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Nitratreduzierende mikrobielle Gemeinschaften aus porösem Gestein und Klüften im verkarsteten und geklüfteten Grundwasserleiter des Einzugsgebiets der Bronnbachquelle (Südwestdeutschland)

Verkarstete, zerklüftete unterirdische Aquifere sind wichtige Trinkwasserquellen. Der Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft hat jedoch zu einer Nitratinfiltration geführt. Der Konsum von nitrathaltigem Trinkwasser könnte zu gesundheitlichen Problemen führen, und die Europäische Union hat festgelegt, dass die Stickstoffkonzentration im Trinkwasser weniger als 50 mg/L betragen muss, um trinkbar zu sein. In landwirtschaftlich genutzten Regionen liegen die Nitratkonzentrationen jedoch häufig über diesem Grenzwert. So wurden beispielsweise im Einzugsgebiet der Ammer (Deutschland) Nitratkonzentrationen von bis zu 60 mg/l gemessen, während die Abflussgebiete nur 1 mg/l Nitrat enthielten. Diese Konzentrationsunterschiede lassen auf eine intensive Denitrifikation schließen. In unterirdischen oligotrophen Umgebungen können Mikroorganismen die Nitratreduktion mit der Eisen-/Schwefeloxidation koppeln. Die Bestimmung räumlicher Hot Spots, in denen Mikroben eine wichtige Rolle bei der Denitrifikation im Untergrund spielen, ist eine Herausforderung, und es ist daher nicht bekannt, ob die Denitrifikation nur in Klüften oder auch in der porösen Gesteinsmatrix stattfindet. Wir haben Gesteinskerne aus 70 m Tiefe entnommen - der gesättigten Zone der Bronnbachquelle (Deutschland). Das einzigartige Bohrloch ohne Verrohrung diente der Errichtung einer Grundwassermessstelle. Das erste Ziel dieses Projekts besteht darin, die Taxonomie und die funktionellen Fähigkeiten der denitrifizierenden Mikroorganismen zu bestimmen, die das Karbonatgestein bewohnen. Das zweite Ziel ist die Charakterisierung der mikrobiellen Besiedlung Pyrit-haltiger künstlicher und natürlicher poröser Gesteinsmatrixen und der Pyritoxidationsrate durch Laborexperimente. Für diese In-vitro-Studie werden Mikroorganismen verwendet, die zuvor aus Karbonatgestein angereichert wurden und die die Nitratreduktion mit (Eisen/Schwefel)-Oxidation verbinden. Das dritte Ziel besteht darin, die In-situ-Pyrit-Oxidationsrate in den künstlichen und natürlichen porösen Gesteinsmatrixen zu bestimmen. Dies wird durch die langfristige Inkubation von Pyrit-haltigen mikrobiellen Fallen (MTDs; mit Gesteinsmatrixen) im neu installierten Grundwasserbrunnen und durch die Überwachung der Veränderungen in der Zusammensetzung und der Funktionen der mikrobiellen Gemeinschaften, die die MTDs besiedeln, erreicht. Mittels der kombinierten Ergebnisse der Feld- und Laborarbeiten werden wir Folgendes ermitteln: i) die ökologischen Nischen der nitratreduzierenden Mikroorganismen im Grundwasserleiter des Einzugsgebiets der Bronnbachquelle, ii) die wichtigsten Mikroorganismen, die für den Nitratumsatz verantwortlich sind, iii) die Stoffwechseleigenschaften und Funktionen der nitratreduzierenden Mikroorganismen, iv) das Potenzial der Denitrifikanten, die poröse Gesteinsmatrix zu besiedeln, v) die Faktoren, die die Effizienz der Denitrifikation beeinflussen, und v) die Pyritoxidationsrate innerhalb der porösen Gesteinsmatrix.

teil-i-hauptdokument-abgrenzung-von-trinkwassereinzugsgebieten_2_3_1736521668.pdf

Hilfestellung - Abgrenzung von Trinkwassereinzugsgebie- ten für die Bewertung nach TrinkwEGV für den 1. Zyklus Zielstellung Grundlegend für die nach § 7 TrinkwEGV durchzuführende Gefährdungsanalyse und Risikoabschätzung ist die Gebietskulisse des Trinkwassereinzugsgebietes. Für diese Gebietskulisse sind alle verfügbaren Informationen zur Erstellung einer Gefährdungs- analyse zusammenzutragen, welche anschließend die Basis für die Risikoabschät- zung bilden. Dahingehend ist eine Bestimmung des Trinkwassereinzugsgebietes der erste Schritt und essenziell für alle folgenden Schritte. So hat gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 TrinkwEGV der Betreiber einer Wassergewinnungsanlage eine Bestimmung und Be- schreibung des Trinkwassereinzugsgebietes vorzunehmen. Mit der folgenden Unterlage werden Empfehlungen zum praktikablen Vorgehen im Rahmen der Festlegung des Trinkwassereinzugsgebietes bei Grundwasser- fassungen, bei Trinkwassereinzugsgebieten, deren Trinkwassergewinnung aus Uferfiltrat oder durch Grundwasseranreicherung erfolgt und bei grenzüberschreitenden Trinkwassereinzugsgebieten gegeben. Darüber hinaus werden Empfehlungen zur erstmaligen Bestimmung eines Trinkwassereinzugsgebietes für den 1. Zyklus formuliert. Trinkwassereinzugsgebiet Das Trinkwassereinzugsgebiet bezeichnet ein Gebiet, aus dem Grundwasser oder Oberflächenwasser zu der Entnahmestelle oder den Entnahmestellen für die Trink- wassergewinnung gelangt (§ 2 Nr. 1 TrinkwEGV). Zur Bestimmung ist das Gebiet unter Berücksichtigung der wasserrechtlich gestatteten Entnahmemengen fachlich abzu- grenzen. Die TrinkwEGV nutzt den Begriff des Trinkwassereinzugsgebietes synonym zum hydrodynamischen Einzugsgebiet (EG), um den Zweck der Trinkwassergewin- nung zu verdeutlichen. Der Verlauf der Grenze des oberirdischen Einzugsgebietes wird maßgebend durch das Relief bestimmt. Der Verlauf der Grenze des unterirdi- schen Einzugsgebietes wird durch geologisch-hydrogeologische, hydrologische sowie anthropogene Größen wie geologischer Aufbau und Durchlässigkeit des Untergrun- des, Grundwasserneubildung und Höhe der Grundwasserentnahme beeinflusst. Seite 1 von 13 Uferfiltrat Uferfiltrat wird als das Wasser definiert, das aus oberirdischen Gewässern unmittelbar in den Grundwasserraum eingedrungen ist, ausgenommen durch Versinkung (Defini- tion nach DIN 4049-3). Der Anteil von Uferfiltrat am Gesamtrohwasser einer Wasser- gewinnungsanlage kann sowohl natürlichen als auch künstlichen Ursprungs sein. In den meisten Fällen liegt jedoch der Prozess einer künstlichen Uferfiltration infolge ei- ner durch einen Brunnen induzierten Absenkung des Grundwasserstandes und eine damit einhergehenden Fließrichtungsumkehr zwischen oberirdischen Gewässern und Grundwasser vor. Die Bestimmung des Uferfiltratanteils ist Gegenstand komplexer ge- ohydraulischer Auswertungen, zum Beispiel mittels Grundwasserströmungsmodell im Rahmen eines Fachgutachtens. Im 1. Zyklus der Umsetzung der TrinkwEGV ist die Durchführung weitreichender Un- tersuchungen und Auswertungen in der Regel nicht möglich. Daher wird das folgende vereinfachte Vorgehen für den 1. Zyklus empfohlen. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass dem Betreiber bekannt ist, ob Uferfiltrat gewonnen wird. Ist dies nicht der Fall, ist die räumliche Lage des oberirdischen Ge- wässers zur Entnahmestelle maßgeblich. Als vorläufige Bewertungsgrundlage werden die Bemessungslinien für die Trinkwasserschutzzone II gemäß Arbeitsblatt DVGW W 101 (A) für geeignet erachtet. D. h. sollte ein oberirdisches Gewässer im Bereich zwi- schen der Entnahmestelle und der 50-Tages-Fließzeit oder 100 m-Mindestabstandsli- nie (Ersatzkriterium) liegen, so ist überschlägig von einem auf das Jahr bezogenen durchschnittlichen Uferfiltratanteil größer 10 m³/d gemäß § 6 Abs. 6 Nr. 2 TrinkwEGV auszugehen. Sollten keine Kenntnisse zu Fließzeiten vorliegen, so wird empfohlen, die 100 m-Mindestabstandslinie bzw. die 300 m-Mindestabstandslinie bei Karst- und Kluft- grundwasserleitern mit hohen Abstandsgeschwindigkeiten (Ersatzkriterium) zu ver- wenden. Ist über die beschriebene räumliche Beziehung ein Uferfiltratanteil festzustel- len, so ist im 1. Zyklus ebenfalls von einer signifikanten Beeinflussung des Rohwassers und eine Überschreitung des Uferfiltratanteils am Rohwasser von 10 % gemäß § 7 Abs. 1 TrinkwEGV auszugehen und das oberirdische Gewässer in der Gefährdungs- analyse und Risikoabschätzung zu berücksichtigen. Eine abweichende Entscheidung zur im vorherigen Absatz erläuterten Vorgehens- weise ist im Einzelfall (wie zum Beispiel bei tiefen Brunnen, die in Grundwasserleitern mit einer mächtigen Überdeckung ausgebaut sind) fachlich und nachvollziehbar, u. U. auf Basis bereits vorliegender Auswertungen oder Kenntnisse, zu begründen. Seite 2 von 13 Für die Bestimmung des für die Uferfiltration relevanten Gewässerabschnitt gemäß § 6 Abs. 6 Nr. 2 TrinkwEGV wird folgende im 1. Zyklus vereinfachte Herangehensweise empfohlen. Abbildung 1 Schematische Darstellung der empfohlenen Herangehensweise zur Bestimmung des relevanten Gewässerabschnitts bei Uferfiltrat als Grundlage für die Bestimmung des oberirdischen Einzugsgebiet gemäß § 6 Absatz 5 TrinkwEGV (Abbildung nicht maßstabsgerecht) Von der mit Uferfiltrat identifizierten Entnahmestelle, die sich am oberstromigsten in Bezug auf das betrachtete oberirdische Gewässer befindet, ist eine gedachte Linie, möglichst senkrecht zur mittleren Fließrichtung des Oberflächengewässers, zum Seite 3 von 13

