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Mit Nützlingen gärtnern

<p> So gärtnern Sie mit Nützlingen <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, so dass Nützlinge angelockt werden und darin Nahrung und Wohnraum finden.</li> <li>Tolerieren Sie Schädlinge als Teil der Nahrungskette, solange sie nicht massenhaft auftreten.</li> <li>Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Dünger und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>⁠. Diese können der Umwelt und Ihren Gartenmitbewohnern schaden.</li> </ul> Gewusst wie <p>Werden <strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a></strong> gegen Schädlingsbefall eingesetzt, kann das gravierende Auswirkungen auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Denn Insektizide können nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten. Zudem schaden sie indirekt auch anderen Lebewesen, indem sie deren Nahrungsgrundlage zerstören. Beispielsweise können Marienkäfer durch bestimmte Insektizide nicht nur direkt getötet werden, sondern sie werden auch durch den Nahrungsmangel gefährdet, wenn Blattläuse vernichtet werden. In der Folge fehlen die Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer wieder an anderer Stelle, ein Teufelskreislauf. Verzichten Sie deshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.</p> <p>Auch chemisch-synthetische <strong>Düngemittel</strong> können negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben indem sie beispielsweise Bodenlebewesen beeinträchtigen. Zudem resultiert aus der Herstellung und dem Transport synthetischer Düngemittel eine negative Klimabilanz. Nutzen Sie stattdessen organischen Dünger, der Ihnen vor Ort zur Verfügung steht, z.B. Kompost, Mist, Grünschnitt, Laub. Organisches Material "füttert" die Bodenlebewesen, welche wiederum an der Humusbildung beteiligt sind. Lebendiger, humoser Boden bietet Ihren Pflanzen wertvolle Nährstoffe und ist somit ein bedeutender Baustein für die Pflanzengesundheit.</p> <p><strong>Respekt vor jedem Lebewesen:</strong> Alle Organismen haben ihren Platz in der Nahrungskette und wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Nur aus der Perspektive des Menschen erscheint der eine als "nützlich" und der andere als "schädlich". Bedenken Sie, dass Lebewesen nicht nur "schlechte" oder nur "gute" Eigenschaften haben. Zum Beispiel verursachen nur wenige Arten der Gallmücke Schäden an Ihrer Ernte. Dagegen sind viele Gallmücken-Arten nützlich. Weil ihre Larven Blattläuse vertilgen, werden sie gezielt im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Zudem bestäuben sie Pflanzen und dienen Vögeln als Futter. Reißt der Mensch ein kleines Loch in das komplexe Netz der Natur, hat das weitreichende Auswirkungen.</p> <p><strong>Jeder Quadratmeter zählt: </strong>Nützlinge können sich nur dann im Garten ansiedeln und vermehren, wenn sie langfristig Futter und Wohnraum finden. Selbst wenn Ihnen nur kleine Flächen zur Verfügung stehen, lohnt sich die Anlage eines Mini-Biotops. Da viele Arten nur einen relativ kleinen Bewegungsradius haben, können solche Trittsteine für deren weitere Ausbreitung sehr wertvoll sein. Vielleicht können Sie auch Ihre Nachbarn von einer naturnahen Gartengestaltung überzeugen, so entsteht in der Summe ein vernetzter, artenreicher Lebensraum.</p> Tipps zur Bepflanzung <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kornblume_biene_melani_marfeld_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Pflanzen Sie heimische, insektenfreundliche Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an. </strong> Quelle: Melani Marfeld / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/sonnenhut_ungefuellte_bluete_marek_studzinski_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten. </strong> Quelle: Marek Studzinski / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/fruehblueher_krokus_annette_meyer_from_pixabay_0.jpg"> </a> <strong> Notration: Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten. </strong> Quelle: Annette Meyer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pfaffenhuetchen_ingrid_und_stefan_melichar_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> "Tiere pflanzen": Besondere Partnerschaften zwischen Pflanzen und Tieren </strong> Quelle: Ingrid und Stefan Melichar / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schnittlauch_bluete_marius_kristensen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen. </strong> Quelle: Marius Kristensen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenschere_carlotta_silvestrini_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Rückschnitt: Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück. </strong> Quelle: Carlotta Silvestrini / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/mahd_sense_emi_lija_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Mahd: Mähen Sie Wiesen nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen. </strong> Quelle: emi lija / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/laub_herbst_garten_peggychoucair_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall). </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/efeu_fassade_garten_bernhard_schuermann_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Vertikales Gärtnern: Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terrassen. </strong> Quelle: Bernhard Schürmann / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hyazinthe_mulch_cornell_fruehauf_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bodenschutz: Bedecken Sie den Boden mit Bodendeckern, Untersaaten oder organischem Mulch. </strong> Quelle: Cornell Frühauf / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/permakultur_jan-kraus-co2sflwwnrm-unsplash.jpg"> </a> <strong> Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten. </strong> Quelle: Jan Kraus / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einpflanzen_garten_delynn_talley_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Klimaschutz. </strong> Quelle: Delynn Talley / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Pflanzen Sie heimische Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an.</strong> Eine Vielfalt an heimischen Stauden und Gehölzen bietet Insekten, Vögeln, aber auch Fledermäusen und Kleinsäugern, Nahrung und Lebensraum. Insbesondere dichte Hecken und stachelige Sträucher bieten Vögeln Schutz vor Katzen und anderen Beutegreifern. Auch Vogelfutter sollte nicht gekauft, sondern selbst angepflanzt werden (z.B. Sonnenblumen, Mohn, Holunder, Sanddorn). Hier finden Sie Empfehlungen für <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">bienenfreundliche Pflanzen</a>, für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">insektenfreundliche Pflanzen</a> und für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/voegel/22389.html">vogelfreundliche Gehölze</a>.</li> <li><strong>Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten.</strong> Bei gefüllten Blüten haben sich die Staub- und / oder Fruchtblätter zu Blütenblättern umgebildet. Dadurch produzieren diese Blüten weniger oder gar keinen Nektar und keinen Pollen mehr. Zudem können solche Blütenblätter den Tieren den Weg zu den Staubgefäßen und zum Nektar versperren.</li> <li><strong>Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten.</strong> Das sind z.B. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse, und Spätblüher wie Fette Henne, Sonnenblume und Ringelblume. Frühblüher bieten vielen Nützlingen, z.B. Schwebfliegen und Florfliegen, ein erstes Nahrungsangebot und sind somit entscheidend für deren weitere Entwicklung.</li> <li><strong>Auch Vögel brauchen ganzjährig Futter.</strong> Im Winter fressen sie z.B. gern Hagebutten sowie Früchte vom Holunder und Weißdorn. Besonders wertvoll ist der Efeu: er blüht im Herbst, wenn Insekten wenig andere Nahrung finden, und trägt Früchte im zeitigen Frühjahr, was Amseln, Drosseln und Stare anlockt. Um zu blühen und Früchte zu tragen muss der Efeu aber mindestens acht Jahre alt sein.</li> <li><strong>"Tiere pflanzen": </strong>Mit der Wahl von ganz bestimmten Pflanzen können Sie ganz bestimmte Tiere anlocken, da diese sich über Jahrmillionen aneinander angepasst haben. Pflanzen Sie z.B. ein Pfaffenhütchen, dann können Sie bestimmt im Herbst Rotkehlchen an den rot leuchtenden Früchten beobachten. Pflanzen Sie einen Blasenstrauch, werden dessen große gelbe Blüten bald die Blauschwarze Holzbiene anlocken.</li> <li><strong>Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen.</strong> Solche Pflanzen öffnen ihre Blüten erst abends und verströmen einen besonderen Duft. Beispiele hierfür sind die Nachtkerze, Borretsch, Wegwarte und Schnittlauch. Nahrungspflanzen für Nachtfalter oder deren Raupen sind z.B. Himbeeren, Brombeeren, Berberitze und Hartriegel. Finden nachtaktive Insekten ausreichend Nahrungspflanzen, dann profitieren davon auch die Fledermäuse.</li> <li><strong>Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück.</strong> Viele Insekten, wie auch Eier und Puppen von Schmetterlingen, überwintern in oder an den Stängeln. Durch einen Rückschnitt im Herbst würden Sie die Überwinterungsformen zerstören.</li> <li><strong>Hecken, Büsche und Bäume dürfen nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar zurückgeschnitten oder gerodet werden. </strong>Diese Regelung dient dem Schutz brütender Vögel und ist im Bundesnaturschutzgesetz § 39 festgelegt. Bevor Sie Gehölze im Winter roden sollten Sie unter diesen unbedingt nach winterschlafenden Igeln suchen, um diese nicht zu stören oder gar zu verletzen.</li> <li><strong>Mähen Sie Wiesen nur ein bis zweimal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen.</strong> Nutzen Sie dafür schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Sie können beispielsweise um besonders nützliche Pflanzen drumherum mähen oder hübsche Muster in die Fläche hineinschneiden. Oder Sie mähen einfach nach dem Prinzip „Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang). Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Wertvoll sind auch Altgrasstreifen, also Teilflächen, die ein Jahr lang gar nicht gemäht werden. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden. Sie können es kompostieren, als Mulch auf Beeten, unter Gebüschen oder auf Baumscheiben ausbringen, oder als Tierfutter verwenden. Verzichten Sie auf eine Düngung Ihrer Wiese - je magerer desto artenreicher!</li> <li><strong>Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall).</strong> Laub dient Bäumen und Bodenlebewesen langfristig als Nahrung, trägt zur Humusbildung bei, schützt den Boden vor Austrocknung und bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Soll Laub von bestimmten Flächen, wie z.B. Wegen und Einfahrten, entfernt werden, kann es an anderer Stelle wieder ausgebracht werden (z.B. als Mulch auf Beeten, unter Hecken und Sträuchern). Ganz wichtig sind Laubhaufen als Winterquartier für z.B. Igel und Amphibien. Laub kann auch als Einstreu und Winterfutter für Haustiere dienen.</li> <li><strong>Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terassen. </strong>Insekten und Vögel finden hierin Futter und Wohnraum. Das sogenannte "vertikale Gärtnern" hat auch viele andere Vorteile. Es kann die Wärmedämmung von Gebäuden verbessern und als Lärmschutzbarriere dienen, es spart Platz und sorgt für Abkühlung im Sommer. Bei richtiger Pflanzenwahl und intaktem Mauerwerk sind keine Gebäudeschäden zu erwarten. Lassen Sie sich vorher von <a href="https://www.gebaeudegruen.info/wissen-und-ressourcen/gebaeudebegruenung/">Experten</a> beraten!</li> <li><strong>Bedecken Sie den Boden ganzjährig, z.B. mit Mulch, Untersaaten oder Bodendeckern.</strong> Mulch kann aus den verschiedensten Materialien bestehen und unterschiedlichen Zwecken dienen. Beispielweise als Düngung: durch Mist und Rasenschnitt wird viel Stickstoff zugeführt. Oder zum Pflanzenschutz: Schafwolle und Sägespäne halten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> fern. Oder als Lebensraum: Holzhackschnitzel dienen als Brutstätte für Käfer, welche wiederum die Leibspeise von Igeln sind. Mit Rindenmulch oder Tannennadeln kann der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens gesenkt werden, z.B. für den Anbau von Heidelbeeren. Mulch dient außerdem als Verdunstungsschutz, reguliert die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bodentemperatur">Bodentemperatur</a>, schützt vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a> und hält unerwünschten Bewuchs fern.</li> <li><strong>Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten.</strong> Sie werden viele Vorteile entdecken, z.B. eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Der Begriff <a href="https://www.permakultur.de/was-ist-permakultur">Permakultur</a> leitet sich von "permanent agriculture" ab und steht für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensweise. Diese Philosophie nimmt natürliche Ökosysteme als Vorbild und leitet daraus Bewirtschaftungsweisen ab, die zu langfristig stabilen, sich selbst erhaltenden Systemen führen.</li> <li><strong>Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>.</strong> Kaufen Sie nur solche Erden und Substrate, die als „<a href="https://www.torffrei.info/?gad_source=1">torffrei</a>“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind. Sogar Heidelbeeren, die in saurer Erde angebaut werden müssen, kann man torffrei anbauen. Im Gartenfachhandel finden Sie torffreie Erden speziell für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.