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Tierische Schaderreger: Apfelwickler / Obstmade

Der Apfelwickler ist ein bedeutender Schädling am Apfel, da er nicht nur durch das Anstechen der Frucht und die nachfolgende Fraßtätigkeit der Larven schädigt, sondern so auch Eintrittspforten für andere Schaderreger, wie u.a. Monilia Fruchtfäule schafft. Geeignete Gegenmaßnahmen sind nur erfolgreich, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Dazu gilt es die Flugzeiten des Schmetterlings zu ermitteln. Die Überwachung des Flugverlaufes erfolgt seit 2005 mit Hilfe von Pheromonfallen in Gärten an unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet. Der Einfluss der jeweiligen Witterung im Flugzeitraum ist für ein mehr oder weniger starkes Auftreten des Wicklers und somit für die Schädigung der Frucht verantwortlich. Monitoring Flugverlauf Lebensweise Gegenmaßnahmen Die Apfelwickler sind wärmeliebende Schmetterlinge und der Flugverlauf ist stark abhängig vom Wetter des jeweiligen Jahres. Die höchsten Fangzahlen wurden im sehr warmen und trockenen Jahr 2006 ermittelt. Im Vergleich der Mittelwerte 2005 bis 2024 liegt das Jahr 2024 im unteren Bereich. In den Pheromonfallen wurden ab Mitte Mai beginnend die 1. Apfelwicklergeneration gefangen. Anfang/Mitte Juli entwickelte sich die 2. Generation, die den höchsten Anstieg seit Beginn unseres Schaderregermonitorings im Jahr 2005 hatte. Der lange Flug endete gegen Ende August. Lockstoff-Fallen (Pheromonfallen) dienen nur zur “Flugüberwachung” bzw. Ermittlung der Flugdichte und damit der Schwellenwerte für die Bekämpfung. Eigene Erfahrungen zeigen, dass bei 10 gefangenen Faltern in der Woche bzw. stark ansteigenden Fangzahlen Gegenmaßnahmen empfehlenswert sind. Raupenfanggürtel (Ringe aus Wellpappe) können ab Ende Juli als ergänzende Maßnahme an den Stämmen angebracht werden. Sie bieten den abwandernden Raupen künstliche Verstecke. Um einen Schlupf der Wickler auch aus diesen Fanggürteln zu verhindern, sollten sie noch vor dem Winter von den Bäumen entfernt werden, spätestens jedoch im zeitigen Frühjahr noch vor dem Gehölzaustrieb. Der Einsatz von Leimringen zur Reduktion der Apfelwicklerpopulation ist ungeeignet . Auch der Einsatz von nützlichen Trichogramma-Schlupfwespen ist möglich. In der Praxis haben sich allerdings keine auffälligen Effekte bei der Reduzierung des Apfelwicklers gezeigt. Wer dennoch diesen Einsatz plant, sollte in jedem Fall im Vorfeld auf die Verwendung chemischer Präparate am Baum verzichten. Eine Anwendung von Nematoden (biologischer Pflanzenschutz) im Herbst findet vorwiegend im Profi-Apfelanbau statt. Bei der Bekämpfung haben sich vor allem die Apfelwickler-Granulosevirus-Präparate bewährt. Diese wirken als reine Fraßgifte über den Verdauungstrakt der Larven. Die Mittel haben nur eine Wirkungsdauer von etwa 6 bis 8 Sonnentagen. Danach ist der Wirkstoff abgebaut und eine erneute Behandlung sollte erfolgen. Besonders gut wirken sie, wenn der Spritzbrühe geringe Mengen Zucker beigemischt werden. Ein negativer Einfluss auf eine Reihe von Nützlingen, wie z.B. auf Florfliegen, Erzwespen, Spinnen und nützliche Wanzen, kann bei sachgerechter Anwendung beider Wirkstoffe ausgeschlossen werden. Bienen und Hummeln werden ebenfalls nicht geschädigt.

