Stammdaten und Analysedaten zu den Grundwassermessstellen im EUA-Messnetz: Messtelle DGM_DEHB_15_26 (FLB 123 Rekumer Str.)
Polyzyklische Moschusverbindungen sind synthetische Duftstoffen, die in Körperpflegemitteln, Wasch- und Reinigungsmitteln, Papier und Textilien eingesetzt werden. Über Abwässer und Klärschlämme gelangen sie in die Umwelt. Einige Moschusverbindungen sind bioakkumulierend, endokrin wirksam und toxisch für aquatische Organismen. In Brassen aus deutschen Fließgewässern und Miesmuscheln aus Nord- und Ostsee dominierten die polyzyklischen Moschusverbindungen HHCB (Handelsname: Galaxolid) und AHTN (Handelsname:Tonalid). Im Untersuchungszeitraum 1986-2003 waren Brassen deutlich stärker belastet als Miesmuscheln. Generell ist eine Abnahme der Belastung seit Mitte der 1990er Jahre zu beobachten. Zu den wirtschaftlich wichtigsten polyzyklischen Moschusverbindungen gehören HHCB und AHTN. Beide Verbindungen werden nur zum Teil in Kläranlagen abgebaut, und können in Kläranlagenabläufen nachgewiesen werden. AHTN, nicht aber HHCB, wird durch UV-Strahlung weiter abgebaut. Da beide Stoffe lipophil sind, können sie sich in Organismen anreichern. Um die Belastung aquatischer Organismen in deutschen Gewässern zu erfassen, wurden Brassen aus verschiedenen deutschen Fließgewässern und Miesmuscheln aus Nord- und Ostsee im Rahmen eines retrospektiven Monitorings auf AHTN und HHCB untersucht. HHCB und AHTN wurden in allen Muschelproben aus der südlichen Nordsee (Eckwarderhörne) nachgewiesen. Die Konzentrationen lagen bei 0,52 - 1,7 ng HHCB/g Frischgewicht (FG) und 0,39 - 2,5 ng AHTN/g FG. Bis Mitte der 1990er Jahre dominierte AHTN, in den Folgejahren lagen die HHCB-Konzentrationen höher. Miesmuscheln aus der Ostsee wiesen generell niedrigere AHTN- und HHCB-Gehalte auf. Verglichen mit Miesmuscheln waren Brassen bis zu 1000 Mal stärker mit HHCB und AHTN belastet. Der Grund hierfür dürfte die höhere Exposition von Brassen durch Kläranlagenabläufe sein (geringere Verdünnung). Die Konzentrationen von HHCB waren dabei durchgehend höher als von AHTN (um Faktoren von 2 bis 17). Die höchsten Gehalte fanden sich Mitte der 1990er Jahre bei Brassen aus der Saar (bis 2005 ng HHCB/g FG und 605 ng AHTN/g FG). An allen Probenahmeflächen nahmen die Belastungen mit polyzyklischen Moschusverbindungen seit Mitte der 1990er Jahre ab. Die Belastung von Miesmuscheln und Brassen durch die polyzyklischen Moschusverbindungen HHCB und AHTN nahm bis 2003 ab. Dies ist wahrscheinlich auf rückläufige Verbrauchssmengen durch den Einsatz von Ersatzstoffen zurückzuführen. Aber was bedeutet die Anwesenheit dieser Stoffe im Gewässer für aquatische Organismen? Die aus den Fischgewebekonzentrationen extrapolierten Wasserkonzentrationen lagen bis 2003 unterhalb der jeweiligen für aquatische Organismen kritischen Konzentrationen (PNEC - predicted no effect concentration). Für deutsche Fließgewässer wurden im Rahmen dieser Studie maximale Wasserkonzentrationen von 3,2 µg HHCB/L und 1,0 µg AHTN/L errechnet, während die PNEC für Süßwasserorganismen bei 4,4 µg HHCB/L und 2,8 µg AHTN/L liegt. Damit ist eine direkte Gefährdung der aquatischen Umwelt durch diese Verbindungen im Untersuchungszeitraum unwahrscheinlich. Aktualisiert am: 12.01.2022 Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche
Dieser Datensatz beschreibt die Fließgewässermessstelle am Gewässer Saale (310020) in Sachsen-Anhalt. Die Probenart ist: Wasser EP. Es ist Teil des Messnetzes: Operative Überwachung. Der Fließgewässertyp nach LAWA ist: 9.2.Die betrachteten Stoffgruppen umfassen: Chlorphenole, Durchfluß, Ionen, Metalle, Metalle-gelöst, Organik_sonstige, organische Belastung, Organozinn, PAK, PBSM-GC, PBSM-LC, Perfluorierte Tenside, Phytoplankton, SHKW, Summenparameter, VOC, vor-Ort-Parameter
