Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Zielsetzung ist die Entwicklung und Planung der ökologischen Siedlung Flintenbreite in Lübeck für ca. 350 Menschen in einem stadtökologisch wertvollen Umfeld. Es ist eine weitgehend autarke Ver- und Entsorgungsstruktur für die Siedlung durch das zentrale und integrierte Energie- und Abwasserkonzept vorgesehen.
Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden: Aufteilung von Stroffströmen auf der Basis des Stoffstrommanagements mit dem Ziel einer adäquaten Behandlung und Nutzung von Energie und Inhaltsstoffen (z.B. Trennung in Regenwasser, Grauwasser und Schwarzwasser im Rahmen des Wasser- und Abwasserkonzepts).
Die Ziele des Projekts konnten nur durch ein sehr hohes Maß an Kooperation und Teamarbeit zwischen den beteiligten Planern erreicht werden. Beispiele hierfür sind die Abstimmung der hochbaulichen Details auf die Erfordernisse des Ver- und Entsorgungskonzepts oder die Nutzung von Synergien, wie z.B. bei der gemeinsamen Verlegung der siedlungseigenen Ver- und Entsorgungsleitungen (Trinkwasser, Grauwasser, Schwarzwasser, Nahwärme, Elektro, Telefon etc.) in einer gemeinsamen Leitungstrasse (Außenbereich) bzw. einem gemeinsamen Infrastrukturkanal.
Fazit: Die in der Planungsphase des Projekts gemachten Erfahrungen zeigen, daß neue Formen der Siedlungstechnik durchaus wirtschaftlich sein können und zu einer erheblichen Verringerung der Umweltbelastung (Nährstoffemissionen, Wasserverbrauch, CO2-Emissionen) führen.
Hierbei werden zukünftig Stoffstrombetrachtungen im Siedlungsbereich - insbesondere für den Abwasserbereich - eine zunehmend wichtigere Rolle spielen.
Bei kleinen Blockheizkraftwerken unter 10 kWel können durch den Einsatz von Stirlingmotoren wirtschaftliche und umweltrelevante Vorteile erreicht werden. Die langen wartungsfreien Laufzeiten machen den wirtschaftlichen Betrieb der kleinen Module zur Erzeugung der Wärme-Grundlast oft erst möglich. Durch die Anwendung moderner Brennertechnologie sind sehr geringe Schadstoffemissionen auf dem Niveau der Brennwerttechnik, also deutlich bessere Werte als bei Gas-Ottomotoren, erreichbar. Auch die gute Regelbarkeit der Stirlingmotoren ist von Vorteil. Später bestehen Chancen, problematische und sogar feste Brennstoffe zu nutzen. Ziel des Vorhabens war, auf Basis einer vorhandenen Motorkonstruktion mit 9 kWel/1500 min-1 entsprechende BHKW zu entwickeln und aufzubauen, im praktischen Einsatz an geeigneten Standorten mit typischen Anwendern Langzeiterfahrung zu gewinnen und diese wieder in die Konstruktion einfließen zu lassen. Dem Hersteller wie dem Anwender sollten so Grundlagen zu einer Entscheidung über Herstellung bzw. Einsatz geschaffen werden. Zunächst wurde ein Prototyp mit 9 kWel und 20 kWth projektiert und dann fünf weitere für die erste Projektphase aufgebaut. Für diese erste Phase des Vorhabens wurden ältere Brenner aus einer schwedisch-amerikanischen Entwicklung eingesetzt, die Maschinen liefen im Raum Stuttgart. Für die zweite Phase wurde eine Brenner-Neuentwicklung verwendet, die Module im Gesamt-Wirkungsgrad und am Gehäuse verbessert und an Standorten in ganz Deutschland betrieben und teils mit lokalem Personal gewartet. Eine Datenerfassung sammelte und übertrug Messwerte per Modem. Anfänglich waren Probleme mit der Einbindung in die Heizungsanlagen zu überwinden und Fehler an den Modulen zu beseitigen bis überall kontinuierlicher Dauerbetrieb zu Betriebserfahrung mit Verschleißbeurteilung führte. An Verschleißproblemen im Motor musste konstruktiv und fertigungstechnisch intensiv gearbeitet werden, dabei konnten Fortschritte erzielt werden. Der in einem anderen DBU-Vorhaben entwickelte Brenner musste zunächst im Haus an Versuchsmaschinen erprobt werden, er wurde schließlich erfolgreich bei externen BHKW-Modulen verwendet. Die Erprobung und Verbesserung der Maschinen aus der zweiten Phase der Felderprobung läuft über das Projekt hinaus weiter.