Stadtklimatolerante Bäume

Stadtklimatoleranten Baumarten werden auch künftig Lebensraum für viele Organismen sein und sind somit für die Biodiversität städtischer Ökosysteme von Bedeutung. Phytophage (pflanzenfressende) Organismen nutzen Bäume als Nahrungsquelle und natürliche Regulierungsmechanismen verhindern, dass an diesen Funktionalität und Vitalität verloren geht. Diese Wirkmechanismen sind für etablierte Baumarten bekannt. Für die stadtklimatoleranten Baumarten gibt es für urbane Standorte kaum Informationen. Deshalb wurde über zwei Jahre (2014/2015) mehrfach an ausgewählten Standorten an Ginkgo biloba, Gleditsia triacanthos, Liquidambar styraciflua, Quercus cerris, Quercus palustris, Sophora japonica, Ulmus Resista mit der Bestimmung phytophager Organismen und deren Gegenspielern begonnen. Im Ergebnis waren phytophage Arthropoden im Vergleich zu räuberisch Lebenden an allen Baumarten in der Überzahl. Saug- und Fraßschäden wurden selten festgestellt. Das Spektrum der Organismen war ähnlich, allerdings gab es wesentliche Unterschiede zwischen den Baumarten im Mengenverhältnis zwischen Phytophagen und Gegenspieler (Diagramme 1 – 3). So zeigte sich auf Ginkgo zu allen Terminen stets der geringsten Besiedelungsgrad. Gall- und Spinnmilben zeigten sich am häufigsten auf allen anderen Baumarten. Gallmilben besiedelten vorwiegend Ulmus und Sophora , wobei hierbei Ulmus deutlich hervorsticht. Spinnmilben-Arten waren auf allen Baumarten in unterschiedlicher Menge nachzuweisen. An Sophora konnten zudem an den Winterholzproben häufig Deckelschildläuse festgestellt werden. In beiden Jahren waren im Spätsommer, mit Ausnahme der Baumart Ulmus Resista , mengenmäßig nur etwa 10% der Populationsdichte im Vergleich zum Sommerbeginn auf den Blättern vorhanden. Das Spektrum der Arthropoden unterschied sich kaum zwischen den Boniturterminen und Jahreszeiten. Außer unterschiedlichen Raubmilbenarten waren immer wenig Räuber (Marienkäfer, Florfliegen, Raubwanzen etc.) auf den Blättern anzutreffen. Da es sich hierbei um Einzelfunde handelte, wurden diese in den Diagrammen nicht berücksichtigt. Dies zeigt sich auch an den Astproben an denen überwinternde Räuber nur als Raubmilben in beiden Jahren nachgewiesen werden konnten. Die vorliegenden Ergebnisse stellen – unter Berücksichtigung der Untersuchungsmethode (Blatt- und Astprobenuntersuchung) – zunächst einen Überblick über das vorgefundene Spektrum an Phytophagen und deren Gegenspieler an den ausgewählten Baumarten dar. Betrachtet man insgesamt die Ergebnisse im Zusammenhang mit dem geringen Anteil dieser Baumarten am Gesamtbaumbestand Berlins (1,3 Prozent), kann gefolgert werden, dass die territorial vorhandenen Raubmilbenarten als natürliche Gegenspieler die stadtklimatoleranten Baumarten problemlos besiedeln, obwohl es sich bei den Spinnmilbenarten an Ulmus und Gleditsia um spezifische Arten handelt. Wird das Spektrum polyphager Räuber wie Raubwanzen, Marienkäfer, Spinnen an etablierten Baumarten Linde und Eiche (BALDER et al. 2004) mit den vorliegenden Ergebnissen verglichen, muss festgestellt werden, dass sehr wenige polyphage Räuberarten an den stadtklimatoleranten Baumarten erfasst werden konnten. Dies dürfte jedoch in der Methodik zu begründen sein. Wichtig für die Betrachtung der künftigen Auswahl der Baumarten für urbane Flächen ist die Fähigkeit, die territorial vorhandenen natürlichen Regulierungssysteme zu nutzen, um Phytophage im Bestand zu regulieren und somit Schäden an den Baumarten zu verhindern. Da sich bei Ginkgo scheinbar keine tierischen Organismen in der Krone während der Vegetationszeit etablieren können, ist diese Baumart unter Gesichtspunkten der Biodiversität kritisch zu sehen. Andererseits könnte Ginkgo für Extremstandorte z.B. in Innenstadtanlagen, für dekorative Zwecke vorteilhaft einsetzbar sein.

