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MV Region Pomerania WMS

Informationen der staatlichen Umweltverwaltung Mecklenburg-Vorpommern: Karten zur Geologie, zu geologischen und kulturhistorischen Sehenswuerdigkeiten, zu Geotopen und Naturdenkmaelern sowie Touren im Geopark Pomerania

MV Geotourismus Geopark WMS

Informationen der staatlichen Umweltverwaltung Mecklenburg-Vorpommern: Karten zur Geologie, zu geologischen und kulturhistorischen Sehenswuerdigkeiten, zu Geotopen und Naturdenkmaelern sowie Touren im Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft

Multilaterale Wissenschaftskooperation zur Geoparkforschung im Südkaukasus, Teilvorhaben: Analyse sozio- ökologischer Entwicklungspotentiale in peripheren Regionen

Multilaterale Wissenschaftskooperation zur Geoparkforschung im Südkaukasus

Katrin Eder: „Wir gestalten eine neue Struktur für den kooperativen Naturschutz“

Umweltministerin startet zweite Modell-Naturschutzstation in Rheinland-Pfalz –Entwicklung der Umsetzung der größten strukturellen Veränderung der vergangenen Jahrzehnte im rheinland-pfälzischen Naturschutz – Förderbescheid über rund 450.000 Euro überreicht „Um die Herausforderungen der Klima- und Artenkrise zu bewältigen, brauchen wir engagierte Akteure vor Ort und passgenaue Lösungen. Der landesweite Aufbau der Naturschutzstationen in Rheinland-Pfalz eröffnet neue Möglichkeiten, um den kooperativen Naturschutz in der Region langfristig zu stärken und regional zu verankern. Gemeinsam mit den engagierten Partnerinnen und Partnern aus Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen können wir effektiver auf die Herausforderungen des Naturschutzes reagieren und unsere Artenvielfalt bestmöglich erhalten und schützen. So verleihen wir dem Naturschutz ein neues Gesicht und ein nachhaltiges Fundament in den Regionen“, sagte Umweltministerin Katrin Eder bei der Vorstellung der zweiten rheinland-pfälzischen Modell-Naturschutzstation. Anhand zweier Modell-Naturschutzstationen wird das Vorhaben einer landesweit neuen Organisationsstruktur für das Naturschutzmanagement entwickelt. In den Landkreisen Donnersbergkreis, Bad Dürkheim sowie der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße ist die erste Modell-Naturschutzstation des Landes im September 2024 gestartet. In der Vulkaneifel haben sich nun Akteure aus Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie Kommunen zusammengeschlossen, um gemeinsam die zweite Modell-Naturschutzstation aufzubauen. Die beiden Modellregionen liegen damit in den Zuständigkeitsbereichen der Struktur- und Genehmigungsdirektionen (SGD) Nord und Süd. Die Kreisverwaltung der Vulkaneifel ist die Trägerin der Modell-Naturschutzstation Nord. Insbesondere sind dabei die Unteren Naturschutz- sowie Landwirtschaftsbehörden beteiligt. Landrätin Julia Gieseking nahm stellvertretend für die gesamte Interessengemeinschaft einen Förderbescheid über 446.796 Euro von Umweltministerin Katrin Eder entgegen. „Die Vulkaneifel, vor allem die Mitarbeitenden der Unteren Naturschutz- und Landwirtschaftsbehörden sind starke Partnerinnen und Partner in unserer zweiten Modellregion, die das Vertrauen zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen ausbauen möchten und damit den Grundstein für ein zukunftsfähiges Naturschutzmanagement legen“, lobte die Ministerin das Engagement der Kreisverwaltung. „Unsere einzigartige historische Kulturlandschaft macht den Landkreis Vulkaneifel weit über die Region hinaus attraktiv. Zugleich tragen wir als kommunale Familie – gemeinsam mit den Verbandsgemeinden und Ortsgemeinden – die Verantwortung, diese besonderen Naturschätze, mit all den Gaben, die uns die Natur Tag für Tag schenkt, für die kommenden Generationen zu bewahren. Nutzung, Schutz und die Entwicklung unserer Gemeinden müssen dabei klug miteinander in Einklang gebracht werden. Die Naturschutzstation eröffnet uns dafür neue Wege: Das Prinzip der Drittelparität garantiert, dass Landnutzer, Kommunen und Naturschutz gleichberechtigt und auf Augenhöhe zusammenarbeiten. So werden Konflikte nicht gegeneinander, sondern miteinander gelöst. Dieses Miteinander eröffnet uns die Chance, unseren Landkreis gemeinsam nachhaltig weiterzuentwickeln – und zugleich die Naturschätze zu bewahren, die uns so besonders machen“, sagte Landrätin Julia Gieseking (Landkreis Vulkaneifel). Für den Präsidenten des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V. (BWV), MdL Marco Weber, sind die Naturschutzstationen eine Chance für eine flächendeckende Umsetzung des kooperativen Ansatzes beim Naturschutz: „Gerade, weil alle auf Augenhöhe miteinander kommunizierten, bietet sich die Möglichkeit, Probleme erst gar nicht entstehen zu lassen. Nur im konstruktiven Dialog kann die Nutzung von Flächen, der Schutz sensibler Bereiche sowie Berücksichtigung wichtiger Bereiche für unsere Zukunftsbetriebe und die Schaffung von Ausgleichsräumen künftig ausgewogen geplant und entschieden werden.