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Entwicklung eines Modells zur Ermittlung der Strahlendosis in marinen Säugetieren

Das Robben - und Schweinswalsterben in der Ostsee

Protokolle und Schriftverkehr mit dem Deutschen Meereskundemuseum, aus denen die aktuelle Zahl und Ursache der verstorbenen Robben und Schweinswale aus dem Jahr 2026 in der Ostsee hervorgeht.

Ressortforschungsplan 2023, Naturschutzfachliche Begleitung Deutsche Allianz für Meeresforschung BfN-Vergabe-Nr. 3523521500

DAM Schutz und Nutzen-2: Konzepte zur Reduzierung der Auswirkungen anthropogener Drücke und Nutzungen auf marine Ökosysteme und die Artenvielfalt, Vorhaben: Schutz der marinen Biodiversität in der deutschen Nordsee - Governance und Bildungsarbeit

REFOPLAN 2022 - Ressortforschungsplan 2022, Habitat-Identifizierung, internationale akustische Monitoring-Harmonisierung und Nahrungsanalyse von Schweinswalen

Akustische Populationserfassung an entlegenen Standorten durch Edge-KI und Satellitenkommunikation

Halichoerus grypus atlanticus Nehring, 1886 Atlantische Kegelrobbe Säugetiere Gefährdet

Siehe Baltische Kegelrobbe (Halichoerus grypus grypus). Die Kegelrobben der Nordsee haben im letzten Jahrzehnt ein bemerkenswertes Populationswachstum gezeigt (van Neer et al. 2017). Trotzdem müssen sie im Hinblick auf eine in der Vergangenheit wesentlich größere Population als „Gefährdet“ eingestuft werden. In den Jahren 2008 bis 2017 verdoppelte sich der Bestand im Bereich der Deutschen Bucht auf über 5.000 Tiere. Besonders die Anzahl der Geburten auf Helgoland zeigt diesen Aufwärtstrend von 6 Jungtieren in 2002/2003 auf 426 Jungtiere bis 2017/2018 (van Neer et al. 2017). Durch intensivere Beobachtungen der gestiegenen Bestände wurde nachgewiesen, dass Kegelrobben in der Nordsee sowohl Schweinswale (Haelters et al. 2015) als auch Seehunde (van Neer et al. 2014) aktiv jagen und erbeuten.

Phocoena phocoena phocoena (Linné, 1758) Schweinswal Säugetiere Stark gefährdet

Durch genetische Analysen mit „single nucleotide polymorphism“ (SNP) wurde nachgewiesen, dass sich die Tiere der inneren Ostsee von denen der dänischen Beltsee deutlich unterscheiden (Lah et al. 2016). Morphologische und akustische Daten stützen diesen Befund (Sveegaard et al. 2015). Populationsunterschiede zwischen Nordsee und der dänischen Beltsee sind auch mit anderen Methoden deutlich nachweisbar (Wiemann et al. 2010). Für die unterschiedlichen Einheiten stehen jedoch bisher keine Namen zur Verfügung, so dass sie hier gemeinsam unter dem Artnamen betrachtet werden. Die Gefährdungseinstufung für Deutschland ergibt sich aus der Zusammenschau der Gefährdungen in Nord- und Ostsee; die Population der Nordsee wird durch weiträumige schiffs- und luftgestützte Untersuchungen beobachtet. Sie zeigen, dass es Wanderungen zwischen nördlichen Bereichen der Britischen Inseln und Dänemarks und der deutschen und niederländischen Küste gibt (Hammond et al. 2013). Im Schutzgebiet Borkum-Riffgrund gibt es einen leichten Anstieg der Abundanz (Peschko et al. 2016). Aufgrund der anhaltenden Gefährdung durch Beifang in Stellnetzen, Umweltgifte und Lärm muss der Status trotz des insgesamt stabilen kurzfristigen Bestandstrends als „Gefährdet“ eingeschätzt werden. In der dänischen Ostsee und den angrenzenden Bereichen deuten Untersuchungen auf stabile Populationsgrößen um 30.000 Tiere hin (Sveegaard et al. 2013, Viquerat et al. 2014). Für die innere Ostsee werden dagegen nur noch ca. 500 Tiere (mit größerer Unsicherheit) geschätzt (SAMBAH 2016). Die Population pflanzt sich höchstwahrscheinlich auf der Midsjöbank in Schweden fort. Im Winter verteilen sich die Tiere auch in deutsche Gewässer. Der Status der Gesamtpopulation der inneren Ostsee und auch für die deutschen Ostsee-Anteile muss als „Vom Aussterben bedroht“ angesehen werden. Die größten Gefahren drohen durch das Ertrinken in Fischernetzen (Berggren et al. 2002), Umweltverschmutzung (Ochiai et al. 2013, van de Vijver et al. 2004), Unterwasserlärm durch Offshore-Installationen (Dähne et al. 2013, 2017) und durch reduzierte Beuteverfügbarkeit (DeMaster et al. 2001).