HK 50 A - Hydrogeologische Karte von Nordrhein-Westfalen 1:50.000 (analog)

Die Hydrogeologische Karte von Nordrhein-Westfalen im Maßstab 1:50.000 [HK 50] zeigt Verbreitung, Lage und Gesteinsbeschaffenheit der im Blattgebiet vorkommenden Grundwasserleiter und -geringleiter. In den Karten sind Locker- und Festgesteine entsprechend ihrer hydraulischen Eigenschaften verschiedenen Durchlässigkeitsklassen zugeordnet; im Lockergestein ist zusätzlich die Mächtigkeit des nutzbaren Grundwasserraumes wiedergegeben. Ferner enthalten die Karten Angaben zur Lage von Quellen, Brunnen, Grundwassermessstellen und potenziellen Grundwassergefährdungen (Abgrabungen, Aufschüttungen). Schnittserien vermitteln einen Eindruck über die Lagerung, die Mächtigkeit und die hydraulischen Verbindungen der hydrogeologischen Einheiten.

Superconducting Gravimeter Data from Rochefort - Level 1

The International Geodynamics and Earth Tide Service (IGETS) was established in 2015 by the International Association of Geodesy (IAG). IGETS continues the activities of the Global Geodynamics Project (GGP, 1997-2015) to provide support to geodetic and geophysical research activities using superconducting gravimeter (SG) data within the context of an international network. In 2014 December the Royal Observatory of Belgium installed the iGrav #019 at the surface site of the Rochefort "Lorette" cave laboratory. The Lorette cave is one of several cavities that belong to the Wamme–Lomme karst system, a 10 km long karst area. At the surface of the site, a small and solid building, located at the border of a large sinkhole, hosts the gravity laboratory, which is thermally stabilized at ~25°C by a heater, excepted during a few days each summer when the temperature may increase above that level. The iGrav #019 is installed directly on the bedrock (limestone) in a 1 m deep shaft. Two meters away from the iGrav there is a pillar of cement (60% sand, 40% cement, no iron nor stones) founded 1 meter deep on the bedrock and on which absolute gravity measurements are performed 10 times or more per year with the FG5#202 absolute gravimeter. See description in Fig A7 in Van Camp et al., 2017. As this instrument was installed among others to investigate flash floods in the caves, it regularly monitors sudden changes in gravity reaching 50-100 nm/s², especially during the winter (Watlet et al., 2020). This should be considered when performing e.g. tidal analyses.

Rezeption der Vegetationszonierung von Mangroven zur simultanen Deduktion der Aquiferstruktur sowie zur Weiterentwicklung von Konzepten der unterirdischen Konkurrenz von Pflanzen bei individuenbasierter Modellierung - MARZIPAN