“ Als wesentlicher Akteur aus dem Bereich der Landnutzung ist in der Modell-Naturschutzstation Nord auch der Forst, aktuell vertreten durch die Forstämter des Kreises, aktiv. „Wir freuen uns darauf, die ohnehin schon gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren vor Ort im Rahmen der Modell-Naturschutzstation weiterzuentwickeln und zu intensivieren und mit unserer fachlichen Expertise zu unterstützen“, erläuterte Matthias Urmes, Forstamtsleiter in Daun. Auch Susanne Venz, stellvertretende Vorsitzende des NABU Kylleifel, erklärte stellvertretend für die Naturschutzverbände: „Naturschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Von einer Naturschutzstation erwarten die Verbände, dass bisherige Aufgaben des über 30 Jahre etablierten Naturschutzmanagements genauso erfolgreich weitergeführt werden. Zusätzlich soll sie neue Aufgaben wie beispielsweise die Grünlandstrategie, Kompensation und Eingriffsregelung sowie die Natura-2000-Betreuung auf Kreisebene umsetzen.“ Beide Modell-Naturschutzstationen werden für eine zweijährige Modellphase gefördert. In dieser Zeit verfolgen sie das Ziel, den Regelbetrieb der künftigen Naturschutzstationen bestmöglich vorzubereiten. Bis zur Arbeitsaufnahme weiterer Naturschutzstationen sollen – in Kooperation mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) – in den Modell-Naturschutzstationen Abläufe, Arbeitshilfen und Empfehlungen für den Aufbau entwickelt und ein Wissenstransfer mit dem aktuellen Naturschutzmanagement hergestellt werden. „Für Rheinland-Pfalz stellt die Etablierung der Naturschutzstationen eine besondere Herausforderung dar. Es gilt, das erfolgreiche und langjährig etablierte System des Naturschutzmanagements zur Umsetzung der Vertragsnaturschutzberatung und der Biotopbetreuung zu sichern und weiterzuentwickeln“, erläuterte Umweltministerin Katrin Eder bei einer gemeinsamen Begehung des Wiesengebiets „Auf Seiderath“ im FFH Gebiet Gerolsteiner Kalkeifel, das in der Modellregion liegt. Dort begleitete die Ministerin gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Interessengemeinschaft den derzeitigen Biotopbetreuer Gerd Ostermann, der die Besonderheiten sowie Pflegehistorie dieses Naturraums vorstellte. Hintergrund Im Rahmen der Etablierung von Naturschutzstationen in Rheinland-Pfalz soll in der Modellregion Nord, die den Landkreis Vulkaneifel umfasst, die zweite Modell-Naturschutzstation (MoNa) durch die Interessengemeinschaft Modell-Naturschutzstation Nord (IG Nord) aufgebaut und betrieben werden. In der IG Nord finden sich Organisationen und Einzelpersonen aus Land- sowie Forstwirtschaft, Kommunen und Naturschutz zusammen, die Interesse am Aufbau der MoNa Nord haben und an deren strategischer und inhaltlicher Ausrichtung mitwirken. Die Entscheidung, dass die Kreisverwaltung für die Modellphase als Förderantragsstellerin fungieren soll, wurde von der IG einvernehmlich gefällt. Die Koordinierungsstelle Naturschutzstationen Rheinland-Pfalz steht der IG Nord beratend zur Seite. Mitglied der IG Nord sind folgende Organisationen und Einzelpersonen: NABU, Gruppe Daun NABU, Gruppe Kylleifel Arbeitsgemeinschaft Naturschutzverbände (AGNV), bestehend aus: BUND, Kreisgruppe Vulkaneifel Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. Eifelverein, Ortsgruppe Daun Landesjagdverband Rheinland-Pfalz Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V. Landesforsten Rheinland-Pfalz Landkreis Vulkaneifel Verbandsgemeinde Daun Verbandsgemeinde Kelberg Verbandsgemeinde Gerolstein Natur- und Geopark Vulkaneifel Naturpark Nordeifel e.V., Teilgebiet Rheinland-Pfalz Weitere Informationen zu den Naturschutzstationen finden Sie auf der Homepage der gemeinsamen Koordinierungsstelle von Umweltministerium und DVL: https://naturschutzstationen.rlp.de