Entwicklung einer digitalen Lernplattform (Nützlingsfinder) zum Pflanzenschutz im Ökolandbau für das Internetportal https://pflanzenschutz.oekolandbau.de

Neuerstellung von Videoportraits der wichtigsten Nützlinge und ihre Förderung im Ackerbau für das Internetportal https://pflanzenschutz.oekolandbau.de

Entwicklung einer digitalen Lernplattform (Nützlingsfinder) zum Pflanzenschutz im Ökolandbau für das Internetportal https://pflanzenschutz.oekolandbau.de, Entwicklung einer digitalen Lernplattform (Nützlingsfinder) zum Pflanzenschutz im Ökolandbau für das Internetportal https://pflanzenschutz.oekolandbau.de

Kapitel 34 Netzflügler Rote Listen Sachsen-Anhalt 2020

Rote Listen Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Halle, Heft 1/2020: 547–550 34 Bearbeitet von Wieland Röhricht* und Daniel Rolke (2. Fassung, Stand: Februar 2004) Einführung und Datengrundlagen Von der relativ kleinen Überordnung Neuropterida sind in Deutschland ca. 110 Arten bekannt. Die Über- ordnung umfaßt die drei Ordnungen Raphidioptera (Kamelhalsfliegen), Megaloptera (Schlammfliegen) und Neuroptera (Netzflügler i. e. S.). In Sachsen-An- halt wurden 63 Arten nachgewiesen: davon sind 6 Raphidiidae (Raphidioptera), 1 Inocelliidae (Raphidi- optera), 2 Sialidae (Megaloptera), 7 Coniopterygidae (Neuroptera), 1 Osmylidae (Neuroptera), 2 Sisyridae (Neuroptera), 1 Mantispidae (Neuroptera), 20 Heme- robiidae (Neuroptera), 20 Chrysopidae (Neuroptera) und 3 Myrmeleontidae (Neuroptera). Seit der letzten Bearbeitung der Roten Liste für das Landesgebiet (Röhricht 1995) haben intensive fau- nistische Aufsammlungen stattgefunden. Ein erster Überblick über die Netzflüglerfauna Mitteldeutsch- lands konnte inzwischen gewonnen werden (Röhricht 1996, 2001). Trotzdem muß besonders das nördliche Sachsen-Anhalt weiterhin als äußerst unzureichend erforscht gelten. Die Nomenklatur der Neuropterida folgt Aspöck et al. (2001). Bemerkungen zu ausgewählten Arten Gemeine Florfliege (Artenkomplex) – Chryosperla carnea s.l. auct. Verstärkt in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts be- gann die Untersuchung des Artenkomplexes um die Ge- meine Florfliege. Verschiedene Schwesterarten wurden inzwischen entdeckt. Doch ist bislang die Bearbeitung des C. carnea- Komplexs für das Land Sachsen-Anhalt noch nicht beendet. Wenige Arbeiten berücksichtigen überhaupt bislang die einzelnen Arten des Komplexes. Sicher kommt allerdings C. carnea s. str. (vgl. Duelli 1999, Henry et al. 2002 u.a.) im Lande vor, und ist nicht gefähr- det. Über das Vorkommen von C. pallida, C. agilis und C. lucasina besteht weiterhin Unklarheit. Gelbfühlerige Schwammfliege – Sisyra terminalis Curtis, 1854 Seit der letzten Bearbeitung der Roten Liste (Röhricht 1995) ist die Gelbfühlerige Schwammfliege mehrfach im Lande gefunden worden und kann daher sicher zur Fauna Sachsen-Anhalts gerechnet werden. Gleich- wohl muß sie weiterhin als gefährdet gelten. Netzflügler i. w. S. (Neuropterida) Großköpfige Florfliege – Nothochrysa capitata (Fabricius, 1793) Überraschenderweise wurde N. capitata im Juni 2003 anläßlich des „5. GEO- Tag der Artenvielfalt“ durch Herrn M. Hohmann (Wittenberg) im Nationalpark Hochharz wieder gefunden. Es ist dies der bislang ein- zige rezente Nachweis einer Nothochrysa im Lande. Das Vorkommen im Hochharz scheint zwar klein, aber nicht akut bedroht zu sein, weswegen N. capitata als extrem seltene Art mit der Gefährdungskategorie „R“ bewertet wird. Fliegen-Taghaft – Psectra diptera (Burmeister, 1839) Im Rahmen des German-Barcode-of-Life-(GBOL)-Pro- jektes gelang im Juni 2014 der