Im Rahmen des Programms zur Bearbeitung der Gefaehrdungsabschaetzung von Ruestungsaltlasten des Landes Niedersachsen wurde das IWS beauftragt, ein Bewertungsmodell zur vergleichenden Bewertung und Prioritaetensetzung der Gefaehrdungspotentiale von Ruestungsaltlastverdachtsflaechen zu entwickeln. Ruestungsaltlasten sind Altablagerungen und Grundstuecke stillgelegter Anlagen und Nebeneinrichtungen der Ruestungsindustrie, von denen aufgrund des unsachgemaessen Umganges vor allem mit Explosiv- und Kampfstoffen einschliesslich der Vor- und Zwischenprodukte bei der Herstellung und Verarbeitung und der unsachgemaessen Entsorgung von Produktionsrueckstaenden, oder aber von den Produkten selbst Gefahren fuer die Umwelt ausgehen. Das Verfahren musste, entsprechend der Vorgehensweise bei der Altlastenbewertung in Niedersachsen, auf dem vom Land Baden-Wuerttemberg fuer die Altlastenbearbeitung entwickelten Bewertungsmodell (BWBV) aufbauen. Zusaetzlich war ein pragmatischer Ansatz gefordert, um eine leichte Handhabbarkeit des Verfahrens zu gewaehrleisten. Im Rahmen der Bewertung sollten relativ leicht zu beschaffende Daten und Informationen ebenso wie konkrete Messwerte zur Belastungssituation aus chemisch-physikalischen Analysen in die Bewertung einbezogen werden.
Zu begutachten war das Eluat der zur Verfuellung der Hohlraeume im Kalkbergwerk Gerstheim vorgesehenen Wirbelschichtasche des Steinkohlekraftwerkes Roemerbruecke. Dabei wurde von der unguenstigen Bedingung ausgegangen, dass Wasser in die bisher ueberwiegend trockenen Kalkbergwerkstollen eindringt und das angereicherte Eluat das Grundwasser kontaminiert.
Welches sind die Eintragspfade fuer PSM an den ausgewaehlten Standorten? Was sind die Ursachen fuer die ermittelten PSM-Eintraege? Wie verhalten sich ausgewaehlte PSM in den Untersuchungsgebieten? Welche Einsatzmoeglichkeiten bieten die ausgewaehlten Simulationsmodelle? Optimierung der PSM-Anwendung. Vergleich alternativer PSM. Prognose des Verhaltens von PSM.
Im Rahmen des Projektes wurden insgesamt 323 Bodenproben ausgewertet. Die Bodenproben entstammen sehr heterogenen Bodenbedingungen (anthropogene und naturnahe Boeden aus Auen, Terrassen und Grundmoraenenplatten). Die Ziele des Projektes liegen in der Beantwortung folgender Fragestellungen: 1. Die PAK-Konzentrationen der 16 analysierten Einzelkomponenten stehen in bestimmten Groessenverhaeltnissen zueinander, sie bilden sogenannte PAK-Muster. Welche PAK-Mustergruppen gibt es und wie sind diese bodenbezogen interpretierbar? 2. Die PAK-Kontamination (Gesamt-PAK, Einzelkomponenten) im Boden und deren bodenhorizontbezogene Abfolge korrespondieren mit der Auspraegung bodenimmanenter Puffermerkmale (Humusgehalt, pH-Wert, Tongehalt, Gehalt an Sesquioxiden, Austauschkapazitaet usw.). Lassen sich bei der heterogenen Datenausgangssituation signifikante Zusammenhaenge zwischen PAK-Konzentrationen und Puffermerkmalen ueberhaupt statistisch nachweisen und wie eng sind diese Zusammenhaenge?
Mit dem Vorhaben wird das Ziel verfolgt, das mit der bakteriellen Laugung von Schwermetallen in Bergbau-Abraumhalden verbundene moegliche Gefaehrdungspotential fuer Oberflaechenwaesser und Grundwaesser zu ermitteln und Loesungswege zur Kontaminationsverminderung zu erarbeiten. Berghalden unterschiedlicher Mineralzusammensetzung und Berghalden gleicher Metallinhalte in unterschiedlichen Klimazonen sollen hinsichtlich ihres Bestandes an metallmobilisierenden Mikroorganismen untersucht werden. Das durch natuerliche bakterielle Laugung hervorgerufene Umweltgefaehrdungspotential soll bestimmt werden und Voraussetzungen aufgezeigt werden, die es gestatten, den Laugungsmechanismus zu bremsen oder zu verhindern und damit eine Kontamination der Grundwaesser.