„Runder Tisch zur Talsperre Kelbra“ betont vorrangige Nutzung für Hochwasserschutz

Wie wird der Hochwasserschutz an der Talsperre Kelbra ausgestaltet? Welche anderen Nutzungen sollen am Stausee künftig möglich sein? Und wie können Information und Beteiligung der Menschen vor Ort verbessert werden. Um diese Fragen dreht sich der Ende 2020 vom Umweltministerium initiierte „Runde Tisch zur Talsperre Kelbra“. Im Fokus: Der Ausgleich verschiedener Nutzungsinteressen, von Hochwasser- und Naturschutz, über Naherholung und Fischerei bis hin zum Tourismus. Zum Abschluss des Dialogformats im Beisein von Umweltstaatssekretär Dr. Steffen Eichner gab es heute in Kelbra (Landkreis Mansfeld-Südharz) eine „Gemeinsame Erklärung“. Darin verständigen sich Vertreterinnen und Vertreter von Umweltministerium, Talsperrenbetrieb, Biosphärenreservat, angrenzenden Landkreisen und Kommunen aus Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie von touristischen und Naturschutz- wie Anglerverbänden im Kern auf die Fortführung des in den vergangen drei Jahren erprobten, vorläufigen Betriebsplans der Talsperre, der den Hochwasserschutz weiterhin in den Mittelpunkt stellt. Darüber hinaus sollen jetzt Weichen gestellt werden, um die Möglichkeiten für weitere Nutzungen am Stausee Kelbra zu verbessern. Dazu sagte Eichner: „Der kontinuierliche und intensive Austausch zum Betrieb der Talsperre Kelbra hat sich ausgezahlt. Im direkten Gespräch konnten auch konfliktträchtige Themen rund um die Nutzung des Stausees ergebnisoffen besprochen und Lösungen gefunden werden. Im Ergebnis steht fest, dass der Hochwasserschutz auch künftig oberste Priorität haben muss. Dies hat zuletzt auch das Winterhochwasser zum Jahreswechsel 2023/24 bestätigt, als viele Menschen nur durch die professionelle Steuerung der Talsperre vor katastrophalen Überflutungen bewahrt wurden. Gleichzeitig werden wir aber weitere Nutzungen unterstützen, soweit sie den Hochwasserschutz nicht beeinträchtigen.“ Zwar könnten auch künftig nicht alle Interessen zu jeder Zeit vollständig Berücksichtigung finden. „Ich bin aber davon überzeugt, dass wir einen vernünftigen Kompromiss gefunden haben, mit dem alle Beteiligten weitestgehend leben können.“ Nach Abwägung der Interessen und Nutzungswünsche mit klimatischen, naturschutzfachlichen und behördlichen Rahmenbedingungen gibt es folgende Ergebnisse: • Der vorläufige Betriebsplan aus dem Jahr 2019 hat sich im Wesentlichen bewährt. Darauf aufbauend werden die Ergebnisse der Evaluierung in die Neufassung des Betriebsplans einfließen. Dieser wird durch ein weiterführendes Monitoring begleitet. Im Mittelpunkt steht auch künftig der Hochwasserschutz. • Für den Fisch- und Gewässerschutz soll in der Winterstauphase bis Anfang März in der Talsperre ein Restwasservolumen zwischen 0,5 und 1,0 Millionen Kubikmetern verbleiben. • Zur besseren Ausnutzung der Wasserfläche für Seglerinnen und Segler wird die Errichtung einer für den Segelsport