Zweitfund der Art für Sachsen-Anhalt nach 1927 im Naturschutzgebiet „Salzstellen bei Sülldorf“. Ein mikropteres Männchen wurde beim Abstreifen der Vegetation gekeschert (Schweizer et al. 2016). Für den bundesweit gefährde- ten Fliegen-Taghaft wird auch in Sachsen-Anhalt von einer Gefährdung ausgegangen, welche aufgrund der wenigen Funddaten nicht näher spezifiziert wird (Kategorie „G“). Gefährdungsursachen und erforderliche Schutzmaßnahmen Insgesamt sind von den 63 nachgewiesenen Netzflüg- lern 26 Arten (ca. 41 %) in die Rote Liste aufgenommen worden. Fünf Arten (ca. 8 %) müssen als ausgestorben bzw. verschollen betrachtet werden, keine Art ist nach heutigem Wissen vom Aussterben bedroht. Eine Art (ca. 2 %) muß als extrem selten eingeschätzt werden und eine Art ist stark gefährdet. Viele, zum Teil bisher als häufig eingestufte Sippen (19 Arten, also ca. 30 %), müssen wegen ihres schon zu verzeichnenden Be- standsrückgangs trotz teilweise noch hoher Nachweis- zahlen als gefährdet eingeschätzt werden. Dankenswerterweise erschien in Vorbereitung der Gefährdungseinschätzung der Netzflügler im Land Sachsen-Anhalt ein Abschätzung der Bestandsent- wicklung (Röhricht 1999). Folgende Aussagen können und müssen darauf basierend mit großem Nachdruck wiederholt werden: Stark gefährdet sind die meisten stenöken Bewohner der mediterran bzw. kontinental getönten trockenwarmen Lebensräume (Magerra- sen, Binnendünen, Trockenwälder usw.). Auch werden noch immer durch die starke Veränderung unserer Gewässer (wasserbaulicher Art und durch fortschrei- tende Eutrophierung) die Lebensräume der meisten aquatisch und amphibisch lebenden Neuropteren vernichtet, so daß in Sachsen-Anhalt gegenwärtig nur drei dieser Arten in ihrem Bestand als nicht gefährdet eingestuft werden können. 547 Netzflügler Tab. 1: Übersicht zum Gefährdungsgrad der Netzflügler i.w.S. Sachsen-Anhalts. Taxa Megaloptera Raphidioptera Neuroptera Artenzahl (absolut) Anteil an der Gesamtartenzahl (%) 0 - - 5 5 7,9 Gefährdungskategorie R 1 2 - - - - - 1 1 - - 1 - 1 1,6 - 1,6 3 1 2 16 19 30,1 Rote ListeGesamt 1 3 22 26 41,22 7 54 63 Intensiver Erholungsbetrieb (besonders durch Wege- bau und Trittbelastung), ertragssteigernde Maß- nahmen in der Forstwirtschaft (zum Beispiel Mono- kulturen), Intensivierungen von ehemals extensiv bewirtschafteten Flächen, Verbauung und Versiege- lung in der offenen Landschaft, Flurbereinigungen, sowie der dauernde Nährstoffeintrag sind für die Netzflügler die bedeutendsten Gefährdungsfaktoren. Eine Sicherung bzw. Wiederherstellung dieser Le- bensräume ist für das Überleben der gefährdeten Ar- ten unabdingbar: im Einzelfall auch der Rückbau von Gewässereinfassungen und von Versiegelungen im weitesten Sinne, die aktive Offenhaltung von Binnen- dünen sowie anderer Trockenstandorte und Wiesen. Auch eine striktere Besucherlenkung in Erholungsge- bieten mit gefährdeten Arten und Ordnung von Frei- zeitaktivitäten (z.B. „wilde“ Motorrad- Rennstrecken u. ä.), unnachgiebige Regulierung von Baumaßnahmen im Außenbereich u. ä. sollten bei akuter Gefährdung einzelner Habitate konsequent durchgesetzt werden. Oftmals müssten allerdings schon bestehende Rege-lungen nur umgesetzt bzw. vorausschauender ausge- legt werden, um bedrohte Vorkommen wirkungsvoll zu schützen. Art (wiss.) Megaloptera Sialis fuliginosa Pictet, 1836 Raphidioptera Inocellia crassicornis (Schummel, 1832) Phaeostigma major (Burmeister, 1839) Puncha ratzeburgi (Brauer, 1876) Neuroptera Aleuropteryx loewii Klapálek, 1894 Chrysopa abbreviata Curtis, 1834 Chrysopa dorsalis Burmeister, 1839 Chrysopa walkeri