Ziel des Projektes ist es, die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Politik innerhalb der Enquete-Kommission 'Zukünftige Kernenergie-Politik' zu untersuchen, die ihren ersten Bericht 1980 vorlegte. In diesen wissenschaftlichen Beratungsprozess waren neben industrienahen Wissenschaftlern auch Alternative integriert - wie beispielsweise ein Sachverständiger des Öko-Instituts, das von Mitgliedern der Umweltbewegung gegründet wurde. Damit gewannen alternative Wissenschaftler zunehmend Gewicht in der Diskussion um zukunftsfähige Energiepolitik, die bis dahin vor allem von den - der Industrie nahe stehenden - Forschungseinrichtungen wie Jülich und Karlsruhe bestimmt wurde. Vor dem Hintergrund der innenpolitisch prägenden Konfliktphase um die Atomenergie soll die Funktionsfähigkeit der wissenschaftlichen Politikberatung untersucht werden. Dies beinhaltet neben der Untersuchung von Kommunikationsprozessen auch die Frage nach den Argumentationsstrategien.
Klimawandel, Umweltverschmutzungen und Artensterben sowie die Vermüllung der Meere zeigen, dass unser Leben im Überfluss dramatische Auswirkungen hat. Es braucht ein anderes Bewusstsein im Umgang mit den Ressourcen – lokal wie global, unmittelbar wie langfristig. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Vermeidung von Abfall. Deshalb sollen mehr Berlinerinnen und Berliner dazu motiviert werden, Gebrauchtwaren eine zweite Chance zu geben. Denn genau darin steckt ein enorm wichtiger Hebel, mit dem das Leitbild „Zero Waste“ erreicht werden kann. Das ist sowohl im Berliner Koalitionsvertrag als auch im aktuellen Abfallwirtschaftskonzept 2020-2030 verankert. Mit umfassenden, gezielten Maßnahmen soll das volle Potential erschlossen werden – und zwar so, dass sich alle Menschen in Berlin angesprochen fühlen. Um das zu erreichen, wurde eine Dachmarke aufgebaut. Seit September 2018 gibt es „Re-Use Berlin. Wiederverwenden statt Wegwerfen.“, die Zero-Waste-Initiative der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Unter diesem Slogan wurden bereits mehrere Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt, um das Bewusstsein für Wiederverwendung und dadurch auch Abfallvermeidung zu stärken. Den Anfang machten Sammel- und Verkaufsaktionen. Auf Wochenmärkten, einem BSR-Recyclinghof sowie mit Velotaxen wurden gute Gebrauchtwaren gesammelt und anschließend in Sozialkaufhäusern und einem Pop-up-Store im CRCLR-Haus in Berlin-Neukölln verkauft. Aus der Initiative entstand der Re-Use Superstore, dessen Storekonzept neben dem Verkauf von guten Gebrauchtwaren und Upcyclingprodukten auch Workshops und Vorträge zum Thema umfasst. Von 2020 bis 2023 haben etwa 20 Akteurinnen und Akteure im Re-Use-Superstore am Hermannplatz auf ca. 600 Quadratmetern eines Berliner Kaufhauses ihre gebrauchten oder upgecycelten Produkte angeboten, darunter Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, Schallplatten, Bücher und vieles mehr. Anschließend wurde das Konzept ausgeweitet: Mit dem Re-Use Superstore des Monats starteten im August 2023 Kooperationen mit besonders nachhaltigen Geschäften. Diese wurden vor Ort und auf den Kanälen von Re-Use beworben. Darüber hinaus gab es Ideenwettbewerbe, die die Berlinerinnen und Berliner jährlich einluden, Lösungsvorschläge zur Vermeidung von Abfällen zu entwickeln. Einige dieser Ideen konnten bereits umgesetzt werden. 2019 gewann das Konzept der Re-Use Box, die zum Tausch und zur Wiederverwendung von Versandmaterial genutzt werden kann. Mittlerweile gibt es diese Box an mehreren Standorten in der Stadt. Mit Fachdialogen soll zudem ein weiteres Bewusstsein für Re-Use und die Bedeutung der Abfallvermeidung geschaffen werden. Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft kommen in diesem Rahmen regelmäßig zusammen, um über Potenziale und Herausforderungen zu sprechen. Das übergeordnete Ziel ist dabei immer das Teilen von Erfahrungen, vernetzen und anschieben von Kooperationen und: wiederverwenden statt Wegwerfen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Re-Use auch auf prominente Unterstützung: Dieter Kosslick, Karoline Herfurth, Nilam Farooq und viele mehr nahmen bereits an Kampagnen teil, die „Wiederverwenden statt wegwerfen“ in die Bevölkerung tragen sollten. Re-Use Berlin baut in den kommenden Jahren kontinuierlich auf den bisherigen Erfolgen auf, initiiert neue Konzepte und vernetzt die eigenen Aktivitäten mit anderen lokalen Zero-Waste-Initiativen. Die Kampagne öffnet sich in seiner Öffentlichkeitsarbeit neben dem Kernthema der Gebrauchtwarennutzung auch weiteren Abfallvermeidungsmaßnahmen wie Reparatur, Rettung von Materialien und Lebensmitteln.
<p> Nachhaltig online shoppen: Daran sollten Sie sich orientieren <ul> <li>Egal, wo Sie einkaufen: Bevorzugen Sie umweltfreundliche Produkte.</li> <li>Nehmen Sie sich Zeit für die Produktauswahl und vermeiden Sie so Retouren.</li> <li>Bestellen Sie – wenn möglich – Waren gebündelt und vermeiden Sie Spontankäufe von einzelnen Produkten.</li> <li>Lassen Sie ihr Paket nicht warten (nutzen Sie Pick-up-Points).</li> <li>Nutzen Sie – wenn möglich – Mehrwegverpackungen oder lassen Sie sich Produkte ohne zusätzliche Versandverpackungen senden.</li> </ul> <p>Diesen Umwelttipp gibt es auch in Leichter Sprache: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-umwelt-freundliches-einkaufen-im">Tipps für Umwelt-freundliches Einkaufen im Internet</a></p> Gewusst wie <p>Einfach von der Couch zu Hause über den Laptop oder unterwegs mit dem Smartphone zu shoppen, ist für uns zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Das Überraschende dabei: Das Onlineshoppen kann unter bestimmten Umständen sogar emissionsärmer als der Einkauf im stationären Handel sein. Im konkreten Einzelfall lässt sich das allerdings nur selten genau beurteilen, welche Einkaufsvariante aus Umweltsicht die bessere wäre. In den folgenden Tipps erfahren Sie deshalb, wie Sie den Onlineeinkauf selbst umweltfreundlicher gestalten können.</p> <p><strong>Umweltfreundliche Produkte bevorzugen:</strong> Für den Onlinehandel gilt das Gleiche wie für den stationären Handel: Die meisten Umweltbelastungen eines Produktes entstehen bei der Herstellung und während der Nutzung, weniger jedoch beim Transport. Bevorzugen Sie deshalb auch beim Onlinekauf umweltfreundliche Produkte und achten Sie – unabhängig vom Einkaufsort – auf eine umweltschonende Nutzung.</p> <ul> <li>Informieren Sie sich vor dem Kauf, worauf bei einzelnen Produkten aus Umweltsicht besonders zu achten ist. In unseren <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag">UBA-Umwelttipps</a> finden Sie hierzu viele konkrete Hinweise.</li> <li>Achten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/96200">Umweltsiegel</a>.</li> <li>Nutzen Sie Onlineshops, die sich auf umweltfreundliche Produkte spezialisiert haben und z. B. nur zertifizierte nachhaltige Produkte anbieten.</li> <li>Nutzen Sie das reichhaltige Angebot von Online-Secondhandbörsen. Im Bereich Elektronik gibt es beispielsweise diverse Händler, die Refurbished-Geräte anbieten. Dabei handelt es sich um generalüberholte Gebrauchtware mit Garantie.</li> <li>Auch fürs <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/leihen-tauschen-teilen-0">Leihen, Tauschen, Teilen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106291">Reparieren</a> bieten Onlineplattformen bequeme Lösungen an.</li> </ul> <p><strong>Retouren vermeiden durch bewusste Auswahl: </strong>Da im Onlinehandel die Ware nicht angefasst, ausprobiert und geprüft werden kann, kommt es häufig zu Rücksendungen. Die Retourenquoten sind besonders bei Kleidungsstücken und Schuhen sehr hoch. Dadurch werden das Transportaufkommen und zum Teil der Verpackungsverbrauch und der Ausschuss erhöht. Achten Sie deshalb bei Ihrem Einkauf im Internet darauf, sich vorab genau über das gewünschte Produkt zu informieren.</p> <ul> <li>Lesen Sie die Produktbeschreibungen und schauen Sie sich Fotos und Darstellungen der Produkte an.</li> <li>Wenn Sie Kleidung oder Schuhe bestellen, nutzen Sie Größentabellen. So vermeiden Sie Käufe von nicht passender Kleidung oder Schuhen. Vergleichen Sie z. B. die Größenangaben auch mit realen Produkten bei Ihnen zu Hause.</li> <li>Lesen Sie außerdem Bewertungen von anderen Kundinnen und Kunden. Diese geben oft gute Einschätzungen und Einsichten zu den Vor- und Nachteilen der Produkte.</li> <li>Kaufen Sie im Zweifelsfall lieber vor Ort. So vermeiden Sie Retouren und unterstützen den Einzelhandel in Ihrer Umgebung.</li> </ul> <p><strong>Gebündelt bestellen: </strong>Werden zwei Bücher in einem Paket geliefert, verursacht das natürlich weniger Transportaufwand, als wenn jedes Buch einzeln verschickt wird. Wann immer möglich, sollten Sie deshalb:</p> <ul> <li>Bestellungen bündeln,</li> <li>einzelne Spontankäufe vermeiden und</li> <li>möglichst nur bei einem Händler bestellen (wobei dies manchmal gar nicht so einfach zu erkennen ist, da insbesondere bei größeren Online-Portalen die Ware oft von verschiedenen Händlern angeboten und versendet wird).</li> </ul> <p>In der Regel führen die Versandkosten dazu, dass diese Tipps automatisch berücksichtigt werden. Bei neuen Büchern oder bei Versandhändlern, die grundsätzlich versandkostenfrei liefern, ist die Verlockung zu Einzelbestellungen hingegen groß. Eine weitere Möglichkeit zur Bündelung von Bestellungen ist es, im Freundeskreis, mit Nachbar*innen oder im Kollegium gemeinsam zu bestellen.</p> <p><strong>ACHTUNG</strong>: Lassen Sie sich nicht durch Schwellenwerte für die versandkostenfreie Lieferung zu zusätzlichen, nicht wirklich benötigten Bestellungen verleiten.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/376/bilder/230307_onlinehandel_verbraucher_16-9.png"> </a> <strong> So können Verbraucher*innen beim Online-Shoppen CO₂ sparen </strong> Quelle: Umweltbundesamt <p><strong>Lassen Sie ihr Paket nicht warten: </strong>Für die Transportemissionen eines Pakets ist überraschenderweise weniger der gesamte Transportweg als vor allem die sogenannte "letzte Meile" entscheidend, also der Transport der Pakete vom letzten Paketzentrum bis zu Ihnen nach Hause. Besonders ungünstig ist es hier, wenn Zustellversuche erfolglos sind und diese "letzte Meile" deshalb wiederholt werden muss. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie das Paket beim ersten Zustellversuch erreicht:</p> <ul> <li>Lassen Sie Ihre Pakete in sogenannte Pick-up-Points, wie Paketstationen oder Paketshops in Ihrer Nähe liefern. Diese Einstellung können Sie bei vielen Anbietern auch dauerhaft speichern. So werden Emissionen eingespart, da die Lieferdienste weniger Stationen anfahren müssen. Sie sollten die alternativen Zustellorte gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen können, auch einige ÖPNV – Haltestellen haben mittlerweile Paketstationen integriert. Häufig finden sich auch an Supermärkten solche Stationen, sodass es mit dem Einkauf verbunden werden kann. Eine Extra-Fahrt mit dem Pkw würde der Umwelt mehr schaden als eine Zustellung durch die Paket-Dienstleister.</li> <li>Ermöglichen Sie dem Zustelldienst das Ablegen der Ware oder die Zustellung bei Nachbarn für den Fall, dass Sie nicht zu Hause sind. Das lässt sich bei vielen Anbietern auch kurzfristig online anpassen. Für eine effiziente Zustellung ist allerdings Planungssicherheit von Vorteil.</li> </ul> <p><strong>Mehrwegverpackungen nutzen: </strong>Einige Onlineshops bieten an, ihre Ware in Mehrwegversandverpackungen oder in der Originalverpackung ohne Extra-Versandverpackung zu senden. Nutzen Sie diese Möglichkeiten. Sie verringern dadurch den durch Versandverpackungen entstehenden Abfall und schonen Ressourcen. Verwenden Sie gegebenenfalls Kartons und Verpackungsmaterialien wieder.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li><strong>Online umweltfreundliche Produkte finden: </strong>In vielen Produktbereichen ist das Angebot an umweltfreundlichen Produktalternativen vor Ort nicht immer (in ausreichender Vielfalt) vorhanden. Nutzen Sie in diesem Fall das vielfältige Onlineangebot, um umweltfreundlichere Produkte zu finden.</li> <li><strong>Expresslieferungen vermeiden: </strong>Expresslieferungen haben in der Regel nicht nur deutlich höhere Versandkosten, sondern führen auch zu höheren Transportemissionen, da Fahrten nicht optimal geplant werden. Bestellen Sie deshalb rechtzeitig im Voraus und nutzen Sie möglichst den Standardversand.</li> <li><strong>Reparatur vor Neukauf:</strong> Einige Onlineshops bieten zu ihrer Ware bereits Reparaturanleitungen an oder kooperieren mit Dienstleistern, die die Reparaturen übernehmen.</li> <li><strong>Auf die Versandadresse achten:</strong> Deutschsprachige Internetseite, aber die Lieferung aus den USA oder China? Das Internet macht es auch bei Produkten möglich, bei denen man es auf den ersten Blick nicht vermutet. Achten Sie deshalb möglichst darauf, dass die Lieferung nicht aus Übersee erfolgt. Prüfen Sie hierzu die Versandadresse, um so unnötige Ferntransporte – möglicherweise sogar mit dem Flugzeug – zu vermeiden.