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Umweltprobenbank des Bundes (German Environmental Specimen Bank)

Die Umweltprobenbank des Bundes (UPB) mit ihren Bereichen Bank für Umweltproben und Bank für Humanproben ist eine Daueraufgabe des Bundes unter der Gesamtverantwortung des Bundesumweltministeriums sowie der administrativen und fachlichen Koordinierung des Umweltbundesamtes. Es werden für die Bank für Umweltproben regelmäßig Tier- und Pflanzenproben aus repräsentativen Ökosystemen (marin, limnisch und terrestrisch) Deutschlands und darüber hinaus für die Bank für Humanproben im Rahmen einer Echtzeitanalyse Blut-, Urin-, Speichel- und Haarproben studentischer Kollektive gewonnen. Vor ihrer Einlagerung werden die Proben auf eine Vielzahl an umweltrelevanten Stoffen und Verbindungen (z.B. Schwermetalle, CKW und PAH) analysiert. Der eigentliche Wert der Umweltprobenbank besteht jedoch in der Archivierung der Proben. Sie werden chemisch veränderungsfrei (über Flüssigstickstoff) gelagert und somit können auch rückblickend Stoffe untersucht werden, die zum Zeitpunkt ihrer Einwirkung noch nicht bekannt oder analysierbar waren oder für nicht bedeutsam gehalten wurden. Alle im Betrieb der Umweltprobenbank anfallenden Daten und Informationen werden mit einem Datenbankmanagementsystem verwaltet und aufbereitet. Hierbei handelt es sich insbesondere um die biometrischen und analytischen Daten, das Schlüsselsystem der UPB, die Probenahmepläne, die Standardarbeitsanweisungen (SOP) zu Probenahme, Transport, Aufbereitung, Lagerung und Analytik und die Lagerbestandsdaten. Mit einem Geo-Informationssystem werden die Karten der Probenahmegebiete erstellt, mit denen perspektivisch eine Verknüpfung der analytischen Ergebnisse mit den biometrischen Daten sowie weiteren geoökologischen Daten (z.B. Daten der Flächennutzung, der Bodenökologie, der Klimatologie) erfolgen soll. Ausführliche Informationen und eine umfassende Datenrecherche sind unter www.umweltprobenbank.de abrufbar.

Assoziationen zwischen der internen Exposition von perfluorierten Substanzen (PFAS) und dem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ 2 Diabetes in der EPIC-Potsdam Studie

Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) sind eine komplexe Gruppe von künstlich hergestellten Chemikalien mit einzigartigen wasser- und ölabweisenden Eigenschaften. Sie werden seit Jahrzehnten für die Herstellung zahlreicher Verbraucherprodukte verwendet, z. B. für antihaftbeschichtete Kochgeschirre, atmungsaktive Textilien oder Lebensmittelverpackungen. Die Aufnahme über Lebensmittel und Trinkwasser ist der Hauptexpositionsweg des Menschen. Aufgrund der beobachteten Assoziationen zwischen der Konzentration von PFAS im Blut und den Blutfettwerten (besonders LDL-Cholesterin) wird vermutet, dass PFAS eine Rolle für das Risiko von Herz-Kreislauf- Erkrankungen spielen könnten. Auch der Zusammenhang mit dem Risiko von Typ 2 Diabetes wird diskutiert. Der Bekanntheitsgrad von PFAS in der Öffentlichkeit und ihre Untersuchung in wissenschaftlichen Studien hat erst in den letzten Jahren zugenommen. Aus diesem Grund gibt es bis heute nur sehr wenige Studien, die den Zusammenhang zwischen PFAS und der Inzidenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ 2 Diabetes untersucht haben. Daher hat diese Studie zum Ziel, die Zusammenhänge zwischen den Baseline-Konzentrationen von PFOS/PFOA und anderen perfluorierten Verbindungen im Blut und dem Risiko für Entstehung eines Herzinfarkts, Schlaganfalls und / oder einer Herzinsuffizienz und Typ 2 Diabetes während der Nachbeobachtung in einer Fall-Kohortenstudie der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Potsdam Studie zu untersuchen. Zudem sollen Assoziationen im Querschnitt zwischen Konzentrationen von PFOS, PFOA und anderen perfluorierten Verbindungen im Blut und Biomarkern des Lipidmetablismus (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyceride), des Glucosemetabolismus (Glucose und HbA1c), des Leberstoffwechsels (GGT, GPT), der Harnsäure und des hsCRP in der repräsentativen Subkohorte untersucht werden. Zudem sollen auch die Zusammenhänge zwischen PFAS und bestimmten Lebensmitteln oder Lebensmittelgruppen (z.B. Fleisch, Fisch) zu untersuchen werden.