Dieser Datensatz beschreibt die Fließgewässermessstelle am Gewässer Mulde (2130040) in Sachsen-Anhalt. Die Probenart ist: Wasser EP. Es ist Teil des Messnetzes: Überblicksweise Überwachung. Der Fließgewässertyp nach LAWA ist: 17.Die betrachteten Stoffgruppen umfassen: Alkylphenole, Arzneistoffe, Chlorphenole, Durchfluß, Haloether, Ionen, Metalle, Metalle-gelöst, Mikrobiologie, Nitro- und Chlornitroaromaten, Organik_sonstige, organische Belastung, Organozinn, PAK, PBSM-GC, PBSM-LC, Perfluorierte Tenside, Phytoplankton, SHKW, Summenparameter, VOC, vor-Ort-Parameter
Rüdel, Heinz; Böhmer, Walter; Schröter- Kermani, Christa J. Environ. Monit. 8 (2006), 812-823 The polycyclic musk compounds HHCB (Galaxolide) and AHTN (Tonalide) are commonly used as synthetic fragrances in personal care products and household cleaners. These and other synthetic musk fragrances were quantified in different aquatic samples from the German Environmental Specimen Bank (ESB). While HHCB and AHTN were found in almost all samples, most of the other musk fragrances were detected only in a few samples and mostly at lower concentration levels. Blue mussels from the North Sea showed varying levels of 0.5-1.7 ng g(-1) ww for HHCB and 0.4-2.5 ng g(-1) ww for AHTN (ww, wet weight) in the period from 1986 to 2000, while blue mussels from the Baltic Sea were only slightly contaminated with synthetic musk fragrances. Lipid weight-related concentrations of synthetic musk compounds in blue mussels were higher than in eelpout muscles, bladder wrack and herring gull eggs. In comparison to the marine specimens, muscles of bream from German rivers had higher concentrations of HHCB and AHTN. The ranges of HHCB and AHTN concentrations in bream from the Elbe River were 545-6400 ng g(-1) lw and 48-2130 ng g(-1) lw, respectively (lw, lipid weight; five sampling sites, period 1993-2003). In the Rhine River, HHCB and AHTN levels of bream muscles were highest at the Iffezheim site (up to 9750 ng g(-1) lw HHCB, 1998). Even higher synthetic musk levels were detected in bream from the rivers Saale and Saar. In recent years, levels of both compounds determined in bream from most sampling sites have decreased from maximum values in the 1990s. As the concentrations of AHTN have decreased faster, the ratio of HHCB to AHTN increased from 2-4 in the 1990s to 10-20 in recent years. Zur Veröffentlichung (Volltext) | DOI:10.1039/B602389B
Dieser Datensatz beschreibt die Fließgewässermessstelle am Gewässer Saale (310083) in Sachsen-Anhalt. Die Probenart ist: Wasser EP. Es ist Teil des Messnetzes: Operative Überwachung. Der Fließgewässertyp nach LAWA ist: 17.Die betrachteten Stoffgruppen umfassen: Arzneistoffe, Durchfluß, Haloether, Ionen, Komplexbildner, Metalle, Metalle-gelöst, Organik_sonstige, organische Belastung, Organozinn, PAK, PBSM-GC, PBSM-LC, Perfluorierte Tenside, SHKW, Summenparameter, VOC, vor-Ort-Parameter
Subedi, Bikram; Du, Bowen; Chambliss, C. Kevin; Koschorreck, Jan; Rüdel, Heinz; Quack, Markus; Brooks, Bryan W.; Usenko, Sascha Environmental Science & Technology 46 (2012), 16, 9047–9054 German Environment Specimen Bank (GESB) fish tissue samples, collected from 14 different GESB locations, were analyzed for 15 pharmaceuticals, 2 pharmaceutical metabolites, and 12 personal care products. Only 2 pharmaceuticals, diphenhydramine and desmethylsertraline, were measured above MDL. Diphenhydramine (0.04-0.07 ng g -1 ww) and desmethylsertraline (1.65-3.28 ng g -1 ww) were measured at 4 and 2 locations, respectively. The maximum concentrations of galaxolide (HHCB) (447 ng g -1 ww) and tonalide (AHTN) (15 ng g -1 ww) were measured at the Rehlingen sampling site in the Saar River. A significant decrease in HHCB and AHTN fish tissue concentrations was observed from 1995 to 2008 at select GESB sampling sites (r 2 = 0.69-0.89 for galaxolide and 0.89-0.97 for tonalide with p < 0.003). Galaxolide and tonalide fish tissue concentrations in Germany were ~19× and ~28× lower, respectively, as compared to fish tissue concentrations measured in a United States nationwide PPCP study conducted in 2006. Proximity of the sampling locations to the upstream wastewater treatment plant discharging point and mean annual flow at the sampling location were found to significantly predict galaxolide and tonalide fish tissue concentrations (HHCB: r 2 = 0.79, p = 0.021 and AHTN: r 2 = 0.81, p = 0.037) in Germany. doi:10.1021/es301359t
