Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und der zunehmenden Herausforderungen für den urbanen Raum muss auch der Straßenraum neue Funktionen im Quartier übernehmen. Im knapp bemessenen öffentlichen Raum sind auch im Bereich der Straße Maßnahmen der Klimaanpassung notwendig, um einen Ausgleich zur stark versiegelten und sowohl horizontal als auch vertikal dicht bebauten Stadt zu schaffen. Für Umbaumaßnahmen in dem stark begrenzten und von Nutzungskonflikten betroffenen Verkehrsraum braucht es Strategien der wassersensiblen Stadt, der integrierten Planung und den Blick auf die Machbarkeit. Im Seminar werden Herausforderungen identifiziert und erfolgreiche Instrumente vorgestellt, um urbane Transformation umsetzbar und das veränderte Straßenklima spürbar zu machen. Folgende Fragen werden diskutiert: Welche Herausforderungen gibt es bei der Entwicklung und Umsetzung von Klimastraßen in der kommunalen Praxis? Welche technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind zu beachten? Welche Erfahrungen haben Kommunen mit der Umsetzung von Klimastraßen gemacht? Wie lassen sich Pilotprojekte erfolgreich in den regulären Stadtplanungsprozess integrieren? Wie gelingt die Planung von grünen Straßen im Rahmen von bestehenden städtebaulichen Konzepten? difu.de/veranstaltungen/2026-03-16/quartiersstrassen-entsiegeln-begruenen-und-beleben
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hat im Mai 2026 die Agenda Stadt grün-blau veröffentlicht. Im Mittelpunkt diese Handlungsprogramms stehen konkrete Maßnahmen, mit denen Städte Grünflächen stärken und Wasser besser in die Planung integrieren können. Hierbei geht es darum, Hitze in den Städten zu reduzieren, die Gesundheit zu fördern und öffentliche Räume attraktiver zu gestalten. Hierfür soll eine grüne und wassersensible Stadtentwicklung stärker ressort- und fachübergreifend umgesetzt werden Das Handlungsprogramm ist in fünf Fokusthemen gegliedert: Grün-blau vital: Der Fokus richtet sich auf die wassersensible Stadtentwicklung und das Prinzip der Schwammstadt. Grün-blau gesund: Adressiert die Bedeutung von urbanem Grün für Gesundheit und Vorsorge. Grün-blau sozial: Beleuchtet den Beitrag grün-blauer Infrastruktur für soziale Teilhabe, gutes Zusammenleben und Umweltgerechtigkeit. Grün-blau statt grau: Betrachtet die Nutzung von Flächenpotentialen – von Schulhöfen bis zu Straßenräumen - die für grün-blaue Infrastruktur mobilisiert werden können. Grün-blau kompetent: befasst sich mit Querschnittsthemen wie Daten, Digitalisierung und Planungsinstrumenten und soll bis zum Herbst bearbeitet werden. Grünflächen werden hier in verschiedenen Kontexten wie Hitzevorsorge und Kühlung, Starkregenvorsorge, Bodenwasserhaushalt sowie Gesundheit und Wohlergehen und soziale Interaktion und Umweltgerechtigkeit als multifunktionale Räume betrachtet. In den einzelnen Fokusthemen werden konkrete Maßnahmen benannt. Mit Blick auf den Boden bzw. die Nutzung der Flächen in den Städten zeigt das Fokusthema 4 „Grün-blau statt grau – Raumpotenziale neu gewinnen und vernetzen“ konkrete Aktivitäten der Entsiegelung von Böden auf. So sollen im Zuge der Mobilitäts- und Wärmewende zugleich Entsiegelung, Begrünung und Regenwasserbewirtschaftung im Straßenraum gezielt und effizient umgesetzt werden. Dreifache Innenentwicklung und Flächengerechtigkeit sollen Realität werden. Auch die Entsiegelung von Böden auf halböffentlichen und privaten Flächen soll vorangebracht werden. Als wichtige Referenzprojekte der Entsiegelung werden der bundesweite Wettbewerb „Abpflastern“, der Wettbewerb „Tegelwippen“ in den Niederlanden oder die Schweizer Entsiegelungsinitiative „Asphaltknackerinnen“ genannt. Die Agenda knüpft an das "Weißbuch Stadtgrün" des Bundes aus dem Jahr 2017 an, die darauf abzielte, urbanes Grün als gleichwertige, unverzichtbare Infrastruktur in die Stadtentwicklung zu integrieren sowie die Lebensqualität, Gesundheit und den Klimaschutz durch den Erhalt und Ausbau von Grünflächen zu sichern. Agenda Stadt grün-blau Deutschlandweiter Wettbewerb „Abpflastern“ Wettbewerb „Tegelwippen“ in den Niederlanden Projekt „Asphaltknackerinnen“ in der Schweiz Weißbuch Stadtgrün „Grün in der Stadt – Für eine lebenswerte Zukunft“
Klimaschutz bedeutet unter anderem, CO 2 -Senken zu bewahren sowie deren Funktion wiederherzustellen oder zu verbessern. Darauf zielt das im Jahr 2023 beschlossene „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) ab, in dessen Rahmen Maßnahmen in Wäldern und Auen, Böden und Mooren, Meeren und Gewässern oder auf naturnahe Grünflächen in der Stadt gefördert werden. Das ANK sieht 69 Maßnahmen in insgesamt zehn Handlungsfeldern vor. Für die Umsetzung stehen bis 2028 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Ein Bestandteil dieses großen Programms ist die Förderung der Entsiegelung und der Wiederherstellung von Bodenfunktionen. Mit den Förderprogrammen „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen (ANK-NKK)“ (Umsetzung der Fördermaßnahme durch KfW) und „Natürlicher Klimaschutz in ländlichen Kommunen (ANK-LK)“ (Umsetzung der Fördermaßnahme durch Projektträger Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH) werden Kommunen adressiert, die Flächen entsiegeln und begrünen möchten. Die Fördergegenstände wie unter anderem die Entfernung versiegelnder Schichten, die Verbesserung des Bodens sowie die naturnahe und biodiversitätsfördernde Begrünung sind in Förderrichtlinien der oben genannten Programme geregelt. Im Auftrag Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) wurde außerdem das Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz (KNK) eingerichtet, das über Fördermöglichkeiten informiert, Fachinformationen bereitstellt sowie Akteur*innen und Interessierte in Veranstaltungen miteinander vernetzt. Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK), Kabinettsbeschluss vom 29. März 2023 Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ (ANK-NKK) Förderprogramm „Klimaschutz ländlichen Kommunen“ (ANK-LK) Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz (KNK) Informationen des Umweltbundesamts (UBA) zur Bodenversiegelung Informationen des Gesamtverbands der Versicherer (GDV)