</li> <li><strong>Seien Sie kritisch gegenüber Werbung: </strong>Viele Internetseiten finanzieren sich durch Werbung. Umso wichtiger ist es, sich immer wieder zu fragen: "Brauche ich das Produkt wirklich?" Nehmen Sie sich Zeit, um über die Notwendigkeit und den Nutzen eines neuen Produktes zu entscheiden. So sparen Sie Geld und schonen die Umwelt.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/uba_onlineshopping_infografik.jpg"> </a> <strong> Die wichtigsten Tipps für umweltbewusstes Onlineshopping </strong> Quelle: Umweltbundesamt Hintergrund <p><strong>Umweltsituation: </strong>Umweltbelastungen spezifisch durch den Onlinehandel betreffen in erster Linie den Lieferverkehr und das Verpackungsaufkommen. Besonders in Ballungsräumen können erhöhte <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/verkehrsaufkommen">Verkehrsaufkommen</a> durch KEP-Dienstleister (Kurier-Express-Paket-Dienst) das Wohlbefinden von Menschen beeinträchtigen, durch Emissionen die Umwelt belasten und die Infrastruktur beanspruchen. Nahezu jedes vierte Packet wird zudem zurückgesendet1. Wird Ware retourniert, ist der Transport doppelt so aufwendig, zudem kommt es vor,<strong> dass retournierte Ware entsorgt wird</strong>. Das ist ein Umweltproblem, da die meisten Umweltbelastungen während der Herstellung der Produkte anfallen, eine lange Nutzungsdauer wäre daher wichtig.</p> <p>Es gibt aber auch gute Nachrichten: Die Nutzung von Nachfülloptionen, der Kauf von nachhaltigeren Produkten und die Nutzung von Secondhand-Angeboten nimmt weiter zu. Bücher, Bekleidung und Elektronik sind online die beliebtesten Secondhand-Produkte. 2024 sagten laut Bitkom bereits mehr als zwei Drittel (69%) der befragten Online-Käufer*innen, sie würden Einzelbestellungen bündeln, um die Umwelt zu schonen2.</p> <p><strong>Gesetzeslage:</strong> Das Recht auf Widerruf ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt und gilt bei fast allen online bestellten Waren. Demnach haben Sie grundsätzlich 14 Tage Zeit für den Widerruf. Innerhalb dieser Frist können die Käufer*innen die Ware ohne Angabe von Gründen zurücksenden, müssen aber den Widerruf der Bestellung <strong>in Textform (z. B. per E-Mail, Online-Formular oder Brief)</strong> erklären. Viele Online-Marktplätze oder Shops bieten dafür Retourenscheine oder Formulare im Kundenportal an oder legen sie bereits der Sendung bei. Der Kaufpreis wird erstattet, die Kosten für die Retouren können aber den Käufer*innen auferlegt werden. </p> <p>Um diesen Widerrufsprozess noch unkomplizierter zu machen, hat der deutsche Gesetzgeber im Februar 2026 das <strong>„</strong><a href="https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/28/VO">Gesetz zur Änderung des Verbrauchervertrags- und des Versicherungsvertragsrechts sowie zur Änderung des Behandlungsvertragsrechts“</a> beschlossen. Seit Mitte Juni 2026 ist damit ein <strong>gesetzlicher Widerrufsbutton</strong> für Online-Händler Pflicht: Verträge müssen nun im Netz genauso einfach per Klick widerrufen werden können, wie sie abgeschlossen wurden.</p> <p>Doch die Stärkung der Verbraucherrechte im Internet endet nicht beim vereinfachten Widerruf oder beim Kampf gegen die Vernichtung von Neuware, wofür bereits im Oktober 2020 das Kreislaufwirtschaftsgesetz novelliert wurde. Verbraucher*innen sollen auch schon vor und während des Kaufs besser gegen bestimmte unerlaubte Werbe-, Marketing- oder Geschäftspraktiken geschützt werden.</p> <p>Irreführende und aggressive geschäftliche Handlungen – wie falsche Angaben zur Dauer von Rabattaktionen, künstliche Verknappungen von Lieferbeständen oder intransparente Nachhaltigkeitssiegel – wurden deshalb in neuen EU-Richtlinien (wie der Empowering Consumers Directive) ins Visier genommen. Deutschland hat diese Vorgaben zeitgleich im Februar 2026 mit dem „<a href="https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/43/VO.html">Dritten Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)</a>“ in nationales Recht umgesetzt. Damit wird sichergestellt, dass Verbraucher*innen im Netz nicht nur einfacher von Verträgen zurücktreten können, sondern vor allem seltener durch manipulative Designs (Dark Patterns) oder Greenwashing getäuscht werden.</p> <p><strong>Marktbeobachtung:</strong> Der Umsatz im Onlinehandel wächst seit 2000 kontinuierlich. Insbesondere während der Corona-Pandemie gab es sprunghafte Anstiege, zwar mit leichten Rückgängen 2022 doch seit 2023 ist der Umsatz immer weiter gestiegen 3. Um den Onlinehandel weniger umweltschädlich zu gestalten, gibt es bereits Ideen für umweltfreundliche Zustellmöglichkeiten. Paketstationen sind beispielsweise in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Zurzeit (Stand August 2026) betreibt DHL bundesweit 18.500 Packstationen4. Manche Online-Plattformen betreiben bereits eigene Abhol-Stationen. Der Anteil elektrisch angetriebener Lieferfahrzeuge wird voraussichtlich weiter steigen. Auch Micro Hubs (kleine Zwischenlager), Lastenräder und Ähnliches sollen vermehrt eingesetzt werden. Einige Online-Shops setzen bereits Mehrweg-Versandverpackungen ein, die Zustellung ohne Versandverpackung ist eine Standard-Option bei vielen Onlinehändlern. </p> <p>Gleichzeitig steigen aber auch Umsätze von großen Billig-Online-Marktplätzen mit teilweise problematischen Produkten, langen Lieferwegen und aggressiven Werbepraktiken. Shops in sozialen Medien regen vor allem jüngere Menschen zum Konsum an 3.</p> <p><strong>Quellen:</strong></p> <p>1 <a href="https://www.retourenforschung.de/info-neuer-rekord---2025-voraussichtlich-550-millionen-retourenpakete-in-deutschland.html">Retorenforschung.de</a>, Dr. Björn Asdecker (2025): Neuer Rekord - 2025 voraussichtlich 550 Millionen Retourenpakete in Deutschland, zuletzt abgerufen 30.06.2026</p> <p>2 <a href="https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Online-Bestellung-Umweltschutz">Bitkom e.V.</a>, Presseinformation vom 15. April 2025: Retouren: Zwei Drittel achten bei Online-Bestellung auf den Umweltschutz, zuletzt abgerufen am 30.06.2026</p> <p>3 <a href="https://einzelhandel.de/images/presse/Pressekonferenz/2026/onlinemonitor26/Online_Monitor_2026.pdf">Handelsverband Deutschland (2026)</a>: HDE Online-Monitor 2026; downloadbar unter, zuletzt abgerufen am 30.06.2026</p> <p>4 <a href="https://www.dhl.de/de/privatkunden/pakete-empfangen/an-einem-abholort-empfangen/packstation.html"><strong>DHL Packstation</strong></a>, zuletzt abgerufen 10.08.2026</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/376/bilder/230315_onlinehandel_vergleich_16-9.png"> </a> <strong> So könnten die Treibhausgas-Emissionen eines Onlinekaufs gesenkt werden </strong> Quelle: Umweltbundesamt </p><p> Nachhaltig online shoppen: Daran sollten Sie sich orientieren <ul> <li>Egal, wo Sie einkaufen: Bevorzugen Sie umweltfreundliche Produkte.</li> <li>Nehmen Sie sich Zeit für die Produktauswahl und vermeiden Sie so Retouren.</li> <li>Bestellen Sie – wenn möglich – Waren gebündelt und vermeiden Sie Spontankäufe von einzelnen Produkten.</li> <li>Lassen Sie ihr Paket nicht warten (nutzen Sie Pick-up-Points).</li> <li>Nutzen Sie – wenn möglich – Mehrwegverpackungen oder lassen Sie sich Produkte ohne zusätzliche Versandverpackungen senden.</li> </ul> <p>Diesen Umwelttipp gibt es auch in Leichter Sprache: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-umwelt-freundliches-einkaufen-im">Tipps für Umwelt-freundliches Einkaufen im Internet</a></p> </p><p> Gewusst wie <p>Einfach von der Couch zu Hause über den Laptop oder unterwegs mit dem Smartphone zu shoppen, ist für uns zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Das Überraschende dabei: Das Onlineshoppen kann unter bestimmten Umständen sogar emissionsärmer als der Einkauf im stationären Handel sein. Im konkreten Einzelfall lässt sich das allerdings nur selten genau beurteilen, welche Einkaufsvariante aus Umweltsicht die bessere wäre. In den folgenden Tipps erfahren Sie deshalb, wie Sie den Onlineeinkauf selbst umweltfreundlicher gestalten können.</p> <p><strong>Umweltfreundliche Produkte bevorzugen:</strong> Für den Onlinehandel gilt das Gleiche wie für den stationären Handel: Die meisten Umweltbelastungen eines Produktes entstehen bei der Herstellung und während der Nutzung, weniger jedoch beim Transport. Bevorzugen Sie deshalb auch beim Onlinekauf umweltfreundliche Produkte und achten Sie – unabhängig vom Einkaufsort – auf eine umweltschonende Nutzung.</p> <ul> <li>Informieren Sie sich vor dem Kauf, worauf bei einzelnen Produkten aus Umweltsicht besonders zu achten ist. In unseren <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag">UBA-Umwelttipps</a> finden Sie hierzu viele konkrete Hinweise.</li> <li>Achten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/96200">Umweltsiegel</a>.</li> <li>Nutzen Sie Onlineshops, die sich auf umweltfreundliche Produkte spezialisiert haben und z. B. nur zertifizierte nachhaltige Produkte anbieten.</li> <li>Nutzen Sie das reichhaltige Angebot von Online-Secondhandbörsen. Im Bereich Elektronik gibt es beispielsweise diverse Händler, die Refurbished-Geräte anbieten. Dabei handelt es sich um generalüberholte Gebrauchtware mit Garantie.</li> <li>Auch fürs <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/leihen-tauschen-teilen-0">Leihen, Tauschen, Teilen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106291">Reparieren</a> bieten Onlineplattformen bequeme Lösungen an.</li> </ul> <p><strong>Retouren vermeiden durch bewusste Auswahl: </strong>Da im Onlinehandel die Ware nicht angefasst, ausprobiert und geprüft werden kann, kommt es häufig zu Rücksendungen. Die Retourenquoten sind besonders bei Kleidungsstücken und Schuhen sehr hoch. Dadurch werden das Transportaufkommen und zum Teil der Verpackungsverbrauch und der Ausschuss erhöht. Achten Sie deshalb bei Ihrem Einkauf im Internet darauf, sich vorab genau über das gewünschte Produkt zu informieren.</p> <ul> <li>Lesen Sie die Produktbeschreibungen und schauen Sie sich Fotos und Darstellungen der Produkte an.</li> <li>Wenn Sie Kleidung oder Schuhe bestellen, nutzen Sie Größentabellen. So vermeiden Sie Käufe von nicht passender Kleidung oder Schuhen. Vergleichen Sie z. B. die Größenangaben auch mit realen Produkten bei Ihnen zu Hause.</li> <li>Lesen Sie außerdem Bewertungen von anderen Kundinnen und Kunden. Diese geben oft gute Einschätzungen und Einsichten zu den Vor- und Nachteilen der Produkte.</li> <li>Kaufen Sie im Zweifelsfall lieber vor Ort. So vermeiden Sie Retouren und unterstützen den Einzelhandel in Ihrer Umgebung.</li> </ul> <p><strong>Gebündelt bestellen: </strong>Werden zwei Bücher in einem Paket geliefert, verursacht das natürlich weniger Transportaufwand, als wenn jedes Buch einzeln verschickt wird. Wann immer möglich, sollten Sie deshalb:</p> <ul> <li>Bestellungen bündeln,</li> <li>einzelne Spontankäufe vermeiden und</li> <li>möglichst nur bei einem Händler bestellen (wobei dies manchmal gar nicht so einfach zu erkennen ist, da insbesondere bei größeren Online-Portalen die Ware oft von verschiedenen Händlern angeboten und versendet wird).</li> </ul> <p>In der Regel führen die Versandkosten dazu, dass diese Tipps automatisch berücksichtigt werden. Bei neuen Büchern oder bei Versandhändlern, die grundsätzlich versandkostenfrei liefern, ist die Verlockung zu Einzelbestellungen hingegen groß. Eine weitere Möglichkeit zur Bündelung von Bestellungen ist es, im Freundeskreis, mit Nachbar*innen oder im Kollegium gemeinsam zu bestellen.</p> <p><strong>ACHTUNG</strong>: Lassen Sie sich nicht durch Schwellenwerte für die versandkostenfreie Lieferung zu zusätzlichen, nicht wirklich benötigten Bestellungen verleiten.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/376/bilder/230307_onlinehandel_verbraucher_16-9.png"> </a> <strong> So können Verbraucher*innen beim Online-Shoppen CO₂ sparen </strong> Quelle: Umweltbundesamt </p><p> <p><strong>Lassen Sie ihr Paket nicht warten: </strong>Für die Transportemissionen eines Pakets ist überraschenderweise weniger der gesamte Transportweg als vor allem die sogenannte "letzte Meile" entscheidend, also der Transport der Pakete vom letzten Paketzentrum bis zu Ihnen nach Hause. Besonders ungünstig ist es hier, wenn Zustellversuche erfolglos sind und diese "letzte Meile" deshalb wiederholt werden muss. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie das Paket beim ersten Zustellversuch erreicht:</p> <ul> <li>Lassen Sie Ihre Pakete in sogenannte Pick-up-Points, wie Paketstationen oder Paketshops in Ihrer Nähe liefern. Diese Einstellung können Sie bei vielen Anbietern auch dauerhaft speichern. So werden Emissionen eingespart, da die Lieferdienste weniger Stationen anfahren müssen. Sie sollten die alternativen Zustellorte gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen können, auch einige ÖPNV – Haltestellen haben mittlerweile Paketstationen integriert. Häufig finden sich auch an Supermärkten solche Stationen, sodass es mit dem Einkauf verbunden werden kann. Eine Extra-Fahrt mit dem Pkw würde der Umwelt mehr schaden als eine Zustellung durch die Paket-Dienstleister.