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Endenergieverbrauch nach Energieträgern und Sektoren

<p> <p>Der Endenergieverbrauch in Deutschland ist seit Beginn der 1990er Jahre bis zum Jahr 2019 kaum gesunken. Im langjährigen Trend war nur der Wärmeverbrauch rückläufig, während der Verbrauch von Kraftstoff und Strom nahezu konstant blieben. Seit 2020 ist der Endenergieverbrauch auf Grund der „Coronakrise“ als auch in Folge des Krieges gegen die Ukraine rückläufig.</p> </p><p>Der Endenergieverbrauch in Deutschland ist seit Beginn der 1990er Jahre bis zum Jahr 2019 kaum gesunken. Im langjährigen Trend war nur der Wärmeverbrauch rückläufig, während der Verbrauch von Kraftstoff und Strom nahezu konstant blieben. Seit 2020 ist der Endenergieverbrauch auf Grund der „Coronakrise“ als auch in Folge des Krieges gegen die Ukraine rückläufig.</p><p> Allgemeine Entwicklung und Einflussfaktoren <p>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> (EEV) in Deutschland ist seit Beginn der 1990er Jahre nur in geringem Umfang gesunken (siehe Abb. „Endenergieverbrauch nach Sektoren“). Energie wird zwar immer effizienter genutzt und teilweise eingespart, doch Wirtschaftswachstum und Konsumsteigerungen verhindern einen deutlicheren Rückgang des absoluten Endenergieverbrauchs (siehe auch Artikel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/22247">"Energieproduktivität"</a>). Im kurzfristigen Zeitraum eines Jahres betrachtet hat die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>, die sich auf den Bedarf an Wärmeenergie auswirkt, großen Einfluss auf die Verbrauchsentwicklung. Auch die Corona-Pandemie verursachte im Jahr 2020 einen Sondereffekt, der Endenergieverbrauch sank auf den bis dato niedrigsten Wert seit 1990. Zwar stieg der Verbrauch im Jahr 2021 in Folge der wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie wieder an. Doch seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine reduzierte sich der EEV drei Jahre hintereinander. Somit lag der Verbrauch des Jahres 2024 auf einem historischen Tiefstand seit der Widervereinigung.</p> <p>Der Gesetzgeber hat im Herbst 2023 das „Energieeffizienzgesetz“ (EnEfG) beschlossen. Dieses sieht vor, dass der Endenergieverbrauch gegenüber dem Wert des Jahres 2008 bis 2030 um etwa 26,5 % sinken soll (1.867 <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/twh">TWh</a>) und bis 2045 um 45 % (1.400 TWh). Dabei legt das EnEfG für die Ziele eine von der in der deutschen Energiestatistik verwendeten Definition der AG Energiebilanzen leicht abweichende Definition zugrunde. Diese Abweichungen betreffen insbesondere die Umweltwärme und oberflächennahe Geothermie, die bei der Berechnung des Indikators nicht einbezogen werden. Damit wird eine Konvention der europäischen Energieeffizienz-Richtlinie übernommen. Der so ermittelte EEV (also ohne Umweltwärme und Geothermie) lag 2022 etwa 1 % unter dem von der AG Energiebilanzen ermittelten Wert. Durch den Ausbau der Wärmepumpentechnik wird der aus Umweltwärme bereitgestellte EEV künftig voraussichtlich wachsen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/2_abb_eev-sektoren_2025-12-18.png"> </a> <strong> Endenergieverbrauch nach Sektoren </strong> Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_abb_eev-sektoren_2025-12-18.pdf">Diagramm als PDF (97,35 kB)</a></li> </ul> </p><p> Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Sektoren und Energieträgern <p>Im Sektor <strong>Industrie</strong> ist der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> (EEV) abgesehen von Jahren mit Konjunktureinbrüchen (2009, 2020 sowie 2022/23) in den letzten drei Jahrzehnten nahezu konstant geblieben. Fortschritte bei der Energieeffizienz wurden durch das Wirtschaftswachstum kompensiert (siehe Abb. „Endenergieverbrauch nach Sektoren“). Etwa zwei Drittel des Endenergieverbrauchs werden in der Industrie für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/prozesswaerme">Prozesswärme</a> benötigt. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/mechanische-energie">Mechanische Energie</a> zum Beispiel zum Betrieb von Motoren oder Maschinen sorgt für circa ein Viertel des Verbrauchs, Raumwärme hat nur einen kleinen Anteil (siehe auch Artikel „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/energieverbrauch-fuer-fossile-erneuerbare-waerme">Energieverbrauch für fossile und erneuerbare Wärme</a>“).</p> <p>Der Kraftstoffverbrauch im <strong>Verkehrssektor</strong> war lange weitgehend unverändert, stieg dann in den Jahren bis 2018 aber auf einen neuen Höchstwert. Im Zuge der Verkehrseinschränkungen durch die Corona-Krise im Jahr 2020 fiel der Verbrauch auf den niedrigsten Wert seit 1990. Nach der Pandemie stieg der Bedarf zwar wieder an, doch in den Jahren 2023 und 2024 reduzierte sich der EEV des Sektors erneut. Insgesamt liegt der EEV des gesamten Verkehrssektors damit deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Im Verkehrssektor werden zu über 90 % Kraftstoffe aus Mineralöl eingesetzt, Biokraftstoffe und Strom spielen bislang nur eine geringfügige Rolle. Fast die gesamte im Verkehr eingesetzte Energie wird zur Erzeugung von mechanischer Energie verwendet, wovon bei Verbrennungsmotoren durchschnittlich jedoch nur weniger als die Hälfte für den Antrieb umgewandelt wird. Ein großer Anteil geht als Abwärme verloren. Der Anteil des Stroms am Endenergieverbrauch im Verkehr beträgt etwas mehr als 2 %, stieg in den letzten Jahren jedoch.</p> <p>Der Endenergieverbrauch der <strong>privaten Haushalte</strong> wird zu etwa 66 % von dem Energieverbrauch für Raumwärme bestimmt. Zwar wurden viele Wohngebäude in den letzten Jahrzehnten gedämmt, gleichzeitig hat die zu beheizende Wohnfläche zugenommen. Da die hier dargestellten Daten nicht temperaturbereinigt sind, wird der Energieverbrauch der Haushalte eines Jahres sehr von der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a> des jeweiligen Jahres beeinflusst, insbesondere von den Temperaturen in den Wintermonaten. Dadurch schwankt der EEV der privaten Haushalte deutlich. Langfristig sinkt der EEV der Haushalte zwar, seit 2014 zeigt der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> jedoch wieder einen Aufwärts-Trend. Erdgas und Heizöl weisen beim EEV der Haushalte die höchsten Anteile auf, auch erneuerbare Wärme wird verstärkt in diesem Sektor eingesetzt. Zunehmende Bedeutung kommt auch der Fernwärme aus fossilen und erneuerbaren Energieträgern zu (siehe auch Artikel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/energieverbrauch-privater-haushalte">"Energieverbrauch der privaten Haushalte"</a>).