</li> </ul> Kleine Biotope gestalten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/steinhaufen_garten_ron_porter_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bausteine im Naturgarten: Totholz, Steine und wilde Ecken bieten Lebensraum für viele Tiere. </strong> Quelle: Ron Porter / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kompost_manfred_antranias_zimmer_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Komposthaufen an. </strong> Quelle: Manfred Antranias Zimmer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/eidechse_totholz_katja_fissel_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Totholz: Lassen Sie alte und abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong> Quelle: Katja Fissel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenteich_david_seifert_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Gartenteich an. </strong> Quelle: David Seifert / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/regentonne_werner_augustin_jukel_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Klimafit: Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser. </strong> Quelle: Werner Augustin Jukel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brombeeren_m._h._auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong> Quelle: M. H. / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Integrieren Sie kleine Biotope in Ihrem Garten: Trockenmauern, viel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, Laubhaufen, ein Sandarium, dichtes Gestrüpp und ein paar wilde Ecken. </strong>Diese <a href="https://www.mein-biotop.de/biotop-bausteine">Bausteine</a> bieten vielen Tierarten Nahrung und Wohnraum.</li> <li><strong>Legen Sie einen Komposthaufen an.</strong> Hier entsteht nicht nur wertvolle Gartenerde, sondern auch ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a> für zahlreiche Kleinstlebewesen. Auch Igel, Ringelnattern und Erdkröten mögen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/nachhaltig-gaertnern-kompost-komposterde">Komposthaufen</a>. Nicht nur wegen des reichen Nahrungsangebotes, sondern auch wegen der Wärme, die bei der Verrottung entsteht.</li> <li><strong>Lassen Sie alte bzw. abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong>Dort finden z.B. Fledermäuse und Höhlenbrüter Nahrung und Wohnraum. Totholz ist auch für viele gefährdete Insektenarten sehr wertvoll. Die wertvollsten ökologischen Nischen bietet besonntes, aufrechtstehendes Totholz (mit Rinde) von Laubbäumen. Abgestorbene Gehölze lassen sich auch mit Kletterpflanzen verschönern. Mit den richtigen Schnitttechniken können so über die Jahre kreative Figuren entstehen. Auch die Wurzelballen abgestorbener Bäume sind ein wertvoller Lebensraum, z.B. für Käfer. Als Ersatz dafür können Sie auch einen "<a href="https://keep-it-gruen.de/kaeferkeller/">Käferkeller</a>" bauen.</li> <li><strong>Legen Sie einen Gartenteich an. </strong>Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen, denn die fressen den Laich von Amphibien sowie zahlreiche Insekten und deren Larven. Ein naturnah gestalteter Teich zieht auch Fledermäuse an. Sie kommen in der Dämmerung, um Beute zu jagen und ihren Durst zu stillen.</li> <li><strong>Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser.</strong> So können Sie die Folgen extremer Wetterereignisse wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> über das Jahr etwas abfedern. Außerdem mögen Pflanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung">Regenwasser</a> viel lieber als das Wasser aus dem Hahn.</li> <li><strong>Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong>Ein <a href="https://www.urbane-waldgaerten.de/das-projekt/#was">Waldgarten</a> ist ein Garten, der, wie ein Wald, in mehreren Höhenstufen aufgebaut ist. Waldgärten dienen der Nahrungserzeugung, leisten aber auch einen großen Beitrag zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und zum Schutz der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>. Durch die Vielfalt eines Waldgartens entwickelt sich ein stabiles System, in dem Nahrungsmittel auch unter zukünftigen schwierigen Bedingungen angebaut werden können.</li> </ul> Hilfe für tierische Gartenbewohner <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/vogeltraenke_wasserschalejohn-apps-0p7p3gm5g_u-unsplash.jpg"> </a> <strong> Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere im Garten bereit. </strong> Quelle: John Apps / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/nistkasten_rotschwanz_juergen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse lassen sich kaufen oder auch selbst bauen. </strong> Quelle: Jürgen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/katze_garten_sandra_kapella_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen. </strong> Quelle: Sandra Kapella / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pool_abgedeckt_alexa_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen und nicht allein herauskommen. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/garten_abends_ivan-prokhorov-g90swyfphgy-unsplash_2-min.jpg"> </a> <strong> Licht aus: Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten. </strong> Quelle: Ivan Prokhorov / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hedgehog-1759027_1920_alexa_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Igel brauchen Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken im Garten. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/maulwurf_dirk_beekir_schumacher_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Respektieren Sie Maulwürfe – sie sind geschützt und dürfen nicht gestört oder getötet werden. </strong> Quelle: Dirk Schumacher / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/spitzmaus_rpn_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser. </strong> Quelle: RPN / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Bild1.jpg"> </a> <strong> Eidechsen brauchen sonnige Stein- oder Totholzhaufen. Ihre Eier legen sie im Sand ab. </strong> Quelle: Boloria / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Insektenhotel_A.%20Krebs_Pixabay.jpg"> </a> <strong> Insektennisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong> Quelle: A. Krebs / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hummel_hermann_kollinger_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Blüten als Nahrungsquelle. </strong> Quelle: Hermann Kollinger / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/marienkaefer_valentin_bouvet_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind. </strong> Quelle: Valentin Bouvet / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brennnessel_raupe_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. </strong> Quelle: Helga / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ameisen_tworkowsky_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. </strong> Quelle: Tworkowsky / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwanze_peggychoucair_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht. </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere bereit.</strong> Eine größere Schale auf dem Boden dient Igeln als Tränke und Vögeln als Badestelle. Für Vögel besteht allerdings eine hohe Ansteckungsgefahr an stark frequentierten Wasserstellen. Deshalb muss das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß gereinigt werden. Hängende Tränkeflaschen sind für Vögel eine keimarme Alternative. Und auch Insekten haben Durst! Legen Sie Steine, Hölzchen oder Moos in eine kleine Wasserschale, damit die Insekten darin nicht ertrinken.</li> <li><strong>Auch im Winter schätzen Vögel eine eisfreie Wasserstelle sehr.</strong> Damit das Wasser nicht gefriert, können Sie es mehrmals täglich wechseln oder eine beheizbare (Vogel-)Tränke im Handel kaufen. Aus einem runden Pflanzstein, in den Sie eine Grabkerze stellen und ein nicht-brennbares Gefäß darauf stellen, können Sie auch selbst eine winterfeste Vogeltränke basteln.</li> <li><strong>Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse können Sie kaufen oder auch selbst bauen. </strong>Beachten Sie dabei genau die <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/">Bauanleitungen </a>und die Empfehlungen zum Aufhängen der Kästen. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind alle heimischen Vogelarten „besonders geschützt“ und alle Fledermausarten „streng geschützt“. Der Schutz bezieht sich auch auf ihre Nester. Es ist also ganzjährig verboten, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.</li> <li><strong>Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen.</strong> Katzen töten jährlich viele Millionen Vögel und andere Kleintiere wie z.B. Eidechsen. Insbesondere verwilderte Hauskatzen sind problematisch, weil sie ihren Nahrungsbedarf ausschließlich über die Jagd decken müssen. Lassen Sie Ihre Hauskatze kastrieren und unterstützen Sie Tierschutzverbände bei Kastrationsprogrammen für verwilderte Katzen. Eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern hilft nicht nur den Vögeln, sondern auch den Katzen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Katze zumindest von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, denn dann sind die meisten hilflosen Jungvögel unterwegs. Bäume mit Vogelnestern können durch katzenabweisende Manschettenringe gesichert werden.</li> <li><strong>Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen können und nicht mehr allein herauskommen. </strong>Das sind z.B. Kellertreppen, Lichtschächte, Gruben, Gullys, Gartenteiche und Swimmingpools. Decken Sie solche Todesfallen ab (z.B. mit engmaschigem Drahtgitter), verschließen Sie die Zugänge, oder bauen Sie kleine <a href="https://www.infofauna.ch/de/nationale-koordinationsstellen/amphibien-karch/gefaehrdung-und-schutz/schutzmassnahmen#uebersicht">Ausstiegshilfen</a> für die Tiere (z.B. Ausstiegsrampen, Krallmatten). Auch Fledermäuse können in Regentonnen ertrinken oder sich durch angekippte Fenster in Räume verirren, aus denen sie nicht mehr herausfinden.</li> <li><strong>Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten.</strong> Manche Insekten werden davon magisch angezogen und umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung. Dabei werden sie von der Nahrungsaufnahme und Partnersuche abgehalten. Beispielsweise können Glühwürmchen bei künstlichem Licht ihre leuchtenden Partner nicht finden, stattdessen fliegen sie orientierungslos von Lampe zu Lampe. Lichtverschmutzung beeinträchtigt auch die Lebensrhythmen von Igeln, Vögeln und Fledermäusen. Nutzen Sie im Freiland keine UV-"Insektenkillerlampen".</li> <li><strong>Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Klebefallen</a> verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über einem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen.</li> <li><strong>Igel brauchen Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und wilde Ecken im Garten. </strong>Igel benötigen mehrere Sommerschlafplätze und einen besonders geeigneten Platz für den Winterschlaf. Dafür nutzen sie gerne Komposthaufen, Reisighaufen, große Laubhaufen oder dichtes Gebüsch. Im Handel angebotene Igelhäuser sind dagegen nicht ohne Weiteres als Winterschlafplatz geeignet. Igel sind reine Insektenfresser, am liebsten fressen sie Käfer. Diese finden sie unter anderem im Totholz, unter Laub, im dichten Gestrüpp und unter Holzhackschnitzeln. Schnecken werden nur in Ermangelung von geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Wenn Sie Igel zufüttern wollen, erkundigen Sie sich unbedingt vorher über <a href="https://www.pro-igel.de/template/elemente/395/original/IWK4.5_Ernaehrung.pdf">geeignete Futtermittel</a>. Bedenken Sie, dass Zufütterung nur eine Notlösung ist. Langfristig können Sie dem Igel nur durch eine naturnahe Gartengestaltung helfen. Verzichten Sie auch auf Schneckenkorn und Rattengift. Die Nahrungssuche gestaltet sich für den Igel immer schwieriger. Seit 2024 gilt der westeuropäische Igel laut der Internationalen Roten Liste erstmals als "potenziell gefährdet". Die Gründe sind vielfältig: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>, Insektensterben, Pestizideinsatz, naturferne Gartengestaltung und der Straßenverkehr. In den letzten Jahren gab es zudem sehr viele schwerstverletzte Igel durch Mähgeräte, insbesondere durch Mähroboter. Mähen Sie nicht unter dichten Hecken und Gebüschen, dort richten sich Igel gern ihre Sommerschlafplätze ein und ziehen ihre Jungen auf. Schalten Sie Mähroboter unbedingt ab, sobald der Abend dämmert und Igel auf Futtersuche gehen. Igel müssen weite Strecken zurücklegen um Nahrung und Partner zu finden. Gestalten Sie deshalb Ihre Grundstücksgrenzen so, dass Igel hindurchwandern können. Ein Durchlass für Igel muß mindestens 10 x 10 cm groß sein. Maschendrahtzäune, Gitterzäune und stromführende Weidenetze können für Igel zur Todesfalle werden! In Zäune können Sie beispielsweise ein <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/media/pages/naturschutz/igel-bahn-frei-fur-stacheltrager/09433991f7-1718186035/2024-igeltor-v7-druck-web.pdf">Igeltor</a> bauen. Stromführende Litzen von Weidezäunen sollten mindestens 20 cm hoch hängen. Bevor Sie einen Holzhaufen anzünden (z.B. Osterfeuer) besteht die Pflicht, diesen am Tag des Feuers umzuschichten. <a href="https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/checkliste-fundigel/">Igel gefunden:</a> Immer, wenn Sie tagsüber Igel finden, immer, wenn Sie verletzte Igel oder verwaiste Jungigel finden, und immer, wenn Sie im Spätherbst Igel finden, die weniger als 600 Gramm wiegen, brauchen diese fachkundige Hilfe! Wenden Sie sich an Igelstationen, Wildtierauffangstationen oder an einen auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt! Anlaufstellen und Erste Hilfe Maßnahmen finden Sie in der <a href="https://www.wildtier-sos.de/">App "Wildtier SOS"</a>.