Zeitreihenuntersuchungen im laufenden Projekt (3. Phase seit 2000) umfassen Abschnitte vor und während der seismischen Prozesse. Eine Kaskade von Schwarmbebenereignissen fand im Epizentralgebiet Novy Kostel/CZ statt, die insgesamt vier Monate andauerte. Die seismische Aktivität hat sich inzwischen auf das Umfeld des Epizentrums verlagert und scheint zur Zeit noch nicht abgeklungen zu sein. Zur Erfassung der saisonal bzw. hydrologisch bedingten Hintergrundsituation soll die Datenerhebung bis Juni 2003 weitergeführt werden. Die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen (vgl. Zwischenbericht) lassen erkennen, dass mit verdeckten aktiven magmatischen Prozessen (magmatische Kleinintrusionen aus dem Oberen Mantel in die Kruste) gerechnet werden muss. Sollte sich die Hypothese bestätigen, müsste das Wesen von Schwarmbeben unter dem Aspekt des Fluidtransportes mit weitreichenden Konsequenzen bewertet werden.
Die Verteilung anorganischer N-Verbindungen auf die Gas- und Partikelphase (vor allem NH3 und HNO3 bzw. NH4+ und NO3-) in der bodennahen Atmosphaere hat einen bedeutenden Einfluss auf die Pfade der trockenen Deposition des Stickstoff. Ueber die entsprechenden Phasenverteilungen in den nordbayerischen Mittelgebirgen liegen jedoch kaum Kenntnisse vor. Mit Hilfe von hochaufloesenden physikalischen und chemischen Messungen an einem der Untersuchungsstandorte des BITOEK soll die Verteilung von Stickstoffspezies im Multikomponentensystem Festphase/Wasserphase/Gasphase in detaillierter Weise als Funktionen atmosphaerischer Parameter (z.B. Luftfeuchte, unterschiedliche Level von Luftverschmutzung) charakterisiert werden. Die Interpretation der Daten wird mit Hilfe eines thermodynamischen Modells erfolgen, das die Artefakte, die beim Sammeln groessenfraktionierter Aerosolpartikel mit Hilfe von Impaktoren durch Druckabsenkung und lange Integrationszeiten auftreten, identifizieren und quantifizieren wird. Die Ergebnisse werden einen wesentlichen Beitrag leisten zur Beurteilung der potentiellen Duengung und/oder Belastung der Vegetation durch atmosphaerische Deposition. Zwischenbericht 1999: In diesem Projekt wird die Phasenverteilung reaktiver Stickstoffverbindungen (NO, NO2, HNO3, NH3, NH4+, NO3-, nicht N2 und N2O) in der bodennahen atmosphaerischen Grenzschicht ueber dem Waldoekosystem am BITOEK-Untersuchungsstandort Waldstein untersucht. Diese Phasenverteilung ist von grosser Bedeutung fuer den Depositionsmechanismus und die potentielle Aufnahme von N durch Pflanzen und Boeden. Die Untersuchungen werden vorwiegend experimentell, aber auch durch Anwendung eines thermodynamischen Gleichgewichtsmodells durchgefuehrt. Die atmosphaerischen Bedingungen sind hoch variabel. Im Groessenbereich 0.2-0.4 mym (aerodynamischer Partikeldurchmesser), der relativ stabil ist gegenueber physikalischen Veraenderungen und gegenueber Deposition, befinden sich grosse Anteile des Ammoniums und auch des Nitrats. Insgesamt scheint etwa die Haelfte des reaktiven Stickstoffs in der Gasphase und die andere Haelfte in der Partikelphase vorzuliegen.
Experimentelle Untersuchungen ueber einige Gasphasenreaktionen von stratosphaerischer Bedeutung. Fuer verlaessliche Voraussagen der Beeinflussung der stratosphaerischen Ozonschicht durch anthropogene Emissionen, insbesondere durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe, muessen wichtige Eingabedaten der hierfuer entwickelten Modellrechnungen weiter verbessert werden. Dazu gehoeren Geschwindigkeitskonstanten und Produktverteilungen der massgeblich beteiligten chemischen Reaktionen. In diesem Vorhaben sollen einige Reaktionen untersucht werden, deren Bedeutung erst in den letzten Jahren, unter anderem im Zusammenhang mit dem kuerzlich entdeckten 'Ozon-Loch' ueber der Antarktis, erkannt wurde. Dazu soll ein temperierbarer photochemischer Reaktor (zZt minus 25 Grad C bis plus 50 Grad c) mit in-Situ-Analyse der Reaktanden und Produkte ueber Ir- und UV-Langwegabsorption benutzt werden.
Vorgesehen ist die Messung von Peroxiden wie H2O2 und CH3OOH mit Hilfe eines Diodenlaser-Spektrometers. Im Rahmen einer ca einjaehrigen Messreihe sollen in 1870 m Hoehe von einer Bergstation aus die meteorologischen Einfluesse auf die Peroxidkonzentrationen untersucht werden. Am vorgesehenen Messort werden eine Reihe anderer Spurengase wie NOx, SO2, Ozon routinemaessig gemessen. Die Peroxiddaten werden wegen des starken Einflusses der Peroxide auf den atmosphaerischen Radikalabbau fuer die Modellierung von Radikalkonzentrationen benoetigt.