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Nr. 31.32: AG I1, AG Endlagertechnik, Dokumentation vom 08.07.2021

Beitrag im Rahmen der FKTG: Textbeiträge I, S. 130: Transportierbarkeit absolut, denn wenn nicht am Endlagerstandort konditioniert wird, dann muss der EL-Behälter auch wieder ein Transportbehälter sein. Und es muss geprüft werden ob dies die Endlagersicherheit beeinträchtigt! Textbeiträge I, S. 130: Das könnten 2 Behälter sein! Textbeiträge I, S. 130: Yipp! Textbeiträge I, S. 130: Ein Endlager-Behälter muss den Transport bis zum letzten Moment leisten - im Wesentlichen; Textbeiträge I, S. 130: Die Frage läßt sich transponieren auf die Fragestellung, ob der Endlagerstandort auch Standort einer wahrscheinlich notwendigen Konditionierungsanlage wird. Wenn eine Konditionierungsanlage am Standort entsteht, dann muß der Transport von den Zwichenlagerstandorten nicht mit den Endlagerbehältern erfolgen, sondern kann - entsprechende Genehmigung zum Zeitpunkt vorausgesetzt - durch die TLB geleistet werden. Der Endlagerbehälter müßte dann nicht nach ADR/RID mitausgelegt werden, müßte aber natürlich weiterhin den sicheren Transport AM Standort (also nach unter Tage und unter Tage) gewährleisten. Textbeiträge I, S. 132: Die Behälter-Frage ist doch mit den Annahme-Bedingen der Zwischenlager faktisch entschieden !!! Textbeiträge I, S. 133: Eine Konditionierungsanlage ist ein technisch lösbares Problem. Es muss nur angegangen werden! Textbeiträge I, S. 133: Kann der Castor nicht in einen Endlagerbehälter eingeschoben werden. Wird extrem schwer - Grenze Seilfahrtsanlage - aber geht das prinzipiell? Textbeiträge I, S. 130: Wesentlich Vorraussetzung fu¨r die (generischen) Behälterkonzepte ist u.a. auch die Frage der Transportierbarkeit (öff. Verkehrswege) oder nicht. Textbeiträge I, S. 130: Overpacks etc...? Stellungnahme der BGE: Unsere derzeitigen Planungen sehen eine Umsetzung des Nationalen Entsorgungsprogramms vor. Demnach befindet sich die Umladeanlage für HAA sowie ein Eingangslager für beladene TLB am Endlagerstandort. Aus diesem Grund wird derzeit ein rein innerbetrieblicher Transport der Endlagerbehälter betrachtet. Sollten sich diese Planungsprämissen ändern, ist zu prüfen, inwieweit ein Transport des Endlagerbehälters möglich ist. Dabei kann zum Beispiel auch eine Umverpackung gemäß des Transportrechts (ADR/RID) in Betracht kommen. Initiale Rückmeldung im Rahmen der FKTG: Textbeiträge I, S. 130: Die von Herrn [...] genannte Zahl von ~1900 Behältern bezieht sich auf die Anzahl der Castor-Behälter. Diese Zahl gibt einen Hinweis auf das Volumen der endzulagernden Abfälle hat aber nichts mit der Anzahl der tatsächlich einzulagernden Behältern zu tun. Stellungnahme einer externen Prüfstelle:nicht vorhanden.

Nr. 65.4.5: Zusammenstellung von Links zu Stellungnahmen und Beiträgen zum Zwischenbericht Teilgebiete der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (Stand: 04.06.2021)