Die isotopenhydrologischen Arbeiten im Rahmen des GBL-Forschungsvorhabens (Teilprojekt 9) befassten sich u.a. mit Untersuchungen zum Nachweis hydraulischer Verbindungen zwischen Oberflaechenwaessern, flachen und tiefen Grundwaessern sowie deren Ursprung und altersmaessiger Klassifikation. Dazu wurden komplette isotopenhydrologische Analysen durchgefuehrt (gamma 18O-, gamma2H- und gamma13C-Bestimmungen, Tritium- und 14C-Messungen). Die Untersuchungsgebiete waren die weitere Umgebung von Merseburg-Ost und die Bornaer Mulde (Tagebau Borna/Bockwitz), in denen komplexe Mischungen von Grundwaessern zwischen Grundwasserleitern vorkommen. Gute hydraulische Verbindungen zwischen den tertiaeren Lockersedimenten und den praetertiaeren Festgesteinen wurden nachgewiesen. In der Rinne der Nachterstedter Mulde wurden im Vergleich zu den Randbereichen hoehere 14C-Wasseralter gefunden, die eine Anpassung des hydraulischen Modells zur Simulation des Grundwasseranstiegs nach Einstellung der Suempfungsmassnahmen erforderlich machen. Versuche, die hydrochemische Klassifizierung von Grundwaessern mit gamma18O-Werten zu unterstuetzen, waren nicht erfolgreich.
Von den ca 310 000 km oeffentlichen Abwasserkanaelen in den alten Bundeslaendern sind nach neuesten Umfragen und Hochrechnungen ca 20 Prozent schadhaft. Im Sinne des Umweltschutzes und im Vollzug des WHG sind undichte Kanaele zu sanieren. Bei Ansatz eines mittleren Preises von 2 500,-- DM pro laufenden Meter fuer die Sanierung der rund 62 000 km schadhaften Kanaele ergibt sich ein Investitionsbedarf von etwa 150 Milliarden DM. Hieraus leitet sich die Notwendigkeit ab, eine Sanierungsreihenfolge in Abhaengigkeit von den baulichen Maengeln sowie den oertlichen Gegebenheiten festzulegen, um die vorhandenen Mittel moeglichst effektiv einsetzen zu koennen. Ziel der geplanten Untersuchung ist es, ein von der Arbeitsgruppe 1/6/3 der ATV erarbeitetes Klassifikationssystem an ausgewaehlten Kanalisationen zu verifizieren. Die Erprobung des Ansatzes soll an unterschiedlich strukturierten Entwaesserungsgebieten erfolgen (grossstaedtisches Entwaesserungsgebiet mit relativ hohem Anteil an industriellem Altwasser, kleinstaedtisches Entwaesserungsgebiet im laendlichen Raum, mittelstaedtisches Entwaesserungsgebiet, mit und ohne Bergbaueinfluss), von denen nach Moeglichkeit vollstaendige Aufzeichnungen ueber den baulichen Zustand sowie die oertlichen Gegebenheiten vorhanden sind.
Das Projekt steht im Rahmen der deutsch-franzoesischen Forschungskooperation 'Schwermetalle in Boeden'. Mit einem chemischen und einem physikalischen Ansatz wurden die Bindungsstaerke und -formen von Schwermetallen in Boeden als fuer das Gefaehrdungspotential ausschlaggebende Parameter untersucht. Um Aussagen ueber die Art und Staerke der Schwermetallbindung zu erhalten, wurden ausgewaehlte Bodenproben im Labor in Batch- und Diffusionsversuchen mit Schwermetallen belegt. Die mit Schwermetallen belegten Proben wurden anschliessend mit einer Abfolge von Extraktionsschritten auf die operationellen Bindungsformen der Schwermetalle untersucht. Die Sorption der Schwermetalle an die Boeden wurde mit Hilfe von Adsorptionsisothermen, Diffusionskoeffizienten und Retardationsfaktoren beschrieben. Die Bindungsformen der sorbierten Schwermetalle zeigten eine andere, wesentlich mobilere Ausbildung als die Bindungsformen der geogenen Fraktion. Die Verteilung der operationell definierten Bindungsformen der sorbierten Schwermetalle erwies sich als stark konzentrationsabhaengig. Ein reaktionskinetischer Einfluss war nicht nachweisbar. In Batch- und Diffusionsversuchen bildeten sich identische Bindungsformen aus. Spezifische Bindungsplaetze machen im Vergleich zu einfachen Kationenaustauschreaktionen nur einen geringen Anteil aus. Vor allem amorphe Eisen- und Manganoxide sorgen fuer eine dauerhafte Immobilisierung der Schwermetalle. Die Ergebnisse dieses chemischen Ansatzes werden den Ergebnissen des franzoesischen Projektpartners, das sind vor allem infrarotspektroskopische Analysen, gegenuebergestellt.