günstiger gelegenen Anlegestelle unterstützt. • Im Interesse der touristischen Nutzung soll geprüft werden, ob das Sommerstauziel von 12,5 Millionen Kubikmetern verlängert werden kann. • Eine Zulassung des Kite-Surfens wäre grundsätzlich nur dann möglich, wenn durch potenzielle Nutzende nachgewiesen werden kann, dass dies mit den bestehenden Erhaltungszielen des Vogelschutzgebietes vereinbar ist. • Die Angelfischerei kann unter Maßgabe des primär dem Hochwasserschutz dienenden Talsperrenbetriebs sowie naturschutzrechtlicher Rahmenbedingungen in angepasster Form weitergeführt werden. • Der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt unterstützt die naturschutzfachliche Weiterentwicklung und Besucherlenkung in der Region mit flankierenden Maßnahmen. Dazu zählen das geplante „Naturerlebniszentrum Stausee Kelbra“, der Kranichbeobachtungsturm, der Fischlehrpfad oder der Einsatz von Rangern. Die Talsperre Kelbra befindet sich länderübergreifend im Südwesten Sachsen-Anhalts und im Norden Thüringens. Sie wurde von 1962 bis 1966 als Hochwasserschutzanlage errichtet und 1969 in Betrieb genommen. Heute hat der Stausee auch große Bedeutung als Lebensraum für mehr als 300 Vogelarten sowie Drehscheibe für den Vogelzug. Jedes Jahr im Herbst machen hier bis zu 50.000 Kraniche Halt und den Stausee Kelbra so zum drittgrößten Kranichrastplatz in Deutschland. Dieses einzigartige Naturerlebnis zieht jährlich tausende Besucher an, die sich darüber künftig in einem modernen „Naturerlebniszentrum Stausee Kelbra“ informieren können; den Weg für die Finanzierung aus Strukturwandelgeldern hatte die Landesregierung in enger Abstimmung mit den Kommunen vor Ort Anfang 2024 geebnet. Darüber hinaus hat sich der Stausee mit Strandbad, Campingplatz und angrenzendem Natur- und Geopark Kyffhäuser zu einem attraktiven Ziel für Naherholung und Tourismus in den Monaten von Mai bis Oktober entwickelt. Der „Runde Tisch zur Talsperre Kelbra“ wurde durch einen unabhängigen Moderator geleitet und hat insgesamt neunmal getagt. Zusätzlich wurde in zwei öffentlichen Veranstaltungen über die Arbeit informiert. Um den Dialog zur Entwicklung des Areals rund um den Stausee Kelbra fortzusetzen, wird der Talsperrenbetrieb künftig jährlich eine Informationsveranstaltung durchführen. Die „Gemeinsame Erklärung des Runden Tisches zur Talsperre Kelbra“ wurde – mit Ausnahme des "Naturschutzbunds Deutschland (NABU), Landesverband Sachsen-Anhalt e.V." und der Landesarbeitsgemeinschaft Kranichschutz Sachsen-Anhalt – von allen Mitgliedern unterzeichnet. Sie steht auf den Internetseiten des Umweltministeriums zur Verfügung: https://lsaurl.de/RTTK2025. Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn, Threads, Bluesky, Mastodon und X (ehemals Twitter). Impressum: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Leipziger Str. 58 39112 Magdeburg Tel: +49 391 567-1950, E-Mail: PR@mwu.sachsen-anhalt.de , Facebook , Instagram , LinkedIn , Mastodon und X