</li> <li>Ermöglichen Sie dem Zustelldienst das Ablegen der Ware oder die Zustellung bei Nachbarn für den Fall, dass Sie nicht zu Hause sind. Das lässt sich bei vielen Anbietern auch kurzfristig online anpassen. Für eine effiziente Zustellung ist allerdings Planungssicherheit von Vorteil.</li> </ul> <p><strong>Mehrwegverpackungen nutzen: </strong>Einige Onlineshops bieten an, ihre Ware in Mehrwegversandverpackungen oder in der Originalverpackung ohne Extra-Versandverpackung zu senden. Nutzen Sie diese Möglichkeiten. Sie verringern dadurch den durch Versandverpackungen entstehenden Abfall und schonen Ressourcen. Verwenden Sie gegebenenfalls Kartons und Verpackungsmaterialien wieder.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li><strong>Online umweltfreundliche Produkte finden: </strong>In vielen Produktbereichen ist das Angebot an umweltfreundlichen Produktalternativen vor Ort nicht immer (in ausreichender Vielfalt) vorhanden. Nutzen Sie in diesem Fall das vielfältige Onlineangebot, um umweltfreundlichere Produkte zu finden.</li> <li><strong>Expresslieferungen vermeiden: </strong>Expresslieferungen haben in der Regel nicht nur deutlich höhere Versandkosten, sondern führen auch zu höheren Transportemissionen, da Fahrten nicht optimal geplant werden. Bestellen Sie deshalb rechtzeitig im Voraus und nutzen Sie möglichst den Standardversand.</li> <li><strong>Reparatur vor Neukauf:</strong> Einige Onlineshops bieten zu ihrer Ware bereits Reparaturanleitungen an oder kooperieren mit Dienstleistern, die die Reparaturen übernehmen.</li> <li><strong>Auf die Versandadresse achten:</strong> Deutschsprachige Internetseite, aber die Lieferung aus den USA oder China? Das Internet macht es auch bei Produkten möglich, bei denen man es auf den ersten Blick nicht vermutet. Achten Sie deshalb möglichst darauf, dass die Lieferung nicht aus Übersee erfolgt. Prüfen Sie hierzu die Versandadresse, um so unnötige Ferntransporte – möglicherweise sogar mit dem Flugzeug – zu vermeiden.</li> <li><strong>Seien Sie kritisch gegenüber Werbung: </strong>Viele Internetseiten finanzieren sich durch Werbung. Umso wichtiger ist es, sich immer wieder zu fragen: "Brauche ich das Produkt wirklich?" Nehmen Sie sich Zeit, um über die Notwendigkeit und den Nutzen eines neuen Produktes zu entscheiden. So sparen Sie Geld und schonen die Umwelt.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/uba_onlineshopping_infografik.jpg"> </a> <strong> Die wichtigsten Tipps für umweltbewusstes Onlineshopping </strong> Quelle: Umweltbundesamt </p><p> Hintergrund <p><strong>Umweltsituation: </strong>Umweltbelastungen spezifisch durch den Onlinehandel betreffen in erster Linie den Lieferverkehr und das Verpackungsaufkommen. Besonders in Ballungsräumen können erhöhte <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/verkehrsaufkommen">Verkehrsaufkommen</a> durch KEP-Dienstleister (Kurier-Express-Paket-Dienst) das Wohlbefinden von Menschen beeinträchtigen, durch Emissionen die Umwelt belasten und die Infrastruktur beanspruchen. Nahezu jedes vierte Packet wird zudem zurückgesendet1. Wird Ware retourniert, ist der Transport doppelt so aufwendig, zudem kommt es vor,<strong> dass retournierte Ware entsorgt wird</strong>. Das ist ein Umweltproblem, da die meisten Umweltbelastungen während der Herstellung der Produkte anfallen, eine lange Nutzungsdauer wäre daher wichtig.</p> <p>Es gibt aber auch gute Nachrichten: Die Nutzung von Nachfülloptionen, der Kauf von nachhaltigeren Produkten und die Nutzung von Secondhand-Angeboten nimmt weiter zu. Bücher, Bekleidung und Elektronik sind online die beliebtesten Secondhand-Produkte. 2024 sagten laut Bitkom bereits mehr als zwei Drittel (69%) der befragten Online-Käufer*innen, sie würden Einzelbestellungen bündeln, um die Umwelt zu schonen2.</p> <p><strong>Gesetzeslage:</strong> Das Recht auf Widerruf ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt und gilt bei fast allen online bestellten Waren. Demnach haben Sie grundsätzlich 14 Tage Zeit für den Widerruf. Innerhalb dieser Frist können die Käufer*innen die Ware ohne Angabe von Gründen zurücksenden, müssen aber den Widerruf der Bestellung <strong>in Textform (z. B. per E-Mail, Online-Formular oder Brief)</strong> erklären. Viele Online-Marktplätze oder Shops bieten dafür Retourenscheine oder Formulare im Kundenportal an oder legen sie bereits der Sendung bei. Der Kaufpreis wird erstattet, die Kosten für die Retouren können aber den Käufer*innen auferlegt werden. </p> <p>Um diesen Widerrufsprozess noch unkomplizierter zu machen, hat der deutsche Gesetzgeber im Februar 2026 das <strong>„</strong><a href="https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/28/VO">Gesetz zur Änderung des Verbrauchervertrags- und des Versicherungsvertragsrechts sowie zur Änderung des Behandlungsvertragsrechts“</a> beschlossen. Seit Mitte Juni 2026 ist damit ein <strong>gesetzlicher Widerrufsbutton</strong> für Online-Händler Pflicht: Verträge müssen nun im Netz genauso einfach per Klick widerrufen werden können, wie sie abgeschlossen wurden.</p> <p>Doch die Stärkung der Verbraucherrechte im Internet endet nicht beim vereinfachten Widerruf oder beim Kampf gegen die Vernichtung von Neuware, wofür bereits im Oktober 2020 das Kreislaufwirtschaftsgesetz novelliert wurde. Verbraucher*innen sollen auch schon vor und während des Kaufs besser gegen bestimmte unerlaubte Werbe-, Marketing- oder Geschäftspraktiken geschützt werden.</p> <p>Irreführende und aggressive geschäftliche Handlungen – wie falsche Angaben zur Dauer von Rabattaktionen, künstliche Verknappungen von Lieferbeständen oder intransparente Nachhaltigkeitssiegel – wurden deshalb in neuen EU-Richtlinien (wie der Empowering Consumers Directive) ins Visier genommen. Deutschland hat diese Vorgaben zeitgleich im Februar 2026 mit dem „<a href="https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/43/VO.html">Dritten Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)</a>“ in nationales Recht umgesetzt. Damit wird sichergestellt, dass Verbraucher*innen im Netz nicht nur einfacher von Verträgen zurücktreten können, sondern vor allem seltener durch manipulative Designs (Dark Patterns) oder Greenwashing getäuscht werden.</p> <p><strong>Marktbeobachtung:</strong> Der Umsatz im Onlinehandel wächst seit 2000 kontinuierlich. Insbesondere während der Corona-Pandemie gab es sprunghafte Anstiege, zwar mit leichten Rückgängen 2022 doch seit 2023 ist der Umsatz immer weiter gestiegen 3. Um den Onlinehandel weniger umweltschädlich zu gestalten, gibt es bereits Ideen für umweltfreundliche Zustellmöglichkeiten. Paketstationen sind beispielsweise in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Zurzeit (Stand August 2026) betreibt DHL bundesweit 18.500 Packstationen4. Manche Online-Plattformen betreiben bereits eigene Abhol-Stationen. Der Anteil elektrisch angetriebener Lieferfahrzeuge wird voraussichtlich weiter steigen. Auch Micro Hubs (kleine Zwischenlager), Lastenräder und Ähnliches sollen vermehrt eingesetzt werden. Einige Online-Shops setzen bereits Mehrweg-Versandverpackungen ein, die Zustellung ohne Versandverpackung ist eine Standard-Option bei vielen Onlinehändlern. </p> <p>Gleichzeitig steigen aber auch Umsätze von großen Billig-Online-Marktplätzen mit teilweise problematischen Produkten, langen Lieferwegen und aggressiven Werbepraktiken. Shops in sozialen Medien regen vor allem jüngere Menschen zum Konsum an 3.</p> <p><strong>Quellen:</strong></p> <p>1 <a href="https://www.retourenforschung.de/info-neuer-rekord---2025-voraussichtlich-550-millionen-retourenpakete-in-deutschland.html">Retorenforschung.de</a>, Dr. Björn Asdecker (2025): Neuer Rekord - 2025 voraussichtlich 550 Millionen Retourenpakete in Deutschland, zuletzt abgerufen 30.06.2026</p> <p>2 <a href="https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Online-Bestellung-Umweltschutz">Bitkom e.V.</a>, Presseinformation vom 15. April 2025: Retouren: Zwei Drittel achten bei Online-Bestellung auf den Umweltschutz, zuletzt abgerufen am 30.06.2026</p> <p>3 <a href="https://einzelhandel.de/images/presse/Pressekonferenz/2026/onlinemonitor26/Online_Monitor_2026.pdf">Handelsverband Deutschland (2026)</a>: HDE Online-Monitor 2026; downloadbar unter, zuletzt abgerufen am 30.06.2026</p> <p>4 <a href="https://www.dhl.de/de/privatkunden/pakete-empfangen/an-einem-abholort-empfangen/packstation.html"><strong>DHL Packstation</strong></a>, zuletzt abgerufen 10.08.2026</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/376/bilder/230315_onlinehandel_vergleich_16-9.png"> </a> <strong> So könnten die Treibhausgas-Emissionen eines Onlinekaufs gesenkt werden </strong> Quelle: Umweltbundesamt </p><p>Informationen für...</p>
Der Leitfaden „Abfallarme Großveranstaltungen“ enthält konkrete Maßnahmen, mit denen sofort das Abfallaufkommen von Großveranstaltungen deutlich verringert werden kann. Der Leitfaden richtet sich insbesondere an Behörden als Eigentümer und Verwalter von öffentlichen Flächen und Einrichtungen, die durchführenden Veranstalter*innen sowie an die beteiligten Unternehmen, wie beispielsweise Caterer (Getränke, Imbisse und sonstige Verpflegung) sowie Aussteller, Anbieter und deren Subunternehmer (z. B. Standbauer). Den Leitfaden und die zugehörigen Muster-Vorlagen können Sie hier herunterladen: Leitfaden Abfallarme Großveranstaltungen Produkte zu reparieren und dadurch deren Lebensdauer zu verlängern, trägt dazu bei, wichtige Ressourcen einzusparen und das Klima zu schützen. Jedoch ist eine Reparatur oftmals kostspieliger, als ein neues Produkt zu erwerben. Um dem entgegenzuwirken, hat der Landesverband Berlin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit dem Reparaturbonus eine Vorzeigeinitiative gestartet. Bis zum 15. November konnten sich Berliner und Berlinerinnen mit Ihrer Rechnung für Ersatzteile auf einen 50 €-Reparaturbonus bewerben. Reparaturbonus für Berlin Vom 12. bis 18. November 2022 hat in der NochMall – dem Gebrauchtwarenkaufhaus der Berliner Stadtreinigung – Berlin seine Zukunft mit null Verschwendung und weniger Müll zelebriert. Zahlreiche Zero-Waste-Begeisterte und die kreativsten Köpfe der Zero-Waste-City haben im Rahmen des Festivals Workshops und Aktionen in der NochMall sowie auch an anderen Orten der Stadt durchgeführt und zeigten, wie wir in Zukunft Kunst, Kultur und Unterhaltung mit weniger Plastik- und Rohstoffverbrauch selbst gestalten können. Das Zero Waste Future Festival 2022 Das Zentrum für klimaschonende Ressourcennutzung im Haus der Materialisierung ist der Ort in Berlin für Reparatur, Selbermachen und Gebrauchtes. Jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 15-19 Uhr sind Werkstätten, Bau- und Kreativmarkt für Gebrauchtmaterial, Repair Cafe, Gebrauchtwarenmarkt, Leihladen, Fahrradwerkstatt, Holzwerkstatt und Textilwerkstatt geöffnet. Hier kann man z.B. den Toaster reparieren, das Mottenloch stopfen, den wackeligen Stuhl leimen und die Fahrradbremse einstellen. Wer lieber selbst etwas entwirft, kann Stoffreste aus einer Filmproduktion für seine Gardinen finden oder gebrauchte Latten vom Messestand für die Sitzbank auf dem Balkon. Im Leihladen gibt es selten benötigte Ausrüstung und Geräte. Weitere Informationen unter: Das Zentrum für klimaschonende Ressourcennutzung im Haus der Materialisierung Vom 20. bis 29. Januar 2023 ist der vom Hermannplatz bekannte Re-Use-Superstore auf der Internationalen Grünen Woche vertreten. Unter dem Motto grünerleben präsentieren sich zahlreiche Organisationen aus dem Bereich der Abfallvermeidung und der Berliner Re-Use Szene in der Halle 27. Parallel dazu gibt es ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm für Schülerinnen und Schüler. Wenn Sie selbst Gebrauchtwaren oder Upcycling-Produkte verkaufen und Interesse an einer Fläche im Re-Use Superstore auf der Grünen Woche haben, finden Sie hier weitere Informationen: Re-Use Pop-up-Store auf der Internationalen Grünen Woche In jedem Jahr findet die europäische Woche der Abfallvermeidung statt. Im Jahr 2022 lautete das Motto “Nachhaltige Textilien: Wiederverwendung statt Verschwendung”. Auch der Berliner Senat hat sich zum Ziel gesetzt, Berlin bis 2030 zur Zero Waste-Stadt zu machen. Dabei ist eine zirkuläre Textilwirtschaft eine wichtige Säule. Und aus diesem Grunde veranstaltete der Re-Use-Superstore vom 21. bis 26. November 2022 eine Aktionswoche, in der sich alles um den nachhaltigen Umgang mit Textilien und Mode drehte. Zum Abschluss der Slow Fashion-Woche fand außerdem zum zweiten Mal das Sustainable Stylingevent statt. Janine Dudenhöffer und Kristin Katzer, zwei Expertinnen im Bereich Sustainable Fashion, zeigten, wie man einen Kleiderschrank mit ein paar tollen Secondhand-Teilen trendy macht. Die europäische Woche der Abfallvermeidung Im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes ist es erforderlich, den Verbrauch von Einwegverpackungen für Essen und Getränke zum Mitnehmen zu verringern. Vor diesem Hintergrund wurde im Verpackungsgesetz (VerpackG, §33 u. § 34) eine Mehrwegangebotspflicht eingeführt, die zum 1. Januar 2023 in Kraft tritt. Auf der Internetseite der Initiative Better World Cup Berlin erfahren Sie, was ab dem 1. Januar beachtet werden muss: FAQ-Mehrwegangebotspflicht Im Rahmen der “Zero