In einem gemeinsamen Verbundprojekt des LTZ Augustenberg und des CVUA Karlsruhe wurde das Verhalten von Arzneimittelrückständen in Gülle unter praxisrelevanten Bedingungen untersucht. Am LTZ erfolgten Versuche zum Verbleib der Antibiotika im Boden und zu deren Aufnahme durch Pflanzen nach der Gülledüngung. Das CVUA erarbeitete eine Analysenmethode zur Detektion von praxisrelevanten Rückstandskonzentrationen an Arzneimitteln in Boden und Pflanze. Als Substanzen wurden Tetracyclin und Enrofloxacin aus den beiden Antibiotikagruppen Tetracycline und Chinolone eingesetzt. Es erfolgten sowohl Modellversuche im Gewächshaus, als auch im Freiland.
Enrofloxacin ist eines der wichtigsten Bakterizide, das bei Infektionskrankheiten von landwirtschaftlichen Nutztieren angewandt wird. Durch die Ausscheidungsprodukte der Tiere kann der Wirkstoff sowie seine Abbauprodukte in die Umwelt gelangen. Aus diesem Grund wird in dem Vorhaben der photochemische Abbau des Enrofloxacins sowie seiner biologischen Abbauprodukte mittels Laborversuchen, die moeglichst nahe die Feldsituation widerspiegeln, untersucht. Die Pruefungen werden zum Teil in Anlehnung an die geltenden GLP-, OECD-und FDA-Richtlinien durchgefuehrt.
Das beantragte Vorhaben beschaeftigt sich mit einem Bakterizid aus der Klasse der Fluorchinolone (Enrofloxacin). Es soll der biologische Abbau des Wirkstoffs und dessen Photoabbauprodukte im Boden unter aeroben und anaeroben Bedingungen aufgeklaert werden. Die Versuchsreihen werden unter Beruecksichtigung einer moeglichst hohen Praxisrelevanz praktiziert. Wie eigene Untersuchungen bereits gezeigt haben, wird der Wirkstoff in erheblichem Masse am Boden gebunden, so dass keine uebliche Extraktion moeglich ist. Daher werden die Untersuchungen mit radioaktiv-markiertem Wirkstoff durchgefuehrt. Zur Bilanzierung sind sowohl der mineralisierte und der desorbierbare Anteil der applizierten Wirkstoffmenge als auch der gebundene Rueckstand zu bestimmen. Die erwaehnten Untersuchungen sind sowohl fuer die Bestimmung der kinetischen Daten als auch fuer die oekotoxikologische Risikoabschaetzung dieser Wirkstoffklasse essentiell, da bisher keine veroeffentlichten Daten vorliegen. Die Ergebnisse sind ueber den landwirtschaftlichen Bereich hinaus von Interesse, weil die Fluorchinolone auch in der Humantherapie eine breite Anwendung finden.