</p> <p>Der Endenergieverbrauch des Sektors <strong>Gewerbe, Handel und Dienstleistungen</strong> (GHD) ist in den letzten Jahrzehnten ebenfalls deutlich zurück gegangen: Er lag 2024 etwa 22 % niedriger als im Jahr 2008. Der Energieverbrauch des Sektors ist dabei stark von der Witterung abhängig. Raumwärme macht hier immerhin fast die Hälfte des Endenergieverbrauchs aus. Da im GHD-Sektor viele Gebäude in den letzten Jahrzehnten energetisch ertüchtigt und gedämmt wurden, ist aber der absolute Bedarf an Raumwärme deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig ist im GHD-Sektor der relative Stromanteil von allen Endenergiesektoren am höchsten, was auf den Stromeinsatz für mechanische Energie, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Beleuchtung zurückzuführen ist. Die Umstellung auf sparsame LED-Beleuchtung hat aber in den letzten Jahren zu Energieeinsparungen geführt.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/3_abb_eev-nach-et_2025-12-18.png"> </a> <strong> Endenergieverbrauch nach Energieträgern </strong> Quelle: Umweltbundesamt auf Basis Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/3_abb_eev-nach-et_2025-12-18.png">Bild herunterladen</a> (249,33 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_abb_eev-nach-et_2025-12-18.pdf">Diagramm als PDF</a> (126,36 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/4_abb_eev-nach-et-sektoren_2025-12-18.png"> </a> <strong> Endenergieverbrauch nach Energieträgern und Sektoren im Jahr 2024 </strong> Quelle: Umweltbundesamt auf Basis Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/4_abb_eev-nach-et-sektoren_2025-12-18.png">Bild herunterladen</a> (118,95 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/4_abb_eev-nach-et-sektoren_2025-12-18.pdf">Diagramm als PDF</a> (103,14 kB) Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Bruttoendenergieverbrauch <p>Ein immer größerer Anteil des Bruttoendenergieverbrauchs wird in Deutschland durch erneuerbare Energien gedeckt (siehe Abb. "Anteil erneuerbare Energien am <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bruttostromverbrauch">Bruttostromverbrauch</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bruttoendenergieverbrauch">Bruttoendenergieverbrauch</a>"). Anders als der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> umfasst der Bruttoendenergieverbrauch (BEEV) neben dem Endenergieverbrauch der Letztverbraucher (private Haushalte, GHD, Industrie und Verkehr) auch die Eigenverbräuche der Erzeugungsanlagen und die Leitungsverluste.&nbsp;</p> <p>In seinem „Nationalen Energie- und Klimaplan“ (NECP) hat sich Deutschland verpflichtet, den Anteil der erneuerbaren am BEEV bis zum Jahr 2030 auf 41 % zu steigern. Die NECPs der EU-Mitgliedsstaaten beschreiben die unterschiedlichen nationalen Beiträge zur Erreichung der europäischen Ziele zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Um das deutsche Ziel zu erreichen, wird in den nächsten Jahren eine deutliche Beschleunigung des Ausbaus der erneuerbaren Energien sowie der Elektrifizierung der Wärmeversorgung (durch Wärmepumpen) und der E-Mobilität nötig werden.</p> <p>Beim Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Bruttoendenergieverbrauch ist zu berücksichtigen, dass bei der Berechnung verschiedene spezifische Rechenregeln gemäß EU-Richtlinien (Renewable Energy Directive, RED I bis III) angewandt werden. Beispielsweise wird über eine „Normalisierung“ der Stromerzeugung aus Wind- und Wasserkraft der Einfluss ungewöhnlich guter oder schlechter <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a> korrigiert.&nbsp;</p> <p>Ein Diagramm zeigt den Anteil erneuerbarer Energien am Brutto-Endenergieverbrauch (dies entspricht dem Endenergieverbrauch zuzüglich Leitungsverlusten und Eigenverbräuchen von Kraftwerken). Der Anteil stieg von 2004 bis 2025 von 6,2 % auf 23,8 %.</p> <strong> Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch </strong> <p>* &nbsp;Anteil am <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bruttoendenergieverbrauch">Bruttoendenergieverbrauch</a> bis 2020 berechnet nach &nbsp;Berechnungsregeln gemäß EU-Richtline 2009/28/EG (RED I), &nbsp;zwischen 2021 und 2024 gemäß EU-RL (EU) 2018/2001 (RED II) und ab 2025 gemäß EU-RL 2023/2413 (RED III)</p> <p>** Zielwert für 2020 nach Erneuerbarer Energien Richtlinie (RED I), Zielwert 2030 nach Nationalem Energie- und Klimaschutzplan (NECP), August 2024</p> Quelle: <p>Umweltbundesamt auf Basis <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>, AGEE-Stat</p> Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/DE_Indikator_ENER-04a_EE-BEEV_2026-05-15.pdf">Diagramm als PDF (45,22 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/DE-EN_Indikator_ENER-04a_EE-BEEV_2026-05-15_1.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (80,22 kB)</a></li> </ul> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Rechenzentrumsregister: Daten widerlegen hohe Rechtsanforderungen

<p> <p>Das neue Rechenzentrumsregister schafft Transparenz über Energieverbrauch, Auslastung und Effizienz deutscher Rechenzentren. Eine erste UBA-Auswertung zeigt: Viele Rechenzentren sind bei Energieeffizienz und erneuerbaren Energien gut aufgestellt. Befürchtungen vor zu hohen Anforderungen sind unbegründet. Defizite bestehen jedoch bei Auslastung und Datenqualität.</p> </p><p>Das neue Rechenzentrumsregister schafft Transparenz über Energieverbrauch, Auslastung und Effizienz deutscher Rechenzentren. Eine erste UBA-Auswertung zeigt: Viele Rechenzentren sind bei Energieeffizienz und erneuerbaren Energien gut aufgestellt. Befürchtungen vor zu hohen Anforderungen sind unbegründet. Defizite bestehen jedoch bei Auslastung und Datenqualität.</p><p> <p>Mit dem am 14. August 2026 veröffentlichten&nbsp;<a href="https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/RZReg/rechenzentrums-register.html">Energieeffizienzregister für Rechenzentren des Bundeswirtschaftsministeriums</a> liegen erstmals amtliche Daten zu Rechenzentren in Deutschland vor. Betreiber von Rechenzentren ab einer elektrischen Anschlussleistung von 300 Kilowatt sind ab 2024 verpflichtet, unter anderem Angaben zu Energieverbrauch, Anschlussleistung, Energieeffizienz, Stromversorgung mit erneuerbaren Energien sowie Wasserverbrauch zu berichten. Für das aktuelle Berichtsjahr sind Daten von nur 319 Rechenzentren veröffentlicht. Eine erste Auswertung des Umweltbundesamtes (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>) vom 21. September 2026 zeigt: Viele der im Register aufgeführten Rechenzentren sind bei Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien bereits heute gut aufgestellt. Die Mehrheit dieser Rechenzentren erfüllt schon jetzt die Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG), die erst ab 2027 verbindlich werden.&nbsp;</p> <p>Bisweilen geäußerte Befürchtungen, die gesetzlichen Vorgaben zu Energieeffizienz und dem Einsatz von Ökostrom seien zu ambitioniert, lassen sich anhand der Daten nicht bestätigen. Jedoch zeigen die veröffentlichten Daten, dass diese Rechenzentren im Schnitt nur rund 35 Prozent ihrer möglichen Rechenzentrumskapazität nutzen. Defizite gibt es bei den Angaben selbst: Die gemeldeten Daten weisen sowohl im Umfang als auch in der Qualität erhebliche Lücken auf – nach unserer Recherche fehlen sehr viele Rechenzentren namhafter internationaler Betreiber bislang ganz im öffentlichen Register.