Waste”-Strategie verfolgt das Land Berlin das Ziel, Abfallströme zu reduzieren und die Wiederverwendung und die Reparatur von Produkten zu stärken. In diesem Kontext arbeitet die Senatsverwaltung daran, ein Netzwerk von Reparaturbetrieben mit gesicherten und festliegenden Qualitätskriterien aufzubauen und dauerhaft zu etablieren. So soll die Nachfrage nach Reparaturleistungen gestärkt und im Sinne des Ressourcenschutzes die Lebensdauer von Produkten verlängert werden. Nach der Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie und eines Umsetzungskonzeptes, startet das Vorhaben Anfang 2023 in die nächste Runde. Weitere Informationen zum Projekt sowie die Machbarkeitsstudie und das Umsetzungskonzept sind auf der Website des Senatsverwaltung verfügbar: Vorhaben „Netzwerk Qualitätsreparatur“ Die Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) haben in Zusammenarbeit mit dem Wuppertal Institut, Stakeholder Reporting, Prognos und rehab republic e. V. ein Zero-Waste-Konzept für die Landeshauptstadt München ausgearbeitet. Pressemitteilung München wird Zero Waste -Stadt Die Bundesregierung hat am 2. November beschlossen, dass zukünftig Hersteller von Einwegplastik-Produkten (Zigaretten, Flaschen, To-Go-Becher etc.) für jedes auf den Markt gebrachte Produkt eine Abgabe in einen Umweltfonds leisten müssen. Aus dem Fonds erhalten Kommunen finanzielle Mittel, um Kosten für die Abfallbeseitigung z. B. in Parks und Straßen zu decken. Pressemitteilung Bundeskabinett beschließt Gesetz zum Aufbau eines Einwegkunststofffonds Die jährliche Erhebung des Verpackungsverbrauches in Deutschland für das Jahr 2020 zeigt, dass Corona den Verpackungsverbrauch leicht sinken ließ. Dabei stand ein höheres Aufkommen in Haushalten einem geringeren Verbrauch im Gewerbe gegenüber. Pressemitteilung zur Studie Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland im Jahr 2020 Im Re-Use Superstore finden regelmäßig tolle Events zum Thema Wiederverwendung statt. Von Workshops, über Repair-Cafés bis zu Vorträgen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Veranstaltungen im Re-Use Superstore In der Vorweihnachtszeit werden am 5. und 19. Dezember im Re-Use Superstore am Hermannplatz Weihnachts-Nähcafés stattfinden. In den Workshops werden unter Anleitung wiederverwendbare Upcycling-Geschenktücher und andere Geschenkverpackungen genäht. Weihnachts-Nähcafé im Re-Use Superstore Eine Komödie um Freundschaft, drei Mülltonnen und ein Geheimnis. Vorstellungen finden am 21., 22. und 27. bis 29. Dezember statt. Die Blauen Engel im GRIPS-Theater
<p> So können Sie Neukäufe vermeiden <ul> <li>Kaufen Sie gebraucht anstatt neu.</li> <li>Nutzen Sie Konsumgegenstände, aber auch Fahrzeuge oder Wohnungen gemeinsam mit anderen Menschen.</li> <li>Leihen Sie Gegenstände aus, wenn Sie diese nur selten benötigen.</li> <li>Verkaufen, verschenken oder tauschen Sie Produkte, die Sie nicht mehr nutzen.</li> <li>Nutzen Sie dafür Ihre Kontakte, Online-Plattformen und lokale Angebote.</li> </ul> Gewusst wie <p><strong>Neukauf schadet der Umwelt: </strong>Für die Rohstoffgewinnung, die Produktion, den Transport und den Vertrieb von Konsumgegenständen werden Ressourcen benötigt sowie Treibhausgase emittiert. Dennoch liegt ein Großteil der Dinge in der meisten Zeit ungenutzt herum. Wenn wir Konsumgüter gebraucht kaufen, teilen, tauschen, leihen und nicht mehr Genutztes weitergeben, müssen insgesamt weniger Dinge hergestellt und gelagert werden. Damit können Ressourcen geschont, Treibhausgasemissionen vermieden und somit die Umweltbelastung verringert werden.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/stufen_des_nachhaltigen_konsums.jpg"> </a> <strong> Die fünf Stufen des nachhaltigen Konsums </strong> Quelle: Maria Huber / Umweltbundesamt <p><strong>Secondhand spart Geld:</strong> Viele neu gekaufte Konsumgüter verlieren einen erheblichen monetären Wert nach kurzer Nutzungszeit. Daher kann durch die Wahl von gebrauchten Produkten viel Geld gespart werden – ob bei Fahrzeugen, Kleidung, Büchern, Spielzeugen oder Möbeln. Auch bei elektronischen Geräten ist es in der Regel günstiger, diese gebraucht anstatt neu zu erwerben. Sogenannte refurbishte Geräte (z.B.: bei <a href="https://www.rebuy.de/">rebuy</a>) bieten Ihnen Sicherheit: Ihre Funktionsfähigkeit wurde geprüft und sie werden mit Gewährleistung verkauft.</p> <p><strong>Nutzen Sie Ihre sozialen Kontakte sowie gemeinnützige und kommerzielle Anbieter: </strong>Fragen Sie im Verwandten- und Freundeskreis, ob Sie Dinge gebraucht übernehmen können, bevor Sie etwas neu kaufen. Alternativ gibt es den ganz klassischen Flohmarkt sowie Secondhand- und <a href="https://glossardeswandels.de/#/?term=Umsonstladen">Umsonstläden</a>. Auch nehmen die Flohmarkt- und Verschenke-Gruppen bei Messanger-Dienstleistern und in den Sozialen Medien zu. Bei verschiedenen Internetplattformen und Apps für Gebrauchtwaren können Sie auch überregional fündig werden (z.B. <a href="https://www.ebay.de/">ebay</a>, <a href="https://www.kleinanzeigen.de/">Kleinanzeigen</a>, <a href="https://www.vinted.de/">Vinted</a>, <a href="https://www.refurbed.de/">refurbed</a>, <a href="https://www.medimops.de/">Medimops</a>). Gebrauchte Dinge sollten Sie vor dem Kauf möglichst prüfen. Zwar unterliegen auch gebrauchte Gegenstände aus privater Hand grundsätzlich dem Gewährleistungsrecht. Jedoch können Privatverkäufer*innen – anders als gewerbliche Verkäufer – die Gewährleistung ausschließen, indem sie eindeutig darauf hinweisen.</p> <p><strong>Tauschen statt Kaufen:</strong> Bei manchen Produktgruppen, wie Kleidung und Büchern, bietet sich das Tauschen an, um sich ungenutzter Exemplare zu entledigen und sich neu einzudecken. In vielen Städten werden auch regelmäßig <a href="https://www.kleidertausch.de/">Kleidertauschpartys </a>veranstaltet. Hier können alle Teilnehmenden mitbringen, was sie nicht mehr benötigen und kostenfrei mitnehmen, was ihnen gefällt. In der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_%C3%B6ffentlicher_B%C3%BCcherschr%C3%A4nke_in_Deutschland">Liste öffentlicher Bücherschränke in Deutschland</a> sind frei zugängliche Orte zum Büchertausch aufgeführt.</p> <p><strong>Besitz bedeutet Aufwand:</strong> Der Besitz von Konsumgegenständen geht damit einher, dass diese ausgewählt, gekauft, gereinigt, gepflegt, repariert und manchmal auch versichert werden müssen. Hinzu kommt der notwendige Platzbedarf.</p> <p><strong>Nutzen statt besitzen</strong></p> <p>Häufig ist es einfacher, günstiger und ökologischer, Gegenstände, die nur selten verwendet werden, zu leihen oder zu mieten, anstatt zu kaufen. Dazu gehören beispielsweise Bohrmaschinen, Babyausstattung, Bücher und festliche Kleidung. Insbesondere innerhalb der Familie, im Freundes- und Kollegenkreis sowie in der <a href="https://denkwerkstatt-konsum.umweltbundesamt.de/teilen-der-nachbarschaft">Nachbarschaft</a> ist das Leihen und Verleihen von Gegenständen häufig unkompliziert möglich. Auch hier gibt es <strong>Webseiten</strong> wie <a href="https://pumpipumpe.ch/%20">pumpipumpe</a>, <a href="https://www.tauschticket.de/">Tauschticket</a>, <a href="https://nebenan.de/">nebenan.de</a> und <a href="https://fainin.com/">fainin</a>, um Gegenstände aus privater Hand auszuleihen und zu verleihen. Zudem bieten viele kommerzielle Anbieter, wie Baumärkte, den Verleih von Elektro- und Elektronikgeräten an.</p> <p><strong>Nutzen Sie Büchereien: </strong>Büchereien werden durch die öffentliche Hand gefördert und ermöglichen es, Bücher kostenfrei oder gegen einen geringen Mitgliedsbeitrag auszuleihen. In vielen Büchereien können auch DVDs, Musik-CDs, Spiele und digitale Medien ausgeliehen werden. Manche Büchereien vermieten Räume oder veranstalten Events wie Repair Cafés. In vielen Städten gibt es zudem eine <a href="https://connect.oclc.org/bib-der-dinge">Bibliothek der Dinge</a>. Dort können Gegenstände wie Werkzeuge, Elektrogeräte, Sportgeräte, Partyzubehör, Spielzeug und Musikinstrumente ausgeliehen werden. Für Kleidung gibt es diverse Anbieter, von denen einige <a href="https://fashionchangers.de/mieten-statt-kaufen-hier-kannst-du-kleidung-und-accessoires-bequem-ausleihen/">hier</a> vorgestellt werden.</p> <p><strong>Fahrzeuge teilen:</strong> In vielen Regionen Deutschlands wird <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12617">Carsharing</a> angeboten. Wenn weniger private Autos unterwegs sind, wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch weniger öffentlicher Raum für das Parken benötigt. In vielen Großstädten können auch (Lasten-)Fahrräder und Roller gemietet werden. Falls es keinen Carsharing-Anbieter gibt: Viele Autobesitzer*innen nutzen ihr Fahrzeug nur unregelmäßig und können es darüber hinaus an Im Freundeskreis und an Nachbarn*Nachbarinnen verleihen. Für einzelne Strecken können auch Fahrgemeinschaften praktisch, geldsparend und umweltschonend sein.</p> <strong>Galerie: Elektrogeräte länger nutzen - Ein #BigPoint in Sachen Klimaschutz</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_blau_karussel1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel2.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel3.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong>G</strong><strong>emeinschaftliches Wohnen:</strong> Sei es in einer gemeinsamen Wohnung (als klassische Wohngemeinschaft) oder innerhalb eines Hauses oder Häuserkomplexes – das gemeinschaftliche Wohnen spart Kosten und schont die Umwelt. Außerdem ermöglichen gemeinschaftliche Wohnformen gegenseitige Hilfe und Unterstützung. Wohngemeinschaften oder Mitbewohner*innen können über Internetplattformen gefunden werden.</p> <p><strong>Gartenprojekte und Lebensmittel: </strong>Gerade in Großstädten, wo der Platz knapp ist, haben sich in den letzten Jahren zahlreiche <a href="https://urbane-gaerten.de/urbane-gaerten/gaerten-im-ueberblick">gemeinschaftliche Gartenprojekte</a> etabliert. Die Bandbreite dieser Projekte ist vielfältig und reicht vom kleinen Beet in einer vom Nachbarschaftsverein bewirtschafteten Brache bis hin zur <a href="https://www.solidarische-landwirtschaft.org/solawis-finden/karte">Solidarischen Landwirtschaft</a>, bei der monatlich ein fester Betrag gezahlt wird und frisches Obst und Gemüse quasi als Dividende ausgeschüttet wird.</p> <p>Auch die Weitergabe von Nahrungsmitteln (z.B. über <a href="https://foodsharing.de/">Foodsharing</a>) hat viele Mitstreiter*innen gefunden, die dazu beispielsweise die Gruppenfunktion in sozialen Netzwerken nutzen. Die <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=com.app.tgtg&hl=de&gl=US">App TooGoodTooGo</a> bietet niedrigschwellig die Möglichkeit, Lebensmittel von Gastronomiebetrieben und Supermärkten zu retten. Zudem gibt es einige Online-Versandhändler, bei denen Lebensmittel, die im Handel aussortiert wurden, beispielsweise wegen Verpackungsumstellungen, Überproduktionen, Transportschäden sowie und kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum zu günstigen Preisen bestellt werden können (z.B. <a href="https://www.motatos.de/">Motatos</a>, <a href="https://sirplus.de/">Sirplus</a>, <a href="https://www.lebensmittel-sonderposten.de/">Lebensmittel-Sonderposter.de</a>).</p> <p> </p> <p><strong>Was Sie noch tun können: </strong></p> <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/62908">Nutzen Sie, was Sie haben, solange wie möglich.</a> Pflegen und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106291">reparieren</a> Sie Ihre Dinge.</li> <li>Betrachten Sie die Gegenstände/den Inhalt Ihrer Wohnung und insbesondere Ihres Kleiderschranks. Was Sie nicht mehr nutzen, könnte jemandem anderen gefallen.</li> <li>Achten Sie bei jedem Neukauf auf möglichst ökologische und fair-gehandelte Produkte. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/96200">Siegel</a> können bei der Auswahl von nachhaltigen Produkten unterstützen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/uba_infografiken_1545x775_0.jpg"> </a> <strong> Mit diesen fünf TOP-Umweltsiegeln behalten Sie im Labeldschungel den Überblick. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025) Hintergrund <p><strong>Umweltsituation:</strong></p> <p><strong>Beispiel Wohngemeinschaft: </strong>Durch Wohngemeinschaften können CO2-Emissionen eingespart werden, denn durch das Teilen und gemeinsame Nutzen von Wohnfläche werden Heizkosten gesenkt. Doch nicht nur CO2-Emissionen, auch Materialverbrauch kann durch das Zusammenwohnen verringert werden, da Geräte wie Kühlschränke, Waschmaschine oder Trockner nur einmal angeschafft werden müssen. Positiv ist es auch, wenn weniger Wohnfläche pro Person benötigt wird, da Räume wie Bad und Küche geteilt werden. Nach den Ergebnissen einer Studie, die im Auftrag des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> durchgeführt wurde, ließen sich pro Jahr rund eine Million Tonnen Baumaterial einsparen, wenn rund 1,6 Millionen Menschen zusätzlich in gemeinschaftlichen Wohnformen wohnen würden.</p> <p><strong>Beispiel Carsharing:</strong> Die mögliche Umweltentlastung durch Carsharing ist <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/mobilitaet/carsharing#hintergrund">hier</a> nachzulesen.