Gemeinsam für die Heide: Entwicklung eines besonderen Lebensraumes im Börsteler Wald

Hannover/Berge. Ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt im FFH-Gebiet „Börsteler Wald und Teichhausen“: das Stift Börstel hat in Zusammenarbeit mit dem Integrierten EU-LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), dem betreuenden Bezirksforstamt Artland, der Landwirtschaftskammer und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück mehrere Maßnahmenpakete zur Aufweitung, Pflege und Entwicklung der Heideflächen in dem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet geplant und umgesetzt. Den Austausch zwischen den Akteuren stellte Kristina Behlert aus dem Gebietsmanagement des Natur- und Geopark TERRA.vita her. Besonders wichtig war den Beteiligten, dass die Maßnahmen in enger Zusammenarbeit geplant, finanziert und umgesetzt worden sind. Ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt im FFH-Gebiet „Börsteler Wald und Teichhausen“: das Stift Börstel hat in Zusammenarbeit mit dem Integrierten EU-LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), dem betreuenden Bezirksforstamt Artland, der Landwirtschaftskammer und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück mehrere Maßnahmenpakete zur Aufweitung, Pflege und Entwicklung der Heideflächen in dem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet geplant und umgesetzt. Den Austausch zwischen den Akteuren stellte Kristina Behlert aus dem Gebietsmanagement des Natur- und Geopark TERRA.vita her. Besonders wichtig war den Beteiligten, dass die Maßnahmen in enger Zusammenarbeit geplant, finanziert und umgesetzt worden sind. Über das LIFE-Projekt konnten Verbindungsflächen zwischen den bestehenden drei Heideflächen hergestellt werden. Dazu wurden vom Eigentümer, dem Stift Börstel, im Jahr 2021 die Fichten entnommen und verwertet. Im Jahr 2022 wurde auf etwa einem halben Hektar der Oberboden abgetragen. Nun können sowohl Tier- als auch Pflanzenarten ohne Hindernisse zwischen den Flächen wandern und gewinnen damit geeigneten Lebensraum hinzu. Leonie Braasch vom NLWKN freut sich, dass das LIFE-Projekt den Anstoß für die Maßnahmen geben konnte, und bekräftigt, dass dies „ohne die lokalen Partnerinnen und Partner vor Ort nicht möglich gewesen wäre!“. Auf den nährstoffärmeren Flächen haben angepasste Pflanzenarten wie die Besenheide eine gute Chance, sich zukünftig weiter auszubreiten. Eine kleine Starthilfe gab dabei eine manuelle Mahdgutübertragung durch das TERRA.vita-Gebietsmanagement, bei der Heidesamen von den bestehenden auf die hinzugewonnenen Flächen ausgebracht wurden – mit vollem Erfolg: kleine, saftig grüne Heidezweige ragen ein Jahr später aus dem blanken Sandboden. Thomas Kutter vom NLWKN ist zufrieden: „Dieses Jahr war ein gutes Jahr, um das erste Jahr zu haben! Die sommerlichen Niederschläge scheinen der Heideverjüngung wirklich gut getan zu haben.