</li> <li><strong>Respektieren Sie Maulwürfe! Sie sind nach Bundesnaturschutzgesetz „besonders geschützt“ und dürfen somit weder gestört, gefangen noch getötet werden.</strong> Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Weil der Maulwurf in vielen Gärten vertrieben und illegal getötet wird, findet er inzwischen in Deutschland kaum noch Lebensraum. Experten gehen von einem <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/maulwurf">starken Bestandsrückgang</a> aus. Dabei sind Maulwürfe sehr nützlich. Sie belüften den Boden und fressen z.B. Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Dulden Sie das kleine Tier bei sich und freuen Sie sich, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><strong>Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser.</strong> Sie fressen keine Wurzeln oder Blumenzwiebeln, sondern Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Wenn sie nur zwei Stunden keine Nahrung finden, verhungern sie. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><strong>Eidechsen sind selten geworden – mit wenig Aufwand schaffen Sie passenden Lebensraum im Garten.</strong> Errichten Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IAvyVCQSKb0">Burgen</a> aus Totholz oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle. Eidechsen brauchen diese zum Sonnenbaden. Katzen sind gefährliche Eidechsen-Jäger. Als Schutz dienen kleine Versteck-Nischen, Sie können auch Dornenäste oder notfalls Maschendraht verwenden. Zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9Aoiq9eHkUU">Eiablage</a> brauchen Eidechsen eine sonnige Sandstelle. Diese sollte ganz in der Nähe der Wohnstätte liegen, denn Eidechsen sind ortstreu und bewegen sich nur wenige Meter. Schaffen Sie Lebensraum für Insekten, denn davon ernähren sich Eidechsen. Beim Mähen besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Mähen Sie deshalb zu den Zeiten, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen).</li> <li><strong>Kröten und Molche sind </strong><a href="https://www.bielefeld.de/amphibien"><strong>vielen Gefahren</strong></a><strong> ausgesetzt. Betrachten Sie Ihr Grundstück mal aus der Froschperspektive! </strong>Amphibien profitieren von einem Gartenteich, auch wenn er nur klein ist. Wichtig sind flache Uferbereiche und der Verzicht auf Fischbesatz. Schaffen Sie viele Versteckmöglichkeiten, z.B. Laubhaufen, Totholz, dichtes Gestrüpp. Fördern Sie Insekten, denn davon ernähren sich Amphibien. Beachten Sie die oben genannten Hinweise zur Mahd und zur Absicherung von Todesfallen (z.B. Kellerschächte, Gullys). Amphibien müssen jährlich zu ihren Laichgewässern wandern. Gestalten Sie Ihre Grundstücksgrenzen dementsprechend so, dass sie passierbar sind. Verzichten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>. Amphibien reagieren aufgrund ihrer speziellen Haut ganz besonders empfindlich auf Chemikalien. Hier finden Sie <a href="https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/fragen-antworten/amphibien-im-keller-oder-lichtschacht-gefunden#publication">praktische Tipps zum Amphibienschutz im Garten</a>.</li> <li><strong>Insekten-Nisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong>Viele im Handel angebotenen Insektenhotels sind aufgrund des verwendeten Materials oder der Bauweise <a href="https://www.wildbienen.info/artenschutz/untaugliche_nisthilfen_A.php">ungeeignet</a>! Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf oder <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html">Bau von Insekten-Nisthilfen</a>. Die Mehrheit der Wildbienenarten nistet übrigens gar nicht in Insektenhotels. Für <a href="https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/wildbienen-helfen/wildbienen-nisthilfe-anleitung-materialien-tipps/">Wildbienen</a> können Sie ein <a href="https://www.wildbienen-und-co.de/hilfe-fuer-wildbienen/sandarium/">Sandarium</a> an einem sonnigen Platz anlegen.</li> <li><strong>Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein </strong><a href="https://www.nabu-suedbaden.de/app/download/7949326363/HundertHummelpflanzenScrift.pdf?t=1658492575"><strong>geeignete Nahrungspflanzen</strong></a><strong>.</strong> Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten sind Hummeln schon im Februar unterwegs. Pflanzen Sie deshalb eine Kornelkirsche, denn die blüht bereits im Februar. Klee und Taubnesseln bieten dagegen bis weit in den Herbst hinein Pollen und Nektar. Finden Sie im Februar oder März eine erschöpfte Hummel, dann ist das vielleicht eine Königin, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist und noch kein Futter findet. Mit einem Löffel lauwarmen Zuckerwasser können Sie das Tier in so einem Notfall retten - und damit auch ihr ganzes Volk.</li> <li><strong>Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind.</strong> Insbesondere nach der Winterruhe ist das ihre wichtigste Nahrungsquelle. Bieten Sie Marienkäfern geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li><strong>Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.</strong> Schmetterlinge locken Sie in Ihren Garten, wenn Sie nicht nur den erwachsenen Faltern <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">geeignete Nahrungspflanzen</a> anbieten, sondern vor allem auch deren Raupen. Die Falter ernähren sich hauptsächlich von Nektar und anderen süßen Flüssigkeiten. Sie saugen auch gern an fauligem Obst. Schmetterlingsfreundliche Pflanzen sind beispielsweise Löwenzahn, Fetthenne, Ampfer, Weiden, Schlehen und Heidelbeeren. Die wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlingsarten ist jedoch die Brennnessel. Einige Raupen sind aber auch Nahrungsspezialisten. So sind die Raupen des Schwalbenschwanzes beispielsweise auf Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Petersilie spezialisiert.</li> <li><strong>Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>. </strong>Sie lockern den Boden, sind an der Humusbildung beteiligt und vertilgen Aas. Außerdem dienen sie vielen Tieren als proteinreiche Nahrung. So ist beispielsweise der auf Obstwiesen vorkommende Grünspecht auf Ameisen spezialisiert. Einige Pflanzen sind sogar bei ihrer Vermehrung auf Ameisen angewiesen, zum Beispiel Schneeglöckchen. Die Ameisen tragen die Samen in ihr Nest und vertilgen dort deren fetthaltige Anhängsel, die sogenannten Elaiosome. Die Samen selbst werden danach von den Arbeiterinnen als Abfall in der Umgebung entsorgt – und so entstehen neue Schneeglöckchen.</li> <li><strong>Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht.</strong> Die geselligen Tiere lieben die Samen von Linden und Malven und sonnen sich gerne unter diesen Pflanzen. Auch das Paarungsritual, bei dem zwei Tiere an den Hinterteilen viele Stunden zusammenhängen, vollziehen sie gerne in großer Gesellschaft. Die Mütter kümmern sich intensiv um ihren Nachwuchs. Feuerwanzen ernähren sich von abgestorbenen Pflanzen und Tieren und kommunizieren über Duftstoffe. Laub, Totholz und Steinhaufen bieten ihnen Unterschlupf.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1-min-min.png"> </a> <strong> Nützlingsfreundliche Gartengestaltung </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) Kommerzieller Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus und Garten <p>Zusätzlich zu den Nützlingen, die sich von selbst im Garten ansiedeln, können Sie einige Arten auch im Fachhandel kaufen und gezielt zum Pflanzenschutz ausbringen. Viele Nützlinge lassen sich gegen mehrere Schädlingsarten einsetzen und vermehren sich oft selbst weiter, solange noch Schädlinge als Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Fast 90 Nützlings-Arten (2016) stehen in Deutschland zum kommerziellen Einsatz im Pflanzenbau (insbesondere Obst, Gemüse und Zierpflanzen) zur Verfügung. Die meisten Arten werden im Gewächshaus eingesetzt. Der Einsatz im Freiland ist vergleichsweise dazu teurer und weniger effizient.</p> <p><strong>Doch Vorsicht:</strong> Setzen Sie gekaufte Nützlinge nur ein, wenn Sie sicher sind, dass die jeweiligen Arten und Unterarten hier heimisch sind und wenn die Tiere frei von Krankheiten sind. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für den Einsatz im Garten sondern auch für den Einsatz im Haus und im Gewächshaus, weil die Tiere unter Umständen daraus entweichen können. <strong>Bestenfalls verzichten Sie ganz auf den Kauf von Nützlingen.</strong> Fördern Sie stattdessen die natürlich vorkommenden Arten indem Sie Lebensraum schaffen. Das schont den Geldbeutel, verursacht weniger Aufwand und ist langfristig die sinnvollste Methode.</p> <p>Am Beispiel des <strong>Asiatischen Marienkäfers</strong> (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) wird deutlich, wie gut gemeinter Nützlingseinsatz langfristig großen Schaden an der heimischen Tierwelt anrichten kann. In den 80er Jahren wurde er zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Blattläuse in Gewächshäusern eingesetzt. Doch er konnte den Gewächshäusern entkommen und vermehrt sich seitdem rasant im Freiland – sowohl in den USA, wie auch in Europa und vor allem auch in Deutschland. In der USA ist er inzwischen die am häufigsten vorkommende Marienkäferart und auch in Deutschland hat er sich flächendeckend ausgebreitet. Dabei verdrängt er heimische Marienkäfer und andere Käferarten. Was macht ihn so "erfolgreich"? Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, <a href="https://www.mpg.de/7245718/asiatische-Marienkaefer">dass die Hämolymphe (eine Flüssigkeit, welche die Käfer bei Bedrohung absondern) des Asiatischen Marienkäfers besondere Inhaltsstoffe enthält</a>. Diese machen ihn nicht nur resistent gegen Parasiten, sondern können zudem heimische Käferarten infizieren und zu deren Tod führen. Außerdem hat der Asiatische Marienkäfer eine viel höhere Vermehrungsrate als heimische Marienkäfer und kann zudem bei Blattlausmangel auf andere Beute umstellen.</p> <p>Ein weiteres Beispiel für die Problematik des kommerziellen Nützlingseinsatzes sind <strong>Zuchthummeln</strong>. Diese werden im professionellen Obst- und Gemüsebau zur Bestäubung eingesetzt und sind inzwischen auch für Hobbygärtner*innen erhältlich. Die Vorfahren der Zuchthummeln stammen aus der Türkei und aus Griechenland (z.B. die Unterart <em>Bombus terrestris dalmatinus</em>). In der Natur können die speziell gezüchteten Tiere nachhaltig Schaden anrichten. Zum einen konkurrieren die Zuchthummeln mit heimischen Hummelarten und verdrängen diese langfristig. <a href="https://www.researchgate.net/publication/51422333_Does_Pathogen_Spillover_from_Commercially_Reared_Bumble_Bees_Threaten_Wild_Pollinators">Zum anderen können sie ihre wilden Verwandten mit Krankheitserregern infizieren.</a> In der kommerziellen Hummelzucht werden tausende Tiere auf engstem Raum gehalten, dadurch wird die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Gelangen die Zuchthummeln dann ins Freiland, können sie auf ihre Artgenossen Krankheiten übertragen, gegen die letztere nicht gewappnet sind.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage</strong></p> <p>Das Ausbringen von Tieren wird in Deutschland im <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__40.html">Bundesnaturschutzgesetz § 40</a> geregelt. Grundsätzlich bedarf das Ausbringen von Tieren, mit einigen Ausnahmen, der Genehmigung der zuständigen Behörde. Werden Tiere zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes ausgebracht, ist keine Genehmigung notwendig, wenn die Arten "in dem betreffenden Gebiet in freier Natur in den letzten 100 Jahren vorkommen oder vorkamen". Für nicht-einheimische Arten ist eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) notwendig. Die Genehmigung wird jedoch versagt, wenn durch die beantragte Art eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten nicht auszuschließen ist.</p> <p>Eine Zulassungspflicht, so wie sie für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> besteht, gibt es für Nützlinge derzeit nicht. Auch besondere Auflagen oder Vorschriften für die Anwendung von Nützlingen bestehen nicht. Anbieter von Nützlingen sind auch nicht verpflichtet, ihre Absatzmengen zu melden. Somit fehlt den Behörden eine Übersicht über die tatsächlich eingesetzten Mengen und Arten von Nützlingen.</p> <p>In regelmäßigen Abständen erhebt das Julius Kühn-Institut (JKI) in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der Länder Daten zur Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren und veröffentlicht diese in einem Statusbericht. Darin enthalten sind auch Informationen zur kommerziellen Anwendung von Nützlingen. Aus den oben beschriebenen Gründen sind die Daten jedoch lückenhaft. Der aktuellste Statusbericht ist von 2018 und kann <a href="https://www.nap-pflanzenschutz.de/integrierter-pflanzenschutz/pflanzenschutzmassnahmen/biologischer-pflanzenschutz">HIER</a> eingesehen werden.