In der Zeit vom Februar bis zum Juni 1986 wurden 100 nichtrauchende Frauen im Alter zwischen 40 und 65 Jahren in Bremen detailliert zu ihrer Belastung durch eine Exposition gegenueber Passivrauchen waehrend der letzten 8 Tage befragt. Als Erhebungsinstrument wurde die deutsche Uebersetzung eines von der IARC (international Agency for Research on Cancer) im Rahmen einer internationalen Studie eingesetzten Fragebogens verwendet. Darueber hinaus wurde von jeder interviewten Frau eine Urinprobe im Labor der American Health Foundation in New York analysiert. Als wesentlicher Marker fuer eine Passivrauch-Exposition wurde der hauptsaechliche Metabolit des Nikotins, das Kotinin, bestimmt. Darueber hinaus wurde eine Standardisierung auf das Kreatinin vorgenommen. - Durch die Analyse der Fragebogenangaben sowie die zusaetzliche Beruecksichtigung der biologischen Variablen konnten trotz des relativ kleinen Untersuchungskollektives erste Hinweise auf den Anteil der einzelnen Belastungsquellen an der Gesamtexposition gewonnen werden. Darueber hinaus wurde die Frage nach der Verlaesslichkeit retrospektiv erhobener Expositionsangaben zum Passivrauchen untersucht. Hierbei zeigte sich, dass der private Bereich einen Anteil von mehr als 60 Prozent an der Gesamtexposition des Untersuchungskollektives ausmacht. Als wesentliche Belastungsquelle muss hierbei der rauchende Partner angesehen werden. Bei berufstaetigen Frauen spielt darueber hinaus die Belastung am Arbeitsplatz eine wesentliche Rolle, zumindest soweit sie ueber den Fragebogen erfasst wird...