</p> <p><strong>Umfang der veröffentlichten Rechenzentren ist stark lückenhaft</strong></p> <p>Rechenzentren mit einer Anschlussleistung von 300 KW und höher sind nach §13 EnEfG verpflichtet bestimmte Daten zu Energieeffizienzkennzahlen und -verbräuchen zu veröffentlichen. Jedoch besteht keine Pflicht dies über das Rechenzentrumsregister vorzunehmen.</p> <p>Ein Abgleich mit anderen Informationsquellen weist darauf hin, dass der veröffentlichte Datensatz im Rechenzentrumsregister nicht den gesamten Rechenzentrumsbestand in Deutschland abbildet. Nach Recherchen des UBA fehlen viele Rechenzentren namhafter internationaler Betreiber. Der aktuell Datensatz umfasst nur 319 Rechenzentren. Auch die&nbsp;<a href="https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Studie-Rechenzentren-in-Deutschland">jährlichen Berichte des Branchenverbands Bitkom</a> über Anzahl und Energieverbrauch der Rechenzentren legt nahe das nur ein geringer Teil der Rechenzentren im Rechenzentrumsregister ausgewiesen ist.</p> <p>Auffällig ist, dass insbesondere große internationale Betreiber Daten zu ihren Rechenzentren nicht oder nur teilweise im Register veröffentlicht haben. Eine stichprobenhafte Recherche bei zwei Unternehmen ergab, dass die nach dem EnEfG gesetzlich zu veröffentlichenden Daten auch auf den Unternehmenswebsites nicht in der vorgesehenen Differenzierung und dem erforderlichen Datenumfang nach Rechenzentrumsstandorten verfügbar waren.</p> <p><strong>Daten weisen große Qualitätsmängel auf</strong></p> <p>Einige Datensätze im Rechenzentrumsregister sind fehlerhaft und unvollständig. So sind bei zwölf Prozent der Meldungen die elektrischen IT-Anschlussleistung höher oder gleich der elektrischen Anschlussleistung des gesamten Rechenzentrums. Das legt nahe, dass der Strombedarf für die notwenige Gebäudetechnik, wie zum Beispiel für die Klimatisierung, nicht in die Gesamtenergiebilanz einbezogen wurde. Die Berechnung der Energieeffizienz führt in diesem Fall zu einem fehlerhaften Ergebnis.&nbsp;</p> <p>Auch bei den Angaben zur Wärmeenergie treten Unstimmigkeiten auf. Ein Rechenzentrum kann nur so viel Wärmeenergie abgeben, wie es an elektrischer Energie verbraucht. Bei vier Prozent der Datensätzen wurde mehr Wärmeenergie erzeugt, als elektrische Energie verbraucht wurde.&nbsp;</p> <p>Um die veröffentlichten Effizienz-Kennzahlen zu Energie, Wasser und Abwärme verifizieren zu können, werden wichtige Eingangsgrößen benötigt, wie etwa den Gesamtenergieverbrauch der IT oder Gesamtwasserverbrauch. Für diese bestehen keine Veröffentlichungspflicht, obwohl die Daten berichtspflichtig sind und somit vorliegen.</p> <p><strong>Viele Rechenzentren erfüllen künftige Effizienzvorgaben bereits jetzt</strong></p> <p>Ein wesentlicher Teil der veröffentlichten Rechenzentren erreicht die künftig geltenden gesetzlichen Anforderungen an die Energieeffizienz bereits heute. Für die Auswertung der Energieeffizienz wurde der veröffentlichte Datensatz um die erkennbar fehlerhaften Datensätze reduziert. Rund 70 Prozent der Rechenzentren erreichen bereits jetzt die geforderte Energieverbrauchseffektivität (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pue">Power Usage Effectivness - PUE</a>) von 1,5 oder besser – ein Wert, der erst ab Juli 2027 verbindlich wird. Rund 40 Prozent erreichen bereits einen PUE-Wert von 1,3 oder besser, ein Wert der erst ab Juli 2030 gilt. Die Energieverbrauchseffektivität wird über das Verhältnis des gesamten Energieverbrauchs eines Rechenzentrums zum Energieverbrauch der informationstechnischen Ausstattung berechnet.&nbsp;</p> <p>Vor dem Hintergrund der starken Diskussion zu den geforderten Mindesteffizienzwerten im EnEfG zeigen unsere Ergebnisse, dass die Anforderungen erreichbar und nicht zu ambitioniert sind.&nbsp;</p> <p>Gleichzeitig weisen knapp sieben Prozent der gemeldeten Rechenzentren eine PUE von 2,0 und schlechter auf. Demnach müssen diese Rechenzentren ihre Energieeffizienz noch deutlich steigern, denn sie verschwenden aktuell unnötig Energie.&nbsp;</p> <p>Die Behauptung, dass der geforderte PUE nur mit einem erhöhten Wasserverbrauch erreicht werden könne, kann anhand der veröffentlichten Daten nicht bestätigt werden. Ein Zusammenhang zwischen einem hohen Wasserverbrauch und einem ambitionierten PUE von 1,3 besteht nicht.&nbsp;</p> <p><strong>Erneuerbare Energien: Die überwiegende Anzahl der Rechenzentren wird bilanziell mit erneuerbaren Energien versorgt</strong></p> <p>Für Rechenzentren, die unter das EnEfG fallen, besteht ab dem 1. Januar 2027 die Verpflichtung ihren Energiebedarf zumindest bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Nach Auswertung der Daten kann festgestellt werden, dass bereits 80 Prozent der Rechenzentren, die in der öffentlichen Datenbank gelistet sind, ihren Stromverbrauch zu 100 Prozent bilanziell mit erneuerbaren Energien decken.</p> <p><strong>Auslastung: Rechenzentrumskapazitäten vielfach nicht ausgeschöpft</strong></p> <p>Die vorgesehene Kapazität der Rechenzentren im Rechenzentrumsregister wird nur zu einem geringen Teil genutzt. Das bedeutet, dass in den Rechenzentren tatsächlich nur ein Teil der vorgesehenen Informationstechnik betrieben wird, für das sie eigentlich ausgelegt sind: Die Rechenzentren sind bezogen auf ihre elektrische Anschlussleistung durchschnittlich nur zu rund 35 Prozent ausgelastet. Diese schlechte Auslastung der Rechenzentren lässt sich nicht allein mit dem Vorhalten für eine Spitzenlast begründen.</p> <p>Damit bleiben einerseits erhebliche Rechenzentrumskapazitäten ungenutzt. Andererseits werden elektrische Anschlusskapazitäten blockiert, die anscheinend nicht benötigt werden. Die Ergebnisse werfen damit die Frage auf, in welchem Verhältnis der vermeintliche Bedarf neuer Rechenzentren zur bereits vorhandenen Rechenzentrumskapazität steht, und wie der weitere Ausbau von Rechenzentren vor diesem Hintergrund zu bewerten ist.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Abwärme