Das beantragte Projekt verfolgt das Ziel, ein vollständig gekoppeltes Vegetations-Grundwasser-Modell für Mangrovenökosysteme zu entwickeln. Im Speziellen soll das Prozessverständnis der Interaktionen zwischen Pflanzen und der Hydrodynamik im Grundwasser erweitert werden. Speziell sollen dabei Beziehungen zwischen (i) sichtbaren Vegetationsmustern wie Allometrie, Artenzusammensetzung und Zonierung, sowie (ii) unterirdischen Aquiferstrukturen und Potentialgradienten durch Grundwasser- und Gezeiteneinfluss untersucht werden. Von dem gekoppelten Modellansatz werden beide Seiten gleichermaßen profitieren: für (i) wird das Verständnis der physikalischen Mechanismen unterirdischer Konkurrenz ergründet und ein neues Konkurrenzkonzept für individuenbasierte Modelle entwickelt werden, welches Bodeneigenschaften und Gradienten berücksichtigt; für (ii) sollen oberirdisch sichtbare Vegetationsmuster, wie Zonierung, für Rückschlüsse auf die Aquiferstruktur und deren Parametrisierung im Modell Verwendung finden. Als Pilotökosystem wurden Mangroven gewählt. Unsere primäre Hypothese ist dabei, dass Gradienten der Salinität das Bindeglied zwischen Vegetationsmustern (Allometrie des Einzelbaumes, Zonierung des Bestandes) und hydrodynamischen Prozessen in der Grundwassermatrix darstellen. Salinität beeinflusst zum einen über das osmotische Potential die Wasseraufnahme der Pflanzen und hat daher einen Einfluß auf deren Wachstum und allometrische Ausprägung. Zudem erhöhen Wasseraufnahme und Salzexklusion den Salzgehalt im Untergrund. Dichtegradienten durch Unterschiede im Salzgehalt werden neben Randbedingungen wie Grundwasserzufluss oder Gezeiten zu einer Triebkraft der hydrodynamischen Fließprozesse, welche wiederum die Salinität im Wurzelraum der Pflanzen ändern können. Das Potentialkonzept des Pflanzenmodells BETTINA bietet eine geeignete Schnittstelle zu den hydrodynamischen Prozessen in der Bodenmatrix, welche seinerseits mit OpenGeoSys abgebildet werden können. Mit dem gekoppelten Modell wollen wir aus abiotischen Randbedingungen Eigenschaften wie Artenzusammensetzung, Zonierung und die Allometrie der Bäume (z.B. Höhe, Durchmesser) prognostizieren. Beide Seiten werden davon zu gleichen Teilen profitieren: für die Grundwassermodellierung wird es möglich sein, sichtbare Vegetationsmuster (Allometrie, Zonierung) für Rückschlüsse auf Aquifereigenschaften und in geeigneter Weise zur Paramtrisierung der Hydrodynamik zu nutzen. Für Ökosystemmodellierung wird ein Konzept der unterirdischen Konkurrenz erstellt werden, was im Gegensatz zu herkömmlichen Ansätzen (z.B. Field Of Neighbourhood) Eigenschaften der unterirdischen abiotischen Gegebenheiten (Porosität, bevorzugte Fließrichtung) berücksichtigt.

An integrated data fusion approach to use geophysical measurements in hydrological models

Geophysical measurements are a valuable source of information for the parameterization of hydrological models. Traditionally, relevant information on hydrological properties and/or state variables is obtained in a sequential approach from geophysical measurements: the geophysical survey data are inverted first, and the information thus obtained is used within the hydrological model. The aim of this project is to further develop an alternative so-called coupled hydrogeophysical inversion approach to use geophysical data in hydrological models that overcomes some of the limitations of the sequential approach. In this approach, geophysical measurements are directly included in the hydrological inverse problem by coupling a forward model of the geophysical measurements with a hydrological model and minimizing the difference between modeled and observed data by perturbing the relevant hydrological flow and transport parameters. The development of this coupled inversion approach was started in the first phase of the project. In this second phase, it will be further developed and tested on two experimental data sets consisting of electrical resistivity measurements in the saturated zone and self-potential and electrical resistivity measurements in the unsaturated zone. The first data set has already been acquired and the second data set will be acquired in this second phase. The analysis of these experiments will aim to determine both effective and spatially variable flow and transport properties from the available geophysical and conventional hydrological measurements.

Ableitung ökotoxikologisch begründeter Schwellenwerte und Dossiers zu Geringfügigkeitsschwellenwerten für ausgewählte organische Parameter

Ökotoxikologisch begründete Schwellenwerte (ÖSW) werden für 5 Stoffe (Benzol, Toluol, MTBE, Benzo(a)pyren, Naphthalin) über Predicted-No-Effect-Concentration-Werte (PNEC) in den Risikobewertungsberichten der Europäischen Union formuliert und den Geringfügigkeitsschwellenwerten (GFS) der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) gegenüber gestellt. Zudem wird zur Bewertung der Stoffgruppe der Polycyclischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) eine alternative Vorgehensweise vorgeschlagen. Die ÖSW stellen ökologisch unbedenkliche Konzentrationen in der aquatischen Umwelt dar und stützen sich im Wesentlichen auf Untersuchungen an Süßwasserlebewesen in Oberflächengewässern, da entsprechende ähnlich aussagekräftige Untersuchungsmethoden für den Lebensraum Grundwasser fehlen. Bei bereits eingetretenen Schadensfällen können die GFS-Werte der LAWA nicht als Sanierungszielwerte genutzt werden, sondern müssen im Einzelfall abgeleitet werden. In der Bearbeitung eingetretener Schadensfälle konnten bislang keine Schwellenkonzentrationen ermittelt werden, ab der eine nachhaltige Veränderung der Biozönose im Grundwasserraum zu beobachten ist. Entsprechend können keine allgemein gültigen Maßnahmenwerte formuliert werden, die eine Sanierung notwendig machen. Dies muss ebenfalls in Einzelfallprüfungen vorgenommen werden, wobei die ÖSW berücksichtigt werden sollten.

Regionalisierung der Grundwasserneubildung von Hessen

Die Schaffung einer hessenweit abgestimmten Datenbasis für den Bereich Grundwasserschutz-Wasserversorgung ist erklärtes Ziel der Umweltverwaltung in Hessen. Die Generierung und zentrale Haltung von wasserwirtschaftlichen Rahmendaten gewinnt auch durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) immer mehr an Bedeutung. Die EU-WRRL fordert u.a. die Beschreibung des mengenmäßigen Dargebots von Grund- und Rohwasser. Die regionale Modellierung der Grundwasserneubildung stellt somit eine zentrale Aufgabe zur Umsetzung der EU-WRRL dar. Unter Grundwasserneubildung wird die Zusickerung von in den Boden infiltriertem Wasser in den Grundwasserraum verstanden. Regional differenzierte Grundwasserneubildungsraten dienen vor allem zur Abschätzung der erschließbaren Grundwassermengen und sind eine Voraussetzung für die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Grundwasserressourcen. Regional differenzierte Kenntnisse über die Grundwasserneubildung werden auch für die Abschätzung des Gefährdungspotentials des Grundwassers durch den Eintrag von Schadstoffen, wie z.B. durch die Nitratauswaschung, benötigt. Zur Ermittlung der Grundwasserneubildung in Hessen ist ein Modellansatz gesucht, mit dem der durch das BWHM berechnete Gesamtabfluss (Qgesamt) in die Komponenten Direktabfluss (Qdirekt) und Grundwasserneubildung(GWN) separiert werden kann. Die Bestimmung der Grundwasserneubildung (GWN) erfolgt indirekt und beruht auf der Separation des Gesamtabflusses in die beiden Abflusskomponenten Basisabfluss (QBasis) und Direktabfluss (Qdirekt):Der Direktabfluss ist die Summe aller schnellen Abflussanteile(Oberflächenabfluss und Zwischenabfluss bzw. Interflow), die mit nur geringer Zeitverzögerung(Stunden bis eine Woche) nach einem Niederschlagsereignis den Vorfluter erreichen. Der Basisabfluss resultiert aus der sog. langsamen Abflusskomponente im Aquifer und ist weitgehend dessen Leerlaufen in Trockenwetterperioden gleichzusetzen. Die Ermittlung der Abflusskomponenten bei dem gewählten Verfahren erfolgt durch die Verwendung so genannter Baseflow-Indizes . Der Baseflow-Index (BFI) beschreibt den Anteil des Basisabflusses (Qbasis)am Gesamtabfluss (Q gesamt). Mit dem vorliegenden Datenkollektiv kann nun der statistische Zusammenhang zwischen den auf Abflussmessungen beruhenden BFI-Werten (Zielgröße)und signifikanten Einflussgrößen (Prädiktorvariablen)mittels schrittweiser linearer Regression ermittelt werden. Durch die ermittelte Regressionsgleichung lässt sich nun der BFI für die Gesamtfläche Hessens berechnen. Die ermittelte Schätzfunktion kann theoretisch auf beliebige Flächeneinheiten angewendet werden. Durch Multiplikation des flächendifferenzierten BFI mit dem Gesamtabfluss des Bodenwasserhaushaltsmodells(BWHM) werden abschließend die Grundwasserneubildung und der Direktabfluss bestimmt. Das fertige Gesamtmodell(BWHM und Regressionsmodell) soll in Zukunft auch für Vorhersagezweckeeingesetzt werden.