“ Den meisten Menschen dürften die lilafarbenen Blütenteppiche der Besenheide auf mageren, trockenen Standorten ein bekannter Anblick sein. Hier im Gebiet ist aber auch die Heide auf feuchten, moorigen Standorten mit Glockenheide und Moorlilie besonders schützenswert. „Früher holte man sich hier selbst im Hochsommer noch nasse Füße“, berichtet die Äbtissin des Stifts Britta Rook. Um das Wasser noch besser im Gebiet halten zu können, wurde im Norden des Gebietes ein kleiner Wall angelegt, um das Niederschlagswasser länger auf der Fläche zu halten. Doch Götz Huwald von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück zeigt sich besorgt: „Trotz des vergleichsweise nassen Sommers, sind viele Flächen sehr trocken.“ Der Landkreis hat in 2022 und 2023 die Pflege der bestehenden Heideflächen mit weiteren Landesmitteln zur Pflege- und Entwicklung der FFH-Lebensräume finanziert. Die Flächen wurden entkusselt. Das bedeutet, dass aufkommende Gehölze entfernt wurden, um die Fläche offen zu halten und den Wasserentzug zu minimieren. Förster Frank Sitterberg weiß: „Es ist wichtig, weiterhin ein wachsames Auge auf die Fläche zu haben. Es werden immer wieder Nacharbeiten notwendig werden, um die Fläche so offen zu halten.“ Die Verjüngungskur für die Heide übernehmen seitdem die Ziegen und Schafe von Schäfer Kai Mithöfer, der einige Flächen im nördlichen Landkreis mit seinen Tieren zu Zwecken der Landschaftspflege bearbeitet. Der Verbiss des Heidekrautes und aufkommender Gehölze durch die vierbeinigen Landschaftspfleger bewirkt, dass ersteres im kommenden Jahr wieder kraftvoll neu austreiben kann und nicht von anderen Gehölzen überwachsen wird. Die Äbtissin des Stifts Britta Rook berichtet: „Der Wald, der heute den Börsteler Wald ausmacht, ist gar nicht so alt wie viele denken. Noch vor ca. 150 Jahren konnte man vom Stift Börstel bis in den Ort Menslage schauen. Durch die Beweidung mit Schafen, Schweinen und Rindern im so genannten Hutewald, kamen kaum noch Gehölze auf und es gab damals weitaus größere Heideflächen als die kleinen Relikte heutzutage.“ Umso wichtiger ist es heute diese Relikte mit ihrem Mosaik aus feucht und trocken zu erhalten. Obwohl die Heide in der Blütezeit einen schönen Anblick bietet, sollte man in den Schutzgebieten während des Spaziergangs oder dem Radfahren auf den Wegen bleiben, um den spezialisierten, oftmals sehr seltenen Arten hier den Rückzugsraum zu geben, den sie in der Landschaft sonst nicht mehr finden. Hintergrund zum Integrierten LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ Hintergrund zum Integrierten LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ Das von der Europäischen Kommission geförderte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ dient dem Erhalt der biologischen Vielfalt. Charakteristische Biotope der atlantischen biogeographischen Region sollen dabei nachhaltig aufgewertet oder entwickelt werden. „Dies sind zum Beispiel Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer“, zählt Leonie Braasch vom NLWKN auf. Auch die Bestände der für diese Lebensräume typischen Arten wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Schlingnatter und Zauneidechse sollen gestärkt werden. Das Projekt wird gemeinsam von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen umgesetzt. Die beiden Bundesländer finanzieren die restlichen 40 % des IP LIFE. Weitere Informationen gibt es in folgendem Artikel: Integriertes LIFE-Projekt "Atlantische Sandlandschaften"

