Mitgliedschaft in der Expertengruppe des BMU zur fachlichen Begleitung des Schweizer Standortauswahlverfahren für ein Endlager aus deutscher Sicht.
Es handelt sich um drei verschiedene, interdependente Projekte: (1) Entwicklung konzeptioneller hydrogeologischer Modelle zur Charakterisierung von Standorten fuer Endlager radioaktiver Abfaelle (Dr. Werner Huerlimann); (2) hydrogeologische Felduntersuchungen (computergestuetzte Auswertung von Feldversuchen unter Beruecksichtigung verschiedener Prozesse in poroesem und geklueftetem Gestein; Entwicklung von Untersuchungsprogrammen und Auswertmethoden) als Grundlage fuer Standortcharakterisierungen und Sicherheitsanalysen (Dr. Simon Loew). (3) Sicherheits- und Risikoanalysen fuer Endlager radioaktiver Abfaelle; Modellrechnungen fuer Mobilisierung von Schadstoffen im Endlager, Transport von Schadstoffen durch technische Barrieren und Geosphaere, Transport von Schadstoffen in der Biosphaere und Dosisberechnung. Beurteilung von Risiken fuer verschiedene denkbare Freisetzungsszenarien (Dr. Markus Hugi).
Die Firma Cismarer Naturstrom GmbH & Co. KG in 23738 Manhagen, Manhagenerfelde 13, plant die wesentliche Änderung einer Biogasanlage in 23743 Grömitz, Kolauerhof, Gemarkung Cismar, Flur 3, Flurstücke 140,141,159.
Gegenstand des Genehmigungsantrages sind im Wesentlichen folgende Maßnahmen:
– Neubau eines Endlagers 2 mit Gasspeicherabdeckung;
– Austausch der Gasspeicherabdeckungen des Nachgäres und des Endlagers 1;
– Errichtung eines Feststofteintrages;
– Errichtung einer Biogasaufbereitungsanlage zur Erzeugung von Biomethan zur Einspeisung ins Erdgasnetz;
– Errichtung eines Warmwasser-Pufferspeichers;
– Änderung der Inputstoffe und Inputmengen (Input: 60,27 t/d);
– Erhöhung der störfallrelevanten Biogaslagermenge auf 25,4 t.
Die Frage, wie hochradioaktive Abfaelle langfristig sicher gelagert werden koennen, stellt ein globales Umweltproblem dar und wird von verschiedenen Gruppen unterschiedlich beurteilt. Vertreter der kerntechnischen Industrie erklaeren, das Problem sei mithilfe international vereinter Anstrengungen prinzipiell technisch loesbar, auch wenn es weltweit noch kein Endlager fuer hochradioaktive Abfaelle gibt. Kernenergiekritiker halten die Endlagerung fuer ein grundsaetzlich unloesbares Problem und verweisen auf den Expertenstreit und die Prognoseunfaehigkeit fuer den erforderlichen Langzeitsicherheitsnachweis. In diesem Projekt soll ein Wertbaum erstellt werden, welcher technische, oekonomische, soziale, ethische und oekologische Aspekte zur Beurteilung verschiedener Lagerkonzepte umfasst. Dieser soll Expertengruppen mit unterschiedlichen Zielorientierungen zur systematischen Bewertung vorgelegt werden. Dabei interessiert, welche Aspekte fuer wichtig erachtet und welche von den Gruppen divergent beurteilt werden. Kenntnisse hierueber stellen eine wesentliche Grundlage dar, auf der gesellschaftliche Entscheidungsfindungsprozesse hinsichtlich des langfristigen Umgangs mit hochradioaktiven Abfaellen aufbauen muessen. Ergebnisse sind v.a. fuer den oeffentlichen Diskurs und fuer offizielle Genehmigungsverfahren zu erwarten.
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