Unvermeidbare Abwärme entsteht in vielen Prozessen und Branchen: etwa bei der Herstellung pharmazeutischer Erzeugnisse und der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln, beim Betrieb von Rechenzentren, in Umspannwerken und auch im U-Bahn-System. Hinzu kommt bislang ungenutzte Restwärme in der Müllverbrennung, gebunden an das Rauchgas. Je nach Branche und Prozess entsteht die Abwärme auf unterschiedlichen Temperaturniveaus und mit spezifischen zeitlichen Profilen. Beides hat einen Einfluss auf die Nutzbarkeit der Abwärme für Heizzwecke. Im Zuge der Wärmeplanung wurden mehrere Karten zu den Abwärmepotenzialen in Berlin erstellt. Neben den Karten mit standortbezogenen Informationen zu den Abwärmequellen stellt die Karte „Baublock mit potenzieller Abdeckung durch Abwärme“ insbesondere für Abwärmestandorte mit einer Abwärmemenge von mindestens 1 GWh/a potenzielle Versorgungsgebiete zur Abnahme dieser Abwärme dar. Die Ergebnisse dieser Analyse sind ein erstes Indiz dafür, wo in Berlin größere Abwärmemengen anfallen und über ein Wärmenetze genutzt werden können. Die vom Bund eingerichtete öffentliche Plattform für Abwärme stellt Daten zu Abwärme von Unternehmen aus Industrie und Gewerbe zur Verfügung, die gemäß den Anforderungen des Energieeffizienzgesetz (EnEfG) Daten an die Plattform übermittelt haben. Die Abwärmepotenziale in Berlin wurden zudem im Jahr 2023 durch das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und das Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) im Auftrag der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) erhoben. Kernelement der Erhebung war eine Online-Unternehmensbefragung , die sich an Betriebe des verarbeitenden Gewerbes sowie an Rechenzentren-Betreiber richtete. Der Informationsstand zu Rechenzentren wird stetig aktualisiert, da die Branche durch eine hohe Dynamik geprägt ist. Im Berliner U-Bahn-System fällt an die Luft gebundene Abwärme an. Sie resultiert aus mehreren Quellen, etwa aus der Erdwärme des Untergrundes, aus dem Anfahren und Abbremsen der Züge, sowie von den Passagieren selbst. Die Berliner Stadtwerke führten im Auftrag der SenMVKU Begehungen und Messungen an 25 U-Bahn-Stationen durch, um eine belastbare Datengrundlage zur Höhe des Abwärmepotenzials und zur Verfügbarkeit von Aufstellflächen für die technischen Anlagen zur Nutzung dieser Abwärme zu schaffen. Die Abwärmepotenziale unterscheiden sich stark – etwa in Abhängigkeit von der Tunnelüberdeckung – und sie liegen bei bis zu 200 kW Entzugspotenzial pro U-Bahn-Station. In der Summe belaufen sich die Potenziale an unvermeidbarer Abwärme im Status quo auf ca. 1.200 bis 1.800 GWh pro Jahr. Zukünftig ist eine Zunahme der Abwärmemenge – eine Verdopplung bis potenziell Verdreifachung – zu erwarten. Dies liegt vor allem an dem hohen erwarteten Zubau an Rechenzentren. Die zukünftige Entwicklung ist naturgemäß mit hoher Unsicherheit behaftet und hängt in hohem Maße davon ab, in welchem Umfang sich Rechenzentren ansiedeln und welche Effizienzgewinne und Energieträgerwechsel in Betrieben des verarbeitenden Gewerbes realisiert werden. Das Temperaturniveau der Abwärmequelle hat einen entscheidenden Einfluss darauf, welches Nutzungskonzept für Abwärme geeignet ist. Das Temperaturniveau der in Berlin anfallenden Abwärmeströme liegt überwiegend unter 65°C, teilweise sogar unter 25°C. Somit ist in Berlin meist eine Temperaturanhebung durch eine Wärmepumpe erforderlich, um die Abwärme für Heizzwecke nutzen zu können. Neben den Ergebnissen zu den Potenzialen enthält der Abschlussbericht von IÖW und IFEU ein Maßnahmenset , mit dem das Land Berlin die Erschließung der Potenziale unterstützen kann. SenMVKU prüft das vorgeschlagene Maßnahmenset, um anschließend die Umsetzung von Maßnahmen zu initiieren.

Indikator: Endenergieverbrauch

<p> Die wichtigsten Fakten <ul> <li>Die Nutzung von Energieressourcen (Energieverbrauch) geht mit vielen negativen Umweltauswirkungen einher.</li> <li>Die Größe „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a>“ blendet den Verbrauch des Energiesystems selbst aus und bildet den Energieverbrauch der Letztverbraucher ab.</li> <li>Im Energieeffizienzgesetz ist das Ziel verankert, dass der Endenergieverbrauch bis zum Jahr 2030 bei 1.867 Terawattstunden liegen soll</li> <li>Der „Projektionsbericht 2023“ des Umweltbundesamtes zeigt, dass die bislang dafür ergriffenen Maßnahmen voraussichtlich nicht ausreichen werden, um diese Ziele zu erreichen.</li> </ul> </p><p> Welche Bedeutung hat der Indikator? <p>Unter dem Begriff „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a>“ (EEV) wird die Energiemenge verstanden, die den Letztverbrauchern wie der Industrie oder den privaten Haushalten vom Energiesystem zur Verfügung gestellt wird. Nicht berücksichtigt werden dabei Umwandlungs- und Übertragungsverluste im Energiesystem sowie der nicht-energetische Verbrauch. Der EEV bildet daher die Entwicklung des Energieverbrauchs der Endnutzer ab.</p> <p>Der Energieverbrauch hat viele negative Auswirkungen auf die Umwelt: Fossile Energieträger werden oft unter erheblichen Umweltbelastungen durch den Bergbau gewonnen. Ihr Transport führt zu Schadstoffemissionen und birgt Gefahren wie Schiffs- oder Pipeline-Unfälle. Die Umwandlung der Energieträger in Kraftwerken oder Raffinerien ist mit dem Ausstoß großer Mengen an Treibhausgasen und anderen Schadstoffen verbunden. Aber auch erneuerbare Energien gehen mit Auswirkungen auf Umwelt und Natur einher. Aus diesen Gründen strebt die Energie- und Umweltpolitik danach, den (End-)Energieverbrauch zu reduzieren. Dies ist auch ökonomisch sinnvoll, denn ein geringerer Energieverbrauch bedeutet auch niedrigere Energiekosten.</p> </p><p> Wie ist die Entwicklung zu bewerten? <p>Zwischen 2008 und 2023 ist der EEV nach der Definition des Energieeffizienzgesetzes (siehe nächster Absatz) um etwa 12,5 % zurückgegangen, der Trend ist leicht fallend. Dabei ist zu beachten: Da der EEV durch den Energieverbrauch für Wärme- und Kälteversorgung dominiert wird, haben die Witterungsbedingungen einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Verbrauchs.</p> <p>Der Gesetzgeber hat im Herbst 2023 das „Energieeffizienzgesetz“ (EnEfG) beschlossen. Dieses sieht vor, dass der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> bis zum Jahr 2030 auf 1.867 <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/twh">TWh</a> gesenkt werden soll.</p> <p>Im „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/105569">Projektionsbericht 2023 für Deutschland</a>“ wurde auf der Basis von Szenarioanalysen untersucht, ob Deutschland seine Energie- und Klimaziele im Jahr 2030 erreichen kann: Wenn alle von der Regierungskoalition geplanten Maßnahmen umgesetzt werden, ist im Jahr 2030 mit einem Rückgang des EEV von etwa 16 % gegenüber dem Jahr 2008 zu rechnen (Mit-Maßnahmen-<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/szenario">Szenario</a>). Damit wäre das Ziel des EnEfG bis 2030 deutlich verfehlt. Weitere Maßnahmen zur Senkung des EEV sind also erforderlich, um die Ziele des EnEfG zu erreichen.</p> </p><p> Wie wird der Indikator berechnet? <p>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> wird regelmäßig von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) ermittelt. Er basiert auf unterschiedlichen energiestatistischen Erhebungen sowie Modellierungen. Methodische Hinweise zur Berechnung veröffentlicht die AGEB in den <a href="https://ag-energiebilanzen.de/wp-content/uploads/2021/11/vorwort.pdf">Erläuterungen zu den Energiebilanzen</a>. Analog zur EU-Energieeffizienz-Richtlinie legt das EnEfG eine von der AGEB leicht abweichende Definition zugrunde.</p> <p><strong>Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12338">"Energieverbrauch nach Energieträgern, Sektoren und Anwendungen".</a><br></strong></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Aufbau eines Registers für Rechenzentren in Deutschland und Entwicklung eines Bewertungssystems für energieeffiziente Rechenzentren