Tagung: Grundwasser - Lebensraum, Schutzgut, Ressourcen

Wasser/Grundwasser/Beschaffenheit: Grund- und Rohwasserbeschaffenheit

<p>Die Bewertung der Grund- und Rohwasserbeschaffenheit Hessens beruht auf einer Datenbasis, die sich&nbsp;aus unterschiedlichen <a href="https://www.hlnug.de/themen/wasser/grundwasser/messnetze">Messnetzen</a> zusammensetzt. Die Daten werden in der Grund- und Rohwasserdatenbank Hessen (GruWaH) gespeichert und sind über die Anwendung <a href="https://umweltdaten.hessen.de/mapapps/resources/apps/wasserviewer/index.html?lang=de">Fachinformationssystem Wasserviewer</a> verfügbar.</p><p>Eine Bewertung der Grundwasserbeschaffenheit&nbsp;Hessens steht auch&nbsp;im <a href="https://www.hlnug.de/publikationen/detailseite?tx_cartadm_pi2%5Bbooks%5D=1288&amp;cHash=fe2bc69ea2b31e4d7e8aedb44399e0e1">Grundwasserbeschaffenheitsbericht 2022</a>&nbsp;zum Download zur Verfügung.</p><p>Die folgenden Parameter/Parametergruppen werden&nbsp;wegen ihrer großen Bedeutung hier direkt vorgestellt.</p><p><a href="https://www.hlnug.de/#c59600">Arzneimittelrückstände</a><br><a href="https://www.hlnug.de/#c59604">Chlorid</a><br><a href="https://www.hlnug.de/#c59608">Gesamthärte</a><br><a href="https://www.hlnug.de/#c59612">Keime</a><br><a href="https://www.hlnug.de/#c59616">Nitrat</a><br><a href="https://www.hlnug.de/#c59620">Per- und polyfluorierte Chemikalien</a><br><a href="https://www.hlnug.de/#c59624">Pflanzenschutzmittelrückstände</a><br><a href="https://www.hlnug.de/#c59628">Sulfat</a></p><p>Eine Übersicht über die geltenden Grenz- und Schwellenwerte für Grund-, Roh- und&nbsp;Trinkwasser befindet sich <a href="https://www.hlnug.de/#c59632">hier</a></p><p>Bereits seit 1996 führt das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) umfangreiche Studien zur Belastung von Hessens Grundwässern mit Pharmaka durch. In der Studie zur „Untersuchung der Beeinflussung von oberflächennahem Grundwasser durch stark belastete kleinere Fließgewässer in Südhessen“ konnten Rückstände von Pharmaka nachgewiesen werden.</p><p>Seit dem Jahr 2006 hat das HLUG die Parameter Clofibrinsäure, (Clofibrat), Diclofenac und Cabamazepin in die landesweiten Messprogramme zur Überwachung der Grundwasserbeschaffenheit aufgenommen. Die Auswahl dieser vier Substanzen resultierte aus den Ergebnissen der bereits durchgeführten Studien hinsichtlich Arzneimittelrückstände in Grundwässern, bei denen bis zu 80 Arzneimittelwirkstoffe untersucht wurden. Es zeigte sich nämlich, dass bei positiven Befunden an Arzneimittelrückständen immer auch mindestens einer dieser vier Substanzen beteiligt war. Durch diese Auswahl können der analytische Aufwand sowie die anfallenden Kosten wesentlich verringert werden.</p><p>Die Übersichtskarte visualisiert die Ergebnisse des seit 2006 laufenden Messprogramms „Arzneimittel“. Die Abbildung spiegelt den aktuellen Zustand (Mai 2012) wider. Zur Summenbildung wurden die vier Leitparameter Clofibrinsäure, (Clofibrat), Diclofenac und Cabamazepin herangezogen. Insgesamt wurden Wässer aus 497 Grundwassermessstellen beprobt. Hiervon waren 456 Grundwässer (91,8 %) ohne positiven Befund. In rund 8 % der untersuchten Grundwässer wurden Arzneimittelrückstände detektiert. Eine Häufung der positiven Befunde ist im Ballungsraum Rhein-Main und im Hessischen Ried bzw. Südhessen festzustellen. Durch die höhere Bevölkerungsdichte und den damit verbundenen höheren Anfall an häuslichen Abwässern steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Arzneimittelrückstände in den Grundwasserraum gelangen können. Gleichfalls existiert in einigen Bereichen des Hessischen Rieds eine merkliche Interaktion zwischen Grund- und Oberflächenwasser, die den Eintrag von Schadstoffen vom Vorfluter in das Grundwasser begünstigt. In den Grund- und Rohwässern der meist ländlich geprägten Regionen Mittel- und Nordhessens werden dagegen keine Arzneimittelrückstände nachgewiesen.</p><p>Chlorid ist ein Salzion, das in allen hessischen Grundwässern vorkommt. Es wird im wesentlichen aus natürlichen Salzen, besonders dem als Kochsalz bekannten NaCl, im Gestein gelöst und im fließenden Grundwasser verteilt. In Mineralwässern sind die Konzentrationen meistens erhöht, in den Heilwässern sind sie relativ hoch und in Salzsolen sind sie so hoch, dass sie für industrielle Prozesse Verwendung finden. Die wichtigsten Quellen für Chlorid sind in Hessen die Steinsalzvorkommen des Zechstein.</p><p>Die Chloridkonzentration ist oft durch menschliche Einflüsse, besonders im oberflächennahen Grundwasser, erhöht. Als flächenhafte Quellen dafür sind z. B. die Streuung von Auftausalzen auf Wegen und Straßen, die Aufbringung von chloridhaltigem Dünger auf landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Flächen zu nennen. Auf ungedüngten Flächen betragen die Chloridkonzentrationen im Sickerwasser meist 2-40 mg/l, auf gedüngten Flächen häufig 40-80 mg/l.</p><p>Lokale Quellen sind z. B. Abwässer, die aus undichten Kanälen in den Untergrund gelangen, Versickerung aus Gewässern, die Abwasser von Kläranlagen führen, sowie Sickerwasser aus Ablagerungen und Deponien.</p><p>In der&nbsp;<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/TrinkwV.pdf">Trinkwasserverordnung</a>&nbsp;ist der Grenzwert für Chlorid auf 250 mg/l festgelegt.</p><p>Mit der&nbsp;Gesamthärte&nbsp;wird der Gehalt der Erdalkalien Calcium (Ca) und Magnesium (Mg) im Wasser erfasst. Der Begriff "Grad deutscher Härte" ist üblich, sollte aber nicht mehr verwendet werden, da sich dieser Begriff auf die im Wasser nicht relevanten Erdalkalimetalloxide bezog. Heute wird deswegen die Härte in mmol/l Erdalkaliionen angegeben.<br> 1°dH = 10 mg/l CaO&nbsp;&nbsp;= 0,179 mmol/l</p><p>Erdalkalien sind in allen natürlichen hessischen Grundwässern enthalten, die Konzentrationen sind aber sehr unterschiedlich und abhängig von der Löslichkeit des Gesteins und der Wasserbeschaffenheit. In Kalk- und Dolomitstein, kalkreichen Sanden und auch unter Lößböden wird viel Ca und Mg gelöst, also ist das Wasser hart. Das Grundwasser in kalkarmen Gesteinen wie Sandstein des Buntsandstein, Granit, Quarzit und Schiefer ist weich, da nur wenig Ca und Mg gelöst ist. Basaltische Gesteine führen i. d .R. mittelhartes Wasser.