Beitrag im Rahmen der FKTG: Auch wenn vorläufige Sicherheitsuntersuchungen als Mittel zur wirtsgesteins- und konzeptabhängigen Einordnung der Abwägungskriterien im StandAG für die Ermittlung der Teilgebiete noch nicht gefordert werden, gilt es doch, den Konzeptbezug zur Ermittlung einer für die Endlagersicherheit günstigen geologischen Gesamtsituation herzustellen. [...] Der Bezug zum Endlagerkonzept, der nach unserer Auffassung erst einmal nur die ungefähre Lage eines ewG umfassen müsste, ist im vorliegenden Bericht nicht ausreichend erkennbar. // [...] Stellungnahme der BGE: Seite 3: Ihren Hinweis bzgl. der Zugrundelegung entsprechender Endlagerkonzepte nehmen wir gerne auf, verweisen aber an dieser Stelle nochmals auf die im Zwischenbericht Teilgebiete zitierte Unterlage „Endlagerkonzepte - Überblick über grundsätzliche Rahmenbedingungen in der ersten Phase des Standortauswahlverfahrens", welche auf der Homepage der BGE entsprechend veröffentlicht wurde. Mit dieser Unterlage setzte die BGE u. a. die seitens der Rechtsaufsicht verschriftlichte Hilfestellung zur Ausarbeitung und Darlegung der Bearbeitungsmethode zur Ermittlung von Teilgebieten gemäß§ 13 StandAG um. Initiale Rückmeldung im Rahmen der FKTG: nicht vorhanden. Stellungnahme einer externen Prüfstelle:nicht vorhanden.

Dammbau im Salzgebirge - Untersuchungen und Erprobung eines Systems von Baukomponenten zur Entwicklung und Optimierung eines Dammbauwerkes

Daemme sind Teil eines Mehrbarrierenkonzeptes zum sicheren Einschluss radioaktiver Abfaelle in einem Endlager im Salz. Um die Barrierefunktion ueber lange Zeitraeume erfuellen zu koennen, wurde in den vorlaufenden Projektphasen ein Versuchsdammkonzept erarbeitet, das die heutigen Anforderungen an einen Endlagerdamm erfuellen kann. Dieses Konzept sieht ein in drei Komponenten aufgegliedertes Bauwerk vor, welches aus einem statischen Widerlager, einer Kurzzeitdichtung und einer Langzeitdichtung besteht. In enger Zusammenarbeit, die durch einen Zusammenarbeitsvertrag geregelt ist, soll nunmehr gemeinsam von DBE, BGR und GSF nach allen vorbereitenden Arbeiten die eigentliche Versuchsdurchfuehrung (Bau und Test eines Gesamtbauwerkes und einer Langzeitdichtung) einschliesslich begleitender Arbeiten (Labor- und In-situ-Versuche, Modellrechnungen) erfolgen. Wesentlich ist dabei, dass alle Aspekte der Langzeitsicherheit gemaess dem Rahmenplan 'Endlagersicherheit in der Nachbetriebsphase' beruecksichtigt werden muessen.