Polonium-210

Polonium-210 Polonium-210 ist das in der Natur am häufigsten vorkommende Polonium-Isotop. Es wird in der radioaktiven Zerfallskette von Uran -238 als letztes radioaktives Kettenglied gebildet. Insgesamt ist das natürliche Vorkommen an Polonium äußerst gering. Polonium-210 hat eine physikalische Halbwertszeit von 138 Tagen. Es emittiert beim radioaktiven Zerfall Alphateilchen, wobei Blei-206 entsteht. Eine Gesundheitsgefährdung durch radioaktives Polonium kann nur eintreten, wenn das Radionuklid mit der Nahrung oder mit dem Trinkwasser durch Einatmen ( Inhalation ) oder über die Haut, beispielsweise über offene Wunden in den Körper aufgenommen wird. Die Mengen an natürlich aufgenommenem Polonium sind so gering, dass sie praktisch keine gesundheitlichen Auswirkungen zur Folge haben. Gesundheitlich bedenkliche Konsequenzen können daher praktisch nur bei unbeabsichtigter oder beabsichtigter (vorsätzlicher) Zufuhr von technisch erzeugtem Polonium auftreten. Polonium ist das chemische Element mit der Ordnungszahl 84. Es ist ein silbriges, radioaktives Metall, das sich in chemischen Reaktionen ähnlich verhält wie Tellur und Bismut. Stabile Polonium- Isotope gibt es nicht. In der Natur ist Polonium-210 das am häufigsten vorkommende Polonium-Isotop. Es wird in der radioaktiven Zerfallskette von Uran -238 als letztes radioaktives Kettenglied gebildet. Insgesamt ist das natürliche Vorkommen an Polonium äußerst gering. Im Mittel befinden sich in einer Tonne Erde ca. 0,0002 Mikrogramm ( µg ) Polonium (entspricht 2 x 10 -10 ppm ). Technisch wurde Polonium-210 ursprünglich über eine chemische Abtrennung aus Pechblende bzw. den Zerfallsprodukten des Radiums hergestellt. Dies ist jedoch sehr aufwendig. Heute lässt sich Polonium-210 einfacher künstlich herstellen, indem man Bismut im Kernreaktor mit Neutronen bestrahlt. Verwendung Verwendet wird Polonium-210 in Kombination mit Beryllium als Neutronenquelle, in Antistatikelektroden/-pinseln zur Elimination statischer Aufladungen, in hochempfindlichen optischen und mechanischen Messgeräten zur Elimination statischer Aufladungen und als leichtgewichtige, thermoelektrische Batterie in der Raumfahrt. Physikalische Eigenschaften Polonium-210 hat eine physikalische Halbwertszeit von 138 Tagen. Es emittiert beim radioaktiven Zerfall Alphateilchen, wobei Blei-206 entsteht. Die emittierten Alphateilchen haben zwar eine hohe Energie, jedoch nur eine geringe Reichweite. In Luft beträgt die Reichweite des Alphateilchens weniger als 4 Zentimeter, in menschlichem Gewebe ( z.B. auch in der Haut) weniger als 0,1 Millimeter. Aufnahme in den menschlichen Körper Eine Gesundheitsgefährdung durch radioaktives Polonium kann daher nur eintreten, wenn das Radionuklid in den Körper aufgenommen wird (Inkorporation). Dies kann geschehen durch Aufnahme mit der Nahrung oder mit dem Trinkwasser ( Ingestion ) durch Einatmen ( Inhalation ) oder über die Haut, beispielsweise über offene Wunden. Aufgrund des natürlichen Vorkommens nimmt der Mensch über die genannten Wege pro Jahr durchschnittlich 58 Bq Polonium-210 auf. Für Raucher erhöht sich die Menge des über die Lunge aufgenommenen Polonium-210 aufgrund des natürlichen Gehaltes im Tabak. Zwischenprodukte der Uran -Radium-Zerfallsreihe können sich auf Tabakblättern ablagern oder über die Wurzeln in die Tabakpflanze aufgenommen werden. Durch deren radioaktiven Zerfall entsteht Polonium-210. Eine Zigarette enthält demnach etwa 9 bis 15 mBq Polonium-210. Gesundheitliche Wirkungen Da Polonium-210 eine sehr energiereiche Alpha-Strahlung aussendet, besitzt es eine hohe Radiotoxizität ; seine chemische Toxizität ist um Größenordnungen geringer und spielt daher bei der gesundheitlichen Bewertung keine Rolle. Nach Aufnahme des Poloniums durch Nahrung oder Trinkwasser wird ein großer Teil (50-90 % ) auf direktem Weg über den Verdauungstrakt ausgeschieden. Der restliche Teil, der im Magen-Darm-Trakt ins Blut aufgenommen wird, verteilt sich - ebenso wie auch das über die Lunge aufgenommene Polonium - im gesamten Körper. Dabei beträgt die biologische Halbwertzeit von Polonium-210 im Körper 50 Tage. Das heißt: Nach 50 Tagen befindet sich noch 50 Prozent der aufgenommenen Poloniummenge im Körper. Der Rest wird sukzessive über Urin und Fäzes ausgeschieden. Letztendlich ist die gesundheitliche Wirkung des Polonium-210 von der aufgenommenen Menge abhängig. So sind die oben genannten Mengen an natürlich aufgenommenem Polonium so gering, dass sie praktisch keine gesundheitlichen Auswirkungen zur Folge haben. Eine Abschätzung ergibt, dass ca. 833 Bq Polonium-210 pro Jahr über die Nahrung (also durch Ingestion ) bzw. 303 Bq Polonium-210 pro Jahr über die Lunge (also über Inhalation ) aufgenommen werden müssten, um im Bereich der effektiven Folgedosis von 1 Millisievert ( mSv ) pro Jahr zu liegen. Gesundheitlich bedenkliche Konsequenzen können daher praktisch nur bei unbeabsichtigter oder beabsichtigter (vorsätzlicher) Zufuhr von technisch erzeugtem Polonium auftreten. In diesem Zusammenhang ist der mysteriöse Tod des früheren Geheimdienstoffiziers Alexander Litwinenko am 23. November 2006 zu nennen, in dessen Körper sehr hohe Aktivitäten an Polonium-210 nachgewiesen wurden. Aus Abschätzungen ist bekannt, dass die Aufnahme von etwa 20 MBq (20 Millionen Bq ) Polonium-210 innerhalb von wenigen Tagen zum Tod führen kann. Aufgrund der sehr hohen spezifischen Aktivität von Polonium-210 (1,67×10 14 Bq/g ) entspricht diese Aktivität in Gramm ausgedrückt einer sehr geringen Menge ( ca. 0,1 µg ) Polonium-210. Nachweismöglichkeiten Weil durch Polonium-210 nur Alphastrahlung ausgesendet wird, kann es nicht mit einem Ganzkörperzähler nachgewiesen werden. Für den Nachweis einer Inkorporation ist es daher notwendig, Stuhl- oder Urinproben zu untersuchen. In Urinproben ist der Nachweis einfacher als in Stuhlproben. Die Nachweisgrenze für Polonium-210 im Urin ist so niedrig, dass es bereits weit unterhalb gesundheitsrelevanter Auswirkungen möglich ist, Polonium im Körper nachzuweisen. Literatur Oeh, U., Li, W.B., Gerstmann, U., Giussani, A., H.G. Paretzke (2007): Hintergrundinformationen zu Polonium-210 und Betrachtungen zur Biokinetik und internen Dosimetrie vor dem Hintergrund des Falls Litwinenko. In: Bayer, A., Faleschini, H., Krüger, S., Strobl, Chr. (Eds.), Vorkehrungen und Maßnahmen bei Radiologischen Ereignissen, Publikationsreihe Fortschritte im Strahlenschutz, Fachverband für Strahlenschutz, TÜV Media GmbH , Köln, 70-81 Steiner, M., Hiersche, L., Poppitz-Spuhler, A., Ridder, F. (2007): Tabakrauch – die tägliche Dosis Polonium-210. In: Umweltmedizinischer Informationsdienst, ISSN 1862-4189 Stand: 08.04.2026