&nbsp;&nbsp;</p><p>Historisch ist der Begriff "Härte" auf das Verhalten des Wassers beim Waschvorgang mit fettsauren Seifen zurückzuführen. Hartes Wasser schäumt mit Seife schlecht auf und führt zur Abscheidung schwer löslicher Ca-Mg-Seifen.&nbsp;Die Wasserhärte ist für die Verwendung von Wasser in vielen Bereichen von Bedeutung:</p><p><strong>Hartes Wasser</strong> neigt dazu, unter veränderten Temperaturen und Säurekonzentrationen (pH-Werten) Kalke auszufällen. Dabei kommt es zu Belägen, die im Haushalt bekannt sind, wie z. B. in Töpfen, an Heizspiralen von Waschmaschinen, in Wasserleitungen. Da hartes Wasser zu Inkrustierungen an Rohrleitungen führt, ist es für viele industrielle Zwecke ungeeignet und muss aufbereitet werden.</p><p>Sehr <strong>weiches Wasser</strong> hat die Eigenschaft, dass mehr Kohlensäure gelöst sein kann, als sie durch die Härtebildner gebunden wird. Diese freie überschüssige Säure, auch aggressive Säure genannt, wirkt korrosiv auf Metalle, z. B. Rohrleitungen und Kessel, sowie auf Baustoffe aus Kalk, z. B. Betonfundamente. In Leitungen aus Metall, z. B. Bleirohre, können durch aggressives Wasser schädliche Korrosionsprodukte in das Trinkwasser gelangen. Solches Rohwasser wird entsäuert bevor es als Reinwasser in das Trinkwassernetz geleitet wird. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p><p>Wasser <strong>mittlerer Härte</strong> ist für die meisten Zwecke besonders gut geeignet, und mit einem hohen Gehalt an Hydrogencarbonat schmeckt es frisch.</p><p>Nach der Verordnung zur Neuordnung trinkwasserrechtlicher Vorschriften <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/TrinkwV.pdf">Trinkwasserverordnung</a> muss Wasser für den menschlichen Gebrauch frei von Krankheitserregern sein. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn in 100 ml Trinkwasser keine Escherichia-Coli-Bakterien (E. Coli-Bakterien), coliformen Keime und keine Enterokokken nachgewiesen werden.</p><p>Im Rahmen der Trinkwasseruntersuchungen müssen weiterhin sogenannte Indikatorparameter untersucht werden. Hier dürfen laut Trinkwasserverordnung keine anormalen Veränderungen erkennbar sein. Die zur Trinkwasserüberwachung oben genannten mikrobiologischen Parameter und Indikatorparameter ermöglichen auch Rückschlüsse auf eine mögliche Belastung durch weitere Mikroorganismen.</p><p>Als Vorsorgemaßnahme gegen eine Verunreinigung mit Keimen zählt die Ausweisung von&nbsp;<a href="https://www.hlnug.de/themen/wasser/wasserschutzgebiete">Wasserschutzgebieten</a></p><p>Coliforme Keime&nbsp;und E. Coli-Bakterien werden fast ausschließlich in den Quellfassungen und&nbsp; oberflächennah ausgebauten Brunnen in den Mittelgebirgsregionen von Hessen angetroffen. Werden diese Mikroorganismen nachgewiesen, ist eine entsprechende Aufbereitung bzw. Entkeimung notwendig. Dies kann z. B. durch Chlorung oder UV-Bestrahlung geschehen.<br>&nbsp;</p><p>Der Grenzwert für Keimzahlen bei 36 °C wird von 1 % der Brunnenwässer und 3 % der Quellwässer überschritten. Da Quellen empfindlicher sind, wurden dort erwartungsgemäß häufiger Bakterien nachgewiesen.<br> Bei 69 % der Brunnenwässer und 45 % der Quellwässer waren keine Keimzahlen bei 36 °C nachweisbar.</p><p>Die Karte gibt einen Überblick über das regionale Auftreten der gefundenen Keimzahlen bei 36° Celsius in Grundwässern hessischer Wassergewinnungsanlagen. Datengrundlage sind die jeweils neusten Analyseergebnisse im Zeitraum 2012–2016.</p><p>Escherichia coli&nbsp;(E. coli) ist ein Darmkeim, der in großen Mengen bei Warmblütern vorkommt und als sicherer Indikator für eine frische fäkale Kontamination gilt.</p><p>Die Karte gibt einen Überblick über die jeweils neusten Analyseergebnisse im Zeitraum 2012–2016 hinsichtlich der Untersuchungen der Grundwässer auf E. coli.<br> In 98 % der Brunnenwässer und 83 % der Quellwässer konnten keine Escherichia-coli-Bakterien nachgewiesen werden.</p><p>Nitrate im Grundwasser ist nicht primär auf hydrogeologische Gegebenheiten zurückzuführen. Deswegen kann Nitrat als einer der wichtigsten anthropogenen Indikatoren für eine menschliche Beeinflussung der Grundwasserbeschaffenheit angesehen werden. Der überwiegende Eintrag an Nitrat erfolgt im Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Nutzung. Das Nitrat stammt entweder aus den Stickstoff-Düngergaben oder aus mikrobiellen Umwandlungsprozessen der Böden. Reaktive Stickstoffverbindungen (z. B. Nitrat und Ammonium) können außerdem durch Auswaschung mit Regen aus der Luft in den Boden eingetragen werden.</p><p>Gebiete mit leichten, sandigen Böden, oberflächennahem Grundwasser und intensiver Landwirtschaft weisen meist eine hohe Nitrateintragsgefährdung auf. Vor allem in durch Acker und Weinbau geprägten Regionen (z. B. Rheingau, Teile des Hessischen Rieds, Hanau-Seligenstädter-Senke, Wetterau) treten hohe Nitratkonzentrationen in den Grundwässern auf. In Waldgebieten, aber auch in den Grünlandgebieten der Mittelgebirgsregionen, sind deutlich niedrigere Nitratkonzentrationen vorzufinden. Hohe Nitratwerte im Trinkwasser sind gesundheitsschädlich, daher sieht die Trinkwasserverordnung einen&nbsp;<a href="https://www.hlnug.de/#c58354">Grenzwert</a>&nbsp;von 50 mg/l Nitrat im Trinkwasser vor.&nbsp;Wird dieser Wert in einem Rohwasserbrunnen überschritten, muss der Betreiber der Wassergewinnungsanlage geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Konzentration im Trinkwasser unter diesem Wert zu halten.&nbsp;In der Regel werden hochbelastete Brunnen aufgegeben.</p><p><strong>Studie zum Thema diffuse Stickstoffeinträge</strong></p><p>Im Mai 2021 wurde die im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat <a href="https://landwirtschaft.hessen.de/">HMLU</a> und unter Federführung der <a href="https://www.uni-giessen.de/index.html">Justus-Liebig-Universität Gießen</a> erarbeitete Studie <a href="https://jlupub.ub.uni-giessen.de/handle/jlupub/254">Nicht-agrarbedingte im Vergleich zu den agrarbedingten Einflussfaktoren auf die Nitratbelastung von Grundwasserkörpern in Hessen</a> vorgestellt.<br>Gleichfalls ist der Artikel <a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/wasser/grundwasser/artikel/Agrarbedingte_und_nicht-agrarbedingte_Nitrateintragsquellen_Grundwasser_Hessen__Wasser_Abfall_11_2021.pdf">Agrarbedingte und nicht-agrarbedingte Nitrateintragsquellen in das Grundwasser in Hessen</a> in der Zeitschrift <a href="http://www.wasserundabfall.de/">Wasser und Abfall</a>, Heft 11/2021 erschienen.