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Brachland im Schweizer Berggebiet

In einer ersten Projektphase wurde die Brachlandentwicklung im Schweizer Alpenraum 1950-1980 mittels einer kartographischen Methode erfasst. Seit 1982 beschaeftigen wir uns mit der Bearbeitung von praktischen Fragestellungen, die sich aus der Entwicklung ergeben (Raumplanung, Erosionsproblematik, Loesungsansaetze). Die Problemstellungen werden dabei im wesentlichen durch die Zusammenarbeit mit kantonalen Aemtern festgelegt. Schwerpunkte unserer empirischen Erhebungen liegen in den Kantonen Tessin, Wallis und Graubuenden. Das Hauptgewicht unserer Betrachtungsweise liegt in der Analyse raeumlicher Entwicklungen und raeumlicher Konflikte.

Bewertungsschlüssel Landschaftsbeeinträchtigungen

Der Kanton Graubünden wendet für die Bezifferung der Ersatzpflicht bei Eingriffen in Biotopflächen bereits seit mehreren Jahren einen standardisierten Bewertungsschlüssel an. Das System hat sich als Vollzugspraxis im Kanton Graubünden bewährt. Im Auftrag des Amts für Natur und Umwelt Graubünden erarbeiten wir einen vergleichbaren Schlüssel für die Bewertung von Landschaftsbeeinträchtigungen und die Bestimmung der Ersatzleistungen. Der vom Kanton gewünschte Schlüssel bezieht sich aus rechtlichen Gründen primär auf geschützte Landschaften Graubündens und soll für alle relevanten Eingriffstypen anwendbar sein.

Biodiversitaet, Oekologie und Verbreitung von Makromycen (Pilze) in Graubuenden (Region Schweiz. Nat. Park)

Periodische qualitative und quantitative Evaluation der Makromycetenflora (Pilze) an verschiedenen pflanzensoziologisch fuer die Region typischen Standorten des Unterengadins und Randgebiete des Schweiz. Nationalparkes (Montan-Colline bis nivale Zone). Parameter: Produktivitaet, Fluktuation und Periodizitaet der autochthonen Pilze, vor allem obligaten Ektomykorrhiza-Symbionten. Langzeitprojekt bezueglich Biodiversitaet und Bioindikation (Umweltbelastung, Klimaveraenderung).

Jordanita chloros (Hübner, 1813) Kupferglanz-Grünwidderchen Tagfalter und Widderchen Vom Aussterben bedroht

Gemeinsam mit dem direkt angrenzenden polnischen Vorkommen stellen die brandenburgischen Bestände hochgradig isolierte Vorposten dar (vgl. Kallies et al. 1999). Die Anzahl der Vorkommen ist zu gering, um von einem eigenständigen Teilareal auszugehen. Die nächsten Vorkommen befinden sich in Mähren (Tschechien). Erst dort herrschen wieder die von der Art in Mitteleuropa benötigten fast semiariden klimatischen Bedingungen vor. Da ein ähnlich isoliertes Vorkommen in Graubünden (Schweiz) existiert und in den Gebieten zwischen den Vorkommen keine geeigneten Lebensräume existieren, ist davon auszugehen, dass es sich bei J. chloros um eine warmzeitliche Reliktart handelt. Eine gezielte Suche nach J. chloros (Abb.: siehe Publikation für Abbildungsnummer) in Brandenburg, die für Mai und Juni 2024 durch das Rote-Liste-Zentrum beauftragt wurde, führte nicht dazu, dass die Vorkommen als so stabil beurteilt werden können, dass die Art in die Kategorie „Stark gefährdet“ herabgestuft werden kann (Seidel et al. 2024).

Bär im Kanton Bern in der Schweiz gesichtet

Am 26. Mai 2017 wurde in der Schweiz in der Region Thun ein Braunbär gesichtet. Ein Mann aus der Region hatte in der Gemeinde Eriz einen Bären gesehen und fotografiert. Es handelt sich wahrscheinlich um einen jungen männlichen Bären, der in kurzer Zeit grosse Distanzen zurücklegen kann. Der Bär von Eriz ist der erste wilde Bär, der im Kanton Bern seit mehr als 190 Jahren gesichtet wurde. Die letzte historisch belegte Sichtung war 1823 im Saanenland. Der Bär gilt in der Schweiz als einheimische und streng geschützte Art. Seit 2005 wandern immer wieder Braunbären aus dem italienischen Nationalpark im Trentino in die Schweiz ein und stossen dabei immer weiter nach Norden vor. 2016 wurde der Kanton Graubünden vermutlich von drei Bären besucht.