Umweltministerium fördert Planungen für großes Naturschutzprojekt an Saale und Unstrut

Das Umweltministerium will die Artenvielfalt an Saale und Unstrut stärken. Mit finanzieller Unterstützung von Bund und Land in Höhe von rund 1,38 Millionen Euro erstellt der Geo-Naturpark „Saale-Unstrut-Triasland“ e. V. bis 2027 zunächst einen Plan zur Pflege und Entwicklung einer etwa 4.000 Hektar großen Fläche im Naturpark – das entspricht gut 5.600 Fußballfeldern. Im zweiten Schritt sollen dann bis 2037 großflächige Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden; für diese zweite Projektphase werden derzeit rund 17 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln veranschlagt. Ziel des so genannten Naturschutzgroßprojektes im südwestlichen Sachsen-Anhalt sind Erhalt und Pflege gefährdeter Lebensräume wie Mager- und Trockenrasen entlang der Steilhänge von Saale und Unstrut sowie deren Nebentälern. Diese Lebensräume sind für zahlreiche seltene und gefährdete Arten wichtig, etwa für Orchideen wie Ragwurz oder Knabenkraut, das Apenninen-Sonnenröschen und Schmetterlinge wie den Thymian-Ameisenbläuling. Auch wärmeliebende Reptilien wie die ungiftige Schlingnatter und die Zauneidechse kommen im Projektgebiet vor. Aufgrund der aktuell fehlenden Nutzung durch intensivierte Landwirtschaft und Wegfall traditioneller Nutzungsformen wie der Schäferei verbrachen und verbuschen diese Flächen zunehmend, was wiederum die Lebensräume dort wildlebender Tier- und Pflanzenarten bedroht. Zur Stärkung einer nachhaltigen Regionalentwicklung setzt sich der Geo-Naturpark als Projektträger des Naturschutzgroßprojektes für eine Entbuschung und Beweidung der Flächen ein, um die dortigen Lebensräume zu erhalten. Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann betont: „Auf den auch aus bundesweiter Sicht bedeutsamen Projektflächen war in den vergangenen Jahren ein Verlust an Lebensräumen und damit ein deutlicher Rückgang der Biodiversität zu verzeichnen. Hier wollen wir gegensteuern, um die Standorte als Lebensraum für landes- und teilweise bundesweit seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu sichern und zu verbessern.“ Naturschutz dürfe dabei nicht nach Kassenlage erfolgen. „Auch in finanziell schwierigen Zeiten nehmen wir unsere Verantwortung für den Erhalt von Umwelt und Heimat ernst“, ergänzte der Minister. Für die Planungsphase des neuen Naturschutzgroßprojektes sind Mittel in Höhe von insgesamt bis zu 1,51 Millionen Euro vorgesehen. Zu den rund 1,38 Millionen von Bund (Programm „chance.natur“) und Land kommen noch Eigenmittel des Geoparks in Höhe von rund 136.000 Euro aus Zuschüssen des Burgenlandkreises und des Saalekreises hinzu. Impressum: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Leipziger Str. 58 39112 Magdeburg Tel: +49 391 567-1950, E-Mail: PR@mwu.sachsen-anhalt.de , Facebook , Instagram , LinkedIn , Mastodon und X

Strukturwandel: Bis zu 8 Mio. Euro für Neubau und moderne Ausstellung/Hotspot für Kranichzug: Land ebnet Weg für Naturerlebniszentrum am Stausee Kelbra