</p><p>Die Länderinitiative Kernindikatoren (LiKi) befasst sich mit 25 umweltspezifischen Nachhaltigkeitsindikatoren. Darunter&nbsp;<a href="https://www.liki.nrw.de/umwelt-und-gesundheit/c5-nitrat-im-grundwasser">C5 Nitrat im Grundwasser</a>.</p><p>Weitere Informationen zur Nitratbelastung auf Grundlage des Grund- und Rohwassermessnetzes finden sich auf unserer Seite unter&nbsp;&nbsp;<a href="https://www.hlnug.de/themen/nachhaltigkeit-indikatoren/indikatorensysteme/umweltindikatoren-hessen/wasserqualitaet-des-grundwassers-nitratgehalt">Umweltindikatoren Hessen:&nbsp;Wasserqualität des Grundwassers - Nitratgehalt</a>&nbsp;</p><p><strong>HLNUG-Veröffentlichungen</strong></p><p><a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/das_hlnug/jahresberichte/2019/Seiten_aus_Jahresbericht_2019_W4_Die_N2Argon-Methode.pdf">Die N2/Argon-Methode – dem „heimlichen“ Nitrat auf der Spur (aus dem HLNUG Jahresbericht 2019)</a></p><p><a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/wasser/grundwasser/artikel/Stickstoffumsatz_Bert_Juli_2019.pdf">Ausführungen zum Stickstoffumsatz in Hessen (2019)</a></p><p><a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/das_hlnug/jahresberichte/2018/Seiten_aus_Jahresbericht_2018_6_W4_Nitrat_im_Grundwasser.pdf">Nitrat im Grundwasser – Ursachen und Lösungen? (aus dem HLNUG Jahresbericht 2018)</a></p><p><a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/shop/publikationen/wasser/grundwasser/Grundwasserbeschaffenheitsbericht_2017.pdf">Stickstoffverbindungen (Kapitel 4.3 im Grundwasserbeschaffenheitsbericht 2017)</a></p><p><a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/wasser/jahresberichte/hlnug-gewaesserkundlicher-jahresbericht-2016.pdf">Grundwasserbeschaffenheit – Dauerbrenner "Nitrat" (Kapitel 4.3 im Gewässerkundlichen Jahresbericht 2016)</a><br> &nbsp;</p><p>Die Übersichtskarte stellt die Nitratkonzentrationen auf Grundlage des landeseigenen Grundwassermessnetzes sowie des Rohwassermessnetzes dar. Die überwiegende Anzahl an Rohwassermessstellen, die zur Trinkwassergewinnung herangezogen werden, liegen in Waldgebieten.</p><p>Die Karte stellt die flächenhaften Nitratkonzentrationen auf Grundlage des landeseigenen Grundwassermessnetzes sowie des Rohwassermessnetzes dar.<br> Zu beachten ist, dass die überwiegende Anzahl an Rohwassermessstellen, die zur Trinkwassergewinnung herangezogen werden, in Waldgebieten liegen. Daher sind in diesen Grundwässern i.d.R. niedrigere Nitratkonzentrationen zu finden.</p><p>Sauberes Wasser ist unerlässlich für die menschliche Gesundheit und für natürliche Ökosysteme. Aus diesem Grund zählt die Sicherung der Wasserqualität zu den wichtigsten Aspekten der Umweltpolitik der Europäischen Union (EU). Die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=LEGISSUM%3Al28013">EU-Nitratrichtlinie</a> (91/676/EWG) vom 12. Dezember 1991 ist eines der ersten Dokumente der EU-Umweltschutzgesetzgebung. Diese Richtlinie zur "Bekämpfung der Gewässerverunreinigung durch Nitrate aus der Landwirtschaft" sieht vor, Gewässerverunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen zu verringern. Durch geeignete Maßnahmen bzw. Aktionsprogramme sollen weitere Verunreinigung dieser Art vermieden werden. Die Beschreibung des Grundwasserzustands basiert auf den Daten des EU-Nitratmessnetzes. Dieses Messnetz ist für die Nitratbelastung des überwiegend landwirtschaftlich beeinflussten Grundwassers repräsentativ. Dazu wurden in Hessen 35 Messstellen ausgewählt, in deren Einzugsgebiet die Nutzungseinflüsse von Acker, Grünland und Sonderkulturen auf das Grundwasser dominieren.</p><p>Die EU-Nitratrichtlinie sieht vor, dass der EU-Kommission durch den Mitgliedstaat alle vier Jahre einen Bericht über die Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie vorzulegen ist. Dieser Bericht beschreibt den Zustand und die Entwicklung der Gewässerbelastung für Grundwasser und Oberflächengewässer (Fließgewässer, Seen, Küsten- und Meeresgewässer) sowie die im Rahmen des Aktionsprogramms ergriffenen Maßnahmen zur Minderung der Verunreinigungen inklusive der guten fachlichen Praxis beim Düngen und zusätzlicher und verstärkter Maßnahmen. Im Juli 2020 wurde der aktuelle&nbsp;<a href="https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Binnengewaesser/nitratbericht_2020_bf.pdf">Nitratbericht 2020</a>&nbsp;veröffentlicht.</p><p>Bei den per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) handelt sich um mehr oder weniger langkettige Kohlenstoffgerüste, deren Wasserstoffatome entweder alle (perfluoriert) oder überwiegend (polyfluoriert) durch Flouratome ersetzt sind. Dies verleiht diesen Substanzen eine außergewöhnliche Stabilität, sowohl thermisch als auch in Bezug auf eine biologische oder chemische Abbaubarkeit. PFC sind immer anthropogenen Ursprungs, also vom Menschen in die Umwelt eingebracht.</p><p>Die langkettigen Vertreter sind sehr wasserabweisend, die Wasserlöslichkeit nimmt mit sinkender Kettenlänge zu. Kürzerkettige Substanzen (Anzahl C Atome kleiner 5 bei Sulfonsäuren und kleiner 6 bei Carbonsäuren) sind auf Grund ihrer guten Wasserlöslichkeit sehr mobil und werden inzwischen in Spuren ubiquitär in den Grundwässern nachgewiesen. Die langkettigeren PFC (Anzahl C Atome größer gleich 5 bei Sulfonsäuren und größer gleich 6 bei Carbonsäuren) dagegen akkumulieren aufgrund ihrer Lipophilie (Fettlöslichkeit) im Fettgewebe und verbleiben dort für viele Jahre, da sie vom Körper kaum abgebaut und ausgeschieden werden. Die langkettigen PFC scheinen toxischer zu wirken als die kürzerkettigen, da letztere schneller ausgeschieden werden, aber auch hier beträgt die Halbwertszeit einige Monate.</p><p>Wegen ihrer Stabilität werden die PFC in Kläranlagen (ohne 4. Reinigungsstufe) nicht eliminiert. Die derzeit einzige Möglichkeit ist das Herausfiltern über Aktivkohle. Außerdem ist die Analytik problematisch, weil gerade die polychlorierten Molekülteile einem biologischen Teilabbau unterliegen, so dass am Ende nur Bruchstücke zu finden sind.</p><p>Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Eigenschaften werden PFC, von denen es inzwischen über 3.000 gibt, in vielen Bereichen eingesetzt.