Bestimmung partikelgebundener PAK, NPAK und 3-Nitrobenzanthron sowie ihre Verteilung auf verschiedene Ultrafeinstaubfraktionen von Emissionsquellen

Als ultrafeine Partikel werden Teilchen mit Durchmessern kleiner als 100 nm bezeichnet. Die ultrafeinen Partikel entstehen in Verbrennungsprozessen, die unter Sauerstoffmangel stattfinden. Hierbei sind u.a. der Straßenverkehr mit seinen unzähligen instationären Verbrennungen, Industrieprozesse und Hausbrand zu nennen. Partikel dieses Größenbereichs können sehr spezielle chemische oder physikalische Wechselbeziehungen mit der Umgebung eingehen. Man beobachtet bei ultrafeinen Partikeln vorwiegend Diffusion, wogegen sich größere Teilchen eher durch Anlagerung bzw. Sedimentation auszeichnen (Limbach, 2005). In der Europäischen Union gilt seit Januar 2005 ein Grenzwert für Feinstaub, d.h. für Partikel kleiner als 10ìm (PM10), vorgeschrieben. Für ultrafeine Partikel gibt es in Europa bisher keine eigenen Grenzwerte. In einem bis dahin einmaligen Projekt wurde die Entwicklung der Belastung mit ultrafeinen Partikeln in Erfurt über zehn Jahre quantitativ bestimmt. Dabei wurde ein deutlicher Anstieg festgestellt (Krug, 2005). Die Korngrößen des Ultrafeinstaubs können das menschliche Respirationssystem erreichen. Man spricht daher vom inhalierbaren Anteil des Feinstaubs. Partikel kleiner als 100 nm werden als noch gefährlicher eingestuft, da sie lungengängig sind. Wegen ihrer geringen Größe können einzelne ultrafeine Partikel ein Lungenepithel durchqueren. Ein Weitertransport zu Leber, Knochenmark oder Herz ist möglich. Die Ultrafeinpartikel können sich in der Lunge bis zu mehreren Monaten ablagern bzw. verbleiben (WHO,1997). Es sind einige Verfahren entwickelt worden, um die PAK-Belastung auf Menschen zu erfassen und ihre Auswirkungen zu beschreiben. Dabei wurde Benzo(a)Pyren oft als Indikator für die Präsenz von karzinogenen PAK in der Umwelt genutzt. Verbreitet ist zum Beispiel die Bestimmung von PAK in Blut oder Urin und die Untersuchung der Auswirkungen von PAK auf den Metabolismus in Organen wie Niere und Leber (Larsen, 1995). Die Exposition durch NPAK erfolgt hauptsächlich über die Luft. Es gibt bislang wenige Studien, welche die Langzeitwirkung der inhalativen Aufnahme untersuchen. Darüber hinaus gelten auch die Metaboliten der NPAK als kanzerogen (Uhl, 2007). Laut WHO gibt es erheblichen Forschungsbedarf hinsichtlich der Exposition der Menschen und der Wirkungen von NPAK auf die menschliche Gesundheit (IPCS 2003). Obwohl die NPAK nur einen Bruchteil (1 bis 10Prozent) der PAK ausmachen (Nielsen, 1984), ist spezielle Aufmerksamkeit wegen ihrer hohen biologischen Aktivität notwendig. Zahlreiche NPAK wirkten in Tierversuchen deutlich mutagen und kanzerogen (Fiedler et.al, 1990). Über ihr Verhalten und ihre Anreicherung in Boden und Staub ist bis jetzt noch sehr wenig bekannt. Ebenso wenig wie über deren Metabolismus und Akkumulation in biologischem Gewebe (Fiedler et al., 1991, Fieder und Mücke 1990). (...)

Wanzen (Heteroptera)