Dieser Datensatz beschreibt die Fließgewässermessstelle am Gewässer Quarmbach (410125) in Sachsen-Anhalt. Die Probenart ist: Wasser EP. Es ist Teil des Messnetzes: Operative Überwachung. Der Fließgewässertyp nach LAWA ist: 7.Die betrachteten Stoffgruppen umfassen: Durchfluß, Ionen, Metalle, Metalle-gelöst, Organik_sonstige, organische Belastung, Organozinn, PAK, PBSM-GC, PBSM-LC, Perfluorierte Tenside, Summenparameter, vor-Ort-Parameter
Dieser Datensatz beschreibt die Fließgewässermessstelle am Gewässer Elbe (2110020) in Sachsen-Anhalt. Die Probenart ist: Wasser EP. Es ist Teil des Messnetzes: Überblicksweise Überwachung. Der Fließgewässertyp nach LAWA ist: 20.Die betrachteten Stoffgruppen umfassen: Alkylphenole, Arzneistoffe, Chlorphenole, Durchfluß, Haloether, Ionen, Komplexbildner, Metalle, Metalle-gelöst, Mikrobiologie, Organik_sonstige, organische Belastung, Organozinn, PAK, PBSM-GC, PBSM-LC, Perfluorierte Tenside, Phytoplankton, SHKW, Summenparameter, VOC, vor-Ort-Parameter
Entsprechend des Expositionspfades erscheinen polycyclische Moschusverbindungen im kommunalen Abwasser und damit auch im Klaerschlamm bzw. in Vorflutern und Sedimenten. Wie Untersuchungen von Eschke (1996) zeigen, liegen die Zulaufkonzentrationen in kommunalen Klaeranlagen fuer Moschus-Keton zwischen 0,6-2,4 myg/l, fuer Galaxolide zwischen 4-27 myg/l und Ablauf bei 0,2-1,3 bzw. bei 1,2-9 myg/l. Dies bedeutet, dass 1/3 bis 1/2 der eingetragenen Menge im Klaerschlamm verbleibt und der Rest in die Vorfluter und Fluesse gelangt (Rimkuss und Wolf 1993, Geyer et. al., 1994, Eschke et.al., 1995). In kommunalen Klaeranlagen (Fooken et. al., 1997) wurden die HHCB/AHTN-Konzentration mit 12-21 mg/kg m tief r angegeben. Dies sind sehr hohe Gehalte, die angesichts der hohen Persistenz und der vermuteten starken Sorption an Klaerschlamm zwingend naeher untersucht werden muessten. Folgende Forschungsaufgaben ergeben sich daraus: 1. Untersuchungen von Klaeranlagenzu- und ablaeufen und Klaerschlaemmen auf HHCB/AHTN, - 2. Untersuchungen des Abbauverhaltens dieser Stoffe in verschiedenen Boeden und Klaerschlammanwendung nach Anpassung der analytischen Bestimmungsverfahren fuer Boeden, - Untersuchung des Verbleibs in Pflanzen und Beurteilung des Versickerungsverhaltens. Es sollenca. 20 verschiedene Klaeranlagen untersucht werden, um einen begrenzten Ueberblick ueber die Belastungssituation zu erhalten. Weiterhin sollen von fuenf Klaeranlagen der Zulauf sowie der Ablauf gemessen werden. Anhand von 3 verschiedenen Boeden, einem humusreichen, einem sandigen und einem tonreichen, soll das Stoffverhalten in Boeden nach Klaerschlammausbringung d.h. der Abbau und die Verlagerung, untersucht werden. Mittels eines Lysimeterversuches an einem Grosslysimeter im Rahmen einer Worst-case-Betrachtung, soll das Versickerungsverhalten unter natuerlichen Bedingungen untersucht werden.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 7 |
| Land | 5 |
| Wissenschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 6 |
| Förderprogramm | 2 |
| Text | 4 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 4 |
| Offen | 8 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 12 |
| Englisch | 5 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Datei | 1 |
| Dokument | 6 |
| Keine | 1 |
| Webseite | 10 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 9 |
| Lebewesen und Lebensräume | 11 |
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