</p><p>Sie befinden sich wegen ihrer thermischen Stabilität in Löschschäumen, werden in der Galvanik zur Oberflächenbehandlung eingesetzt sowie zur Imprägnierung von Outdoorbekleidung, Teppichen und von bestimmten Tapeten verwendet. Die Papierindustrie setzt sie für Backpapier und andere Papiersorten ein, die zur Abtrennung von Lebensmitteln dienen. In beschichtetem Kochgeschirr sind PFC enthalten, welche ein Anhaften während des Kochens verhindern. Einer der ersten bekannt gewordenen Vertreter ist hier das „Teflon“. Weiterhin sind sie z. B. auch in Druckerfarben, Schmierstoffen oder Medizinprodukten enthalten. Als „Altlastenfälle“ finden sich PFC auf den Standorten entsprechender Unternehmen oder nach Bränden.</p><p>Dabei werden PFC während des gesamten Lebenszyklus der Gebrauchsgegenstände in die Umwelt abgegeben. Die polyfluorierten Monomere sind nur zu ca. 98 % am Polymer gebunden. 2% werden nach und nach über die Luft oder das Wasser emittiert. Auch über kompostierte Papierabfälle können PFC in die Umwelt gelangen, z. B. wurden sie im Rahmen von Düngungen auf Felder aufgebracht (PFC-Bericht&nbsp;<a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/boden/pfc-bericht_web.pdf">Perflourierte Chemikalien (PFC) in Hessen</a>).</p><p>In das Grundwasser gelangen diese Substanzen über das Sickerwasser oder durch Wechselwirkung mit PFC belasteten Oberflächengewässern.</p><p>Auf Initiative des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/">Umwetlbundesamtes (UBA)</a> wurden die langkettigen Perfluorcarbonsäuren mit einer Kohlenstoffkette von acht bis vierzehn Kohlenstoffatomen als besonders besorgniserregende Stoffe unter der Europäischen Chemikalienverordnung REACH (Verordnung (EG) Nr. 1907/2006) identifiziert. Sie unterliegen somit einer gesetzlichen Regulierung. Außerdem ergeben sich für den Gebrauch dieser Chemikalien Auskunftspflichten für Hersteller und Auskunftsrechte für Verbraucher <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-reach/reach-fuer-verbraucherinnen-verbraucher">REACH</a></p><p>Das UBA steht im ständigen Dialog mit Herstellern und Anwendern von Feuerlöschmitteln. Ziel ist es, die Verwendung von PFC-haltigen Löschmittel zu reduzieren und diese durch wirksame fluorfreie Alternativmittel oder Alternativtechniken zu ersetzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-reach/stoffe-ihre-eigenschaften/stoffgruppen/per-polyfluorierte-chemikalien-pfc/risikomanagementmassnahmen-fuer-pfc">Risikomanagementmaßnahmen für PFC</a></p><p>Das UBA hat Stellung zu PFC im Trinkwasser genommen und dabei Trinkwasser-Leitwerte und Gesundheitliche Orientierungswerte für bestimmte PFC abgleitet <a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/374/dokumente/fortschreibung_der_uba-pfc-bewertungen_bundesgesundheitsbl_2017-60_s_350-352.pdf">Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 3/2017</a></p><p>Die Ergebnisse einer umfassenden Neubewertung im Sinne von Trinkwasser- Leitwerten (TWLW) oder Gesundheitlichen Orientierungswerten (GOW) zeigt nachstehende Tabelle.</p><p>Seit 2010 werden jährlich rund 300 Grundwasserproben von Messstellen des Landesgrundwassermessnetzes auf PFC untersucht. Zum Gesamtüberblick wurden die PFC als Summenparameter ausgewertet. An rund 40 % der untersuchten Grundwässer sind sie in Spuren zu finden. Einige der untersuchten Messstellen weisen PFC-Konzentrationen bis über 300 ng/l auf.</p><p>Die Originaldaten sind über die Anwendung&nbsp;Fachinformationssystem Wasserviewer Hessen <a href="https://umweltdaten.hessen.de/mapapps/resources/apps/wasserviewer/index.html?lang=de">Wasserviewer</a> verfügbar.</p><p>Vortrag PFC-Programm Nordhessen 2019</p><p>Vortrag <a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/wasser/Veranstaltungen/2018/5_Grundwassertag2018/3_Rueckert_Senner_ERMES-Rhein_Hessen_GWTag_2018.pdf">ERMES-Rhein Spurenstoffe</a> beim 5. Wiesbadener Grundwassertag 2018</p><p>Kapitel "5.4" (Seite 101 bis 106) im <a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/shop/publikationen/wasser/grundwasser/Grundwasserbeschaffenheitsbericht_2017.pdf">Grundwasserbeschaffenheitsbericht 2017</a></p><p><a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/wasser/grundwasser/artikel/03_anlage_3_bericht_gfs_fuer_pfc_endfassung.pdf">Ableitung von Geringfügigkeitsschwellenwerten für PFC der LAWA/LABO 2017</a></p><p>Kapitel "Grundwasserbeschaffenheit - Ausgewählte organische Spurenstoffe" aus dem <a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/das_hlnug/jahresberichte/2016/1.02_hlnug_jahresbericht_16_W4_4.pdf">HLNUG Jahresbericht 2016</a></p><p><a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/boden/pfc-bericht_web.pdf">Perflourierte Chemikalien (PFC) in Hessen Untersuchungsprogramm des HLUG 2010</a></p><p>Eine Übersicht über die Ergebnisse der Untersuchungen in Hessen zeigen die zwei folgenden Karten, die auch im&nbsp;<a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/shop/publikationen/wasser/grundwasser/Grundwasserbeschaffenheitsbericht_2017.pdf">Grundwasserbeschaffenheitsbericht 2017</a>&nbsp;zu finden sind.</p><p>Wegen der ökotoxikologischen Bedeutung kommt den Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen und deren Metaboliten (Abbauprodukte) im Grundwasserschutz eine besondere Bedeutung zu. Am 22.12.2000 ist die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) in Kraft getretenen. Einer der Grundsätze dieser Richtlinie ist es, dass Grundwässer einen guten Zustand aufweisen oder in einen solchen gebracht werden sollen. Um den Zustand der Grundwasserkörper zu beurteilen, gibt die Grundwasserrichtlinie (2006/118/EG) eine Qualitätsnorm für Pflanzenschutzmittel (PSM) von 0,1 µg/l für den Einzelwirkstoff oder relevanten Metaboliten und von 0,5 µg/l für die Summe aller PSM-Wirkstoffe oder relevanten Metaboliten vor.</p><p>In Hessen wird das Rohwasser regelmäßig im Rahmen der Rohwasseruntersuchungsverordnung (RUV) auf PSM-Wirkstoffe untersucht.</p><p>In der Übersichtskarte wird die Summe der PSM-Gehalte (µg/l) in den Grund- und Rohwässern dargestellt. Die Summe der PSM ergibt sich aus der Berechnung der analysierten Einzelwirkstoffe.