Die Informationslage zum Energieverbrauch und über die Energieeffizienz der Rechenzentren in Deutschland ist derzeit unbefriedigend. Um wirkungsvolle Maßnahmen zur Begrenzung des Energieverbrauchs der Rechenzentren und somit der digitalen Infrastruktur ergreifen zu können, sind genaue Kenntnisse über die Verteilung, die Größe und den Energieverbrauch der Rechenzentren zwingend erforderlich. Mit dem Forschungsvorhaben „Aufbau eines Registers für Rechenzentren in Deutschland und Entwicklung eines Bewertungssystems für energieeffiziente Rechenzentren“ (Kurztitel: Peer DC) wurde die Grundlage für eine gesicherte Datenbasis und die Vorrausetzung zur Erhöhung der Energieeffizienz in Rechenzentren geschaffen. Die wesentlichen drei Ziele des Vorhabens waren: Durch das „Register für Rechenzentren“ sollen verlässliche Angaben zum Energieverbrauch und zur Energieeffizienz der Rechenzentren in Deutschland bereitstehen. Dadurch können die Auswirkungen der Digitalisierung auf den künftigen Energieverbrauch der Rechenzentren von der Öffentlichkeit und der Bundesregierung besser beurteilt und die Effizienzpotenziale realistischer eingeschätzt werden. Gleichzeitig kann das Register durch das Aufzeigen der Rechenzentren als nutzbare Abwärmequellen einen Beitrag zur Wärmewende leisten. Im September 2023 wurde das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) erlassen, das Betreiber von Rechenzentren dazu verpflichtet, jährlich Daten zu ihrem Energieverbrauch und ihrer Effizienz in ein zentrales Register einzutragen. Hier ergaben sich teilweise Überschneidungen, sodass das Projektteam die Bundesregierung hinsichtlich Datenerhebung und Umsetzung beraten konnte und die bereits entwickelten Tools zur Verfügung gestellt hat. Veröffentlicht in Texte | 70/2025.

Umfrageergebnisse zum Stand der Energieverbrauchserfassung der Kreise und Kommunen in NRW

Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich das Ziel gesetzt bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu wirtschaften. Die Kommunen sind ein entscheidender Akteur für die Erreichung der Klimaschutzziele. Um Energieverbräuche zu reduzieren ist es notwendig den eigenen Energieverbrauch zu kennen und zu überwachen. Die Themen Energieverbrauchserfassung und Energieeffizienzsteigerung wurden im Jahr 2023 zudem auf gesetzliche Füße gestellt: Die EU-Richtlinie Energy Efficiency Directive und das Energieeffizienzgesetz des Bundes (EnEfG) machen klare Vorgaben an die öffentlichen Stellen des Bundes, der Länder und der Kommunen. So müssen zukünftig alle Endenergieverbrauchsdaten öffentlicher Stellen jährlich erhoben und berichtet werden. Die Länder sind dafür verantwortlich, dass sowohl die landeseigenen als auch die kommunalen Energieverbräuche an den Bund übermittelt werden und Energie eingespart wird (vgl. EnEfG § 6 Absatz 7). Um herauszufinden, wie die Kommunen in den Bereichen Energiedatenerfassung und Energiemanagement aufgestellt sind und die Weiterentwicklung gezielt zu unterstützen, wurde vom MWIKE eine Umfrage bei den Kreisen und Kommunen in NRW durchgeführt. Die Umfrage war freiwillig und anonym. Auch wenn der Datensatz keine Rückschlüsse auf einzelne Kommunen ermöglicht, zeichnet er ein Bild zum Stand der Energieverbrauchserfassung in den nordrhein-westfälischen Kommunen.

Energie als Ressource

<p> <p>Im letzten Jahrhundert hat sich der Energieverbrauch in Deutschland vervielfacht. Auch wenn dieser Trend gebrochen scheint, und Energieeffizienz eine immer größere Rolle spielt, bleiben der Pro-Kopf-Verbrauch und damit die Umwelteinflüsse von Energiegewinnung und -Nutzung hoch.</p> </p><p>Im letzten Jahrhundert hat sich der Energieverbrauch in Deutschland vervielfacht. Auch wenn dieser Trend gebrochen scheint, und Energieeffizienz eine immer größere Rolle spielt, bleiben der Pro-Kopf-Verbrauch und damit die Umwelteinflüsse von Energiegewinnung und -Nutzung hoch.</p><p> <p>In Deutschland hat der Energieverbrauch vor dem wirtschaftlichen Krisenjahr 2009 seinen Höhepunkt erreicht. Der damalige Wert wurde in den Folgejahren trotz deutlichem wirtschaftlichem Wachstum nicht mehr erreicht. Insbesondere durch Effizienzgewinne und den Ausbau erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung ist der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12371">Primärenergieverbrauch</a>&nbsp;seitdem deutlich gesunken, in geringerem Maße auch der Endenergieverbrauch. Mit der Nutzung von Energie ist eine Reihe schädlicher Auswirkungen für die Umwelt verbunden. Werden fossile Energieträger gefördert, kommt es häufig zu massiven Eingriffen in Ökosysteme. Doch auch die Nutzung erneuerbarer Energien kann die Umwelt belasten. Der wesentliche Teil der negativen Umwelteffekte entsteht jedoch bei der Umwandlung von fossiler Primär- und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergie">Endenergie</a>- in <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nutzenergie">Nutzenergie</a>, beispielsweise durch die Verbrennung von Kohle in Kraftwerken oder durch die Verbrennung von Kraftstoffen in Autos.</p> <p>Um die negativen Auswirkungen der Energienutzung zu verringern, sind zwei Strategien möglich: Einerseits kann der gesamte Energieverbrauch gesenkt werden, hierfür kommen vor allem Energieeffizienzmaßnahmen oder absolute Verbrauchssenkungen in Frage. Andererseits ist es möglich, das Energiesystem auf alternative Energieformen wie erneuerbare Energien umzustellen.</p> <p>In Deutschland und der EU werden beide Strategien verfolgt. Im Energieeffizienzgesetz von 2023 wurde festgelegt, dass der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12338">Endenergieverbrauch</a> bis 2030 um 26,5 % unter dem Wert von 2008 liegen soll. Bis 2045 soll er 45 % unter dem 2008er-Wert liegen. Auch der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/22626">Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch</a> soll in den kommenden Jahrzehnten deutlich steigen. Bis 2030 soll er laut dem aktuellen „Nationalen Energie- und Klimaplan“ (NECP) bei 41 % liegen (Stand August 2024) und damit wesentlich zu dem EU-weiten Zielkorridor von 42,5 bis 45,0% beitragen.</p> <p>Ausführliche Informationen zur Herkunft und Verwendung konventioneller und erneuerbarer Energieträger finden sich im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie">Daten-Bereich „Energie“</a> sowie auf der Themen-Seite „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/10321">Erneuerbare Energien in Zahlen</a>“.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2546/bilder/braunkohlekraftwerk_braunkohletagebau_garzweiler_quelle_teteline_fotolia_72513328_m.jpg"> </a> <strong> Strom aus Braunkohlekraftwerken ist die klimaschädlichste Form der Stromerzeugung. </strong> Quelle: Teteline / Fotolia.com </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Energieverbrauch und Energieeffizienz in Deutschland in Zahlen