</p> <p><strong>Beispiel Lebensmittel:</strong> Die mögliche Umweltentlastung durch die Reduzierung von Lebensmittelabfällen ist <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12839">hier</a> nachzulesen.</p> <p><strong>Gesetzeslage:</strong> Bei einem Schenkungsvertrag bestehen hinsichtlich der verschenkten Sache nur sehr beschränkte Gewährleistungsrechte. Bei der Schenkung eines individuellen Gegenstands besteht kein Anspruch auf Lieferung einer mangelfreien Sache, sondern nur u.U. bei einem arglistig verschwiegenen Fehler ein Schadenersatzanspruch auf Ersatz eines sog. Vertrauensschadens.</p> <p>Bei einem Tausch gelten Gewährleistungsansprüche wechselseitig für die getauschten Sachen, wie wenn sie jeweils gekauft worden wären (§ 480 BGB). Dies bedeutet, dass beim Tausch von gebrauchten Sachen unter Privatpersonen, gegenseitig Gewährleistungsrechte bestehen. Unter Privaten können Gewährleistungsrechte aber in gewissen Maße vertraglich ausgeschlossen werden (§ 444 BGB), anders als einem Verbrauchsgüterkauf zwischen einem Unternehmer und bei Verbraucher*innen (§ 476 BGB)</p> <p>Wird ein Gegenstand verliehen, also unentgeltlich von dem*der Besitzer*in für einen bestimmten Zeitraum einer anderen Person zur Nutzung überlassen, muss der entliehene Gegenstand nach Ablauf der vereinbarten Frist oder Aufforderung zurückgegeben werden. Die geliehene Sache darf ohne Zustimmung des Verleihenden keinem Dritten zum Gebrauch überlassen werden. Es fallen für den*die Entleihende*n keine Kosten an. Eine Ausnahme bilden Kosten, die für die Erhaltung des Ausleihgegenstandes notwendig sind. Die gesetzlichen Regelungen der Leihe sehen aufgrund der Unentgeltlichkeit analog zur Schenkung keine Mängelgewährleistung vor, sondern nur eine auf den Vertrauensschaden beschränkte Fehlerhaftung für arglistig verschwiegene Fehler. Bei einer Leihe über ein Sharing-Portal gelten dieselben Regeln, solange die Leihe unentgeltlich bleibt. Diese gesetzlichen Regeln können aber in gewissem Maße vertraglich abgeändert werden. Im Normalfall werden von den Sharing-Portalen keine Haftungen im Schadensfall oder bei Qualitäts- und Sicherheitsmängeln übernommen. Hier lohnt es sich, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Portale aufmerksam zu lesen. Generell gilt, dass selbstverschuldete Schäden an geliehenen Gegenständen oder der Verlust des Gegenstands von der leihenden Person übernommen werden müssen. Für Abnutzungserscheinungen muss aber nicht aufgekommen werden.</p> <p>Wird ein Gegenstand gegen eine Gebühr verliehen, handelt es sich um ein Mietverhältnis. Hier gelten andere gesetzliche Regelungen. Es wird nicht unterschieden in Mietverhältnisse einerseits zwischen Unternehmen und Verbraucher*innen (Business-to-Consumer, kurz B2C) und andererseits zwischen Privatpersonen untereinander (Consumer-to-Consumer, kurz C2C). Die Mängelgewährleistungsansprüche des Mietenden sind umfangreicher als bei der Leihe, können allerdings in gewissem Maße vertraglich modifiziert werden. Es ist daher wichtig, sowohl die AGBs der Mietportale als auch eventuelle Mietverträge genau zu lesen. Wie bei der Leihe muss im Regelfall die mietende Person für selbstverschuldete Schäden oder den Verlust des gemieteten Gegenstandes aufkommen.</p> </p><p> So können Sie Neukäufe vermeiden <ul> <li>Kaufen Sie gebraucht anstatt neu.</li> <li>Nutzen Sie Konsumgegenstände, aber auch Fahrzeuge oder Wohnungen gemeinsam mit anderen Menschen.</li> <li>Leihen Sie Gegenstände aus, wenn Sie diese nur selten benötigen.</li> <li>Verkaufen, verschenken oder tauschen Sie Produkte, die Sie nicht mehr nutzen.</li> <li>Nutzen Sie dafür Ihre Kontakte, Online-Plattformen und lokale Angebote.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p><strong>Neukauf schadet der Umwelt: </strong>Für die Rohstoffgewinnung, die Produktion, den Transport und den Vertrieb von Konsumgegenständen werden Ressourcen benötigt sowie Treibhausgase emittiert. Dennoch liegt ein Großteil der Dinge in der meisten Zeit ungenutzt herum. Wenn wir Konsumgüter gebraucht kaufen, teilen, tauschen, leihen und nicht mehr Genutztes weitergeben, müssen insgesamt weniger Dinge hergestellt und gelagert werden. Damit können Ressourcen geschont, Treibhausgasemissionen vermieden und somit die Umweltbelastung verringert werden.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/stufen_des_nachhaltigen_konsums.jpg"> </a> <strong> Die fünf Stufen des nachhaltigen Konsums </strong> Quelle: Maria Huber / Umweltbundesamt </p><p> <p><strong>Secondhand spart Geld:</strong> Viele neu gekaufte Konsumgüter verlieren einen erheblichen monetären Wert nach kurzer Nutzungszeit. Daher kann durch die Wahl von gebrauchten Produkten viel Geld gespart werden – ob bei Fahrzeugen, Kleidung, Büchern, Spielzeugen oder Möbeln. Auch bei elektronischen Geräten ist es in der Regel günstiger, diese gebraucht anstatt neu zu erwerben. Sogenannte refurbishte Geräte (z.B.: bei <a href="https://www.rebuy.de/">rebuy</a>) bieten Ihnen Sicherheit: Ihre Funktionsfähigkeit wurde geprüft und sie werden mit Gewährleistung verkauft.</p> <p><strong>Nutzen Sie Ihre sozialen Kontakte sowie gemeinnützige und kommerzielle Anbieter: </strong>Fragen Sie im Verwandten- und Freundeskreis, ob Sie Dinge gebraucht übernehmen können, bevor Sie etwas neu kaufen. Alternativ gibt es den ganz klassischen Flohmarkt sowie Secondhand- und <a href="https://glossardeswandels.de/#/?term=Umsonstladen">Umsonstläden</a>. Auch nehmen die Flohmarkt- und Verschenke-Gruppen bei Messanger-Dienstleistern und in den Sozialen Medien zu. Bei verschiedenen Internetplattformen und Apps für Gebrauchtwaren können Sie auch überregional fündig werden (z.B. <a href="https://www.ebay.de/">ebay</a>, <a href="https://www.kleinanzeigen.de/">Kleinanzeigen</a>, <a href="https://www.vinted.de/">Vinted</a>, <a href="https://www.refurbed.de/">refurbed</a>, <a href="https://www.medimops.de/">Medimops</a>). Gebrauchte Dinge sollten Sie vor dem Kauf möglichst prüfen. Zwar unterliegen auch gebrauchte Gegenstände aus privater Hand grundsätzlich dem Gewährleistungsrecht. Jedoch können Privatverkäufer*innen – anders als gewerbliche Verkäufer – die Gewährleistung ausschließen, indem sie eindeutig darauf hinweisen.</p> <p><strong>Tauschen statt Kaufen:</strong> Bei manchen Produktgruppen, wie Kleidung und Büchern, bietet sich das Tauschen an, um sich ungenutzter Exemplare zu entledigen und sich neu einzudecken. In vielen Städten werden auch regelmäßig <a href="https://www.kleidertausch.de/">Kleidertauschpartys </a>veranstaltet. Hier können alle Teilnehmenden mitbringen, was sie nicht mehr benötigen und kostenfrei mitnehmen, was ihnen gefällt. In der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_%C3%B6ffentlicher_B%C3%BCcherschr%C3%A4nke_in_Deutschland">Liste öffentlicher Bücherschränke in Deutschland</a> sind frei zugängliche Orte zum Büchertausch aufgeführt.</p> <p><strong>Besitz bedeutet Aufwand:</strong> Der Besitz von Konsumgegenständen geht damit einher, dass diese ausgewählt, gekauft, gereinigt, gepflegt, repariert und manchmal auch versichert werden müssen. Hinzu kommt der notwendige Platzbedarf.</p> <p><strong>Nutzen statt besitzen</strong></p> <p>Häufig ist es einfacher, günstiger und ökologischer, Gegenstände, die nur selten verwendet werden, zu leihen oder zu mieten, anstatt zu kaufen. Dazu gehören beispielsweise Bohrmaschinen, Babyausstattung, Bücher und festliche Kleidung. Insbesondere innerhalb der Familie, im Freundes- und Kollegenkreis sowie in der <a href="https://denkwerkstatt-konsum.umweltbundesamt.de/teilen-der-nachbarschaft">Nachbarschaft</a> ist das Leihen und Verleihen von Gegenständen häufig unkompliziert möglich. Auch hier gibt es <strong>Webseiten</strong> wie <a href="https://pumpipumpe.ch/%20">pumpipumpe</a>, <a href="https://www.tauschticket.de/">Tauschticket</a>, <a href="https://nebenan.de/">nebenan.de</a> und <a href="https://fainin.com/">fainin</a>, um Gegenstände aus privater Hand auszuleihen und zu verleihen. Zudem bieten viele kommerzielle Anbieter, wie Baumärkte, den Verleih von Elektro- und Elektronikgeräten an.</p> <p><strong>Nutzen Sie Büchereien: </strong>Büchereien werden durch die öffentliche Hand gefördert und ermöglichen es, Bücher kostenfrei oder gegen einen geringen Mitgliedsbeitrag auszuleihen. In vielen Büchereien können auch DVDs, Musik-CDs, Spiele und digitale Medien ausgeliehen werden. Manche Büchereien vermieten Räume oder veranstalten Events wie Repair Cafés. In vielen Städten gibt es zudem eine <a href="https://connect.oclc.org/bib-der-dinge">Bibliothek der Dinge</a>. Dort können Gegenstände wie Werkzeuge, Elektrogeräte, Sportgeräte, Partyzubehör, Spielzeug und Musikinstrumente ausgeliehen werden. Für Kleidung gibt es diverse Anbieter, von denen einige <a href="https://fashionchangers.de/mieten-statt-kaufen-hier-kannst-du-kleidung-und-accessoires-bequem-ausleihen/">hier</a> vorgestellt werden.</p> <p><strong>Fahrzeuge teilen:</strong> In vielen Regionen Deutschlands wird <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12617">Carsharing</a> angeboten. Wenn weniger private Autos unterwegs sind, wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch weniger öffentlicher Raum für das Parken benötigt. In vielen Großstädten können auch (Lasten-)Fahrräder und Roller gemietet werden. Falls es keinen Carsharing-Anbieter gibt: Viele Autobesitzer*innen nutzen ihr Fahrzeug nur unregelmäßig und können es darüber hinaus an Im Freundeskreis und an Nachbarn*Nachbarinnen verleihen. Für einzelne Strecken können auch Fahrgemeinschaften praktisch, geldsparend und umweltschonend sein.</p> <strong>Galerie: Elektrogeräte länger nutzen - Ein #BigPoint in Sachen Klimaschutz</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_blau_karussel1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel2.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel3.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong>G</strong><strong>emeinschaftliches Wohnen:</strong> Sei es in einer gemeinsamen Wohnung (als klassische Wohngemeinschaft) oder innerhalb eines Hauses oder Häuserkomplexes – das gemeinschaftliche Wohnen spart Kosten und schont die Umwelt. Außerdem ermöglichen gemeinschaftliche Wohnformen gegenseitige Hilfe und Unterstützung. Wohngemeinschaften oder Mitbewohner*innen können über Internetplattformen gefunden werden.</p> <p><strong>Gartenprojekte und Lebensmittel: </strong>Gerade in Großstädten, wo der Platz knapp ist, haben sich in den letzten Jahren zahlreiche <a href="https://urbane-gaerten.de/urbane-gaerten/gaerten-im-ueberblick">gemeinschaftliche Gartenprojekte</a> etabliert. Die Bandbreite dieser Projekte ist vielfältig und reicht vom kleinen Beet in einer vom Nachbarschaftsverein bewirtschafteten Brache bis hin zur <a href="https://www.solidarische-landwirtschaft.org/solawis-finden/karte">Solidarischen Landwirtschaft</a>, bei der monatlich ein fester Betrag gezahlt wird und frisches Obst und Gemüse quasi als Dividende ausgeschüttet wird.</p> <p>Auch die Weitergabe von Nahrungsmitteln (z.B. über <a href="https://foodsharing.de/">Foodsharing</a>) hat viele Mitstreiter*innen gefunden, die dazu beispielsweise die Gruppenfunktion in sozialen Netzwerken nutzen. Die <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=com.app.tgtg&hl=de&gl=US">App TooGoodTooGo</a> bietet niedrigschwellig die Möglichkeit, Lebensmittel von Gastronomiebetrieben und Supermärkten zu retten. Zudem gibt es einige Online-Versandhändler, bei denen Lebensmittel, die im Handel aussortiert wurden, beispielsweise wegen Verpackungsumstellungen, Überproduktionen, Transportschäden sowie und kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum zu günstigen Preisen bestellt werden können (z.B. <a href="https://www.motatos.de/">Motatos</a>, <a href="https://sirplus.de/">Sirplus</a>, <a href="https://www.lebensmittel-sonderposten.de/">Lebensmittel-Sonderposter.de</a>).</p> <p> </p> <p><strong>Was Sie noch tun können: </strong></p> <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/62908">Nutzen Sie, was Sie haben, solange wie möglich.</a> Pflegen und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106291">reparieren</a> Sie Ihre Dinge.</li> <li>Betrachten Sie die Gegenstände/den Inhalt Ihrer Wohnung und insbesondere Ihres Kleiderschranks. Was Sie nicht mehr nutzen, könnte jemandem anderen gefallen.</li> <li>Achten Sie bei jedem Neukauf auf möglichst ökologische und fair-gehandelte Produkte. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/96200">Siegel</a> können bei der Auswahl von nachhaltigen Produkten unterstützen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/uba_infografiken_1545x775_0.jpg"> </a> <strong> Mit diesen fünf TOP-Umweltsiegeln behalten Sie im Labeldschungel den Überblick. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025) </p><p> Hintergrund <p><strong>Umweltsituation:</strong></p> <p><strong>Beispiel Wohngemeinschaft: </strong>Durch Wohngemeinschaften können CO2-Emissionen eingespart werden, denn durch das Teilen und gemeinsame Nutzen von Wohnfläche werden Heizkosten gesenkt. Doch nicht nur CO2-Emissionen, auch Materialverbrauch kann durch das Zusammenwohnen verringert werden, da Geräte wie Kühlschränke, Waschmaschine oder Trockner nur einmal angeschafft werden müssen. Positiv ist es auch, wenn weniger Wohnfläche pro Person benötigt wird, da Räume wie Bad und Küche geteilt werden. Nach den Ergebnissen einer Studie, die im Auftrag des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> durchgeführt wurde, ließen sich pro Jahr rund eine Million Tonnen Baumaterial einsparen, wenn rund 1,6 Millionen Menschen zusätzlich in gemeinschaftlichen Wohnformen wohnen würden.</p> <p><strong>Beispiel Carsharing:</strong> Die mögliche Umweltentlastung durch Carsharing ist <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/mobilitaet/carsharing#hintergrund">hier</a> nachzulesen.</p> <p><strong>Beispiel Lebensmittel:</strong> Die mögliche Umweltentlastung durch die Reduzierung von Lebensmittelabfällen ist <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12839">hier</a> nachzulesen.</p> <p><strong>Gesetzeslage:</strong> Bei einem Schenkungsvertrag bestehen hinsichtlich der verschenkten Sache nur sehr beschränkte Gewährleistungsrechte. Bei der Schenkung eines individuellen Gegenstands besteht kein Anspruch auf Lieferung einer mangelfreien Sache, sondern nur u.U. bei einem arglistig verschwiegenen Fehler ein Schadenersatzanspruch auf Ersatz eines sog. Vertrauensschadens.</p> <p>Bei einem Tausch gelten Gewährleistungsansprüche wechselseitig für die getauschten Sachen, wie wenn sie jeweils gekauft worden wären (§ 480 BGB). Dies bedeutet, dass beim Tausch von gebrauchten Sachen unter Privatpersonen, gegenseitig Gewährleistungsrechte bestehen. Unter Privaten können Gewährleistungsrechte aber in gewissen Maße vertraglich ausgeschlossen werden (§ 444 BGB), anders als einem Verbrauchsgüterkauf zwischen einem Unternehmer und bei Verbraucher*innen (§ 476 BGB)</p> <p>Wird ein Gegenstand verliehen, also unentgeltlich von dem*der Besitzer*in für einen bestimmten Zeitraum einer anderen Person zur Nutzung überlassen, muss der entliehene Gegenstand nach Ablauf der vereinbarten Frist oder Aufforderung zurückgegeben werden. Die geliehene Sache darf ohne Zustimmung des Verleihenden keinem Dritten zum Gebrauch überlassen werden. Es fallen für den*die Entleihende*n keine Kosten an. Eine Ausnahme bilden Kosten, die für die Erhaltung des Ausleihgegenstandes notwendig sind. Die gesetzlichen Regelungen der Leihe sehen aufgrund der Unentgeltlichkeit analog zur Schenkung keine Mängelgewährleistung vor, sondern nur eine auf den Vertrauensschaden beschränkte Fehlerhaftung für arglistig verschwiegene Fehler. Bei einer Leihe über ein Sharing-Portal gelten dieselben Regeln, solange die Leihe unentgeltlich bleibt. Diese gesetzlichen Regeln können aber in gewissem Maße vertraglich abgeändert werden. Im Normalfall werden von den Sharing-Portalen keine Haftungen im Schadensfall oder bei Qualitäts- und Sicherheitsmängeln übernommen. Hier lohnt es sich, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Portale aufmerksam zu lesen. Generell gilt, dass selbstverschuldete Schäden an geliehenen Gegenständen oder der Verlust des Gegenstands von der leihenden Person übernommen werden müssen. Für Abnutzungserscheinungen muss aber nicht aufgekommen werden.</p> <p>Wird ein Gegenstand gegen eine Gebühr verliehen, handelt es sich um ein Mietverhältnis. Hier gelten andere gesetzliche Regelungen. Es wird nicht unterschieden in Mietverhältnisse einerseits zwischen Unternehmen und Verbraucher*innen (Business-to-Consumer, kurz B2C) und andererseits zwischen Privatpersonen untereinander (Consumer-to-Consumer, kurz C2C). Die Mängelgewährleistungsansprüche des Mietenden sind umfangreicher als bei der Leihe, können allerdings in gewissem Maße vertraglich modifiziert werden. Es ist daher wichtig, sowohl die AGBs der Mietportale als auch eventuelle Mietverträge genau zu lesen. Wie bei der Leihe muss im Regelfall die mietende Person für selbstverschuldete Schäden oder den Verlust des gemieteten Gegenstandes aufkommen.</p> </p><p>Informationen für...</p>
Re-Use Berlin führt regelmäßig Fachdialoge zu verschiedenen Themen im Bereich Wiederverwendung durch. Hier können Sie Informationen zu vergangenen und geplanten Fachdialogen einsehen. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt lud am 18. September 2025 von 10:00 bis 13:00 Uhr zu einem kostenlosen Online-Fachdialog ein, in dem es um die Messbarkeit von Abfallvermeidung ging. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der im Rahmen der Initiative Re-Use Berlin entwickelte CO₂-Rechner zur Ermittlung des Umweltnutzens des Gebrauchtwarenkaufs. Zudem gaben Akteurinnen und Akteure aus Praxis, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft in mehreren Vorträgen spannende Einblicke in ihre Arbeit zur Entwicklung und Anwendung wirksamer Bewertungs- und Kommunikationsansätze im Bereich CO₂-Einsparungspotenziale durch Abfallvermeidungsmaßnahmen. Darüber hinaus gab es Raum für die ca. 70 Teilnehmenden, um Fragen an die Referierenden zu stellen oder eigene Gedanken einzubringen. Videos vom Fachdialog (YouTube) Download der Präsentationen (Ecologic Institut) Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt lud am 25. Februar 2025 zu einem Fachdialog ein, bei dem rund 40 teilnehmende Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft über Potenziale und Herausforderungen der Sharing Economy diskutierten. Im Fokus standen Fragen zu Finanzierung, gesellschaftlicher Akzeptanz und politischer Unterstützung, um gemeinschaftliches Teilen langfristig zu etablieren. Download der Präsentationen (Ecologic Institut) Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt lud am 10. Oktober 2023 zu einem Online-Fachdialog ein, in dem die Vielfalt der vorhandenen kreativen Ansätze zur Förderung der Wiederverwendung von Gebrauchtwaren präsentiert wurde. Das breite Spektrum der vorgestellten zirkulären Lösungen reichte vom klassischen Gebrauchtwarenhandel über Modelle des Tauschens und Teilens, öffentlich und privat, digital und analog, von lokalen bis hin zu großskaligen Ansätzen. Ziel war es, zu erkunden, wo Chancen für gegenseitiges Lernen und Kooperationen liegen, aber auch, was strukturelle Widersprüche sein können. Anhand der Praxisbeispiele sollten sowohl bestehende Hemmnisse als auch Potenziale und wesentliche Elemente für eine erfolgreiche Stärkung der Wiederverwendung von Gebrauchtwaren diskutiert werden. Dazu bot die Veranstaltung an mehreren Stellen Raum für Fragen und Diskussion . Videos vom Fachdialog (YouTube) Download der Präsentationen (Ecologic Institut) Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt lud am 6. Juni 2023 zum Online-Fachdialog „Förderung von Reparatur durch Netzwerke und Reparaturboni“ ein, in dem Maßnahmen zur Förderung der Reparatur auf lokaler Ebene am Beispiel von Netzwerken und Boni diskutiert wurden. Dabei wurden bestehende Netzwerke und Good-Practice-Beispiele für Kooperation und Reparaturboni vorgestellt und mögliche Erfolgsfaktoren und Herausforderungen aufgezeigt. Zudem erfolgte ein Austausch dazu, welche politischen Rahmenbedingungen zur Stärkung des Reparatursektors notwendig sind. Rund 50 zugeschaltete Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, Fragen an die Referierenden zu stellen und Impulse in die Diskussion zu geben. Videos vom Fachdialog (YouTube) Download der Präsentationen (Ecologic Institut) Die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz und die Stiftung Initiative Mehrweg veranstalteten am 27. Februar 2023 einen Online-Fachdialog zum Thema Mehrweg-Transportverpackungen, in dem die Potenziale, Herausforderungen und Elemente für die Ausweitung von Mehrwegtransportverpackungen zusammen mit Expertinnen und Experten aus Handel, Logistikbranche, Zivilgesellschaft und Politik diskutiert wurden. Rund 60 zugeschaltete Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, Fragen an die Referierenden zu stellen und Impulse in die Diskussion zu geben. Videos vom Fachdialog (YouTube) Download der Präsentationen (Ecologic Institute) Zu einem Online-Fachdialog über die Umsetzung von Re-Use- und Recyclingmaßnahmen bei Dämmstoffen hatten am 25. November 2022 die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz, der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel sowie der Gesamtverband Deutscher Holzhandel eingeladen. Weitere Informationen Im Rahmen der Berliner Re-Use Initiative veranstalteten die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und die Kunsthochschule Berlin-Weißensee am 1. Dezember 2021 den Online-Fachdialog „Re-Use von Textilien – Auf dem Weg in eine zirkuläre Textilwirtschaft in Berlin“. Circa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft tauschten sich zu ökologischen Potentialen, Elementen und Visionen sowie Praxisbeispielen und Handlungsbedarfen einer zirkulären Textilwirtschaft in Berlin aus. Videos vom Fachdialog (YouTube) Download der Präsentationen (Ecologic Institute) Am 11. November 2021 fand der Online-Fachdialog „Einsatz von runderneuerten Reifen“ statt, organisiert von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und dem Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), Fachverband Recycling von Reifen und Gummi. Gemeinsam mit mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft ökologische Potentiale, Handlungsbedarfe, technische Möglichkeiten und verschiedene Einsatzzwecke für die Runderneuerung von Lkw-Reifen. Videos vom Fachdialog (YouTube) Download der Präsentationen (Ecologic Institute) Am 6. Oktober 2021 haben die Senatsverwaltung für Umwelt, Klimaschutz und Verkehr, der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel sowie der Gesamtverband Deutscher Holzhandel einen digitalen Fachdialog über Re-Use- und Recyclingmöglichkeiten von Dämmstoffen durchgeführt. Dabei wurden erste Erfahrungen zum zirkulären Bauen für Dämmstoffe vorgestellt und ausgetauscht. Das Land Berlin plant zukünftig nur noch wiederverwendbare und recycelbare Dämmstoffe bei öffentlichen Bauvorhaben einzusetzen. Für die Ressourcenwende in dem Bausektor kommt diesem Projekt eine wichtige Rolle zu. Der digitale Fachworkshop am 15. Juli 2021 stellte die Wiederverwendung von Bauteilen und Einrichtungsgegenständen im Rahmen der Neubaumaßnahme von Gebäuden der Kirchengemeinde zu Staaken dar. Dabei wurden Eindrücke und Erfahrungen aus dem Rückbau geschildert, Herausforderungen mit der Wiederverwendung angesprochen und über Improtheater gebrauchte Bauteile und Einrichtungsgegenstände vorgestellt, die über eine Auktion in die Wiederverwendung kommen sollen und ersteigert werden können. Schwindende Rohstoffvorräte und steigende Abfallmengen zeigen, dass ein grundlegendes Umdenken im Umgang mit Rohstoffen und Abfällen notwendig ist: weg vom Prinzip „nehmen, nutzen, entsorgen“ hin zum zirkulären Wirtschaften. Etwa 60 Prozent der Berliner Ressourcen werden in der Bauwirtschaft verbraucht. Daher war es das Ziel des Online-Fachdialogs vom 6. Oktober 2020 , Akteure aus der Baubranche, aus Initiativen, Baumärkten, Abbruch- und Entsorgungsunternehmen für einen Überblick und Austausch zu ihre Erfahrungen aus der Praxis zusammenzubringen. Diskutiert wurde, wie Re-Use im Bauwesen und bei Einrichtungsgegenständen vorangebracht werden kann und welche Hemmnisse es dabei zu überwinden gilt. Die rund 80 zugeschalteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Impulse in die Diskussion zu geben. Am Online-Fachdialog am 24. September 2020 haben mehr als 60 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer teilgenommen. Nach dem vom Berliner Senat beschlossenen Abfallwirtschaftskonzept 2020-2030 sollen die Wiederverwendung und das Recycling von Textilien ausgebaut werden, um Stoffkreisläufe zu schließen. 14 Expertinnen und Experten aus verschiedensten Bereichen und Branchen präsentierten und diskutierten in einem vielseitigen Programm aus jeweils ihrer Perspektive den aktuellen Status Quo der Retouren-Problematik im Bekleidungssektor sowie Potenziale und mögliche Ansatzpunkte, um mit entstandenen Retouren umzugehen bzw. sie zukünftig zu reduzieren oder zu vermeiden. Das Potenzial für eine längere Nutzungsdauer von IKT-Geräten ist insbesondere bei öffentlichen Einrichtungen groß. Das Land Berlin hat das Ziel, die Wiederverwendung konsequent auszubauen. Hauptanliegen des Online-Fachdialogs am 27. August 2020 war deshalb, Akteure zusammenzubringen, um die Aufarbeitung, Beschaffung, Reparatur und Wiederverwendung von gebrauchten IKT-Geräten in Berlin gemeinsam voran zu bringen und zu etablieren. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Re-Use-Praxis diskutierten Studienergebnisse, Strategien und ihre Erfahrungen.
Alles rund um Wiederverwendung und Müllvermeidung in Berlin finden Sie in der ReMap von unserem Partner BUND Berlin e.V. Karte ReMap Berlin Auf der ReMap des BUND sind die Akteure und Veranstaltungen von Re-Use Berlin auf einen Blick mit ihren Standorten abgebildet. Außerdem bietet die ReMap einen Überblick über viele weitere Re-Use Angebote und Akteure in Berlin. Die Karte zeigt, wo man gebrauchte Waren des täglichen Bedarfs kaufen, verkaufen, reparieren oder abgeben kann.