</p> </p><p> So gärtnern Sie mit Nützlingen <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, so dass Nützlinge angelockt werden und darin Nahrung und Wohnraum finden.</li> <li>Tolerieren Sie Schädlinge als Teil der Nahrungskette, solange sie nicht massenhaft auftreten.</li> <li>Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Dünger und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>⁠. Diese können der Umwelt und Ihren Gartenmitbewohnern schaden.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Werden <strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a></strong> gegen Schädlingsbefall eingesetzt, kann das gravierende Auswirkungen auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Denn Insektizide können nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten. Zudem schaden sie indirekt auch anderen Lebewesen, indem sie deren Nahrungsgrundlage zerstören. Beispielsweise können Marienkäfer durch bestimmte Insektizide nicht nur direkt getötet werden, sondern sie werden auch durch den Nahrungsmangel gefährdet, wenn Blattläuse vernichtet werden. In der Folge fehlen die Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer wieder an anderer Stelle, ein Teufelskreislauf. Verzichten Sie deshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.</p> <p>Auch chemisch-synthetische <strong>Düngemittel</strong> können negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben indem sie beispielsweise Bodenlebewesen beeinträchtigen. Zudem resultiert aus der Herstellung und dem Transport synthetischer Düngemittel eine negative Klimabilanz. Nutzen Sie stattdessen organischen Dünger, der Ihnen vor Ort zur Verfügung steht, z.B. Kompost, Mist, Grünschnitt, Laub. Organisches Material "füttert" die Bodenlebewesen, welche wiederum an der Humusbildung beteiligt sind. Lebendiger, humoser Boden bietet Ihren Pflanzen wertvolle Nährstoffe und ist somit ein bedeutender Baustein für die Pflanzengesundheit.</p> <p><strong>Respekt vor jedem Lebewesen:</strong> Alle Organismen haben ihren Platz in der Nahrungskette und wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Nur aus der Perspektive des Menschen erscheint der eine als "nützlich" und der andere als "schädlich". Bedenken Sie, dass Lebewesen nicht nur "schlechte" oder nur "gute" Eigenschaften haben. Zum Beispiel verursachen nur wenige Arten der Gallmücke Schäden an Ihrer Ernte. Dagegen sind viele Gallmücken-Arten nützlich. Weil ihre Larven Blattläuse vertilgen, werden sie gezielt im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Zudem bestäuben sie Pflanzen und dienen Vögeln als Futter. Reißt der Mensch ein kleines Loch in das komplexe Netz der Natur, hat das weitreichende Auswirkungen.</p> <p><strong>Jeder Quadratmeter zählt: </strong>Nützlinge können sich nur dann im Garten ansiedeln und vermehren, wenn sie langfristig Futter und Wohnraum finden. Selbst wenn Ihnen nur kleine Flächen zur Verfügung stehen, lohnt sich die Anlage eines Mini-Biotops. Da viele Arten nur einen relativ kleinen Bewegungsradius haben, können solche Trittsteine für deren weitere Ausbreitung sehr wertvoll sein. Vielleicht können Sie auch Ihre Nachbarn von einer naturnahen Gartengestaltung überzeugen, so entsteht in der Summe ein vernetzter, artenreicher Lebensraum.</p> Tipps zur Bepflanzung <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kornblume_biene_melani_marfeld_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Pflanzen Sie heimische, insektenfreundliche Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an. </strong> Quelle: Melani Marfeld / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/sonnenhut_ungefuellte_bluete_marek_studzinski_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten. </strong> Quelle: Marek Studzinski / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/fruehblueher_krokus_annette_meyer_from_pixabay_0.jpg"> </a> <strong> Notration: Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten. </strong> Quelle: Annette Meyer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pfaffenhuetchen_ingrid_und_stefan_melichar_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> "Tiere pflanzen": Besondere Partnerschaften zwischen Pflanzen und Tieren </strong> Quelle: Ingrid und Stefan Melichar / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schnittlauch_bluete_marius_kristensen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen. </strong> Quelle: Marius Kristensen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenschere_carlotta_silvestrini_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Rückschnitt: Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück. </strong> Quelle: Carlotta Silvestrini / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/mahd_sense_emi_lija_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Mahd: Mähen Sie Wiesen nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen. </strong> Quelle: emi lija / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/laub_herbst_garten_peggychoucair_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall). </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/efeu_fassade_garten_bernhard_schuermann_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Vertikales Gärtnern: Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terrassen. </strong> Quelle: Bernhard Schürmann / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hyazinthe_mulch_cornell_fruehauf_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bodenschutz: Bedecken Sie den Boden mit Bodendeckern, Untersaaten oder organischem Mulch. </strong> Quelle: Cornell Frühauf / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/permakultur_jan-kraus-co2sflwwnrm-unsplash.jpg"> </a> <strong> Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten. </strong> Quelle: Jan Kraus / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einpflanzen_garten_delynn_talley_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Klimaschutz. </strong> Quelle: Delynn Talley / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Pflanzen Sie heimische Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an.</strong> Eine Vielfalt an heimischen Stauden und Gehölzen bietet Insekten, Vögeln, aber auch Fledermäusen und Kleinsäugern, Nahrung und Lebensraum. Insbesondere dichte Hecken und stachelige Sträucher bieten Vögeln Schutz vor Katzen und anderen Beutegreifern. Auch Vogelfutter sollte nicht gekauft, sondern selbst angepflanzt werden (z.B. Sonnenblumen, Mohn, Holunder, Sanddorn). Hier finden Sie Empfehlungen für <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">bienenfreundliche Pflanzen</a>, für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">insektenfreundliche Pflanzen</a> und für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/voegel/22389.html">vogelfreundliche Gehölze</a>.</li> <li><strong>Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten.</strong> Bei gefüllten Blüten haben sich die Staub- und / oder Fruchtblätter zu Blütenblättern umgebildet. Dadurch produzieren diese Blüten weniger oder gar keinen Nektar und keinen Pollen mehr. Zudem können solche Blütenblätter den Tieren den Weg zu den Staubgefäßen und zum Nektar versperren.</li> <li><strong>Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten.</strong> Das sind z.B. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse, und Spätblüher wie Fette Henne, Sonnenblume und Ringelblume. Frühblüher bieten vielen Nützlingen, z.B. Schwebfliegen und Florfliegen, ein erstes Nahrungsangebot und sind somit entscheidend für deren weitere Entwicklung.</li> <li><strong>Auch Vögel brauchen ganzjährig Futter.</strong> Im Winter fressen sie z.B. gern Hagebutten sowie Früchte vom Holunder und Weißdorn. Besonders wertvoll ist der Efeu: er blüht im Herbst, wenn Insekten wenig andere Nahrung finden, und trägt Früchte im zeitigen Frühjahr, was Amseln, Drosseln und Stare anlockt. Um zu blühen und Früchte zu tragen muss der Efeu aber mindestens acht Jahre alt sein.</li> <li><strong>"Tiere pflanzen": </strong>Mit der Wahl von ganz bestimmten Pflanzen können Sie ganz bestimmte Tiere anlocken, da diese sich über Jahrmillionen aneinander angepasst haben. Pflanzen Sie z.B. ein Pfaffenhütchen, dann können Sie bestimmt im Herbst Rotkehlchen an den rot leuchtenden Früchten beobachten. Pflanzen Sie einen Blasenstrauch, werden dessen große gelbe Blüten bald die Blauschwarze Holzbiene anlocken.</li> <li><strong>Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen.</strong> Solche Pflanzen öffnen ihre Blüten erst abends und verströmen einen besonderen Duft. Beispiele hierfür sind die Nachtkerze, Borretsch, Wegwarte und Schnittlauch. Nahrungspflanzen für Nachtfalter oder deren Raupen sind z.B. Himbeeren, Brombeeren, Berberitze und Hartriegel. Finden nachtaktive Insekten ausreichend Nahrungspflanzen, dann profitieren davon auch die Fledermäuse.</li> <li><strong>Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück.</strong> Viele Insekten, wie auch Eier und Puppen von Schmetterlingen, überwintern in oder an den Stängeln. Durch einen Rückschnitt im Herbst würden Sie die Überwinterungsformen zerstören.</li> <li><strong>Hecken, Büsche und Bäume dürfen nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar zurückgeschnitten oder gerodet werden. </strong>Diese Regelung dient dem Schutz brütender Vögel und ist im Bundesnaturschutzgesetz § 39 festgelegt. Bevor Sie Gehölze im Winter roden sollten Sie unter diesen unbedingt nach winterschlafenden Igeln suchen, um diese nicht zu stören oder gar zu verletzen.</li> <li><strong>Mähen Sie Wiesen nur ein bis zweimal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen.</strong> Nutzen Sie dafür schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Sie können beispielsweise um besonders nützliche Pflanzen drumherum mähen oder hübsche Muster in die Fläche hineinschneiden. Oder Sie mähen einfach nach dem Prinzip „Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang). Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Wertvoll sind auch Altgrasstreifen, also Teilflächen, die ein Jahr lang gar nicht gemäht werden. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden. Sie können es kompostieren, als Mulch auf Beeten, unter Gebüschen oder auf Baumscheiben ausbringen, oder als Tierfutter verwenden. Verzichten Sie auf eine Düngung Ihrer Wiese - je magerer desto artenreicher!</li> <li><strong>Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall).</strong> Laub dient Bäumen und Bodenlebewesen langfristig als Nahrung, trägt zur Humusbildung bei, schützt den Boden vor Austrocknung und bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Soll Laub von bestimmten Flächen, wie z.B. Wegen und Einfahrten, entfernt werden, kann es an anderer Stelle wieder ausgebracht werden (z.B. als Mulch auf Beeten, unter Hecken und Sträuchern). Ganz wichtig sind Laubhaufen als Winterquartier für z.B. Igel und Amphibien. Laub kann auch als Einstreu und Winterfutter für Haustiere dienen.</li> <li><strong>Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terassen. </strong>Insekten und Vögel finden hierin Futter und Wohnraum. Das sogenannte "vertikale Gärtnern" hat auch viele andere Vorteile. Es kann die Wärmedämmung von Gebäuden verbessern und als Lärmschutzbarriere dienen, es spart Platz und sorgt für Abkühlung im Sommer. Bei richtiger Pflanzenwahl und intaktem Mauerwerk sind keine Gebäudeschäden zu erwarten. Lassen Sie sich vorher von <a href="https://www.gebaeudegruen.info/wissen-und-ressourcen/gebaeudebegruenung/">Experten</a> beraten!</li> <li><strong>Bedecken Sie den Boden ganzjährig, z.B. mit Mulch, Untersaaten oder Bodendeckern.</strong> Mulch kann aus den verschiedensten Materialien bestehen und unterschiedlichen Zwecken dienen. Beispielweise als Düngung: durch Mist und Rasenschnitt wird viel Stickstoff zugeführt. Oder zum Pflanzenschutz: Schafwolle und Sägespäne halten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> fern. Oder als Lebensraum: Holzhackschnitzel dienen als Brutstätte für Käfer, welche wiederum die Leibspeise von Igeln sind. Mit Rindenmulch oder Tannennadeln kann der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens gesenkt werden, z.B. für den Anbau von Heidelbeeren. Mulch dient außerdem als Verdunstungsschutz, reguliert die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bodentemperatur">Bodentemperatur</a>, schützt vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a> und hält unerwünschten Bewuchs fern.</li> <li><strong>Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten.</strong> Sie werden viele Vorteile entdecken, z.B. eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Der Begriff <a href="https://www.permakultur.de/was-ist-permakultur">Permakultur</a> leitet sich von "permanent agriculture" ab und steht für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensweise. Diese Philosophie nimmt natürliche Ökosysteme als Vorbild und leitet daraus Bewirtschaftungsweisen ab, die zu langfristig stabilen, sich selbst erhaltenden Systemen führen.</li> <li><strong>Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>.</strong> Kaufen Sie nur solche Erden und Substrate, die als „<a href="https://www.torffrei.info/?gad_source=1">torffrei</a>“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind. Sogar Heidelbeeren, die in saurer Erde angebaut werden müssen, kann man torffrei anbauen. Im Gartenfachhandel finden Sie torffreie Erden speziell für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.