Auswirkungen des Klimawandels: Modellierung der Kosten

Die Kosten des Klimawandels in der Schweiz sind eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des CO2-Gesetzes (Revision post 2020) und der Anpassungsstrategie. Diesbzüglich besteht aber eine grosse Wissenslücke. Die letzte Untersuchung liegt schon über 8 Jahre zurück. Damals wurde der durchschnittlich jährlich zu erwartende Schaden über die Gesamtperiode 2005 bis 2100 auf rund 1 Mrd. CHF geschätzt (heutige Preisen, Diskontrate 2%). Seither wurden zahlreiche neue Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweiz veröffentlicht. U.a. wurden neue regionale Klimaszenarien berechnet und die sektoralen Auswirkungen quantitativ modelliert. Zudem wurden und werden die klimabedingten Risiken und Chancen des Klimawandels in Fallstudien in den Kantonen Aargau, Uri, Graubünden, Basel Stadt, Genf, Fribourg, Tessin und Jura integral analysiert. Basierend auf dieser neuen, verbesserten Wissensgrundlage sollen die Kosten des Klimawandels neu analysiert werden. Projektziele: Monetäre Abschätzung der Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz Aufdatierung der Studie aus dem Jahre 2007. Umsetzung und Anwendungen: Im Rahmen des Projekts wurde die Studie 'Volkswirtschaftliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweiz' aus dem Jahr 2007 aktualisiert. Dabei wurden die seither durchgeführten Impactanalysen berücksichtigt. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sind Grundlagen für die Weiterentwicklung der Anpassungsstrategie und die Revision des CO2-Gesetzes. Sie wurden zudem in die Berichterstattung an den Bundesrat zu den erzielten Fortschritten bei der Anpassung an den Klimawandel berücksichtigt.

Entwicklung eines Leitfadens zum Schutz der Steinadler in den Bayerischen Alpen

Im Rahmen des Projektes 'Entwicklung eines Leitfadens zum Schutz des Steinadlers in den Alpen' wurde mit Hilfe des Geographischen Informationssystems der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden ein Modell entwickelt, das detaillierte Voraussagen bezueglich der Lebensraumnutzung des Steinadlers im Nationalparkgebiet erlaubt. Dieses Modell wurde fuer den Bericht des Nationalparks Berchtesgaden mit Hilfe von Telemetrie und Sichtbeobachtungen an 3 Paaren ueber 3 Jahre hinweg validiert. Basierend auf diesem Modell wurde in einem ersten Annaeherungsschritt ein vereinfachtes Modell (aufgrund der weniger exakten Datengrundlage) fuer den deutschen Alpenanteil erarbeitet, das eine Darstellung der wichtigsten Lebensraumbereiche fuer den Steinadler im gesamten bayerischen Alpenraum ermoeglicht. Kartenausschnitte des jeweiligen Untersuchungsgebietes im Massstab 1 : 50000 dienten Steinadlerexperten vor Ort zur Ueberpruefung dieser ersten Modell-Annaeherung. Erste Ergebnisse: 1) Das Modell fuer die Bayerischen Alpen zeigt bezueglich der Darstellung der Lebensraumbereiche des Steinadlers viele Uebereinstimmungen mit der Realitaet in den jeweiligen Untersuchungsgebieten. So liegen beispielsweise die meisten Steinadler-Rasterdaten des Instituts fuer Vogelkunde im Bereich Werdenfelser Land innerhalb der als 'sehr gut geeignet' bis 'geeignet' vorhergesagte Lebensraeume. 2) Einige sehr gut geeignete Steinadlerlebensraeume sind durch das Modell bisher nicht abgedeckt. Dabei handelt es sich zumeist um Flaechen, die aufgrund einer Sondersituation im Modell nicht flaechendeckend darstellbar sind. Derartige Gebiete sind jedoch durch andere Naturschutzkriterien bereits als schuetzenswerte Bereiche erfasst, sodass sie nicht unbedingt in eine Modellkarte bezueglich essentieller Lebensraumbereiche des Steinadlers mit einfliessen muessen. 3) Im weiteren Projektverlauf wird besonders die Uebertragung des Modells auf ausgesuchte Testgebiete (Suedtirol, Graubuenden, Steiermark, Nationalpark Hohe Tauern) in den Alpen vorangetrieben. Der schriftliche Leitfaden zum Schutz des Steinadlers in den Alpen wird neben der Verbalisierung der Modelle vor allem auch Aussagen fuer Gebiete zusammenfassen, fuer die aufgrund einer fehlenden Datenbasis keine Modelle gerechnet werden koennen. Allgemein wird dabei sehr auf die Handhabbarkeit des Leitfadens geachtet werden muessen.

