Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Zielsetzung ist die Entwicklung und Planung der ökologischen Siedlung Flintenbreite in Lübeck für ca. 350 Menschen in einem stadtökologisch wertvollen Umfeld. Es ist eine weitgehend autarke Ver- und Entsorgungsstruktur für die Siedlung durch das zentrale und integrierte Energie- und Abwasserkonzept vorgesehen.
Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden: Aufteilung von Stroffströmen auf der Basis des Stoffstrommanagements mit dem Ziel einer adäquaten Behandlung und Nutzung von Energie und Inhaltsstoffen (z.B. Trennung in Regenwasser, Grauwasser und Schwarzwasser im Rahmen des Wasser- und Abwasserkonzepts).
Die Ziele des Projekts konnten nur durch ein sehr hohes Maß an Kooperation und Teamarbeit zwischen den beteiligten Planern erreicht werden. Beispiele hierfür sind die Abstimmung der hochbaulichen Details auf die Erfordernisse des Ver- und Entsorgungskonzepts oder die Nutzung von Synergien, wie z.B. bei der gemeinsamen Verlegung der siedlungseigenen Ver- und Entsorgungsleitungen (Trinkwasser, Grauwasser, Schwarzwasser, Nahwärme, Elektro, Telefon etc.) in einer gemeinsamen Leitungstrasse (Außenbereich) bzw. einem gemeinsamen Infrastrukturkanal.
Fazit: Die in der Planungsphase des Projekts gemachten Erfahrungen zeigen, daß neue Formen der Siedlungstechnik durchaus wirtschaftlich sein können und zu einer erheblichen Verringerung der Umweltbelastung (Nährstoffemissionen, Wasserverbrauch, CO2-Emissionen) führen.
Hierbei werden zukünftig Stoffstrombetrachtungen im Siedlungsbereich - insbesondere für den Abwasserbereich - eine zunehmend wichtigere Rolle spielen.
Ziel des Gesamtvorhabens ist die Fortführung der denkmalgerechten Sanierung des durch Umweltbelastungen stark geschädigten Langen Hauses (Haus 8-13), die bereits im Rahmen des Projektes 07356/01 begonnen wurde. Der größte Teil der Fördermittel im Rahmen des letztgenannten Projektes sind schwerpunktmäßig in die Instandsetzung des ersten Bauteils (Haus 8+9) geflossen. Dieser Gebäudeteil konnte im April 1998 für die Zwecke des Evangelischen Konvikts in Betrieb genommen werden. Die Sanierungsarbeiten werden jetzt am Mitteltrakt (Haus 10+11) fortgeführt. Ausgehend von den Erfahrungen bei der Sanierung der Häuser 8/9 wird auf der Grundlage der entsprechenden holzschutztechnischen Gutachten die Durchreparatur der Holzkonstruktion vorgenommen, wobei hausschwamm-, nassfäulepilz- und insektenfreies Altholz als Ersatz für zerstörte oder unbrauchbare Fachwerkteile eingebaut wird. Bei der Ausmauerung der Gefache wird Hanflitze als Winddichtung in die Fuge zwischen Fachwerk und Ausmauerung eingelegt. Da sich nach Suchschachtungen herausgestellt hatte, dass die Südfassade und die Querwände des Hauses 11 nicht ausreichend bzw. gar nicht gegründet wurden, wird hier der Abriss des alten Sockelmauerwerkes und die Einbringung eines neuen Stahlbetonfundamentes erforderlich.