McLachlan, 1893 Chrysopidia ciliata (Wesmael, 1841) Hemerobius atrifrons McLachlan, 1868 Hemerobius lutescens Fabricius, 1793 Hemerobius marginatus Stephens, 1836 Helicoconis lutea (Wallengren, 1871) Hypochrysa elegans (Burmeister, 1839) Mantispa styriaca (Poda, 1761) Megalomus hirtus (Linnaeus, 1761) Micromus angulatus Stephens, 1836 Myrmeleon bore (Tjeder, 1941) Myrmeleon formicarius Linnaeus, 1767 Nineta pallida (Schneider, 1846)Art (deutsch) Großflügler Fluß-Schlammfliege Kamelhalsfliegen Dickhörnige Kamelhalsfliege Große Kamelhalsfliege Ratzeburgs Kamelhalsfliege Echte Netzflügler Löws Staubhaft Dünen-Florfliege Kiefernwald-Florfliege Walkers Florfliege Bewimperte Florfliege Schwarzstirniger Taghaft Gelblicher Taghaft Grüner Taghaft Gelblicher Staubhaft Buchen-Florfliege Steirischer Fanghaft Behaarter Taghaft Brauner Taghaft Dünen-Ameisenjungfer Gewöhnliche Ameisenjungfer Braungestreifte Florfliege 548 Danksagung Mit großem Vergnügen wird für die prompte und großzügige Bereitstellung von Material oder Fun- dortangaben wiederum den Herren Dr. T. Karisch (Dessau), W. Bäse (Reinsdorf), D. Böhme (Erfurt), Dr. M. Hohmann (Wittenberg), T. Pietsch (Halle/S.), Prof. Dr. M. Jentzsch (Dresden), Dr. P. Sacher (Abbenrode) und Dr. E. Stolle (Halle/S.) gedankt. Darüberhinaus ist ganz herzlich für die Ermöglichung und geduldige Unter- stützung bei der Sammlungseinsicht Frau I. Böttcher und Herrn Dr. H. Pellmann (Magdeburg) zu danken. Ohne ihre Hilfe würde ein bedeutender Teil der schon gefundenen Arten nicht berücksichtigt worden sein. Nichtsdestotrotz seien wiederum all jene ermutigt, welche vorhandene Lücken aufspüren, diese auch mitzuteilen. Kat. Bem. 3 3 2 3 3 3 3 0 3 3 3 3 3 3 0 0 3 3 3 3 § BA § BA Netzflügler 1 2 3 4 Abb. 1: Die Larven von Florfliegen der Gattung Chrysoperla werden auch als Blattlauslöwen bezeichnet. Da sie im Laufe ihres Lebens Dut- zende bis mehrere Hundert Blattläuse fressen, werden sie in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt (Foto: A. Stark). Abb. 2: Imago einer Art aus dem Komplex der Gemeinen Florfliege (Chrysoperla carnea). Die Arten unterscheiden sich morphologisch kaum, produzie- ren jedoch verschiedene Vibrationsmuster beim Paarungsablauf (Foto: A. Stark). Abb. 3: Die Fluss-Schlammfliege (Sialis fuliginosa) entwickelt sich in fließenden, dicht mit Vegetation umgebenen Gewässern (Foto: B. Dupont, Wikimedia commons). Abb. 4: Die Große Kamelhalsfliege (Phaeostigma major) stellt im Blattwerk Milben und Blattläusen nach (R. Müller, www.rm-naturbildershop.de). Art (wiss.) Nineta vittata (Wesmael, 1841) Nothochrysa capitata (Fabricius, 1793) Nothochrysa fulviceps (Stephens, 1836) Psectra diptera (Burmeister, 1839) Sisyra terminalis Curtis, 1854 Sympherobius pellucidus (Walker, 1853) Wesmaelius malladai (Navás, 1925) Art (deutsch) Weißliche Florfliege Großköpfige Florfliege Rotköpfige Florfliege Fliegen-Taghaft Gelbfühlerige Schwammfliege Durchscheinender Taghaft Malladas Taghaft Kat. 3 R 0 G 3 0 3 Bem. Nomenklatur nach Aspöck et al. (2001). Abkürzungen und Erläuterungen, letzter Nachweis/Quelle (Spalte „Bem.) § - Gesetzlicher Schutz nach § 10 (2) Nr. 10 u. 11 Bun- desnaturschutzgesetz bezüglich Anhang A und B der EG-VO Nr. 338/97, FFH-Richtlinie Anhang IV, Vogelschutz-Richtlinie (Europäische Vogelarten) und Bundesartenschutzverordnung Anlage 1: § – besonders geschützte Art: EG-VO Anhang A und B, FFH Anhang IV, Europäische Vogelarten (VR) und BA Anlage 1; § – (fett) streng geschützte Art: EG-VO Anhang A, FFH Anhang IV und BA Anlage 1, Kreuz in Spalte 3 BA - Bundesartenschutzverordnung 549

Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von Florfliegenseide für neue Materialien

Das Vorhaben behandelt die Realisierung einer biotechnologischen Produktion des rekombinanten Seidenproteins der Florfliege, sowie die Übertragung des generierten Herstellungsprozesses in erste Scale-Up-Versuche (1000 L). Das über dieses Projekt bereitgestellte neuartige Biopolymer soll unter ökologischen Aspekten für die Entwicklung spezieller Seidenmaterialien in technischen Produkten Verwendung finden. Das angestrebte Projekt gliedert sich in drei voneinander abhängige Bereiche. Eine primäre Stammoptimierung wird einen geeigneten Produktionsorganismus für die biotechnologische Herstellung von Seidenprotein (Florfliege) (=Seidenrohmaterial: Modellprotein: flor2) hervorbringen. Für den vom Projektpartner AMSilk bereitgestellten Produktionsstamm, wird anschließend am Fraunhofer IAP eine Prozessentwicklung im Bereich der Fermentation und Proteinaufarbeitung stattfinden. Im Zuge dieses Projektes wird bei ausreichender Prozessstabilität dieses Verfahren von der AMSilk GmbH in den 1000-Liter Maßstab (Scale Up) überführt. Das durch diese Arbeiten bereitgestellte Seidenrohmaterial wird innerhalb des dritten Arbeitsbereiches soweit charakterisiert, das erste Verarbeitungsversuche durchgeführt werden können, um Materialien, basierend auf Florfliegenseide, herzustellen und auf ihre mechanischen Eigenschaften hin zu analysieren.