Anders als im Kinderlied „Auf der Mauer, auf der Lauer …“ sitzen und tanzen Wanzen kaum an Mauern. Sie besiedeln vielmehr ein großes Spektrum an terrestrischen und aquatischen Lebensräumen. In Deutschland sind insgesamt 895 Wanzenarten und -unterarten etabliert, von denen 19 durch den Menschen eingeschleppt wurden (Neobiota). Bei Wanzen denken viele Menschen an die gefürchtete Bettwanze. Doch sie ist die einzige unter den heimischen Arten, die beim Menschen Blut saugt. Die weit überwiegende Mehrzahl ernährt sich von Pflanzensaft oder lebt räuberisch von weichhäutigen Insekten. Dafür setzen Wanzen ihren stechenden Saugrüssel ein. Zu den besser bekannten Vertretern gehören die grün gefärbte Gemeine Stinkwanze, die rot-schwarzen Feuerwanzen oder auch die schlanken Wasserläufer, die sich auf der Oberfläche von wenig bewegten Gewässern wie auf einer Haut fortbewegen können. Unter den Wanzen gibt es viele Arten mit einer verborgenen Lebensweise, aber auch solche, die auf Rinde, Blättern oder dem Boden wegen ihres kryptischen Äußeren quasi unsichtbar sind. Wieder andere verlassen sich als Schutz vor Fressfeinden auf einen strengen Wanzengeruch oder auf leuchtende Warnfarben. Ähnlich wie andere Insektengruppen sind Wanzen besonders artenreich in einer extensiv genutzten und strukturreichen Kulturlandschaft vertreten. Da die Tiere teils eng mit bestimmten Habitattypen und -requisiten verbunden sind, gibt ihr Vorkommen oder Fehlen differenziert Auskunft über den Zustand dieser Lebensräume. Von den 875 in der Roten Liste bewerteten Arten und Unterarten gelten 3 % als ausgestorben oder verschollen und 31 % als bestandsgefährdet, 5 % sind in die Kategorie „Extrem selten“ eingeordnet und auf der Vorwarnliste stehen 6 %. Als ungefährdet werden 50 % eingestuft, und für weitere 5 % ist die Datenlage für eine Einstufung derzeit unzureichend. In landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen leiden Wanzenpopulationen unter Veränderungen des Wasserhaushalts, intensiver Düngung und Bodenbearbeitung, zu häufiger Mahd, Überbeweidung und der Beseitigung von Kleinstrukturen. In und an Gewässern werden Wanzen beispielsweise durch den Eintrag von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, durch die Gewässerunterhaltung, künstlichen Fischbesatz und starke Freizeitnutzung gefährdet. Im Siedlungsbereich wirken sich besonders der Herbizideinsatz, eine übertriebene oder undifferenzierte Pflege von Grünflächen und die Verinselung und Entwertung von Lebensräumen durch Wohnbebauung, Gewerbe- und Verkehrsflächen negativ aus. (Stand Dezember 2012, in Teilen ergänzt 2020) Simon, H.; Achtziger, R.; Bräu, M.;Dorow, W. H. O.; Göricke, P.; Gossner, M. M.; Gruschwitz, W.; Heckmann, R.; Hoffmann, H.-J.; Kallenborn, H.; Kleinsteuber, W.; Martschei, T.; Melber, A.; Morkel, C.; Münch, M.; Nawratil, J.; Remane, R.; Rieger, C.; Voigt, K. & Winkelmann, H. (2021): Rote Liste und Gesamtartenliste der Wanzen (Heteroptera) Deutschlands. – In: Ries, M.; Balzer, S.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Matzke-Hajek , G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 5: Wirbellose Tiere (Teil 3). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (5): 465-624 Die aktuellen Rote-Liste-Daten sind auch als Download verfügbar.

freie Liegenschaftskarte SL - Flurgrenzen

Basisdienst Amtliches Liegenschaftskatasterinformationsystem (ALKIS) des Saarlandes mit Flurstuecksgeometrien und Gebaeudeumringen (massstabsbeschraenkt):Basisdienst Amtliches Liegenschaftskatasterinformationsystem (ALKIS) des Saarlandes mit Flurstuecksgeometrien und Gebaeudeumringen (massstabsbeschraenkt)

Sonderbefliegung Hochwasser Ahr 2021

Sonderbefliegung des Ahrtals im Zusammenhang mit dem Hochwasser (Befliegungsdatum 24., 28. und 29. Juli 2021). 40 cm Bodenauflösung.

Biologische und chemisch-analytische Charakterisierung des allergenen Potentials von Terpenen, Terpenmetaboliten und Terpenoxidationsprodukten

Die zunehmende Verwendung von Monoterpenen wie vor allem d-Limonen, a-, b-Pinen, 3-Caren und a-Terpinen in Produkten aus dem Bereich der Körperpflege, terpenhaltigen Medikamenten, sowie der vermehrte Einsatz von terpenhaltigen Naturstoffen als Baumaterialien in Innenräumen bildet möglicherweise eine wesentliche Ursache für das steigende Auftreten der entsprechenden Sensibilisierungen. Zwischen 1995 und 1999 stieg die Anzahl der sensibilisierten Patienten von 0,5 auf 2,9 Prozent. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind wenig verstanden. In diesem Forschungsvorhaben sollen vergleichende in vitro und in vivo Untersuchungen Ansätze zur Klärung dieses sozialmedizinisch bedeutsamen Problems liefern. Exemplarisch sollen hierzu die Terpene, a-Terpene, d-Limonen und 3-Caren auf ihr allergenes Potential für Blutleukozyten bzw. T-Lymphozyten der Haut auf polyklonaler und monoklonaler Ebene analysiert werden. Daneben soll die transiente Genexpression durch die Substanzen in Antigen-präsentierenden Zellen ermittelt werden und gleichzeitig die dafür relevanten Metabolite und Oxidationsprodukte identifiziert werden. Dabei soll geklärt werden, welchen Anteil einzelne Metabolite und Oxidationsprodukte bzw. Kombinationseffekte im Vergleich zu den Ausgangssubstanzen an den in vivo Befunden haben. Diese Untersuchungen werden grundlegende Hinweise zum Wirkmechanismus der Substanzen liefern und dadurch Ansätze für die Bewertung der gesundheitlichen Auswirkungen von Monoterpenexpositionen in umweltrelevanten Konzentrationen bieten.