</p><p>Es wird ersichtlich, dass sich die Mehrzahl der PSM-Funde, die über dem Summengrenzwert von 0,5 µg/l liegen, auf den Großraum Frankfurt und das Hessische Ried konzentriert. In der Regel trifft man in diesen Gebieten mächtige Porengrundwaserleiter an. Die Grundwasserflurabstände sind in weiten Teilen sehr gering. Damit ist in einigen Gebieten eine geringe Verweilzeit der PSM-Rückstände in der ungesättigten Zone verbunden. Geringe Verweilzeiten implizieren eine geringe Zeitspanne für einen eventuellen Abbau der PSM-Wirkstoffe im Untergrund. Desweiteren werden in diesen Gebieten vielerorts sandige Böden, die eine geringe Sorptionskapazität für PSM aufweisen, angetroffen. Der Großraum Frankfurt weist zudem die höchste Besiedlungsdichte in Hessen auf und ist durch eine extreme Bündelung von Verkehrswegen gekennzeichnet. Im Hessischen Ried wird aufgrund der klimatischen Gunst und der idealen Bodenverhältnisse für Sonderkulturen (leichte, sandhaltige Böden) eine intensive Landwirtschaft betrieben. Die Summe der genannten Faktoren führt dazu, dass gerade diese Gebiete ein hohes Verunreinigungspotential für Schadstoffe aufweisen.</p><p>Sulfat ist ein Salzion, das in allen hessischen Grundwässern vorkommt. Es wird im wesentlichen aus natürlichen Salzen im Gestein, vor allem Gips und Anhydrit, gelöst und im fließenden Grundwasser verteilt. In Mineralwässern sind die Konzentrationen meistens etwas erhöht, in Heilwässern können sie relativ hoch sein. Die wichtigsten Quellen für Sulfat sind in Hessen die Gips- und Anhydritvorkommen des Zechstein.</p><p>Die Sulfatkonzentration ist oft durch menschliche Einflüsse, besonders im oberflächennahen Grundwasser, erhöht. Die Verbrennung schwefelhaltiger Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas erzeugt große Mengen an Schwefeldioxid, die in die Atmosphäre emittiert werden und zum Teil im Niederschlag gelöst in den Untergrund gelangen. Durch die mineralische und organische Düngung gelangen beträchtliche Mengen an Schwefel bzw. Sulfat in den Boden, weshalb in Gebieten mit hohem Anteil an landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Flächen die Sulfatkonzentrationen deutlich erhöht sind.&nbsp;</p><p>In der Trinkwasserverordnung <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/TrinkwV.pdf">TrinkwV</a> ist der Grenzwert für Sulfat auf 240 mg/l festgelegt. Falls die natürliche Sulfatkonzentration höher ist, kann der Grenzwert bis zu 500 mg/l betragen.</p><p>Für die Parameter der Rohwasseruntersuchungsverordnung (siehe hierzu auch <a href="https://www.hlnug.de/themen/wasser/grundwasser/messnetze#c57608">Messnetze</a>) gibt es keine eigenen Grenzwerte. Maßgeblich sind die in der Trinkwasserverordnung <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/TrinkwV.pdf">TrinkwV</a> aufgeführten Grenzwerte.<br>Die Vorgabe lautet hier: Das Trinkwasser darf eine Schädigung der menschlichen Gesundheit nicht besorgen lassen.</p><p>Schwellenwerte beschreiben die Konzentration eines Schadstoffes, einer Schadstoffgruppe oder der Wert eines Verschmutzungsindikators im Grundwasser, der zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt festgelegt wurde.<br>Grundlage für die Beurteilung des chemischen Grundwasserzustands sind die in der Grundwasserverordnung <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/grwv_2010/GrwV.pdf">GrwV</a> aufgeführten Schwellenwerte.</p><p>Geringfügigkeitsschwellewerte (GFS) sind Werte, bei deren Unterschreitung und Exposition über die Nahrungskette von keiner Gefährdung auszugehen ist.<br>Die Bund-/ Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat hierzu die <a href="https://www.lawa.de/documents/geringfuegigkeits_bericht_seite_001-028_1552302313.pdf">Ableitung von Geringfügigkeitsschwellenwerten für das Grundwasser</a> verfasst. Sie dient zur bundeseinheitlichen und nachvollziehbaren Bewertung von Veränderungen der Grundwasserbeschaffenheit, die bereits eingetreten sind oder die es zu verhindern gilt.</p><p>Gesundheitliche Orientierungswerte (GOW) entsprechen dem allgemeinen trinkwasserhygienischen Vorsorgegedanken und sind rechtlich nicht bindend. Ihre Überschreitung bietet Anlass zu trinkwasserhygienischer, nicht aber zu gesundheitlicher Besorgnis. Der GOW wird so niedrig angesetzt, dass auch bei lebenslanger Aufnahme der betreffenden Substanz kein Anlass zu gesundheitlichen Besorgnis besteht.</p><p>Das <a href="http://www.umweltbundesamt.de/">Umweltbundesamt UBA</a> hat GOW festgesetzt für:</p><p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/374/dokumente/gowpflanzenschutzmetabolite_0.pdf">Nicht relevante Metaboliten von Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln</a></p><p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/374/dokumente/liste_der_nach_gow_bewerteten_stoffe_201903-1.pdf">Arzneimittelwirkstoffe oder Diagnostika</a></p><p>Ein GOW wird nur vorläufig vergeben. Sein Austausch gegen einen höheren, auf vollständiger Datenbasis und für denselben Stoff abgeleiteten, lebenslang gesundheitlich duldbaren Trinkwasser-Leitwert (LWTW) ist möglich, wenn die Datenbasis aussagekräftig neu bewertet wurde. (Der Trinkwasser-Leitwert gibt die Höchstkonzentration eines Stoffes im Trinkwasser an, die lebenslang ohne gesundheitliche Besorgnis aufgenommen werden könnte.)</p><p><a href="https://www.hlnug.de/kontaktformular?tx_powermail_pi1%5Bfield%5D%5Baddid%5D=6012&amp;cHash=3286533ec930713e37ea4163ceaf851c">Kim Hußmann</a><br> Tel.: 0611-6939 702</p><p><a href="https://www.hlnug.de/kontaktformular?tx_powermail_pi1%5Bfield%5D%5Baddid%5D=6082&amp;cHash=95ce3848b4b1a1854b813b54e502bac1">Dr. Richard Hoffmann</a><br> Tel.: 0611-6939 778</p><p><a href="https://umweltdaten.hessen.de/mapapps/resources/apps/wasserviewer/index.html?lang=de">Wasserviewer</a><br>Fachinformationssystem Wasserviewer Hessen</p><p><a href="https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/wasser/grundwasser/artikel/Grundwasserbeschaffenheitsbericht_2022_bf.pdf">Grundwasserbeschaffenheitsbericht 2022</a></p><p><a href="https://www.hlnug.de/publikationen/detailseite?tx_cartadm_pi2%5Bbooks%5D=1024&amp;cHash=ed2948e651e2b571c90045868004669b">Grundwasserbeschaffenheitsbericht 2017</a></p><p><a href="https://www.hlnug.de/publikationen/detailseite?tx_cartadm_pi2%5Bbooks%5D=824&amp;cHash=4b84b6d578866e7a8d7453607864e1e9">Grundwasserbeschaffenheitsbericht 2012</a></p>

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