Ziel des Vorhabens ist es, ein nachhaltiges und ökologisches Futtermittel für karnivore Fischarten zu entwickeln, welches in Gänze auf die Verwendung von Fischmehl und Sojaprotein verzichtet. Ökologische Eiweißfuttermittel werden nicht nur durch die Verordnung (EU) Nr. 2018/848 für Geflügel und Schwein verpflichtend, sie bilden auch die Grundlage für eine nachhaltige Futterversorgung anderer Nutztiere. So ist in der ökologischen Fischproduktion die Futtermittelherstellung, insbesondere im Hinblick auf eiweißreiche Futtermittel, bereits streng reglementiert. Durch eine innovative Verarbeitung und Verwendung von Proteinen aus ökologisch angebautem Raps, kombiniert mit verarbeitetem tierischen Nichtwiederkäuer-Protein, sollen Fischmehl und Sojaprotein gegen diese nachhaltigen Alternativen ausgetauscht werden. Im Fokus steht dabei vor allem das Aminosäureprofil, welches sowohl durch das anzupassende Verhältnis der beiden im Raps enthaltenen Speicherproteine Albumin und Globulin, als auch durch die Verwendung von verarbeitetem tierischen Nichtwiederkäuer-Protein optimal an die Bedürfnisse der Fische abgestimmt werden soll. Vor allem der Effekt einer angepassten Aminosäurezusammensetzung auf die Futteraufnahme und Futteraufnahmeregulation ist hierbei von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung, da vorherige Untersuchungen zeigen konnten, dass dies das aktuell größte Hindernis beim Austausch von Fischmehl gegen pflanzliche Alternativen darstellt. Da es sich dabei um eine Prozesslösung für die nachhaltige und ökologische Tierernährung handelt, ist das Vorhaben in der Ausschreibung Projekte zur Sicherung einer nachhaltigen Tierernährung dem Modul B - Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) des BMEL zuzuordnen.
Das vorliegende Projekt untersucht, wie sich die Auswirkungen eines Regimewechsels im Humboldt Upwelling System (HUS) auf die industrielle Sardellenfischerei und auf andere handwerkliche peruanische Fischereien auswirken. Eine Veränderung in der handwerklichen Fischerei wird sich dabei hauptsächlich auf inländische Nahrungsmittelmärkte, die Sardellenfischerei insbesondere auf Weltmarktpreise für Fischmehl und -öl, und damit auf Futtermittelpreise auch in der Aquakultur auswirken. Daher könnte ein Zusammenbruch der peruanischen Sardellenfischerei Auswirkungen auf die Aquakulturproduktion und letztlich auf die Wildfangfischerei auf der ganzen Welt haben, die über den Weltmarkt für Fischmehl und die globalen Fischmärkte vermittelt wird. Das Projekt wird die Zusammenhänge zwischen Wildfang und Aquakultur, und insbesondere alternative Managementoptionen untersuchen, die die wirtschaftlichen Folgen von Kipppunkten abmildern und somit zur Entwicklung von Managementstrategien beitragen können. Insbesondere wird untersucht, unter welchen Managementsystemen das gekoppelte ökologisch-ökonomische peruanische Fischerei-System besonders resilient ist. Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes ist die Koordination des Verbundvorhabens, inklusive der Koordination, Kommunikation, Datenmanagement und der Synthese. Dabei soll sowohl der reibungslose Ablauf des Verbundvorhabens, sowie die effektive Kommunikation innerhalb des Projektes und nach außen zu wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Partnern und der Öffentlichkeit sichergestellt werden. In der Vorphase wurde insbesondere die Kommunikation zu Nutzergruppen bereits aufgebaut und soll im Rahmen des Projektes erweitert werden um gewonnenes Wissen in Handlungsmöglichkeiten der Nutzergruppen umzusetzen.