</li> </ul> Kleine Biotope gestalten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/steinhaufen_garten_ron_porter_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bausteine im Naturgarten: Totholz, Steine und wilde Ecken bieten Lebensraum für viele Tiere. </strong> Quelle: Ron Porter / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kompost_manfred_antranias_zimmer_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Komposthaufen an. </strong> Quelle: Manfred Antranias Zimmer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/eidechse_totholz_katja_fissel_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Totholz: Lassen Sie alte und abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong> Quelle: Katja Fissel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenteich_david_seifert_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Gartenteich an. </strong> Quelle: David Seifert / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/regentonne_werner_augustin_jukel_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Klimafit: Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser. </strong> Quelle: Werner Augustin Jukel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brombeeren_m._h._auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong> Quelle: M. H. / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Integrieren Sie kleine Biotope in Ihrem Garten: Trockenmauern, viel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, Laubhaufen, ein Sandarium, dichtes Gestrüpp und ein paar wilde Ecken. </strong>Diese <a href="https://www.mein-biotop.de/biotop-bausteine">Bausteine</a> bieten vielen Tierarten Nahrung und Wohnraum.</li> <li><strong>Legen Sie einen Komposthaufen an.</strong> Hier entsteht nicht nur wertvolle Gartenerde, sondern auch ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a> für zahlreiche Kleinstlebewesen. Auch Igel, Ringelnattern und Erdkröten mögen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/nachhaltig-gaertnern-kompost-komposterde">Komposthaufen</a>. Nicht nur wegen des reichen Nahrungsangebotes, sondern auch wegen der Wärme, die bei der Verrottung entsteht.</li> <li><strong>Lassen Sie alte bzw. abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong>Dort finden z.B. Fledermäuse und Höhlenbrüter Nahrung und Wohnraum. Totholz ist auch für viele gefährdete Insektenarten sehr wertvoll. Die wertvollsten ökologischen Nischen bietet besonntes, aufrechtstehendes Totholz (mit Rinde) von Laubbäumen. Abgestorbene Gehölze lassen sich auch mit Kletterpflanzen verschönern. Mit den richtigen Schnitttechniken können so über die Jahre kreative Figuren entstehen. Auch die Wurzelballen abgestorbener Bäume sind ein wertvoller Lebensraum, z.B. für Käfer. Als Ersatz dafür können Sie auch einen "<a href="https://keep-it-gruen.de/kaeferkeller/">Käferkeller</a>" bauen.</li> <li><strong>Legen Sie einen Gartenteich an. </strong>Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen, denn die fressen den Laich von Amphibien sowie zahlreiche Insekten und deren Larven. Ein naturnah gestalteter Teich zieht auch Fledermäuse an. Sie kommen in der Dämmerung, um Beute zu jagen und ihren Durst zu stillen.</li> <li><strong>Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser.</strong> So können Sie die Folgen extremer Wetterereignisse wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> über das Jahr etwas abfedern. Außerdem mögen Pflanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung">Regenwasser</a> viel lieber als das Wasser aus dem Hahn.</li> <li><strong>Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong>Ein <a href="https://www.urbane-waldgaerten.de/das-projekt/#was">Waldgarten</a> ist ein Garten, der, wie ein Wald, in mehreren Höhenstufen aufgebaut ist. Waldgärten dienen der Nahrungserzeugung, leisten aber auch einen großen Beitrag zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und zum Schutz der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>. Durch die Vielfalt eines Waldgartens entwickelt sich ein stabiles System, in dem Nahrungsmittel auch unter zukünftigen schwierigen Bedingungen angebaut werden können.</li> </ul> Hilfe für tierische Gartenbewohner <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/vogeltraenke_wasserschalejohn-apps-0p7p3gm5g_u-unsplash.jpg"> </a> <strong> Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere im Garten bereit. </strong> Quelle: John Apps / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/nistkasten_rotschwanz_juergen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse lassen sich kaufen oder auch selbst bauen. </strong> Quelle: Jürgen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/katze_garten_sandra_kapella_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen. </strong> Quelle: Sandra Kapella / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pool_abgedeckt_alexa_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen und nicht allein herauskommen. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/garten_abends_ivan-prokhorov-g90swyfphgy-unsplash_2-min.jpg"> </a> <strong> Licht aus: Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten. </strong> Quelle: Ivan Prokhorov / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hedgehog-1759027_1920_alexa_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Igel brauchen Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken im Garten. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/maulwurf_dirk_beekir_schumacher_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Respektieren Sie Maulwürfe – sie sind geschützt und dürfen nicht gestört oder getötet werden. </strong> Quelle: Dirk Schumacher / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/spitzmaus_rpn_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser. </strong> Quelle: RPN / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Bild1.jpg"> </a> <strong> Eidechsen brauchen sonnige Stein- oder Totholzhaufen. Ihre Eier legen sie im Sand ab. </strong> Quelle: Boloria / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Insektenhotel_A.%20Krebs_Pixabay.jpg"> </a> <strong> Insektennisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong> Quelle: A. Krebs / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hummel_hermann_kollinger_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Blüten als Nahrungsquelle. </strong> Quelle: Hermann Kollinger / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/marienkaefer_valentin_bouvet_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind. </strong> Quelle: Valentin Bouvet / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brennnessel_raupe_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. </strong> Quelle: Helga / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ameisen_tworkowsky_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. </strong> Quelle: Tworkowsky / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwanze_peggychoucair_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht. </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere bereit.</strong> Eine größere Schale auf dem Boden dient Igeln als Tränke und Vögeln als Badestelle. Für Vögel besteht allerdings eine hohe Ansteckungsgefahr an stark frequentierten Wasserstellen. Deshalb muss das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß gereinigt werden. Hängende Tränkeflaschen sind für Vögel eine keimarme Alternative. Und auch Insekten haben Durst! Legen Sie Steine, Hölzchen oder Moos in eine kleine Wasserschale, damit die Insekten darin nicht ertrinken.</li> <li><strong>Auch im Winter schätzen Vögel eine eisfreie Wasserstelle sehr.</strong> Damit das Wasser nicht gefriert, können Sie es mehrmals täglich wechseln oder eine beheizbare (Vogel-)Tränke im Handel kaufen. Aus einem runden Pflanzstein, in den Sie eine Grabkerze stellen und ein nicht-brennbares Gefäß darauf stellen, können Sie auch selbst eine winterfeste Vogeltränke basteln.</li> <li><strong>Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse können Sie kaufen oder auch selbst bauen. </strong>Beachten Sie dabei genau die <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/">Bauanleitungen </a>und die Empfehlungen zum Aufhängen der Kästen. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind alle heimischen Vogelarten „besonders geschützt“ und alle Fledermausarten „streng geschützt“. Der Schutz bezieht sich auch auf ihre Nester. Es ist also ganzjährig verboten, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.</li> <li><strong>Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen.</strong> Katzen töten jährlich viele Millionen Vögel und andere Kleintiere wie z.B. Eidechsen. Insbesondere verwilderte Hauskatzen sind problematisch, weil sie ihren Nahrungsbedarf ausschließlich über die Jagd decken müssen. Lassen Sie Ihre Hauskatze kastrieren und unterstützen Sie Tierschutzverbände bei Kastrationsprogrammen für verwilderte Katzen. Eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern hilft nicht nur den Vögeln, sondern auch den Katzen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Katze zumindest von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, denn dann sind die meisten hilflosen Jungvögel unterwegs. Bäume mit Vogelnestern können durch katzenabweisende Manschettenringe gesichert werden.</li> <li><strong>Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen können und nicht mehr allein herauskommen. </strong>Das sind z.B. Kellertreppen, Lichtschächte, Gruben, Gullys, Gartenteiche und Swimmingpools. Decken Sie solche Todesfallen ab (z.B. mit engmaschigem Drahtgitter), verschließen Sie die Zugänge, oder bauen Sie kleine <a href="https://www.infofauna.ch/de/nationale-koordinationsstellen/amphibien-karch/gefaehrdung-und-schutz/schutzmassnahmen#uebersicht">Ausstiegshilfen</a> für die Tiere (z.B. Ausstiegsrampen, Krallmatten). Auch Fledermäuse können in Regentonnen ertrinken oder sich durch angekippte Fenster in Räume verirren, aus denen sie nicht mehr herausfinden.</li> <li><strong>Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten.</strong> Manche Insekten werden davon magisch angezogen und umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung. Dabei werden sie von der Nahrungsaufnahme und Partnersuche abgehalten. Beispielsweise können Glühwürmchen bei künstlichem Licht ihre leuchtenden Partner nicht finden, stattdessen fliegen sie orientierungslos von Lampe zu Lampe. Lichtverschmutzung beeinträchtigt auch die Lebensrhythmen von Igeln, Vögeln und Fledermäusen. Nutzen Sie im Freiland keine UV-"Insektenkillerlampen".</li> <li><strong>Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Klebefallen</a> verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über einem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen.</li> <li><strong>Igel brauchen Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und wilde Ecken im Garten. </strong>Igel benötigen mehrere Sommerschlafplätze und einen besonders geeigneten Platz für den Winterschlaf. Dafür nutzen sie gerne Komposthaufen, Reisighaufen, große Laubhaufen oder dichtes Gebüsch. Im Handel angebotene Igelhäuser sind dagegen nicht ohne Weiteres als Winterschlafplatz geeignet. Igel sind reine Insektenfresser, am liebsten fressen sie Käfer. Diese finden sie unter anderem im Totholz, unter Laub, im dichten Gestrüpp und unter Holzhackschnitzeln. Schnecken werden nur in Ermangelung von geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Wenn Sie Igel zufüttern wollen, erkundigen Sie sich unbedingt vorher über <a href="https://www.pro-igel.de/template/elemente/395/original/IWK4.5_Ernaehrung.pdf">geeignete Futtermittel</a>. Bedenken Sie, dass Zufütterung nur eine Notlösung ist. Langfristig können Sie dem Igel nur durch eine naturnahe Gartengestaltung helfen. Verzichten Sie auch auf Schneckenkorn und Rattengift. Die Nahrungssuche gestaltet sich für den Igel immer schwieriger. Seit 2024 gilt der westeuropäische Igel laut der Internationalen Roten Liste erstmals als "potenziell gefährdet". Die Gründe sind vielfältig: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>, Insektensterben, Pestizideinsatz, naturferne Gartengestaltung und der Straßenverkehr. In den letzten Jahren gab es zudem sehr viele schwerstverletzte Igel durch Mähgeräte, insbesondere durch Mähroboter. Mähen Sie nicht unter dichten Hecken und Gebüschen, dort richten sich Igel gern ihre Sommerschlafplätze ein und ziehen ihre Jungen auf. Schalten Sie Mähroboter unbedingt ab, sobald der Abend dämmert und Igel auf Futtersuche gehen. Igel müssen weite Strecken zurücklegen um Nahrung und Partner zu finden. Gestalten Sie deshalb Ihre Grundstücksgrenzen so, dass Igel hindurchwandern können. Ein Durchlass für Igel muß mindestens 10 x 10 cm groß sein. Maschendrahtzäune, Gitterzäune und stromführende Weidenetze können für Igel zur Todesfalle werden! In Zäune können Sie beispielsweise ein <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/media/pages/naturschutz/igel-bahn-frei-fur-stacheltrager/09433991f7-1718186035/2024-igeltor-v7-druck-web.pdf">Igeltor</a> bauen. Stromführende Litzen von Weidezäunen sollten mindestens 20 cm hoch hängen. Bevor Sie einen Holzhaufen anzünden (z.B. Osterfeuer) besteht die Pflicht, diesen am Tag des Feuers umzuschichten. <a href="https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/checkliste-fundigel/">Igel gefunden:</a> Immer, wenn Sie tagsüber Igel finden, immer, wenn Sie verletzte Igel oder verwaiste Jungigel finden, und immer, wenn Sie im Spätherbst Igel finden, die weniger als 600 Gramm wiegen, brauchen diese fachkundige Hilfe! Wenden Sie sich an Igelstationen, Wildtierauffangstationen oder an einen auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt! Anlaufstellen und Erste Hilfe Maßnahmen finden Sie in der <a href="https://www.wildtier-sos.de/">App "Wildtier SOS"</a>.