LUA-Bilanz Infektionsprävention 2025

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LUA-BILANZ INFEKTIONSPRÄVENTION Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2025 © James Gathany, CDC / Wikimedia Bilanz „Infektionsprävention“ der Abteilung Humanmedizin des LUA Die Bürgerinnen und Bürger vor den gesundheitli- chen Folgen negativer Umwelteinflüsse zu schüt- zen ist der zentrale Auftrag des Landesuntersu- chungsamtes (LUA). In enger Zusammenarbeit mit den kommunalen Überwachungsbehörden untersuchen die 500 Mitarbeiterinnen und Mitar- beitern des LUA neben Lebensmitteln, Bedarfsge- genständen und Kosmetika auch Bioproben von Mensch und Tier. Verschiedenste Fachdisziplinen bewerten gemeinsam diese Analysen und beraten neben den beauftragenden Behörden auch die in- teressierte Öffentlichkeit und politische Entschei- dungsträger in allen Fragen des umweltbezogenen Verbraucherschutzes. Für die Abteilung für Humanmedizin steht die Be- ratung der Gesundheitsämter bei der Umset- zung von Infektionsschutzmaßnahmen im Mit- telpunkt des Aufgabenspektrums. Die jährlich rund 120.000 Laboruntersuchungen der Abtei- lung umfassen neben mikrobiologischen Analy- sen zum Nachweis von Infektionserregern in hu- manem Probenmaterial auch trinkwasser- und krankenhaushygienische Untersuchungen. Die- se Labortätigkeit wird ergänzt durch epidemio- logische Analysen von Labor- und Meldedaten. Durch fortlaufende Beschreibung und Bewertung des Vorkommens von Krankheitserregern entste- hen so die Daten für Rückschlüsse auf die Entste- hung und Übertragung von Infektionskrankheiten und damit die Grundlage für die Implementierung wirksamer Schutzmaßnahmen. Mit Hilfe von Daten aus der gesetzlichen Melde- pflicht von Infektionskrankheiten und -erregern überwacht das LUA auch solche Infektionen, die durch blutsaugende Insekten (sog. „Vektoren“) auf den Menschen übertragen werden. In den ver- gangenen Jahren geschieht dies mit erhöhter Auf- merksamkeit, da mit einer Ausbreitung vekto- rassoziierter Infektionskrankheiten als Folge des Klimawandels zu rechnen ist. Ein solcher Zusam- menhang liegt nahe, da in vielen Fällen sowohl die Entwicklung infektiöser Stadien des Erregers 2 im Vektor als auch das Vorkommen der Vektoren selbst temperaturabhängig sind. Vektorübertragene Infektionen: Gesundheitsrisiko durch Klimawandel Bestimmte Stechmücken, Stechfliegen oder Ze- cken können beim Stich Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten übertragen. Durch den Klimawandel, veränderte Umweltbe- dingungen und die zunehmende globale Mobi- lität verändern sich auch die Lebensräume die- ser sog. „Vektoren“. Einige ursprünglich tropische oder subtropische Arten breiten sich inzwischen auch in Europa aus. Dadurch können Erkrankun- gen auftreten, die früher in Deutschland keine Rolle spielten. In Rheinland-Pfalz sind bestimmte vektorüber- tragene Erkrankungen bereits etabliert, etwa die durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). An- dere Infektionen wie Dengue- oder Chikungunya- Fieber kommen bislang nur als Reiseerkrankungen vor, könnten jedoch künftig auch lokal übertragen werden - wenn geeignete Vektoren vorhanden sind und die klimatischen Bedingungen eine Über- tragung ermöglichen. Der folgende Überblick stellt wichtige Vektoren und vektorübertragene Erkrankungen vor, die in Rheinland-Pfalz bereits vorkommen oder vor dem Hintergrund veränderter klimatischer Bedingun- gen perspektivisch relevant werden könnten. Culex-Mücken: Heimische Überträger des West-Nil- und des Usutu-Virus Die Culex-Mücken zählen zu den häufigsten Mü- ckenarten in Deutschland. Besonders Vertreter der Culex pipiens-Gruppe sind nahezu überall ver- breitet – auch in Rheinland-Pfalz. Die Tiere sind schlank gebaut, haben lange Beine sowie schmale, durchsichtige Flügel und haben meist eine bräunli- che Färbung. Mit einer Körpergröße von etwa drei bis sieben Millimetern wirken sie eher unscheinbar, sind im Sommer aber allgegenwärtig. Männliche Culex-Mücken sind harmlose Nektarsauger, Weib- chen hingegen benötigen eine Blutmahlzeit, um Eier abzulegen. Aktiv sind diese Mücken vor allem in den warmen Sommermonaten, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Bevorzugt leben Culex-Mücken in der Nähe von stehenden Gewäs- sern wie Teichen, Pfützen oder Regentonnen. Dort legen die Weibchen ihre Eier ab. Bedeutung haben Culex-Mücken vor allem als mögliche Überträger von Krankheitserregern, zum Beispiel des West-Nil-Virus oder des Usutu-Virus. Beide Viren zirkulieren hauptsächlich zwischen Vögeln und Mücken. Erst wenn eine infizierte Mü- cke außerhalb dieses Zyklus einen Menschen oder ein Pferd sticht, wird das Virus auch an sie weiter- gegeben. Menschen und Pferde gelten jedoch als sogenannte „Fehlwirte“, da von ihnen aufgrund der niedrigen Viruskonzentration im Blut das Virus nicht weiterverbreitet werden kann. Um sich vor möglichen Infektionen zu schützen helfen das Tra- gen langer, heller Kleidung, die Verwendung von Mückenschutzmitteln und Fliegengitter an den Fenstern. Außerdem sollte stehendes Wasser im Garten vermieden werden; Regentonnen sollten abgedeckt und Wasserbehälter geleert werden. Das West-Nil-Fieber beim Menschen wird haupt- sächlich durch die Subtypen 1 und 2 des West-Nil- Virus verursacht. Das Virus gehört zur Familie der Flaviviren und stammt ursprünglich aus Afrika. In- zwischen ist das West-Nil-Fieber in vielen Regio- nen der Welt verbreitet, auch in Teilen Europas, z. B. in Griechenland und Italien, wo es regional zu größeren Fallzahlen kommen kann. In Deutschland wurde das West-Nil-Virus (Sub- typ 2) erstmals im Jahr 2018 bei Vögeln und Pfer- den nachgewiesen. Seit 2019 sind zudem erste autochthone, also durch heimische Mücken über- tragene Erkrankungsfälle beim Menschen in Ost- deutschland bekannt geworden. Begünstigt durch warme Sommer und eine verlängerte Mückensai- son breitet sich das Virus zunehmend aus. Auch in Rheinland-Pfalz wurde das Virus im Jahr 2023 erstmals nachgewiesen – bei einer Schnee-Eule in einem Vogelpark. Im Sommer 2026 wurde dann bei der Untersuchung von Blutspenden erstmals auch eine in Rheinland-Pfalz erworbene Infekti- on mit dem West-Nil-Virus bei einem Menschen festgestellt. Ungebetener Gast: Eine Culex-Mücke bei einer Blut- mahlzeit. © Urmas Tartes I Wikimedia Die meisten Infektionen verlaufen ohne Be- schwerden. Etwa 20 Prozent der infizierten Per- sonen entwickeln grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdig- keit oder Hautausschlag. Die Beschwerden dau- ern meist drei bis sechs Tage. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis vierzehn Tage. Nur selten, etwa bei einem Prozent der Infektionen, kommt es zu schweren Krankheitsverläufen mit Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem. Einen speziel- len Impfstoff für Menschen gibt es derzeit nicht. Das Usutu-Virus gehört, wie das West-Nil-Virus, zur Familie der Flaviviren. Das Virus wurde erst- mals 1959 in Südafrika isoliert und hat sich seit den 1990er-Jahren zunehmend in Europa ausge- breitet. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Culex-Mücken. In Deutschland wird das Vi- rus vor allem bei Wildvögeln, insbesondere Am- seln, nachgewiesen. Bisher wurden humane In- fektionen in Deutschland nur bei Blutspendern entdeckt, die im Rahmen routinemäßiger Unter- suchungen getestet wurden und keine Sympto- me hatten. 3 Usutu-Virus-Infektionen verlaufen meistens asymptomatisch. In symptomatischen Fällen können grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschlag und allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. In sehr seltenen Fäl- len (<1%), insbesondere bei immungeschwächten Personen, kann es zu neurologischen Komplikati- onen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Gehirnentzündung (Enzephalitis) kommen. Ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung. Aedes-Mücken: Invasive Tigermücken als mögliche Überträger tropischer Viren Die Asiatische Tigermücke, auch Aedes albopic- tus genannt, stammt ursprünglich aus Südost- asien. Aedes albopictus wurde erstmals 2007 in Deutschland nachgewiesen und hat sich seitdem stark ausgebreitet. Es handelt sich dabei um eher kleine Mücken, die leicht an ihrer Färbung zu er- kennen sind: Sie sind tiefschwarz gefärbt mit sil- berweißen Schuppen an mehreren Körperteilen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Mücken- arten sind Aedes albopictus auch tagsüber aktiv, was die Exposition gegenüber Stichen erhöhen kann. Daneben können sie mehrere ursprünglich tropische Viruskrankheiten wie Denguefieber, Chi- kungunya und Zika übertragen. kehrenden aus Asien, Süd- und Mittelamerika nachgewiesen. Dem LUA wurden auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) in den vergan- genen zehn Jahren insgesamt 270 Fälle von Den- gue-Erkrankungen von den Gesundheitsämtern in Rheinland-Pfalz übermittelt; alle Betroffenen hat- ten sich im Ausland infiziert. Übertragungen des Dengue-Virus innerhalb Deutschlands gab es bis- her noch nicht. Anders sieht es etwa in Frankreich und Italien aus: Dort wurden im Jahr 2025 nach Angaben des European Centre for Disease Preven- tion and Control (ECDC) insgesamt über 30 Per- sonen durch einen Stich einer Aedes-Mücke mit dem Dengue-Virus infiziert. Typische Symptome einer solchen Infektion sind hohes Fieber, sehr starke Muskel- und Gelenk- schmerzen, Kopfschmerzen und ein fleckiger Hautausschlag. Selten können schwere Verläufe mit Blutungen auftreten, die eine stationäre Be- handlung notwendig machen. Für Reisende in bestimmte Risikogebiete stehen in- zwischen Impfstoffe zur Verfügung. Ob eine Imp- fung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Rei- seziel, der Reisedauer und möglichen früheren Dengue-Infektionen ab. Eine reisemedizinische Be- ratung durch Hausärztinnen, Hausärzte oder tro- penmedizinische Beratungsstellen wird empfohlen. Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung mü- ckenübertragener Infektionen ist der Schutz vor Stichen. Dazu gehören lange Kleidung, Insekten- schutzmittel und die Vermeidung von Brutstätten. Da sich Aedes albopictus in Deutschland bislang noch nicht flächendeckend etabliert hat, kann die Bevölkerung durch das Entfernen kleiner Wasser- ansammlungen aktiv zur Eindämmung beitragen. In Deutschland hat sich die Asiatische Tigermücke zuerst in der Oberrheinregion etabliert. Mittler- weile kommt sie aber auch innerhalb von Rhein- land-Pfalz vor, beispielsweise im Landkreis Ger- mersheim, im Rhein-Pfalz-Kreis, in Ludwigshafen, in Speyer und in der Stadt Mainz. Denguefieber ist weltweit eine der häufigsten durch Mücken übertragenen Virusinfektionen und wird in Deutschland gelegentlich bei Reiserück- 4 Gefahr im Anflug: Die Asiatische Tigermücke breitet sich im Zuge des Klimawandels auch in Deutschland im- mer weiter aus. © James Gathany, CDC / Wikimedia © mrsbella / Pixabay Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke verhindern: So kann jeder mithelfen Von der Eiablage bis zur erwachsenen Mücke vergehen bei warmen Temperaturen über 25 Grad oft nur sieben bis zehn Tage. Im Gegen- satz zu vielen heimischen Stechmückenarten benötigt die Asiatische Tigermücke (Aedes al- bopictus) keine größeren dauerhaft feuchten Gewässer. Bereits kleinste Wasseransamm- lungen reichen für die Entwicklung aus, etwa Regentonnen, Gießkannen, Blumenunterset- zer, Dachrinnen, Gullys, alte Autoreifen oder im Freien liegendes Kinderspielzeug. Die Eier der Tigermücke sind zudem relativ wider- standsfähig gegen Austrocknung. Nach erneu- tem Kontakt mit Wasser kann die Entwicklung fortgesetzt werden. Für die Eindämmung der Asiatischen Tigermü- cke ist daher auch die Mithilfe der Bevölke- rung wichtig. Grundstücke und Gärten sollten regelmäßig auf kleine Wasseransammlungen überprüft und diese möglichst entfernt oder abgedeckt werden. Der wirksamste Schutz vor vektorübertragenen Erkrankungen bleibt die Vermeidung von Mückenstichen und die Kon- trolle der Vektoren selbst. Da sich die Asiati- sche Tigermücke in Deutschland bislang noch nicht flächendeckend etabliert hat, können solche Maßnahmen ihre weitere Ausbreitung verlangsamen. Weiterführende Informationen zum Umgang mit Brutstätten gibt es bei der Kommuna- len Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. Chikungunya ist deutlich seltener als Dengue, hat aber ein ähnliches Verbreitungsgebiet in Südame- rika und Südostasien. Von den in den vergangenen zehn Jahren 30 übermittelten Chikungunya-Fäl- len in Rheinland-Pfalz haben sich alle Personen im Ausland infiziert. Während es bisher keine Über- tragungen innerhalb Deutschlands gab, kam es in Frankreich im Jahr 2025 zu einer sehr großen An- zahl autochthoner Übertragungen (= Übertragun- gen innerhalb Frankreichs) mit insgesamt 633 Fäl- len. Zuvor waren autochthone Übertragungen von Chikungunya sehr selten. Im Jahr 2025 kam es auch zu Übertragungen in der Großregion Grand Est, die an Rheinland-Pfalz grenzt. Die Symptomatik einer Infektion mit dem Chikun- gunya-Virus ist in der Akutphase vergleichbar mit dem Dengue-Virus und äußert sich vor allem durch Fieber, Kopfschmerzen und starke Muskel- und Ge- lenkschmerzen. Die Verläufe sind in der Regel mil- der, und es kommt seltener zu Komplikationen. Allerdings können sich sehr starke Muskel- und Ge- lenkschmerzen anschließen, die sich über mehrere Monate hinziehen können. Chikungunya heißt da- her übersetzt „der gekrümmt Gehende“. Für Reisende in bestimmte Risikogebiete ste- hen inzwischen Impfstoffe zur Verfügung. Ob eine Impfung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Reiseziel, der Reisedauer und möglichen Vorer- krankungen ab. Eine reisemedizinische Beratung durch Hausärztinnen, Hausärzte oder tropenme- dizinische Beratungsstellen wird empfohlen. Zika-Viren sind vor allem in Südostasien und in Südamerika verbreitet. Im Jahr 2015 kam es in Süd- und Mittelamerika zu