Schweinswalerfassung im Niedersächsischen Wattenmeer

Erfassung des Schweinswalbestandes im Küstenmeer von Borkum bis Cuxhaven. Mit Hilfe der Linientransekt-Methode wurden Befliegungen 2008 & 2010 durchgeführt.

Methodenentwicklung zur Erfassung von Schweinswalen mittels akustischer Verfahren in Ästuaren

Veranlassung Bei Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen in den Ästuaren müssen Auswirkungen auf den streng geschützten Schweinswal berücksichtigt werden. Dazu ist es erforderlich, sein zeitliches und räumliches Vorkommen zu erfassen, wozu z.B. in Ost- und Nordsee Hydrophonsysteme mit entsprechender Analysesoftware zum Herausfiltern von Schweinswallauten verwendet werden. In den Ästuaren gibt es jedoch wesentlich mehr Hintergrundgeräusche als in Ost- und Nordsee, sodass die Analyse von Schweinswallauten einen erheblichen Mehraufwand an manueller Nachbearbeitung erfordert, weil die bislang verfügbaren Filter- und Auswertealgorithmen häufig Hintergrundgeräusche als Schweinswallaute fehlinterpretieren. Die geplanten Untersuchungen im Rahmen dieses Projektes sollen dazu führen, dass dieser Nachbearbeitungsaufwand deutlich reduziert und Prozesse teilautomatisiert werden. Ziele - Es soll ein effektives Monitoring von Schweinswalen in den deutschen Ästuaren als Basis für die Beratung der WSV bei Unterhaltungs- und Ausbaumaßnahmen ermöglicht werden durch: - Identifizierung der Hard- und Software sowie der Filter- und Auswertealgorithmen, die am besten zum akustischen Monitoring von Schweinswalen in den deutschen Ästuaren geeignet sind - Weiterentwicklung von Filter-Algorithmen zur automatischen Detektion von Schweinswallauten bzw. Entwicklung von Nachbearbeitungsverfahren mithilfe des maschinellem Lernens - Identifizierung und Charakterisierung von Störgeräuschquellen Der Schweinswal ist die einzige in den deutschen Küstengewässern regelmäßig vorkommende Walart: streng geschützt, relativ empfindlich gegenüber Störungen und trotzdem auch in den anthropogen stark beeinflussten Ästuaren anzutreffen. Wann und wie häufig er dort ist, kann durch akustische Aufnahmen mit Hydrophonsystemen festgestellt werden, da er schmalbandige, hochfrequente Lautsequenzen aussendet. Allerdings erschweren zahlreiche Hintergrundstörgeräusche, wie z.B. Sedimentbewegung und Schiffsgeräusche, die automatisierte Erkennung von Schweinswallauten. Der Schweinswal: Orientierung, Kommunikation und Beutefang durch Aussendung von hochfrequenten Lauten. Die Herausforderung: Hintergrundgeräusche in den Ästuaren erschweren die automatisierte akustische Erfassung.

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