</li> <li><strong>Respektieren Sie Maulwürfe! Sie sind nach Bundesnaturschutzgesetz „besonders geschützt“ und dürfen somit weder gestört, gefangen noch getötet werden.</strong> Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Weil der Maulwurf in vielen Gärten vertrieben und illegal getötet wird, findet er inzwischen in Deutschland kaum noch Lebensraum. Experten gehen von einem <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/maulwurf">starken Bestandsrückgang</a> aus. Dabei sind Maulwürfe sehr nützlich. Sie belüften den Boden und fressen z.B. Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Dulden Sie das kleine Tier bei sich und freuen Sie sich, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><strong>Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser.</strong> Sie fressen keine Wurzeln oder Blumenzwiebeln, sondern Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Wenn sie nur zwei Stunden keine Nahrung finden, verhungern sie. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><strong>Eidechsen sind selten geworden – mit wenig Aufwand schaffen Sie passenden Lebensraum im Garten.</strong> Errichten Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IAvyVCQSKb0">Burgen</a> aus Totholz oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle. Eidechsen brauchen diese zum Sonnenbaden. Katzen sind gefährliche Eidechsen-Jäger. Als Schutz dienen kleine Versteck-Nischen, Sie können auch Dornenäste oder notfalls Maschendraht verwenden. Zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9Aoiq9eHkUU">Eiablage</a> brauchen Eidechsen eine sonnige Sandstelle. Diese sollte ganz in der Nähe der Wohnstätte liegen, denn Eidechsen sind ortstreu und bewegen sich nur wenige Meter. Schaffen Sie Lebensraum für Insekten, denn davon ernähren sich Eidechsen. Beim Mähen besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Mähen Sie deshalb zu den Zeiten, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen).</li> <li><strong>Kröten und Molche sind </strong><a href="https://www.bielefeld.de/amphibien"><strong>vielen Gefahren</strong></a><strong> ausgesetzt. Betrachten Sie Ihr Grundstück mal aus der Froschperspektive! </strong>Amphibien profitieren von einem Gartenteich, auch wenn er nur klein ist. Wichtig sind flache Uferbereiche und der Verzicht auf Fischbesatz. Schaffen Sie viele Versteckmöglichkeiten, z.B. Laubhaufen, Totholz, dichtes Gestrüpp. Fördern Sie Insekten, denn davon ernähren sich Amphibien. Beachten Sie die oben genannten Hinweise zur Mahd und zur Absicherung von Todesfallen (z.B. Kellerschächte, Gullys). Amphibien müssen jährlich zu ihren Laichgewässern wandern. Gestalten Sie Ihre Grundstücksgrenzen dementsprechend so, dass sie passierbar sind. Verzichten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>. Amphibien reagieren aufgrund ihrer speziellen Haut ganz besonders empfindlich auf Chemikalien. Hier finden Sie <a href="https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/fragen-antworten/amphibien-im-keller-oder-lichtschacht-gefunden#publication">praktische Tipps zum Amphibienschutz im Garten</a>.</li> <li><strong>Insekten-Nisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong>Viele im Handel angebotenen Insektenhotels sind aufgrund des verwendeten Materials oder der Bauweise <a href="https://www.wildbienen.info/artenschutz/untaugliche_nisthilfen_A.php">ungeeignet</a>! Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf oder <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html">Bau von Insekten-Nisthilfen</a>. Die Mehrheit der Wildbienenarten nistet übrigens gar nicht in Insektenhotels. Für <a href="https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/wildbienen-helfen/wildbienen-nisthilfe-anleitung-materialien-tipps/">Wildbienen</a> können Sie ein <a href="https://www.wildbienen-und-co.de/hilfe-fuer-wildbienen/sandarium/">Sandarium</a> an einem sonnigen Platz anlegen.</li> <li><strong>Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein </strong><a href="https://www.nabu-suedbaden.de/app/download/7949326363/HundertHummelpflanzenScrift.pdf?t=1658492575"><strong>geeignete Nahrungspflanzen</strong></a><strong>.</strong> Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten sind Hummeln schon im Februar unterwegs. Pflanzen Sie deshalb eine Kornelkirsche, denn die blüht bereits im Februar. Klee und Taubnesseln bieten dagegen bis weit in den Herbst hinein Pollen und Nektar. Finden Sie im Februar oder März eine erschöpfte Hummel, dann ist das vielleicht eine Königin, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist und noch kein Futter findet. Mit einem Löffel lauwarmen Zuckerwasser können Sie das Tier in so einem Notfall retten - und damit auch ihr ganzes Volk.</li> <li><strong>Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind.</strong> Insbesondere nach der Winterruhe ist das ihre wichtigste Nahrungsquelle. Bieten Sie Marienkäfern geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li><strong>Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.</strong> Schmetterlinge locken Sie in Ihren Garten, wenn Sie nicht nur den erwachsenen Faltern <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">geeignete Nahrungspflanzen</a> anbieten, sondern vor allem auch deren Raupen. Die Falter ernähren sich hauptsächlich von Nektar und anderen süßen Flüssigkeiten. Sie saugen auch gern an fauligem Obst. Schmetterlingsfreundliche Pflanzen sind beispielsweise Löwenzahn, Fetthenne, Ampfer, Weiden, Schlehen und Heidelbeeren. Die wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlingsarten ist jedoch die Brennnessel. Einige Raupen sind aber auch Nahrungsspezialisten. So sind die Raupen des Schwalbenschwanzes beispielsweise auf Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Petersilie spezialisiert.</li> <li><strong>Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>. </strong>Sie lockern den Boden, sind an der Humusbildung beteiligt und vertilgen Aas. Außerdem dienen sie vielen Tieren als proteinreiche Nahrung. So ist beispielsweise der auf Obstwiesen vorkommende Grünspecht auf Ameisen spezialisiert. Einige Pflanzen sind sogar bei ihrer Vermehrung auf Ameisen angewiesen, zum Beispiel Schneeglöckchen. Die Ameisen tragen die Samen in ihr Nest und vertilgen dort deren fetthaltige Anhängsel, die sogenannten Elaiosome. Die Samen selbst werden danach von den Arbeiterinnen als Abfall in der Umgebung entsorgt – und so entstehen neue Schneeglöckchen.</li> <li><strong>Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht.</strong> Die geselligen Tiere lieben die Samen von Linden und Malven und sonnen sich gerne unter diesen Pflanzen. Auch das Paarungsritual, bei dem zwei Tiere an den Hinterteilen viele Stunden zusammenhängen, vollziehen sie gerne in großer Gesellschaft. Die Mütter kümmern sich intensiv um ihren Nachwuchs. Feuerwanzen ernähren sich von abgestorbenen Pflanzen und Tieren und kommunizieren über Duftstoffe. Laub, Totholz und Steinhaufen bieten ihnen Unterschlupf.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1-min-min.png"> </a> <strong> Nützlingsfreundliche Gartengestaltung </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> Kommerzieller Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus und Garten <p>Zusätzlich zu den Nützlingen, die sich von selbst im Garten ansiedeln, können Sie einige Arten auch im Fachhandel kaufen und gezielt zum Pflanzenschutz ausbringen. Viele Nützlinge lassen sich gegen mehrere Schädlingsarten einsetzen und vermehren sich oft selbst weiter, solange noch Schädlinge als Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Fast 90 Nützlings-Arten (2016) stehen in Deutschland zum kommerziellen Einsatz im Pflanzenbau (insbesondere Obst, Gemüse und Zierpflanzen) zur Verfügung. Die meisten Arten werden im Gewächshaus eingesetzt. Der Einsatz im Freiland ist vergleichsweise dazu teurer und weniger effizient.</p> <p><strong>Doch Vorsicht:</strong> Setzen Sie gekaufte Nützlinge nur ein, wenn Sie sicher sind, dass die jeweiligen Arten und Unterarten hier heimisch sind und wenn die Tiere frei von Krankheiten sind. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für den Einsatz im Garten sondern auch für den Einsatz im Haus und im Gewächshaus, weil die Tiere unter Umständen daraus entweichen können. <strong>Bestenfalls verzichten Sie ganz auf den Kauf von Nützlingen.</strong> Fördern Sie stattdessen die natürlich vorkommenden Arten indem Sie Lebensraum schaffen. Das schont den Geldbeutel, verursacht weniger Aufwand und ist langfristig die sinnvollste Methode.</p> <p>Am Beispiel des <strong>Asiatischen Marienkäfers</strong> (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) wird deutlich, wie gut gemeinter Nützlingseinsatz langfristig großen Schaden an der heimischen Tierwelt anrichten kann. In den 80er Jahren wurde er zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Blattläuse in Gewächshäusern eingesetzt. Doch er konnte den Gewächshäusern entkommen und vermehrt sich seitdem rasant im Freiland – sowohl in den USA, wie auch in Europa und vor allem auch in Deutschland. In der USA ist er inzwischen die am häufigsten vorkommende Marienkäferart und auch in Deutschland hat er sich flächendeckend ausgebreitet. Dabei verdrängt er heimische Marienkäfer und andere Käferarten. Was macht ihn so "erfolgreich"? Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, <a href="https://www.mpg.de/7245718/asiatische-Marienkaefer">dass die Hämolymphe (eine Flüssigkeit, welche die Käfer bei Bedrohung absondern) des Asiatischen Marienkäfers besondere Inhaltsstoffe enthält</a>. Diese machen ihn nicht nur resistent gegen Parasiten, sondern können zudem heimische Käferarten infizieren und zu deren Tod führen. Außerdem hat der Asiatische Marienkäfer eine viel höhere Vermehrungsrate als heimische Marienkäfer und kann zudem bei Blattlausmangel auf andere Beute umstellen.</p> <p>Ein weiteres Beispiel für die Problematik des kommerziellen Nützlingseinsatzes sind <strong>Zuchthummeln</strong>. Diese werden im professionellen Obst- und Gemüsebau zur Bestäubung eingesetzt und sind inzwischen auch für Hobbygärtner*innen erhältlich. Die Vorfahren der Zuchthummeln stammen aus der Türkei und aus Griechenland (z.B. die Unterart <em>Bombus terrestris dalmatinus</em>). In der Natur können die speziell gezüchteten Tiere nachhaltig Schaden anrichten. Zum einen konkurrieren die Zuchthummeln mit heimischen Hummelarten und verdrängen diese langfristig. <a href="https://www.researchgate.net/publication/51422333_Does_Pathogen_Spillover_from_Commercially_Reared_Bumble_Bees_Threaten_Wild_Pollinators">Zum anderen können sie ihre wilden Verwandten mit Krankheitserregern infizieren.</a> In der kommerziellen Hummelzucht werden tausende Tiere auf engstem Raum gehalten, dadurch wird die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Gelangen die Zuchthummeln dann ins Freiland, können sie auf ihre Artgenossen Krankheiten übertragen, gegen die letztere nicht gewappnet sind.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage</strong></p> <p>Das Ausbringen von Tieren wird in Deutschland im <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__40.html">Bundesnaturschutzgesetz § 40</a> geregelt. Grundsätzlich bedarf das Ausbringen von Tieren, mit einigen Ausnahmen, der Genehmigung der zuständigen Behörde. Werden Tiere zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes ausgebracht, ist keine Genehmigung notwendig, wenn die Arten "in dem betreffenden Gebiet in freier Natur in den letzten 100 Jahren vorkommen oder vorkamen". Für nicht-einheimische Arten ist eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) notwendig. Die Genehmigung wird jedoch versagt, wenn durch die beantragte Art eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten nicht auszuschließen ist.</p> <p>Eine Zulassungspflicht, so wie sie für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> besteht, gibt es für Nützlinge derzeit nicht. Auch besondere Auflagen oder Vorschriften für die Anwendung von Nützlingen bestehen nicht. Anbieter von Nützlingen sind auch nicht verpflichtet, ihre Absatzmengen zu melden. Somit fehlt den Behörden eine Übersicht über die tatsächlich eingesetzten Mengen und Arten von Nützlingen.</p> <p>In regelmäßigen Abständen erhebt das Julius Kühn-Institut (JKI) in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der Länder Daten zur Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren und veröffentlicht diese in einem Statusbericht. Darin enthalten sind auch Informationen zur kommerziellen Anwendung von Nützlingen. Aus den oben beschriebenen Gründen sind die Daten jedoch lückenhaft. Der aktuellste Statusbericht ist von 2018 und kann <a href="https://www.nap-pflanzenschutz.de/integrierter-pflanzenschutz/pflanzenschutzmassnahmen/biologischer-pflanzenschutz">HIER</a> eingesehen werden.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Tierische Schaderreger: Apfelwickler / Obstmade