einem großen Aus- bruch des Zika-Virus. In Deutschland und Europa wurden bisher keine autochthonen Übertragungen nachgewiesen. In Rheinland-Pfalz gab es in den vergangenen zehn Jahren insgesamt neun gemel- dete Fälle von Erkrankungen mit dem Zika-Virus, alle Betroffene hatten sich im Ausland infiziert. Typisch für Zika ist ein meist milder Krankheits- verlauf mit Fieber, Gelenkschmerzen und ei- nem oft juckenden Hautausschlag. Während die 5 Erkrankung selbst meist mild verläuft und von selbst wieder abklingt, kann es durch eine Infek- tion der Mutter in der Schwangerschaft zu Fehl- bildungen beim ungeborenen Kind kommen. Entscheidend ist der Schutz vor Mückenstichen, denn es steht bislang kein Impfstoff gegen das Zika-Virus zur Verfügung. Aufgrund einer Virus- persistenz in Samen- und Vaginalflüssigkeit nach Infektion kann das Zika-Virus auch sexuell über- tragen werden. Der Gemeine Holzbock: Die wichtigste heimische Zecke Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die in Deutschland häufigste Zeckenart und in ganz Rheinland-Pfalz verbreitet. Zecken leben vor allem in Wäldern, hohem Gras, Gebüschen und zuneh- mend auch in Gärten oder Stadtparks. Besonders aktiv sind sie in den warmen Monaten zwischen Frühjahr und Herbst. Durch milde Winter verlän- gern sich ihre Aktivitätszeiten zunehmend. Im Gegensatz zu Stechmücken springen oder flie- gen Zecken nicht. Heimische Zeckenarten sit- zen meist auf Gräsern oder niedrigen Pflanzen und werden beim Vorbeigehen abgestreift. Die wichtigsten durch den Gemeinen Holzbock über- tragenen Erkrankungen in Deutschland sind die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Menin- goenzephalitis (FSME). Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von durch Zecken übertragenen Erkrankungen ist die Vermeidung von Zeckenstichen. Beim Aufenthalt in Wäldern, hohem Gras oder Gebüschen sollten möglichst lange Kleidung und festes Schuhwerk getragen werden. Zusätzlich können Insekten- schutzmittel verwendet werden. Zecken kommen auch in Stadtparks vor, so dass es innerhalb städ- tischer Grünflächen empfehlenswert ist, Gebüsch oder hohe Gräser grundsätzlich zu meiden. Nach Aufenthalten im Freien sollte der Körper sorgfäl- tig abgesucht und Zecken möglichst frühzeitig entfernt werden. Dafür eignen sich besonders Ze- ckenkarten oder ähnliche spezifische Werkzeuge. Aber auch Pinzetten oder notfalls Fingernägel sind 6 hilfreiche Werkzeuge. Im Vordergrund steht die schnellstmögliche Entfernung der Zecke. Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Ze- cken übertragene Erkrankung in Deutschland und kommt auch in Rheinland-Pfalz regelmäßig vor. Die Zahl der gemeldeten Erkrankungen schwankt von Jahr zu Jahr deutlich. Im Jahr 2025 wurden dem LUA rund 1.150 Fälle übermittelt. Damit la- gen die Fallzahlen höher als in den unmittelbar vorangegangenen Jahren, jedoch weiterhin unter dem Niveau der Jahre 2011 bis 2020. Typisch ist eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle, die sogenannte Wanderröte. Zu- sätzlich können Fieber, Kopf- und Gliederschmer- zen auftreten. Unbehandelt können später Ge- lenke, das Nervensystem oder das Herz betroffen sein. Da in Deutschland sehr viele Personen schon Kontakt mit den Bakterien hatten, lassen sich Spätfolgen oft nicht sicher einer vorangegange- nen Infektion zuordnen. Eine Impfung gegen Borreliose steht derzeit nicht zur Verfügung. Ist eine Zecke mit Borre- lien infiziert, erfolgt die Übertragung auf den Menschen nicht direkt nach dem Stich, sondern erst nach mehreren Stunden. Daher ist es essen- ziell, sich direkt nach Aufenthalten im Grünen nach Zecken abzusuchen und diese zu entfer- nen, um das Risiko einer Infektion zu minimie- ren. Nach einem Zeckenstich sollte die Haut in den folgenden Tagen und Wochen auf Verände- rungen beobachtet werden. Tritt eine ringförmi- ge Hautrötung um die Einstichstelle auf, kann nach entsprechender Abklärung durch den Haus- arzt gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt werden. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) tritt vor allem im Süden und Osten Deutschlands auf. In Rheinland-Pfalz wurde bislang nur der Landkreis Birkenfeld als FSME-Risikogebiet ausge- wiesen. Allerdings sind die Zahlen in Rheinland- Pfalz konstant niedrig mit etwa vier gemeldeten Fällen pro Jahr. Weiterhin ist im Landkreis Bir- kenfeld FSME seit 2020 nicht mehr aufgetreten. Eine Infektion mit dem FSME-Virus bei Aufenthal- Kann Krankheitserreger im Gepäck haben: Der Gemeine Holzbock. © Erik Karits / Pexels ten im Grünen in Rheinland-Pfalz ist also insge- samt unwahrscheinlich - anders als im benachbar- ten Baden-Württemberg, wo 2025 267 Fälle von FSME gemeldet wurden. Symptomatische Fälle einer FSME klagen zumeist über grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nur bei einem ge- ringen Teil der Erkrankten kommt es anschließend zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks. Schwere Verläufe können bleibende neurologische Schäden hinterlassen. Für Menschen in FSME-Risikogebieten oder mit häufiger Exposition gegenüber Zecken wird eine Schutzimpfung empfohlen. Das gilt auch für Ur- laubsreisende, die in FSME-Risikogebiete reisen. In diesen Fällen können Hausärztinnen und Hausärz- te entsprechend beraten. Hyalomma-Zecken: Mögliche Überträger tropischer Erkrankungen Hyalomma-Zecken stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen Afrikas, Asiens und Südeuro- pas. Sie werden gelegentlich durch Zugvögel, die im Frühjahr aus dem Süden zurückkehren, nach Deutschland eingeschleppt. Im Gegensatz zum heimischen Gemeinen Holzbock sind sie deutlich größer und bewegen sich aktiv auf ihre Wirte zu. In den vergangenen Jahren wurden auch in Rhein- land-Pfalz wiederholt einzelne Hyalomma-Zecken nachgewiesen. Dauerhaft ist diese Zeckenart je- doch bislang nicht in Deutschland etabliert. Auf- grund des Klimawandels mit steigenden Tempera- turen und längeren Trockenperioden könnte sich dies künftig verändern. Hyalomma-Zecken können verschiedene Krank- heitserreger übertragen, zum Beispiel das Krim- Kongo-Fieber. Bislang kommt diese Viruserkran- kung insbesondere vor allem in Teilen Afrikas, Asiens, des Nahen Ostens und Südosteuropas vor. In Deutschland wurden bislang keine autochthonen Erkrankungen nachgewiesen. Da Hyalomma-Ze- cken jedoch regelmäßig eingeschleppt werden und dabei bereits mit dem Virus infiziert sein könnten, wird die Situation aufmerksam beobachtet. Ein Krim-Kongo-Fieber beginnt meist plötzlich mit hohem Fieber, starken Kopf- und Muskel- schmerzen sowie ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Nicht selten kommt es zu Blutungen und Organ- versagen und in 5 bis 30 Prozent verläuft die Er- krankung tödlich. Entscheidend für die Prävention ist daher der Schutz vor Zeckenstichen sowie ein weiteres Monitoring des Vektors. 7 Herausgeber: Landesuntersuchungsamt Mainzer Straße 112 56068 Koblenz poststelle@lua.rlp.de https://lua.rlp.de