<p> Wie Sie Produkte so lange wie möglich nutzen <ul> <li>Aus Umweltsicht gilt (fast) immer: Nutzen Sie Ihre Produkte (auch Elektro- und Elektronikgeräte) so lange wie möglich.</li> <li>Achten Sie beim Neukauf auf Langlebigkeit und Reparierbarkeit</li> <li>Machen Sie bei defekten oder nicht einwandfreien Produkten von Ihren Gewährleistungsansprüchen Gebrauch.</li> <li>Gehen Sie sorgsam mit Ihren Dingen um, warten und reinigen Sie diese regelmäßig.</li> <li>Lassen Sie defekte Produkte <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/uebergreifende-tipps/reparieren">reparieren</a> oder reparieren Sie selbst.</li> <li>Entsorgen Sie am Ende einer möglichst langen Nutzungszeit Ihr Altgerät sachgerecht.</li> </ul> Gewusst wie <p>Um Produkte herzustellen werden Ressourcen und Energie benötigt. Deshalb gilt: Nutzen Sie Ihre Produkte so lange wie möglich.</p> <p>Elektro- und Elektronikgeräte benötigen auch für den Betrieb Strom. Dennoch kommt der Herstellung inklusive des Ressourcenabbaus in der Regel eine höhere Umweltrelevanz zu als der Betriebsphase. Da der Anteil an Ökostrom im deutschen Strommix zunimmt, sinken die Treibhausgasemissionen während der Nutzungsphase und die Effizienz der Geräte wird aus Klimaperspektive weniger wichtig. Deshalb gilt auch bei stromverbrauchenden Geräten: Je länger ein solches Gerät genutzt wird, desto besser ist es für die Umwelt. Dies gilt uneingeschränkt für Informations- und Unterhaltungstechnologien wie Smartphones, Notebooks und gleich großen Fernsehgeräten. Auch bei Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Toaster und Kaffeemaschinen ist es ökologisch vorteilhaft, diese möglichst lange zu nutzen. Gemäß einer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/oekologische-oekonomische-vergleichsrechnung-von">Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2025</a> kann es bei den folgenden Geräten ökonomisch und ökologisch sinnvoll sein, sehr alte Geräte, die besonders intensiv genutzt werden, gegen Geräte der höchsten Effizienzstufe auszutauschen. Wann diese Fälle genau zutreffen, können Sie den jeweils verlinkten Umwelttipps entnehmen:</p> <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15333">Gefrierschrank</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/14941">Kühlschrank</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57310">Geschirrspüler</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/16781">Wäschetrockner</a> (ohne integrierte Wärmepumpe)</li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/27935">Staubsauger</a></li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/uba_produktelaengernutzen_1545x775.jpg"> </a> <strong> Brauche ich das wirklich? Schritt für Schritt zur nachhaltigen Kaufentscheidung. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025) <p><strong>Sorgsamer Umgang mit Geräten:</strong> Insbesondere Elektronikgeräte wie Smartphones, Laptops oder Flatscreens können leicht kaputtgehen. Nässe und Schmutz an den falschen Stellen oder Erschütterungen schaden den Geräten. Umso wichtiger ist ein besonders sorgsamer Umgang mit ihnen.</p> <ul> <li>Schützen Sie Ihre <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/23053">mobilen Geräte</a> wie Smartphones durch Hüllen und Folien vor Stürzen und Kratzern.</li> <li>Achten Sie auf einen sicheren Stand beim Abstellen von Laptop oder Smartphone.</li> <li>Nutzen Sie Produkte im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/aussenbereich">Außenbereich</a> nur, wenn diese dafür auch ausgelegt sind.</li> <li>Metall sollte möglichst vor Wasser geschützt werden, um Rost zu vermeiden.</li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/11191">Akkus</a> sollten vor Temperaturschwankungen geschützt werden.</li> <li>Auch Schmutz kann die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen, wenn er in das Innere des Gerätes gelangt. Deshalb sollen Geräte regelmäßig gereinigt und in einer möglichst sauberen Umgebung gelagert und verwendet werden.</li> </ul> <p><strong>Reparieren von defekten Geräten: </strong>Aus Umweltsicht lohnt sich eine <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106291">Reparatur</a> statt eines Neukaufs so gut wie immer. Doch vermeiden Sie Reparaturen in Eigenregie, wenn Sie Gewährleistungs- oder Garantieansprüche haben.</p> <p><strong>Gewährleistungsrechte umweltfreundlich nutzen:</strong> Nicht immer läuft nach einem Neukauf alles rund. Hat die gekaufte Ware innerhalb der ersten zwei Jahre einen Mangel, sollten Sie von Ihren Gewährleistungsrechten Gebrauch machen. Ob im stationären oder Online-Handel erworben: Der Verkäufer ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen eine gekaufte Ware frei von Mängeln zu übergeben. Ist dies nicht der Fall, haben Sie bei Neugeräten für zwei Jahre Anspruch auf Gewährleistung. Entscheiden Sie sich ab dem 31.07.26 für eine Reparatur anstatt einen Austausch, verlängert sich Ihr Anspruch auf Gewährleistung um weitere 12 Monate. Bei gebrauchten Produkten können gewerbliche Händler die <a href="https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/presse/gut-zu-wissen-verbrauchertipp-gewaehrleistungsrecht-bei-gebrauchter-ware"><strong>Gewährleistungsfrist auf 12 Monate beschränken</strong></a>, indem dies deutlich kenntlich ausgewiesen wird. Wenn Sie gebrauchte Ware von Privatpersonen kaufen, sollten Sie den Kaufvertrag dahingehend genau prüfen, ob die/der private Verkäufer*in jegliche Gewährleistung ausgeschlossen hat.</p> <p>Beachten Sie im Gewährleistungsfall die sogenannte Beweislastumkehr. Innerhalb von zwölf Monaten nach Übergabe der Ware müssen Sie als Käufer*in nicht nachweisen, dass der Mangel bereits bei der Übergabe bestand. Nach dieser Frist müssen Sie dies nachweisen. Reklamieren Sie den Mangel am besten schriftlich beim Verkäufer. Zunächst haben Sie gegenüber dem Händler einen Anspruch auf <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/nachbesserung-und-ersatzlieferung-5068"><strong>Nacherfüllung</strong></a>. Grundsätzlich können Sie wählen, ob das Produkt repariert oder durch ein neues, mangelfreies Produkt ersetzt werden soll. Ist beides nicht möglich oder für den Verkäufer unverhältnismäßig kostenintensiv, können Sie im Anschluss zwischen einem Rücktritt oder einer <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/ruecktritt-und-minderung-5078"><strong>Kaufpreisminderung</strong></a> wählen. Wenn Sie sich mit einem Mangel arrangieren können und das Gerät nur unwesentlich vom Neuzustand abweicht, ist es ökologisch sinnvoller, das Produkt zu behalten. Wenn ein Mangel vom Verkäufer verursacht wurde, können Sie mitunter <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/schadenersatz-durch-den-haendler-5087"><strong>Schadensersatz</strong></a> beim Verkäufer geltend machen. Zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung übernehmen einige Hersteller oder Verkäufer für ihre Produkte <a href="https://www.evz.de/einkaufen-internet/gewaehrleistung-und-garantie.html"><strong>Garantien</strong></a>. Klären Sie mit dem Garantiegeber, ob es sich bei Ihrem aufgetretenen Defekt um einen Garantiefall handelt.</p> <p>Weitere Informationen zum Thema Gewährleistung und Garantie finden Sie bei den <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/so-reklamieren-sie-richtig-die-sechs-wichtigsten-punkte-11390"><strong>Verbraucherzentralen</strong></a> und beim <a href="https://www.evz.de/einkaufen-internet/gewaehrleistung-und-garantie/unterschied-gewaehrleistung-und-garantie.html"><strong>Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland</strong></a>.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_blau_karussel1.jpg"> </a> <strong> Smartphones möglichst lange nutzen </strong> Quelle: Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_blau_karussel1.jpg">Bild herunterladen</a> (429,35 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel2.jpg"> </a> <strong> Elektrogeräte länger nutzen </strong> Quelle: Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel2.jpg">Bild herunterladen</a> (220,77 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel3.jpg"> </a> <strong> Produkte lange nutzen ist ein #BigPoint in Sachen Klimaschutz </strong> Quelle: Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel3.jpg">Bild herunterladen</a> (213,07 kB) Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>Langlebige Produkte bevorzugen</strong>: Wie lange ein Produkt halten wird, lässt sich im Voraus nicht exakt bestimmen. Folgende Tipps helfen Ihnen, beim Neukauf langlebigere Produkte zu erkennen:</p> <ul> <li><strong>Langlebige Geräte sind tendenziell teurer.</strong> Dies ist beispielsweise auf eine höhere Materialqualität oder Ersatzteilvorhaltung zurückzuführen.</li> <li><strong>Berücksichtigen Sie Lebensdauertests </strong>durch unabhängige Institute (wie z. B. durch Stiftung Warentest).</li> <li>Auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106291"><strong>Reparierbarkeit</strong></a> achten.</li> <li><strong>Freiwillige</strong> <a href="https://www.evz.de/einkaufen-internet/gewaehrleistung-und-garantie.html"><strong>Zusatzgarantien</strong></a><strong>:</strong> Bevor Sie sich für eine kostenpflichtige Garantieverlängerung entscheiden, prüfen Sie die <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/regeln-beim-kaufvertrag-freiwillige-garantien-5102">Garantiebedingungen</a>.</li> <li><strong>Achten Sie bei (Produkten) auf den Blauen Engel.</strong> Bei diesen Produkten zählen neben einem niedrigen Energie- und Ressourcenverbrauch auch Reparierbarkeit und Ersatzteilverfügbarkeit zu den produktspezifischen Umweltkriterien des <a href="https://www.blauer-engel.de/">Blauen Engels</a>.</li> <li>Geräte sind generell für eine vorher definierte <strong>Nutzungsintensität</strong> ausgelegt. Wenn Sie ein Gerät besonders intensiv nutzen werden, sollten Sie deshalb Geräte für den Profi- und Businessbereich wählen. Denn diese sind auf eine deutlich intensivere Nutzung ausgelegt als solche für den privaten Gebrauch.</li> <li>Achten Sie auf ein möglichst <strong>zeitloses Design</strong>, das Ihnen noch viele Jahre gefallen wird</li> <li><strong>Bei modularen</strong> Geräten können Sie Bauteile selbstständig austauschen und Hardware updaten. Bisher sind jedoch nur wenige Produktkategorien im modularen Design verfügbar.</li> <li><strong>Zusatzfunktionen </strong>an Geräten können kaputtgehen. Überlegen Sie sich daher im Vorfeld genau, was Sie wirklich benötigen und auf welche Gadgets Sie verzichten können.</li> <li>Achten Sie beim Kauf von elektronischen Geräten auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energiesparen/energieverbrauchskennzeichnung">Energieeffizienz</a>, damit Sie auch bei langer Nutzung eine niedrige Stromrechnung haben.</li> </ul> <p>Sie sind verpflichtet, ausrangierte <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106990"><strong>Elektro- und Elektronikgeräte fachgerecht zu entsorgen</strong></a>.<br><br><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Aus ökologischer Perspektive ist es sinnvoll, Geräte zu leihen und gebraucht zu kaufen. Mehr Infos <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/leihen-tauschen-teilen-0">hier</a> (Sharing).</li> <li>Nutzen Sie das umfassende und überwiegend kostenfreie Informations- und Beratungsangebot der <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/beratung">Verbraucherzentralen</a> zu Ihren Verbraucherrechten.</li> <li>Eine <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/schlichtungsstelle-steht-verbraucherinnen-und-verbrauchern-zur-seite-1562360">Schlichtung</a> stellt eine risikofreie Alternative zu einem Gerichtsprozess dar, um Ihre Verbraucherrechte gegenüber einem Unternehmen geltend machen zu können.</li> </ul> 08.05.2018 Produkte länger nutzen Hintergrund <p><strong>Umweltsituation: </strong>Ressourcenabbau, Herstellung, Transport, Nutzung und Entsorgung von Produkten verursachen erhebliche Umweltbelastungen. Begrenzte verfügbare Ressourcen werden verbraucht, Treibhausgase schaden dem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a> und das Abfallaufkommen wird erhöht. Zudem erfolgen insbesondere der Ressourcenabbau, die Herstellung und die Entsorgung nicht selten unter prekären sozialen Bedingungen. Auch Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit sind nicht immer auszuschließen. Wird der gesamte Lebenszyklus eines Produktes betrachtet, sind die größten sozialen Probleme und ökologischen Schäden in den allermeisten Fällen mit dem Ressourcenabbau und der Herstellung verbunden. Auch bei elektrischen und elektronischen Geräten überwiegen fast immer die Umweltbelastungen, die durch den Verbrauch an Strom während der Nutzung entstehen.</p> <p>Vor diesem Hintergrund ist es in den meisten Fällen nicht sinnvoll, ein noch funktionierendes Gerät durch ein sparsameres Modell auszutauschen. Die Einspareffekte durch ein neues Gerät können die Energieverbräuche für die Herstellung eines Neugeräts i. d. R. nicht kompensieren. Wenn man beispielsweise ein Notebook durch ein neues, energieeffizienteres Notebook ersetzt, müsste man das neue Gerät mehrere Jahrzehnte lang nutzen, um den Aufwand für die Herstellung durch die Einsparung in der Nutzung wieder aufzuwiegen.</p> <p><strong>Gesetzeslage:</strong> Der Verkäufer ist gesetzlich verpflichtet, dem Käufer die gekaufte Ware mängelfrei zu übergeben. Andernfalls hat die/der Käufer*in einen Anspruch auf Gewährleistung, die im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt ist. Darüber hinaus bieten einige Hersteller oder Händler für ihre Produkte auf freiwilliger Basis Garantien an. Durch die Inanspruchnahme dieser Rechte können Verbraucher*innen einen Beitrag zur Verlängerung der Nutzungs- und Lebensdauer von Produkten leisten.</p> <p>Die Lebensdauer eines Gerätes wird nicht nur durch das Gerätedesign, sondern auch durch die Nutzungsintensität und den sorgsamen Umgang beeinflusst. Geräte sind generell für eine vorher definierte Nutzungsintensität ausgelegt. Diese ist meistens für Nutzer*innen nicht transparent, Ausnahmen bilden etwa Angaben zum Druckvolumen bei Druckern oder die täglichen Kaffeetassen bei einem Kaffeevollautomaten. Prinzipiell sind Geräte für den Profi- und Businessbereich auf eine deutlich intensivere Nutzung ausgelegt als solche für den privaten Gebrauch.</p> <p><strong>Marktbeobachtung:</strong> Auf der einen Seite steigt die Ausstattung privater Haushalte mit Gebrauchsgütern. Auf der anderen Seite hat sich die durchschnittliche Nutzungsdauer vieler elektronischer Geräte in den letzten Jahren tendenziell verkürzt. Diese Erscheinung wird seit einigen Jahren unter dem Begriff „Obsoleszenz" diskutiert. Die Gründe dafür sind vielfältig: Neben kürzeren Innovationszyklen, Defekten durch Materialschwächen, schlechter Reparierbarkeit, hohen Reparaturkosten, fehlenden Software-Updates, aber auch dem Verbraucherwunsch nach modernen Geräten, verleiten aggressive Werbe- und Rabattaktionen zum Neukauf und Mehrkonsum. Die Ursache dafür ist unter anderem, dass Hersteller aufgrund der internationalen Konkurrenz Geräte unter einem enormen Kosten- und Zeitdruck designen und produzieren müssen. So ist der Anteil der innerhalb von weniger als fünf Nutzungsjahren aufgrund eines Defektes ausgetauschten Haushaltsgroßgeräte von 3,5 % im Jahr 2004 auf 8,3 % im Jahr 2013 gestiegen. Ein anderes Beispiel: 2012 waren über 60 % der ausgetauschten Flachbildschirmfernseher noch funktionstüchtig.1</p> <p>1 Quelle (Absatz Marktbeobachtung): Öko-Institut (2016): <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/einfluss-der-nutzungsdauer-von-produkten-auf-ihre-1%20">Einfluss der Nutzungsdauer von Produkten auf ihre Umweltwirkung: Schaffung einer Informationsgrundlage und Entwicklung von Strategien gegen „Obsoleszenz"</a>, in Zusammenarbeit mit Universität Bonn, Institut für Landtechnik, im Auftrag des Umweltbundesamtes, UFOPLAN FKZ 3713 32 315, Dessau</p> </p><p> Wie Sie Produkte so lange wie möglich nutzen <ul> <li>Aus Umweltsicht gilt (fast) immer: Nutzen Sie Ihre Produkte (auch Elektro- und Elektronikgeräte) so lange wie möglich.</li> <li>Achten Sie beim Neukauf auf Langlebigkeit und Reparierbarkeit</li> <li>Machen Sie bei defekten oder nicht einwandfreien Produkten von Ihren Gewährleistungsansprüchen Gebrauch.</li> <li>Gehen Sie sorgsam mit Ihren Dingen um, warten und reinigen Sie diese regelmäßig.</li> <li>Lassen Sie defekte Produkte <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/uebergreifende-tipps/reparieren">reparieren</a> oder reparieren Sie selbst.</li> <li>Entsorgen Sie am Ende einer möglichst langen Nutzungszeit Ihr Altgerät sachgerecht.