<p> <p>Eichenprozessionsspinner im Park, Ratten in der Kanalisation, Algen an Fassaden: In der kommunalen Praxis spielen immer wieder Fragen zum Umgang mit Schadorganismen eine Rolle, die ein Risiko für die menschliche Gesundheit oder für Materialien darstellen können. Am 18.11.2020 haben Vertreter*innen von Kommunen darüber diskutiert, wie man mit ihnen umgehen kann, eventuell ganz ohne Biozid-Produkte.</p> </p><p>Eichenprozessionsspinner im Park, Ratten in der Kanalisation, Algen an Fassaden: In der kommunalen Praxis spielen immer wieder Fragen zum Umgang mit Schadorganismen eine Rolle, die ein Risiko für die menschliche Gesundheit oder für Materialien darstellen können. Am 18.11.2020 haben Vertreter*innen von Kommunen darüber diskutiert, wie man mit ihnen umgehen kann, eventuell ganz ohne Biozid-Produkte.</p><p> <p>Der Lehrstuhl für BWL und Industriebetriebslehre der Universität Würzburg hat im Auftrag des Umweltbundesamtes in einem Forschungsvorhaben untersucht, welche Lösungsmöglichkeiten für den Umgang mit Schadorganismen in der kommunalen Praxis gefunden werden.</p> <p>Die Ergebnisse zeigen, dass zur Bekämpfung häufig Biozidprodukte zum Einsatz kommen, doch gleichzeitig in vielen Kommunen auch andere Lösungskonzepte ausprobiert werden. Denn immer mehr Kommunen versuchen, den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren, um die biologische Vielfalt zu schützen. In der Öffentlichkeit werden jedoch häufig nur Konzepte zur Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln diskutiert, z.B. im Rahmen der Aktion „Pestizidfreie Kommune“. Doch auch Biozidprodukte sind <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a> und haben ebenfalls eine mögliche Wirkung auf die biologische Vielfalt. Ihr Einsatz sollte deshalb immer auf das notwendige Mindestmaß begrenzt werden.</p> <p>In diesem digitalen Workshop haben sich Vertreterinnen und Vertreter aus der kommunalen Praxis darüber ausgetauscht, wie in ihrer beruflichen Praxis mit ausgewählten Schadorganismen umgegangen wird. Am Vormittag gab es allgemeinere Vorträge zum Umgang mit Biozidprodukten in Kommunen, während am Nachmittag kleinere Diskussionsrunden zu konkreten Fragestellungen stattfanden. Dabei wurde der Umgang mit Nagetieren oder dem Eichenprozessionsspinner und Optionen beim kommunalen Bautenschutz diskutiert.</p> <p>Die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/84945">Dokumentation des Workshops</a> ist auf der Homepage des Umweltbundesamtes zu finden.</p> </p><p>Informationen für...</p>
Aufgrund der aktuellen Vorschriften zur Energieeinsparung werden sowohl in der Altbausanierung als auch bei Neubauten in stark zunehmendem Maße wärmedämmende Baustoffe verwendet. Bei dieser Art von Fassadenmaterialien kommt es bei niedrigen Außentemperaturen zu einer starken Kondensatbildung aus der Luftfeuchtigkeit und bei Sonneneinstrahlung zu einem Wärmestau. Feuchte und Wärme sind ideale Bedingungen für mikrobielles Wachstum, so dass Veralgungen und Verpilzungen von wärmeisolierenden Fassadenmaterialien keine Seltenheit darstellen. Außerdem führen die hohen Temperaturen an den Fassadenoberflächen zur Verharzung verschiedener Verschmutzungen (z.B. Dieselruß sowie fett- und ölartige Substanzen aus industriellen und verkehrsbedingten Emissionen). Die Entfernung solcher fest haftenden Verschmutzungen ist mit den gegenwärtig verfügbaren Reinigungsverfahren jedoch nur bei hohen Personal- und Betriebskosten möglich. Ferner können diese Reinigungsverfahren je nach Fassadenmaterial Oberflächenschädigungen verursachen. Im Forschungsprojekt wird ein neues Pflegeverfahren für wärmedämmende Fassadenmaterialien entwickelt. Wie Voruntersuchungen des wfk-Instituts zeigen, kommen dafür erneuerbare Soil-Release-Beschichtungen auf der Basis interpenetrierender Polymernetzwerke in Frage. Sie weisen eine gute Barrierewirkung gegen alle praxisrelevanten Schmutzarten (inklusive Graffiti) sowie eine hohe Temperatur- und Witterungsbeständigkeit auf und erleichtern die Schmutzablösung. Diese Soil-Release-Beschichtungen werden so eingestellt, dass sie einerseits gegen Witterungseinflüsse ausreichend stabil sind, andererseits aber mittels wasserbasierter Niederdruckverfahren (4 bis 20 bar) zusammen mit dem Schmutz einfach und materialschonend wieder von den Fassaden abgelöst werden können. Hierdurch wird den Gebäudereinigungsunternehmen eine effektive und wirtschaftliche Ablösung stark haftender Schmutzarten von wärmedämmenden Fassadenmaterialien ermöglicht. So wird eine irreversible Schädigung der Fassadenmaterialien vermieden und der Reinigungsaufwand wesentlich verringert.