Alpscape: Simulationsmodell für die Raumentwicklung alpiner Regionen

Alpine Regionen stellen bezüglich lokaler Ressourcen und sozioökonomischer Verhältnisse empfindliche, komplexe Systeme dar. Ein Entscheidungshilfeinstrument zur Beurteilung und Visualisierung potentieller zukünftiger Entwicklungsmöglichkeiten wäre aus diesem Grund sehr wertvoll. Ziel des Projektes ALPSCAPE ist es, Zukunftsszenarien für Alpine Regionen zu entwickeln, um die Auswirkungen von politischen Entscheiden oder klimatischen Veränderungen auf die Alpine Region zu untersuchen. Mit Hilfe von ökonomischen-, Ressourcenfluss- und Landschaftsmodellen können die zukünftigen Veränderungen simuliert und bezüglich Nachhaltigkeitskriterien bewertet werden. Die Modelle werden für die Landschaft Davos entwickelt, einem stark vom Wintertourismus beeinflussten Ort in den Schweizer Alpen. ALPSCAPE ist ein Projekt im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP48 ( Landschaften und Lebensräume der Alpen), welches von 2002 bis 2005 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung der ETH Zürich, dem Institut für öffentliche Dienstleistungen und Tourismus der HSG St. Gallen, dem Kanton Graubünden und der Landschaft Davos durchgeführt wurde. Für die Entwicklung der Zukunftsszenarien wurde das Wissen der lokalen Bevölkerung in Davos miteinbezogen. Mit Hilfe von verschiedenen numerischen Landnutzungs- und Ressourcenflussmodellen konnten die Einflüsse der beschriebenen Systemzusammenhänge- und zukünftigen Systemveränderungen in den Szenarien berechnet werden. Beim Abschluss des Projektes im Juli 2005 können folgende Produkte erwartet werden: - Eine detaillierte Analyse der Funktion und Nachhaltigkeitsaspekten einer Alpinen Tourismusregion. - Ein Paket von Wissen und Wirkungszusammenhängen bei verschiedenen für den Alpenraum relevanten Zukunftsszenarien, die verschiedene Themenbereiche behandeln. - Ein integriertes Modell der Landschaft Davos, welches aus Teilmodellen besteht: Bevölkerung, Tourismus, Ökonomie, Verkehr, Landwirtschaft, Freizeit, Wohnen, Landschaft, Landnutzung und Umweltleistung. Diese Teilmodelle sind nicht automatisch verknüpft, um die Zukunftsszenarien zu berechnen.

Oekologische Untersuchungen zur Dynamik landwirtschaftlicher Brachen

Mehrere Doktor- und Diplomarbeiten befassten sich mit den Verhaeltnissen im Basler-, Solothurner- und Berner Jura. Besondere Untersuchungen betreffen die Veraenderung der Durchwurzelung, den Streueabbau in brachliegenden Wiesen und mikroklimatische Veraenderungen in brachliegenden Wiesen. Vergleichsweise wird auch der Einfluss von Duengung und Brachlegung von Wiesen auf die Pflanzensoziologie und auf tagaktive Lepidopteren studiert (im Tavetsch, Graubuenden und im Olivonetal).

Mycosoziologie alpiner Silikat Schneetaelchen (Salicetum Herbaceae) im Gebiet des Flueelapasses (GR)

Vier Jahre dauerndes Monitoring der durch obligate Mykorrhiza an Salix Herbacea (Zwergweide) gebundenen Makromycetes, unter Einbezug der an den 13 Standorten (2300-2550m) ebenfalls vorkommenden Sapromyceten. Parameter: Biomonitoring, mit Schwerpunkt 'Einfluss von Temperatur und Niederschlaege' auf Fruktifikation. Identifikation und Katalog vorkommender Pilzarten, Isolation von Reinkulturen obligater Mykorrhizapicze zwecks Re-Inokulation bei Synthese-Experimenten. Produktion und Fluktuation der Mykoflora in Abhaengigkeit von Relief und Hoehe der VF.

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