Wie wichtig die Talsperre Kelbra für den Hochwasserschutz im Südharz ist, hat sich zum Jahreswechsel erneut gezeigt. Durch extreme Regenfälle waren zwischen Weihnachten und Neujahr rund 50 Millionen Kubikmeter Wasser in den sechs Quadratkilometer großen Stausee gelaufen; hiervon konnten rund 40 Millionen Kubikmeter zurückgehalten werden. Dadurch hat die Mitte der 1960-er Jahre errichtete Anlage an der Helme entscheidend dazu beigetragen, eine Flutkatastrophe im Landkreis Mansfeld-Südharz und Umgebung zu verhindern. Im Betriebskonzept der Talsperre hat der Hochwasserschutz oberste Priorität. Stärker in den Fokus rücken soll daneben auch die große Bedeutung des Stausees als Lebensraum für mehr als 300 Vogelarten sowie als Drehscheibe für den Vogelzug. Jedes Jahr im Herbst machen hier bis zu 50.000 Kraniche Halt und den Stausee Kelbra damit zum drittgrößten Kranichrastplatz in Deutschland. Dieses einzigartige Naturerlebnis zieht jährlich tausende Besucher an, die sich darüber künftig in einem modernen Naturerlebniszentrum informieren können. Den Weg dafür ebnete die Landesregierung auf ihrer Sitzung am heutigen Dienstag. Auf Initiative des Umweltministeriums sowie mit nachdrücklicher Unterstützung aus der Region und besonders durch den Landkreis Mansfeld-Südharz soll der Neubau mit einem Investitionsvolumen von bis zu acht Millionen Euro zu 90 Prozent aus Bundeshilfen zum Strukturwandel finanziert werden. Den Eigenanteil von bis zu 800.000 Euro sowie Betriebs- und Personalkosten leistet der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt (TSB); er übernimmt zudem Errichtung und Betrieb des neuen Informationszentrums „Naturerlebnis Stausee“, mit naturschutzfachlicher Unterstützung der Biosphärenreservatsverwaltung Karstlandschaft Südharz. „Das überregionale Infozentrum verknüpft Wasser, Artenschutz und Umweltbildung mit naturnahem Tourismus und unterstützt so den Strukturwandel in der Braunkohleregion“, betonte Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann. „Die Investition an einem Ort, der ursprünglich ausschließlich dem Hochwasserschutz diente, soll dazu beitragen, dass künftig neben den Kranichen auch viele Naturinteressierte am Stausee Kelbra Rast machen. Wenn diese dann auch weitere Besonderheiten im Landessüden entdecken, profitiert der Tourismus in der Region.“ Das Naturerlebniszentrum soll in einer zeitgemäßen Ausstellung die überregionale Bedeutung des Stausees und der angrenzenden temporären Überschwemmungsgebiete als wichtiger Lebens- und Rückzugsraum für Kraniche und weitere Rast- und Brutvögel vermitteln sowie Möglichkeiten zur Beobachtung der Vögel bieten. Beleuchtet werden soll zudem die wichtige Funktion der Talsperre als Hochwasserschutzanlage. Einen zusätzlichen touristischen Anreiz bietet die Nähe zum Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz; für dieses bedeutsame Großschutzgebiet soll zeitnah der international anerkannte UNESCO-Status beantragt werden. Darüber hinaus hat sich der Stausee mit Strandbad, Campingplatz und angrenzendem Natur- und Geopark Kyffhäuser zu einem attraktiven Ziel für Naherholung und Tourismus in den hochwasserfreien Monaten von Mai bis Oktober entwickelt. Das geplante Informationszentrum soll auf einer Liegenschaft der Stadt Kelbra im Bereich des Strandbades entstehen. Die Finanzierung ist über das Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG) geplant; dieses sieht Finanzhilfen des Bundes für bedeutsame Investitionen der vom Kohleausstieg betroffenen Bundesländer vor. Zur Unterstützung des Strukturwandels in Sachsen-Anhalt stehen aus dem InvKG bis 2038 insgesamt bis zu 1,63 Milliarden Euro zur Verfügung. Der Landkreis Mansfeld-Südharz hat zugestimmt, dass das Vorhaben gemäß der im März 2023 zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und den fünf vom Kohleausstieg betroffenen Gebietskörperschaften geschlossenen Reviervereinbarung auf das Regionalbudget des Landkreises aus der Richtlinie „Sachsen-Anhalt Revier 2038“ angerechnet wird. Aktuelle Informationen bieten wir Ihnen auch auf der zentralen Plattform des Landes www.sachsen-anhalt.de , in den sozialen Medien über X , Instagram , YouTube und LinkedIn sowie über Messenger-Dienste . Impressum: Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Hegelstraße 42 39104 Magdeburg Tel: (0391) 567-6666 Fax: (0391) 567-6667 Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

Geoparks, Geotope und Geopfade von Sachsen

Geotope sind besonders schützenswerte, seltene oder einmalige geologische Objekte. Geoparks und Geopfade laden zu touristischen Entdeckungstouren ein, bei denen der geologische Untergrund und seine Nutzung im Fokus stehen. Sie umfassen ein oder mehrere Geotope sowie deren Umgebung. Die enthaltenen Infozentren sind die Anlaufpunkte innerhalb der Geoparks.

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