Die Bearbeitung erfolgt unter Nutzung der Ergebnisse des BMBF-Projektes SASO II und in Fortsetzung des DFG-Projektes VPSS I. Im Rahmen dieser Projekte wurden mit einem gezielten Reprocessing industrieseismischer Felddaten gravierende Qualitätsverbesserungen erreicht und durch eine detaillierte digitale Interpretation in grundsätzlich neue geologische Aussagen umgesetzt. Mit dem Projekt VPSS I wurde in einem 5 km schmalen Streifen die zwischen dem landseismischen DEKORP- Hauptprofil BASIN 9601 und dessen seewärtiger Fortsetzung PQ 2-004 klaffende Lücke bis in den Tiefenbereich der Grundgebirgsoberfläche vorerst nur zweidimensional geschlossen. Hauptaufgabe des Forschungsvorhabens VPSS II ist es, diese Lücke zu schließen. Das wird durch eine digitale geologische Interpretation von 1000 km zu reprozessierender CDP-seismischer Felddaten des Industrieprofilnetzes (ca. 3 km/km2) erreicht und gleichzeitig die geologisch-geophysikalische Datenbasis ergänzt. Dadurch wird eine integrierte dreidimensionale geologische Modellierung des oberpermisch-mesozoischen Strukturbaus (Vorpommern-Störungsystem) und der TRANSEUROPEAN FAULT bis in den Tiefenbereich der Grundgebirgsoberfläche gestützt. Die Bearbeitung erfolgt in ständiger enger Abstimmung mit der DEKORP-Arbeitsgruppe am GFZ Potsdam.
Die Erforschung von Artbildungs- und Anpassungsprozessen ist zentral, um zu verstehen, wie Biodiversität entsteht und auf wechselnde Umweltbedingungen reagiert.. Ein idealer Ort für solche Studien ist das Südpolarmeer: Es beherbergt eine reiche und hochgradig endemische Fauna. Neuere Studien zeigen, dass viele benthische Arten aus Gruppen von genetisch distinkten Kladen bestehen, die als früher übersehene Arten pleistozänen Ursprungs interpretiert werden. Diese kryptischen Arten können durch molekulare Methoden (z. B. DNA-Barcoding) und z.T. auch durch morphologische Analysen unterschieden werden. Es wird angenommen, dass die Artbildung per Zufall erfolgte, als ehemals große Populationen während glazialer Maxima in kleinen allopatrischen Refugien isoliert wurden, wo sie starker genetischer Drift ausgesetzt waren. Alternative Artbildungsmodelle wurden bislang wegen fehlender molekularer Methoden kaum erforscht. Studien aus anderen Ökosystemen zeigen, dass ökologische Artbildung, d.h. Aufspaltungsereignisse durch unterschiedliche Selektion, ein naheliegendes alternatives Artbildungsmodell ist. In dem hier vorgestellten Projekt sollen erstmals hochauflösende genomische Methoden zusammen mit morphologischen Analysen benutzt werden, um konkurrierende Artbildungsmodelle für das Südpolarmeer zu testen. Als Fallstudie sollen hierfür Muster genetischer Drift und Selektion in einer besonders erfolgreichen Gruppe benthischer Arten des Südpolarmeeres untersucht werden, den Asselspinnen (Pycnogonida). Aufbauend auf vorangehenden Studien sollen genomische Muster neutraler und nicht neutraler Marker bei zwei Artkomplexen untersucht werden: Colossendeis megalonyx und Pallenopsis patagonica. Diese beiden Artkomplexe von Asselspinnen sind aufgrund mehrerer Merkmale hervorragende Modelle für die Themen dieses Antrages: 1) Es existieren zahlreiche genetisch divergente kryptische Arten, 2) erste morphologische Unterschiede wurden gefunden, 3) die weite Verbreitung der Vertreter sowohl auf dem antarktischen Kontinentalschelf als auch in weniger von den Vereisungen betroffenen subantarktischen Regionen, 4) ihre geringe Mobilität. Sollte eine durch genetische Drift bedingte allopatrische Artbildung in glazialen Refugialpopulationen der Hauptantrieb der Evolution sein, ist zu erwarten, dass Zufallsfixierung neutraler Allele und Signaturen von Populations-Bottlenecks in stark vereisten Gebieten am höchsten sind. Wenn andererseits natürliche Selektion der Hauptantrieb der Artbildung war, so sind starke Signaturen von Selektion auf Geno- und Phänotyp zu erwarten. Diese sollte am stärksten bei sympatrischen Arten sein (Kontrastverstärkung). Die Variation entlang von Genomen soll untersucht werden, um das Ausmaß zufälliger bzw. nicht zufälliger Variation einzuschätzen. Das vorgeschlagene Projekt wird ein wichtiger erster Schritt einer systematischen Erforschung der relativen Bedeutung von genetischer Drift und Selektion für die Evolution im Südpolarmeer sein.