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Um Produkte herzustellen werden Ressourcen und Energie benötigt. Deshalb gilt: Nutzen Sie Ihre Produkte so lange wie möglich.</p> <p>Elektro- und Elektronikgeräte benötigen auch für den Betrieb Strom. Dennoch kommt der Herstellung inklusive des Ressourcenabbaus in der Regel eine höhere Umweltrelevanz zu als der Betriebsphase. Da der Anteil an Ökostrom im deutschen Strommix zunimmt, sinken die Treibhausgasemissionen während der Nutzungsphase und die Effizienz der Geräte wird aus Klimaperspektive weniger wichtig. Deshalb gilt auch bei stromverbrauchenden Geräten: Je länger ein solches Gerät genutzt wird, desto besser ist es für die Umwelt. Dies gilt uneingeschränkt für Informations- und Unterhaltungstechnologien wie Smartphones, Notebooks und gleich großen Fernsehgeräten. Auch bei Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Toaster und Kaffeemaschinen ist es ökologisch vorteilhaft, diese möglichst lange zu nutzen. Gemäß einer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/oekologische-oekonomische-vergleichsrechnung-von">Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2025</a> kann es bei den folgenden Geräten ökonomisch und ökologisch sinnvoll sein, sehr alte Geräte, die besonders intensiv genutzt werden, gegen Geräte der höchsten Effizienzstufe auszutauschen. Wann diese Fälle genau zutreffen, können Sie den jeweils verlinkten Umwelttipps entnehmen:</p> <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15333">Gefrierschrank</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/14941">Kühlschrank</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57310">Geschirrspüler</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/16781">Wäschetrockner</a> (ohne integrierte Wärmepumpe)</li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/27935">Staubsauger</a></li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/uba_produktelaengernutzen_1545x775.jpg"> </a> <strong> Brauche ich das wirklich? Schritt für Schritt zur nachhaltigen Kaufentscheidung. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025) </p><p> <p><strong>Sorgsamer Umgang mit Geräten:</strong> Insbesondere Elektronikgeräte wie Smartphones, Laptops oder Flatscreens können leicht kaputtgehen. Nässe und Schmutz an den falschen Stellen oder Erschütterungen schaden den Geräten. Umso wichtiger ist ein besonders sorgsamer Umgang mit ihnen.</p> <ul> <li>Schützen Sie Ihre <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/23053">mobilen Geräte</a> wie Smartphones durch Hüllen und Folien vor Stürzen und Kratzern.</li> <li>Achten Sie auf einen sicheren Stand beim Abstellen von Laptop oder Smartphone.</li> <li>Nutzen Sie Produkte im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/aussenbereich">Außenbereich</a> nur, wenn diese dafür auch ausgelegt sind.</li> <li>Metall sollte möglichst vor Wasser geschützt werden, um Rost zu vermeiden.</li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/11191">Akkus</a> sollten vor Temperaturschwankungen geschützt werden.</li> <li>Auch Schmutz kann die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen, wenn er in das Innere des Gerätes gelangt. Deshalb sollen Geräte regelmäßig gereinigt und in einer möglichst sauberen Umgebung gelagert und verwendet werden.</li> </ul> <p><strong>Reparieren von defekten Geräten: </strong>Aus Umweltsicht lohnt sich eine <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106291">Reparatur</a> statt eines Neukaufs so gut wie immer. Doch vermeiden Sie Reparaturen in Eigenregie, wenn Sie Gewährleistungs- oder Garantieansprüche haben.</p> <p><strong>Gewährleistungsrechte umweltfreundlich nutzen:</strong> Nicht immer läuft nach einem Neukauf alles rund. Hat die gekaufte Ware innerhalb der ersten zwei Jahre einen Mangel, sollten Sie von Ihren Gewährleistungsrechten Gebrauch machen. Ob im stationären oder Online-Handel erworben: Der Verkäufer ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen eine gekaufte Ware frei von Mängeln zu übergeben. Ist dies nicht der Fall, haben Sie bei Neugeräten für zwei Jahre Anspruch auf Gewährleistung. Entscheiden Sie sich ab dem 31.07.26 für eine Reparatur anstatt einen Austausch, verlängert sich Ihr Anspruch auf Gewährleistung um weitere 12 Monate. Bei gebrauchten Produkten können gewerbliche Händler die <a href="https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/presse/gut-zu-wissen-verbrauchertipp-gewaehrleistungsrecht-bei-gebrauchter-ware"><strong>Gewährleistungsfrist auf 12 Monate beschränken</strong></a>, indem dies deutlich kenntlich ausgewiesen wird. Wenn Sie gebrauchte Ware von Privatpersonen kaufen, sollten Sie den Kaufvertrag dahingehend genau prüfen, ob die/der private Verkäufer*in jegliche Gewährleistung ausgeschlossen hat.</p> <p>Beachten Sie im Gewährleistungsfall die sogenannte Beweislastumkehr. Innerhalb von zwölf Monaten nach Übergabe der Ware müssen Sie als Käufer*in nicht nachweisen, dass der Mangel bereits bei der Übergabe bestand. Nach dieser Frist müssen Sie dies nachweisen. Reklamieren Sie den Mangel am besten schriftlich beim Verkäufer. Zunächst haben Sie gegenüber dem Händler einen Anspruch auf <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/nachbesserung-und-ersatzlieferung-5068"><strong>Nacherfüllung</strong></a>. Grundsätzlich können Sie wählen, ob das Produkt repariert oder durch ein neues, mangelfreies Produkt ersetzt werden soll. Ist beides nicht möglich oder für den Verkäufer unverhältnismäßig kostenintensiv, können Sie im Anschluss zwischen einem Rücktritt oder einer <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/ruecktritt-und-minderung-5078"><strong>Kaufpreisminderung</strong></a> wählen. Wenn Sie sich mit einem Mangel arrangieren können und das Gerät nur unwesentlich vom Neuzustand abweicht, ist es ökologisch sinnvoller, das Produkt zu behalten. Wenn ein Mangel vom Verkäufer verursacht wurde, können Sie mitunter <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/schadenersatz-durch-den-haendler-5087"><strong>Schadensersatz</strong></a> beim Verkäufer geltend machen. Zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung übernehmen einige Hersteller oder Verkäufer für ihre Produkte <a href="https://www.evz.de/einkaufen-internet/gewaehrleistung-und-garantie.html"><strong>Garantien</strong></a>. Klären Sie mit dem Garantiegeber, ob es sich bei Ihrem aufgetretenen Defekt um einen Garantiefall handelt.</p> <p>Weitere Informationen zum Thema Gewährleistung und Garantie finden Sie bei den <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/so-reklamieren-sie-richtig-die-sechs-wichtigsten-punkte-11390"><strong>Verbraucherzentralen</strong></a> und beim <a href="https://www.evz.de/einkaufen-internet/gewaehrleistung-und-garantie/unterschied-gewaehrleistung-und-garantie.html"><strong>Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland</strong></a>.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_blau_karussel1.jpg"> </a> <strong> Smartphones möglichst lange nutzen </strong> Quelle: Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_blau_karussel1.jpg">Bild herunterladen</a> (429,35 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel2.jpg"> </a> <strong> Elektrogeräte länger nutzen </strong> Quelle: Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel2.jpg">Bild herunterladen</a> (220,77 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel3.jpg"> </a> <strong> Produkte lange nutzen ist ein #BigPoint in Sachen Klimaschutz </strong> Quelle: Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5324/bilder/sharepic_bigpoint_handy_karussel3.jpg">Bild herunterladen</a> (213,07 kB) Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>Langlebige Produkte bevorzugen</strong>: Wie lange ein Produkt halten wird, lässt sich im Voraus nicht exakt bestimmen. Folgende Tipps helfen Ihnen, beim Neukauf langlebigere Produkte zu erkennen:</p> <ul> <li><strong>Langlebige Geräte sind tendenziell teurer.</strong> Dies ist beispielsweise auf eine höhere Materialqualität oder Ersatzteilvorhaltung zurückzuführen.</li> <li><strong>Berücksichtigen Sie Lebensdauertests </strong>durch unabhängige Institute (wie z. B. durch Stiftung Warentest).</li> <li>Auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106291"><strong>Reparierbarkeit</strong></a> achten.</li> <li><strong>Freiwillige</strong> <a href="https://www.evz.de/einkaufen-internet/gewaehrleistung-und-garantie.html"><strong>Zusatzgarantien</strong></a><strong>:</strong> Bevor Sie sich für eine kostenpflichtige Garantieverlängerung entscheiden, prüfen Sie die <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/regeln-beim-kaufvertrag-freiwillige-garantien-5102">Garantiebedingungen</a>.</li> <li><strong>Achten Sie bei (Produkten) auf den Blauen Engel.</strong> Bei diesen Produkten zählen neben einem niedrigen Energie- und Ressourcenverbrauch auch Reparierbarkeit und Ersatzteilverfügbarkeit zu den produktspezifischen Umweltkriterien des <a href="https://www.blauer-engel.de/">Blauen Engels</a>.</li> <li>Geräte sind generell für eine vorher definierte <strong>Nutzungsintensität</strong> ausgelegt. Wenn Sie ein Gerät besonders intensiv nutzen werden, sollten Sie deshalb Geräte für den Profi- und Businessbereich wählen. Denn diese sind auf eine deutlich intensivere Nutzung ausgelegt als solche für den privaten Gebrauch.</li> <li>Achten Sie auf ein möglichst <strong>zeitloses Design</strong>, das Ihnen noch viele Jahre gefallen wird</li> <li><strong>Bei modularen</strong> Geräten können Sie Bauteile selbstständig austauschen und Hardware updaten. Bisher sind jedoch nur wenige Produktkategorien im modularen Design verfügbar.</li> <li><strong>Zusatzfunktionen </strong>an Geräten können kaputtgehen. Überlegen Sie sich daher im Vorfeld genau, was Sie wirklich benötigen und auf welche Gadgets Sie verzichten können.</li> <li>Achten Sie beim Kauf von elektronischen Geräten auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energiesparen/energieverbrauchskennzeichnung">Energieeffizienz</a>, damit Sie auch bei langer Nutzung eine niedrige Stromrechnung haben.</li> </ul> <p>Sie sind verpflichtet, ausrangierte <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/106990"><strong>Elektro- und Elektronikgeräte fachgerecht zu entsorgen</strong></a>.<br><br><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Aus ökologischer Perspektive ist es sinnvoll, Geräte zu leihen und gebraucht zu kaufen. Mehr Infos <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/leihen-tauschen-teilen-0">hier</a> (Sharing).</li> <li>Nutzen Sie das umfassende und überwiegend kostenfreie Informations- und Beratungsangebot der <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/beratung">Verbraucherzentralen</a> zu Ihren Verbraucherrechten.</li> <li>Eine <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/schlichtungsstelle-steht-verbraucherinnen-und-verbrauchern-zur-seite-1562360">Schlichtung</a> stellt eine risikofreie Alternative zu einem Gerichtsprozess dar, um Ihre Verbraucherrechte gegenüber einem Unternehmen geltend machen zu können.</li> </ul> 08.05.2018 Produkte länger nutzen </p><p> Hintergrund <p><strong>Umweltsituation: </strong>Ressourcenabbau, Herstellung, Transport, Nutzung und Entsorgung von Produkten verursachen erhebliche Umweltbelastungen. Begrenzte verfügbare Ressourcen werden verbraucht, Treibhausgase schaden dem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a> und das Abfallaufkommen wird erhöht. Zudem erfolgen insbesondere der Ressourcenabbau, die Herstellung und die Entsorgung nicht selten unter prekären sozialen Bedingungen. Auch Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit sind nicht immer auszuschließen. Wird der gesamte Lebenszyklus eines Produktes betrachtet, sind die größten sozialen Probleme und ökologischen Schäden in den allermeisten Fällen mit dem Ressourcenabbau und der Herstellung verbunden. Auch bei elektrischen und elektronischen Geräten überwiegen fast immer die Umweltbelastungen, die durch den Verbrauch an Strom während der Nutzung entstehen.</p> <p>Vor diesem Hintergrund ist es in den meisten Fällen nicht sinnvoll, ein noch funktionierendes Gerät durch ein sparsameres Modell auszutauschen. Die Einspareffekte durch ein neues Gerät können die Energieverbräuche für die Herstellung eines Neugeräts i. d. R. nicht kompensieren. Wenn man beispielsweise ein Notebook durch ein neues, energieeffizienteres Notebook ersetzt, müsste man das neue Gerät mehrere Jahrzehnte lang nutzen, um den Aufwand für die Herstellung durch die Einsparung in der Nutzung wieder aufzuwiegen.</p> <p><strong>Gesetzeslage:</strong> Der Verkäufer ist gesetzlich verpflichtet, dem Käufer die gekaufte Ware mängelfrei zu übergeben. Andernfalls hat die/der Käufer*in einen Anspruch auf Gewährleistung, die im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt ist. Darüber hinaus bieten einige Hersteller oder Händler für ihre Produkte auf freiwilliger Basis Garantien an. Durch die Inanspruchnahme dieser Rechte können Verbraucher*innen einen Beitrag zur Verlängerung der Nutzungs- und Lebensdauer von Produkten leisten.</p> <p>Die Lebensdauer eines Gerätes wird nicht nur durch das Gerätedesign, sondern auch durch die Nutzungsintensität und den sorgsamen Umgang beeinflusst. Geräte sind generell für eine vorher definierte Nutzungsintensität ausgelegt. Diese ist meistens für Nutzer*innen nicht transparent, Ausnahmen bilden etwa Angaben zum Druckvolumen bei Druckern oder die täglichen Kaffeetassen bei einem Kaffeevollautomaten. Prinzipiell sind Geräte für den Profi- und Businessbereich auf eine deutlich intensivere Nutzung ausgelegt als solche für den privaten Gebrauch.</p> <p><strong>Marktbeobachtung:</strong> Auf der einen Seite steigt die Ausstattung privater Haushalte mit Gebrauchsgütern. Auf der anderen Seite hat sich die durchschnittliche Nutzungsdauer vieler elektronischer Geräte in den letzten Jahren tendenziell verkürzt. Diese Erscheinung wird seit einigen Jahren unter dem Begriff „Obsoleszenz" diskutiert. Die Gründe dafür sind vielfältig: Neben kürzeren Innovationszyklen, Defekten durch Materialschwächen, schlechter Reparierbarkeit, hohen Reparaturkosten, fehlenden Software-Updates, aber auch dem Verbraucherwunsch nach modernen Geräten, verleiten aggressive Werbe- und Rabattaktionen zum Neukauf und Mehrkonsum. Die Ursache dafür ist unter anderem, dass Hersteller aufgrund der internationalen Konkurrenz Geräte unter einem enormen Kosten- und Zeitdruck designen und produzieren müssen. So ist der Anteil der innerhalb von weniger als fünf Nutzungsjahren aufgrund eines Defektes ausgetauschten Haushaltsgroßgeräte von 3,5 % im Jahr 2004 auf 8,3 % im Jahr 2013 gestiegen. Ein anderes Beispiel: 2012 waren über 60 % der ausgetauschten Flachbildschirmfernseher noch funktionstüchtig.1</p> <p>1 Quelle (Absatz Marktbeobachtung): Öko-Institut (2016): <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/einfluss-der-nutzungsdauer-von-produkten-auf-ihre-1%20">Einfluss der Nutzungsdauer von Produkten auf ihre Umweltwirkung: Schaffung einer Informationsgrundlage und Entwicklung von Strategien gegen „Obsoleszenz"</a>, in Zusammenarbeit mit Universität Bonn, Institut für Landtechnik, im Auftrag des Umweltbundesamtes, UFOPLAN FKZ 3713 32 315, Dessau</p> </p><p>Informationen für...</p>
Mit dem CO₂-Rechner von Re-Use Berlin wurde ein Online-Tool entwickelt, das schnell und einfach den Effekt des Kaufs von Gebrauchtwaren im Vergleich zu neuen Artikeln greifbar macht. Der Rechner bietet viele verschiedene Kategorien an, von Elektronik und Textilien über Bücher bis hin zu Haushaltswaren und Fahrrädern. So können Nutzerinnen und Nutzer herausfinden, wie viel CO₂ sie potenziell sparen, wenn sie ein Smartphone oder eine Waschmaschine gebraucht statt neu kaufen. Gebrauchtwarenhändler erhalten die Möglichkeit, gegenüber der Kundschaft und der Öffentlichkeit den Wert ihrer Arbeit auszuweisen. Die gesparten CO₂-Emmissionen werden anschließend in vermiedene Auto-, Bahn- und Flugdistanzen umgerechnet, um den Vorteil verständlich zu illustrieren. Hier einfach selbst ausprobieren: CO₂-Ersparnis berechnen
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| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 33 |
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| Weitere | 2 |
| Wissenschaft | 3 |
| Zivilgesellschaft | 3 |
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|---|---|
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|---|---|
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