Strategien zur Regulierung der Kohlmottenschildlaus und Integration in gemüsebauliche Anbauverfahren^Kohlmottenschildlaus^Integrierte Bekämpfung der Kohlmottenschildlaus an Gemüsekohlarten^Förderung der funktionellen Biodiversität im Kohlanbau zur Förderung von natürlichen Regulationsprozessen, Neue Ansätze zur Bekämpfung der Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella) einem Problemschädling im Kohlanbau

Gartenlust statt Gartenfrust

Gärtnern ist sinnliches Naturerleben, Genuss und Lebensfreude pur. Zumindest solange alles nach Plan verläuft. Wenn jedoch Blattläuse an den Rosen saugen, die Tomaten faulen und sich der anmutige Schmetterling als Kohlweißling erweist, wird aus dem entspannten Hobby mitunter Stress und es entbrennt ein erbitterter Kampf gegen Schädlinge und Krankheiten. Viele Pflanzenfans entscheiden sich bewusst für eine entspannte Grundhaltung: Sie setzen auf robuste Sorten und vorbeugende Pflanzenschutzmaßnahmen, dank derer viele Probleme erst gar nicht entstehen. Und sie tolerieren Schäden in gewissem Rahmen - im Wissen, dass "Schädlinge" für Nützlinge wie Vögel, Igel und andere Bewohner des Biotops Garten eine wichtige Rolle spielen. Eine tolerante Grundhaltung bringt den Erkenntnisgewinn, dass sich viele Probleme mittelfristig von ganz alleine lösen. Blattläuse beispielsweise treten im Frühjahr oft explosionsartig auf, werden durch Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen aber schon bald deutlich dezimiert - die Nützlinge entwickeln sich naturgemäß nur etwas später, da sie sonst verhungern würden. Klug eingerichtet von der Natur? In der Tat, und nur einer von vielen guten Gründen, um in Sachen Pflanzenschutz mit Bedacht und manchmal eben auch mit ein bisschen Geduld vorzugehen - es lohnt sich. In dieser Broschüre finden Sie in kompakter Form viele Praxistipps rund um das Thema Pflanzenschutz und wie dies - zum Schutz von Umwelt und Gesundheit - auch ohne Chemie funktionieren kann.<BR>Quelle: Umweltbundesamt

Gartenlust statt Gartenfrust

Gärtnern ist sinnliches Naturerleben, Genuss und Lebensfreude pur. Zumindest solange alles nach Plan verläuft. Wenn jedoch Blattläuse an den Rosen saugen, die Tomaten faulen und sich der anmutige Schmetterling als Kohlweißling erweist, wird aus dem entspannten Hobby mitunter Stress und es entbrennt ein erbitterter Kampf gegen Schädlinge und Krankheiten. Viele Pflanzenfans entscheiden sich bewusst für eine entspannte Grundhaltung: Sie setzen auf robuste Sorten und vorbeugende Pflanzenschutzmaßnahmen, dank derer viele Probleme erst gar nicht entstehen. Und sie tolerieren Schäden in gewissem Rahmen - im Wissen, dass "Schädlinge" für Nützlinge wie Vögel, Igel und andere Bewohner des Biotops Garten eine wichtige Rolle spielen. Eine tolerante Grundhaltung bringt den Erkenntnisgewinn, dass sich viele Probleme mittelfristig von ganz alleine lösen. Blattläuse beispielsweise treten im Frühjahr oft explosionsartig auf, werden durch Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen aber schon bald deutlich dezimiert - die Nützlinge entwickeln sich naturgemäß nur etwas später, da sie sonst verhungern würden. Klug eingerichtet von der Natur? In der Tat, und nur einer von vielen guten Gründen, um in Sachen Pflanzenschutz mit Bedacht und manchmal eben auch mit ein bisschen Geduld vorzugehen - es lohnt sich. In dieser Broschüre finden Sie in kompakter Form viele Praxistipps rund um das Thema Pflanzenschutz und wie dies - zum Schutz von Umwelt und Gesundheit - auch ohne Chemie funktionieren kann.<BR>Quelle: Umweltbundesamt

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