Der Apfelwickler ist ein bedeutender Schädling am Apfel, da er nicht nur durch das Anstechen der Frucht und die nachfolgende Fraßtätigkeit der Larven schädigt, sondern so auch Eintrittspforten für andere Schaderreger, wie u.a. Monilia Fruchtfäule schafft. Geeignete Gegenmaßnahmen sind nur erfolgreich, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Dazu gilt es die Flugzeiten des Schmetterlings zu ermitteln. Die Überwachung des Flugverlaufes erfolgt seit 2005 mit Hilfe von Pheromonfallen in Gärten an unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet. Der Einfluss der jeweiligen Witterung im Flugzeitraum ist für ein mehr oder weniger starkes Auftreten des Wicklers und somit für die Schädigung der Frucht verantwortlich. Monitoring Flugverlauf Lebensweise Gegenmaßnahmen Die Apfelwickler-Population ist von klimatischen Bedingungen abhängig und zeigt eine starke Jahresperiodizität. Die höchsten Fangzahlen wurden im Jahr 2006, einem sehr warmen und trockenen Jahr, ermittelt. Im Mittelwertvergleich über die Jahre 2005 bis 2025 fällt das Jahr 2025 in den unteren Bereich der Fangzahlen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich eine weitere Abnahme der Fangzahlen. Die Fänge der 1. Apfelwickler-Generation in den Pheromonfallen begannen im Mai und blieben bis Juli auf einem konstant niedrigen Niveau. Aufgrund der Witterung (Regenereignisse) verlagerte sich der Flug der 2. Generation in den späten Juli hinein. Der Flughöhepunkt erreichte dann im August sein Ende. Durch weitere Regenereignisse gegen Ende Juli und Anfang August wurde der Falterflug zwischenzeitlich pausiert. Die lange Flugperiode endete wie im Vorjahr gegen Ende August. Lockstoff-Fallen (Pheromonfallen) dienen nur zur “Flugüberwachung” bzw. Ermittlung der Flugdichte und damit der Schwellenwerte für die Bekämpfung. Eigene Erfahrungen zeigen, dass bei 10 gefangenen Faltern in der Woche bzw. stark ansteigenden Fangzahlen Gegenmaßnahmen empfehlenswert sind. Raupenfanggürtel (Ringe aus Wellpappe) können ab Ende Juli als ergänzende Maßnahme an den Stämmen angebracht werden. Sie bieten den abwandernden Raupen künstliche Verstecke. Um einen Schlupf der Wickler auch aus diesen Fanggürteln zu verhindern, sollten sie noch vor dem Winter von den Bäumen entfernt werden, spätestens jedoch im zeitigen Frühjahr noch vor dem Gehölzaustrieb. Der Einsatz von Leimringen zur Reduktion der Apfelwicklerpopulation ist ungeeignet . Auch der Einsatz von nützlichen Trichogramma-Schlupfwespen ist möglich. In der Praxis haben sich allerdings keine auffälligen Effekte bei der Reduzierung des Apfelwicklers gezeigt. Wer dennoch diesen Einsatz plant, sollte in jedem Fall im Vorfeld auf die Verwendung chemischer Präparate am Baum verzichten. Eine Anwendung von Nematoden (biologischer Pflanzenschutz) im Herbst findet vorwiegend im Profi-Apfelanbau statt. Bei der Bekämpfung haben sich vor allem die Apfelwickler-Granulosevirus-Präparate bewährt. Diese wirken als reine Fraßgifte über den Verdauungstrakt der Larven. Die Mittel haben nur eine Wirkungsdauer von etwa 6 bis 8 Sonnentagen. Danach ist der Wirkstoff abgebaut und eine erneute Behandlung sollte erfolgen. Besonders gut wirken sie, wenn der Spritzbrühe geringe Mengen Zucker beigemischt werden. Ein negativer Einfluss auf eine Reihe von Nützlingen, wie z.B. auf Florfliegen, Erzwespen, Spinnen und nützliche Wanzen, kann bei sachgerechter Anwendung beider Wirkstoffe ausgeschlossen werden. Bienen und Hummeln werden ebenfalls nicht geschädigt.