Grundlagenarbeit für Endlagersicherheit

Grundlagenarbeit für Endlagersicherheit BASE beteiligt Öffentlichkeit bei der Berechnungsgrundlage zur Dosisabschätzung Meldung Stand: 24.09.2020 Bei der Standortauswahl für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle ist der Schutz vor möglichen Strahlenexpositionen ein wichtiger Aspekt. Um die Endlagersicherheit an potenziellen Standorten bewerten zu können, bedarf es daher eines fachlich fundierten Indikators. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat hierzu gemeinsam mit dem Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) die fachlichen Inhalte einer Berechnungsgrundlage erarbeitet. Die Berechnungsgrundlage definiert, unter welchen Anforderungen und Vorgehensweisen die fiktive Dosis für zukünftig lebende Personen abzuschätzen ist. Die Unterlagen sind einsehbar und können in Kürze von der Öffentlichkeit kommentiert werden. Hierzu sieht das BASE neben einer Online–Konsultation für die Öffentlichkeitsbeteiligung auch eine Veranstaltung im kommenden Jahr vor. Hintergrund der Berechnungen Im Standortauswahlverfahren für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle ist die bestmögliche Sicherheit des Standortes der entscheidende Faktor. Daher spielen vorläufige Sicherheitsuntersuchungen eine wesentliche Rolle. Die bei diesen Sicherheitsuntersuchungen zu berücksichtigenden Anforderungen sind festgelegt in der Verordnung über Sicherheitsanforderungen und vorläufige Sicherheitsuntersuchungen für die Endlagerung , die demnächst in Kraft tritt. Als ein Indikator muss dabei die mögliche Strahlenexposition der Bevölkerung (genauer: die zusätzliche mittlere effektive Jahresdosis für Einzelpersonen der Bevölkerung) im Bewertungszeitraum von bis zu 1 Million Jahren nach Verschluss eines potentiellen Endlagers abgeschätzt werden. Es ist zu zeigen, dass jeder Untersuchungsraum die festgelegten Dosisindikatoren von 10 beziehungsweise 100 Mikrosievert pro Kalenderjahr einhalten kann – ansonsten scheidet er aus dem Verfahren aus. Das Ziel der Berechnungsgrundlage für die Dosisabschätzung bei der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle ist die regulatorische Festlegung von Anforderungen und Vorgehensweisen bei der notwendigen Dosisabschätzung. Erarbeitung der Berechnungsgrundlage Der Entwurf für die Berechnungsgrundlage für die Dosisabschätzung bei der Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen wurde im Auftrag des BMU unter Federführung des BASE gemeinsam mit dem BfS erstellt. Die eigens dafür im BASE eingerichtete Projektgruppe Ausbreitungspfade hat sich bei ihren Arbeiten fachlich durch eine Ingenieursgemeinschaft (ZPP Ingenieure AG, Itasca Consultants GmbH und CSD INGENIEURE AG) unterstützen lassen. Der Entwurf der Berechnungsgrundlage wurde dem BMU am 31.07.2020 übergeben und kann am untenstehend eingesehen werden. BASE beteiligt Öffentlichkeit Das BASE wird den Entwurf der Berechnungsgrundlage der Öffentlichkeit vorstellen und zur Diskussion stellen. Vorgesehen sind aktuell eine Online-Konsultation und eine Konsultationsveranstaltung in 2021. Das BASE übernimmt die organisatorische und inhaltliche Planung sowie das Verfahren der Öffentlichkeitsbeteiligung –fachlich unterstützt wird es dabei zudem von Experten des BfS . Über weitere Schritte wird das BASE in Kürze informieren. Entwurf der Berechnungsgrundlage (Verlinkt auf die Infoplattform zur Endlagersuche) Berechnungsgrundlage für die Dosisabschätzung bei der Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen – Entwurf Herunterladen (PDF, 1MB, nicht barrierefrei)

Entwicklung einer hauseigenen Open Source THM Modellierungstoolbox (OSTHM)

Entwicklung einer hauseigenen Open Source THM Modellierungstoolbox (OSTHM) BASE-Forschungsprojekt Themenfeld: Endlagerung Status: abgeschlossen Finanzierung: BASE-Inhouse-Forschung Projektbeschreibung Projektdaten Förderkennzeichen 4722B10203 Ausführende Stelle BASE-Forschungsabteilung Projektzeitraum 01.2022 - 03.2025 Art der Finanzierung BASE-Inhouse-Forschung Die Wechselwirkungen zwischen Temperatur, Fluiden und mechanischen Eigenschaften in einem Endlagersystem werden im Wesentlichen durch Thermo-Hydro-Mechanisch (THM) gekoppelte Prozesse naturwissenschaftlich beschrieben. THM-Modellierung, also die Vorhersage des Verhaltens von Materialien unter verschiedenen Bedingungen, ist dabei das grundlegende numerische Werkzeug. Der sichere Umgang und das tiefe Verständnis von numerischen Berechnungsverfahren ist somit die Voraussetzung zur Durchführung und Bewertung von vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen im Standortauswahlverfahren. Das Inhouse-Forschungsprojekt entwickelte eine Open-Source-Softwarebibliothek [ Oskar ]. Dabei handelt es sich um eine transparente, einfach zu nutzende und gleichzeitig hoch flexible Werkzeugsammlung auf Basis der Methode der Finiten Elemente zur Simulation von thermo-hydro-mechanisch (THM) gekoppelten Prozessen. Die in der Skriptsprache Python entwickelte Software soll sowohl den Kompetenzerhalt im BASE als auch eine Diversifizierung der Prüfmöglichkeiten des Bundesamtes verbessern. Zusätzlich bieten umfangreich dokumentierten Tutorials und Beispiele einen ersten Einstieg in die Modellierung, der für die Endlagersicherheit wichtigen, physikalischen Prozesse. Das Open-Source-Projekt Oskar ist auf GitLab veröffentlicht und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Kontakt Dr. Ingo Kock , Leitung Fachgebiet F 4, Forschung zu Sicherheitsanalytik und -methodik E-Mail ingo.kock@base.bund.de Fachlicher Abschlussbericht Entwicklung einer hauseigenen Open Source THM-Modellierungstoolbox Label: Fachinformation Herunterladen (PDF, 1MB, barrierefrei⁄barrierearm)