Insights from an invited expert panel using a World Café: Developing a national policy for a human biomonitoring programme

Human biomonitoring (HBM) is a powerful tool for quantifying internal chemical levels via biological samples such as blood and urine. Between 2000 and 2017, global synthetic chemical production doubled from approximately 1.15 billion tonnes to 2.3 billion tonnes, with this trend continuing to increase. There has been an extensive expansion of national HBM programmes to evaluate actual chemical exposures and safeguard their citizens. A key factor in the development of HBM is to include policymakers and to utilise HBM data for policy impact. This study, part of the HBM4IRE (Human Biomonitoring for Ireland) feasibility study, employed a World Café approach for engaging 25 stakeholders from government agencies, industry, and academia to co-create a national HBM roadmap. Using a critical realist approach and thematic analysis of qualitative data, four key themes emerged from the discussion: (1) targeted HBM for exposure hotspots, (2) mapping HBM to EU and National policy frameworks, (3) monitoring chemical exposures as an early warning system, and (4) aligning HBM with national legislative needs. Results highlight HBM’s critical role in identifying at-risk groups (such as workers in high-exposure industries, children exposed to recycled materials like playground tyres) and validating policy effectiveness (e.g., lead restriction impacts). It also highlighted challenges such as data gaps, high costs, and limited baseline information. Study participants expressed a need for a governance framework, including a national HBM Steering Committee and inter-institutional collaboration, to bridge science-to-policy gaps, offering a scalable model for other nations to enhance chemical risk management, ensure regulatory compliance, and strengthen public health protection. Overall, stakeholders expressed a high interest and strong willingness in establishing a national HBM programme in Ireland, viewing this as an opportune time for Ireland to implement such a system. The approach adopted for this study could be utilised to engage different stakeholders across an array of relevant topics. Given its valuable outcomes, the HBM4IRE World Café approach has demonstrated that it can serve as a model for other countries to build consensus, identify gaps, and foster stakeholder ownership in establishing long-term and sustainable national HBM programmes. © 2026 The Authors.

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