Ziel des Vorhabens war die Erstbewertung von Altstandorten im inneren S-Bahnring. Durch diese Bewertung sollten Flaechen ausfindig gemacht werden, die unter Umstaenden fuer notwendige Wohnbauvorhaben herangezogen werden koennten. Dazu wurde ein Bewertungsmodell entwickelt, um mit einem pragmatischen Ansatz das Gefaehrdungspotential einer Anzahl von Verdachtsflaechen in relativ kurzer Zeit zu quantifizieren. Damit sollte eine transparente und nachvollziehbare Grundlage fuer eine politische Entscheidungsfindung gegeben werden. Unter Beruecksichtigung der verfuegbaren Finanzmittel sollten dann notwendige grundstuecksbezogene Sanierungsmassnahmen eingeleitet werden. Das Bewertungsmodell diente somit ausschliesslich der Prioritaetensetzung, dh einer Erstbewertung. Es ermoeglicht in systematischer Weise, die Verdachtsflaechen mit dem dringlichsten Handlungsbedarf aus einer grossen Anzahl von Verdachtsflaechen herauszufinden. Es liefert somit auf dieser Stufe eine relative Bewertung und kann lediglich Hinweise auf das absolute Gefaehrdungspotential oder die absolute Gefahr geben. Die Bewertung von Altablagerungen und Altstandorten erfolgt fuer die Stoffbewertung auf unterschiedliche Weise, da die jeweils zur Verfuegung stehenden Informationen nur bedingt vergleichbar sind. Bei Altablagerungen reichen im allgemeinen Indirektinformationen zur Quantifizierung des stoffbezogenen Gefaehrdungspotentials nicht aus. So vermittelt die Angabe 'Hausmuelldeponie' nur ein unvollstaendiges Bild ueber die dort tatsaechlich abgelagerten gefaehrlichen Stoffe. Daher sind zur Bewertung von Altablagerungen Messwerte notwendig, die ein Bild ueber die Umweltbelastung vermitteln. Anders sieht es bei Altstandorten aus, bei denen sehr aufschlussreiche Indirektinformationen ueber vorhandene Branchen oder gelagerte gefaehrliche Stoffe zur Quantifizierung einer potentiellen Gefaehrdung ausreichen. So laesst sich beispielsweise ermitteln, welche gesundheitsgefaehrdenden Stoffe im Mittel in einer Vielzahl von Branchen verwendet werden.
Ziel des interdisziplinaeren Gesamtvorhabens ist es, ein umsetzungsorientiertes Konzept fuer eine funktionsfaehige Kulturlandschaft in der baden-wuerttembergischen Beispielsregion Hohenlohe zu entwickeln. Ein bodenwissenschaftliches Untersuchungsziel ist das Nutzungs- und Gefaehrdungspotential von Boeden typischer und aktionsforschungsbezogener Standorte zu bewerten. Die Nutzungsziele werden im Diskurs mit betroffenen Akteuren ermittelt, so dass die Wuensche der Standortnutzung moeglichst den natuerlichen Voraussetzungen entsprechen. Die Potentialanalyse stuetzt sich zumeist auf veroeffentlichte Daten; damit ist ein ueberregionales Bewertungskonzept ableitbar. Die Verknuepfung zwischen punktuellen Standortwerten und planungsrelevantem Flaechenbezug findet mit Hilfe eines geographischen Informationssystems (GIS) statt und wird im Feld ueberprueft. Letztlich wird der Erfolg von Umsetzungsmassnahmen auf die Ressource Boden kontrolliert. Durch die Konzeption des Gesamtprojektes, welches die gemeinsame Bearbeitung von Arbeitsfeldern durch alle Akteure vorsieht, ist ein direkter Nutzen der bodenwissenschaftlichen Arbeiten fuer eine nachhaltige Agrarlandschaftsgestaltung gewaehrleistet.
| Origin | Count |
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| Bund | 38 |
| Type | Count |
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| Förderprogramm | 38 |
| License | Count |
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| offen | 38 |
| Language | Count |
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| Deutsch | 38 |
| Resource type | Count |
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| Keine | 38 |
| Topic | Count |
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| Boden | 32 |
| Lebewesen und Lebensräume | 32 |
| Luft | 25 |
| Mensch und Umwelt | 38 |
| Wasser | 33 |
| Weitere | 38 |