Untersuchung zur Wirksamkeit des geologischen und geotechnischen Barrierensystems im Hinblick auf die Standort-Auswahl in magmatischen Gesteinen (Kurztitel: WIBASTA)

Für ein HAW-Endlager im Granit soll die Rolle der Komponenten des geologisch-geotechnischen Barrierensystems zwecks Nachweis der Endlagersicherheit / Standorteignung geklärt werden. Die Arbeiten werden weitgehend anhand russischer Standortdaten durchgeführt. Die Hauptaufgabe liegt in der Fortführung / Aktualisierung der bisherigen Arbeiten (ASTER) auf dem Gebiet der Modellierung: Das hydrogeologische Modell wird an den Standort Jennisseiskij angepasst. Strömungs- und Transportmodelle werden verbessert und erweitert. Das Nahfeldmodell wird um die zeitabhängige Modellierung des Behälterausfalls und die Modellierung eines zusätzlichen gering permeablen Bereichs (ungestörtes Wirtsgestein) ergänzt. Das Fernfeldmodell wird um die Modellierung vollständiger Zerfallsreihen und der elementspezifischen linearen Gleichgewichtsadsorption erweitert. Die Korrelation relevanter Eingangsparameter (Standortfaktoren) mit der Wirksamkeit des gesamten Barrieresystems (Einhaltung der Schutzziele) wird beurteilt. Die Bedeutung der Eingangsparameter soll für lange Zeiträume klassifiziert werden. Der Einfluss des Wärmeeintrags (natürlich und abfallinduziert) wird berücksichtigt.

Steckbrief Forschungsvorhaben Thermische Integrität von Ton und Tonsteinen (PDF)