<p> <p>Den Energieverbrauch zu reduzieren, ist zentrale Säule der Energiewende und entscheidend für den Klimaschutz. Denn jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, verringert den Bedarf bei der Energiebereitstellung, sei es fossil oder erneuerbar. Das Umweltbundesamt zeigt die Entwicklung des Endenergieverbrauchs und der Energieeffizienz in Deutschland absolut und nach Sektoren seit 1990.</p> </p><p>Den Energieverbrauch zu reduzieren, ist zentrale Säule der Energiewende und entscheidend für den Klimaschutz. Denn jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, verringert den Bedarf bei der Energiebereitstellung, sei es fossil oder erneuerbar. Das Umweltbundesamt zeigt die Entwicklung des Endenergieverbrauchs und der Energieeffizienz in Deutschland absolut und nach Sektoren seit 1990.</p><p> Einsparung beim Energieverbrauch wesentlich für den Klimaschutz <p>Den Energieverbrauch, also den Verbrauch von Kraftstoffen, Wärme, Strom zu reduzieren, ist zentrale Säule der Energiewende und wesentliche Voraussetzung für einen effektiven ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>. Dies belegen zahlreiche <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/9006">Klimaschutzszenarien</a>. Zum Energiesparen trägt einerseits bei, die gewünschte „Leistung“ mit weniger ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergie">Endenergie</a>⁠ zu erreichen („Effizienz“-Strategie). Andererseits gilt es auch zu hinterfragen, welcher scheinbare „Bedarf“ wirklich benötigt wird („<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/suffizienz">Suffizienz</a>“-Strategie). Das 2023 verabschiedete Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verbessert den Rahmen für Effizienzsteigerungen und Energiesparen in Deutschland und legt erstmals verbindliche Energieeinsparziele gesetzlich fest. Der Handlungsbedarf zur Energieeinsparung ist groß: Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> (EEV) in Deutschland sank zwar von 2021 bis 2024, doch im letzten Jahr wuchs die Lücke des EEV zu den gesetzlichen Zielen wieder. Die ausführlichen Diagramme „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/media/112895">Energieverbrauch und Energieeffizienz in Deutschland</a>“ und die nachfolgende Zusammenfassung stellen dar, wie sich Endenergieverbrauch, Endenergiemix und die Endenergieeffizienz für Deutschland sowohl insgesamt als auch differenziert nach einzelnen Sektoren oder Anwendungen bisher entwickelt haben.</p> </p><p> Entwicklung von Endenergieverbrauch und Energieeffizienz bis 2024 <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> sinkt 2024 minimal <p>Der Endenergieverbrauch in Deutschland sank von 1990 bis 2018 nur leicht, beziehungsweise stagnierte weitgehend. Erst 2019 ging der gesamte Endenergieverbrauch zurück, unter anderem in Folge der Corona-Pandemie sowie des Kriegs gegen die Ukraine („Energiekrise“) und der jeweils entsprechenden Maßnahmen. Die gesunkene Bruttowertschöpfung in der Industrie verstärkt diesen Rückgang spürbar. Dadurch liegt der Endenergieverbrauch im Jahr 2024 12,6 Prozent unter dem Niveau von 2008, befindet sich damit aber nicht auf Zielpfad gemäß EnEfG: § 4 Abs. 1 Nr. 1 EnEfG sieht bis 2030 eine Minderung auf 1.867 Terawattstunden vor. Nachdem der Endenergieverbrauch zwei Jahre in Folge deutlich zurückgegangen war, reduzierte er sich 2024 nur leicht um 0,3 Prozent. Der Verbrauch liegt damit 2024 gut neun Prozent über dem Zielpfad und damit höher als 2023 (7 Prozent).&nbsp;</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/DTL%20EEV%20EnEfG%20Ziel%20TWh.jpg"> </a> <strong> Der Endenergieverbrauch ist 2021 bis 2024 gesunken. </strong> Quelle: Umweltbundesamt </p><p> Energieeffizienz droht nach Steigerung zu stagnieren <p>Der im Vergleich zu 2019 deutlich gesunkene <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> und das steigende Bruttoinlandsprodukt (BIP) führten dazu, dass die Energieproduktivität als ökonomisches Maß für die Energieeffizienz seit 2008 deutlich anstieg und zwar um 31,3 Prozent bis zum Jahr 2024. Jedoch führte der Rückgang des BIP innerhalb eines Jahres um 0,5 Prozent bei leicht sinkendem Energieverbrauch dazu, dass die Endenergieproduktivität 2024 um 0,2 Prozent zurückging. Dem bisherigen Energieeffizienz-Fortschritt droht damit die Stagnation..</p> Industrieverbrauch steigt 2024, Energieproduktivität sinkt <p>Der Endenergieverbrauch (EEV) der Industrie stagnierte nach der Finanzkrise 2009 bis 2018 auf relativ konstantem Niveau. Im Jahr 2024 reduzierte sich der EEV um rund 15,0 Prozent im Vergleich zu 2008. Gegenüber dem Vorjahr stieg der EEV um 0,3 Prozent. Den EEV der Industrie beeinflussen insbesondere strukturelle Effekte wie Produktion oder Konsum, Energieeffizienzmaßnahmen und Elektrifizierung von fossilen Prozessen, oder die Energiepreise. Die Bruttowertschöpfung des Industrie-Sektors stieg, abgesehen von Effekten der Wiedervereinigung nach 1990 und der „Finanzkrise“ 2009, kontinuierlich bis 2018 an. Seitdem verzeichnet die Industrie eine sinkende Bruttowertschöpfung. Der Verlust an Wertschöpfung war 2024 mit 4,0 Prozent besonders stark. Die Endenergieproduktivität wurde im Trend bis 2019 kontinuierlich gesteigert. Während der „Energiekrise“ wurden auch in den Jahren 2022 und 2023 deutliche Steigerungen der Energieproduktivität erzielt. 2024 reduzierte sich dagegen die Endenergieproduktivität des Sektors vor allem durch niedrigere Konjunkturdaten um 4,3 Prozent.&nbsp;</p> Gewerbe, Handel, Dienstleistungen mindern Energieverbrauch stetig <p>Der Endenergieverbrauch des Sektors Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) geht seit 1990 kontinuierlich zurück. Gegenüber 2008 sank der Energieverbrauch im Jahr 2024 um 22,1 Prozent, gegenüber dem Vorjahr stieg er um 1,7 Prozent. Die Bruttowertschöpfung des GHD-Sektors nimmt seit 1991 kontinuierlich zu. Im Vergleich zum Industriesektor werden EEV und Bruttowertschöpfung des Sektors weniger stark von Kriseneffekten beeinträchtigt. Der konstant sinkende Endenergieverbrauch sowie die steigende Bruttowertschöpfung in den letzten Jahrzehnten führen zu einer langfristig zunehmenden Endenergieproduktivität. Dieser Trend wurde 2024 mit einem Rückgang der Energieproduktivität von 1,2 Prozent unterbrochen.