Chrysoperla pallida Henry, Brooks, Duelli & Johnson, 2002 Blasse Florfliege Netzflügler Daten unzureichend

Die Art wurde bis zu ihrer Beschreibung durch Henry et al. (2002) in der Bestimmungsliteratur ( Aspöck et al. 1980) unter Chrysoperla carnea geführt.

Pseudomallada inornatus (Navás, 1901) Dichochrysa inornata (Navás, 1901) Ungeschmückte Florfliege Netzflügler Daten unzureichend

Die Art wurde in Deutschland bislang nur in Wäldern bei Freiburg i.Br. gefunden ( Tröger 1990, 2007). In den Jahren 2009 und 2010 gelangen weitere Nachweise in Baden-Württemberg im Raum Rastatt ( Tröger 2012).

Chrysopa walkeri McLachlan, 1893 Walkers Florfliege Netzflügler Daten unzureichend

Historische Nachweise stammen aus dem unteren Altmühltal ( Hölzel 1964) und dem Landkreis Bad Kissingen ( Ohm & Remane 1968). Aktuell zwei Exemplare aus dem Jahr 2000 von Boppard am Mittelrhein ( Geissen 2000).

Chrysopa phyllochroma Wesmael, 1841 Blattgrüne Florfliege Netzflügler Daten unzureichend

Ältere Meldungen der Art sind kritisch zu sehen. Die Art ist vermutlich durch Verwechslung mit Chrysopa commata überrepräsentiert, da entscheidende Bestimmungsmerkmale erst durch Barnard (1990) revidiert wurden (vgl. Tröger 2003). Die hier berücksichtigten Nachweise wurden nach Barnard (1990) überprüft und bestätigt.

Pseudomallada abdominalis (Brauer, 1856) Punktierte Florfliege Netzflügler Daten unzureichend

Wurde von Pseudomallada prasinus abgetrennt. Möglicherweise im Material vorhanden und mit P. prasinus verwechselt ( Hölzel 1995). Neuere Untersuchungen zeigen, dass es sich bei P. abdominalis und P. prasinus um einen Artenkomplex handelt, von dem bisher nur P. prasinus eindeutig identifiziert werden kann ( Duelli 2019, Duelli & Obrist 2019).

Chrysoperla mediterranea (Hölzel, 1972) Mediterrane Florfliege Netzflügler Extrem selten

Eine taxonomische Überprüfung des „ Chrysoperla carnea “-Museumsmaterials nach Chrysoperla mediterranea steht noch aus. Die Einschätzung der Häufigkeit ist somit lediglich vorläufig. Rezente Funde der Art gelangen nach dem deutschen Erstnachweis 2010 bei Rastatt in Baden-Württemberg ( Tröger 2012) nun auch 2015 bei Saarbrücken im Saarland (Potel, unpubl.).

Pseudomallada prasinus (Burmeister, 1839) Dichochrysa prasina (Burmeister, 1839) Lauchgrüne Florfliege Netzflügler Daten unzureichend

Möglicherweise im Material vorhanden und mit Pseudomallada abdominalis verwechselt.

Stadtklimatolerante Bäume

Stadtklimatoleranten Baumarten werden auch künftig Lebensraum für viele Organismen sein und sind somit für die Biodiversität städtischer Ökosysteme von Bedeutung. Phytophage (pflanzenfressende) Organismen nutzen Bäume als Nahrungsquelle und natürliche Regulierungsmechanismen verhindern, dass an diesen Funktionalität und Vitalität verloren geht. Diese Wirkmechanismen sind für etablierte Baumarten bekannt. Für die stadtklimatoleranten Baumarten gibt es für urbane Standorte kaum Informationen. Deshalb wurde über zwei Jahre (2014/2015) mehrfach an ausgewählten Standorten an Ginkgo biloba, Gleditsia triacanthos, Liquidambar styraciflua, Quercus cerris, Quercus palustris, Sophora japonica, Ulmus Resista mit der Bestimmung phytophager Organismen und deren Gegenspielern begonnen. Im Ergebnis waren phytophage Arthropoden im Vergleich zu räuberisch Lebenden an allen Baumarten in der Überzahl. Saug- und Fraßschäden wurden selten festgestellt. Das Spektrum der Organismen war ähnlich, allerdings gab es wesentliche Unterschiede zwischen den Baumarten im Mengenverhältnis zwischen Phytophagen und Gegenspieler (Diagramme 1 – 3). So zeigte sich auf Ginkgo zu allen Terminen stets der geringsten Besiedelungsgrad. Gall- und Spinnmilben zeigten sich am häufigsten auf allen anderen Baumarten. Gallmilben besiedelten vorwiegend Ulmus und Sophora , wobei hierbei Ulmus deutlich hervorsticht. Spinnmilben-Arten waren auf allen Baumarten in unterschiedlicher Menge nachzuweisen. An Sophora konnten zudem an den Winterholzproben häufig Deckelschildläuse festgestellt werden. In beiden Jahren waren im Spätsommer, mit Ausnahme der Baumart Ulmus Resista , mengenmäßig nur etwa 10% der Populationsdichte im Vergleich zum Sommerbeginn auf den Blättern vorhanden. Das Spektrum der Arthropoden unterschied sich kaum zwischen den Boniturterminen und Jahreszeiten. Außer unterschiedlichen Raubmilbenarten waren immer wenig Räuber (Marienkäfer, Florfliegen, Raubwanzen etc.) auf den Blättern anzutreffen. Da es sich hierbei um Einzelfunde handelte, wurden diese in den Diagrammen nicht berücksichtigt. Dies zeigt sich auch an den Astproben an denen überwinternde Räuber nur als Raubmilben in beiden Jahren nachgewiesen werden konnten. Die vorliegenden Ergebnisse stellen – unter Berücksichtigung der Untersuchungsmethode (Blatt- und Astprobenuntersuchung) – zunächst einen Überblick über das vorgefundene Spektrum an Phytophagen und deren Gegenspieler an den ausgewählten Baumarten dar. Betrachtet man insgesamt die Ergebnisse im Zusammenhang mit dem geringen Anteil dieser Baumarten am Gesamtbaumbestand Berlins (1,3 Prozent), kann gefolgert werden, dass die territorial vorhandenen Raubmilbenarten als natürliche Gegenspieler die stadtklimatoleranten Baumarten problemlos besiedeln, obwohl es sich bei den Spinnmilbenarten an Ulmus und Gleditsia um spezifische Arten handelt. Wird das Spektrum polyphager Räuber wie Raubwanzen, Marienkäfer, Spinnen an etablierten Baumarten Linde und Eiche (BALDER et al. 2004) mit den vorliegenden Ergebnissen verglichen, muss festgestellt werden, dass sehr wenige polyphage Räuberarten an den stadtklimatoleranten Baumarten erfasst werden konnten. Dies dürfte jedoch in der Methodik zu begründen sein. Wichtig für die Betrachtung der künftigen Auswahl der Baumarten für urbane Flächen ist die Fähigkeit, die territorial vorhandenen natürlichen Regulierungssysteme zu nutzen, um Phytophage im Bestand zu regulieren und somit Schäden an den Baumarten zu verhindern. Da sich bei Ginkgo scheinbar keine tierischen Organismen in der Krone während der Vegetationszeit etablieren können, ist diese Baumart unter Gesichtspunkten der Biodiversität kritisch zu sehen. Andererseits könnte Ginkgo für Extremstandorte z.B. in Innenstadtanlagen, für dekorative Zwecke vorteilhaft einsetzbar sein.

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