Steckbrief für Forschungsvorhaben Thermische Integrität von Ton und Tonsteinen – Experiment und gekoppelte THMC-Simulationen Kurztitel/ ggf. Akronym:THMC-Sim Projektziel:Aussagen zur Integrität von Ton und Tonsteinen als Barrieregestein und Barrieresystem bei verschiedenen Temperaturen über 100 °C Forschungsfeld:Vorläufige Sicherheitsuntersuchungen im Standortauswahlverfahren Projektpartner:Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH, Technische Universität Darmstadt Fördervolumen (Netto):Das Fördervolumen der BGE beträgt insgesamt 1.008.252,00 €. Projektlaufzeit:Mai 2020 bis September 2022 Vergabenummer:SEVGV3T-19-02-Huc Weiterführende Informationen:https://www.grs.de/de/aktuelles/projekte/thermische-integritaet-von- ton-und-tongesteinen-experiment-und-gekoppelte-thmc Projektbeschreibung Die vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen bilden einen wichtigen Bestandteil des Standort­ auswahlverfahrens. Dabei wird bewertet, inwieweit der sichere Einschluss der radioaktiven Abfälle gewährleistet werden kann. Dazu wird das Endlagersystem in seiner Gesamtheit be­ trachtet und in Hinblick auf seine Sicherheit bewertet (§ 27 StandAG). Um die Sicherheit des Endlagersystems beschreiben und bewerten zu können, müssen auch die thermischen Verhältnisse innerhalb des Endlagersystems berücksichtigt werden. Hilfreich hierzu ist beispielsweise die Ermittlung der Temperatur, die in einem Endlager für radioaktive Abfälle maximal physikalisch möglich ist, ohne die sichere Einlagerung zu gefährden. Infolge der Einlagerung der hochradioaktiven Abfälle wird aufgrund ihres radioaktiven Zerfalls Wärme im Endlagersystem frei. Dies führt zu einer Temperaturerhöhung im Einlagerungsbereich, wel­ che weitere, parallel ablaufende Prozesse beeinflusst, die für die Sicherheit des Systems re­ levant sind. Diese Prozesse umfassen u. a. hydraulische, mechanische, chemische, biologi­ sche und mineralogische Prozesse (beispielsweise Salzgruskompaktion, mikrobielle Aktivitä­ ten oder Mineralumwandlungen), welche ebenfalls miteinander gekoppelt sein können. Für die verschiedenen Wirtsgesteinstypen sind aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaf­ ten unterschiedliche temperaturabhängige Prozesse relevant und haben unterschiedliche Geschäftszeichen: SG02301/7-10/3-2021#13 – Objekt-ID: 915646 – Stand: 12.01.2022 www.bge.de Seite 1 von 2 Steckbrief für Forschungsvorhaben Auswirkungen auf die Sicherheit. Dazu wird in § 27 Abs. 4 StandAG1 vorgegeben: „Solange die maximalen physikalisch möglichen Temperaturen in den jeweiligen Wirtsgesteinen auf- grund ausstehender Forschungsarbeiten noch nicht festgelegt worden sind, wird aus Vorsor- gegründen von einer Grenztemperatur von 100 Grad Celsius an der Außenfläche der Behälter ausgegangen.“ Bei Endlagersystemen in Tongestein und kristallinem Wirtsgestein sind die maximalen Tem­ peraturen besonders relevant, insbesondere für Bentonit, da dieser oft als Verfüllmaterial ge­ nutzt wird. Im Wirtsgestein Tongestein als auch dem bei dem zum Verschluss und Versatz verwendeten Ton wird durch eine erhöhte Temperatur und durch Wechselwirkung mit wässrigen Lösungen die Umwandlung von Tonmineralen ermöglicht bzw. beschleunigt (sog. Illitisierung). Diese Umwandlungen können wichtige endlagerrelevante Eigenschaften, wie z. B. Sorption und Quellfähigkeit ändern. Ziel des Forschungsvorhabens ist es daher, ein verbessertes Verständnis des Langzeitverhal­ tens von Ton und Tongestein bei variablen Umgebungsbedingungen (z. B. Temperatur und Chemismus) zu erhalten, um somit auch eine aus Sicht der Endlagersicherheit sinnvolle Tem­ peratur ableiten zu können. In der Studie soll daher der gekoppelte Einfluss der Wärme und Wechselwirkungen mit Fluiden in Laborversuchen untersucht und mit dem Ziel der Generalisierung und Konsequenzenbe­ trachtung in einfachen thermisch-hydraulisch-mechanisch-chemisch (THMC) gekoppelten Mo­ dellen simuliert werden. Dazu werden anhand drei verschiedener Probenarten Laborversuche bei unterschiedlichen Temperaturen zwischen 35 °C und 200 °C und bei einem Fluiddruck von 70 bar, der für die Simulation der potentiellen Endlagerteufe nötig ist, durchgeführt. Die Ziel­ größen dieser Versuche, welche mit verschiedensten Labormethoden (z. B. Rasterelektronen­ mikroskopie) untersucht werden, sind die Permeabilität, der Quelldruck und die mineralogische Alteration. Die Untersuchungen tragen dazu bei, ein grundlegendes Prozess- und Systemver­ ständnis hinsichtlich einer sicheren Endlagerung von radioaktiven Abfällen zu entwickeln. 1 Standortauswahlgesetz vom 5. Mai 2017 (BGBl. I S. 1074), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 7. De- zember 2020 (BGBl. I S. 2760) geändert worden ist Geschäftszeichen: SG02301/7-10/3-2021#13 – Objekt-ID: 915646 – Stand: 12.01.2022 www.bge.de Seite 2 von 2

Ungewissheiten und Robustheit mit Blick auf die Sicherheit eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle

Steckbrief für Forschungsvorhaben Ungewissheiten und Robustheit mit Blick auf die Sicherheit eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle Kurztitel/ ggf. Akronym:URS Projektziel:Das Forschungsvorhaben zielt darauf ab, unterschiedliche Themen hinsichtlich Ungewissheiten anhand verschiedener Fragestellungen zu untersuchen, um hierdurch die Robustheit und damit die Sicher­ heit eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle zu verbessern. Dies beinhaltet u. a. die Erweiterung des Kenntnisstandes von Ungewiss­ heiten, aber auch die Entwicklung von Methoden zum Umgang mit Ungewissheiten. Forschungsfeld:Vorläufige Sicherheitsuntersuchungen Projektpartner:Siehe Tabelle 1 Fördervolumen (Netto):6.023.271,00 € Projektlaufzeit:2022 bis 2025 Forschungsauftrags- nummer:STAFuE-21-4-Klei Weiterführende Informationen:- Projektbeschreibung Im Zuge der vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen (vSU) wird in § 11 Endlagersicherheits­ untersuchungsverordnung (EndlSiUntV) die „Bewertung von „Ungewissheiten“ geregelt. Ge­ mäß § 11 Abs. 1 - 3 EndlSiUntV soll mit Ungewissheiten, die zum Zeitpunkt der Erstellung der jeweils durchzuführenden vSU bestehen, wie folgt verfahren werden: -Ungewissheiten sollen systematisch ausgewiesen und charakterisiert werden (Abs. 1), -Der Umgang mit Ungewissheiten und deren Auswirkungen auf die Aussagekraft auf die Ergebnisse der vSU und auf die Zuverlässigkeit sicherheitsgerichteter Aussagen soll dokumentiert werden (Abs. 2) und -Es soll dargestellt werden, ob und in welchem Umfang bestehende Ungewissheiten durch weitere Erkundungs-, Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen reduziert wer­ den können (Abs. 3). Geschäftszeichen: SG01203/16/14-2022#9 – Objekt-ID: 923755 – Stand: 14.03.2022 www.bge.de Seite 1 von 4 Steckbrief für Forschungsvorhaben Für die Bewertung eines Untersuchungsraums entsprechend EndlSiUntV sind Annahmen hin­ sichtlich der Eignung als Standort mit der bestmöglichen Sicherheit nach StandAG zu treffen. Diese Annahmen basieren auf Interpretationen von Daten, Analogieschlüssen und geowissen­ schaftlichen Modellvorstellungen. Jede dieser Komponenten ist mit Ungewissheiten behaftet, die sich in den darauf basierenden Modellrechnungen fortpflanzen. Der Forschungscluster besteht aus insgesamt sechs verschiedenen Forschungsverbünden, die sich mit Blick auf die Sicherheit eines Endlagers für hochaktive Abfälle mit unterschiedli­ chen Fragestellungen hinsichtlich des Umgangs mit im Standortauswahlverfahren auftreten­ den Ungewissheiten beschäftigen. Im Folgenden werden die jeweiligen Forschungsverbünde und deren Schwerpunkte erläutert. Der Forschungsverbund „Risk based Assessment of Salt Domes as Disposal Sites for Nuclear Waste” (RADON), bestehend aus dem Institut für Risiko und Zuverlässigkeit (IRZ) und dem Institut für Strömungsmechanik und Umweltphysik im Bauwesen (ISU) der Leibniz Universität Hannover (LUH), entwickelt eine Plattform zur probabilistischen Bewertung von Freisetzungen radioaktiver Stoffe in Verbindung mit tiefen Endlagern. Diese Plattform wird aus den folgenden Komponenten bestehen: i. numerische Modellierumgebung zur Simulation komplexer Strö­ mungs- und Transportprozesse; ii. probabilistischer Rahmenplan zur Betrachtung der damit verbundenen Ungewissheiten; iii. Bayessche Netze zur Bewertung entstehender Risiken. Als Endprodukt soll dem Entscheidungsträger ein Risiko-informiertes Werkzeug zur Verfügung stehen. Das Forschungsvorhaben „Ungewissheiten in THM-gekoppelten Integritätsberechnungen“ wird von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, der Technischen Universität Chemnitz, dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und der Bundesanstalt für Geowis­ senschaften und Rohstoffe (BGR) durchgeführt. THM-gekoppelte numerische Integritätsana­ lysen der geologischen Barriere stellen im Rahmen der Sicherheitsuntersuchungen wichtige Werkzeuge dar. Ziel dieses Vorhabens ist es, Methoden für die Quantifizierung von Ungewiss­ heiten in den bewertungsrelevanten Ausgangsgrößen dieser prozessbasierten Integritätsana­ lysen zu entwickeln und zu testen, die speziell aus den mit Ungewissheiten belegten Ein­ gangsparametern resultieren. Dieses Vorhaben soll es ermöglichen, eine probabilistische gut fundierte Bewertung der geologischen Barriereintegrität durchzuführen, welche auf modernen mathematischen Methoden zur Quantifizierung von Ungewissheiten beruhen. Im Forschungsverbund „Endlagersicherheit: Ungewissheiten und Regulatorische Aspekte“ (ENSURE), bestehend aus dem Institut für Endlagerforschung der Technischen Universität Clausthal und dem Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement der Universität Kassel, sollen Empfehlungen für die Berücksichtigung von Ungewissheiten bei der Durchfüh­ rung und Kommunikation von Sicherheitsuntersuchungen im Zusammenwirken mit der geo­ wissenschaftlichen Abwägung im Standortauswahlverfahren abgeleitet werden. Hierfür wer­ den sowohl naturwissenschaftlich-technische als auch an den „Faktor Mensch“ geknüpfte As­ pekte betrachtet. Es wird eine thematische Struktur für Empfehlungen für die Berücksichtigung von sicherheitsrelevanten Ungewissheiten im Standortauswahlverfahren erarbeitet und iterativ Geschäftszeichen: SG01203/16/14-2022#9 – Objekt-ID: 923755 – Stand: 14.03.2022 www.bge.de Seite 2 von 4 Steckbrief für Forschungsvorhaben in Zusammenwirken mit allen Verbünden des Clusters weiterentwickelt. Basierend darauf wer- den Empfehlungen für eine Strategie für den Umgang mit Ungewissheiten im Standortaus- wahlverfahren, insbesondere beim Vergleich von Standorten (auch angesichts unterschiedli- cher Sicherheitskonzepte) und der diesbezüglichen Kommunikation, erarbeitet. Die Empfeh- lungen werden unter Berücksichtigung der Ergebnisse aller Vorhaben des Clusters abgeleitet. Die Arbeit des Forschungsverbunds „Reduzierung von Szenarienungewissheiten durch Klimamodelle“ (REDUKLIM), bestehend aus der Abteilung Standortauswahl des Bereichs Endlagerung der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorischerheit (GRS) gGmbH und der Abteilung für Erdsystemanalyse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), fokussiert sich vor allem auf die Klimamodellierung, deren Auswirkungen und Ungewissheiten hinsichtlich der Entwicklung ei-nes Endlagersystems. Basierend darauf sollen Strategien zum Umgang mit Ungewissheiten hinsichtlich der Langzeitsicherheit eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle abgeleitet wer-den. Hierfür werden physikbasierte Szenarienmodelle und Impaktmodelle für die Modellierung des zukünftigen Klimas verwendet, um mit deren Hilfe eine quantitative Bewertung der Unge-wissheiten hinsichtlich möglicher zukünftiger Klimaszenarien, einschließlich des Zeitpunkts und der Ausbreitung zukünftiger Vereisungen in Deutschland, durchführen zu können. Der Forschungsverbund „Verbesserung der prädikativen Güte endlagerrelevanter Simulatio-nen durch optimale Datenakquise und Smart-Monitoring“, bestehend aus der RWTH Aachen University (Lehrstuhl für Methoden der modellbasierten Entwicklung in den computergestütz-ten Ingenieurwissenschaften, Institut für Angewandte Geophysik und Geothermische Energie) und der Universität Stuttgart (Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung), kon-zentriert sich auf die Fortentwicklung von Verfahren zur Parameterschätzung sowie der mo-delltechnischen Optimierung der Akquise von Mess- und Beobachtungsdaten. Die Methoden sollen dazu beitragen, während des Verfahrens eine optimale Strategie und Planung der Er-kundungen sowie des Monitorings der möglichen Endlagerstandorte zu erreichen. Hierbei wer-den bestehende numerische Modelle und Verfahren des ‚Optimal Experimental Designs‘ so-wie des Bayesischen Verfahrens kombiniert. Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Bausteine zur Quantifizierung von Ungewissheiten in Geologischen Modellen“ (GeoBlocks), bestehend aus dem Computational Geoscience and Reservoir Engineering, dem Lehrstuhl für Geologie und Paläontologie, dem Lehrstuhl für In-genieurgeologie und Hydrogeologie der RWTH Aachen University, dem Department of Geo-logy and Geophysics der University of Aberdeen sowie der BGR, sollen sowohl die Ungewissheiten der geologischen und geophysikalischen Eingangsdaten systematisch analysiert, als auch die Ungewissheiten der geologischen Modellierung quantitativ erfasst werden. Darüber hinaus soll für alle Wirtsgesteine die räumliche Variabilität beschrieben, Methoden zur Vergleichbarkeit von Regionen mit unterschiedlicher Datendichte entwickelt und Ansätze zur Reduzierung von Ungewissheiten erarbeitet werden. Hierzu werden zuerst synthetische Datensätze mit sehr hoher Datendichte generiert und an diesen Datensätzen Einflüsse von Eingangsdaten und verschiedenen Geschäftszeichen: SG01203/16/14-2022#9 – Objekt-ID: 923755 – Stand: 14.03.2022 Seite 3 von 4 Modellierungsansätzen systematisch analysiert. www.bge.de