</p> Verbrauch der Haushalte bis 2021 auf hohem Niveau <p>Der Endenergieverbrauch der Privathaushalte in Deutschland verharrte seit 1990 auf relativ konstantem Niveau. Erst seit 2022 sinkt der Endenergieverbrauch. Die Minderung im Jahr 2024 betrug 14,2 Prozent gegenüber 2008 und 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während der Corona-Pandemie ab 2020 stieg der EEV des Sektors leicht an (u.a. mehr Zeit im Haushalt sowie Homeoffice). Stärker wirkten sich allerdings Witterungseffekte und kalte <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a> aus, wie der Anstieg 2021 verdeutlicht. Im Jahr 2022 machten sich unter anderem die Bemühungen zum Energiesparen der privaten Haushalte als Reaktion auf den Krieg gegen die Ukraine und die drohende Gasmangellage, sowie hohe Energiepreise bemerkbar.</p> Energieverbrauch im Verkehr sinkt leicht <p>Der Endenergieverbrauch (EEV) im gesamten Verkehrssektor stieg zwischen 2000 und 2018 stetig an. Erst mit der Corona-Pandemie sank der EEV des Sektors im Jahr 2020 erstmals deutlich, unter anderem aufgrund der Maßnahmen zur Einschränkung der Mobilität sowie dem Aufkommen von Home-Office. Mittlerweile macht sich aber auch der Rückgang der industriellen Produktion und der dadurch zurückgegangene Güterverkehr beim EEV bemerkbar. Die Minderung betrug 2,8 Prozent im Vergleich zu 2008. Gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich der EEV um 1,8 Prozent.</p> </p><p> Stromverbrauch steigt 2024 wieder <p>Der absolute Stromverbrauch hat sich im Vergleich zu 1990 kaum verändert. Jedoch hat sich das BIP in dieser Zeit um über 50 Prozent erhöht. Dadurch stieg die Stromproduktivität der Gesamtwirtschaft um 53,1 Prozent. Im Zeitraum von 2020 bis 2023 erhöhte sich die Stromproduktivität besonders deutlich, da die Nachfrage nach Elektrizität in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld mit hohen Energiepreisen zurückging und das BIP moderat anstieg. 2024 stieg der Stromverbrauch erstmals wieder um 1,8 Prozent an – trotz einer reduzierten wirtschaftlichen Entwicklung. Dadurch fiel die Stromproduktivität um 2,3 Prozent gegenüber 2023.</p> Verbrauch wäre ohne gesteigerte Stromproduktivität ein Drittel höher, Erneuerbaren-Anteil deutlich niedriger <p>Die Vorteile der Energieeffizienz werden oft unterschätzt. Ohne Stromproduktivitäts-Steigerungen wäre der Stromverbrauch im Jahr 2024 gegenüber 2008 um ein Drittel höher, und der Erneuerbaren-Anteil am Stromverbrauch läge bei nur 41,2 Prozent anstatt bei real 54,1 Prozent (vgl. Abbildung). Energieeffizienz ist eine tragende Säule der Energiewende, die den Verbrauch reduziert und damit den Weg für erneuerbare Energien ebnet. Dies sollte auf allen Ebenen und bei allen Akteuren Priorität haben.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/DTL%20STROM%20KF%20MT%20TWh.jpg"> </a> <strong> Der Stromverbrauch ist seit 2008 gesunken und der Anteil an erneuerbarem Strom gestiegen. </strong> Quelle: Umweltbundesamt </p><p> Energieverbrauch macht nur noch in der Langfristperspektive Fortschritte. Deutliche Anstrengungen und Maßnahmen für Zielerreichung notwendig <p>Nachdem der Energieverbrauch in den beiden vorangegangen Jahren deutlich zurückgegangen war, sank er 2024 nur minimal. &nbsp;Mittlerweile sind die „Sondereffekte“ durch die Corona-Pandemie immer weniger bemerkbar. Auch die Lieferketten von fossilen Primärenergieträgern funktionieren wieder und führen zu Mehrverbräuchen, nachdem diese im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine teilweise unterbrochen wurden und hohe Energiepreise zur Folge hatten. Die Politik hatte in beiden Krisen (Corona-Pandemie, „Energiekrise“) mit neuen Politikinstrumenten und Maßnahmen reagiert. Diese haben einerseits zu verhaltensbedingten Energieeinsparungen in allen Sektoren geführt, und andererseits die Steigerung der Energieeffizienz und die zukunftsfähige Transformation von Haushalten, öffentlicher Hand und Unternehmen vorangetrieben. Ohne die Energiespar- und Energieeffizienz-Maßnahmen der Bevölkerung und Unternehmen wären die „Energiekrisen“-Winter nicht so glimpflich verlaufen, hätten deutlich mehr klimaschädliche Energieträger wie Öl oder Kohle verbrannt werden müssen, und wäre die Abhängigkeit von Energieimporten stärker. Allerdings scheinen die Maßnahmen und Instrumente ähnlich wie die „Sondereffekte“ an Wirkung zu verlieren und müssten entgegen der aktuellen Diskussion, auch im Sinne von Planungssicherheit, gestärkt werden.</p> <p>2024 haben sich die Energiepreise für Industrie weiter „normalisiert“ d.h. an Lenkungswirkung verloren. Dadurch stieg der Verbrauch in diesem Sektor leicht an. Der fossile <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> und der Gesamtverbrauch der privaten Haushalte sinken dagegen weiter: Energieeffizienz und Energiesparen entfalten weiterhin eine Wirkung.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Indikator: Primärenergieverbrauch

<p> Die wichtigsten Fakten <ul> <li>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergieverbrauch">Primärenergieverbrauch</a> (PEV) in Deutschland ist seit Ende der 2000er Jahre deutlich rückläufig. Er ist von 2008 bis 2024 um etwa 27 % zurückgegangen.</li> <li>Gemäß dem Energieeffizienzgesetz von 2023 soll der PEV bis 2030 gegenüber 2008 um 39 % sinken. Auf Basis der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/treibhausgas">Treibhausgas</a>-Projektionen 2025 des Umweltbundesamtes ist davon auszugehen, dass die bislang dafür ergriffenen Maßnahmen aller Voraussicht nach nicht ausreichen werden, um dieses Ziel zu erreichen.</li> <li>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> „Primärenergieverbrauch“ wird methodisch durch die steigenden Anteile erneuerbarer Energien verzerrt: Steigt der Anteil der Erneuerbaren, sinkt der Primärenergieverbrauch, auch wenn der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> konstant bleibt</li> </ul> </p><p> Welche Bedeutung hat der Indikator? <p>Mit dem Einsatz und der Erzeugung von Energie sind eine Vielzahl an Umweltbelastungen verbunden: Durch den Abbau von Rohstoffen wie Kohle oder Erdöl werden Ökosysteme teilweise deutlich geschädigt. Beim Transport der Rohstoffe wird Energie verbraucht, Treibhausgase und gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe werden ausgestoßen. Auch bei der Umwandlung und Bereitstellung von Energie kommt es zu Umweltbelastungen. Die Senkung des PEV ist neben dem Umstieg auf alternative und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/22626">erneuerbare Energien</a> daher ein wichtiger Baustein der Energiewende.</p> <p>Allerdings unterliegt der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> „Primärenergieverbrauch“ methodenbedingten Verzerrungen: Steigt der Anteil der Erneuerbaren, sinkt der Primärenergieverbrauch, auch wenn der Endenergieverbrauch konstant bleibt (siehe Abschnitt „Wie wird der Indikator berechnet?