. In Deutschland ist der Erhaltungszustand des Lebensraumtyps unzureichend bis schlecht und verschlechtert sich weiter. Großflächige Bestände von Borstgrasrasen sind heute nahezu nur noch im Südschwarzwald und der Rhön vorhanden. Im Gegensatz zu den traditionell gemähten Borstgrasrasen der Rhön, war die Beweidung mit Rindern die treibende Kraft für die Erhaltung der Bestände im Südschwarzwald. Bislang fehlen Konzepte zum nachhaltigen und biodiversitätsfördernden Management traditionell beweideter Borstgrasrasen in Zeiten des rasanten globalen Wandels, das nicht nur Pflanzen als Primärproduzenten, sondern auch phytophage Konsumenten, insektivore Konsumenten und Destruenten umfasst.
Durch das hier beantragte Projekt und einen multitrophischen Ansatz sollen dieses Defizit behoben werden und die Grundlagen für eine Trendumkehr des Erhaltungszustands geschaffen werden. Das Projekt soll im Biosphärengebiet Schwarzwald durchgeführt werden. Das Projektgebiet ist nicht nur der bundesweite Verbreitungsschwerpunkt beweideter Borstgrasrasen, sondern auch Bestandteil des nationalen Biodiversitäts-Hotspots 'Hochschwarzwald mit Alb-Wutach-Gebiet'. Die betrachteten trophischen Ebenen umfassen Primärproduzenten (Gefäßpflanzen, Moose), zwei Konsumentengruppen (Heuschrecken und Brutvögel) und Destruenten (Dungkäfer). Basierend auf den Erkenntnissen der multitrophischen Studien sollen evidenz-basierte Handlungsempfehlungen zum nachhaltigen, biodiversitätsfördernden Management von Borstgrasrasen im Speziellen und Magerrasen im Allgemeinen in Zeiten des rasanten globalen Wandels formuliert werden.
Nr.: 02/2018
Halle (Saale), 21.02.2018
Ein Elch im Fläming
Anfang der vergangenen Woche wurde im Waldgebiet nördlich von Coswig ein
Elch nachgewiesen.
Der Nachweis stammt von einer Wildkamera des Landesamtes für
Umweltschutz, die in Zusammenarbeit mit einem ehrenamtlichen Mitarbeiter
betrieben wird und in erster Linie dem Monitoring streng geschützter Wildtiere
wie der Wildkatze dient. Die automatisch arbeitende Kamera registrierte in
diesem Fall zufällig den vorbeiziehenden Elch.
Der Elch gilt in Sachsen-Anhalt und Deutschland seit langem als
ausgestorben. Gelegentlich wandern jedoch Elche aus Polen nach
Deutschland ein, wo sie dann vor allem in Brandenburg und Sachsen, aber
auch weiter westlich wie in Hessen, Niedersachsen oder Bayern festgestellt
wurden. In den letzten Jahren nahmen die Sichtungen in Deutschland zu. Die
letzte Meldung aus Sachsen-Anhalt gab es im Sommer 2016 östlich von
Wittenberg.
Im vorliegenden Fall dürfte es sich anhand der Fotos um ein männliches Tier
handeln, das jedoch sein Geweih der Jahreszeit entsprechend schon
abgeworfen hat. Die Spuren, die vor Ort gefunden wurden, wiesen darauf hin,
dass das Tier sich in südlicher Richtung entfernte – der gegenwärtige
Aufenthaltsort ist nicht bekannt.
Elche benötigen besonders energiereiche Nahrung. Ihre Nahrungsansprüche
können sie vor allem in Laub- und Mischwäldern mit Feuchtgebieten
realisieren, die sich durch einen hohen Anteil an Weichhölzern wie zum
Beispiel Espen, Pappeln und Weiden sowie auch Wasserpflanzen
auszeichnen. Die Wanderungen der Elche werden unter anderem auch durch
das lokale Nahrungsangebot bestimmt. Sie passieren dabei überwiegend
unbemerkt auch landwirtschaftlich intensiv genutzte Bereiche und überwinden
problemlos Flüsse. Der Straßenverkehr kann für sie jedoch zum Problem
werden.
Ob und wo sich dieser Elch eventuell längerfristig aufhalten wird, lässt sich
nicht abschätzen. Der Elch genießt eine ganzjährige Schonzeit und darf nicht
geschossen werden.
PRESSEMITTEILUNG
Die Präsidentin
E-Mail: Praesidentin@
lau.mlu.sachsen-anhalt.de
Landesamt für Umweltschutz
Reideburger Straße 47
06116 Halle(Saale)
Tel.: 0345 5704-101
Fax: 0345 5704-190
Internet:
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