Anforderungen an die Standorterkundung für HAW-Endlager im Hartgestein (ASTER)

Am Beispiel von zwei russischen HAW-Endlagerstandorten in Hartgesteinsformationen (Granit und Porphyr) sollen Anforderungen an eine zielgerichtete Standorterkundung ermittelt werden, um einen Sicherheitsnachweis bzw. Standorteignungsnachweis führen zu können. Das besondere Interesse besteht bei der Aufgabenstellung in der Erarbeitung einer theoretisch fundierten Methodik, um in einer sehr frühen Phase der Endlagerplanung und Standortcharakterisierung aus dem Informationsbedarf für eine Endlagersicherheitsanalyse die notwendigen Maßnahmen zur zielgerichteten geowissenschaftlichen Erkundung eines Standortes im Hartgestein abzuleiten. Im Unterschied zur üblichen Praxis umfassender und aufwendiger Erkundungsprogramme, soll so möglichst frühzeitig eine Konzentration auf den unmittelbar notwendigen Erkundungsbedarf erfolgen. Bei der Durchführung einzelner Arbeitsschritte ist berücksichtigt, dass es wegen der Komplexität der Aufgabenstellung nicht möglich ist, diese Untersuchungen abstrakt durchzuführen und sie nur konkret an Hand von Endlager- und Standortbeispielen betrachtet werden können. Arbeitsschritte: 1. Erhebung und Bewertung der verfügbaren Ausgangsdaten zur Charakterisierung des Abfallinventars und des Endlagerstandortes sowie der Vorgaben zur Endlagerauslegung. 2. Erarbeitung eines technischen Endlagerkonzeptes, bestehend aus dem Einlagerungskonzept und den vorgesehenen technischen Barrieren. 3. Erarbeitung eines sicherheitsanalytischen Konzeptes zur Bewertung der Endlagersicherheit und Standorteignung. 4. Ableitung von Anforderungen an die geowissenschaftliche Erkundung des Endlagerstandortes und an die Entwicklung eines Standortmodells.

Untersuchung der Verstaerkung der Rueckhaltung im Nahbereich eines in einem Salzdom gelegenen Endlagers gegenueber mehrwertigen Kationen durch Hydroxylapatit

Im Rahmen der direkten Endlagerung abgebrannter Brennelemente bzw radioaktiver Abfaelle, die bei der Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen anfallen, ist die Eignung von Hydroxylapatit als Zuschlag zum Versatzmaterial zu erproben, um beurteilen zu koennen, ob hierdurch eine erhoehte Rueckhaltung von Radionukliden erfolgt, welche zu einer groesseren Endlagersicherheit in Salzlagerstaetten und damit zum umweltrelevanten Schutz der Biosphaere fuehren wuerde.

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