“ am Ende des Artikels sowie die Ausführungen im Artikel „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12371#definition-und-einflussfaktoren">Primärenergieverbrauch</a>“). Die Kenngröße „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106905">Endenergieverbrauch</a>“ ist hinsichtlich des Energieverbrauchs einer Volkswirtschaft aussagekräftiger.</p> </p><p> Wie ist die Entwicklung zu bewerten? <p>2024 wurde in Deutschland etwa 29 % weniger <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/primaerenergie">Primärenergie</a> verbraucht als 1990. Noch 2006 lag der Verbrauch fast so hoch wie 1990. Seitdem ist er deutlich gesunken. Das liegt zum Teil am sinkenden <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a>, ist zum Teil aber auch methodenbedingt, da die Umstellung auf erneuerbare Energieträger wie beschrieben mit einem überproportional sinkenden PEV einhergeht. Auch sinkende Netto-Stromexporte bzw. seit 2023 gestiegene Netto-Stromimporte unterliegen gleichermaßen diesem statistischen Effekt. Davon abgesehen, führten insbesondere die hohen Energiepreise im Zuge der Energiekrise 2022 nicht zuletzt zu einer deutlich reduzierten Produktion energieintensiver Güter in Deutschland. Dies trug im Jahr 2024 zum niedrigsten Energieverbrauch seit 1990 bei.</p> <p>Im 2023 verabschiedeten <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/enefg/BJNR1350B0023.html">Energieeffizienzgesetz</a> (EnEfG) ist das Ziel festgeschrieben, dass der PEV bis 2030 um 39 % unter den PEV des Jahres 2008 sinken soll. In den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/93256">Treibhausgas-Projektionen 2025</a> wurde auf der Basis von Szenarioanalysen untersucht, ob Deutschland seine Energie- und Klimaziele im Jahr 2030 erreichen kann: Wenn alle von der Regierungskoalition geplanten Maßnahmen umgesetzt werden, ist im Jahr 2030 mit einem Rückgang des PEV von etwa 32 % gegenüber dem Jahr 2008 zu rechnen (Mit-Maßnahmen-⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/szenario">Szenario</a>⁠). Damit wäre das Ziel des EnEfG eines Rückgangs um 39 % bis 2030 deutlich verfehlt. Weitere Maßnahmen zur Senkung des PEV sind also erforderlich, um die Ziele des EnEfG zu erreichen.</p> </p><p> Wie wird der Indikator berechnet? <p>Der Primärenergieverbrauch wird von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) über das Wirkungsgradprinzip ermittelt. Die in Kraftwerken und anderen Feuerungsanlagen verbrannten Energieträger werden mit ihrem Heizwert multipliziert. Wird Strom aus Wind, Wasserkraft oder Photovoltaik erzeugt, so ist der Wirkungsgrad vereinbarungsgemäß 100 %. Bei der Geothermie beträgt er 10 % und bei der Kernenergie 33 %. Methodische Hinweise zur Berechnung veröffentlicht die AGEB in den&nbsp;<a href="https://ag-energiebilanzen.de/wp-content/uploads/2021/11/vorwort.pdf">Erläuterungen zu den Energiebilanzen</a>.</p> <p><strong>Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12371">„Primärenergieverbrauch“</a>.</strong></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Energieproduktivität

<p> <p>Die Energieproduktivität gibt das Verhältnis von Bruttoinlandsprodukt und Energieverbrauch wieder. Sie wird oft als Maßstab für die Effizienz im Umgang mit Energieressourcen verwendet. Die deutsche Energieproduktivität ist seit 2008 deutlich angestiegen. Gründe dafür waren neben der Energieeffizienz vor allem eine geänderte Wirtschaftsstruktur.</p> </p><p>Die Energieproduktivität gibt das Verhältnis von Bruttoinlandsprodukt und Energieverbrauch wieder. Sie wird oft als Maßstab für die Effizienz im Umgang mit Energieressourcen verwendet. Die deutsche Energieproduktivität ist seit 2008 deutlich angestiegen. Gründe dafür waren neben der Energieeffizienz vor allem eine geänderte Wirtschaftsstruktur.</p><p> Der Begriff der Energieproduktivität und Endenergieproduktivität seit 1990 <p>Die Energieproduktivität zeigt, wie viel Geldeinheiten wirtschaftlicher Leistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) pro Einheit eingesetzter Energie erzeugt werden. Die Energieproduktivität bezogen auf den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> wird als „Endenergieproduktivität“ bezeichnet. Sie stieg zwischen den Jahren 2008 und 2024 um 31 % – ein jährlicher Anstieg von 1,7 %. Dabei ist der Endenergieverbrauch zwischen 2008 und 2024 nur um 13 % gesunken – pro Jahr ein geringer Rückgang von etwa 0,8 %. Dass die Energieproduktivität seit 2008 insgesamt dennoch so stark gestiegen ist, geht zum größten Teil auf den Anstieg des BIP zurück. Dieses stieg seit 2008 um 15 % oder 0,9 % pro Jahr.</p> <p>Im Jahr 2010 setzte sich die Bundesregierung in ihrem „<a href="https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/E/energiekonzept-2010.html">Energiekonzept“</a>&nbsp;das Ziel, die Energieproduktivität bis zum Jahr 2050 jährlich um 2,1 % zu steigern. Dieses Ziel wurde bis 2024 deutlich verfehlt.</p> <p>Darüber hinaus wurde inzwischen erkannt, dass angesichts der mit dem Energieverbrauch einhergehenden Umwelt- und Klimabelastung der Energieverbrauch auch absolut sinken muss. Dies spiegelt sich im Ziel des Energieeffizienzgesetzes von 2023 wider: Angestrebt wird ein Rückgang des Endenergieverbrauchs (EEV) auf absolut 1.867 Terawattstunden im Jahr 2030. Das entspricht einer Reduzierung von rd. 28 % gegenüber 2008. Bis 2045 soll der EEV um 45 % sinken. Diese Ziele gelten unabhängig vom Wirtschaftswachstum.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/de_indikator_ener-02_endenergieproduktivitaet_2025-12-18.png"> </a> <strong> Endenergieproduktivität </strong> Quelle: Umweltbundesamt auf Basis Statistisches Bundesamt und Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/de_indikator_ener-02_endenergieproduktivitaet_2025-12-18.pdf">Diagramm als PDF (129,19 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/de-en_indikator_ener-02_endenergieproduktivitaet_2025-12-18.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (54,49 kB)</a></li> </ul> </p><p> Gründe für die Entwicklung der Energieproduktivität <p>Die Energieproduktivität hat sich auch aufgrund von rein strukturellen Effekten verändert. Ein Wandel in der Wirtschaftsstruktur von energieintensiven Industriezweigen hin zu mehr Dienstleistung führt automatisch auch zu einer höheren Energieproduktivität, weil weniger Energie für die Erbringung wirtschaftlicher Leistung benötigt wird. Energieintensive Produktion findet dafür verstärkt im Ausland statt und wird vom inländischen Energieverbrauch nicht erfasst.</p> <p>Auch haben Verbesserungen in der Infrastruktur sowie effizienzsteigernde Maßnahmen in der Energiewirtschaft dazu beigetragen die Energieproduktivität zu steigern. In allen Wirtschaftsbereichen und in privaten Haushalten konnten zudem Einsparpotenziale erschlossen werden.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

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