Das geologische Modell stellt die geologischen Strukturen sowie Gesteinsschichten des Gebietes um Berzdorf in einem 3 dimensionalen Raum dar. Das geologische Modell von Berzdorf ist ein Grundmodell, welches die angetroffenen Gesteinschichten des Prätertiär (Grundgebirge) bis hin zum Quartär abbildet. Die maximale Modelltiefe beträgt 300 m unter NN. Desweiteren integriert das Modell geologische Störungen und wurde als gOcad Modell in der Version 2013.2 erstellt.
Der Geologische Dienst SH beschäftigt sich mit der Erkundung des tieferen Untergrundes. Zur Landesaufnahme und für Potenzialstudien wurde ein landesweites geologisches 3D-Modell entwickelt, das die Tiefe und Verbreitung von relevanten Formationen des Norddeutschen Beckens zeigt. Die Arbeiten erfolgten im Rahmen des Projektes Potenziale des unterirdischen Speicher- und Wirtschaftsraumes im Norddeutschen Becken - TUNB, das die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Zusammenarbeit mit den Norddeutschen Geologischen Diensten durchführte. Das Modell besteht aus 17 Basisflächen lithostratigraphischer Horizonte zwischen der Basis des Zechsteins und der Geländeroberfläche, Hüllflächen von Salzdiapiren und Störungsflächen. Die Eingangsdaten der Modellierung sind Daten des Geotektonischen Atlas von NW-Deutschlands (Baldschuhn et al. 2001), Bohrungen und seismische Profile der KW-Industrie sowie Bohrungen des Landesarchivs SH.
Das 3D-Faziesmodell Stadtgebiet München, Version 1 (2019) umfasst die dreidimensionale Darstellung der Geologie im Raum der Landeshauptstadt München bis auf einer maximalen Tiefe von 180 m ü. NN. Dieses 3D-Modell zeigt ein Voxel-Modell mit der wahrscheinlichsten Verteilung der Lithologien anhand von drei Lithofaziestypen (Ton/Schluff, Sand und Kies) im Untergrund vom Quartär bis inklusive der Oberen Süßwassermolasse (OSM).
Auf Basis von 20114 Bohrungen (Primärdaten), 3D-Variogrammanalysen der betrachteten Lithofaziestypen und 3D-Trends (sekundäre Daten) wurde je Einzelzelle des Voxel-Modells die Wahrscheinlichkeit jedes Lithofaziestypes untersucht. Die Modellierung folgte einem reproduzierbaren Verfahren und beinhaltete eine erste Phase, bei der die Rohdaten aus den Bohrprofilen des Bodeninformationssystems Bayern (BIS-BY) einheitlich qualitätsmäßig kontrolliert, gegebenenfalls korrigiert und homogenisiert wurden.
Die horizontale Auflösung des Modells beträgt 100 m, die vertikale liegt bei 1 m. Die Erstellung er-folgte mit der kommerziellen Software SKUA Version 2018 der Firma Paradigm.
Neben der Untersuchung der lithofaziellen Verteilung im 3D-Raum wurde auch eine Unterteilung und Beschreibung der identifizierten durchlässigen Modellkörper der Oberen Süßwassermolasse durchgeführt.
Durch eine detaillierte dreidimensionale Betrachtung der lithologischen (faziellen) Verhältnisse auf Basis aller verfügbaren Bohrdaten lassen sich auch entscheidende Parameter und Rahmenbedingungen ableiten. Schlüsselaspekte sind hier unter anderem die räumliche Definition der Grundwasserkörper, die Zuordnung von Grundwassermessungen zu den entsprechenden modellierten Horizonte und die Identifizierung und Abschätzung von Nutzungspotentiale des Untergrundes.
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